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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-23 · Heft 2722 (23.9.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2722 (23.9.1926)
Date
1926-09-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Donnerstag Nas Anbot des Bankiers LSwensteln Der belgischen Regierung offiziell tibertnittelt. Brüssel, 23. September. Der Bankier L ö w e n st e i» Hai gestern seine Vorschläge ans Gewährung eines \ i n s e » losen Darlehens von 20 Millionen Dollar für die Stabilisierung des belgischen Franken der belgischen Negierung offiziell durch seinen Freund, den Herzog von Namours, Mitteilen lassen. Man erklärt jedoch au zuständiger Stelle, daß die Regierung diese Vorschläge nicht in Betracht ziehen werde. Sie laufen nämlich ans einen Devisenvorschuß des von Lbwenstein geleiteten Institutehinaus, wobei das Institut bei der Rückzahlung einen Gewinn von *00 M illionen belgische Franken erzielen würde. Wiener Morftenzeilmrp TO BLAÜMSCHEfiNS TO Pflanzen 23. September 1921 Nr. 272i Ja» Mhurgrspenft. Aus Berlin wird berichtet: Die ThpbirSepide-- Cft t e in Hannover erfordert immer neue O v f e r Tie Zahl der am Tnvbns Gestorbenen ist auf 99 gestiegen. Bisher sind 17 2 9 Personen erkrankt In, Kreis F u l d a sind 48 Pcr'onen an P a r a t v v l) u 4 e rkrankt. Im polnischen Kreis von K o n i tz ist eben'all4 eine T h v h u S e v i d e m t e a u 4 g e b r o ch e n. Bisher find 41 Erkrankungen den Behörden gemeldet worden Fiinr der Erkrankten sind gestorben. Wie aus P r a g gemeldK wird, siud in mehreren Orten des rechten E l b e u f r r s, namentl ch im Ben euer Bezirk. T y v h u s s ä l l e ausgetreten. In Genien sind zwei Personen, in Hermersdorf fünf Person e n g e st o r b e n. _ Sin Hund überlSllt seine Herrin. Die Ueberfallene tödlich verletzt Alls Berlin wird berichtet: Die 25 Jahre alte Baronin Zarnap-Bornheint wurde von ihrem dreijährigen russischen Windhund überfallen und so schwer verletzt, daß sie kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Der Hund hatte erst vor kurzem ein D i e n st m ä d ch c n der Baronin überfallen und auf der Straße ein Kind und einen P o l i ] i ft e n gebissen. Wie das „8-Uhr-Abendblatt" meldet, hatte sich der Hund ohne irgend einen Grund ans die im Bette liegende Baronin gestürzt und die Nichtsahnende in der furchtbarsten Weise im Gesicht, au den Armen und Beinen zerfleischt. Auf die Hilferufe der Baronin eilte das Mädchen ins Zimmer und sah noch, wie sich das Tier immer mehr in die Baronin verbiß. Hilfeschreiend stürzte das Mädchen ans dem Hans Und holte einen P o l i z i st e n von der Straße. Als sie das Zimmer betraten, wütete das Tier noch immer gegen seine Herrin und wollte auch aus den Polizisten stürzen. Diesem blieb nichts anderes übrig, als aus feiner Dienstpistole einen Schuß aus das rasende Tier abzrlgeben, der es sofort niederstreckte. Tie Baronin wurde in schwerverletztem Zustand in ein Sanatorium gebracht. Margarine Unerreicht in Qualität und Prell I Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwiirden des Herrn Obeirabbiners S. Fürst Om®ddw ödus w* n myr\ 21N nm®n nnn) Ueberaii erhältlich new KARL BLAIMSCHEINS vereinigte Margarine-und Butterfabriken. Wien, 