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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-19 · Heft 2718 (19.9.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2718 (19.9.1926)
Date
1926-09-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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SM 4 Dien. ToM. Meller MEaellzelklllls JS. TesstSmM IM sJb. 8718 Tagesbericht. Städtebau der Sukunst. .A Spiel mit der Zukunft Wiens. Die StädteüauauUtellung. die im Zusanmenhang mit dem kben geschlossenen Städtebankorrgreß im Künstler-Haus zu sehen ist, tveist vornehmlich in die Zukunft. Nur ztvei Städte, Wien und New-Aork, geben hmptsächlich die Gegenwar: ihrer Anlage, Wien reichlich mit Geschichte, verbrämt. Netv-Aork läßt sich auf Theorien nicht ein, es sucht seine bauliche Anlage und ihre Entwicklung nicht erst zu begründen; sie soll wohl durch die imposante Masse wirken. Ob ne es in Wirklichkeit tut, kann der Schreiber dieser Zeilen nicht beurteilen; da er keine persönlche Anschauung Von-New-Uark ha., nt der hiesigen Ausstellung wirkt das, was New-York an Baup'önen, Straßenanlaaen, verkchrstechnischen Entwürfen zeigt, unsäglich amt und leer; man wäre versucht, das Wort „entmenscht" zu gebrauchen, das paradox klingt in einem Zusamnenlpng mit dom Bauwesen, dessen Endziel ist, die Idealform für die menschliche LiedlungSgemeinschafi zu finden, bei mög.'-chster Wahrung der individnel en Ansprüche auf das Mir--sich-sckbsta?.ein-se:n. Auch Wien verzichtet — sieht man von dem Entwurf eines neuen Groß--Wien ab, für das heute alle wirtschaftlichen uno sonstigen Voraussetzungen der Entwicklung fchlen — aus EnSwürtfe sozusagen theoretischer Art. Es ist nicht anzunehmen, daß es an solchen Entwürfen fehlt; aber sie wurden wahrscheinlich nicht zugeassen; die Besucher der Ausstellung sollten wohl den Eindruck erhalten, dah die gegenwärtig geübten Methoden des Wiener Ltadtbaues vie einziger: sind, die der Entwicklung der Großstadt Wien entsprechen. Darum wohl auch der reiche historische Behang der Wiener Abteilung, der reizende Stiche, schöne, alte Pläne und dergleichen bringt, aber nichts besagt, als tvas jedermann weiß: daß Wien, durch so und so viele Jahrhunderte eine Festung, deren ban.'iche Entwicklung aus Schritt und Tritt gehemmt war, im Lause der letzten 70 Jahre die Entwicklung zur Großstadt vornahm; wie dies geschah, ist ebenjlalis bekannt — daß es aber ganz unzulänglich geschah und daß bis heute Wien für die Methoden des Städtebaues geradezu das Vorbild darsteilt, wie nicht gebaut werden soll, dafür gibt der historische und aktuckle Teil der Wiener Ausstellung reichlich Unterlagen. 50 Jahre lang wurde in Wien auf diesen: Gebiete gekrähwinkelt; zwei guten Eingebungen (der Um- Wandlung des Festungsglacis in eine Boulevardstraße nnd dem bis heute noch nicht jit Ende gedachten Luegerschen Gedanken des Wcrld- und Wiesengürtels, der noch iiwner nicht organisch mit der Stadt verbunden, sondern eine Art Einfall der Natur geblieben ist), stehen unzählige Sünden gegenüber: daß keine melodische Anlage von Fabriksoierteln durchgeführt wurde, sondern jahrzehntelang der Bau von Fabriken willkürlich — bald da, bald dort —, ohne Gedanken an den Rauch- und Windschutz vor sich ging, so daß Wien eine der ungesundesten. verräucherten D.