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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-25 · Heft 2724 (25.9.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2724 (25.9.1926)
Date
1926-09-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8724 Mm, SamStag Tagesbericht. Svvenheimer der Nationalökonom. AEtzttch seines heutigen PalSstinavortrages. Von Dr. Leo Goldhammer. Li« wissenschaftliche Welt Wiens hat nach einer mehrjäh« lügen Pause die Ehre, den hervorragenden Nationalökonomen und führenden Soziologen Professor Franz Oppenheimer wieder in ihrer Mtte zu begrüßen, die palästinainteressierten Inden der Stadt das Glück und die Freude, ihn mit der ihm eigenen, ungewöhnlichen Wortmächtigkeit über die Eindrücke seiner letzten Reise nach Erez Israel sprechen zu hören, und der Verfasser dieser Zeiilett, der sich mit Stolz zu des Gelehrten zahlreichen Schülern zählt, die hohe Auszeichnung, mit einigen Worten seine Bedeutung ans volkswirtschaftlichem Gebiet würdigen zu dürfen; wobei er aufs tiefste bedauert, mcht einen Bruchteil der stilistischen Meisterschaft Oppenheimers zu besitzen, um ihm auch nur annähernd gerecht zu werden. Wenn auch die soziologischen Arbeiten, die Oppenheimer in den letzten Jahren herausgab, seine anfänglich nur den ökonomischen Problemen geltenden Arbeiten zurückgedrängt haben, wollen wir doch mit Rücksicht darauf, daß anläßlich der Besprechung seines Vortrages über den „S t a a 1" die soziologische Seite seines Schaffens und Wirkens berührt wurde, uns diesmal nur mit seinen volkswirtschaftlichen Arbeiten befassen. Gleich Marx, dessen Lehre nach seiner Ansicht nur eine halbe Wahrheit beinhaltet, erblickt Oppenheimer „die zentrale Wurzel aller unserer heutigen gesellschaftlichen Nöte in dem arbeitslosen Einkommen: im Profit und in der Grundrente". Das Mittel zur Heilung dieser Krankheit herauszufinden, erscheint -ihm eine viel vornehmere und wichtigere Aufgabe als „die Heilung des Krebses und der Schwindsucht, als die endgültige Eroberung der Luft". Er wendet sich daher zunächst gegen die Lehre von der „ursprünglichen Akkumulation" als der eigentlichen Voraussetzung der Bourgeoisökonomie, gegen jene Lehre also, die der Meinung ist, „daß die wirtschaftlichen Verschiedenheiten'der Vermögen sich allmählich aus lediglich wirtschaftlichen Beziehungen zwischen freien und gleichberechtigten Mitbürgern entwickelt haben". Er verwirft auch die marxistische Lehre von der „kapitalistischen Akkumulation", nach der auf der einen Seite „die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden". Beiden Theorien stellt er seine eigene Lehre vom „Bodenmonopol als primärem Klassennwnopol" und den daraus resultierenden „sekundären Klassenmonopolen" entgegen. Es besteht somit nach der Lehre Oppenheimers zwischen dem Unternehmer, der die Produktionsmittel besitzt, und dem Arbeiter, der nur seine Arbeitskraft zu verkaufen hat, keine wahre „freie Konkurrenz"; das drängende und drückende Bedürfnis des Arbeiters, seine Arbeitskraft gegen Lohn auszuiauschen, zwingt -ihn, mit dem Produktionsmittelbesitzer auf Basis eines diesem vorteilhaften Klassenmonopols zu paktieren. Dieses Monopol wird von Oppenheimer mit einer meisterhaften Schärfe und fast unglaublichen Klarheit als „Einkaufsmonopol" analysiert. Um dieses Monopolverhältnis zu sprengen, ist die Aufhebung der Bodcnsperrc als des „primären Klassenmonopols" unbedingt