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Wiener Morgenzeitung · 1926-09-08 · Heft 2710 (8.9.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2710 (8.9.1926)
Date
1926-09-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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t M. 8T10 Wm, Mkiwoch Wiener Mokgerrzeiturri. kommenheit, sondern such durch moralische, die oft genug vernachlässigt wurde, MSzeichnen solle. Nach der Trauung ging das Flugzeug nieder, der Pastor und die beiden Trauzeugen stiegen aus, der junge Ehemann band aus Feldblumen einen prachtvollen Strauß für seine junge Frau und wenige Minuten später erhob sich bas FlugPwg wi^er in bje Lüste^ zur Hochzeitsreise des ' Neuvermählten Paares, die nach Bermuda ging. Aus dem Reich Magdeburg. Das Verfahren gegen Haas eingestellt. — Magdeburg läßt vom „Stahlhelm" nicht. p Die Verhandlung gegen das ProlMonskilib des Magdeburger Landesgerichtsrates Kölling, den Raubmörder Schröder, ist nunmehr, wie aus Berlin berichtet wird, auf Weisung der Staatsanwaltschaft auf den 16. und 17. d. festgesetzt. Schröder hat wegen seines bereits gemeldeten Versuches, auszubrechen, eine Strafe von 28 Tagen strengen Arrests abzubüßen. Der bei diesem Fluchtversuch überfallene JustiMchtmeister schwebt in Lebensgefahr. Das Verfahren gegen den jüdischen Kaufmann Haas und die Herren Fischer und Reuter, die durch die vom Landesgerichtsrat Kölling so wohlwollend beachteten Aussagen ,des Schröder wochenlang unter schwerer Beschuldigung in Haft , saßen, ist nunmehr endlich durch Beschluß der Magdeburger! Ratskammer e i n g e st e 11f worden. Die Entschädignngs- I a n s p r ü ch e der drei unschuldigen Opfer Schröders und I Köllings wurden als berechtigt anerkannt. Das Anrtsgericht in Magdeburg läßt aber trotz der eben erst j erlittenen europäischen Blamage von seinen „Sonderrechten"! völkischer Dummheit nicht. Als die Zeitschrift der .Hakenkreuzj organifalion, „S t ahlhel m", verboten wurde, erschien sie Gunter geändertem Titel (als ,^ung-SlahIhelm") weiter. Auch! diese Zeitschrift wurde beschlagnahmt. Für Magdeburg j aber gilt das nicht. Wozu gäbe es dort ein Amtsgericht niit gericht die Beschlagnahme der Zeitschrift „Jung-Skthlhelm" aufgehoben, da nicht nachgeWiesen werden konnte, daß es sich um die Fortsetzung des vesbstemn „Stahlhelms" handelt. Mn Kolleg« KMlngs. Aus Berlin wird uns geschrieben: Dieser Tage erregte ein ungewöhnlicher Justizfall großes Aufsehen. Der Rechtsanwalt Dr. Jacques Abraham lehnte während der Verhandlung gegen eine j ü bische Angeklagte den Vorsitzenden, Landesgerichtsdirektor Mars h n e r, mit folgender Begründung ab: „Nach bisher nicht widerlegten Zeituugsnachrichien hat der Vorsitzende Marschtter bei der Fassung eines Beschlusses mikgewirkt, durch den die Forderung des a n t i s e m i t'i s ch e u Schriftstellers Voigtlättder auf Ablehnung sämtlicher jüdischen Richter wegen Befangenheit als begründet erklärt wird. Diese Begründung steht völlig im Widerspruch zur ständigen Praxis der höchsten deutschen Gerichte, eine Tatsache, die allein genügt, in die Unbefangenheit des Richters bei der Verhandlung gegen eine jüdische Angeklagte Zweifel zu setzen. Voigtländer ha: nämlich nicht nur verlangt, daß der Vorsitzende und ein Beisitzer, die Juden waren, äbgelehnt werden, sondern, hat die Ablehnung sämtlicher jüdischen Richter gefordert." Die Entscheidung über den Antrag Dr. Abrahams ist noch nicht gefallen. Im Lande der Freiheit. Amerika besitzt bekanntlich auch eine Ne