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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-11 · Heft 2712 (11.9.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2712 (11.9.1926)
Date
1926-09-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2712 Wien, Samstag Anlvürfe gegen die Wiener Meise A.»8. Die Cntgegrruns' der Messeleitung. — Eine amtliche Untersuchung eingeleitet. Ein Messereformkomitee, für das der Bronzewarenerze-uger E y l e d e r, der Musikinstrumentenerzeuger Rudolf P i ck und ein Herr Eduard Sauer zeichnen, versendet eine 30 Seiten starke Broschüre, in der gegen die Leitung der Wiener Messe A.-G., namentlich gegen ihren Generaldirektor,, den ehemaligen sozialdemokratischen Gemeinderat Julius Müller schwere Anw ü r f e erhoben werden. Die Broschüre errechnet auf Grund von Detailnachweisungen, daß die Messe A.-G. im abgelaufenen Jahre einen Ueberschuß von fast 16 Milliarden erzielt haben müsse, während die Bilanz nur oirten Reingewinn von etwas mehr als einundeinhalb Milliarden aufwies. Der Kassest a n d der Messe belaufe sich auf über 16 Milliarden, wovon die Hälfte dei der Niederösterreichischen Eskomptegesellschaft placiert ist. Die für Propaganda und Verwaltung im Rechenschaftsbericht ausgewiesenen 2 7 Milliarden seien eine „dreiste Entstellung" des Generaldirektors Müller. Es ergebe sich hier ein Differenzbetrag von nicht weniger als 16 Milliarden, da die Propagandakosten höchstens sechs, die Werwaltungsspesen einundeinhalb und die sonstigen Personälkosten pro Jahr maximal 3,6 Milliarden betragen könnten. Des weiteren fragen die Verfasser der Broschüre, wie groß der Nutzen der ersten und der zweiten Kapitalserhöhung war, wer ihn eingesteckt habe und warum schließlich die bereits beschlossene neuerliche Kapitalserhöhung nicht durchgeführt wurde. Müller sei durch seine Führerrotte im Syndikat der eigentliche Eigentümer der Messe geworden. In der Broschüre wird die Visitkarte Müllers abgedruckt, der sich vom sozialdemokratischen Gemeinderat zum Mitglied der Handelskammer, Zensor der Nationalbank, Präsident einer Bergbau-A.-G. und Vizepräsident der Metallhüttenwerke A.-G., Geschäftsführer der Fremdenverkehrskommission, Inhaber afnes großen Pelzhauses usw. hinaufentwickelt hat. Er bezieht außer seinem fixen Jahresgehalt von 70.000 S. von der Messe A.-G. noch bedeutende Tantiemen und habe in der Zeit vom 30. April bis 18. August dieses Jahres aus den Beständen der Messe A.-G. an ein Bankhaus zu seinen und seines Sohnes Händen sowie an die Bergbaugesellschaft, deren Präsident er ist, 133.383 S überweisen lassen. Im Verwaltungsrat spielen die Fre-unde Müllers, .vorwiegend Nichtaussteller, die erste Rolle, so die sozialdemokratischen Gemeinderäte B e r m a n n, Broczhner und Hernstein sowie diverse sozialdemokratische Gewerbetreibende, ferner ein Bruder Müllers, weiters, der sozialdemokratische Stadtrat Richter, dessen Sohn in de^Buchhaltung der Messe Beschäftigung gefunden hat, und schließlich Dr. Schwarz-Hiller, der zugleich Präsident des Hauptverbandes der Messeinteressenten 'und Advokat der Messe ist. Von den 46 Mitgliedern des Berwaltungsrates seinen nur acht Aussteller. Die Broschüre schließt mit der Auszählung von 16 Forderungen der Ausstellerschaft, in denen u. a. die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, die Weiterführung der Messe durch ein Direktoriunt, die sofortige Sperre über die Gelder der Messe A.