Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2711 (9.9.1926)
- Date
- 1926-09-09
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Psychologie umgibt sich aber auch mit dem zur Erkenntnis des Problems nötigen Rüstzeug aus den verschiedenen Gebieten der praktischen wissenschaftlichen Disziplinen, so daß ihr spekulatives Moment gerechtfertigt erscheint. Bei dem heutigen Stünd der Dinge ist es sehr fraglich, ob man bereits mit den rein abstrakten Mitteln philosophischer Erkenntnis dem Problem auch nur naherücken kann. Es ist daher nicht verwunderlich, das; solche Versuche ziemlich selten unternommen werden, jedenfalls selten losgelöst von einer allgemeinen philosophischen Konzeption. Das Barthelsche Buch „Philosophie des Eros" ist ein solcher Versuch, der aber durchaus nicht geeignet ist, obige Fragestellung zu erschüttern, schon aus dem einen Grunde nicht, weil der philosophische Antor willkürlich oder unwillkürlich wertvolle empirische Erkenntnisse der modernen psychologischen Forschung einfach unbeachtet läßt. So ist weder seine Problemstellung neu, noch auch seine Erkenntnisse: Begriffliche Verselbständigung der einzelnen Geschlechtskomponenten und ihre Basierung auf das Moment der polaren Gegensätzlichkeit. Die psychoanalytische Ambivalenz erhärtet das letztere viel plausibler. Ebenso wenig neu ist die Forderung nach einer gesellschaftlichen Umwertung der Sermalmor-al, entsprechend den geänderten kulturellen Verhältnissen der Gegenwart, höchstens ihre Begründung, daß es die Bestimmung des Menschen im Weltall sei, die höchst mögliche Form der Liebe zu verwirklichen, dadurch allen leidbetonten Gegensatz über brückend. Im übrigen ist das Buch überflüssig. P. H. Hans Kalfenecker: JWnngrn und Dramen Paul Zsolnah Verlag, Wien. Ein früh Vollendeter? Vor solchem Verlnst schweigt d:e Resignation. Dieses Herz scheint zu glühend, der Wille zu gewappnet, als daß man von geheimem Verzicht auf das Leben sprechen könnte. Hier wurde einem die Fahne aus der Hand gerissen. Kein Frühvollendcter: Ein Wissender, der zu früh geraubt wurde. Es ist eine bewunderungswürdige Form, in der all die Dinge gesagt werden, vor denen die meisten noch die Stirn senken. In dieser Form ist eine große Reife, eine starke Sicherheit, eine schöne Sensibilität. Aber die besaßen andere Vierundzwanzigjährige auch. Wo jene aber in sich versunken, von leuchtenden Gesichten bedrängt, nur Säuger waren, Sänger der Farben, der Töne, der Landschaften, der Menschen, die an ihnen vorüberglitteu, ist in diesem Picrundzwanzigjährigen noch der Wille zuuc Kampf. Er ist Tendenzdichtex im besten und reinsten Sinne. Er spricht um einer Idee willen. Er glaubt an die Menschen, er liebt sie und diese Liebe bricht wie eine Flamme aus jedem Wort, selbst dort, wo cs vielleicht jung und unbeholfen scheinen könnte. Er weigert sich, aus seiner Umarmung jene auszuschließen, die die „Verworfenen" sind. Verklärt sie mit dem Lichte seines Herzens. Predigt Liebe in Worten, die vor Leidenschaftlichkeit rauchen, die atmend, blutend, die in unerhörtem Maße lebendig sind. Er ist kein Idealist, er sieht die Dinge sehr klar, er glaubt nicht, daß alle Menschen verkannte Engel seien. Weiß um ihre Laster, um ihre Umwege. Aber er weiß auch, was hinter Laster und Verbrechen steht, kennt die Quellen und kennt die Mündung. Welch ein Verlust, um dieses Talent ärmer geworden zu sein! Welch ein Verlust, diese Reife so jäh beenden zu müssen! Und welch ein Verlust, dieses Herz, diese tapfere, große Liebe verloren