Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2710 (8.9.1926)
- Date
- 1926-09-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27K r Mm, MMoch . Mvner .iM^-----■ ■- - - ■ --■ -!— .*.m.. ■ .m'■«... *■—'" 11 1 ,|||M|1«1»—« " ' ll"11 Kle Mnderhetten itt Pott«. Das Gchtrttvesen in Wilaa. L. Warschau, 7. September. Heute erschien beim Ministerpräsidenten Bartel eine Delegation der nationalen Minderheiten aus der Woiwodschaft Wilna, um ihm ihre Wünsche' in Schulängelegenh e i t e n darzulegen. Als Vertreter deS jüdischen Schulkomitees gehörten die Herren Dr. Schabad und Kahn aus Wilna der Delegation an. Als der Ministerpräsident den Zweck der Vorsprache erfuhr, fragte er die Delegation, warum sie sich an ihn und nicht an den Unterrichtsn: i n i st e r wende; es wurde geantwortet, das Problem der nationalen Minderheiten sei ein politisches Problem des ganzen Staates, weshalb sich die Delegation direkt an den Regierungschef gewendet habe. Nach dieser einleitenden Klarstellung machten die Delegierten den Ministerpräsidenten auf die Schwier: gleiten aufmerksam, denen das Schulwesen der nationalen Minderheiten im Gebiete von Wilna begegne; so seien von 400 w e i ß r n s s i s ch e n Schulen nur drei geblieben; den Minderheitsschulen werde kein Oeffentlichkeitsrech' zugestanden; die Minoritätenbevölkerung des Gebietes von Wilna, die hohe Stenern bezahle, glaube ein Recht darauf zu haben, von der Regierung entsprechende Subventionen für die Erhaltung ihres eigenen Schulwesens zu verlangen. Als Dr. Schabad im Namen der 'jüdischen Bevölkerung Wilnas darauf verwies, das; tie dortigen jüdischen Schulen großen Schwierigkeiten begegnen, unterbrach ihn Ministerpräsident Bartel mit der Frage: „Wünschen die Herren nicht auch eine U n i v e rs i t ä t mit jüdischer Unterrichtssprache?" Dr. Schabad erwiderte: „Fetzt sprechen wir von G h m n a s i e n; von einer Universität werden wir vielleicht noch zu gelegenerer Zeit sprechen." Es entwickelte sich eine längere Diskussion, in deren Verlauf Dr. Schabad darauf verwies, daß die Forderungen der Minderheit den Grundsätzen der Verfassung entsprächen. An: Schlüsse der Auseinandersetzung erklärte der Ministerpräsident, er werde sofort bezüglich der vorgebrachten Forderungen mit dem U n t e r r i ch t s m i n i st e r konferieren. Die Zwnngssonntagsruhe. L. Warschau, 7. September. Die Vereinigung der j üdischen Kaufmannschaft von K l e i n p o l e n hat an das Arbeitsministerium das Ansuchen gerichtet, daß mit Rücksicht auf die jüdischen Feiertage den jüdischen Kaufleuten gestattet werde, am Sonntag den 12. b. die Geschäfte von 1 bis 6 Uhr nachmittags offen zu halten. Das Ansuchen wurde vom Arbeitsministerium abgelehnt. Der Vortrag Franz Sppenheimer» in Wien. Das österreichische Keren-Hajessod-Bureau teilt uns mit: Der bekannte Soziologe und Nutionalökonom Pros. Hr. Fianz Oppenheimer, der erst vor einigen Wochen Palästina besuchte, wiid Sam8tagden25. dum8Uhr a b e)n d 8 i m mittleren Konzerthaussaal, Wien, 3. Bez., Lothringerstraße 20, über seine Eindrücke in Palästina sprechen. Karten sind im Keren-Haiessod-Bureau. Wien, 1. Bez., Kärntnerstraße 28 (Telephon 77-4*85 und 77-4-86) erhältlich. Tagesbericht. „(Hm tflwHgc Maßnahme der Kultusgemeinde