Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2716 (16.9.1926)
- Date
- 1926-09-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 4 Men, Donnerstag Wiener Moraerizettung xtr. #tfrtn<en xeao srr. sut» aUSIUSBAD i(Oeorgshad WIEN, IX. CMJSIUSQAfSI IX (Oeorgsbad) I teinschwitz- //TDampf.'4// WannanbadEP Sie grSfllche Sebschleichekln von Potsdam. Fra« Leiningen-Schnabel ist in Berlin. — Die Fälschung durch den bekannten Rechtsanwalt und Schriftsteller Doktor Gronemann aufgedeckt. Aus Berlin wird uns berichtet: Die Gräfin L e i n i n g e it, die, nachdem sie dis Fälschung eines Testamentes ihres verstorbenen Gatten, Pros. Schnabel, g est a n d e n hatte, trotz der bestehenden Fluchtgefahr gegen „großes Ehrenwort" auf freiem Fuß belassen wurde, ist, wie schon gemeldet, aus Potsdam v c r s ch w u n d e n. Die Mutmaßung, daß sie sich in Berlin aufhält, hat sich bestätigt. Ihr Vertreter hat mitgeteilt, Frau Schnabel sei in Berlin gewesen, habe sich aber b e i i h m eingefunden, um mit ihm ihre Angelegenheit zu besprechen. Sie habe sich auch nicht ehrenwörtlich verpflichtet, Potsdam nicht zu verlassen, sondern der Untersuchungsrichter habe sich mit ihrer Erklärung begnügt, daß sie ihn für den Fall, als sie eine Reise antreten wolle, benachrichtigen werde. Man darf gespannt sein, ob das Gericht wirklich Frau Schnabel eine so w e i g eh en de Freiheit erngeräumt hat. Ueber die Vergangenheit der Erbschleicherin wird jetzt bekannt, daß die Gräfin Leiningen nach dein Tode ihrer Großmutter, bei der sie einige Zeit in Wiesbaden wohnte, alles an sich raffte und dadurch nicht unerhebliche Geldmittel bekam. Als in: Jahre 1923 Professor Schnabel sie heiratete, wurde die Ehe vor den Verwandten des Mannes so geheim gehalten, daß die Mutter Schnabels von der Ehe erst nach dem Tode ihres Sohnes erfuhr. Briese der Angehörigen an ihren Mann pflegte Frau Schnabel zu unterschlagen. Auch benachrichtigte sie die Angehörigen ihres Mannes nicht, als die Aerzte bei der Ueberführung des Patienten in das Krankenhaus ihr sagten, daß sie jede Hoffnung auf seine Genesung aufgeben müsse. Ms das. Testament Schnabels „gefunden" wurde, wandte sich die Schwester des Verstorbenen, der dieses Testament verdächtig vorkam, an den bekannten Rechtsanwalt Dr. Gronemann in Berlin (der, wie unsere Leser auch aus seinen Beiträgen in unserem Blatte wissen, einer der besten humoristischen Schriftsteller ist. Die Red.). Die Nachforschungen, die Dr. Gronemann einleitete, führten zur Aufdeckung der Fälschung. Als die Schwester des verstorbenen Professors Schnabel sich nun weigerte, das Testament anzuevkennen, wollte sich Frau Schnabel mit einer Teilung der Erbschaftsmaffe zufrieden geben. Tina Sauer, ihre Vertraute, machte verschiedene Vermittlungsversuche, und schließlich wollig Frau Schnabel sich mit dem Pflichtteil zusriedengöben, aber es war bereits die Anzeige erstattet worden. Reue Rotstandsarbeiten in PalSftlna. Aus Jerusalem wird uns gemeldet: Zur Veräußerung der Arbeitslosigkeit hat das Arbeitsdepartement der Zionistischen Palästinaexekutive mit den Vertretern der Arbeiterföderation Verhandlungen über eine Reihe von Notstandsarbeiten ausgenommen. Beabsichtigt ist der Bau einer Straße zwischen den Kolonien Rischon le Zion und Rechoboth, ferner Straßenbauten in Chedera und Benjamina sowie einer Chaussee von Tel- Awiw nach der im Norden der Stadt gelegenen Arbeitervorstadt. Ferner wurde in