zu haben! Peter. Die allgemeinen Theorien vom Nationalcharakter. Es mag nicht unwichtig sein, au dieser Stelle nicht nur selbständige Neuerscheinungen zu besprechen, sondern auch auf die m verschiedenen periodischen Zeitschriften erscheinenden Arbeiten hinzuwcisen, dre für die Vertiefung der zionistischen Weltanschauung von Belang sind. Eine Arbeit, die in dieser Hinsicht beachtenswert scheint, hat Dr. Friedrich Hertz, der uns als Autor des Buches „Rasse und Kultur" seit langem bekannt ist, unter obigem Titel im „Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik", Band 64, Heft 1 und 3, publiziert. Die Abhandlung, die wohl Paralipomena des Rasseniwcrkes umfaßt und hoffentlich als Prolegomcna eines Buches über Nation zu betrachten ist, zeigt dieselben Vorzüge wie das Buch über Rasse. Vor allem erregt die ungeheuere Belesenheit des Verfassers Bewunderung, der hier aus Werken mittelalterlicher Autoren eine Fülle interessantesten Materiales zusammeuträgt. Die vorliegende Arbeit gibt uns ein wohl lückenloses Bild von den Gedanken über den Nationalcharakter, der sich seit den Kreuzzügen bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts bei den verschiedensten Schriftstellern finden. Die Theorien der Antike wurden vom Autor bereits früher dargestcllt. — Für die verschiedenen zionistischen Arbeitsgenrelnschaften niag die Abhandlung als Grundlage für Referate fruchtbar gemacht werden. Es wäre z>l begrüßen, wenn sich bald ein Verleger fände, der die Arbeit einem größeren Kreise zugänglich machen würde. Dr. K. G. Die ersten Statuten des Bethauses . in der Inneren Stadt. Mus Anlaß der Jchrhuwertseier mit einer Tafel in Farbendruck hermsge.gcdeu vom Vorstande der israelitischen Kulkisgemeinve Wien. Mit einer Studie: Das Statut für das Bethaus der Israeliten in Wien, seine Urheber und Gutheißcr; von Dr. Bernhard W a chst.c i n.) Das historisch bedeutsame Werk besteht, wie schon aus dem Titel hervorgcht, aus zwei Teilen: aus einer hauvschriftlicheu Reproduktion der Bethausstatuten und aus historisch-kritischen Bemerkungen zu diesen Statuten von Dr. Bernhard Wach st ein. Interessant ist insbesondere die Vorgeschichte der Entstehung der Statuten und die eigenartigen Umstände, unter denen sie zustandekainen. Es war die Zeit. der Krise des jüdischen Gottesdienstes im Westen Europas, die Zeit, in der die Reformsynagegen ° mit ihrem auch sprachlich assimilierten Gottesdienst entstanden. Die Statuten für das Wiener israelitische Bethaus waren nun eigentlich als Bollwerk gegen diesen ZeHörungsprozeß der jüdischen religiösen Werte gedacht. Daß die Desorganisation der religiösen Uevungeu, so z. B. des Vorbeterdienstes, ferner das laute, unordeutliche MiNeten eine gesetzliche Neuordnung ver Ding erheischte, ist sMswerstäudlich. Es gereicht nur, zur Ehre der Wiener jüdischen Vertreter, daß sie die damalige Situation insoserne richtig ersaßt haben, als sie die richtige Mitte ein'/chatten wußten und weder nach der einen noch nach der anderen Seite radikal vorgingen. Sie behielten zunächst die hebräische Sprache, als GoWsprache gruildsätzlich ...bei ..und fügten nur einige Gebete in der Landessprache an, Andererseits, aber drangen, sie mit Recht aiii eine Systcenisiemng der Gebetsochnung und' äußerlich ästhetische Durchführung des Gottesdienstes.' Es ist ferner sehr Mich,' das; das ganze Werk der Neuordnung des Gottesdienstes, wie es in der Eiuleituwg zu diesen Statuten heißt: „vorzüglich um der Jugend willen" unternommen wurde, andererseits zeugt