Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2712 (11.9.1926)
- Date
- 1926-09-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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M. 2712 Men, GamStag Mynen Morgenzeituns 11. September Telle 8 Bühne nnd Kunst. »Re ewig lächelnde Scatt.' Moderne- Theater. Das schmückende Beiwort haben -er reise«, kultivierten Frau die Nachbarn beigelegt, und ihr Lächeln ist die Maske, die sie vor ihrem ehelichen Unglück trägt. Nicht zu glauben, daß diese fein gestrichelte, zu seltener Plastik gediehene Tragikomödie des Ehelebens eine Kompagnie avbeit ist. Jedenfalls hat die Szene zwischen der Frau Und dem Dienstmädchen nur einer der vortrefflichen Autoren — Denys Amte! und Andre Obey — geschrieben, und ich wüßte gerne welchem der beiden für dieses Liebesgedicht in Dialogform (von zwei Frauen zu sprechen, der Glücklosen und der Beglückten) zu danken wäre. Die eheliche Gerneinschaft ist diesfalls Strindberg-Hölle nur für sie, nicht für ihn, den dummen, guten, aus Eitelkeit rohen Kaufmann, der die Empörung über die „Verstiegenheiten" seiner Frau nur mimt, nicht fühlt, denn der Besitz der Ungewöhnlichen Unverstandenen ist ihm willkommene Ergänzung seiner Kommerz erfolge. Vor den Leuten will er freilich der Herr sein und versucht ein Paradestück der Zähmung mit ihr einznstndieren. Hier setzt die dramatische Handlung ein. Herrn Prevots Gepflogenheit, vor seiner Ehehälfte, gelegentlich auch vor erweitertem Publikum, be zichungsreich mit einem ungeladenen Revolver zu spielen — seht her, ich wäre der Mann, lächelnd Schluß zu machen —, gibt den Anlaß. Frau Prevot hat heimlich das Mordinstrument gebrauch fähig gemacht. Nur daß dann Herr Prevot, wenn die Situation reis für seine Bravourarie wird, eine neue Variation ersinnt: Er richtet den Lauf nicht gegen seine Schläfe, sondern gegen ihre Brust — und erschießt eine hübsche Vase. Sprachlos, jammervoll geknickt, steht jetzt der Herr und Gebieter da, würde gewiß mit Freuden in Konkurs gehen, wenn nur der geliebten Frau kein Haar gekrümmt ist und schließt dann, kindlich schluchzend, die Un Versehrte in die Arme. Da ist auch sie genesen und fügt sich nach dem Rezept in Strindbergs Totentanz: „Durchstreichen und wei-tergehen" in ihr Gheschicksal. Ob die Dheatergäste auch nur einen Augenblick erwägen welche Sammlung und Hingabe erforderlich ist, dieses Ehepaar so zu gestalten, wie es Traute C a r l s e n und Ludwig Körner gelingt, ab auch nur einer daran dachte, daß diese künstlerisch Arbeit unter den schwersten Bedingungen, in der trostlosesten Aera des Schauspielerdaseins geleistet wird! Frau Carlsens leidende alternde Gattin ist im stummen Spiel am bezwingendsten: im mimischen Kommentar der Reden und Handlungen ihrer Partner, im sekundenlangen Lüften ihrer Maske des Lächelns, die sie mit Hoheit trägt. Ungemein scharf geprägt die Charakterfigur des selbstgefälligen, ordnungs- und kunftliebenden Tuchhändlers durch Herrn Körner. Sohr fein Anna H ö l l e r i n g und gut abgestimmt das übrige Ensemble. Für den Publikumserfolg, der sich in einer Sevienqufführung äußern müßte, wenn es noch Verständnis für eine bedeutende Kannnevspielaufführung gibt, würde sich Kürzung der Szene, iu der die Titielheldin ihre grauen Haare entdeckt, sowie Beschleunigung des Tempos am Schlüsse des ersten Aktes empfehlen. Der interessanten Novität ging der in Wien schon gespielte, kecke, sehr amüsante Spaß „Die Dame am Fenster" (nach M a up a s s a n t von Otto Ei se n schi tz) voran, von Frau C a r l s e n und Herrn