Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2715 (15.9.1926)
- Date
- 1926-09-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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nt. Lli8 3?ett, Mittwoch Wiener Morgenzettung 15. September 1986 * Morgen Schulbeginn. An den öffentlichen Volks- und Bürgerschulen in Wiek wird am Donnerstag Um 9 Uhr vormittags mit dem Unterricht begonnen. * Die „fliegenden" Kasseehantzkonzessionen. Die Konzessionsproxis des Rathauses hat in der letzten Zeit unter den Kasseehausbesitzern große Mißstimmung erzeugt. Während nämlich für Kaffeehäuser keine neuen Konzessionen erteilt werden, vergibt der Magistrat sogenannte „fliegende" Konzessionen, so an die Milchindustrie-A.-G., die in einer Reihe von Parkanlagen Kaffeehausbetriebe eingerichtet hat. Durch diese Konkurrenz sehen sich die Kaffechausbesitzer geschädigt. Auch der Umstand, daß in den Räumen der ehemaligen Lombardbanr auf dem Schottenring neben dem Cafe de France ein neuer Kaffeehausbetrieb eröffnet werden soll, hat den Unmut der Cafetiers hervorgerufen.. In diesem Zusammenhänge ist zu erwähnen, daß das Cafe Landtmantt auf dem Franzensrina von einem Wiener Hotelier um 3,3 Milliarden Kronen erworben wurde. * Samstag den 13. d. bleiben sämtliche Verkaufsräume des ModenpalatsKrnpnrk, 7. Bez., Katsrrsiraße ut—116, geschlossen. * Goldene Hochzeit. In Vertretung des Bürgermeisters überreichte am Samstag der amtsführende Stadtrat Richter den Ehepaaren Jakob und Etie H a m b u r g und Johann und Karoline Musil anläßlich ihrer goldenen Hochzeitsfeier die Ehrengabe der Stadt Wien. E Makulierte Teppiche, die durch das Ansstellen in den Schaufenstern etwas gelitten haben, werden im Teppichhaus O r e n d l, 1. Bez., Rotenturmstraße 20, zu tief herabgesetzten Preisen abverkauft. * Ertrinkungstod eines Kindes. Gestern mittags ist in einem Schrebergarten an der Kreuzung der Favoritenstraße und Angeligasse die vierjährige Hilssarbeiterstochter Hildegard Huber, als sie im Garten spielte, in ein dort aufgestelltes Wasserbecken gefallen und ertrunken. * Die Vermißten. Der 26-jährige, aus Ungarn stammende Matrose Josef Kovacs ist feit Anfang dieses Monats spurlos verschwunden. Am kritischen Tage hatte er die Steuermannspvüfung abgelegt, was in einem Gasthanse gefeiert wurde. Nachher ging Kovacs auf sein Schleppschiff nach Hause n:rd kam nicht mehr zum Vorschein. Er dürfte etwa 6 Millionen Kronen bei sich gehabt haben. — Seit dem 8. ü. ist der 16jährige Seidenweberlehrling Karl V o 1 r o u b a aus dem Ellernhause in der Hütteldorferstraße abgängig. Er hat ein Gebrechen am rechten Arm. * Selbstmord des Besitzers der Dipauli-Weinstttbe. Gestern gegen 4 Uhr früh hat sich der Besitzer der bekannten Weinstube „Dipauli" in der Walfischgasse, der 56jährige Philipp Lob, aus einem Gangfenstor seines Wohnhauses, 1. Bez., Walfischgaffe 4, vom vierten Stockwerk in den Hof gestüzt. Er erlitt einen Bruch des Schädels und andere schwere innere Verletzungen und verschied noch vor Eintreffen der berufenen Rettungsgejellschaft. Als Ursache der Tat werden finanzielle Schwierigkeiten angegeben. Die Fanrilie bezeichnet momentane Sinnesverwirruug als Selbstmovdmotiv. * Eine Wienerin in Ischl ertrunken. Aus Linz wird berichtet: Die zum Kurgebrauch in Ischl wstlenide Jndustriebeamtensgattrn Marie R oitmaier-Tölfernig aus Wien ist Sonntag beim Baden ink Jschlfluß ertrunken. Sie