ädte ist; daß ferner bei der Einbeziehung der Vororte, welche die Großstadtentwicklung Wiens -erforderte, die ungeheuerlichen Möglichkeiten, den Segen der Wiener Natur zum Segen für die Wiener Menschen zu gestalten, ungenützt blieben (der mittekbürgerliche Cottagögedanke war der einzige, der die Bauweise bssruchtsre, und das in armseligster Weise); die furchtbarste Sünde aber, daß in einer Staidt, in der sie jäh eingesetzte Umformung zur Großstadt der Gemeinde (bet einer selbst in der absoluten Monarchie verhältnismäßig großen Autonomie) fast ein Viertel des Grundes und Bodens in die Hand gab, von der liberalen über die christlich-sozialen Aera bis zur heute b-eiicher.dsn sozialdemokratischen Gemeindeverwaltung nie der Versuch eine: der Entwicklung Wiens und seiner gesamten Bevölkerung nützlichen, weitsichtigen Boden- und Baupolitik gemacht wurde. aufgepslanzt. Diese Bankgebäude sind nun einmal Organe der Regierung, des Staatssozialismus, und sie tragen sein Emblem. Herr Beraud führt aber den Gedanken nicht weiter aus. Er nimmt ihn wieder auf bei der Schilderung der Moskauer Vergnügungsstätten. Den Champagner trinken dort nur 'Amerikaner imd Israeliten. Aber siehe da, als einen solchen Champagnertrinker nennt er den „Nepmann", also Schieber, Burdinow und seine Gattin, die beide, nach der Schilderung, zu schließen, keine Juden sind ... Eine Dame der Straße bedrängt die Tugend des Herrn Beraud und versucht, ihn in ein Politisches Gespräch zu verwickeln. Beraub ist schlau und redet nichts. Aus dem mitgeteilten Gespräch ist freilich gar nicht zu erkennen, daß sie eine Spionin ist; sie behauptet, aus Persien zu stammen, und nennt ihren Heimatsort. Tut nichts, Beraud schreibt, daß sie eine Jüdin ist und er sieht sie in Gedanken schon in die Lubianka, die Festung der Tscheka, eilen. Wie er denn überhaupt geradezu phänomenale okkultistische Anlagen und Mannesmut hat. Er führt mit Herrn Kamenew, dazumal noch im Glanze der Macht, eine Debatte, die jedem anderen den Kragen kosten würde. Er führt in einem Terrassenrestaurant, hoch über den Dächern Moskaus, ein sehr interessantes Gespräch mit zwei Juden. Der eine heißt Nathan, der andere Sinowy. Beide sind Skeptiker, selbstverständlich, da es doch Juden sind. Beide verraten dem Fremdling aus Paris ihre geheimsten Gedanken; beide rühmen den Weltbetrug, den der Bolschewismus, von ihnen als Manifestation jüdischen Wesens reklamiert, begeht, und beide berufen sich natürlich darauf, daß die Affäre Trotzki eine innerjüdische Angelegenheit sei, ein Streit von Synagogen. Es ist schade, daß man diese Konversation nicht hieher setzen kann; sie sieht so aus, als wäre sie den „Geheimnissen der Weisen von Zion" entnommen, und der jüngst verstorbene Müller von Hausen würde sich im Grab ümdrehen aus Gram darüber, daß seine armselige Bierphantasie von dem gallischen Esprit so weit übertroffen wird. Denn so wie diese zwei Juden redet und denkt überhaupt kein Jude, und wenn er das täte, so würde er sich sehr hüten, sich dem Journalisten aus Par'ck: anszttliefern. Aber auch dieses Gespräch hat keine! Beweiskraft- und Herr Beraud fühlt das ja selbst. Er beeilt l Eine solche Beben- und Wohnbaupolitik Ist — bas zeigt die Ausstellung mir erschreckend lehrhafter Ddnllichkeit (La die Arbeit anderer Städte auf diesem Gebiete eine laute Sprache spricht) — auch heute nicht vorhanden. Die Wohnhansbautcn der Gemeinide Wien, denen in der Aussteilung ein breiter Raum zufältt, beweisen dies am deutlichsten. Man hat sich hier, während in ganz Europa, wenigstens aus dem europäischen Kontinent, die Frage: Hoch- oder Flachbau noch bis heute geradezu erregt diskutier: — auf eine Methode geradezu festgelegt: den Massenhochbau. Die Wiener SiedlungÄ>autätigkcit ist demgegenüber verschiwindend; in der Zeit, da etwa 20.000 Gemeindewchnungen in