Kiagenlmt." In unserer Ausgabe vom 1. September mußten wir mitteuen, daß die Kultusgemeinde Klagenfurt im Wege einer Anzeige bei der Landesregierung Regierungs maßnah men gegen mittellose jüdische Durchreisende forderte und bewirkte, daß diese jüdischen Wanderer in der Grenzstation Arnoldstein angshalten und nach Triest zurttckbesördert wurden. Wir fügten ausdrücklich hinzu, daß es sich erübrige, das Vorgehen der Kultusgemeinde Klogensurt zu kritisieren, da wir in der Lage waren, das ernste und würdige Schreiben wiederzugeben, in welchem das T r i e st e r P a l ä st i n a a m t der Kultusgemeinde Klagenfurt seine Meinung über diese Maßnahme zum Ausdruck brachte. (Selbstverständlich ist auch die Abschrift des Schreibens der Kultusgemeinde Klagenfurt an das Palästinaamt Triest, aus welchem hervorgeht, daß die Kultusgemeinde Klagenfurt tatsächlich diese Maßnahmen getroffen hat, in llttseren Händen.) Wir waren ferner in der peinlichen Lage, einen Ukas des österreichisch on «Gene ralko ns ul at s an das Triester Palästinaamt zitieren zu müssen, dessen Inhalt beweist, daß die Intervention der Kultusgemeinde Klagenfurt prompten Erfolg hatte. Nun erhalten wir vom Kultusrat der Israelitischen Kultusgemeinde in Klagenfurt, Herrn Dr. EmilNosenfeld, namens dieser Gemeinde ein längeres Schreiben, in welchem zunächst bedauert wird, daß wir unterlassen haben, vor der Veröffentlichung des Falles mit der Kultusgemeinde Klagenfurt Fühlung zu nehmen. Dazu lag leider nach vollzogener Tatsache und nach den bereits eingetretenen Folgen des bedauerlichen Vorgehens der Klagenfurter Israelitischen Kultusgemeinde für uns wahrlich kein Grund vor. In dem Schreiben heißt es dann weiter: „Unsere Gemeinde, die kaum drei Jahre besteht und unter den größten Schwierigkeiten begründet wurde, ist auf besonders harten Boden gestellt. Ringsum von den größten Feinden des Judentums umgeben, hat sie eine besondere Mission als Bollwerk unserer Religion im äußersten Süden der österreichischen Republik zu erfüllen. Sie kommt allen ihren wirklich ernsten und schweren Pflichten mit der größten Genauigkeit nach und verdient die Unterstützung des gesamten Judentums unseres Staates. Unsere Gemeinde hat insbesondere die Pflege der altbewährten jüdischen Solidarität auf ihre Fahnen geschrieben nnd tut alles nur Menschenmögliche, um die überaus großen Ansprüche, die an sie von armen und bedrückten Glaubensbrüdern gestellt werden, zu erfüllen." Es wird dann in diesem Schreiben die Möglichkeit eines nicht beabsichtigten Formfehlers zugegeben und das Vorgehen der Gemeinde damit begründet, daß ein Mitglied der in Klagenfurt erschienenen Emigrankengruppe selbst den Wunsch geäußert habe, man möge in Triest intervenieren, damit die jüdischen Emigranten nicht nach Klagenfurt geschickt würden, weil ihnen dort keine ausreichende Hilfe zuteil werden könne. Auch zwei Vorstalddsmitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde in Klagenfurt, die gestern in unserer Redaktion vorsprachen, legen allen Wert darauf, in der Oesfentlichkeit klarzustellen, daß die Kültusvorslehung von der Wirkung ihrer Maßnahmen und von der Kritik, die sie erfahren haben, sehr unangenehm berührt fei, weil die Juden Klagenfnrts — wie die Herren