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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-17 · Heft 2717 (17.9.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2717 (17.9.1926)
Date
1926-09-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2717 Wteft, Freitag Wtovee Morsek-eUung 17. September 1926 Seit» l * Verband der jüdische« Kriegsbeschädigten. Jene jüdischen Kriegsopfer, die, uv nach Men zuständig werden zu könne«, beim Magistrat der Stadt Wien seinerzeit die Erklärung abgaben, daß ste im Kalle ihrer Zuständigkeit nach Wien keine Ansprüche an den österreichischen Staat pellen werden und infolgedessen keine Rente beziehen, «Lens welche seinerzeit die StaatSi gingen und daher ebenfalls i eigenen Interesse aufmerksam gemacht, sich mw'erzüglich beim obigen Verbände, 2. Bez., Obere Donaustraße 66, zu melden. Parteienverkehr von 9 bis 13 Uhr von 8 bis 6 Uhr. Sühne und Kunst. Sotzkott MW« Schauspieler an devtschen Bühne«." Der tapfere Major. Wie das Organ der deutschen Bühnengenossenschaft in seiner letzten Nummer feststellt, erstreckt sich die antisemitische Propaganda nun auch schon aus das Gebiet des Theaters. ES soll in Deutschland Thaterdirektoren geben, die — teilweise unter dem Druck von Gemeindevertretungen, die sie subventionieren — das Engagement jüdischer Schauspieler a b l e h n e n. Auck vom Bühnenvolksbund werden solche Tendenzen behauptet. tmb gewisse Teile des Provinzpublikums lassen sich in solcher Richtung fanatisieren. 1 Ein jüdischer Darsteller schilderte ein Vorkommnis, dasich jüngst in einer größeren Provinzstadt abgespielt hat und sehr charakteristisch ist: Der Darsteller trat in einen: „Die Sands und Kotzebueö" betitelten Stück in der Rolle eines englischen Spions ouf. Der Führer des Stahlhelms, ein Major a. D., forderte zum Sturm auf die Bühne auf mit den Worten: „Juden 'raus!" Schlagt die Juden tot!" Der Darsteller, der sich weigerte, abzutreten, wurde mit Gewalt unter Bedeckung nach .Hause gebracht. Nachdem endlich die Schauspieler in die Flucht gejagt waren und ein Herr, der das Eiserne Kreuz 1. Klasse trug, fürchterlich verprügelt worden war, weil er für Ruhe sorgen wollte, richtete der Major an seine siegreichen Truppen folgende 'Ansprache: „Karneraden! Ich danke euch für eure tapfere Haltung!" „So, Unerreichbare." Deutsches Volkstheater. Legitime Zärtlichkeiten ftitb fragwürdig. Sie werden nur allzu bald Pflichtübungen. Der sichere Besitz ist der Tod der Liebessreuden, sündiges Einanderfinden — gegen das Gesetz der Gesellschaft — facht die Liebesgluten an. Das Unerreichbare, nur im Traum Erfüllbare, übt stärksten Liebesreiz. Kurz: Verbotene Früchte sch»eckven gut, am besten im Borgenutz, wenn man sie noch nicht erlangt hat. Mit britischer Beharrlichkeit wandelt Maugham diese Maximen ab. drei Akte lang. Der erste, spielte man ihn für sich allein, wäre ein tauglicher Einakter. GS kommt aber dann noch einer und noch ein dritter. Das Thema wird zu Tode geritten und man vergißt schließlich, wie hübsch die Sache anfangs war. Eine englische Dame der Gesellschaft, seit zehn Jahren von ihrem Gatten getrennt lebend, verfügt Über einen vortrefflichen Liebhaber, mit dem sie die ganzen zehn Jahre der gewollten Strohwitwerschaft in schönster Harmonie lebt. Nun bringt die „Times" die Nachricht vom Tode des Gatten