notwendig. __Wiener Movstenzettnilg__ In der im Jahre 1890 erschienenen ersten größeren Arbeit Oppenheimers über ,^>ie Siedlungsgenossenschaft" setzt er ungefähr folgendes auseinander: Die landwirtschaftliche Siedlungsgenossenschaft ist dazu bestimmt, die in der Bodenbesitzverteilung, beziehungsweise in der Bodensperre verwurzelten kapitalistischen Fesseln zu sprengen. Der für Sie.dlungszwecke aufgeschlossene, von der Sperre befreite kulturfähige Boden hält seine Menschen fest, läßt sie nicht mehr sich in die Städte ergießen und eine Ergänzung der daselbst befindlichen industriellen Reservearmee bewirken. Da nämlich die Reservearmee ihrerseits durch den von ihr ausgehenden Druck auf den Arbeitsmarkt ungünstige Arbeitsverhältnisse hervorruft, so wird diese neue Verschlechterung des ArbeitsmarkteS durch die Verringerung des in die Stadt strömenden ländlichen Bevölkerungsteiles verhindert. Andererseits wird aber auch die Kaufkraft der ländlichen Bevölkerung gesteigert; als natürliche Folge davon werden neue AbsaH- Möglichkeiten für das städtische Getverbe geschaffen und schließlich der Markt von den Krisenschwankungen der Weltwirtschaft relativ unabhängig genvacht. Auch der geistige Horizont des Städters und des ländlichen Bewohners beginnen sich anzugleichen, je mehr sich der durch den Grundbesitz künstlich erweiterte Gegensatz "von Stadt und Land aufhebt, je mehr der „Unterschied von Zentrum und Peripherie" schwindet. Damit ist aber auch der Ausbreitung des Sozialismus auf dem Lande das Hindernis genommen; denn nach Oppenheimer soll nicht nur, wie es Marx haben will, eine einzige Klasse, sondern alle Gesellschaftsteile zur Heilung beitragen, mit anderen Worten: es handelt sich bei der Oppenheimerschen Theorie um den Versuch, die bestehende Gesellschaftsordnung in ihren wesentlichen Grundelementen, wie Prodnktions«, Eigentumsordnung, Vertvagsfvelheit, freie Konkurrenz u>s.w., zu erhalten und dennoch innerhalb des bestehenden Gefüges der Gesellschaft durch Beseitigung der Bodensperre und damit des kapitalistischen Grundverhältnisses die Quellen zu verstopfen, aus denen Rente und Profit als kontinuierliche und nicht entlohnte Einkommenströme fließen. Oppenheimer hat uns damit gelehrt, bei der Erkenntnis der Wirtschaftsvevhältnisse nicht wie bisher ,Mdustrozentrisch", sondern „geozentrisch" zu denken; ein Moment, das auf dem Gebiet der Nationalökonomie die gleiche Bedeutung hat, wie in der Astronomie die Kopernikanische Lehre. Oppenheimer hat sich aber nicht bloß damit begnügt, theoretisch ein 'von jedem Zwange freies, genossenschaftlich erfülltes Leben in einer „Frei bü»rgerschaf t" zu begründen, sondern den Versuch unternommen, seinen Gedankengang auch praktisch in die Tat umzusetzen. Sein Experiment in Wenigen-Lupnitz -bei Eisenach im Jahre 1906 ist gänzlich mißlungen, in Merchawijcch durch verschiedene äußere Momente, vor allem den Beginn des Weltkrieges, nur zum Teile geglückt, in der landwirtschaftlichen Produktivgenossenschaft auf der früheren Staatsdomäne in Bärnklau bei Berlin jedoch ist, soweit es sich heute übersehen läßt, ein Erfolg. Uoberdies aber bieten uns doch die genossenschaftlichen Siedlungen Palästinas, die alle auf den Anregungen Oppenheimers und seinen theoretischen Ermittlungen basieren, den Beweis dafür, daß der von ihm aufgezeigte Weg zur Gesundung, der Wirtschaft, wenn auch mit verschiedenen Modifikationen und unter Fallenlassen