es doch vom konservativen Charakter der Redakteure dieser Statuten, das; sie die auf- Moderne DamenkUfte aus Filz und Velour! Detailverkauf ru Fabflks-Engros-Prelsen neueste Modelle, alle Modefarben, 6?01 1 Hutfabrik R. Korff, Wien U., Grosse Mohrengaue 41 (Ecke Odeong.) Tel. 43-4-40 I , Parkring 11, neben Gartenbaukino WMMMMMMMW Umsonst weiden Ihre Kle der über teleph. Anruf abgeholt, für Klotz S 2.S0 geb 'gqlt und zugestellr. Beachten Sic auch: Alle etwaigen Reparatuien ln eigener Werk^tiltte zum Selbstkostenpreis 112 Bügel-Expreß fernspr. 60-4-31 Wien. I., Passauerplafz 7 - I., Salzgries 19 gestellten Normen gleichsam als für ewige Zeilen bindend betrachteten, indem sie in der Einleitung betonten: ,,Da nun aber das Wandelbare der menschlichen Ansichten seinen Emstus; selbst in den heiligsten Angelegenheiten geltend macht; hingegen, eben, in gottesdienstlichen Dingen, vieler Wandelbarkeit am wenigsten irgend ein solcher Einfluß darf gestattet werden," so haben die Vertreter zur Vechinderuug dieses.Einflusses eben diese Regeln ausgestellt. Die Statuten selbst beschäftigen sich eigentlich weniger mit dom Gottesdienst und mehr mit der Organisation der Verwaltung und den ,,W Besorgung des öffentlichen Gottesdienstes augestellten Personen" und enthalten' schließlich auch einige Regeln für die betende Gemeinde. Aus den biograiphisch-historischen Daten Dr. Wachsteins zu 'den einzelnen Unterschriften der Statuten erhält man sehr interessante Ausschlüsse Wer die soziale, politische- und wirtschäskliche Stellung der damaligen Juden, der sogenannten Tolerieren. , Bemerkenswert tst, daß einige namhafte, in Wien wohnende Tolerierte dieses Statut nicht unterschrieben halben. Wachstein führt das Fehlen mancher Unterschriften mit Recht darauf zurück, das; die Betreffenden, die ihre Kinder schon getauft haben, es doch nicht für taktvoll fanden, „ein Werk giitplheißen, das vorzüglich um der Jugend willen gcichanen wurde". Gerade diese fehlenden Unterschriften aber waren vrellelcht für die Urheber der Statuten des Wiener Bethauses das Menetekel, das sie zu deren Schaffung antrieb. Sie haben nicht nur den Gottesdienst geregelt, sondern auch manchen Tolerierten, der von den deMaten Zustauden, die in den jüdischen Gotteshäusern herrschten, abgestoßen, sich vom Judentum überhaupt abkchreu wollte, dem Judentum er - halten-. Das iväre, über die lokal-religiöse, deren allgemem ht tornche Bedeutung. * »• „Menorah", jüdisches Familienblatt für Misse nschaft, Kunst und Literatur, Wien-Frankfurt a. M. Da8 soeben erschienene Sevtsinberbeit enthält unter anderem eine Studie über den Sabbat von Dr. David F e u ch t w a n a. eine Betrachtung von Jakob L ö w e n b e r g über „Festtage" und einen Auitatz von Dr. Viktor K n r r e i n über „Jahresproanolen". Im 'chöngetstigen Teil sind Wolfgaug v. W e i s l mit „Geivrächen über Kunst Judentum und Judenstaat' und Siegfried S ch m i tz mit einem Essai über Israel Zangwill vertreten. Das geschmackvoll ausgestattete Reich-Haschaucch-Heft enthält wieder zahlreiche Kunstbetlagen. inner die Fortsetzung des Romans „Der Traumsiedler von JlleS K a c z e r. ein Gedicht von Marek S ch e r l a g und den Beginn einer Artikelserie von Prof. Dr. Max Eisler über „Den neuen Geist der jüd Wen Baukunst". „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des JriDntums" (Organ der Gesellschaft zur Förderung des Jude n r n m s). Juli- A u g u st - H e t i. 3ft o ulf tmann - Verlag. Frankfurt a. A )-Inhalt: Leo B e ck- „Besitzt das