V a l b e r g humorvoll gebracht. O. A. Saifonbegfmt in der Staatsover. Schon in den ersten Tagen der neuen Spielzeit setzen die Aushilssgastspiele wieder ein. Die Musette in der „B o h e m e" sang Frau Martha Schellend erg vom Münchener National theater, eine brauchbare Sängerin ohne die scharfe Charakteristik, welche einst die Musette von Frau Gutheil-Schoder ausgezeichnet hatte. Also keine vollwertige Gogenspiele'rin zur prachtvollen Mimi der Frau Lehmann, die in Schönheit zu fingen und zu sterben vermag. Als Rudolf trat der junge Ungar Koloman P a t a k y ln den Verband der Wiener Staatsoper, welcher er eine wertvolle Stütze werden mag, wenn ir sich nur erst mit der Akustik des Hauses rmd mit der deutschen Sprache vertraut ge macht hat. Schon jetzt freut man sich seines leichten, hellen, lyrischen Tenors und seines tm&efanigencn Spieles, die freilich beide noch der liebevollen Führung durch Kapellmeister und Re gisseur dringend bedürfen. Und gerade die Regie- und Kapellmeisterfrage ist in der Staatsoper noch immer nicht gelöst. Als Regisseur ist Herr Dok tor Wallerstein ans Frankfurt „versprochen" — kommt er. oder konunt er nicht? —, und die Lösung der Dirigentenfrage ' wird anscheinend erst von deur endgültigen Friedensfchluß der Oper mit Richard Strauß abhängig gemacht. Bis dahin muß die noch immer erste Opernbühne ohne junge „erste Dirigenten" weiterwnrsteln. Franz Schalk ist ja gewiß eine ungemein wertvolle Kraft und eine von vorbildlichem Pflichtgefühl erfüllte Persönlichkeit, doch er kann in seinen Jahren nicht mehr die volle erforderliche Elastizität besitzen, um die Staatsoper als künstlerisches Ganzes zu leiten und sich zugleich in« alle Mnzelheiten des'komplizierten Getriebes zu kümmern und sie zu beherrschen. Nicht ein, sondern zwei moderne, junge Avbeitsdirigenten täten der Staatsvper not, welche älteren Werke ans dem Geiste unserer Zeit heraus anfzufrifchen vermögen und für geeignete moderne Werke die richtige Witterung besitzen. ' Herr Schalk, der in Konservativismus ergraut ist, verdient gewiß alle Anerkennung dafür, daß er Hindemith und andere Moderne bcm Spielplan vingn-verleiben gewillt ist. Doch nicht nur auf die Wahl der Werke, sondern vor allem auf die Art ihrer Wiedergabe kommt es an. (Der „Sganarell" von Wilhelm Grosz hätte beispielsweise viel stärker wirken können, wenn ihm eine miürerne Regie und Szene, wie bei der Uraufführung in Dessau, zu Hilfe gekomvmn wäre.) Zu modernen Werken gehören eben auch moderne Männer, moderne Orchestersührung, zeitgemäße Bühnen-kuuft und eine Reform des noch inrmer hofopernmäßigen Balletts an Haupt und Gliedern. Direktor Schalk, der getreue Ekkehard des Operntheaters, kennt gewiß'dessen Gebrechen und Asterserscheinungen selbst am besten! Das immerhin annchm bare Äktiott-progtamm, das kr SHgchellt hat, ist ein schönes, wohlgemeintes Versprechen: Seine Erfüllung wird davon abhängen, ob endlich — jenseits von OperndiploMütie und Hintertreppenpolitik — die richtigen Männer im Opernhaus die rich tigen Plätze einnehmen werden. flb. Au« de» Theatern. Burgtheater. Morgen. >/,7 Uhr abends, als Festvorstellunz „De rjungeMedarduS". Akademtethearer. Morgen, '/»8 Uhr abends „DaS Glas Wasser*. Overntveater. Morgen, 7 Uhr abends, „D t e Fledermaus*. Deuttches Volkstheater. Heute zum letztenmal .D r. I u c t S z a b o*. Montag gastiert Leopoldlne Konstantin m HanS Müllers „Veronika. „F a u ft* (erster und zweiter Teil) w»rd Sonntag und Dienstag wiederholt (Beginn 7 Uhr). Als erste Nachmittagsvorstellung ist für Sonntag, 