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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-19 · Heft 2718 (19.9.1926) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2718 (19.9.1926)
Date
1926-09-19
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. S718 ' Wien, Sonnkng Mener MarAen^eUMft W. September 195t Sette 1t A V.; ■ Das Buch der Zeit r TfERATURBEILAGE DER .WIENER MORGENZEITUNG* Stephan zwelgs neues Buch. Ms ich das Mittelstück dieses neuen Novellenbandes las/') mußte tch immer wieder unterbrechen und dem Autor in die Augen sehen (der Bnchnmschlag trägt sein Lichtbild). Hier hat ein jüdischer Dichter ein jüdisches Problem behandelt, das seit Theodor Herzl und ailch schon vorher durch, ach, so viele Federn ging, „dichterisch" und essayistisch, in Prosa und in Versen, mit Entrostung und mit Ironie abgewandelt wurde — das Problem der Entfremdung. Und diese gewaltig angeschwollene Literatur, die man u.ur zum Teil damit entschuldigen kann, das; sie „gut gemeint" ist (denn nicht selten War sie spekulativ), wirft keinen Schatten auf diesen erschütternden Bericht Stephan Zweigs. Er greift einen Menschen heraus, rings bleibt alles abgcschaltet, nur dieser eine in seiner Not ist gezeigt. Das Herz des Dichters ist an dem Schicksal seines Geschöpfes beteiligt und besser, als durch langatmige Tendcnzschriftcn und frangwürdige Zwcckdichtungen ist in der kleinen, mittigen, verantwortungsvollen, gerechten Novelle >,Untergang eines Herzens" die Tragik des Uebergangsgeschlechtes vom alten zum neuen Ghetto aufgezeigt, vom äußerlich beschränkten und bedrückten, aber innerlich reichen, wesenhaften Leben der Väter, zum satten, üppigen, aber entarteten, kulturlosen, dem gleißenden Schein verhafteten Leben der „befreiten" Enkel. Halb entfremdete jüdische Väter — ganz entfremdete, ja feindliche Ehegattinnen, Söhne und Töchter. Und der Vater ist in ihre Feindschaft miteinbezogen. Der alte Salomonsohn, nach einem Leben der Arbeit und Demütigung, reich geworden und „Geheimer Kommissionsrat", reist mit Frau und Tochter an den Gardasee. Des Nachts von Gallenkrämpfen geplagt, schleicht er, um die schlafende Gemahlin nicht zu stören, auf den Hotelgang — und ist (selbst unbemerkt) Zeuge, wie seine Tochter ans dem Zimmer eines italienischen Offiziers in ihr Schlafgemacht huscht. Das furchtbare Erlebnis reißt ihm die Angen auf. Er sieht, wozu ihm bisher das Schuften und Goldzusammenkratzen keine Zeit ließ, die Putzsucht und Genußsucht der aufgetackelten Gattin, der blutjungen Tochter; sieht, daß sie sich seiner schämen, des ungepfl^ten, plumpen, alten Mannes beim Fünf-Uhr-Tce, am Tennisplatz, im Tanzsaal, bei der Table d'hote; sieht— schneidender ist der Schmerz, als der böseste Gallenkrampf —, daß er sich selbst schämt, daß er weder die Tochter, noch die kupplerische Mama, die sich mit lächerlicher, empörender Lüsternheit , den modernen Tänzen hingibt, noch auch die frechen Taugenichtse, die sich an seinem Kinde gütlich tun Und seine dicke'Frau „mitnehmen", zur Rede stellen kann. Was dann geschieht, läßt sich nur mit den Worten des Dichters mitteilen: „Der alte Mmm hatte Nock und Weste aufgerissen, plump und unfähig zittert der geblähte Leib unter dem gebauchten Hemd. Vorsichtig preßte er die Hand auf die schmerzende Stelle: Nur was da weh tut, bin ich, fühlte er, nur das bin ich, einzig