Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2726 (28.9.1926)
- Date
- 1926-09-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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pMe* T SS. 1« Wl DM Das Mbi des bankrotten zarisams. ^ggMM #■., lWmQ|i^l oHyIHMWiiwwy MR ^WJl< WSv DK fOpKOTtySt Sw Wmft ÄB Wl«p»py>M ^BUBf vQB Avtt ft y. . AÜfel^M -1- » L sa »..E M- .... ------ i fl* . nogg im jmjp) pMArM (mm|jp jds ct* l^rfwUBflft itfti Ht rflw faftfattei Hl>H}tf rMiuj^mgB^obcit ’jipy OH JW*ttlv ttBHIt ♦ _ __.A.^ . M »» i - w __Ol--*-. <g tt_<r ffHtf_«,__^ . iHtfBFTnlP »TjjNyk fllT3y» w® DB Wftfll^ OHPtQ WVBMMgK SDfiStdbd? ^mRfi |)££ ^toKfiStSCfep |(| ^|{)d9GQd^ |BQSft dkvM» M beßvahven. @9 ioot eS tu Fauckretch tue 130 Inh««, fo in DentWaud tW Joch« LVSS» fo «vH irr «w,..^«,.. . «- <Mo«- -.4«— c *\ _ ...»— — — - x. 4. -—wb» ÜUVB Q«hP0K 0(0 ^EtR^nttS WOfflf Ww r»WlsHerr ^MjWMNLlwrrvy «mo vo«uyiny ovrry bk «vooosMw RchAAtz» bckMhKt» die De. A. W. H«f§«« im Archiv der «Osch« ÄevoLlLorr* macht. Cr fetegt die A-ssoichmmg« M9 tptOiCTOU}ttvPgn> 090 IKK 9tpKgttt Ow töf( fische» DkinfftermttS vom 16. AM M 3. September LSTL, akfo aaS der Zeit» La dße Lage cm der «Mchea Front bevMS katastrophal war. LÄche Archzeichmmg« zeig« alle Symptome der LqPKHm, fttgen Tagst der Exponenten Gexex GewnAherrfchaft nm chre McherheS, vor allem aber jene SestaS-fetg» Methode der Erfindung eines Schuldigen. ttm die eigene Hcmtza rsüsn. Hier war« «e natürlich die iAarde» «ud dar«« find die Aufzeichmmg« Über derr Müüstscrat treu 4. VhtQpt$ 1915. der sich prü der I« de-rrftr-a^-e be-ahte, sehr mrffchbchvetch; sie lass« einen Lesen Mck m die Derollwoffe der Büttel des. Krrrstkschon Systems Die protoloüarisch« Tw^eühmMg« GS ttmrde mstgeteM, datz sich tm Haupt qua rt i-e-r!Se Diebumg festgesetzt habe, die jüdische Bevölkerung auf de» «rtogStheater sei das Zentru hi der Spis- Ttuz ge <m& der LntsKSHmrg deK Gegne rs. Daher twüe man ^wr »HauptawarÜer NV>W»chh«K9mt- «rgreWerÜKtttGEkte^tmochtAm JtttzM fitubers» Ar «N*£t*$r* habe t*fr J&sSetm* Mm begmüeeu. Die GoädWe Der die SLttbeomg vschveitetrrr fich nSHk »« i» Rußland, sondern auch im Ausland, die «drfiatzretch« Inden feirrr Über dre mÜ der Maßnahme vev- SuNdeutt SvanstmSeSe» «regt, rmd des verLünd^t-en. D^gt^rn-ng^en machten daher bereüS Einwend^N«- K0-n getzpa diese Art von rmd toi^n auf Äe ge- '.pfftGfya gojgeo hin. Das Wmnzministerinm ser bereits auf a^v fie S ch w^rig k e i te« bei DurchMrüng ge- Küfier Fi.n<rnsop-eratlonem gestoßen. Was im ^NoLnff der Evarnrer«-«^ vor sich gche, sei einfach Mms^HDö-dbrrch. iSSVfi n»verfi-»Lche AttDemSen fei« mit tttagen an Re.BBÜrd« hevaugrtretrn Wer die. erschütternde Be- KllUttmrg der F«d« in den Frontabschnitt«. > Dag« Wms, datz Kr t^e eingesessene BebSAernng der- ^oqgttt iKwniKiuaR» tu mt mm &te oernneven« ^zno« yimUasirömtm« das Leben mrerträgLch werde. W o HD «««gitno^ K««nrheiten gveifen nm sich, uvd die eiqLrnten And« trügen Unruhe in die Bevöllerung hinein» Gckbst au» Amerila tont« eavste MahOMM E AU * IM- JL1 %aJL IUI 9B8DB# 09t xinytSvutC^tu gu lJut|€Tl. (jvlQt |tti vu^ JtuJ dü» ^T^frigyiffitn^ Kretzite zu etfaiftai, sichyyhs <ptf dem inner« wie auf den MürL« steigern, insonderhev i» den Nersvrigt« Staaten. guneumtnOer Fürst Ts ch e rb a t a ük ^Wir «SU N»d jeder edyüke van MS Md «ümterbroch« mündNch, schrist- Wey wm ma wxoxtL wxo Mage» tot HlmpriprarnB voz\xzuxq gewmd«. Aber der aSmachüge Ä an ns chcketvitch erachtet es für uotloendig, Qt IHCtl Mtfftn ÄI »Hilw'IW' ioWvIl plt Wsv ltH0ntu uU dek Front «ernnttoartüch $n vtttifyetL Die Ach« siM» für Acmuschleivitsch eines von den .