und man hat die Möglichkeit, einander zu heiraten. Aber legitime Zärtlichkeiten, verbotene Früchte . . . siehe oben! Die guten Freundinnen besagter Dame, sehr bedacht darauf, daß sie die Lebensfreuden der Mitmenschen schmälern, unterlassen nichts, um die sofortige eheliche Verbindung der beiden herbeiznführen. Heiraten die beiden --- heiraten sie nicht — müssen sie dem Zwange der Gesellschaft folgen —»gelingt es ihnen, in un« gebundener Freundschaft weiterzuleben: um dieses Hin und Her drehen sich langsam und schwerfällig die Lustspielszeneu. Bis zum Schluß eine immerhin feine Wendung —der kluge Hausarzt erfand sie — die beiden vor Gott mib den liehen, guten Freunden in hoffentlich glücklicher Bereinigung so leben läßt, als ob der geschiedene Gatte in Indien nicht gestorben wäre. Nach seiner humorvollen und fesselnden Komödie „Der KreiS", die man im Akademietheater sah, ist dieses neue Stück Maughams eine Enttäuschung. Freilich ist das matte Spiel mit einer Zutat Gesellschaftskritik versetzt. Die Lauheit der Gefühle jener Kreise, in denen Wohlleben und Konvention die große Leidenschaft ausschließen, wird von einem kultivierten Geist ironisch belächelt. Aber der Spritzer Satire fand in allzu geringer Dosts Anwendung. Daß er im Deutschen Bylkstheater doch zu spüren war, ist das Verdienst der Darsteller. Leopoldine Konstantin kommt den: Autor mit rassiger Schalkhaftigkeit zu Hilfe. Die Pointen, die sie hinzusügt, sind nicht zu zählen. Lehrkursus, wie eine kluge, anmutige Frau die Männer durchschaut. Ihr ausgezeichneter Partner ist Anton Gdthoferr der wohltemperierte Engländer in grotesker Aufmachung, ebenso ioohlerzogen wie temperamentlos, taktvoll wie beintrocken. Der Mann, dem die Komödie zu einem guten Ende zu führen auferlegt ist, jener Hausarzt, war Herrn H o m m a überantwortet und so hatte man seine Freude dran. Dem jungen, begabten Herrn I a r a y gelingt die Vorführung frischer Sportübungen — Keulenschwingen, Frei. Übungen, Boxen — gottlob weit besser als die Darstellung verstiegener, verraunzter Blasiertheit. O. A. ilascha Weis« schwer erkrankt. Aus New-Novk wird uns berichtet: Der berühmte Geiyenkünstler Jascha Ehetfez mußte einer Blinddarmoperatton unterzogen werden, die tm Mount-Sinai-chospital vorgenommen wurde. Um dem aMrifanischen „Public!tY"-Rmnmel zu entgehen, lieh sich Choifez unter dem Namn John Smith ins Spital aufnehmen. Primarius Dr. Burg, der die Operation vornahm, erklärte den Zustand des Patienten für sehr ernst, doch hoffe er, daß seine starke Konstitution die Krise überwinden werde. IasBLcherzelt- Mcherschwemme cker Buchhandlung R. Löwit | Wien, 1. Bezirk, ftoientannsirafte Nr. 11 MT* Nur wenige Tage <B| Riiftiisehe Autoren: Andrejew / Bttb&now ✓ Dytnow / Gork! ✓ Tolstoi Mereschkowskl / Tschechow / Aksakow Glänzende Atmtatlung Preis 1 und 2 Schilling Bruno Walter. Zum 80. Geburtstag. „Sie haben ja Ihren Mavfchallstab im Tornister," schrieb Gustav Mahler an den blutjungen Walter vor etwa 30 Jahren, als dieser, müde der Schikanen an den verschiedenen deutschen Opernbühnen, sich nach rein künstlerischer Arbeit an der Seite seines väterlichen Freundes Gustav Mahler sehnte. Es dauerte noch eine geraume Weile, dann kam er mit 26 Jahren an die Wiener Oper, nachdem er vorher in Köln, Hantbuvg, Riga und Berlin die kleinen Freuden und