nur dies Stück heißer Haut . . . Das ist meine Krankheit, mein Tod, nur das bin ich, das heißt nicht Kommissionsrat mehr und hat nicht Frau und Kind und Geld und Haus und ein Geschäft. Alles andere ist Narrheit, hat keinen Sinn *) Stephan Zweig: „Verwirrung her Gefühle", Jnselverlag, Leipzig. ' mehr, denn was da weh tut, tut.nur mir allein weh, sie verstehen mich nicht mehr und ich nicht mehr sie. Es ist dichterisch und menschlich der Höhepunkt dieser Novelle (die an der Stelle, da der alte Jude allein bleibt mit seiner Krankheit an Tolstois „Der Tod des Ivan Jllitsch" gemahnt), cs ist ein Nesume von großer Kraft und Eindringlichkeit, wenn es nach der Schilderung dieser Stunde einsamster Abrechnnng von dem alten Salomonsohn heißt: „Ihm war, als blute er sich aus in sein eigenes Blut". Zweig verfolgt daun den seelisch zu'Tode Getroffenen bis zum leiblichen Tod. Sehr fein, wie ihn der Dichter, nicht aus einer klaren Erkenntnis, aus Läuterung oder Neue, sondern aus Instinkt zurück zu den Vätern flüchten läßt. Der alte Salomonsohn besucht häufig den Friedhof, geht regelmäßig wieder in den Tempel und bleibt stets über das Kadischgebet, das kein Erbe für ihn sprechen wird: „. . . . Er murmelte mit und dachte an sich selbst dabei wie an einen Toten". Und dann geht's zur Operation, unter das Messer „ganz arm, ganz ausgeleert und allein". Als er für die letzten Augenblicke aus der Narkose erwacht, fühlt'der Sterbende noch als böse Erinnerung an ein verlorenes Leben, das süßliche Parfüm von Frau und Tochter. „Weg! lallte es unartikuliert." Es war sein letztes Wort. An dieser Novelle ist zu erkennen, was Ludwig Börne bei der Lektüre seiner Schriften erkannt wissen will: Sie ist mit Herzblut geschrieben.; Die beiden anderen Erzählungen dieses Bandes führen in den dunkeln Bezirk qualvoller Leidenschaft. In der ersten: „Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau", beichtet eine Greisin ihr einstiges Erlebnis mit einem 'von Spielgier befallenen jungen Mann, den sie im Kasino von Monte Carlo traf. Dame, Witwe nach einem geliebten Mann, Mutter erwachsener Söhne, will sie den Selbstmordkandidaten retten und in kurzen Stunden tvird mütterliche Fürsorge von brennender Liebesgier verdrängt, sie gibt sich ihm, erniedrigt sich, beschmutzt sich. Die Schlußerzählung, nach welcher das Buch benannt ist, „Verwirrung der Gefühle", bewundernswert in der Komposition und in der Meisterung eines heiklen Stoffes, schildert das Schicksal eines Hochbegabten, der unter der bitteren Last perverser Neigung zusamenbrach. Nicht genug zu würdigen der künstlerische Ernst, mit welchem diese drei Novellen gearbeitet sind. Jedes Wort gewogen, jede Silbe gehämmert. Otto Abel es. Alfred Kübln: „Irr Guckkasten". Bilder und Text. Verlag der Johannespresse, Wien. Es war ein origineller Gedanke von Alfred Knb i n, einige lose Blätter ans seiner Mappe hervorzuholen Und zu den gezeichneten Motiven Märchen zu dichten. Kubin selbst bemerkt in der Schlußbemerkung, daß ihm „das Wort mit den Jahren immer schwerer falle" und daß man „die Bilder ebensogut ans hundert ander Arten deuten könnte". In einigen Fällen wäre nun tatsächlich ein anderes schöner, sinnvoller. Das Entscheidende aber ist, daß Kubin auch in der Erzählung im Bildhaften stecken bleibt und so recht einen Beweis für die Grenzen von Malerei und Dichtung liefert. Während