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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-09 · Heft 2711 (9.9.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2711 (9.9.1926)
Date
1926-09-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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et und ich begrüße die eiter sich im Verlaus der -„> der zionistischen Leitung ,^..... „ ._vaiden Mt ho bald aus dieser schweren Mäe hevMWMMuen. Wer man möge doch bedeiÄen, daß wir M AM her WdWn Ginwchnerschast' in achtzehn Monaten (BK fl&OOO Merchhen erhöht Men. Mir 46.000 konnte Arbeit MschHk WeWm und dar ist eine sehr große positive Leistung. Sie war nur denkbar auf Grund der Tatsache, daß alle Parteien in Palästina trotz ihrer Differenzen immer zur Zusammenarbeit bereit sind und daß wir in der Exekutive, in der Vertreter aller Parteien von rechts und links sitzen, Zusammenarbeiten, als wären wir von einer Partei. Die jüdische Universität entwickelt sich normal. Jeder Jude in Palästina denkt an Berg Skopus. Wohin immer ich im Lande komme, ob in den Einek oder anderwohin, fragt man mich immer, wie geht es der Universität? Unserem ganzen Lande in Palästina hat die Universität einen sehr starken Jnpuls gegeben und ich hoffe a u ch f ü r d a 8 j ü d i s ch e L e b e n i n E u r o p a. Der Redner beantwortete noch eine an ihn gestellte Frage betreffend die angebliche Mißhandlung politischer Gefangener. Die Frage stehe — meinte er — in Verbindung w't Meldungen, wonach in Haifa bei einem Streik einige Arbeiter von englischen Gendarmen verhaftet wurden. Von einer Mißhandlung weiß der Redner in keinem Fall. Damit war der Empfang beendet mtb der Vorsitzende Dr. F r : e d m a n n schloß mit einigen Dankeswortcn die Versammlung. Sokolow in Berlin. X. Berlin, 8. September. Nahum Sokolow ist auf dem Wege nach London in B e r I i n eingenoffen, wo er o>e No ch- Hafchanah-Tage verbringen wird. Rußland in Khina. Wieder eine scharfe Note Tschrtscherins. Moskau, 8. September. (Wolfs.) T s ch i t s ch e r i n hat an den chinesischen Geschäftslräger in Moskau eine neue Note gerichret, die die Tatsache bervorhebt, daß ungeachtet der en'lchiedeven Warnung der Sowjetregierung bet der B e s i tz e r g r e t f u n g der Schiffe der oft chinesischen Bahn Gewalttätigkeiten erfolgt sind. Die Sowjetregierung spricht in der Note neuerdings ihre Bereitschaft aus. alle s rilligen Fragen zu prüfen, und erwartet von der chinesischen Regierung schiennigeMaßnahmen zur sofortigen Abstellung der begangenen Rechtsverletzungen. (Neben den Noten, mit denen Moskau die chinesische Regierung bombardiert, hat es auch wirkliche Waffen, um in China Fuß zu fasten, eine von der Sowjetregierung soutenierte Armee, die gegen die chinesische Regierung marschiert. — Die Red.) Die Kantonarmree vor Hankau. Schanghai, 8. September. (Reuter.) Die Streitkräfte der Südarmee begannen den Angriff auf Hanyang am Montag abends Die Stadt und das Arsenal gelangten Mittwoch friih in den Besitz der Südarmee. Auf dem Hügel von Hanyang, der Wutsch an g und Hankau beherrscht, befindet sich das wichtigste Arsenal Chinas. Die Stadt Hankau wird von den Kantontr nppen bombardiert - Bei einem Zusammenstoß zwischen britischen Kanonenbooten und - den Truppen der Konto narmer, der am Jangtsefluß stattfand, sind auf englischer Seite dreiOfsiziere getötet und vier verwundet worden. mentr MorgettzermrW * r mm 5 cJtLULLonen y{bkospalmen liefern jährlich ihre Nüsse aur Herstellung des reinlichen, hygienisch einwandfreien Speisefettes «JE5Ä ioo Prozent reines Fett aus Kokosnüssen. Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners 8. B. Ehrenfeld, Mattersburg Zer Belagerungszustand in Svanien wird aufgehoben. Blutige Zwischenfälle bei der Unterdrückung des Aufstandes. Madrid, 8. September. (Havas.) Ministerpräsident Prima de R i v e r a hat milgeteilt, daß der König, da übexall Ruhe herrsche, heute die Aufhebung des Belagerungsz u st a n d e s unterzeichnet habe. Weiters habe er die Heimbeförderung von 12.000 in Marokko stehenden Soldaten beschlossen. Der König fei wieder nach San Sebastian .zurückgekehrt. Das Amtsblatt berichtet über Zwischenfälle blutigen Charakters in S e g o v i a und Valladolid. Die Aburteilung der entlassenen Offiziere durch die Militärgerichte hat bereits begonnen. Der englische Kohlenarbeiterstreik. Ein Vermittlungsvorschlag