14. Bezirk, Dietenbachgasse 59 BMI. gen. Anmeldungen für berufsniäüij; l1/. Jatirc bis zur Prüfung, Ausbildung bis zum, 8. Oktober läßlich. Wochenurnt Monntskurse. Das Bücherzelt Die neue Bücherschwemme der Buchhandlung R. Löwit Wien, 1. Bezirk, Roienturmstrafje Nr. 11 Zum ersten Male billig "•MB Bücher aus dem Verlag $. Fischer / Jeder Baad zirka 400 Seiten stark in Halbleinen AageMadelungrDie Gezeichneten / Hetttunn Bang: Die Vaterlandslosen / Gabriele d’Annunzio: Der Unschuldige / Emil Strauß: Der nackte Mann, ferner der wunderbare Tierronian Felix Salten»: Bambi Jeder Band nur 2 Schilling Set Stößt — die Erbsünde der der Kapitalismus, der auf einem Monopol ber n h l, das durch den seinerzeit durch Raub geschaffenen Zustand der Versklavung und Ausbeutung, vor allem des V öden r a u b e s, geschaffen wurde. Erst wenn die B e s e i t i g n n g des g r o ß e n G r n n d b e s i tz e s diesem Zustand ein Ende Wicht und an Sielte der Monopole die freie Konkurrenz der Leistung setzt, wird die neue Gemein sehaft sich entwickeln können. Der Redner entwickelte zum Schlüsse das Wesen des neuen Staates, in dem an Stelle der Psendodentokratic mit Zentralisinns und Parlamentarismus eine wahre Demokratie auf f ö d e r a l i st i s ch e r Grundlage entstehen soll, in der die Verantwortung nicht an der Spitze, sondern ans der Basis, auf der Masse ruht. Die Ausführungen des Gelehrten fanden stürmischen Beifall. 9er Sabbat der Adventislea. Dem Pariser Organ der Avvemistensekte „Tigne du TemPS" („Zeichen der Zeit") entnehmen wir die folgenden statistischen Daten der „Adventisten vorn siebeme» Tag." Sie halten sich für Pwte stauten, habet, aber die jüdische Anssassmig angenommen, daß der Sabbat als der siebente Tag der Woche als geheiligter RnHetag zu gelten habe. Gegenwärtig zähck die Sek'.e der Adv ein ist eu in de: ganzen Welt insgesamt 250.090 Anhänger; in Frankreich, hauptsächlich in Paris, leben deren tausend Seelen, ein Schweizer Pastor ist ihr Oberhirlc. Außer dem Sabbat haben die Adventisten auch andere j ü d i s ch e G c setze it n d G e b r ä n ch e von den Juden übernommen. So entrichten sie den Zehent von allen ihren Einkünften für ihre religiöse» Einrichuingen und WÄstihrtsanstalte,, und essen nur vom jüdisch rünell geschlachteten Fleisch. Die sind Antialkoho.iker und leben sehr hygienisch. Die Kinder ihres Hauptgeistlichen besuchen die jüdische Rothschild-Schule in der Aue Naukc Bcrnaw. Seine Frau kaust das Fleisch beim jüdischen Fleischhauer us>lv. AusiKsprMn christlich ist ihre Sucht, Proselyten zu machen und es ist bezeichnend, daß diese kleine Sekte nicht weniger als IM Missionäre misha.t, 5571 Kirche,, besitzt und >01 ZeüuiMii in 114 Sprachen herauspbt. Immerhin ein recht großer Geschäftsbetrieb nnt allerdings sehr geringem Gewinn. thleiiftterungen im Poftverk-Hr mit Palästina. Bukarest, 22. September. Däner Tage wurde die Postkvuven :ioi, zwischen R u m ä n i cn und den Staaten des nahen Ori e n t s, der Türkei, Palästina und Persien perfekt und tritt schon in den nächsten Tagen in Kraft. Im Sinne dieser Konventionen werden die Postsendungen aus Palästina, die jetzt auf dem langen Umweg über Griechenland, Italien ufw. nach Mittel- und Osteuropa gelangten und nur einmal in der Woche adgefertigl werden, jetzt den kürzeren Weg über Rumänien nehmen. Ein weiterer Vorteil dieses Abkommens ist, daß in Hink,ins: in glich von und nach Palästina Post.itfeilignngen werden stattsiiiden können. E Reisebureau der HainburgrAmerika-Linie. ichstfs-, Eisenbahn- und Schlaswagenkartcn für Verkauf In- und von Ans- Ult land, Flugscheine. 