überlieferte Judentum Dogmen? : Martin P l eßu er: „Reue Arbeiten zur Skvtuaginatforschung; Ephraim V o r a t h: „Die Passivbildun: des Grundstammes im Semitischen': E. Bant ln „Tertkr'tstche Bemerkungen': Bernhard Heller: „Die Sago vom Saroe Jolefs und der Bericht Benjamins von Tudela über Dan'els schwebenden Sarg': Wilhelm Kraft: „Zur Geschichte der Juden in Pavpenüeim"; Sigismund P e l l e r: „Ueber die böhmischen und österre chischen Juden zur Zeit Maria Theresias". Ferner zahlreiche Buchb-ivrechunoen und eine Zeir'christetckchan Almanach 1927, Internationaler psychoanalytischer Berr lag, Wien. Der soeben erschienene Almanach 1927 des Internationalen psychoanalytischen Verlages enthält 26 größere Bei» träge von Sigm. Freud (Vergänglichkeit, Psychologie des Gymnasiasten, Psychoanalyse und Kurpfuscherei), Lon Andreas Salome, Alfred Döblin, Stephan Zweig, Professor Bleuler, Professor Gomperz, Professor Kelsen, Gustav Wyneken, Ludwig Binswanger, Pfarrer Pfister, Georg G roddeck, Ernst Simmel, Theodor Reik u. a. Der Almanach ist mit Kunstbeilagen geschmückt und mit Anzeigen zur Orientierung über die neuere psychoanalytische Literatur Fernspr. 63-0-261 versehen. € Copyright >Mi by R. Löwdt Verlag, Wien—Leipzig. 9. Fortsetzung 8akar-dal. Eine jüdische Legende. Als die Lustigkeit eben den höchsten Grad erreicht ha-tte, erhob sich Nathan und kündigte der Versammlung in scherzhaften Worten an, daß nun seine Tochter selbst erscheinen und die eigentümliche „Prüfung" beginnen iverde. Wirklich öffnete sich auch sogleich die Türe, und begleitet von einigen. Frauen trat ein Mädchen ein von herrlichem Wuchs und außerordentlicher Schönheit. Wer aber schildert die Ueberraschung unseres IaVar-daj, als er in der lieblichen Jungfrau seine Geliebte erkannte. Auch Esther hatte kaum ihr sanftes Auge erhoben und flüchtig ihre Umgebung gemustert, als sie den Jüngling Mahr nahm. Purpurröte überflog, ihr Antlitz, doch schnell gefaßt verständigte sie sich durch einen einzigen raschen Blick mit ihnr, und indem ein bezauberndes Lächeln ihren Mund umspielte, flüsterte sie ihrem Vater einige Worte ins Ohr, worauf dieser, an den Rabbi sich Mendewd, ihm etwas leise und angelegen sagte. Da erhob sich dieser von seinem Sitz, und nachdem er durch einige einleitende Worte seinen Bachurim bokanntgegeben hatte, daß er selbst über die Fähigkeiten jedes einzelnen von ihnen entscheiden werde, begann ex einen jener absonderlichen talmu-1 disrhen Vorträge, die darauf angelegt sind, den heftigsten! Pilpul*) zu erregen, indem der Vortragende absichtlich seines Rede so einrichtet, daß sie einer Festnngsmauer gleicht, darin, i gerade um den Feind anznlocken, mannigfache Lücken gelassen werden. Der Rabbi stellte einige offenbar falsche Behauptungen auf und verdrehte in seltener Geschicklichkeit den wahren Sinn einiger Meforschim mit solchem Schavfsinn, daß, wie sehr sie auch mit den Händen in der Luft hin und her fochten, wie sehr auch einer den andern an ohren-' führte, daß jedermann eingestehen mußte, dies könne nicht zerreißendem Geschrei zu überbieten strebte, doch keiner von besser und treffender geschehen. Wie sehr nun auch der Rabbi ihnen imstande war, die Verkehrtheit der Aufstellungen ihres sich abmühen mußte, das sinkende Gebäude seiner Sophismen Lehrers nachzuweisen. Fast bemächtigte sich ihrer Verzweifzu stützen, Jakar-idaj wußte überall'gleichsam einen Keil in lung, als sie endlich ihr Unvermögen eingestehen mußten, die erstürmte Bresche zu schieben und, an der eisernen