3 Uyr, Bernarv Shaws Komödie „Heuchle r* angesetzt. Modernes T v e a t e r. Die Premiere von Andrejews Schauspiel „Der. der die Ohrfeigen kriegt" sinder am 21. d. statt. Am 17. d. gastiert das russtich-deutsche Grotesktheater, Direktion Jsloldoff. _ „Bitte, wer war zuerst da?" heißt -er Schwank von Mouezy-Eon und Uves M t r a n d e. in der Ueber-eju >g von Julius Elias, den das Theater in der Josefstadt zur deutschen Uraufführung eiworben hat. Jarno in Preßburg — durchgefallen. Der Preßbnrger Theaterverein beschloß, die Direktion des Deutschen Theaters in Preßburg dem Direktor -es Ostrauer Theaters zu überlassen. Der Wiener Theatevdivektor Jarno blieb mit einem Drittel der Stimmen in der Minderheit. Leo Sirota, .der bekannte Wiener Pianist, wurde nach seiner vorjährigen erfolgreichen Konzertreise durch Sowjetrußlaud neuerlich für eine ausgedehnte russische Tournee verpflichtet. Der „Dybuk" in Paris. In Paris fand, wie uns berichtet wird, zur Feier des dort anwesenden hebräischen Dichters Bialik eine Fesworstellnng des An—skischen „Dybuk" durch die Habimah statt. Bialik, der Uebersetzer des ^Dybük" ins Hebräische, hatte zum ersten Male Gelegenheit, das Werk auf der Bühne zu sehen. Er äußerte sich über oie Ausführung der Habima (die dem Wiener Publikum durch das Wiener Gastspiel des Moskauer hebräischen Theaters bekannt ist. — Die. Red.) sehr lobend. Vorlesungen. Heute, präzise 8 Uhr abends, findet in der Volksbibliodhek Zion, Wien, 2. Bez., Glockengasse 30, eine Feier statt, bei welcher Herr Jehuda Ehrenkranz, Mitglied der Wilnüer Truppe, aus Pereg, Scholem Alejchem u/ a. lesen wird. Kleiner Remebeitrag. — Die bekannte, ans Wien' stammende und gegenwärtig in Erez Israel tätige Künstlerin Mirjam Schnabel-Hoeflich veranstaltet am 2. Oktober einen Vortragsabend zugunsten des Keren Kajemeth. Die Künstlerin wird hebräisch, jüdisch und deutsch vortragen. Das Programm umfaßt: Bibel, Perez, Bialik. Awigdor Hamekri, KarNi, Ginsb-urg, Mar Brod und Rudolf Fachs. Kartenvormerknrmen im Bureau de» Keren Kajemeth, 1. Bez., Kärntnerstraße 28. Mitarbeiter des Keren Kajemeth erhalten Ermäßigungen. Gerichtssaal. Sen Freund erstochen. Wegen Verbrechens des Totschlages und der Verleumd-Mg hatte sich gestern vor den Geschwornen der 18jährige Hilfsarbeiter Friedrich R a j e k zu verantworten. Rajek hat am 21. April seinen Freund, Johann K o z e l, durch einen Messerstich getötet und dessen Geliebte, Anna Sidl, fälschlich eines Totschlages beschuldigt und gegen sie bei der Polizei eine Anzeige erstattet. Nach Darstellung der Anklageschrift saß Friedrich Rajek am Abend des 21. April mit Kogel, der Anna Sidl und zwei anderen Personen in ejnern Gasthaus in der Quellenstraße. Zwischen Kozel und seiner Geliebten entstand eine Eifersuchtsszene, weil Rajek das Mädchen geküßt hatte. Auf der Straße setzte sich der Streit fort, in dessen Verlauf Rajek dem Kozel einen Stich in das Herz und in die Lunge versetzte. Kozel starb nach wenigen Minuten. Rajek leugnete, den tödlichen Stich geführt zu haben und wollte glauben machen, daß sein Freund Friedrich Seher seinen Arm von rückwärts ergriffen und mit aller Kraft gegen die Brust des Kozel gestoßen habe. In der Untersuchungshaft beschuldigte er wiederholt die Anna Sidl des Totschlages. Während seines Verhöres blieb Rajek dabei, daß Seher der Täter sei. Als letzter Zeuge wurde der Stiefbruder des Angeklagten, Franz S y n e k, vechört. Er ist wiederholt abgestraft und auch gegentvärtig wegen Diebstahles in Untersuchungshaft, aus der er dem Gerichte vorgeführt