'Auskünfte über Hotels, fachmännische Beranu, Vi .s .i;,.,.? ,rr,.r stakt nngen von Gesellschafts- und Vereinsfahrten. Geldwechsel. > ^atwnalokotwm und ^Oztolog. Professor ,stetig Bnreanftnnden nnnnierbrochen von 0 bis 5 Uhr nachmittag l Samstag von 9 bis 2 Uhr), Wien, 1. Be;., Kärntnerstraße 08. Professor Oppenheimer über das Wesen des Tlnntes. Im Rahmen der gegenwärtig in Wien stattfirtdcnden ernationctlen Hochschttlkurse hielt gestern der berühmte ziologe Professor Franz Oppenheimer ans Franlsnrt a. M. vor einem großen VCnbito r'utm, unter dem sich zahlreiche Wiener Gelehrte befanden, *-"-« 1 " '« l * ■ 1 . j ein eineinhalbstündiges Kolleg über den Staat. Seine Alts lechajim tauwim aruchim ul'scholajim." (Das ist meine Opfer-Führungen sind der Suktns einer soziologischen Analyse vom ablöse: dieses Geld möge für wohltätige Zwecke verwendet Wesen des Staates, die er in einem großen, zweibändigen werden, mir hingegen sei ein langes und friedliches Leben-Werk niedergelegt hat. Mil bewunderungswürdiger rhetobestimmt.) Wischer Kraft und in meisterhafter Zusammenfassung brachte Sanftl riß vor Staunen den Mund auf. Ist dieser Prof. Oppenheimer seine geistvolle Darstellung vom Werden, Reb psejtl wirklich närrisch, daß er den Ritus nicht so voll-!Wesen und von der Zukunft des Staates vor. führt, wie Millionen und Millionen andere Juden? Ueber-, Der Staat ist nicht — so führte Pros. Oppenheimer all auf der W^lt ist ein Hahn oder eine Henne das Opfer und aus — als die höchste Stufe einer nnnnterbrochenen Eutdie Gläubigen sprechen; „Dieser Hahn möge in den Tod Wücklungsreihe anfznfafsen, welche ans eigener innerer Kraft gehen...", dieser aber Nimmt Geld in die Hand und spricht:-von den einfachsten Menschenverbänden immer höher auf- „Dieses Geld möge für wohltätige Zwecke gehen!" Wie kommt! steigt, sondern der Staat wurde im Zeitalter der Wanderung er denn zu dieser Neuerung? - und Eroberung errichtet, als die stärkeren Völker die schwäche- Er kam aber nicht dazu, zu fragen, denn er mußte acht-Iren Völker überfielen, um sie systematisch anszuplnndern und geben, was Reo Fejtl weiter tat, der die Zehnguldennote in! zuletzt dauernd zu unterwerfen. Der historische Staat ist ein Kuvert steckte, das Kuvert zuklebte und sprach; „Diese demgemäß eine K l a s s e n o r g a n i s a t i o n, während die Zehnguldennote werde ich einem Armen geben, als Ablöse vorgeschichtliche Menschengruppe eine klassenlose Gemeinschaft für mein Leben, du Mein Gott. Aber ich gebe das Geld ist. Er ist eine Nechtseinrichtung, die einer unterworfenen nicht heute und auch nicht morgen, sondern erst am Vorabend Gruppe durch eine siegreiche (Gruppe anfgezwungen ist mit des nächsten Iotn-Kippurs. So lange bleibt diese Zehngulden-! dem einzigen Zweck, die Besiegten zugunsten der Sieger diesem Zwecke mußte ein geschaffen werden. Der Staat also 9er Abend bringt jrinnt