durch Anführung zahlreicher Beispiele zu erweisen sich bemühten — in der Erfüllung ihrer jüdischen Pflichten stets opferfreudig sind. Die beiden persönlich erschienenen Herren gaben 8. B-PienMk im S3L CASALI-LIKORE die führende Qualitätsmarke übrigens zu, daß jener Intervenient, der für sich und ackere Maßnahmen verlangte, dahingehend, daß von Triest aus lefow Emigranten nach Klagenfurt geschickt würden, nicht vom Triftet Palästinaamt nach Klagenfurt instradiert worden sei. Gerne erkennen wir an, daß die führenden Juden der Kultusgemeinde in Klagenfurt sich alle Mühe geben, ihr jüdisches Pflichtgefühl zu erweisen nnd wohl heute schon den Mißgriff bedauern, der freilich mit dem Hinweis auf den Emigranten keine entschuldigende Aufklärung findet, zumal er eine Intervention beim Triester Palästinaamt forderte, nicht aber eine,Anzeige bei der Regierungsbehörde, eine Jndenss'erre an der Grenze und einen scharfen Ukas des österreichischen Konsulates in Triest. Der stufte Messetag. Der Besuch der Messe wies auch gestern eine außerordentliche Steigerung auf. Montag aber ds meldeten 75 Wiener Hotels B o l l b e I a g. Die ankommenden Züge ebenso wie die Schiffe sind überfüllt. Es wurden zahlreiche Kaufabschlüsse realisiert. Die Nachfrage in allen Messebäusein ist sebr groß. In der Rotunde traten unter anderen auch Einkäufer aus P a l ä st i n a auf. Das stärkste Kontingent der Messebesucher stellen die N a t i o n a l st a a t e n. Der Wiener Feftsonntag. Der von der Fremdenverkehrskommission für Wien und Niederösterreich am 12. d. veranstaltete Fest so nntag beginnt um halb 11 Uhr vormittags mit Festpro- Äuktionen in der Spanischen Reitschule, für die die Wiener Philharmoniker einen großen Bläserchor beistellen. Um 12 Uhr mittags spielt auf dem Haldenplatz eineRegimentskapelle des Bundesheeres. Der Höhepunkt des Festsonntags ist der große Trachtenfestzug, der um halb 3 Uhr nachmittags vom Aspernplatz zum Rathaus seinen Weg nimmt. Auf diesem Festzug werden echte Trachten sämtlicher Bundesländer vertreten sein. Noch während des Trachtenfestes auf dem Rathausplatz wird im Volksprater ebenfalls ein großes Fest seinen Anfang nehmen, das erst zu später Abendstunde mit einem R ie s e ns e u e r w e r k, einem Zapfenstre: ch Md einem Lampionumzug beendet wird. Um halb 9 Uhr abends wird das Rathaus und von halb 10 bis halb 11 Uhr abends der Hochstrahlbrunnen b e l e u cht e t. In den Wiener Theatern werden Festvorstellungen abgehalten, so in der Staatsoper „Die Fledermaus" und im Burgtehater „Der junge Me dar du s". Ueber Weisung des Oesterreichischen Mnsikevverbandes werden sämtliche Musikkape^en Wiens um dreiviertel 10 Uhr abends deen Walzer „Ander schönen b l a u e n D o n a u" spielen. Die Ravag hat für diesen Abend ebenfalls ein Festkonzert des Wiener Symphonieorchesters unter Mitwirkung der Staatsopernsängerin Marie Ger-H.art an« gesetzt. bin musikalisch gebildeter khafen sucht... Bon I. Tiger. Gleich in den ersten Tagen des Elul, oder auch schon früher, begegnet man in den jüdischen Zeitungen die oben zitierte Ankündigung in sehr umnn'igfachen Varianten; manche versprechen selbstlobend einen „prächtigen Tenor", andere sind bescheiden, indem sie sich bereit erklären „auch auf die