geriet unter die halbgeöffnete Schleuse, von wo sie sich infolge des Hechwassers nichl befreien konnte. * Einbruch beim Riesenrad. Einbrecher, die nach dem im Prater gut verlaufenen Festsonntag in der Kasse des Riesenrades große Einnahmen vermuteten, sind in der Nacht zum 13. d. in den Kassenraum eingedrungen und sprengten dort sine eiserne Haudkassette ans. Ihre Beute beträgt 3600 Schilling, davon 16 Rollen zu je 50 Silberschilling. * Die Strafe des ungetreuen Gatte«. Aus Budapest wird gemeldet: In der Gemeinde Lentikapolna wurde der Bürger Johann Kanesar von seiner Frau bei einem Treubruch betreten. Beim Anblick seiner Gattin sprang Kanesar aus dem Fenster, stürzte aber in eine Grube, aus der er sich nicht herauszuavbeiten vermochte. Seine Frau schlug mit einer Latte so lange auf ihn ein, bis er seinen Verletzungen erlegen war, Frau Kancsar hat sich selbst der Polizei gestellt. * Kanaleinbrecher. Vorgestern nachts haben unbekannte Täter den W?g vorn Kanal ans durch den Keller in die Räumlichkeiten der Firma A. R e i ch l e, Linoleumspezialgeschäft, 1. Bez., Kolow rat ring 3, gefunden. Sie erbrachen zunächst eine eiserne Kasse, die aber nur Geschäftsbücher und 51 Schilling enthielt. Dann versuchten sie, allerdings vergeblich, die Panzerkaffe SU erbrechen. Die Täter erbrachen herauf einige Schreibtische, fanden aber nur Gobrauchsgegenstände. * Riesenbrand in Husch. Aus dem Marktplatz von Hufi (Husch) ist, wie aus Bukarest gemeldet wird, ein Brand nusgebrochen. Die Flammen breiteten sich auf eine Vorstadt aus, wo 200 Häuser zerstört wurden. * Ein Ungliickssall beim Taschlich-Beten. Mrs Wilna wird uns geschrieben: Am erstell Rosch-Haschanahtage, während die jüdische Bevölkerung traditionsgemäß sich an den Ufern der Wilja versammelte, um Daschlich zu beten, ereignete sich ein tragischer Unfall. Der elfjährige 2lbvaham Walk in, der mit seinen Eltern unter bcn Betenden weilte, wurde von einem Kollegen so unglücklich gestoßen, daß er in den Fluß fiel Md von den Wellen unter den gerade ankommenden Dampfer „Pan Tadensz" gerissen wurde. Trotz sofortiger Bemühungen konnte der Knabe nicht mehr gerettet werden. Erst spät abends wurde seine Leiche von der Polizei. geborgen. * Eilt Jufttlinransch. Ein Arzt, der sein eigenes Auto führte, wurde in London verhaftet, weil er kreuz und quer über die Straße fllhr, einen Laternenpfdsten anrannte und schließlich sein Auto eist auf der Rasenfläche eines Privatgartens zum Stehen brachte. Die Polizei hielt ihn für betrunken, und;n London wird bekanntlich gegen betrunkene Autofahrer sehr scharf norgegangen. Bei der Verhandlung erklärte der Arzt jedoch, er habe 'keinerlei Alkohol, sondern nur zu Versuchszwecken Jnsul i u zu sich genommen. Allerdings könne er sich in der Dosis wohl etwas vergriffen haben. Aurtritte mir dem Subentttt». *eb. 24. Februar 1901, Wien, 11 Bez., Schmerlgasso 48. Müller Hans. geb. 20. Februar 1901, Aussig, 9. Bez., CantsiUSgasse 20. Berger Johanna, geb. 27. April 1904. Wien, 6. Bez., Gumvenborserstraße 114. Sommer Stephan, geb. 10. Oktober 19ll, >iNgai'.-Alle»burg, Schüler, 17. Bez.. Neuwaldeggerstraße 30. ' . Wien, S. Bez-, Scholz- % Avril 1884, Wien. ... --- geb. 81. Mrz 1901. 19 Bez. Pokornygasso 30. Schwab .Kamllla, geb. 21. Jänner -8!