Ndassenh^hbauten entstanden, hat die Gemeinde zirka 350 SiedlungStvoihnungen erricht«: (in der Grafschaft London wurden nach dem Krieg 67.956 Familienhäuser und 1976 Stockwerkshäuser errichtet). Das ganze Familien- oder Genossenscha ftssiedlungswesen wird von der Gemeinde wenig beachtet; was man auf den Tafeln, Plänen und Diagrammen als Wiener Siedlungsbauten der letzten Jahre cmgezeichnet sicht, dazu steht die Gemeinde Zumeist nur in einem recht losen Verhältnis des Kreditgebers. Und nun zum Massenhochbau, der im neuen Wiener BauprograMN dominiert: Für ihn wird ins Tressen geführt, daß er für die Mietenbildung günstiger ist und sich daher .für minderbemittelte Schichten besser eigne als der Flachbau. Das Argument ist nicht ganz richtig, denn tvenn die Straßenbanten, wie dies ja bei den Gemeindebau'wn ohnedies der Fall ist, zu Lasten der öffentlichen Hand gehen und die Hypochizierung günstig ist (was bei der finanziellen Fundierung der Gemeindebauten der Fall ist), so kann der Flachbau die gleiche Rentabilität evlvngen wie der Hochbau, das heißt es muß sich kein höherer Mietzins ergeben. Der Masseuhochiöau hat dagegen Schäden schwerster Art: er hat eine größere Abnutzungsquote, er schränk: die individuelle Freiheit der Siedler ein, die, je mehr die Siadtmenschen km Massenbetrüb der modernen Wirtschaftsformen ihren Arbeitstag verbringen, umso stärker in ihrem Heim nach Entfaltung drängt; zwischen Massenquorner und MassensiMung ist in diesem Punkte kein wesentlicher Unterschied. Ein besonders schwerer Schaden für die Stadt an sich sind Massenhochbauten dadurch, daß sie organische Ueiberleitung in eine läiEche Stadtzone, deren jede Stadt bedarf sozusagen abriegolu (gerade die Lage der Wiener Massenhochbauten ist derartig, als wäre hier mit Absicht aus diese Abriegelung hingearbeitet, die etwa das sozialdemokratische Wien von dem Z'.fürß anderer Weltanschauungen abjiperren sollen). In der organischen Uoberleiinng der Großstadt in eine ländliche Sdadtzone aber liegt für die unglücklichen Großstädte die Hoffnung auf eine bessere, glückliche Zukunft. Wien hat diese glückliche Zukunft, um die sich andere Gwßstädte bemühen, sozusagen a.s Naturspiel, daß sie nicht, statt durch Menschengeist zum Segen für alle erschlossen zu werden, in die graue Trostlosigkeit des Herdengeistes versinke, ist heute die A-iffgckbe der Wiener Baupolitrk. - Urberall ist das richtige Ziel des Städtebaues erkannt, in her: Ländern mit alter Kultur und in Neuland menschlicher Siedlung, wie zum Beispiel beim Palästinaaufbau. Die Ausstellung im Mnstlerhcms gib: über, diese Ziele und Methoden, mit denen sie zu erreichen sind, wertvollen Ausschluß (darüber im nächsten Aufsatz). Er gilt auch für .Wien und für'.hie.. Faktoren, die hier B.:u-. Politik beweiben; sie haben viel, viel zu lernen. S. S. Die Schachweltmeisterschaft. Match Aljechin—Capablanea in Buenos Aires. Nach einer Meldung aus Buenos Aires hat der zurzeit dort weilende russische Schachmeister Aljechin den kubanischen Schachw-eltmeister Capablanea zu einem Kampf herausgefordert, der im nächsten Jahre in Buenos Aires ausgetragen wevden soll. Der argentinische Schachklub wird einen Preis von 10.000 Dollar aussetzen. sich, im Kapitel 17 zu versichern, daß die RAolution nicht jüdisch, sondern russisch war. Er schreibt das natürlich nur, um sich ein Alibi zu schaffen, und verfällt dann wieder in die Pöbelgesinnung, die selbstverständlich in dem vorliegenden Falle nicht nur einen literarischen Zweck verfolgt, sondern auch einen aktuell politischen, der sich um den Marokkokrieg