-G., ein ständiger Kontrollausschuß der Aussteller, Abberufung des Staatskommissärs und «ähnliches verlangt wird. Um gegen diese Anwürfe Stellung zu nehmen, veranstaltete die Messe A.-G. gestern eine Pressekonferenz, in der die Tatsache der Syndikatsbildung bei den Kapitalsvermehrungen damit begründet wurde, daß bei der ersten Emission nicht einmal ein Viertel der Aktien angebracht werden konnten. Das Syndikat habe vom Aktienbesitz nichts, verkauft. Es sei nicht mehr als der ausgewiesene Reingewinn erzielt worden. Die in der Broschüre erwähnten Ueberweisungen des Generaldirektors im Betrage von Wiener Moegenzettnns " September Seit« 8 133.000 S. seien aus dessen privaten Besitz erfolgt und hätten mit der Messe überhaupt nichts zu tun. lieber die jeweils der Oeffentlichkeit zugänglich gemachten Bilanzergebnisse hinausgehende Gewinne seien nicht erzielt worden. Kein Funktionär oder Beamter habe mehr bezogen als ihm von der Generalversammlung, dem Verwaltungsrat oder Dem Arbeitsausschuß zugewiesen worden sei. Das Handelsministerium erklärt mm in einer amtlichen Aeußerung, daß ihm die Anschuldigungen «schon früher teilweise bekannt waren. Ein Memorandum hierüber wurde bereits zum Gegenstand von Erhebungen durch den Staatskommissärbei der Wiener Messe gemacht. Die Ueberreicher des Memorandums seien aufgefordert worden, nähere Daten beizubringen. Das Handelsministerium werde nun die Ueberprüfung der Anschuldigungen im Wege der Bncheinsicht veranlassen und der Oeffentlichkeit rechtzeitig Mitteilung zukommen lassen. Kinogesetz und Luftbarkeltrsteuer. Aus dem Wiener Gemeinderat und Landtag. Gestern hielten der Wiener Landtag und Wiener Gemeiulderat ihre ersten Sitzungen nach den Ferien. Auf der Tagesordnung des Landtages stand die Stellungnahme zu dem Einspruch der Bundesregierung gegen das Wiener K i n o g e s e tz, das bekanntlich die Kompetenz in Kinoangelegenheiten den Bundesbehövden, irr diesem Falle der Polizeidirektion, entzieht und sie den L a n Ä e s b e h ö r d e n, in diesen! Falle dem Wiener Magistrat, überantwortet. Sämtliche Konzessionen sollen erlöschen und durch den Magistrat non erteilt werden. Der Bund hat gegen dieses Gesetz Einspruch erhoben und der Wiener Landtag hat nach längerer Debatte, wie vorauszuschen war, einen Beharrung s >b e s ch l u ß gefaßt. Das Gesetz tritt nach den verfassungsrechtlichen Bestimmungen in: Falle einer solchen Wiederholung des Landtagsbeschlusses sofort in Kraft und wird bereits heute im Landesgesetzblatt erscheinen. Die Opposition machte geltend, daß durch die Einflußnahme des Landes auf das Kinowesen dieses der Politisierung anheimfallen werde. Die christlichsoziale Opposition kündigte an, daß sie in dieser Frage die Entscheidung des B erf assun g sger i chtsho f es anrufen werde. An die Sitzung des Landtages schloß sich eine kurze Geschäftssitzung des Wiener Gemeinderates. Die christlichsozialen Gemeinderäte Z i m m e r l und Rummelhart brachten einen Dringlichkeitsantrag ein, in dem sie gegen die Bovschreibung der Lustbarkeitsabgabe für das d e u t s ch e T n r n e rsest in der Höhe von 53.600 S. protestierten und den Bürgermeister aufforderten, bei der Verwaltung der Wipag, dem Anzeigenunternohmen der Gemeinde