Churchills. London, 8. September. Minister Churchill hat an den Vorsitzenden des Syndikates der Kohlengrube nbesitzet: ein Schreiben gerichtet, worin er diesem die Vorschläge für ein nationales Abkommen zur Regelung der Löhne' und Arbeitsbedingungen unterbreitet, das jedoch den D i st r i k t s s y n d i k a t e n die Freiheit gewährt, über die Einzelheiten 'der Begingungen in ihren Gruben zu verhandeln. Die ßisenbahnröilber von Lehrte. Wer ist „Ultor?" — Die Prämie des Landstreichers. Aus Hannover wird gemcwet: Die Untersuchung gegen Otto Schlesinger, den einen der beiden Attentäter ans den D-Zug Berlin—Köln, wird auch noch darauf ausgedehnt werden, ob ex der Verfasser der beiden Briefe ist, die, wie noch erinnerlich, einige Tage nach der Katastrophe bei d<w Staatsanwaltschaft in Hannover cinliefen und in verstellter Schrift mit „Ultor" unterzeichnet waren. In beiden Briefen bekannte sich der Schreiber als der Attentäter und drohte mit noch weiteren Anschlägen aus Rache dafür, daß er als Eise n b a h.n b e a m t e r. zu Unrecht >abgeba..t worden sei. Der in Hannover bereits in Hast befind-1 siche Walter Weber, der Bruder des zweiten Attentäters Willy Weber, har gestern bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt, in dem er a-usführte, von dem A t t e n t a t s p l a n gewußt, eine Anzeige jedoch n n t e r l a f f e n zu haben, um feinen eigenen Bruder nicht unglücklich zu machen. Alls zweckdienliche Angaben zur Ergreifung der Eisenbaihnattentäter hat seinerzeit die Polizeibehörde eine Prämie von 2 0.00 0 Mark ausgeschrieben. Diese dürfte nun, wie es heißt, einem L a n d st r e i ch e r zusallen, durch dessen Angaben die Polizei aus die Person des Walter Weber gelenkt wurde. Erhöhung der Post-. Telegraphen- «ud TelephongebShre». Um eine Bedeckung für die den . Angestellten der Post« anstatt gewährte Notstaudsanshilfe in der Höhe eines halben Monatsgehaltes -? Gcsamtkosten 10 Millionen Schilling — zu finden, werden mit 1. November d. I. die Postgebühren und mit 1. Jänner 1927 die Telegraphen- und Telephongebühren erhöht werden. Das Porto für den einfachen Brief soll lute bisher 15 Groschen, betragen, dagegen werden die Gebühren für Briefe über 2 0 G r a m m, D r u ck s o r t e n, Z e i t n n g e n, Post a rt w e i s n n g e n ' und Frachtbriefe hinanfgesetzt werden. Die Erhöhung der' Telephongebühren wird damit begründet, daß sie noch nicht välorisiert sind. Beim Telegraphen, der jetzt nur sehr spärlich benutzt wird, wird sich die geplante Gebührenerhöhung in sehr mäßigen Grenzen halten. Uebrigens steht das genaue Ausmaß der neuen Gebühren noch nicht fest. Die bezügliche Verordnung wird gegenwärtig bei der Generalpostdirektion ansgearbeitet.' hierauf den Kammern zur Begutachtung zugehen und schließlich noch vom Hauptiausfchnß des Nationalrates genehmigt, werden müssen. Der sechste Messelag. Der Berkeh'' in allen Messebäulern ist außerordentlich rege. Nach den vorliegenden Schätzungen w rd der diesmalige Beiuch . den aller bisherigen Nt elsen ü b e r t r c f f c «. Besonters zahlreich sind die Einkäufer aus den Sutzessionsstaaten und den österreichischen Bundesländern. Es wurde« wiederum zahlrei che Ab s ch l tt s >' e gemacht. Auch gestern waren E nkänfer aus P a l äst r ii a erschienen. erkeunung durch den gleichberechtigten Eintritt in den Völkerbund findet. In dieser Nation ist der Judenhaß politisches Schiböleih geworden und in dieser Nation waren in knapper Aufeinanderfolge drei schärfer hervortretende Akte zu verzeichnen, die die Labilität der jüdischen Position kennzeichnen. Es gab zerst die Attacke chauvinistischer Studenten gegen einen Unjvevsitätsprofessor, weil er ein Jude ist, dann folgte die Ritualmordanklage in Breslau und schließlich die ans offenkundigen antisemitischen Tendenzen vorgenommene Einkerkerung eines jüdischen Industriellen in Magdeburg. Hand in Hand mit diesen Vorfällen ging die politische Agitation in Deutschland, die im Judenpunkt ün Ort des geringsten Widerstandes der demokratischen Republik erkennt und ihre Vorstöße gegen die Stellung der Juden mit ununterbrochenem Eifer wiederholt. Im westlichen Europa ist gleichfalls eine langsame Vergiftung der Massen zu merken, die sich aber doch nicht widerstandslos vollzieht. Das demokratische Empfinden in dieser! Völkern und wohl auch die geringere Anzahl und Bedeutung des jüdischen Elements wirken entgegen