Leiden des jungen Wanderdirigenten kennen gelernt hatte. Zehn Jahre lang wirkte er spater als Generalmusikdirektor in München und war die Seele der Festspiele im Prinzregenttheater. Dann kam die Politik in die Münchener Kunst; Hitler und Hitlerei bedrängten den unabhängigen Dirigenten und er vertauschte München nach einiger Zeit mit Berlin, dessen städtische Oper unter seiner Leitung rasch einen ungeahnten Aufschwung nahm. „Kopf hoch, nur Mut und durchhalten um jeden Preis!" hatte Mahler seinem Schüler wiederholt in seinen Briefen zugerufen. Er hat es nicht immer leicht gehabt, seine Rasse und seine Geradheit waren seinem Fortkommen oft hinderlich, doch sein Talent als Dirigent und Organisator waren stärker als des Künstlers Widersacher. Seine tiefste Liebe gehörte seit seiner Jugend Gustav Mahler und dessen Werk. Würde man in Europa eine Volksabstimmung über den besten Mahler-Dirrgenten herbeiführeu. so würde wohl Walter, der populärste Mahler-Dirigent, die überwiegende Mehrheit der Stimmen erhalten. Mit Mahler teilt er die Vorliebe für Mozart und für Gluck und mit Mahler hat er auch die herrliche, aller äußeren Routine abholde Kunstbegeisterung gemeinsam. In der Jugend schönen Tagen brachte er eigens Kompositionen zur Aufführung, Kammermusikwerke, Lieder und zwei von Mahler inspirierte Melodien. Witt man den bedeutenden, durch und durch gesunden, unverknnstelten, noch dem Zauber der guten alten Melodie erliegenden Dirigenten würdig?«, so kommt man eben immer wieder auf Mahler zn sprechen, dessen Wagner und Eckermann er eine Zeitlang gewesen ist. Mit ihm hat er auch die kindliche Naivität des Künstlers und das reine Menschentum gemeinsam, das ihn heute als musikalischen Generalissimus genau so ziert wie damals, als er noch den Marschallstab im Tornister trug, flb. Au» den Theatern. B u r g t h e a t e r. Morgen. 7 Uhr abends, e x Trau m. e {n £ c h e n", Kein Kartenverkauf. A! a d e m t et b e a l e r. Morgen. '/»8 Uhr abends, aum erten Mal „D i e D u r ch g a n g e r t n*, Lustspiel in drei Aufzügen vou Ludwig Fulda, Deutsches B o l k s t h e a t e r. Heute und Montag, 7 Uhr abends, Goethes a u ft" (erster nnd zweiter Teil). Samstag und Sonntag. 8 Ubr abends, „Das Unerreichbare". Sonntag. 3 Ulir nachmittags. „D r. I u e i S , a 6 d". Die letztgenannten Stücke mit Lwvoldine Konstantin. Raimund-Theater. Sonntag. 3 Uhr nachmittags, „R p t k ä p p ch e nV L u st s v i e l t h e a t e r. Mittwoch den 38 d. wird das Lustspiel „K o in t e s s e G u ck e r r von Franz v. Schönchqn und Franz Kovpel-Elfeld zum ersten Mal gegeben. Johynn-Strauß-Theater. Sonntag als Nachmittagsvorstellung bet ermäßigten Preisen „Die F l e d » t* m tut 8," Jüdisches Künstlerka-arett, 3. Psz., Praterstvahe 60. Samstag und Sonntag gelangt Tomafchcvskys Operette „Jankelle" zur Aufführung. Ab Mittwoch den 32. d. täglich Vorstellung unter Mitwirkung neu engagierter Kunstkräfte. Beginn 8 Uhr, Ende 11 Uhr. Mene» jüdische« Gesangsverein. Dis regelmäßigen Gefangsübungen finden bereits am 31. d. um 7 Uhr abends im Bereinssaale des Wiener Konzerthauses, Men, 9. Boz., statt. Sangesfreudige, stimmbegabte Särrger und Sängevinnen wevderr eingeladen, sich dem Verein, der Heuer mit neuen Programmen vor die OeffentUchkeit treten wird, anMschließen. Jüdische Bühne. Tie .rjldiiche Bühne (Hotel