>t, Wien. 9. Bez., Schubertgasse 3. Korngold Hans, geb. Ja 3ult 1892, Brünn, 4. Bez., Wiedener Gürtel 58. Bühne und Kunst. AM in Lcftertelch. Ausstellung im österreichischen Museum für Kunst und Industrie. Es ist etwas ganz merkwürdiges um die gotische Kunst; ihre Gestalten sind in den seltensten Fällen schön zu nennen, ihre Kompositionsinhalte fast nie erheiternd oder gar anmutig und doch: wie ansprechend, wie befreiend und erhebend wirkt solch' eine Skulptur mit eckigen Menschengliedeur, solch ein Bild von himmelstürmender Verzückung und blutrotem Leid. Gotik als Stil paßt sogar besser in unsere strebende, sich überstürzende Zeit, als hellenische Ruhe und Harmonie. Spitze Pfeiler, zerfurchte, holzschnittartige Gesichter, groteske Bewegungen, ja sogar die Grimasse stehen unserem Fühlen und Denken oft näher als ideale Apollogestalten oder die Venus von Milo. Die Gotik, wenn sie nicht nur zeitlich, sondern als Stil in der Kunst seit der Urzeit über Aegypten, Indien, das christliche Mittelalter bis zum neuzeitlichen Wolkenkratzer und dumpf-dräuenden Fabrikshaus (etwa im Sinne von Karl Scheffler) aufgefaßt wird, ist entschieden bildende Kunst des Gedankens, die den Beschauer nicht nur erregt, erfaßt, sondern zu ihm spricht. Ein hellenisches Kunstwerk wird bewundert, ein gotisches angebetet. Die Harmonie steht stumm da, das Leid, das Schicksal reißt mit, hinauf zu Gott. Nicht zuletzt darum sind die meisten Inhalte (aber entschieden nicht alle) der Gotik religiös; obwohl die hellenische Kunst göttlich und die gotische menschlich ist. Die österreichische Gotik aus dem 14. und 16. Jahrhundert, die der Verein der Njuseumsfreunde (dessen letzte Ausstellungen der französischen und deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts besonders bemerkenswert waren), jetzt im österreichischen Museum für Kunst und Industrie ausstellt, bezeugt, daß auch der heitere süddeutsche Geist bedeutende Kunstwerke der Malerei und Plastik geschaffen hat, die im Gedanklichen und Formalen intensiv, düster, wuchtig sind. Die Ausstellung ist nicht vollkonkmen, weil manches — . wie Michael Pachers St. Wolfganger Altar, der Kefermarkter Altar und anderes — noch heute unverrückbar an ihrem Platze stehen, anderes wieder angesichts der hohen Transportkosten, beziehungsweise der Gefährlichkeit der Uebersührung nicht in Betracht gezogen werden konnte. Was hier aber an Tafelbildern der W i e n e r, der innerösterreichischen, der Salzburger Tiroler und bayrischen Schule, ferner an Bildwerken der Hoch- und Spätgotik und schließlich an Glasgemälden gesammelt und aufgestellt wurde, ist durchwegs interessant, zum großen Teil auch bisher unbekannt. Sette 8 Bon den Eindrücken eines kurzen Rundganges seien insbesondere die prachtvollen, buntfarbigen Glas» Malereien, die mit Verständnis zusammen- und frafgt* stellt, den ganzen Ausstellungsraum mit einem Schlüge in ein Gotteshaus verwandeln, erwähnt. Sie stattiMM Meist aus dem Stephansdom, aus der Steiermark und aus Aietter* Neustadt. Aus der Salzburger Schule sind Kurland Frtzr* auf der Aeltere und der Jüngere hervorzuheben. DB letzteren zwei Klosterneuburger Motive wirken in ihrer zarten Farbenführung und angestrengt-künstlichen Komposition ergötzlich. Von den Skulpturen gefielen mir besonders vier: eine verschmitzt lachende Madonna mit einem ebenso spitzbübisch lächelndem Kind am Arm, aus dem Salzburger städtischen Museum (um 1320 bis 1330), ein vor der Bundeslade tanzender David, verzückt, in goldener Robe, mit verzweifeltem Augenausdruck (auch