Wien, einzuschreiten, weil diese die Ankündigung einer Protestversammlung gegen die Steuervorschreibung verweigert habe. In der Begründung ihrer Anfrage führten die Redner der Opposition aus, daß es Zeit wäre, an eine gründliche Revision des Lnstbarkeitsstenerzesetz es zu schreiten, das eine empfiMiche Behinderung des Fremdenverkeh^ejs. bilde. . Gemeinderat Zimmer! legte überdies dar, daß die übermäßigen Steuern von einem an Steuerwahnsinn erkrankten Fiuauzreferenten diktiert werden. In seiner Erwiderung erklärte Stadtrat Breitner, daß sein Steuerwahnsinn, wenn ein solcher bestünde, doch nur durch eine Infektion durch die Partei der früheren Mehrheit hevvorgerufen sein könne. Die Lustbarkeitsabgabe wurde nämlich noch unter dem christlich sozialen Regime eingesührt und in weit höherem Maße als es jetzt der Fall ist, eingehoben. Stadtrat Breitner legte dann die Abmachungen mit den Veranstaltern sowohl des Arbeiterturnfestes, als auch des deutschen Turnersestes vor, aus denen hervorgeht, daß keine der beiden Parteien irgendwie benachteiligt wurde. Dem Antrag wurde die Dringlichkeit zuerkannt, er wurde jedoch in merito abgewiefen. Dentif/or9 (aMMUMM fiaaaptej. m Gutem s 2.60 and Tuben 8 2.40, Probetube 8 —.90, zeichnet sieh veränderen Zahnpaste« dadurch aus,daß siedle Zlhne I« kurtet 2«tt blenden« weiß ret« inst und gtfantiert urtschSdiich igt. Dabei hat Twerdys Dentmore einen höchst angenehmen erfrischenden Geschmack. — Ueberall eth&ltHcH. 144 Apalfiak« „lum gafdcit«n Hlr«<h«it'* «tos MM W.Twerdy, Wien, I« Kohlmarkt Nr« 11 Lbertantor Safoft Bauer gestorben. Vorgestern starb hier im Alter von 76 Jahren der pensionierte Oberkantor der türkisch-israelitischen Kultusgemeinde, Jüikob Bauer. Der Verstorbene, ein musikalisch hervorragend gebildeter Chasan, war, obgleich selbst nicht sephavdischer Abstammung, 42 Jahre hindurch Oberkantor der hiesigen spaniolischen Gemeinde, die ihrem leitenden Funktionär sowohl wegen seiner anerkannten Leistungen als auch wegen seines ruhigen, vornehmen Charakters die größte Wertschätzung entgegenbrachte. Oberkantor Bauer hatte sich auch um die Organisation des Kantorenstandes in der österreichisch-ungarischen Monarchie große Verdienste erworben. Er war einer der Gründer des österreichisch-ungarischen Kantorenverbandes, dessen Vorstand er seit dessen Gründung angehörte. Nach dem Tode des Verbandspräsidenten, Oberkantor Singer, wurde Bauer von dem in-, zwischen selbständigen österreichischen Verband, zum Präsidenten und später zum Ehrenpräsidenten gewählt. Den Interessen seiner Kollegen diente auch das von ihm gegründete Kantorenblatt „Wahrheit". Bauer hatte auch als Pädagoge auf dem Gebiete der Kantorenansbildung einen guten Namen. Zn den Leidtragenden gehören der Sekretär der Zentralstelle für jüdische Fürsorge, Doktor Moritz L ö w y und Gattin, welch letztere eine Schwester des Verblichenen ist. Das Leichenbegängnis findet morgen um halb kl Uhr vormittags auf dem jüdischen Friedhof, 3. Tor, statt. * Der Vorstand des O e st e r r e i ch i s'ch e n Kantorenvereines teilt mit: Anläßlich des Ablebens des Ehrenpräsidenten des Vereines, des Oberkantors Jakob Bauer, dessen Beerdigung Sonntag den 12. d. um hakb 11 Uhr vormittaigs auf dem Zentralsriadhof, 3. Tor, stattfindet, berufen wir die Bereinsmitglieder zu einer Vollversammlung in den