und so ist für Frankreich und Italien mit keinem stärkeren Ausbruch dieser Strömung - 51t rechnen. Aber der Faszismus — der übrigens stellenweise auch die „direkte Aktion" nicht verschmäht und dies insbesondere in den uordafrikariischen Kolonien bewiesen hat — ist im ganzen den Politisch-territorialen Ansprüchen des Judentums nicht günstig gesinnt. Er versteht die Nenaissancebewegung noch nicht und es wird viel geduldiger Aufklärungsarbeit bedürfen, hier die Harmonie zu erreichen. Im Osten Europas ist der Pauperisierungsprozeß bis zum nackten Elend vorgeschritten. Die Inden Polens, das tragende und be'ebeude Element des wirtschaftlichen und gewerblichen Lebens, sind im Zuge der Krise ihr wehrlosestes Opfer geworden. Ganze jüdische Siedlungen hat der Hunger ergriffen und ihre Lage wurde noch durch den antisemitischen Chauvinistnus verschärft, der sich die Ausschaltung des Judentums zum Ziel gesetzt hat. Unterstützt wurde diese Tendenz in negativem Sinne durch die beklagenswerte politische Uneinigkeit unter den fast drei. Millionen Juden, die in einer geschlossenen Front sehr wohl einen nur schwer zu brechenden Widerstand hätten leisten können. Ter jüdische SejmElub, die stärkste parlamentarische Vertretung, die das Judentum von heute überhaupt besitzt, hat an innerer Festigkeit verloren. Er hat die Grabski-Regiernng zu Verhandlungen gezwungen und damit gewiß ein bedeutungsvolles Präjudiz geschaffen. Aber die Zustimmung zu dem Pakt der Ugoda, die Selbstverständlichkeiten als Errungenschaften ansstellte, hat in das Judenturn selbst .Zwistigkeiten getragen. Diese Krise verschwand m'it dem Pakt int Wirbel der Revolutionsereignisse des Mai. Der neue Ministerpräsident erklärte in einer seiner ersten Programmredeii, daß nur die Verfassung im strengsten Sinne des Wortes gelten dürfe und daß jede einseitige konfessionelle Gesetzgebung als ein Nebel zu verwerfen sei und daß es keine antisemitische Wirtschaflspolitlk geben könne. D i e s e Rede war unter diesen Umständen eine Tat. Aber sie ist bisher vereinzelt geblieben und die neuere Entwicklung Polens läßt sogar 'befürchten, daß auch diese Tat vergessen wird. Die jüdische Mirlvritäl muß wider kämpfen, aber sie steht jetzt nicht allein dem polnischen, sondern auch dem ukrainischen Chauvinismus gegenüber. Die schreckensvolle Pogromzeit der ersten Nachkriegsjahve wirft auch ans die Gegenwart ihre Schatten. Einer der Anstifter dieser Greuel, der Hetman Petljura, wurde am 25. Maj in feinem Pariser Exil von dein iü di scheu Uhrmacher S ch a l 0 m Schwarzbart h aus Rache erschossen. Das Motiv der Tat lag klar zutage und keine Verurteilung des Mordes kann den sittlichen Anlaß beeinträchtigen. Weite und breite Schichten der ukrainischen Bevölkerung haben sich mit Petljma identifiziert. Sie treten für seine Taten ein; sie solidarisieren sich mit Prosknrcw und Felsztyn und Schmerinka und Ualta und den hundert anderen Orterv dieses gegen jüdische Wehrlose geführten Krieges. Biele dieser Ukrainer entkleiden reu Akt Schwarzbarths seines moralischen Charakters und stellen ihn als Erfüllung eines bolschewikischen Auftrages hin. .Sie alle wissen nicht, Wie sehr dies das Judentum verletzen und beleidigen muß, und ans dieser Aktion ist eine neue Welle der Hetze geworden. Das Judentunt Polens' muß gegen diese beiden Gegner sich wehren. In Polen hat es noch seine Widerstandskraft nicht gänzlich verloren, aber v %■ tu R n ß l a n d! Die Tampfwahe des sozialistischen Extremismus ist über das jüdische Städtchen gegangen. Das russische Judentum, einstrnals das unerschöpfliche Energiereservoir der jüdischen Gemeinschaft, ist eingeikesselt, von Verrat umgeben, von der lebendigen Berührung mit dem übrigen jüdischen Volks tum abgeschnitten. Sein gesundes nationales Enpfinden, das immer nur nach Palästina gravitierte, ist durch die von jüdischen Apostaten ersonnene Krimkolonisation vergiftet worden. Trotzdem aber glüht unter der Asche jüdisches Volkstum, jüdisches Sinnen fort. Ihm fehlt — wie früher einmal — nur die Freiheit. Die Terminologie des Antijudentums hat sich in der» letzten Jahren einen neuen politischen Begrüß geschaffen. Beseelt von den Lehren der Weisen von Zion, ist ein ch ristlichev N a t i 0 n a l i S m n S entstanden, der chauvinistische Triebs mit kon-sefsionellen Parolen verbindet mH offensiv anwendet. G

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