ansetzt. Frankreich hat schwere Opfer an Blut und Geld bringen müssen, unb um den zähen Widerstand Abd el Krims zu erklären und den Groll des Hinterlandes zu beschwichtigen, wurde immer wieder auf sowjetrussische Treibereien in Nordafrika hingewiesen. Daß Rußland an allen wunden Punkten der Weststaaten zugveift, ist keine Erfindung. Auch Negierungen, die zueinander in freundschaftlicher^ Verhältnis stehen, nehmen gern die Gelegenheit wahr, dem Bundesgenossen, wenn es ihm irgendwo schlecht geht, ein Bein zu stellen; um wieviel mehr ein Staat, der vermöge seiner so ganz anders gearteten Konstruktion alle anderen anfeindet und von ihnen angefeindet wird. Wenn nun der begreiflichen Erregung der französischen Volksmassen durch die Gleichsetzung: Sowjetrußland — Judentum ein anderer, leichter verständlicher Inhalt gegeben wird, so bekommt der Patriotismus ein im eigenen Lande greifbares Ziel: die Juden. Auf diesen Effekt ist dieses Buch berechnet. Das Buch wird sicherlich hier dasselbe Aufsehen nrachen wie in Frankreich und es wird, dessen kann man heute gewärtig sein, in allen antijüdischen Zeitungen und Versammlungen zitiert werden. Das ist verdiente Ehre für Henri Beraud, der in Rußland allerlei gesehen haben will, aber schließlich doch nur Schilderungen liefert, die man seit sieben Jahren ununterbrochen von Reisenden hört. Keine einzige seiner Erzählungen trägt den Stempel der Echtheit, nnd abgesehen davon, daß er von der Schuld des Judentums schwätzt, ohne sie auch nur irgendwie zu belegen, ist es sehr zu bezweifeln, ob Herr Beraud das alles tatsächlich erlebt hat. Vieles von dem, was in seinem Buch enthalten ist, haben wir viel besser.und eindringlicher, aber auch viel ehrlicher in den: Buche Georg Popoffs über die Tscheka gelesen. Herrn Beraud ist aber zu gönnen, daß ihn die Hitlers aller Nationen mit Freuden an ihr Herz drücken werden. SPectator. imnaiil durchgemacht hat und trotz großer diätlscher Ent* behrungen keine Gewichtsabnahme erzielen konnte, j| versuche Oft Hoff bauert Entfettung«, tabletten, die vor allem keine Aenderung der fewohnten Lebensweise verlangen und in kürzester II eit Gewichtsverminderung bewirken. — Depot t Apotheke H. BAYER, Woltxalla Nr. 13 II Mi An de« Pranger! Eine Verleumdung des Austerlitz. Freitag hielt derZentralbankunterfuchungsausfchuß wieder eine Sitzung ab, in der Unterrichtsminister Dr. R i n t e l e n, der lebenslängliche Präsident der Steirerbank, und der ehemalige Präsident der Zentralbank deutscher Sparkasien, S o b i t s ch k a, eiuveruommen wurden. Das offiziöse Protokoll über die Sitzung wird erst zu Beginn der kommenden Woche veröffentlicht wevden. Bei dieser Gelegenheit sei eine Perfidie der „Arbeiterzeitung" niedriger gehängt. Das Zentralorgan der völkerbefreienden Sozialdemokratie in Oesterreich findet an der Berichterstattung der bürgerlichen Presse über den Zentralbankflandal vielerlei auszusetzen und bezichtigt sie einer Totschweigetaktik, für die sich diese Zeitungen irgendwie bei der Negierung bezahlt gemacht hätten. Und nun prangert die „Arbeiterzeitung" sämtliche Wiener Blätter an, wobei sie nicht an das ebenso sehr dem Präsidenten der Unionbank wie dem sozialdemokratischen Präsidenten des Nationalrates sehr nahestehende Organ vergißt; keines dieser Blätter habe auch nur ein kritisches Wort über das erschütternde Erlebnis des Kreuzverhöres mit den beiden Ministern zu sagen gewagt. In dem Verzeichnis der „Arbeiterzeitung" findet sich auch unser Blatt. Die „Wiener Morgenzeitung" braucht sich gewiß nicht erst gegen den Anwurf verteidigen, im Solde einer Regierung zu stehen oder irgend jemandem zu Liebe etwas totzuschweigen. Es muß aber gegenüber der Verleumdung der „A.