ge ru n ive r si t ät, und zwar in Tuskegee. wo der schwarze Professor M o n r o o Work soeben eine Statistik über' die Lynchjustiz veröffentlichte. Danach sind in 'den letzten 10 Jahren nicht weniger als 3620 Neger gelyncht worden, von denen 3176 starben. Wer aber glaubt, daß man ln den Vereinigten Staaten nur Neger lynche^ der irrt sich gewaltig, denn laut dieser Statistik sind auch 1066 Weiße den Lynchtod gestorben. Zusammen kommt man also auf 4203 Todesfälle durch Lynchjustiz in 40 Jahren, was einem Jahresdr rchschnitt von 106 Morden entspricht. scharfsinnigen Juristen? So hat denn das Magdeburger Amts- 1MSI1 BS m illilplll! Hfel,' wen Welt Sine FamIlientragSdie wegen der Rnmernr rlansns. Ans Budapest wird uns berichtet: Gestern svülh wurde sidie Gattin des Schriftsetzers Simon Rauschburg in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Sie hatte durch.Leuchtgasvergiftung ihrem Leben selbst ein Ende bereitet. Der Selbstmord der Frau Rausch bürg ist der zweite Akt einer jener jüdischen Familientragödien, die seit der Schaffung des Gesetzes vom Numerus elausus in Ungarn nicht mehr zu den Seltenheiten gehören. Bor etwa zwei Monaten hatte sich der Weste Sohn der Verstorbenen, Paul Rauschburg, in der Nähe von Budapest vor einen heranbrausenden Schnellzug geworfen und fand den Tod. Er hatte vor zwei Jahren das Oftevgymnasium mit Auszeichnung absolviert, konnte aber als Jude unter Berufung auf den Numerus olausus in keiner ungarischen Hochschule Aufnahme finden und ging deshalb in den Tod. Seithex war Frau Rauschburg dem Trübsinn verfallen. Nun ist sie ihrem Kinde in den Tod gefolgt. Simon Ranschburg, der die ganze Nacht in i>er Druckerei gearbeitet hatte, kam müde von seiner Arbeit in dem Augenblicke vor seine Wohnung, als der Sarg mit der Leiche seiner Frau in den Leichenwagen gehoben wurde. Zer Wische Kulturrat in Estland. Die „Frankfurter Zeitung" meldet ans Reval: In Sachen «er Sprachenfrage in den jüdischen Schulen hat der Jüdische Kuiturrat sich zugunsten des Hebräischen entschieden. In der jüdischen Elementarschule in Dorpat findet der Unterricht bereits aus Hebräisch statt, während im jüdischen Gymnasium in Reval sukzessive auf Hebräisch übergegangen werden soll, indem in diesem Schuljahr der Unterricht.nur in der untersten Klasse hebräisch sein wird, im nächsten dann auch in der zweiten usw. Die Leitung der jüdischen Schrie in Dorpat, bei der übrigens demnächst auch Gymnasi all lassen eröffnet werden sollen, hat sich an die städtischen Behörden mit dem Gesuch gesvandt, daß alle jetzt deutsche oder russische Schulen besuchenden Kinder jüdischer Nationalität aus diesen obligatorisch in die jüdische Schule überführt würden, doch hat mangels einer gesetzlichen Unterlage dem Gesuch nicht stattgegeben werden können. Ja» mlmmttomle Komitee der Emigration«' gesellschaften. Jüdische Vertreter bei der Tagung in Genf. Wie bekannt, wurde vor zwei Jahren in Gens ein internationales Komitee der öffentlichen Gmigrationsinstitutionen geschaffen. In diesem Komitee sind ungefähr 40 Organisationen vertreten, darunter ein Anzahl zentraler jüdischer Organisationen, wie Gmigdirekt (Bereinigtes Komitee für jüdische Auswanderung), Hias Jca u. a. m. Am 6. September begann nun, wie I. T. A. meldet, in Genf eine Konferenz dieses internationalen Komitees, an der als Vertreter des Emigdirekt Herr Zwi Abersou teilnimmt. Auf der Tagesordnung steht u. Die Methoden der Zusammenarbeit der verschiedenen Emigra ti on sge sells chaf teu in verschiedenen