«r ibir^, die er sich fihafst." Arrwofchei«-: »SeWst wenn das Hauptquartier jetzt den Befehl ergehen last« würde, dir JudemmÄrsDrm- 001 «in-nstrllen, ist das Ürbel schon zu tief inS Innere eingedrungen. Die Pogromstümmm« wächst, uamerrWch getragen drrvch die Soldat«, die Mm der Front komm«» und die Sovvernesre der d« Juden zur Dnstedlmrg fovigogebeu« Provinzen. erklären, sie könnt« bei der SNmmung der Bevölkerung nicht langer für die Zugowcmderteu garrmkieren, wenn diese Maffenzuwandecvngen nicht assthörtw. Das alles zwingt uns, sei eS auch nur vorübergehend, die Ansiedlnng zwangsweise evakmerter Aud« auch in deajerr^« Gouverneut«iS M gestatt«, ht demrn es ihn« bisher verbot« ist, sich niederzulasten... Ernste Nnrwhen sind möglich. Auch im DuÄande beginne man die Geduld M verlieren, und Rußland kann in die Lage kommen, nicht mehr einen Kopeken Kredit zu find«. Mit anderen Wort«, die an uns gerichteten Wünsche nehmen schon ein« fast ulttmativ« Ton <m: »Wenn Ihr Geld zur Kriegführung haben lvollt, so ..." Wenn man den Juden die Ansiedlrrng freigibt, muff« wir aber auch die Situation auZwchen. Man muß die jüdischen. Führer zusammenrufen und chnen die Forderung stell«: »Wir. komm« euch entgegen, habt ihr nun die Gewogenheit, euren Einfluß zur Beruhigung der Maff« «nzusetze». dann wird man auch mit euch Wer werteres rede» Dmren.^ Kr-twof che i »: Mm «ach btn geettdaa d«i Juden auf WkdrEche mK einem Ultittrat»« astB wort«, und zwar: »Wir bieten «ch ci \ Ab and ernsvg der OeSimmuagen über die Ansiedl«»gü- ^rb-i et r, Md zwar eine sehr einschneidende AbänderWch, HM chr m« bk Mte un« eine fimmzieste ltrrteestütz«,g tBaj osm rUAyry« WlLÖ Mit MANNM0MY« vfi5€u»ItOTOTR zu . j..«, ... l <— ,. 4.1 . a .... - «»,« ..... ... -1.— - flWlIIJtW, nm) uvsUr DtC vom JIÜWfGJ« JRtpttol avymsgGge Presse, rmd das ist so gut wie dte gesamte, in dem Güv« zu beeinfluss«, daß sie ihren revolutionären Ton ändert.^ Autzenäckrrster Saftmow: »Unsere DundeSgen i>ss e n sind gkeichstckllS vom Mischen Kapital abhängig rmd werden rmS, wenn wir sie um HAfe angehen, mtt dem HirüvM antworten: Söhnt euch zunächst Mit dem Juden aus.- Har t t'v n 0 wr »Nun, meine Herren- Lsfisrcht« 'GZU aber nicht einige Schwierigkeit« innerhalb der Polizei? W ^f90t19ft vm J/iU}yU|v9 vPtttff V*P*» Wie, wenn die Reviervorstcher und Po^jeSartnaniS (Haritonow spielt damit darauf an, daß Juden in dar ihn« gMerrt« StSdtien unbehelligt sich aufhalt« könnt«, w«m sie nur die P 0l ize l b esta ch en. Die Red.) eür« Proteftstrell gegen ihre Vergewaltigung durch die Regierung inszenier«, odereinige kleine Pogroms entfachen würdet, um zu beweisen, daß Ihre Bestimmung« L« Wünschen der »wMhaft ruffrschen Leute" nicht «tsprech«?" Mit diesem üblen Scherz schloß die MnrtstervatKsitzmrg, ohne daß irgendwelche Bcschluffe gefaßt worden war«. verein „HeMgr Lnkrerkn". Gtne Oegantsatio» von Gistmischerinne». Vor ertriger Zeit verhaftete -die Polizei von S-elika-Kikrnda auf eine Demmtziätion ihm «me Reche von vevheiratsten oder vevwiiweten Frauen, die beschuldigt