die Zeichnungen wundervoll und wirklich ein stimmungsvoller Guckkasten des Lebens sind, bleiben die zu ihnen verfaßten Geschichten linkisch und unausgeführt. Ins Bild vertieft sich, selbst zeugend, die Phantasie, in der Erzählung reißt sie unvermittelt ab, und da die Anregung zum Weiterspinnen des jäh abreißenden Fadens zu schwach ist, bleibt nur ein peinlichunbefriedigtes Gefühl zurück. Zum Glück kann man dann noch zum Bild znrückkehren. Sehr fein ist nur die Silhouette: „Der letzte Landstreicher", die einen müden, alten Krieger samt der glorreichen Fahne im Freudenhaus enden läßt. Eine bittere Parodie auf die Dichtung Raynals: „Das Grabmal des unbekannten Soldaten". — Die Welt geigt Kubin hier nicht einheitlich, nicht gleichzeitig durch Wort und Bild. Vielleicht nur in der Skizze „Engländerinnen", wo Zeichnung und Deutung sich so ziemlich die Wage halten. Hinter der zarten Phantastik und Melancholie des Bildes: „Der müde Sultan" znm Beispiel bleiben aber die Worte weit zurück. l. th. Max Brod: Leos Janacek. Der bekannte Dichter, Schriftsteller und'Kritiker hat ein Recht darauf, eine Monographie über den bedeutendsten lebenden tschechischen Tondichter zu veröffentlichen. Als Jauacek schon bald 00 Jahre alt und noch immer „verkannt und sehr gering" war, da trat Max Brod schriftstellerisch für ihn ein. Nur ganz wenige kannten den kleinen, beweglichen, temperamentvollen Brunner Dirigenten und Organisten, bis er mit dem Welterfolg seiner Banernoper „Jenufa"' gleichsam über Nacht berühmt würde. Heute ist Janacek über siebzig alt und schasst weiter mit denr Ungestüm der Jugend Oper auf Oper, „.Hammerschlag auf Hammerschlaa bis zum letzten Lebenstag", wie Ibsen sagte. Der „Jennsa" folgten der „Broucek", die „Katja Kabanowa", „Das listige Füchslein" und demnächst erlebt „Die Sache Mäkropnlos" in Brünn ihre Uraufführung. Daneben schuf Janacek eine große Zahl bedeutungsvoller Liedzyklen, symphonischer Klavier- und Kammermusikwerke, eine eigenartige Sprachtheorie der Musik und eine Harmonielehre. Der Sohn eines arnien Dorflehrers wurzelt tief im Volke, er ist eine Art tschechoslowakischer Mussorksky, der noch heute Volkslieder sammelt und in seinen Opern immer wieder in das Volksleben yiueinhorcht. Und Max Brod, sein Freund und Biograph, hat seinerseits aufmerksam und liebevoll in die künstlerische Werkstätte Janaceks hinein gelauscht und in der im Wiener philharmonischen Verlag erschienenen Monographie einen der führenden und doch noch immer unterschätzten Geister der Tonkunst von heute nach Verdienst gewürdigt. flb. Die Bibliothek des Britischen Museums umfaßt Mch dem neuesten Bericht über vier Millionen Bände, und zur Abstellung dieser Riesensammlung sind Regale nötig, die eine Strecke von 80 Kilometer einnehmen. Die Bibliothek-hat jährlich einen Zugang von etwa 40.000 Büchern, und die Reihe der Regale wird dadurch jährlich um etwa 1,5 Kilometer verlängert. Eine Zerlegung der Bibliothek ist aber in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, sondern es werden immer neue Räume stir diese Riefenbücherei geschaffen. Die gesammelten Werke Artur Schnitzlers sind von der London-NewDorker Agentur Curtis Brown Ltd. erworben worden. Die Agentur kündigt an, daß diese Ausgabe der Werke Artur Schnitzlers im Laufe der nächsten drei Jahre fertig vorliegen wird. Von Stephan Zweigs Drama „Jeremias", im Insel- Verlag bereits im 26. Tausend erschienen, ist soeben in Warschau eine polnische Uebersetzung herausgekommen. Kongreß für Urheberrecht in Warschau. Die Association litteraire et artistique hat, wie das ^Berliner Tageblatt" meldet, für Ende September einen internationalen Kongreß nach Warschau berufen. 