einzelner Teile, der einzig richtige ist, der zum Erfolg führte. Daher sind die Darlegungen, die Professor Oppenheimer heute über das jüdische Siedlungswerk in Palästina machen wird, von größter Bedeutung; denn sie sind das fachmännische Urteil des Mannes, dessen Ideen diesem Sied.lungswevk zum Teil zugrunde liegen und für ihn vielleicht zn. September IM Gelte 8 Ihre Gesundheit können Sie vollständig wieder zurückerlangen, von allen Ihren Schmerzen werden Sie gründlich befreit, wenn Sie . DIANA* FRANZBRANNTWEIN HIT MfiNTHOL äusserlich zu Einreibungen, innerlich, auf Zucker, tropfenweise genommen, verwenden. Das beste Hausmittel. IIBBRALL ERHÄLTLICH I weit mehr entscheidende Probe -ans die Verwirklichung seiner Gedanken als alle anderen kleinen, gewissermaßen in der Rtztorte angeftellten Versuche. * Gestern sprach auf der Tagung des deutschen Vereines für Sozialpolitik, nachdem zum Thema Bevölkerung und Arbeitslosigkeit" Universitätsprofessor Mombert (Gießen) ein Referat über die Uebervölkerung Westeuropas und der Wiener Dozent Regierungsrat Dr. Winkler ein solches über die Ueibervölkerung des deutschen Bodens gehalten hatte, in der darauffolgenden Debatte Professor Oppenheimer über die Jnnenkolonisation. Er führte aus, daß durch das Aufleben der nach dem Kriege durchgeführten Absperrungen die Kriegsfolgen wohl überwunden und vieles verbessert werden könne. Eine gänzliche Ueberwindung der Krise jedoch, namentlich der Arbeitslosigkeit, sei durch die innere Kolonisation möglich. Oppenheimer wies auf seine eigenen groß angelegten Versuche in Preußen hin, wo allen pessimistischen Voraussagungen zum Trotz seine Kolonie seit sieben Jahren arbeitet und bereits eine ganze Reihe von Siedlungen hervorgebracht hat. Seine Methode besteht, entsprechend seinen siedlungsgenossenfchaftlichen Theorien darin, den Großbetrieb auf den Gütern wegen Verringerung aller Kosten beizubchalten, jedoch auf joden Gewinn zu verzichten und ihn durch Beteiligungen den Mitarbeitern zuzuiführen. Aus diesen Kolonien ist kein Arbeiter mehr in die Stadt zurückgekchrt. Die Beeinflussung der Arbeiterlöhne in der Industrie ist also tatsächlich am ehesten von der Abwanderung in die Landwirtschaft zu erwarten, nur darf dies nicht nach den heutigen Methoden geschehen. Radium verursacht deu Krebs? Batavia, 24. September. (Reuter.) Auf dom hier ab» gehaltenen wissenschaftlichen Kongreß tellte Dr. Lumantu t in einem Vortrage über seine Krebsforschungen mit, daß er zu der sensationellen Schlußfolgerung gelangt sei, daß die Tumore durch radioaktive Stoffe und ihre Umbildungen im menschlichen^ tierischen und' pflanzlichen Körper unabhängig von Rasse, Art, Geschlecht oder Alter verursacht würden. Er empfahl, die Radioaktivität und die Röntgenstrahlen mit Vorsicht nur im Falle äußerster Notwendigkeit anzuwenden. Bei den Behai in Atto. Von Dr. Fritz Löwenstein, Jerusalem.' Das Bild, das der Islam auf den ersten Blick auf den Beschauer macht, ist das einer großen inneren Geschlossenheit und Einförmigkeit. Gegenüber den zahlreichen christlichen Konfessionen, die nicht nur durch ihre Dogmatik, sondern auch durch. bte Form ihres Kultus von einander geschieden sind, gegenüber dein Judentum, das zwar dogmatisch einheitlich, aber durch die geographische Zersplitterung in bezug auf den KMltus sehr differenziert ist, wirkt der Islam wie eine große, kann; differenzierte und gerade dadurch gewaltige Masse. Diese