Provinz" zu gehen. Eine dritte Sorte der Vor'beter hiywiederum inseriert überhaupt nicht. Von diesen nun will ich etwas zu erzählen versuchen. Mein kleiner Bruder ist Chorknabe im Pazmanitenteinpel. Durch ihn habe ich in der „Börse" dieser Chasunim, die sich in einen: kleinen Volkscafe in der Nestroygasse befindet, Zutritt erhalten. Da sitzen sie nun stundenlang, diese Gelegenheitskantoren, die sich aus älteren Tempelsängern, verkrachten Opernsänger:: oder arbeitslosen jüdischen Schauspielern rekrutieren, und suchen eine „Verbindung", um in irgendeinem der zahlreichen Vereine, die private „Minjunim" veranstalten, ein „Brettl" zu erlangen. Der einzige Kellner mit der ewig schmutzigen Serviette wird immer wieder ermahnt, die Türe zu schließen, nachdem sämtlich Fenster — in diesen schönen Sommertagen! — bereits hermetisch geschlossen worden sind. Dem: erwischt man jetzt, vor den hohen Feiertagen, eine Halsverkühlung, dann ist die schöne Hoffnung den Winterrock vom „Dorotheum" auslösen zu können, dahin, für lange Zeit . . . Man tuschelt und unterhandelt lange miteinander: „Posten", „Vermittler", „Verbindungen" sind die sehr oft wiederkehrenden Worte. Dazwischen werden Eier verzehrt, besonders in rohem Zustand; roh genossen sollen sie nämlich von geradezu wunderbarer Wirkung auf die Stimmbänder sein, nrögen diese noch so sehr zu Heiserkeit inklinieren. Bevor n:an nun ins Kaffeehaus geht, wevden bte Taschen am Karmeliterplatz mit frechen, aber ramponierten Eiern — diese sind "ämlich sehr billig. — gefüllt. Während des Gespräches in: Kaffeehauswinkel holt man eines behutsam heraus, ein leises Auklopfer: auf dem klebrigen Marnsortifchcheu — gluck, gluck —, und schon ist Eitveiß samt Dotter verschluckt. Die Schale wird geräuschvoll aus die Erde geworfen und der Fußboden wird allmählich von Eierschalen dicht besät. Jedoch niemand ist darüber erstaunt, man weiß: musikalisch gebildete Chasunem suchen einen Posten. . . Das Rauchen, das bis jetzt so leidenschaftlich betrieben wurde, wird nun stark reduziert, in den allerletzten Tagen ganz eingestellt. An Stelle der Zigaretten treten Schnupftabak und Brustkaramellen. Diese werden in den verschiedensten Sorten genossen, der gegenüberliegenden Drogerie werden die Türen geradezu eingerannt. Auch die „künstlerischen" Vorbereitungen eines suchenden Chase:: sind sehr umständlich; fast ein Jahr lang, daß num diese Dinge ganz vernachlässigt hatte, und nun muß alles wieder aufgefvischt werden. Da ist nun Feiwele Knak der Helfer in der Not. Einst eine Koryphäe des zweiten Bezirkes, erfand er ein „St auf y st cm", das einem jeden Chafen, mag er noch so lange mit seinen Gesangsstudien ausgesetzt haben, gleich zu einer wohlklingenden Stimme verhilst. Diejenige:: nun, die sich nicht ganz sicher fühlen und beim Probesingen vor den gestrengen Herren Vorständen der diversen Vereine zu versagen befürchten, lassen sich von Feiwole unterweisen. Da sitzen sie rund um den Tisch, pressen mit aller Kraft beide Hände gegen , den Brustkorb, bis sich dessen ganze Lust in den Kehlkopf staut, um diese, auf ein von Feiwele gegebenes Zeichen, plötzlich unter sehr lautem Gebrüll ausströmen zu lassen. Die fremden Gäste schauen erschrocken um sich, Werder: aber vom Kellner