einer gemeinsamen Sitzung der Zionistischen Palästinaexekutive des Waad Leumi und anderer öffentlicher Körperschaften des Landes, der der dgmals anwesende Präsident der Zionistischen Exekutive, Nahum Sokolow, präsidierte, die Ueberführung von weiteren 500 Arbeitern aus Tel-Awiw nach den Kolonien beschlossen. Für diese Aktion soll ein besonderes Departement vom Verband der jüdischen landwirtschaftlichen Arbeiter gegründet werden. Die Mittel für diese Ueberführung soll der Keren Hajessod zur Verfügung stellen. Endlich beabsichtigt auch der Keren Kajemeth die A Meliorationsarbeiten auf dem von ihm neuerworbenen Bodenflächen möglichst bald ausführen zu lassen, vorausgesetzt, daß ihm die n ö t i g e n M i t t e l zur Verfügung stehen werden, wegen deren Mangel diese Ameliorationsarbeiten bisher nicht in Angriff genommen werden konnten. Der Reiseverkehr. Obwohl die wirtschaftliche Lage im Lande sich nicht gebessert hat, kann man eine Verminderung der Palästinareisenden nicht wahrnehmen. Nach dem uns übermittelten offiziellen Bericht kamen im Juli 4267 Reisende an, einschließlich der Durchreisenden, Touristen und Pilger; 2339 Einwohner kehrten im selben Monat nach Palästina zurück. zum Wiener PaMinavorirag Franz Svvew Hemers. Aus Anlaß des bevorstehenden Vortrages von Dr. Franz Oppenheimer über seine jüngste Palästinareise, der am 25. d. im Mittleren Konzerthaussaal stattsinden wird, ist es angebracht, daran zu erinnern, welchen aktiven Anteil der bekannte Soziologe und Nationalökonom bisher an der zionistischen Bewegung genommen hat. Oppenheimer kam, von Theodor Herzl gerufen, aus streng assimilatorischen Kreisen zum Zionismus, da er die Möglichkeit erkannte, das zionistische Siedlungswerk aus Grund der von ihm proponierten Siedlungsformen ganz besonders zu fördern. Sein Bestreben ging dahin, die Ge nasse lisch a ft s sied ln ng zur Grundlage der jüdischen Kolonisationstätigkeit in Palästina zu machen. Anläßlich seines ersten Besuches in Palästina (1910) begründete er die erste landwirtschaftliche Siedlungsgenossenschast in Merchawia aus Mitteln der Zionistischen Organisation. Im Jahre 1913 prüfte er die Entwicklung der genossenschaftlichen Siedlungen in Palästina und erstatteete auf dem Wiener Zionistenkongreß 1913 einen ausführlichen Bericht, in welchen: er Mitteilen konnte, daß er sich in seinen Hoffnungen nicht getäuscht habe. Die Siedlungsgenossenschast sei die eiiHig mögliche Form, die Inden in Palästina zur Landwirtschaft znrückznführen. Wenn die Kolonisierung aus dieser Grundlage vor sich gehe, so würde durch den geglückten Versuch der ganzen Menschheit ein großer Dienst erwiesen. Anfangs 1914 reiste Oppenheimer im Auftrag der Zionistischen Organisation nach Amerika und entfaltete eine große, erfolgreiche Propaganda für die kooperative landwirtschaftliche >Aedlungsform. Der Weltkrieg unterbrach diese Tätigkeit. Bekanntlich hat Professor Oppenheimer während des Krieges sich politisch für die Regelung der jüdischen Frage in Polen und Rußland betätigt. In den letzten Jahren schuf Oppenheimer bedeutende und grundlegende Werke auf dem Gebiet der Nationalökonomie und Soziologie. Vor ungefähr drei Monaten studierte er neuerdings eingehend an Ort und Stelle die gegenwärtigen Verhältnisse in Palästina und ist mit den besten Eindrücken zurückgekehrt. Man sieht dem kritischen Urteil dieses Fachmannes über die Entwicklung des neuen Jischuw mit besonderem