Stephanie, Taborstraß«) bringt Sonntag, Montag und Dienstag das Lebensbild von Zolotorewski „Wie is moiu Kind", Mittwoch his einschließlich Freitag zum ersten Male Leo Kobrins „Kale vin zwei Brüder" zur Aufführung. Für daS Ensemble, dem unter anderen der große Vharamrkomiker Jona R e i ß m a n n angehört, wurden als neue Kräfte Adolf Lehrer und -Helene Landau gewonnen, welche bisher in Wilna wirkten. Serichtrsaal. Lar Wische Sps« der Mörder an Aohapel. Dr. Sommerstein vermteilt. Die kochende Volksseele bekommt endlich ihr OHer. Der Arzt Dr. Chaim S o m m e r st e i n ist zu sechs Monaten Arrests verurteilt worden. Damit ist in die Mordaffäre am Pratze rstern der gelbe Fleck gewoben. Der Zuhälter Franz Seidl hatte den Turner M o h a p e l während der Hakenkreuzkrawalle am 1. August des Vorjahres erstochen. Er war bei dieser Gelegenheit selbst leicht verwundet worden, hatte die Hilfe des Arztes angerufen und war von diesem in das Spital der Barmherzigen Brüder begleitet worden, wo man die Wunde verbal. Der Arzt hat ihn: das Taschenmesser abgenommen und dann zurückgegeben. Das ist der Tatbestand, auf Grund dessen der Herr Hofrat Dr. Sch a u p p, assistiert von den Schöffen Grtstav Wessely und Leopold Hacker, gestern den Arzt verurteilte. Die Aussage des Zuhälters und Mörders, eines notorischen Alkoholikers, wog vor diesem Tribunal schwerer als die Erklärung des Arztes. Seidl hatte behauptet, er habe dem Arzt von dem Mord erzählt. Doktor Sommerstein bestreitet dies. Für ihn spricht außer seiner tadellosen Lebensführung auch noch die innere Wahrscheinlichkeit. Zwei Zeugen, unbescholten« Männer, die ihn entlasteten, wurden kaum angehört. Der Staatsanwalt plaidierte selbst für eine bedingte Vermietung. Das Gericht kam zu der unbedingten Strafe... Jetzt ist der so ersehnte Judenpunikt erreicht. * Die Verhandlung fand gestern vor dem Schöffensenvt statt. Die Anklage, die der Pressestaatsanwalt Dr. Schwartz vertrat, erinnerte an die Ausschreitungen am Praterstern am 1. August 1925, au die Verfolgung des Kohlenhandlerssohnes Joses Motz a p e l bis in die Weintraubengasse, die Ermordung im Hotel Dresden durch Seidl, der selbst Verletzungen am Hals Md am Arm erlitten hatte, und fügt hinzu, daß Dr. Chaim Sommerstein ihm den ersten Notverband angelegt habe. Seidl habe ihm dabei erzählt, daß er einen Hakenkreuzler gestochen habe. Doktor Sommrerstein führte den Seidl dann in das Spital der Barmherzigen Brüder und habe ihm das Messer abgenommen. Er riet ihm angeblich auch, im Spital einen falschen Namen anzugeben. Dr. Sommerstein stellte den Seidl im Spital als seinen Bekannten vor, er selbst sei dabei gewesen, wie Seidl am Pvaterstern „interveniert" habe. Seidl nannte allerdings dem Spitalsarzt seinen richtigen Namen. Die Beweisaufnahme konnte diese Behauptungen der Anklage in keinem Punkte unterstiitzen. Der Angeklagte bestritt energisch, daß ihm Seidl von der Tat erzählt habe. SeM habe vielmehr behauptet, er sei in der Heine-Straße von der Polizei angeschossen worden. Da die Wunde in der Nahe der Halsschlagader war, hielt er es für notwendig, ihn in das Spital der Barmherzigen Brüder zu führen. Zur Anzeige war nicht er, .sondern das Spital verpflichtet. Uebrigens hat der Angeklagte selbst, als die polizeilichen Nachforschungen begannen, sich spontan als den Arzt bezeichnet, der