Ländern; Unzulässigkeit der Zerreißung von Familien durch die Behörden der Einiwanderungsländer; Kampf gegen die Schiffsagenten. Veüin — Leiter des hebrsiifchen Schulwerks in PMftlna. Dr. David Fell in, der Direktor des hebräischen Lehrerseminars zu Jerusalem, ist, wie I. T. A. aus Jerusalem meldet, zum Leiter des Erzieh u n.gsrates (Waad Hachmuch) der Zionistischen Organisation in Palästina ernannt worden. Dr. Josef Lurje, der frühere Leiter des Erziehungsrates, war im Jahre 1934 unter Hinweis auf das nach seiner Ansicht unzrreichende Erziehungsbudget zurückgetreten. Seine beiden Mitarbeiter, I. Azarjahu und A. M. Lffschitz, die gleich ihm ihren Rücktritt erklärt hatten, haben sich später bereit erklärt, bis zur Ernennung eines neuen Leiters die Arbeit sortzuführen. Der Fugostowische Kioniftenverbond - legalisiert. Aus Belgrad wird uns gemeldet: Die jugoslawische Regierung hat soeben durch das Innenministerium die Statuten des Jugoslawischen Zionistenverbandes bestätigt. # Jugoslawien hat schon bis jetzt die Arbeit der Zionistischen Weltorganisation und des Zionistenverbandes in Jugoslawien unterstützt und die Bewegung mit großer Sympathie verfolgt. Bei dem vorjährigen Besuch Nssischkins Hot, wie erinnerlich, der Außenminister Dr. Nincie die Sympathien seiner Regierung für >den Ausbau Palästinas wiederholt zum Ausdruck gebracht. Die Bestätigung der Berbandsstatuten .war bisher durch Administvationsschwierigkeiteu verzögert gewesen.. Die Legalisierung der Statuten wird den Ortsgruppen, besonders in der Vojvodina, sehr zugute kommen. Einweihung des nenen Zeremoniensaales im Mödlinger Tempel. Man schreibt uns aus Mödling: Am 22. August gab es eine solenne Feierlichkeit bei unserer israelitischen Kultusgemeinde. Es wurde nämlich im Tempelgebäude der neue Zeremonie nsaal ein geweiht. Außerdem hielt an diesem Tage Herr Rabbiner Dr. Albert S ch w e i g e r seinen feierlichen Einzug daselbst. Herzlich begrüßt, hielt er eine Antrittsrede, die mit Begeisterung ausgenommen wurde. Die Schriflftellerln, Frau Dr. Großmann, widmete aus diesem Anlasse ern Festgedicht. Gin orthodoxer jüdischer Tempel in Mährisch-Ostrau. Am 8. d. fand in Mährisch-Ostrau, wie I. T. A. meldet, die feierliche Einweihung des nach orthodox-jüdischem Ritus erbauten Teiripels statt. Der schöne Bau wurde nach den Plänen des Architekten Roger vom Baumeister Skoretzki erbaut. Die Thorarollen wurden in festlichem Zuge aus der Wohnung des Dr. Max Beer vor den Tempel gebracht, wo die gesamte Kultusgemeindevertretung mit dem Präsidenten Dr. Alois Hilf an der Spitze, den Zug evivartete. Herr Dr. Hilf hielt an die Versammlung eine erhebende Ansprache. Die Einweihungsreden wurden von den Herren Rabbiner Dr. S p i r a, Dr. Horn, Rabbiner Dr. Baß und Dr. Färber gehalten. Es ist dies in Böhmen, Mähren und Schlesien der einzige orthodox-jüdische Tempel, der in den letzten Jahrzehnten erbaut wurde. Zunahme der Mischehen in Ungarn. Dem soeben erschienenen amtlichen Bericht über die Populationsbewegung in Ungarn im Kveffen Quartal 1626 ist zu entnehmen, daß die christlich-jüdischen Mischshen in Ungarn abermals an Zahl zuoenvmmen haben. In der Berichtsperiode wurden insgesamt 3623 Mischchen geschlossen, tvovon 239 Eheschließungen zwischen Juden waren. 10,6 Prozent aller jüdischelt Eheverbindnngen waren Mischchen. 3>t, Paolo Bits Finchi, ein junger Schriftsteller, der einer der ältesten jüdischen Familien Roms entstammt und auch selbst am jüdischen öffentlichen Leben teilnimmt, wurde, wie uns aus Rgm berietet wird, zum italienischen Generalkonsul siir 8. September IW «Mtz ___.