herbstliche Kühle. Auch die Natur zieht allgemach Ihr HeiGtkieid an. Tas prachtvolle Nachsoenn'.erwetter >:r letzten Zeit darf »ns vap.'r nicht darüber hiMoeptäiischen, daß doch schon ger Herbst vor der Türe steht. Bald, bald wird der prächtige Sommerjonnenschein kalten Rebelschanern weichen. Es ist daher hoch an -der -Zeit, die Herbitgarderobe zu ergänzen und an die behagliche Einrichtung seines Heims jür die kalte Jahreszeit zu denKn. Es einpjieh.lt sich daher, zur Orientierung jür den Herbsteinkanf die Kaufläden der Taborstraße zu besichtigen. Bor altem werden uns da die in wahrhaft künstlerischer Anordnung arrangierten Schau jcnster des dominierenden Leopoldstädter Warenhauses Brüder S ch i! j m n n n, 2. Bez.. Taborstraße 18, angenehm auffallen. Wir gewinnen bei deren Ansicht einen erschöpfenden Ueberblick über die herrschende Mode in Beklcidun-gsartikeln jeder Art jür Dame» und Herren und müssen über die herrlichen ModedessinS und die wunderbaren F-arbenharmonien der Stoffe eben'o staunen wie über die außerordentlich billigen Preise. Brüder Schiss»,ann, deren Renommee als verläßlichste und billigste Eint'ansgnelle preis werten Einkauf verbürgt, haben den Gipfel der Leistungsfähigkeit erreicht. Seide, Wollstofse, Samte, Damen- und Herrenwäsche lallerneueste Herbüware), Teppiche, Vorhänge, Bettdecken, Leinen und Wirkwaren usw. sind als „sensationelle Herbstoklasion" zu konkurrenzlos billigen Vorsaisonpreisen erhältlich. Besonders billig sind die Einsnhrnngspreise für sämtliche Schneidernnd Modistenzngchöre. Ein Besuch des Warenhauses Brüder Schiss mann — kein Kaufzwang! — ist für jedermann lohnend! Note bei mir als Psülld. Du, Mein Herr und Schöpfer, willst,! möglichst hoch;n besteuern, baf; wir Gutes tun mögen, weint du mich aber aus der Reihe! Grenz- und Nechtsschutz ges der Lebenden aöberusst, werde ich nicht. Mehr in die Lage s Hai erst die Ungleichheit der Menschen mit allen ihren Folgen kommen, diese zehn Guldett einent Armen zu geben. Du!gesetzt. Und das war der Tündenfall der Menfchchlllst, nicht wahr, auf keinen Fall, daß ein armer Mensch um diese für ihn bestimmte Unterstützung komme, wenn sie auch klein ist, deshalb vertraue ich dir, daß du mich bis zum nächsten Jom-Kippur am Leben belassen wirst. Dann schenke ich dieses Geld hier einem Armen; es gehört auch schon jetzt einem Armen, ich behalte es bloß als Pfand bei mir. Als Pfand für mein Leben, du mein guter Gott." So sprach Reb Fejtl zu Gott'. Reb Sanftl aber erzählte das Gehörte noch am selben Tag etwa hundert Menschen, und so wurde denn Reb Fejtl endgültig für einen Narren erklärt. Er aber kümmerte sich weni^ um die allgemeine Meinung. Am Tage vor dem nächsten Jom-Kippur gab er die zehn Gulden einem Armen und sprach wieder mit Geld und nicht mit einem Hahn in der Hand das Bne-odom. Und so ging das fast noch ein halbes Jahrhundert lang. Er starb im Alter von vientndneunzig Jahren, und obwohl die Le-ule darüber nachsannen, ob er nicht vielleicht dennoch recht gehabt hat, daß die Wohltätigkeit nicht nur ein Schutz vor dem Tode ist. sondern auch das Leben verlängert, h.eß es bei seinem Tode trotzdem, der närrische Reb Fejtl sei gestorben. Ich aber sage, daß Gott an wenig Juden einen größeren Gefallen gesunden