wurden, ihre Ehemänner oder andere Perwandte vergiftet zu haben. Unter chn« wurden die Namen mchrerer reichen Witwen genannt, die durch ihre Extravaganzen im Lande beSanni waren. Wie mm aus Belgrad gemeldet wird, hat die Polizei, bei der Verfolgung der . Spur eine ganze Bande organisierter Giftmifcherinnen entdeckt, die eine unter >dsm Namen „H e i l i g e L u ff r e <51 a“ bekannte Geheimgesellfchaft bildete. Nach außen hin hatte diese Gefellschast saziale Bestrebungen. Die Mitglieder trafen sich oft in dem Lokale der Gesellschaft, um gegensertig ihre verbrecherischen Pläne zu besprechen, die sie dann später aussÄhrten. Der Zweck war. sich ihrer Gatten, oder Liebhaber zu entledigen, die.ihtren lästig, geworden waren, um in Besitz ansehnlicher Erbschaften zu kommen. Ms nötige Gift stellten sie selbst her oder verschafften es sich durch Apotheken aus dem Auskmd. □oooon SMMSWM-NsWISSlSMN»WISlUWM»IWMMNI»IIUMl»ISII°II»IIsI m . __ s |M» 1_ Ist der letzte geeignete Moment des 1 Simcnath-ihora ker« kajemeth u —— -—''■" -— " ' ■■■■ —■ bei der Thora zu gedenken! und Ihr Erlöset Euch selbst! ll"Mgj[g[j»)[g[5)li»LllpJ|jelBi oiDiaaia helfet bei oiaia)OiC3iOtiii tmr liest, o^ie jemals das Bedürfnis zu empfind«, thre Worte dem ander« auch hörend zu «ach«, das Auge Äkgemach das Ohr aus den meist« semvr Funktionen, sawest sie die Drache betreffen, verdrängt. Gewiß: selbst im stwnmm Lesen hör« wir verstandeSmHsig rmd fprech« Oe Wort« «meckch cwS, aber dieses imrerüche , Spvech« ms seiner nur cmgedeatetey Artkkrüation rsi so neibelhast Mrd fo fWchffg, so daß fast »ichlS zmückAoSbt. ES «Wht durch diese Autokratie des Awges rmd die glwhgeitige. fcht vMye AnSschlcktrmg des Qhr-S eine Art testtoeff« rmd begrenzter Taubheit. Wer« es mm doch zur Aussprache deS oft gchxfen« Wortes kommt, trüt devywforge, vom €Xp uw? mm* gelhaft koutrolliert. eine falsche Artmüation desselben em; 8«Äffe spezifische Schwingung« vsrschwqch« «B andere wieder tattbe* korrumpiert. Man wird nun leicht Vevstch«, wie sich dich« Mangel cm AusiuetSsaWkeit Ve^Ninwrs« matz, wo« et sich toic in rmfere« Fall, von Generation auf G«evcrtLon vevevbt. Go mutz es komm«, daß hinreißende Redner, große Schauspiel«, KürrDer des Wortes die Schönheit des GedmckenS imd das Gbenmatz des Sttls dnrch WmmerRche, Wechte ArLÄrckation vevstLmneln und gegen alle Gesetze der SpvachLjchetS haudekn. Nnd trotzdem findet die Menge der Zuhöe« nichts daran zs iadeLn, da die Unvoükommochekt des HörvemchgeuS als psychffcheS Sr-btum sozchag« bereits GemeinschaftSeig«trrm wurde. Ja fettft die Schicke, die doch alle Pnsto«WWg« znr Reinigusg der Sprache macht, ignoriert das Problem ein« hchrmfchey Phonetik. Der Auß«ftehende wird sich nun mit BeDwundevWg frag«: hat denn die palästtneusische Schule rmd das Ach« i» Palästina nicht die orierüglffche oder se-fardifche SkO, spräche des Hebräischen angenommen? Ja, ckber «m dem äußer« Anschein nach, denn was Mernomw« wurde, das sind die negativ« Seit« der sefardischen Aussprache, die rnanselndL MckeMeiduus SwMn ewzÄWL Lruze» Mb kurz« Bokalen und das Berfchwindenlaff« / verschiedener Korstmanten. Me Positiba aLer — die Artllulatioü aller phonetischen Elemente, die chavcckterrsiifche Unterfcheidimg der guttural« Läute rmd der verdoppelten Konsonant« — ttwwd« vö^ ignoriert,! «W «Bamtt. And noch em awdettr FaÄpr kompliziert