bald beschwichtigt und die Uebung beginnt wieder vor: vorne.. Den größten Fleiß zeigt Mendel Lemel, der stets bei seiner Karriere schwört. „Soll ich so meine Karriere erreichen!", ist sein heiligster Schwur, zugleich aber auch sein sehnlichster Wunsch, nämlich einst Hilsskantor im Pazmanitentempel zu werden, wo er derzeit als Chorsänger tätig ist. Feiwele ist von ihn: sehr entzückt und prophezeit ihm eine glänzende Zukunft, vorausgesetzt natürlich, daß er seinem Stausystem treu bleibt. Mendel verreibt gleichzeitig einen regen Handel mit Ornaten; Talare Werder: gegen Mützen, Mützen gegen Talare getauscht, es wirst immerhin etwas ab. Ist eine Mütze schadhaft, bessert er sie kunstgerecht aus, wie er es bei seinem Vater, dem „Strainelmacher", gelernt hatte. Sie wird in seinen Händen „wie neu" und findet bald einen Käufer . . . Elul geht zu Ende. Die Teilnchrnerzahl an den Stausysternübungen ist sehr zusammengeschrumpft, der größte Teil von ihnen hat bereits ein „Brettl". Es war zwar schwer, sehr schwer — das wiederholte Probesingen vor den „Vorständen", die leeren hinschleppenden Versprechungen, unzählige Schikanen, Konkurrenz — aber endlich hat mans doch erreicht. Die übrigen, die aussichtslos Suchenden, haben das Eierschlucken eingestellt — es Habs ja nicht ... Das Staushstem ist ihre letzte Hoffnung. Es wäre schmerzlich, überhaupt nicht vorznbeten; abgesehen vom Entgang einer Verdienstmöglichkeit, aus die man so große Hoffnungen gesetzt hatte — wie läßt man nun ein Jahr, ein ganzes rundes Jährchen verstreichen, ohne vor einem Vorbeterpult seine Funktionen auszuüben. Dem: schließlich ist man doch auch gewissermaßen Künstler, Diener einer heiligen Sache ... Feiwele gibt sich die denkbar größte Mühe, um einen jeden seiner „Studenten" — wie er seine Schüler zu benennen liebt — unterzubringen, und es ist wahrlich nicht seine Schuld, wenn es nicht bei allen gelingt. — „Er hat zu wenig geübt!" — murmelt er, wie sich falbst entschuldigend, und er ist ivach wie vor von der Unfehlbarkeit seines Systems fest überzeugt. Er selbst betet seit vielen Jahren in der Floßgasse vor. An: Vorabend der hohen Feiertage. Das kleine Volkskaffeehaus ist leer und verlassen. Die Glücklichen, die Engagierten, «lachen die letzten Hebungen und die wenigen anderen, die Postenlosen, grämen sich über ihren Mißerfolg und verausgaben ihre letzten Groschen für ein Wäschen billigen Weines. Nur Feiwele macht sich noch in: verlassenen Nest zu schaffen, er rafft seine letzten Mützen und Talare zusammen, laust noch rasch ins Tröpferlbad, um dann ins Vereinslokal zu eilen, das in ein behagliches „Minjen" umgewandelt wurde. Da sicht er schon in seinem Ornate, der ihn: etwas edles und weihevolles verleiht, vor dem Vorbeterpult, blättert rasch in dem Keinen Machsor und fiiiflt ‘ein lautes, lauggedehntes „Borchu". Die Betenden singen mit undman erinnert sich da, in der engen Gasse, der holden Jugendzeit, als man an der Hand des Vaters ins „Klasel" ging, das schwere, große „Machsor", mit den farbigen, geschnörkelteu Anfangsbuchstaben untern: Arn:. Und dieser bucklige Feiwele wird durch seinen Gesang so l>ieb und teuer, als wenn er gar nicht heiser wäre, sondern sänge wie der bezaubernde Seide Tilles. daheim, in Soloturna.