wurde. Er wollte seinen Bruder entlasten und gab an, daß der Erstochene selbst ins Messer hineingerannt sei. Der Staatsanwalt beantragte hierauf die Abtretung des Aktes an die Staatsanwaltschaft zwecks Verfolgung des Zeugen wegen falscher Aussage vor Gericht. Als Synek abgeführt werden sollte, erlitt er einen T o b s u ch t s a n f a l l und schlug wie besessen um sich. Nur mit Mühe konnte er gebändigt und in seine Zelle zurückgebracht werden. Die Verhandlung wurde abends zu Ende geführt. Nach längerer Beratung bejahten die Geschwornen beide Schuldfragen auf Totschlag und auf Verleumdung einstimmig. Der Gerichts-Hof verurteilte den Angeklagten- Franz Rajek zu drei Jahren schweren Kerkers. Auf Anraten seines Verteidigers und seiner Mutter nahm er die Strafe an. . Der Verteidiger der Attentäterin Meneia Carnieiu aus Jugoslawien ausgewiesen. Der Wiener Rechtsanwalt Dr. Ignaz Kurt Rosenfeld sichr in den letzten Julitagen mit einem in us der jüdischen Welt kiuweihnngsfeier in der Wiener „Polnischen Schul". Letzten Dienstag fand die Ginweihung der völlig restaurierten „Polnischen Schul" B-eth Israel und der neuen Bibel- und hebräischen Sprachschule des genannten Vereins unter beende rer Feierlichkeit statt. Die herrliche Synagoge war von Festgästen überfiillt. Außer dem Gesamtvorstand des Tempelvereins Beth Israel waren Oberrabbiner Dr. C h a j e s, das Präsidium der Wiener Kultusgemeinde, das Präsidium des Zionistischen Landeskomitees, die dienstfreien Gemeinde- und Vereinsrabbiner und Kantoren, die Bethausvorstände, Abordnungen zahlreicher Vereine und Organisationen, die Amtsdirektoren und leitenden Beamten der Knltusgemeinde und zahlreicher Freunde des Bethausvereins erschienen. Die Festrede hielt Rabbiner Mayers oh n, der auf die Wichtigkeit von Synagoge und Beth-Hamidrasch im Leben des Judentums hinwies. Oberrabbiner , Dr. Chajes, der das „ewige Licht" entzündete, hielt eine kurze hebräische Anirache, tu welcher er den Wunsch aussprach, daß dieses Haus dem ' )eist des Friedens, der Einigkeit, der Arbeit für das jüdische Volk, einer Kultur und für den Wiederaufbau von Erez Israel geweiht sein möge. Sehr feierlich*gestaltete sich der Einzug der Thoravollen. Die Kantorenfunktionen versah Oberkautor Frankel mit Chor. Historische Funde in einer Franksurter Borstadtsstnagoge. In Heddernheim, einer Vorstadt von Frankfurt a. M., wo schon viele Kulturfunde aus römischer Zeit gemacht wurden, ind vor kurzem wichtige Zeugnisse jüdischer Kulturr b e i t aus dem 17. Jahrhundert entdeckt worden. Die Heddernheimer jüdische Gemeinde, deren Mitgliederzahl infolge Abwanderung stark zurückgegangen ist, beschloß, ihren äußerlich uncheinbaren Synagogenbau, der aber auf eine vielhnudertjährige Vergangenheit zurückblicken kann, vor dein gänzlichen Verfall zu bewahren. Dieser Tage wurde mm mit der Säuberung des Baues begonnen und inan fand überraschenderweise an der inneren Almemorwand größere Reste einer ornamental-dekorativen Bemalung in schwarz, grau, rot und gelb. Die stilistisch sehr interessanten Friese und Rahmenteile schließen größere Felder ein, auf denen in prachtvoll wivkender, hebräischer Blockschrift bekannte Gebetsstücke angebracht sind. Ueber den heiligen Schrein breitet sich eine Art von mitteilte rlicher Sladtanficht ans, mit der zweifellos Zion gemeint ist. Auch auf den anschließenden Seitenwänden sind Reste dieser Malerei sichtbar, so daß eine frühere, gänzliche Ausmalung der Synagoge wohl angenommen werden darf. ' Die Technik der Malereien ist reines Fresko von