Türkischen Tempel, 2. Bez., Zirkusgasse 22, für heute Samstag um halb 8 Uhr abends ein, um die endgültigen Dispositionen wegen korporativer Beteiligung an dem Leichenbegängnis zu treffen. Wir bitten die Kollegen um pünktliches Erscheinen. Ein Besuch in der Swanetemepllbiik. Die angeblichen Nachkommen der Chaldäer. Der Kaufmann William Wassermann aus Philadelphia, der von einer Reife durch den Kaukasus zurückgvkshrt ist, schreibt hierüber dem New-Uorker „Morning Journal": Swanetien ist eine Republik mit einer Bevölkerung von 14.000 Einwohnern im transkaukasischen Gouvernement Kutais, am oberen Jngurgebirge. Nach der Volkstraditisn stammen die Swaneten von den Chaldäern ab, ihre Republik wurde von babylonischen Soldaten gegründet, die bis zum Kaukasus vorgedrungen waren. Seitdem loben sie als Freistaat mit republikanischer Rechtsordnung. Dem Zaren hatten sich die Swaneten niemals unterworfen und wollten auch das bolschewikische Regime nicht anerkennen. Später schlossen sie mit den Sowjets Frieden, behielten ihre Autonomie, ohne jedoch dem Kommunismus zu huldigen. Die Swaneten bauen ihre Häuser aus den Bergen wie Ritterburgen mit Aussichtstürmen, befestigen sie, um sich vor dem Feind zu schützen. Sie haben wohl das Christentum angenommen, gchören der nestorianischen Sekte an, leben aber noch nach den Gesetzen ihrer uralten Religion. Sie betreiben Viehzucht und sind fast durchwegs Bauern (Nachdruck verboten.) Beim Eiratzenbau in Tel-Awiw. Von C. Sirkes. Tel-Awiw steht jetzt im Zeichen der Straßenbauten. Die schon vorhandenen Wege werden verlängert, der unbequeme Sandstreifen zwischen den Häusern,-in dem man bei jedem Schritt bis auf die Knöchel versinkt, zu . festem Boden verhärtet, die «vorn Verkehr und Hitze schadhaften Stellen ausgebessert. Der Raum ■ nebenan wird zu einer Wevkstätte verwandelt. Meersand, Eisenstangen, Wasserschläuche, eine große Walze, Steinblöcke, Bretter liegen im wirren Durcheinander umher,, und dazwischen Arbeiter mit Spaten und Stampfgeräten, Fuhrwerke, kleine Burschen mit Gasos (eisgekühltem Sodawasser), die überall, wo sich nur . tätige Hände regen, umherschleichen, Neugierige und Müßiggänger, die dem regen Treiben zufchauen. Bei den Steinmassen arbeiten Frauen. Sie sitzen in kleinen Abständen von einander getrennt, in helle, leichte Kitteln, große Strohhüte oder arabische Tücher gehüllt. Die eine Hand lehnt am Stein, die andere hält den Hammer, der mit gleichmäßigen, rhythmischen Bewegungen auf die Steine einschlägt, bis sie mit einem leisen Aufschrei und weißer Staubwolke in Stücke zerfallen. Chalnzoth. Mädchen, die aus Polen, Rußland, der Ukraine herkamen — zur Landwirtschaft. Doch bevor sie in die Kolonien, in ihre Bestimmungsstellen gelangen, in der Wartezeit zerkleinern sie Steine für den Straßenbau. An der Straße selbst arbeiten nur Männer. Vorwiegend junge Burschen. An einer Stelle wird der Sand glattgetreten, seitwärts mit Brettern belegt und mit Wasserschjänchen genäßt. Nebenan werden die zerkleinerten Steine in den Boden gestampft, die ziemlich hohe Schichte mit Eisenstangen gedeckt, und darüber wird *bie Mischung von Meersand, ganz feinen Steinsplittern und Zement ausgebreitet. Dann wird die große amerikanische Walze in Bewegung gesetzt. Vier solche Eisenkonstcuktioaen gibt es in Tel-Awiw. Eine von den Maschinen trägt