das PrDfem, nämlich der, dich die Iahen dem HeLrärsch« Len ÄkA«t' ^er Sprache des Lchrdes geben, aus dem sie kommen. Daraus ergibt sich ern« Anzcchl von verschieden« Äussdrach«. Die arabischen ZMen Mein haben den femMsch« Dhanckter der Ansprache echalten. aber dg sie nur ew« Aeüum Toll.des Woües ansruach« und überdies > wenig intellektuell sind, fst shr Mnsiutz nicht ausschlaggebend. Durch die Gernachläffigmrg der MpnetT und dprch die daraus erklärliche ÄoaapN pmrung der AuSspvach^ in d« Schul« ist, Pie sondqMare Taffache erklär«, daß alluMW auch die SchBer aus dem arMsch« SprachgeÄ-t und die übrige sefardische Jugend, die vorzügstch arabisch spricht, das Hebräische seiner spezifisch«! Tonfächmeg «Meidet. J«er TonfächUNg, die die hebrstffche Spvache -^7 «Mch wie die arabische -7zu einer > rmechdrt Lstheffsch« nicht nur im Munde des Redners, des SchaufpieLorS, sondern auch im? Munde des gewöhnlichen Wmffch« im mm be§ .; .- Eine der wichtigst« phonetischen Gigenhest«! des semitisch« ^^wachtMis ist die Verdoppelung! van Wurzel* konsonant«, wodurch der Ginn des Termins verändert wttd. Aber d<^ gegmwärttg gespxochene Hebräisch wW diese wichtige GiUmihest nicht das heißt, in d«. Aussprache nicht — zwe Kenntnis uchm« und, bemüht sich dawrrch ein« ihrer fundamentalst« Ausdrucksfvrm«. > . Alles in allem: Das alte HebMch ist zu neuem Lehen erweckt Word«, aber es hat noch nicht seine alte Beweglichkeit und infolgedessen auch nicht seinen natürlichen, spezifischen , .KsrHeMnAt. Es^eigtin diesem.Aiiüenbück ep^e auffallende Aehnlichkeit mit deM BM, HaS eS lebendig machte. Die modern« Juden vereinen oft einen hhpeürophiert« Intellektualismus mit Manueller Ungeschicklichkeit, Und das tnoberae Hebräisch verbindet eine außerordentliche, lexrkologffche Fülle und überaus verfeinerte Grammatik mü einem betrübRch« Tiefstand der Phonetik.. -! Micklicherweife mach« sich in der letzten Zeit Bvr^ zeich«, eines phonetisch« Reinigungsprozefses, besonders am Theater, .beu^Äar. Jabo t i n. s k y . bemühte sich als Erster in feinem Kurs für Wonetik, für hie MitmLeiter des hebräffchen! Theaters eine erträgliche Aussprache zu schaff«. Die Wichttgfeit gerade dieser Einflußnahme ist verstanMch, denn: «daS Theater ist das fprachhestimmende Element der me-» - gj >S7vll USUiH CQ0p« ♦; Im letzt« Jahre hat die Sache der Phonetst mwrwartete Hilfe^äomm«. MiriamSchnaöel-Hoefltch» die aus Wwn kommende Künstlerin, erkannte bald die Wichtigkeit dieser Apache. Darck ihrer ausgehildet« Sprechkmrst und dank Wes guten Gehörs , gelang es Hr bald, die ferm« swn Nuancierung« des semitisch« SprachchpuS M evfaff« und sie zu reproduzieren. Wer sie hörte, Lai«, Schriftsteller, Künstler, waren von der, Art, wie sie Psalm«, Prophet« und rnoherne hebräische Dichtung vortrug, tief erschüttert. Sie offscha^ßs.d« Zuhöxem ein n«eS, klangreicheS «ch nstaneierjes Hebräisch, das gleicherweise weich und schmiege sam als auch eindringlich ist mit einem Wort, ein ästhekt^ schcs Hichrgisch.f! . ' Möge! die. e««te Sprache alle DrSglichkeiLen der Poll« hoWvlMhest, 'derey siefähig ist. in sich Vereinen, und aL» FMGlÄdäM. Ideen d« Arbeit Md dqs Fried«S dienen dis die Pryphet« gesat haben. Mögen die emeuttn anM« Myrw mst-de?,.ganzen Kraft ihrer AusdrucksfWgkeit Wk Pildung eiuer neuen Menschheit und einer neuen Menschlichkeit beitragen!