ausgezeichneter Widerstandsähigkeit, die einer ganzen Reihe von späteren Anstrichen standgehalten hat. Nach Ansicht des zug'ezogenen Sachverständigen Prof. Dr. Hülsen entstammen diese Fresken der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ein Denkmal tür einen jüdischen Tlerseennd. In Charleston (Süd-Karolina) starb vor kurzem der Führer der dortigen Jndenschaft, Henry Frank Lewith. Der Verstorbene war in ganz Amerika als der größte Tierfreund geehrt. Seine Idee, eine Woche im Jahre der Propaganda für die Tier-. freundlichkoit zu widmen, fand bald Anklang und die von ihm inaugurierte „Be-Kind-to-Auimals-Wek" („Sei,gut-zu-Tieren- Woche") hat sich rasch eingebürgert. Von ihm stammt auch die Einführung der „TierfveuMichkoitsbeilagen" fast aller großen amerikanischen Blätter. Der verstorbene. Präsident der amerikanischen Republik, Harding, griff diese Idee Lewiths ans und führte diese heute so populären Beilagen bei allen von ihnr kontrollierten Blätern ein. Die Stadt Gharleston beschloß jetzt, das Andenken Lewiths durch Errichtung eines Denkmales aus dem Hauptplatz zu ehren. Entdeckung einer tausendjährigen Thorahandschrift in einer Synagoge zu Buchara. Nach einer Mitteilung ans Leningrad hat der bekannte jüdische Gelehrte Pros, Lnrjein Bucharain einem bisher vermauert gewesenen Winkel der dortigen uralten Synagoge eine etwa tausend Jahre alte Bibel-Handschrift sowie andere se-yr wertvolle Dokumeirte ausgejnnden. Die Leningrad er Wademie entsandte ihr Mitglied Pros. Kokowzew zwecks Prüfung der Funde nach Buchara. Die erste hebräische Kulturkonferenz Litauens. Am 26. d. wird in Kowno die erste hebräische Kulturkonferenz Litauens eröffnet. Es werden Vertreter aller litauischen Städte daran teilnehmen. Es werden folgende Referate zur Behandlung gelangen: «e Lage, Ideologie der hebräischen Schulen, Stand des en Erzi-ehungswesens iu Litauen, die hebräische Literatur in unserer Zeit. Ein Christ wünscht auf dem jüdischen Friedhof begraben zu werden. Die aineritanischen Blätter berichten über em interessantes Testainent, das der angesohenfte Bürger Georgestowns, Wilson Robert B o w e y, kurz vor seinem jüngst erfolgten Tode errichtet hat. B o w e y, der aus einer alten christlichen Familie stammte und selbst der Methodistenkirche a«gehörte, verfügte letzt- ' h man ihn auf dem jüdischen Friedhof begrabe, dabei . he Zeremoniell genau beobachte und Rabbiner Jakob s i n das „El nwle rachaiüim" rezitiere. Diese letzt-willige Verfügung erregt \m so größeres Aussehen, als Georgestown eine alung des Kn-Klux-Kiau, an dessen Bekämpfung B o w e y «-ragenden Anteil nahm. In den letzten Monaten vor seinem Ableben!var er häufig Gast im Tempel von Georgestown und fand an dem Gottesdienst und den zunl Teil in englischer Sprache vorgetragenen Gebeten außerordentlichen Gefallen. Juden in der französischen Ehrenlegion. Wie dein Parifer „Journal Oficiell" zu entnehmen ist, tvurden der Präsident der Kammer ■ des Kassmionsgerichtshofes, M. S e l i g m a n n, zum Kommandeur, die beiden Dichter Edmond See und Gustave Kahn zu Offizieren, Valensi, Präsident des Tribunal in Toulon, und Astruc, Vertvalter der Mlseen in Bordeaux, zu Chevaliers der Ehrenlegion ernannt. Ein Jude litauischer Generalkonsul in Amerika. Der bisherige Hauptsekretär der litanifchen Gesandtschaft in den Bereinigten Staaten Rabrnowiez, ein Jude, ist zum litauischen Generalkonsul in den Bereinigten Staaten mit dem Sitze in 4!ew-Uork ernannt ivorden. Er bchält dabei auch seinen früheren Posten als Generalsekretär der Gesandtschaft.