Bestürzung und Betrübnis malte sich auf jedem Antlitz und Leiter nnwidevleglicher Zitate in die Höhe Mmmend, mit endlich folgte Totenstille dem Lärm.! den Waffen einer haarspaltenden Dialektik allenthalben eine Mittlerweile hatte sich Jakar-daj in eine Ecke gelehnt, > solche Verheening^ anznrichten, daß endlich der ganze hohle nur wenig mit dem lärmenden Dispute, aber um so ntehrK Bau unter stürmischem Beisallrus der entzückten Hörer in mit dem Anlitze seiner Geliebten beschäftigt, die kaum ihre selbst zusammenbrach. Heiterkeit bei diesem seltsamen Auftritt zu verbergen verj Jetzt _ konnte der mit Freuden besiegte Gegner nicht mochte. Da fühlte er sich plötzlich am Arme gefaßt und trotz. wehr umhin, seinen Gegner herzlich zu umarmen. Auch seines Sträubens mit sanfter'Gewalt vor die Versammlung! Nathan Zwi eilte herbei, seine innige Freude und Teilnahme gezogen. Es war der Rabbi, der nun zu allgenteinent Cräu beweisen. Allenthalben wurde es nun laut tnr Saale;eder staunen die Worte an ihn richtete: „Wenn also alles ver- Mund war voll des begeisterten Lobes des herrlichen Jungstummt ist, wenn keiner mehr die Ehre meiner Jeschiwa zu * lings und wie ermattendes Kampsgetdfe nach einer großen retten sich getraut, so tritt du vor. mein Sovhn, lege für Schlacht tönten nun die soeben nicht minder meisterhaft ver einen Augenblick reite Bcscheideuheit ab, welche die de-' sau. überragt." 7— Schweigen herrschte jetzt in den: weiten Saale, teidigten als widerlegten Streitsätze nachhallend hin und 'tv'der durch den dicht erfüllten Re um, vis ein neuer An:-' keiner wagte den andern auch nur anznblicken, alles starrte . tvitt abermals aller Aufmerksamkeit auf sich zog. Esther unwillkürlich auf den in anmutsvoller Verwirrung dastehen-, ^urde in die Arme Jakar--dajs geführt und der Rabbi den Jüngling. Der Rabbi fuhr fort: „Ich sehe Noberraschung sprach mit inniger Bewegung seinen Segen über das Paar. und Staunen ans jedein Antlitze! Ja, .mit Recht muß man eine Tilgend bewundern, wie die meines edlen Pslegesohnes. Wisset, d/ß kein anderer es loar, der damals die rätselhaften Zeilen aus meinem Tische geschrieben, das; ihr also in ihm den scharfsinnigen Löser der schwierigett Probleme zn verehren habt." Nach diesen Worten forderte er den Jüngling ans, das Die Tage, die mrn kamen, waren wohl die glücklichsten int Leben Jäkar-dajs. Aller Reiz einer ersten unschuldigen Liebe tvar über sein Dasein ausgegossen. Mit doppeltem Eifer gab er sich jetzt seinen gelehrten Forschungen hin, mit unermüdlicher Ausdauer und Geduld versah er das neue Amt eines Nosch- Jeschiwa, dem er sich nun nicht mehr entziehen konnte; den ganzen Tag über sah man ihn sich mit Dhova und Talmud *) Disputation unvollendete Werk seiner Kollegen zn bcfriedigendent Schlüsse j ^rsig befassen. Er fühlte die heilige Verpflichtung, wenigstens zu bringen. Da mußte dieser denn zu seiner Beschämung durch *cu größtmöglichen Schatz deü Wissens die Reichtümer aufgestehen, bisher gar nicht ans den Vortrag gehört zu haben, Znwiegen. die ihn; von seiner Braut' znkommen sollten. Wenn worauf der Iiabbi denselben wortgetreu wiederholte und sein' sich dann am Abend eines solchen arbeitsreichen Tages ju Pflegesohn mit einem solchen Scharfsintt. solcher durch-' seiner Esther hinüberstahl, da fühlte er erst recht, daß sich der greifenden Kenntnis aller einschlagenden Stellen seine Mei-, Mensch auch hienieden sein Paradies schaßen kann, nungen und Aussprüche auf ihren wahren Gehalt zuri'lck. j (Fortsetzung folgt.)