Religion, deren Expansionskraft bis zum heutigen Tage nicht erlahmt ist, die sich noch heute ständig neue Anhänger in Afrika und in Asien erwirbt, scheint von Sansibar bis zum Kaukasus, von Marokko bis zu beit malaiischen Inseln weder im Dogma, noch im Kultus Nuancen aufzuweisen oder gar in verschiedene Sekten zu zerfallen. Wohl ist die Unterscheidung zwischen Sunniten und Schiiten allgemein bekannt, aber es wäre ein Irrtum, hier eine Differenzierung derart zu sehen, wie sie den Protestanten vom Katholiken trennt oder auch nur den chassidischen Inden vom anderen orthodoxen Typus. Die Schiiten bestreiten die Legitimität her ersten drei Kalifen und halten erst den vierten Kalifen, Mohammeds Schwiegersohn Ali, für den wahren Nachfolger des Propheten. Sie sind, wie man es gut bezeichnet hat, die Ali-Legitimisten, unterscheiden sich also von der sunnitischen Mehrheit eigentlich durch einen politischen, aber nicht religiösen Gesichtspunkt. Vor allem aber darf nicht vergessen werden, daßnur vier Prozent der Bekenner des Islams Schiiten sind. Und doch ist dieser einfache Ali-Legitimismus, der vielfach geradezu bis zur Ali-Vergötterung getrieben wird, die Grundursache für außerordentlich interessante und bemerkenswerte Differenzierungen geworden, die mlln gerade hier in Palästina näher kennen zu lernen Gelegenheit hat. Die Schiiten entwickelten die Theorie, daß Ali der erste „Imam" gewesen sei, bte erste Verkörperung des Gottesgeistes auf Erden, daß ein solcher Imam, der stets aus der Familie Mohammed-Ali stammen müsse, in jeder Generation vorhanden .sei, bis dann tun Schlüsse der Tage der letzte Imam, der „Mahdi", erscheinen werde. Diesem Mahdi fällt also die Rolle des Messias in der jüdischen Auffassung zu. Die Geschichte des Islams in den verschiedensten Ländern und zu den verschiedensten Zeiten kennt immer wieder das Auftreten derartiger Mahdis; am bekanntesten ist ja jener ägyptische Mahdi, der lange Zeit'hindurch den Sudan besetzt hielt und dessen begeisterte Scharen dann. 1898 von Kitchener bei Omdurman vernichtet wurden. Eine Fülle von kleineren Sekten gehen auf diese mahdistische Theologie zurück, die ja, wie leicht ersichtlich, die Neigung mit sich bringt, Mohammed nicht als den letzten der Propheten entsprechend der orthodoxen Jslamtheologie anzusehen, sondern vielmehr als den Vorläufer der Propbelen, bis dann der Mahdi den Abschluß der Entwicklung bringt. Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, daß auch die vielgenannten Drusen, die ja nicht nur in Syrien, sondern auch in vielen Bergdörfern des nördlichen Palästina wohnen, ebenfalls eine derartige schiitische Sekte sind, indem sie ihren, vor mehreren Jahrhunderten verstorbenen Begründer als den wahren Nachfolger Alis ansehen. Eine ganz eigenartige Entwicklung hat aber eine schiitische Gruppe genommen, die sich heute so weit von ihrem Ursprünge entfernt hat, daß man kaum mehr berechtigt ist, sie als eine mohammedanische Sekte zu betrachten. Sie hat ihr Zentrum in Palästina, vor allem in Haifa und Akko, wo die Gräber der Begründer dieser Sekte mit größter Liebe und feinsten; Geschmack von den Anhängern behütet werden. Oberhalb der deutschen Kolonie von Haifa, angrenzend an das neue jüdische Viertel Hadar ha Karmel, liegt der Garten des A b b a s E f e n d i, des vor wenigen Jahren verstorbenen Oberhauptes der B e h a i st e n und hier treffen sich einmal wöchentlich die Anhänger