Interesse entgegen. Sie heiteren Rätsel der Königin von Saba. Die Legende von der Königin von Saba hat den Dichtern Stoff zu hochdramatischen, pathetischen, sentimentalen und schwülerotischen Schöpfungen gegeben. Es ist erfrischend, dieser Literatur einmal die leichten, anmutigen, allerliebsten Talmudlegenden von der Königin von Saba gegenüberzustellen, der Sphinx, welcher König Salomo standhält. — Es wird dort zunächst berichtet, wie die an Schönheit unübertroffene Königin, durch die Androhung eines schrecklichen Krieges bewogen, in Jerusalem erscheint. „Sie werden euch in den Betten erwürgen, auf dem Felde zerreißen und totstechen!" So hatte es in dem Brief geheißen, den der Auerhahn der Königin überbrachte. König Salomo, der als weiser Mann vorsichtig ist, spielt der schönen Frau das Prävenire. Ja, es gelingt ihm sogar, bin Kluge „hineinzulegen". Aus folgende Weise: „König Salomo ließ seinen Thronsessel in einen Saal bringen, dessen Boden mit Spiegelglas ausgelegt war, und erwartete hier die Königin. Bei ihrem Eintritt glaubt sic, daß der König im Wasser säße, und schürzte ihr Gewand, um vor seinen Thron zu gelangen. Dabei entdeckte der König, daß ihre Waden mit Härchen bedeckt waren." Gleich darauf läßt er den zweiten Streich folgen. Der galanteste König aller Zeiten versucht es, die schöne Frau durch Unhöflichkeit befangen zu machen. „Deine Schönheit," sagte er lächelnd, „ziert die Frau. Die Haare an deinen Waden aber ziemen dem Manne". Die Rätselkönigin jedoch läßt sich keineswegs verblüffen. „Ohne die unzarte Bemerkung zu beachten," beginnt sie das erste Rätsel: „An einem hölzernen Brunnen befindet sich ein eiserner Eimer. Er schöpft Steine und gießt Wasser aus. Was ist das?" — „Eine Tube zum Augenschminke n," antwortete Salomo. „Sie besteht aus Holz, hat enw eiserne Spitze, bringt eine Masse aus zermalmten Steinen hervor und entlockt dem Auge, wenn sie hineingerät, Tränen." „Es besteht, aus Erde," fuhr sie fort, „frißt Erde, fließt wie Wasser und blickt ins Haus. Was ist das?" — Salomo erwiderte: „Erdöl. Es wird aus der Erde gewonnen, verbrennt den Stoff, aus dem es entstanden ist, ist flüssig wie Wasser und beleuchtet das Haus." „Wenn der Sturm darüber fährt," schloß sie, „schreit es und beugt fein Haupt wie Schilf. Es schmückt die Vornehmen und verunstaltet die Armen, dient den Toten zur Zierde und den Lebenden zur Schmach. Es gereicht den Vögeln zur Freude und den Fischen zum Unglück. Was ist das?" — Salomo erwiderte: „Der Flachs. Seine Spitzen erklingen, wenn der Wind über sie streicht, und beugen sich zur Erde. Er wirb zu Prachtgowändern für Vornehme und zu unansehnlichen Kitteln für Arme verarbeitet, ziert die Toten eils Leichengewand und schändet die Verbrecher als Galgenstrick. Es dient den Vögeln als Leckerbissen und wird den Fischen als Netz zum Verhängnis". „Die Königin ließ noch," so erzählt die Legende weiter, „Knaben und Mädchen vorführen, die alle, im selben Jahre, im selben Monat, am selben Tag und in derselben Stunde geboren, von gleichem Wuchs und Aussehen waren und Purpurgewäüder von gleicher Art und gleichem Schnitt trugen, und gab ihm aus, die Geschlechter zu unterscheiden. Salomo ließ ihnen Nüsse und Mandeln reichen. Die Knaben steckten das Dargebotene in ihr» Unterkleider, die Mädchen aber wickelten es in Tücher. Ans dies« Weise unterschied Salomo ihr Geschlecht." ~ W i e n, 17. September. * Der erste Schultag. Heute gehe