salzburgisch, 1460 bis 1470), ferner ein von Dr. Kurt R a t h e entdecktes Bildwerk von Veit Stoß,' darstellend die heilige Anna selbdritt (aus der Wiener St. Annakirche), eine volle, ins Breite gehende Komposition, üppige Mütterlichkeit. Und schließlich eine zarter, blutender, an einem Baumast angenagelter heiliger Sebastian aus Wiener-Neustadt. Nur wenig konnte erwähnt werden; viel mehr ist dessen würdig. Die Ausstellung ist eine Tat und eine Stätte, die, bei Ausschaltung aller kommerziellen Nebenumstande, nur künstlerischer Konzentration gewidmet ist. Dr. Leopold Thaler. «us den Theater«. Buratbeater. Morgen. 7 Uhr abends, „Maria Stuart" (Abonnement IU. Gruppe). A k a d e m t e t h e a t e r. Morgen. */,8 Uhr abends, „DieWelt, indermansichlangwetl 1*. O v e r n t ü e a 1 e r. Morgen. 7 Uhr abends, „D o n Juan." Frau Maria N e m e t h tritt zum ersten Mal. in dieser Spielzeit auf. Frau A ch s e l singt zum ersten Mal die Donna .Elvira. DeutschesÄolkstbeater. Heute, 8 Uhr abends, deutsche Uraufführung des Lustspiels »Das. Unerreichbar e" von Somerset Maugham mit Leopoldine Konstantin. „F a u st" (erster und zweiter Teil) wird Freitag und Montag wiederholt. . Theater inderJoiefstadt, Morgen Erstaufführung von S h a w s Komödie „Fannys e r st e s S t Ü ck*. Hermann Romberg tritt in dieser Vorstellung zum ersten Mal. nach längerer Krankheit wieder auf. Von der Theatergemeinde der Bundestheater. Mit Rücksicht auf die jüngst vollzogene SitzpveiSrednktion in den Bundestheatern wurden auch innerhalb der einzelnen Kategorien der Tbeatergemeinde viele Verbesserungen und Verschiebungen von Sitzen vorgenommen, vor allem auch dazu, um den zahlreichen MMWM Nus der Milchen Welt ililMUM Bon de« 8«de« in Australien. Die Juden M Australien spielen im politischen und allgemeinen öffentlichen Löben dieses britischen Dominiums eine beachtenswerte Rolle, die sich auch in der amtlichen Anerkennung der Leistung der Juden ausdrückt. So wurde erst jüngst der jüdische Jurist Klement S. Lazarus zum Sekretär des äustralischen Ministerpräsidenten. B r u c e ernannt und wird mit seinem Chef an der in diesem Monat stattfindenden Reichskonferenz der Regierungen der Dominions in London teilnchmen. Der Komponist Dudley Glaß, ebenfalls Jude, ist eine der populärsten Persönlichkeiten Australiens. Das von ihm verfaßte und vertonte Lied „Australia, Land of Ours" gilt als australische Volkshymne; es wird in allen Schulen und auch bei allen offiziellen Empfängen und Festlichkeiton gespielt und gesungen. Gleichfalls eine für einen Australier große Karriere hat der jüdische MuMünstler Max P i r a n i atls Melbourne gemacht. Nachdem er ein Jahr lang provisorisch als Lehrer an der Londoner Königlichen Musikakademie tätig gewesen war, wurde er jetzt zum ordentlichen Professor dieser? berühmten Musikschule ernannt. P i r a n i ist nicht nur der erste Australier, der eine so hohe Stelle als Musiker bekleidet, sondern ist auch der an Jahren jüngste unter seinen Kollegen. Professor P i r a n i ist ein Enkel des verstorbenen Simon Frankel, der 40 Jahre hindurch Ehrensekretär der großen Synagoge in Sydney war. Sine hebrstische Lehrkanzel an der UniverWt von Saloniki. Aus Saloniki wir uns berichtet: Wie bereits gemeldet, hat die griechische Negierung beschlossen, in Saloniki eine Universität zu errichte::, in welcher die Vorlesungen noch in diesem Jahre eröffnet werden. Mit Rücksicht