>__-____-___... -—. Feinste Herrengarderobe nach Nah liefert *n NiSßiM Preisen in rädelkose« Anlflihrnng (auch asts ReNMWKsi) RubSlf Toivstein, Zivil- und Unisorwschneißer Gegr. 1866 Wie«, 2. Bez.. Taborstraste U Tel. 46*6.29 Kttktirs. uitö Aastiz-raiate farvie -arette Eine Ehrnng fsir Johann Krrmenehky. « Anläßlich des 26j8hrigen Jubiläums des Keren KtchemaG. Bon der Leitung des Keren Kajemeth erhalten wir folgende Zuschrift: Das Präsidium des Keren Kajemeth hat einhellig beschlossen, aus Anlaß des 25jährigen Bestandes deS Keren Kajemeth Herrn Johann K r e m e n e tz k y, den ersten Direktor des Keren Kajemeth, der mit außerordentlicher Liebe und Hingabe die Grundlagen der Organisation des Fonds und seiner Popularität geschaffen hat, zu ehren. Zu diesem Zwecke wird am Beginne des Jubiläumsjahres eine Spezialaktion veranstaltet. Alle Gesinnungsgenossen und Freunde des Keren Kajemeth werden ersucht, sich an dieser Sammelaktion zu beteiligen, damit ein der Größe der historischen Leistung entsprechender Fonds zustande komme. Wien, 8. September. * Das Wetter. Gestern trat nach der ununterbrochenen Reihe von heiteren Tagen Eintrübung ein. Die Teniperaturr war hoch. Die Voraussage larltet: Zunehmende Bewölkung, stellenwoise Nieiderschläge, noch Waran. * Heute gilt der Werktagstarif auf der Skadtibahir und Straßenbahn. Die Hinnnd Rücksahvscheine und die Wochenkarten können für die Rückfahrt von 13 Uhr ab benützt werben. * Opfer der Badezeit. Montag badeten zwei Freundinnen, die löjähriäe Marie S l a m a, 2. Bez., Wachauechos 5 wohnhaft, und die 14jährige Therese Gärtner, Springeraasse 14 wohnhaft, im Freibad bei der Reichsbrücke. Plötzlich verschwanden beide Freundinnen unter der Wasseroberfläche. Der SchuhmacheMhilfe D z w i g o n schwamm in den Strom hinaus und konnte die Gavtner retten, die Slama wurde von den Wellen mitgerissen. * Eine Licbestragödie in Langenzersdorf. Gestern abends kam ein Mann in aufgeregtem Zustande in eme Konditorei in Langenzersdorf, rief dein Geschäftsleuten zu, daß draußen eine Frau liege uno stürzte zu Boben. Er blutete aus einer Kaffenden Schnittwunde anr linken Unteravm. Man fand tatsächlich Mweit der Konditorei eine Frau, die gleichfalls aus einer Schnittwunde am linken Handgelenk blutete. Hausleute bemühten sich um die Verletzten und verständigten die Wiener RetitungsgssMchast. Der Jnspektionsarzt stellte bei beiden Zeichen von Lysolvergiftung fest soivie Schnittwunden an den Unterarmen, die nicht lebensgefährlich waren. Die Verletzten sind der 31jährige Hilfsarbeiter Josef W. und die 28jährige Hilfsavbeitevin Leopoldrne G. aus Wien. Beide sind verheiratet. Sie haben aus unglücklicher Liebe in den Tod gehen wollen. * Tödlicher Autounfall. Der 31 Jahre alte Grazer Kaufmann Fritz Pereles verunglückte gestern bei einer Autofahrt über den Karnerberg bei Leutschach tödlich. Sein Chauffeur wurde schwer verletzt. * Neus vom Hochstapler Färber. Die Salzburger Polizeidireklion ist in den letzten Tagen einem Betrüger aus die <Upur gekommen, der sich unter dem Namen des bekannten Mnsikschviftstellers Dr. Robert K o n t a an Schauspieler und Künstler währertd der Festspiele herangemacht hat nnd ihnen Geld entlockte. Er hat mit Künstlern förmliche Verträge aus Konzerte abgeschlossen und sich Kautionen geben lassen. Der Betrüger dürste mit einem gefährlichen Hochstapler, dem Schauspieler Konrad gärber, identisch sein, der schon wiederholt auch die