-Z." bemerkt werden, daß die „Morgenzeitnng" sich in der Berichterstattung über den Zentralbankskandal nie em Blatt vor den Mund genommen und die bisherigen Untersuchungsergebnisse sehr deutlich als Skandal der österreichischen Finanzverwaltung, als Leichtfertigkeit der Regierung, als Verquickung von Politik und Geschäft charakterisiert hat. All das ist in unserem Blatte sehr genau nachzulesen. Herr Austerlitz konnte dies gewiß nicht übersehen; darum ist die Absicht der Verlernndung eklatant. Wenn ihm der Ton unserer Kritik nicht recht ist, so sind wir sehr stolz darauf, denn der Ton der „Wiener Morgenzeitung" unterscheidet sich Gott sei Dank sehr stark von dem namentlich in den letzten Tagen ganz aus dem Häuschen geratenen Herrn Austerlitz, der sich in die Zentralbanksache so verbissen hat, daß er, da er auch zur Sache selbst nichts mehr Neues zu sagen weiß, wild um sich schnappt. Die Preistreibereien in Steweag-Aktien. Aus Graz wird gemeldet: Die von der Landesregierung bestimmte, aus den vier Parteien des Landtages zusammengesetzte Kommission hat unter dem Vorsitz des Bundesrates R e s e l d:e in einzelnen Wiener und Grazer Tagesblättern erhobenen Beschulidigungen, daß sich L a n d e s b eamte an den Preistreibereien in Steweag-Aktien beteiligt nnd daher bereichert hätten, geprüft und hiebei festgestellt, daß diese Landesbeamten nur alten Stoweag->Aktien-Besitz aus den Jahren,1923 und 1924 verkauft und daß sämtliche den Verkauf mit Verlust getätigt haben. Was gav's in Tulln? Freitag wurde gemeldet, daß in Tulln eine Tagung der Sparkassendirektoren Niederösterreichs stattgesunden habe, in der die Regierung für ihr Verhalten in der Zentralbankaffäre eine Art Vertrauensvotum erhielt. Nun teilt Bezirksrat A m a d e o, der Vizepräsident des Landesverbandes der niederösterreichischen Sparkassen, mit, daß die Sparkasse Tulln anläßlich der dort stattfindenden Ausstellung sine „Auslese" von Sparkassen zu einer Besprechung eingeladen habe, daß aber der Vorstand des nioderösterrsichljschen Sparkassenlandesverbandes eine Beteiligung abgelehnt habe mit dem Hinweis daraus, daß nur er oin Recht habe, eine Tagung über Sparkassenfragen einzuberufen. Es scheint sich daher um einen Versuch der Sprengung des Spavkassenverbandes zu handeln. Ne erhöhte» Post- und Telephongebühren. Ab 1. November, beziehungsweise 1. Jänner. Die General-PostdireMon hat bereits den Enliwurs der orom,»{i sert iggestellt, durch den die Postu:Ä DelopilMgebi'ihreii erhöht werden sollen. Die Verordnung wird mm dei: Ministerrcit und hieran!' den Hmiptausschiuß des Navionalrates Passieren müssen. Wie verlautet, wird das Porto für den einfachen Brief bis zum Güvich: von 20 Gramm unverändert 12 Groschen betragen, dagegen wird das Postkarteilporio auf 10 Groschen erhöht. Erhöht werben ferner das Porto für Briese, die nrchr als 20 Gramm wiegen, die Gebühren für D r n ck s a ch e n im Gewicht von 50 Gramm aus 50 Groschen, für PostanweistmgMawkette auf 16 Groschen. Der Min-inmffatz für Zeitungsgebühren sott in HiMrnst 0,9 Groschen betragen. Die Telephongebühren werden im allgemeineil um 20 bis 60 Prozent verteuert. Die Jahresgebühr für Eiirzelanschlüsse der ersten Klasse tvird von 200 ans 300 Schilling, uir das Vierteltelephon vor: SO auf 132 Schilling hiimuMsetzt. In der jnwik'it Gobührenklchse wird das Jahresabonnement von 400 aus 460 Schillirig,

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