32 Nationen find zur Teilnahme eingeladen worden, nur Deutschland istansgeschaltet worden. Schon zum vorjährigen Kongreß in Paris waren die deutschen Autorenverbände nicht eingeladen. Flüchtiger Spiegelblick. Von Stefan Zweig. Wir alle, die wir etwa dreißig Jahre alt waren, als der .Krieg begann, werden das sonderbare Gefühl eines zweigeteilten, eines doppelten Lebens nicht mehr los. Uns kreuzte der Krieg miltwegs die entscheidenden Uebergangsjahre, und seitdem empfinden wir alle unser Leben zweiförmig, als ein Vordem und ein Nachdem. Mein Vordem war besonders leicht und beflügelt, um so schärfer spüre ich jene Zäsur. Denn meine Jugend spielt in einer vollkommen sorglosen, heute kaum mehr .darstellbaren Sphäre der Freizügigikeit gleichsam über alle Länder hinweg, nirgends verhaftet, nirgendwo durch Berns oder Pflicht gebunden. 1881 'in Wien geboren, durchlief ich ungeduldig die Schule, freudiger die Universität: Inzwischen hatten schon Verse begonnen, ein Buch und ein Mites sich eingestellt. Aber kaUm kann ich mehr entsinnen, in welcher Weise diese Bücher entstanden; wie hergeweht und geschenkt kam dieses Dichterische von dem musikalischen Wind, der unser Wien von damals so weich überströmte (Gustav Mahler, Bufoni, Hofmannschal und Rilke hatten ihn geweckt). Mein persönlicher Ehrgeiz ging an der Literatur vollkommen vorbei, er drängte nur stark und knabenhaft ungebärdig der Welt und ihrer Vielfalt zu. Eine geheimnisvolle Nengierde lockte mich jahrelang, immer wieder andere Grenzen zu überschreiten, im Wirklichen und im Geistigen, und dies bis weit ins Exotische und Gefährliche hinein. Wo bin ich nicht geivandcrit und gewesen in jenen Jahren! Ich habe in Paris, London und Moren;, in Berlin und Rom kameradschaftlich mit der gleichaltrigen Jugend gelebt, - bin nach Spanien und Schottland, nach Indien, an die chinesischen Grenzen, durch Afrika, Nordamerika, Kanada, nach Kuba und an den Panamakanal gereist, all dies aber, weiß Gott, nicht aus literarischer Ambition oder um Bücher zu schreiben. Diese Gleichgültigkeit gegen das eigene Werk befähigte mich anderen Werken zu diene«c Jahre habe ich den Versen Verhaerens, der Einführung ausländischer Dichter, Studien und Vermittlungen bei gänzlicher Vernachlässigung der eigenen Produktion geopfert, und darum erscheint mir das Spaziergängerische jener Wunder-- jähre. nicht ganz ohne Sinn. Offenbar haben eben diese landstreifenden Sorglosen eine besondere biologische Aufgabe im Organismus unserer Kultur: Sie bringen geistige Botschaft von Nation zu Nation; ihre Wanderjahre sind die Lehrjahre der anderen. Dann kam der Krieg. Furchtbar wurde mir diese ungeahnte, nicht zu ahnende Erschütterung. Alle meine untersten Wesenswurzeln fühlte ich bei diesem Sturz gewaltsam angerissen und griff mit einmal taumelnd ins Leere. Die besten, die vertrautesten Menschen waren in ihrer Gesinnung schwankend und umgeworfen worden, die wenigen aufrechten Freunde wie Romain Rolland und einige andere nur durch unsichtbare Lichtsignale über die Fronten zu grüßen. So