Wiener chörden beschäftigt hat. Färber wurde vom Psychiater in Deutschland für geisteskrank erklärt und auch die Aerzte am Steinhos haben seinerzeit das Gutachten bestätigt. Voriges Jahr wurde Färber vom Wiener Landesgericht wegen Diebstahls und Betruges zu achtzehn Monaten schweren Kerkers verurteilt.. * Verhaftung eines Salzburger Arztes. Montag wurde in Salzburg der praktische Arzt Dr. Johann Giandru weaen Verbrechens gegen das keimende Leben verhaftet. Gegen 8 Uhr abends hörte man aus dem Ordinationszmrmer des Dr. Giandru gellende Hilferufe einer Frauensperson. Kriiminalboamte drangen gewaltsam in das Ordinationszimmer ein und fanden dort eine Hausgehilfin am Divan, von fürchterlichen unterleibsschmerzen befallen, liegen. Sie gab'an, daß der Arzt am Nachmittag an ihr Vorberatungen zu einem verpönten Eingriff vorgenommen habe. Er hieß sie sodann im Ordinationszimmer zu bleiben, bis er znrückkäme, und ging in die Stadt, wo er sich in Gasthäusern aushielt und zechte. Gegen Abend wurde die Hausgehilfin von hestraen Schmerzen besauen und ries um Hilfe. Dr. Giandru wurde dem Landesgerichte eingeliesert. * Die größte Briefmarkenfabrik der Welt. Die größte Bviefmarkendruckerei der Welt ist die American Bank N-ote Company in Now-Vork. Sie wuvde bereits 1797 gegründet und stellt heute nr mehr als 40 Staaten und Staatsbanken sämtliche Geldscyeine und Briefmarken her. Das Institut verfügt über 120 in seinen eigenen.Schulen ausgebildete Graveure und beschäftigt annähernd 3600 Arbeiter. Tag und Nacht sind hundert Schnellpressen, die in eigenen Fabriken nach eigenem System gebaut werden, in Betrieb, und ein wahres Heer von Gchvinipolizisten übt die Hefter* wachnng des Druckverfahrens aus. * Silberhochzeit von Herrn und Frau Professor Heinrich Loewe. Professor Dr. Heinrich Loewe und Gattin begehen in diesen Tagen in Berlin das Fest der Silberhochzeit. Dem Jübelpaar gehen aus diesem Anlaß aus Deutschland und dem Ausland zahlreiche Glückwünsche zu. Prof. Heinrich Loewe ist einer der ersten Zionisten Deutschlands. Noch in der Zeit vor Herzls Auftreten gegründete er den Verband Jung-Israel. 1896 errichtete er mit Hirsch Hildesheimer in Kairo bei der Gewerbear sstellung das Zelt für die Weine von Rischon le Zion. Er war derjenige, der Max Nordau und Theodor Herzl den Berlinern vorstellte. Prof. Heinrich Loewe ist Direktor der preußischerl Staatsbibliothek und hat sich auch um die NationalbiblioM in Jerilfalem große Verdienste erworben. In der „Wiener MorgenzeiMng" hat Professor Loewe eine Reihe vielbeachteter Artikel über: „Die Fragen der NationaWibliothek und die kulturellen PrMenre Palästinas" veröffentlicht. * Eirre Stadt auf Fässern. Eine Faßstadt hat sich nahe vor; Cleveland im Staat Ohio der Bereinigten Staaten anfgetan. Eine der in ClevÄand ansässigen Weinfirmen war zu -er Erkenntnis gÄommen. daß das Mkoholverbot doch nicht mehr abgeschasst wird, nutz entschloß sich zunc BerjVanf * eines größeren Postens ihrer größten Fässer. Ein Monn aus Bevmilion erstand die Faß rissen, ließ sie nnrändern, und zwar so, daß sie seiner Vortellnng von SonMerbelhanftngen entsprachen. Die',Häuser" vuhell nun auf Betonboden und sind in Reihen aufMtmt. Aarf der einen Seite haben sie zwei Fenster, Es der anderen Sötte ein, Fenster und die Türe. Um die Vorderfront zieht sich eine vor Mücken geschützte Veranda. Jedes Haus ist mit elektrischem fttöt versehen und besitzt einen elektrischen Oien, einen Eis>schvarck wv S

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