haben mag, als an dem ihm so blind vertrauenden Reb Fejtl. e i t, die Vertreibung aus dem Paradies in ihrer Bor geschichte. Um sozusagen das Gewissen ob der begangenen Sünde zu enlschnldigen, wurden spezielle Rechtsthevrien konstruiert, wie z. B. die Rassenthevrieu, kvelche die Entrechtung des Andersstämmigen begründeten, ferner hat der Staat durch die Normen für den sozial gebundenen Menschen den Glauben an seine Nottvendigkeit zum Fundamentalgefeh erhoben. So kann sich der Räuber noch auf das Gewissen des Beraubten berufen. Aus diesem Staate, der eine Sünde an dem glücklichen Urzustände der Menschheit ist, kaut alle Sünde, die seither die Menschheit begangen hat. Als der Latifundienstaat in Trümmer ging, trat an seine Stelle der Ständestaat, der das Unheil zum Höhepunkt brachte. Er zerfiel, und um das Gesäß zu erhalteu, wurde der G i p s v e r b a n d des absoluten Staates geschaffen, der den Begriff des Untertanen ansarbeitete und mit der Cinführnng einer verderblichen Zentralisierung und einer ungeheuren Bureaukratie ein weit auswirkendes Unheil schuf. Die Revolution hat wohl die Stündeprivilegien beseitigt, aber, geblendet von dem Phantom einer mißverstandenen Demokratie, die Zentralisation und Bureankratie behalten. Das ist eines der GrundWel des heutigen Staates, das zweite W i e n, 28. September. * Es wird kälter. Ein wenig bei Tag und sehr stark ank Abend. Plan sollte glauben, daß diese kaum merkbare Temperatur- Veränderung nur ganz unbedeutende. Wirkungen für das Leben des Großstadlntettschen hat. Ein leichter Ueberrock nnd das kosmische Problem ist erledigt. Mit Nichten! Zunächst der Ueberrock selbst. So lange man ihn am Arm als Versicherung gegen den in den seltensten Fällen eintressenden Regen — nämlich: wenn inan den Ueberrock mit hat, trifft der Regen selten ein! — getragen hat, war es meist der vorjährige oder der von vor ztvei .Jahren; soll man aber einen Ueberrock tatsächlich anziehen und als Schutz gegen Kälte und Gewitter benützen, also sozusagen reaktivieren, bemerkt man erst, wie abgeschabt und andern,tgsbedürstig das wieder unentbehrliche Kleidungsstück geworden ist. Tann müssen der Stadtpark, die Ringstraße nnd die Freit,tfteafes daran glauben. Das Ge-schäst verschiebt sich langsam ins Innere, die Liebe wird obdachbedürslig und die Träumerei lugt nach dem Kamin. Schließlich tritt eine AerufSumschichtnilg ein. Ter Gefrorenes- und Sodawasserhändler ist gezwungen, einen Uebergangsberuf zu suchen, bis int Winter das Maronigeschäft wieder einsetzen wird. Das ganze Stadtbild ändert sich langsam. Etwas ist auch in der Stimmung des Menschen anders geworden. Er fühlt die Notwendigkeit der Umstellung der Lebensweise. Wenn es auch mir die Abkürzung eines Spazierganges, die» Intensivierung der obligaten Ltartenpartie oder ein erzwungener Kaffeehausbesuch wäre. Zum großen Teil verdüstern sich ein wenig die Gesichter der Tramwaygäste, die Plattform wird leerer, der „Vorgehen"-Krieg spielt sich jetzt mehr im Innern ab. Und es ist doch noch nicht ganz Herbst. Es ist so, als ob die Natur das Herbstgesetz auf dem Papier schon erlassen hätte, um die Durchführung nur in langsamem Tempo erst Nachfolgen zu lassen...

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