griff ich nach einem Halt znm ersten Male ganz in mein Wirklichstes hinein, und meine Gegenwehr wurde das dramatische Gedicht „Jeremias", das, 1916 geschrieben, in Deutschland als erster tragischer Protest sich gegen das Unvermeidliche erhob, das einzige meiner Bücher vielleicht, dem ein gewisses Unrecht geschehen ist. Denn während des Krieges fehlte infolge der Zensur diesem Drama (außer im neutralen Zürich) die Möglichkeit, mahnendes Wort zu werden; nach dem Zusammenbruch wiederum spielte die Wirklichkeit selbst, was hier gedichtet und vorausgespiegelt war, mit noch feurigeren Farben. So blieb im wesentlichen Buch, was rechtzeitig warnender Schrei werden sollte. Aber wenn nicht der Zeit, so hatte ich mir selbst geholfen, zum ersten Male waren alle 'Saiten meines Wesens vehement in Schwingung gekommen und das lässig Spielende der zufälligen Gestaltung endlich in Leidenschaft verwandelt. Als der Krieg dann beendet tvar oder schien (schwelt denn nicht noch immer Funke und erstickte Glut unter der Asche?), galt es Umschau zu halten nach innen. Meine Welt war zerstövt, eine neue wollte gebaut sein. Das. forderte Selbstprüfung, entschlossene Lebensbilanz. Waz -war verloren? Was war geblieben? Verloren: Die Leichtigkeit des Vordem, das Brio, das Spielende des Schaffens, das flutende Dahin über die Erde und dann noch ein paar äußerliche Dinge, wie Geld und materielle Unbesorgtheit. Geblieben dagegen: Ein paar kostbare Freundschaften, gute Kenntnis der Welt, jene alte leidenschaftliche Liebe zur Erkenntnis hin und, plötzlich dazugewachsen, ein neuer harter Mut und volles Gefühl der Verantwortlichkeit nach so vielen verlorenen Jahren. Nun, damit konnte man beginnen. Entschlossen warf ich mein Leben herum, ließ die Großstadt, entwienerte mich, zog nach Salzburg, heiratete und nahm, festgeanitert, die Arbeit auf in einer ganz plaühaften und nun zum ersten Male die Horizonte meiner Möglichkeit ausmessenden Art, denn nichts fordert ja meiner Meinung nach eine Zeit der Verwirrung -wie die unsere unbedingter als eigene Klarheit über Absicht und Ziel. Als Hauptaufgabe stehen zwei große Reihen, jede ein Anzahl Bände umfassend, auf Jahre hinaus verteilt vor mir. In der novellistischen Reihe, „Die Ke 1 te", von der bisher die Bände ,Krstes Erl e b n i s", „A m o k", „Verwirrung der Gefühle" erschienen sind, möchte ich in abgeschlossenen Kreisen je einen immer anderen Typus des Gefühls, der Leidenschaft, der Zeit und Alterszone in verschiedener Abwandlung deuten und durch Gestaltung zur Welt runden. Die andere Reihe — ,D> i e Baumeister der Welt" ist ihr Gesamttitel — versucht Parallel in anderem Element bloß nachgestaltend und dichterisch essayistisch eine Typologie, des Geistes ebenso zu formen wie jene eine des Gefühls: Von ihr sind die Bände „Drei Meister" (Balzac, Dickens, Dostojewski) und ,Ser Kampf mit dem Dämon" (Hölderlin, Nietzsche, Kleist) jetzt schon' gerundet. Diese beiden Reihen sind gleichsam als Treppen gedacht, die von der Unterwelt bis ins Gesetzmäßig- Geistige aufsteigend auf einer oberen Schwelle einander begegnen und im schaffenden Spiegel der Psychologie sich bildhaft einigen. Die fünf bisher erschienenen Bände sind nur Ansatz der beiden Bogen, die, einmal zusammengeschlossen, zugleich wohl auch den eigenen Lebenskreis umfassen.

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