die erste Hilfe geleistet hat. Der Mörder Seidl, der aus der Strafhaft vorgeführt wurde, konnte sich in den meisten Punkten an nichts mehr erinnern. Er blieb nur dabei, daß er in dem Lokal der Poal« Zion, in dem er verbunden wurde, von dem Mord gesprochen habe. Der Arzt habe ihm geraten, sich einen falschen Namen beizulegen, und habe ihm versprochen, er werde ihn im Spital als Freund und Bekannten ausgeben. Auf Befragen des Richters sagt er, er habe Dr. Sommerstein nur das Messer übergeben. Der Vorsitzende, Hofrat Schaupp, hielt es für notwendig, zur „Ehrenrettung dieses Zeugen" zu konstatieren, daß er sich in der Haft gut aufführe. Zwei Herren, die sich zur kritischen Zeit in dem Zimmer befunden hatten, erklärten diese Behauptungen Seidls als unwahr. Dagegen sagte der Arzt des Spitals, Dr. Karl MooSmann, im Sinne der Anklage aus. Dr. Sornmerste'm habe ihm gesagt, er habe selbst von der Straßenbahn aus gesehen, wie Seidl „intervenierte". Da Dr. Sommerstein sich zu dieser Zeit gar nicht auf der Straße befunden hat, ist diese Angabe höchst unglaubwürdig. Sie genügte aber trotzdem dem Staatsanwalt und dem Senat. Nach längerer Beratung erkannte der Gerichtshof den Angeklagten des Verbrechens der Vorschub lei st ung schuldig und verurteilt« ihn zu sechs Monaten einfache« Kerkers. Als erschwerend wurde die Qualifikation des Angeklagten als Arzt angenommen, da er die ihm obliegende Anzeige- Pflicht gröblich verletzt habe. ' Der Angeklagte, Dr. Sommerstein, meldete gegen da8 Urteil die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Spätes Nachhausekommen des Ehemannes —. ein Schelduugsgrurid. Der Sicherheitswachinspektor Karl G. brachte gegen seine Gattin Anna beim Zivillandesgericht eine Ehescheidungsklage ein, in welcher er angab, er habe «ach dem Tode feiner ersten Frau, um seinen zwei Kindern eine Mütter zu geben, sich zu einer zweiten Heirat entschlossen. Obwohl er eine alte Frau geheiratet, sei er von ihr mit Eifersucht gequält und fortwährend beschimpft worden. Wenn er, im Freundeskreise wellend, «ttveilen nach der Tovsperre nach Hanfe gekommen sei, habe sie chm dies als eheliche Untreue vorAhalten und ihm Wenen gemacht. Die Geklagte beantragte die Scheidung der Ehe aus dem Alleinverschnlden des Klägers, der fortwährend um 11 oder 18 Uhr nachts nach Hause komme, sich um sie und die Kinder nicht kümmere, sie nie ins Theater oder Kino mitnehme und stets nur allein seinen Vergnüaungen nachgehe. Ihre Beschimpfungen Kien nur eine natürliche Reaktton auf fein Berüalten. Das Zivillandesgericht wrach die ScheiduW der Ehe aus dem Verschulden Herder Teile aus. Das Verschulden des Mannes wurde hauptsächlich in seinem späten Nachhausekommen erblickt, durch das er seiner Gattin Grund zur Aufregung gegeben habe. Die Frau aber habe wissen müssen, daß sie durch ihre Beschimpfungen den Gatten, einer: Beamten der SicherhenSwache, emPMvlrch kränke. Gegerr dieses Urteil, und zwar nur in der Berschuldensfrag«, brachten beide Teile die Berufung ein. Der Bevufungssenat (Vorsitzender Hofrat Dr. Krassel) verwarf beide Berufungen und bestätigte das erftrichterliche Urteil. In der Begründung wurde betont, daß das nicht durch dienstliche Umstände verblaßte späte Nachhaufekonnnen des Manne? «inen ScheidnngSgmnd Md«.

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