auf die alte Tradition Salonikis Äs jüdischer Stadt wurde an der Universität auch eine Lehrkanzel für hebräische Sprache errichtet. Der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde gab vor einigen Tagen dem Rektorat und Senat der Universität einen Empfangsabend, auf dem :nehrere Professoren und Festgäste Reden über die Bedeutung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Griechen und Inden hielten. Der Professor für die lateinische Literatur, Gradsiatow, führte in seiner Rede ans, eines der Hauptziele lder neuen Universität sei, eben diese Zusammenarbeit zu fördern. Die Tore der Hochschule werden Griechen und Inden in gleicher Weise unbeschränkt offen stehen. Die Agrippanlauer von Jernsalen: ausgefunden. Wie die .Ilines" aus Jerusalem melden, hat die indischlarchäologiiche Geselischast öie dritte Lladtiuauer von Jernjalem, die sogenannte Agrippamauer aufgefnnden. Der neue Fund verspricht viel wertvolles Material. Bon der Wische« Rationaibiblloihrk. . Der Zuwachs der letzten Monate. Dem soeben bersaMen TätigkviMericht der jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem entnehmen wir folgende, bisher noch nicht bekannte Daten über den Zuwachs im Vierteljahr Februar bis Mai 1926. Die französische Regierung, welche bereits mehrere Male der Bibliothek größere Zuwendungen gemacht hat, übersendete die große Ausgabe der französischen Paläontologie in 38 Bänden und die Geologie Frankreichs von Hang in vier Bänden. Die im Vorjahre in Kyoto, Japan, verstorbene Frau C. A. Gordon, eine Christin, hinterlieh der Nationalversammlung testamentarisch eine sehr interessante, Sammlung. Sie hatte während der vielen Jahre ihres Aufenthaltes in Japan Bilder und Knnstgegenstünde gesammelt, welche Bezug a:rs die Religionsgeschichte des fernen Ostens haben. Diese Bilder und Knnstgegenstände, darunter 180. Bilder in Rollenform (Kakemonos) sowie Bronzen und HolAschnitzereien, hat uns Frau Gordon als Erbe hinterlassen. Die röllgionshistorffch interessante Sammlung ist in der Goldziher-Abteilnug der Bibliothek ausgestellt worden. Herr Emannel Hertz in Netv-Bork, ein Bruder des Chief' Rabbi von England, übersandte in seinem und in, Namen der Familien Kirschanbaum nnd Rosenihal in Nesv-Aork durch Vermittlung des Dmichsoniän-JnsAnts eine Sammlung von 7000 Bänden, die sich über alle Wissensgebiete erstreckt. Besonders stark vertreten sind Medizin, Soziologie, klassische Philologie, Kunst- und Musikgeschichte. Gleichzeitig übersendete Herr Mendel Frankel, New-Aork, die vollständige Sammlung von B o h n s Library. Aus Spamen ist die erste Sendung von spanischen Büchern zur Geschichte der Juden bereits eingelangt. Die Büchersammlung in Spanien und den Nachbarländern wurde von Herm B e ntata in Tanger organisiert. Sehr wertvoll ist die von dem Londoner Orientalisten Y. Dawud gespendete Privatsammlung. Die Sammlung bestcht aus 106 Bänden, zum gwßen Teil Hebvaica (sephardischen Drucken), biblischen Enzyklopädien, Kunstbüchern und Büchern aus den Gebieten der Kunde des Orients. Der besondere Wert der Sammlung bestcht in 50 arabischen und persischen Handschriften, welche Herr Dawud im Zusammenhang Mit eigenen wissenschaftlichen Arbeiten gesammelt hat. Einige dieser Handschriften sind von hervorragender Schönheit. Der Gesamtbestand an katvlogffterten vitchetz« der Nationalbibliolhöken betrug am 1. Mai d. I. 98.098 Bücher in 119.019 Bänden.