die Widruung: „Die amerikanischen Arbeiter den Brüdern in Palästina." Eine Tat, kraftspendend und ermutigend mehr, als spaltenlange Sympathiekundgebungen und Freundschaftsbeteueruugen. Der Achtstundentag wird nur durch kurze Rastpausen unterbrochen. Gruppenweise am Boden gelagert, verzehrt man die Mnndvorräte, irmkt Gasos, Tee, und dazwischen werden leidenschaftliche Diskussionen geführt. Hier wird ein soeben erschienenes Buch besprochen, dort über die vermutlichen Folgen des englischen Kohlenstreiks gestritten, daneben die neuesten Zeitungsnachrichten kommentiert. Ans den zusammen mit den „Ohel"-Mitgll!dern (Arbeiter-Theaterschnle) beim Straßenbau beschäftigten Hilfsregisseur der Truppe, der auch Rezitator ist, kommt ein schüchterner, hochgewachsener Jüngling zu: „ob er nicht seine Gedichte durchsetzen möchte, um sie bei den nächsten Veranstaltungen vorzutragen". Die Ruhepause ist schnell zu Ende. Ein kaum merkbares Zeichen von irgendwo und sie schnellen auf, jeder kehrt auf seinen Platz zurück. Mit emsigen Fleiß wird weiter gearbeitet. Heiß, sengend neigt sich die Augustsonne tor Erde zu. Der Sand unter den Füßen brennt, die Mauern ringsum strahlen eine dunstige, kaum zu ertragende Glut aus. In den staubbedeckten Gesichtern der Arbeitenden zeichnen die Schweißrinnsale exotische Linien * Notstandsarbeiten. Die zunehmende Arbeitslosigkeit hat die Gemeinde der Stadt Tel-Awiw veranlaßt, durch die Straßenarbeiten die Not teilweise wenigstens lindern. Mädchen, die Mütter werden sollen, mit eingcpreßter Brust, gebeugtem Rücken, in Staubwolken gehüllt, von der Hitze gepeinigt, zerkleinern Steine. Junge Burschen, weit entfernt von ihrer beruflichen Tätigkeit, mit vielseitigen geistigen Interessen verrichten Schwerarbeiten, denen sie öfters körperlich nicht gewachsen sind. Maschinen würden den größten Teil dieser Leistungen, trotzig dem Willen abgerungen, viel rascher, schmerzloser, vielleicht auch exakter ausführen. Die nötigen Maschinen sind aber nicht vorhanden. Das Notwendige fehlt nur zu oft. Die Geldlosigkeit wirkt beengend, hemmend auf Schritt und Tritt. Oesters werden die Mängel durch jugendliche Kraft, Energie, durch Herzblut, Begeisterung und zähe Ausdauer ersetzt. Eine grausame Verschwendung des kostbarsten Gutes, eine Vergeudung der heiligsten Werte, welche sich kein Volk ungestraft leisten kann und darf. Dieses Problem, das Problem des hart klingenden Metalls, kann aber nur von auswärts, nur im Anslande gelöst werden. Die herbeigeschafften Mittel würden die Schwierigkeiten beheben, die Jugend für produktivere Zwecke aufsparen, die Aufbautätigkeit fördern und beschleunigen. Doch bis dahin? ... Die Lage im Lande ist schwierig, schwieriger als je. Die Möglichkeit, nach Beruf und Befähigung beschäftigt zu werden fast ausgeschlossen. Es bliebe denn. . . die Auswanderung. Doch der Gedanke, das Land zu verlassen, um für sich ein bequemeres Fortkommen zu erwirken, ist für den' größten Teil der palästinensischen Jugend vollkommen unzugänglich. Für sie heißt es, sich durch die Not durchzubeißen, durchzuhalten, die seelischen Beziehungen zum Land, zur Idee, in erhöhte Spannkraft und Audauer umzusetzen. Die, die das Land jetzt verlassen, die gekommen sind, gelockt vom Schein des momentanen Aufstieges, haben nie

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