ich zum ersten Male in die Schule. Ich werde brav und fleißig sein. Ich werde gut rechnen lernen, damit ick im Lesen nicht irre. Ich werde meine Lehrer diplomatisch behandeln, um in dieser unentbehrlichen Kunst Hebung zu bekommen. Ich werde möglichst aus meine praktische Erziehung sehen, meinen Leib stählen und sehr viel Charakterologie betreiben, denn es ist mir lieber als Kind altklug als als Erwachsener ein Golem m sein. Den heutzutage längst unmodernen Kleinkram von Rechtschreibung und historisch-theoretischer Bildung werde ich über den Haufen werfen und mich nur mehr an Handelskunde und darstellende Geometrie halten. All das sage ich gleich beim Eintritt in die erste Volksschulklasse meinem Direktor, denn ich verstehe jetzt schon manches und will nicht zur Lebensunfähigkei't verzogen werden. Die Schmiegsamkeit des Jongleurs und die Grazie eines Charlestontänzers muß mir unerzogen werden. Das Mundwerk eines Bttdenansrnfers und die Ellbogen eins Ringers. Das Gewissen eines . . . nein, das ist überhaupt ein LuMs, der in meiner neuspartanischen Schule nicht gelehrt wird. Mai: sorge, daß ich mir ein tüchtiges Gebiß bewahre und Stricknerven erlange. Gefühle seien in der Schule verspottet und Ideale verpönt. Diese Schule werde ich hoffentlich gewappnet verlassen, sicher vor Arbeitslosigkeit und gerüstet zum Erfolg. Gehe ich aber heute zum ersten Male in die Schule? l. th. * Das Wetter. Die Voraussage kündigt eine leichte Störung des Schömvcttcrs an. Es ist zunehmende Bewölkung zu erwarten bei warmer Temperatur. * Im Rathaus ist man gegen die Freigabe des Automobilverkehres in der Prater-Hauptallee. Die Verfügung des Bundesministeriums für Handel und Verkehr über die Freigabe eines Teiles der Prater-Hauptallee für den Automobilverkehr begegnet im Rathaus entschiedenem Widerspruch. Die Frage des Automobilverkehres in der Hauptallee war wiederholt Gegenstand eingehender Beratungell. Nach reiflicher Erwägung aller dafür und dagegen sprechenden Momente hat man daher im Rathaus den von allen Parteien der Bezirksvertretung Leopoldstadt gefaßten Beschlnß, der sich entschieden gegen eine Freigabe der Hauptalleee für den Automobilverkehr ausgesprochen hat, zugestimmt. * Eröffnung der Friedensbrücke am 28. September. Der an Stelle der seinerzeit verschobenen Brigittabrücke vor der Fertigstellung stehende Neubau, die Friedensbrücke, wird am 26. September der Benützung üvcrgeben werden. Die alte Brücke wird' in Simmering ausgestellt werden. * Eltern! Kauft euren Kmdern nur Del-Ka-Stiescl. Hygienische Paßform. Größte Haltbarkeit. Billigste Preise. Beim Einkauf von Schulstiefeln schönes Geschenk für beit Schulgebrauch. * Die Siebenuhrladensperre für Lebensmittelhändler ist wieder in Kraft. An Samstagen und Werktagen vor allgemeinen Feiertagen gilt die 8-Uhr-Sperre. Von: 20. bis 24. und am 31. Dezember kann der Lebensmittelhändler bis 8 Uhr und der Nichtlebeusmittelhändler bis 7 Uhr abends offen halten. * Samstag den 18. d. bleiben sämtliche Verkaufsräume des ModenpataisKrupnrl, 7. Bez., Katserstraße Hl—115, geschloffen. * Mehr als 1,9 Millionen S-traßvnbahnfahrgiiste am Sonntag. Nach den Zählungen der' Straßeubcihndireltion wurden ungefähr 1,9 Millionen Menschen am Sonntag befördert. Es ist dies die größte Zahl der in diesem Jahre au einem Tag beförderten Personen. * Das Bureau des paueuropäifchen Kongresses, das am 15. d. im Konzerthausgebäude (3. Bez., Lothringerstraße 