dieser Lehre, größtenteils aber keineswegs ausschließlich Perser. Noch wichtiger aber ist das Zentrum in Akko. Nördlich von dieser Stadt, die das unverfälschteste Bild arabischen Lebens bietet, das man in Palästina finden kann, zieht sich ein Kranz von Gärten dahin, der auch in Europa mit Ehren bestehen würde, im wasserarmen Palästina geradezu wie ein Wunder wirkt. Da ist der große, der Palästinaregierung gehörende Garten mit Baumschule, wo inan alle Bäume und Pflanzen der tropischen Länder findet; dann folgt der „Bachja" genannte Privatgarten mit großen Bassins, mit Bananenhainen und riesigen Pinien und noch etwas weiter nördlich folgt das' Grab von Beha A l'l a h, das Zentralheiligtum der nach ihm genannten Behaisten-Sekte. Die Gärten und Gräber, die dieser Sekte zürn Zentrum geworden sind, erinnern in keiner Weise an mohammedanische Heiligtümer. Man hat den Eindruck, daß hier europäischer Geschmack gewaltet hat, ohne daß aber im mindesten der allgemeine orientalische Eindruck gestört wird, der trotz alledem verbleibt. Dieses Europäische wird noch durch andere Momete unterstrichen: In Akko hängt an der Wand ein Kranz^ wo Behai-Anhänger aus England auf englisch, französisch, deutsch, arabisch und persisch ihrer Bewunderung für die Lehren des Meisters Ausdruck geben. In Haifa finden wir an der Wand die Photographie eines Tempels dieser Gruppe in — Chikago, ein Monumentalbau, der amerikanisches Ausmaß und orientalische Form in nicht ganz geglückter Weise zu vereinigen sucht. Man wird überall an den Sitzen dieser Sekte mit großer Herzlichkeit ausgenommen, jeder erhält auf Wunsch Literatur, die in jeder erwünschten Sprache, auch hebräisch, vorhanden ist. Es sind einfache Flugblätter, Traktätlein, die den unbefriedigt lassen müssen, der nicht weiß, was eigentlich hinter all dem steckt. Im Jahre 1820 wurde zu Schiras in Persien Mirza Ali Mohammed geboren, der ein Priester der schiitischen Sekte wurde. Er glaubte sich „B a b", das heißt Tor, nämlich das Tor, durch das der „verborgene Imam" mit der Welt verkehrt. Er gewann fanatische Anhänger, die sich nach seinem Namen Babisten nannten, und wagte es später, sich als Mahdi proklamieren zu lassen. Er stand durchaus auf dem Boden des Islam, versuchte jedoch, viele islamitische Anschauungen allegorisch zu deuten, predigte eine hohe Moral, trat insbesondere für die Befreiung der Frau ein und hätte demgemäß unter seinen Anhängern auch viele Mädchen und Frauen, die zum Teil mit ihm zusammen später in den Märtyrertod gingen. Die persische Regierung stand der Bewegung von vornherein mit Mißtrauen gegenüber, bis sie dann 1850 den Bab und viele seiner Anhänger verhaftete und hinrichten ließ. Die Uebrigen flüchteten auf türkisches Gebiet, ohne aber i'm übrigen bei der Propaganda Persiens zu vergessen, wo die Bewegung noch heute die Mehrzahl ihrer Anhänger besitzt. Bald trat eine Spaltung ein. Eine Minderheit, die keine weitere Entwicklung der Lehre des Bab zulassen wollte, konzentrierte sich in Famagusta auf Cypern, wo sie noch' heute ein beschauliches und wenig beachtetes Dasein führen. Die Mehrheit aber fand in Beha Allah ihren neuen Führer, der auf den Spuren des Bab fortschritt, den er bald nur noch als seinen Vorläufer gelten ließ. Er wurde von den Türken nach Akko, wo viele Jahre der zentrale Verbannungsort für politische Gefangene sich befand, gesandt 1 --

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