20) seine Tätigkeit ausgenommen hat, erteilt alle Auskünfte bezüglich des ersten Paneuropakongreß und nimmt auch Anmeldungen zur Teilnahme am Kongreß entgegen. Un: das Zentralburean der paneuropäischen Union möglichst zu entlasten, wird höflichst ersucht, persönliche und telephonische Anfragen (Telephon 96-1-79 und 96-1-80) an das Kollgreßbureau zu richten. * Hebräische Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, für Kinder und Erwachsene hat die Frauengruppe der zionistischen Bezirkssektion 9 am 1. d. eröffnet. Einschreibungen täglich von 8 bis 7 Uhr abends, Sonntag von 11 bis 12 Uhr vormittags, im Soktionslokal, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11-13. * Fromme Schmugglerinnen. Aus New-Uork wird ge»neldet: Das Gericht in Boston hat vier Nonnen, die Spitzel: in: Werte von 4000 Dollar über die kanadische Grenze geschmuggelt hatten, zu einer Geldstrafe von 4000 Dollar verurteilt. * Die Gefahren des ärztlichen Berufes. Der in. Lütgendorf (Mecklenburg-Schwerin) ansässige Arzt Dr. H e d d e n h a n s e n hat sich bei der Behandlung seiner Gattin, die sich . durch einen Insektionsstich eine Blutvergiftung zugezoaen hatte, infiziert und ist an demselben Tag wie seine Gattin gestorben. * Aus dem Grabe ins Wirtshaus. Das „Prager Taablatt" meldet aus Preßburg: In Turia sollte Dienstag der Schafhirt Ioan Sore beerdigt werben. Beim Versenken des Sarges iu das Grab hörte man Hilferufe. Der Sargdeckel wurde von innen empovgehoben und der totgeglaubte Hirte richtete sich in: Grab aus. Die Leidtragenden verließen panikartig den Friedhof. Der Hirt begab sich in die Schenke, trank einen Schnaps und ging am nächsten Tag wieder seiner Beschäftigung nach. * Ein beschlagnahmter pornographischer Film. Vor geraumer Zeit brachte die gerichtliche Preßpolizei in Erfahrung, daß in Wien ein pornographischer Film, der beit Titel „Le Cocain" trägt, gedreht worden sei. Schließlich wurde fcstgestellt, daß der 33jährige Schweizer Staatsbürger Louis Moor, angeblich Kaufmann, früher akademischer Maler, die Idee zu dem Film gefaßt hat, daß er in seiner Wohnung gedreht worden ist uub daß bei Herstellung des Films Moor selbst mH seiner Geliebten und ihrer Freudin die Darsteller waren, daß überdies Moor die Regie geführt hat. Den Film gedreht hat ein damals postenloser Operateur. Moor wurde, als er von der Reise aus Paris zuvückkam, im Westbahnhos verhaftet. Das Originalnegativ wurde in der Wohnung einer Verwandten Moors versteckt gefunden und beschlagnahmt. Außerdem gelang es noch, hier drei Negative und drei Positive sicherzustellen. Es fanden sich dazu'einige Personen, die den Vertrieb übernehmen wollten. Einer dieser Interessenten war der Kaufmann Emanuel Menache, ein polnischer Staatsbürger, Mondscheingaffe 4 wohnhaft. Er hat sich auch den Film kür einige Zeit ausgeliehen, um sich angeblich die Sache zu überlegen, har sich aber vom Film zwei Doublenegativs heimlich anfertigen lassen, von denen er wieder Kopien anfertigen ließ. Als er dann dem Moor das Negativ zurückstellte. beschränkte er sich darauf, ihm mitzuteilen, daß ihm der Film nicht zusage. Menache hat aber mit den Positivs 'dann selbst heimlich einen Handel begonnen. Im ganzen sind 16 Personen in die Sache verwickelt. nTTTTTTITTTlTTT UnillllMlIirillllVlIIIMIIllMIIMVIl HABT IHR AM ROSCH HASCHANAH FÜR DEN KEREN KAJEMETH BEIM THORA¬ AUFRUF GESPENDET? — WENN NIGHT, HOLEN SIE ES BESTIMMT NACH AM