Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-09-02 · Heft 2704 (2.9.1926) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2704 (2.9.1926)
Date
1926-09-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981791--27473-3015413
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Men, Donnerstag Seit« 4 Wiener 2. September 1926 Nr. 2704 Set Lag von Przemtzsl. .Gestern strt man sich an den Tag von Tamlenberg er -! innert, dessen Inhalt durch die raffinierte Propaganda der > deutschen Obersten HeereÄeitung verfälscht worden ist. Ter 1 Zufall fügt es, daß man gleichzeitig auch von Przemysl hört, einem Nennen, der gleichfalls zu einer Heldenepopöe gestempelt worden ist. Nicht zu der der armen Soldaten und Kranken, sondern zu der des General KuSmanck von Burgneustetten. Es tväre kein ArÄlaß, jetzt im Sommerende von der Festung zu sprechen, die im März kapituliert hat, wenn nicht die ^luszeichnungen des ehemaligen Dumapräsidcnten Nodzianko a tempo kämen, um nicht vergessen zu lassen, welche Verbrechen unter dem Mantel des Patriotismus sich verkrochen haben. Als die Glocken von Tannenberg läuteten, freute man sich kn den Kulturzentren des A. O. K. und der O. H. L. über die 800.000 toten Russen. Als dann Przemysl kam, setzte man uns tragisch gefärbte Feuilletons aus dein Kriegspresseguartier vor, in denen es mrr von Pflichttreue, Heldenmut, todesverachtender Tapferkeit wimmelte. Rodzianko gibt eine Darstellung, die von dieser k. u. k. Schnlbücher-Sentimentalität bedenklich abweicht. Er erzählt, die Festung habe sich ergeben a u dem Tage, an de m die Russen die Belagerung hatten ab brechen wollen. Zwischen S l q w e n itnd Magyaren hatte cs in der abgeschlossenen Stadt Kämpfe gegeben. Die Festung war uneinnehmbar, und nach der Einrmhme fand man große Vorräte an Mehl, Kartoffeln und Fleisch. 117.000 Mann wunderten kriegsgefangen nach Sibirien. In Petersburg und Moskau läuteten die Glocken. Denn in Rußland herrschte der gleiche Blutwahnsinn wie in Mitteleuropa und auch dort war man überzeugt davon, daß die glorreiche Epoche des Scclenaufschwnnges begonnen habe und daß sie ewig dauern werde. Die Einnahme von Przemysl, die dem Generalissimus Nikolaj Nikolajewstsch eirren Ehrendcgcrl eintrug, sieht freilich im Lichte Rodziänkos nicht so glorreich ans. Sie beweist von der anderen Seite, daß der russische Generalstab den Stand der Dinge gar nicht kannte und daß er den österreichischen Gegenspielern durchaus kongenial war. Aber er verstand sich so wie sic tmb so wie der Held von Tannenberg trefflich aufs Vertuschen und Lügen. Das Gute an diesen Enthüllungen ist, daß sie wieder das Gedächtnis aufrütteln. Es gibt schon zu viele Leute, die den Krieg im verklärten Licht einer verlogenen Romantik sehen, die aus ihrer Erinnerung tilgen wollen, daß man Wrucken fressen mußte, daß sich im Hinterland die Frauen nächtelang vor Fleischerläden und Greislereien anstellen mußten. Das war wohl auch in Rußland so und dort wie hier lebten die Etappen in Saus und Braus, dort wie hier gingen uniformierte und nicht uniformierte Rotzkerle herum und erzählten, daß die Juden das Vaterland verraten und an der Not verdienen. Inzwischen starben in den russischen Konzentrationslagern die jüdischen Evakuierten aus Polen und der Ukraine, in der österreichischen „Gastfreundschaft" hungerten die jüdischen Soldatenfrauen aus Przemysl... Oie hebräische Schule der Leopoldstadt veranstaltet au ■y®d or »rwn rsn ISÄtSlJV Feierliche Gottesdienste ln den Sälen der Zionistischen Bezlrkcsektion, 2. Bezirk, Zirkusgasse Nr. 33 Karten sind im Vereinslokal, 2. Bezirk, Zirkusgasse Nr. 33, von 7 bis 9 Uhr abends und bei Josef Singer, 2. Bezirk, Taborstraße Nr. 25, zu haben Ser internationale Kongreß der reisenden Kaufleute. Vierzigjähriges Jubiläum des Wim^ Vereines. Gestern Leganu hier mit einem Erösfnungsabeud im großen Konzcrtl'anssaal der internationale Kongreß der Vcreimgnugen reisender Kaufleule, dessen Beratnngeit die g-anze Woche hindurch dauern werden. Ter Kongreß gewinnt an Interesse für Wien noch dadurch, daß mit ihm das vierzigjährige Jubiläum des Beslantzes des Wiener Vereines reisender Kaufleute verbunden ist. Die Reihe der Veranstaltungen begann gestern mit einer Zusammenkunft zur Begrüßung der Delegierten der Vereinigungen reisender Kanflente, die sich aus ganz Europa zusammengefunden hatten. Besonders zahlreich sind die Abordnungen ans den Nachfolgestaaien erschienen. Ebenso hat Deutschland eine beträchtliche Zahl von Repräsentanten der großen Vereinigungen entsendet. Die Vertreter der großen »vcstenropäischcn Staaten, der Balkan'änder und des Südens wurden gleichfalls mit großer Freude begrüßt. Im großen Konzcrihaussaal hatten sich an tausend Personen eingefnuden, sowohl Milglicdcr der auswärtigen Organisationen als auch des jubilierenden Wiener Vereines, an seiner Spitze der Präsident Kommerzialrat Ernst Hochmuth. Tic Begrüßungsansprache hielt namens des Vorstandes Kommerzialrat Leopold Kätscher, der betonte, daß dffonders nach dent Kriege der Wert und die wirtschaftliche Bedentnng des reisenden Kaufmannes erst recht erkannt wurde, da er es ist, der die abgerissenen Beziehungen zwischen den Völkern wieder anknüpft. Hiedurch ist der reisende Kaufmann in ganz hervorragendem Maße zum Friedensstifter geworden. Wir sind jetzt so weit, daß auch die Regierungen diese Wirksamkeit des reisenden Kaufmannes erkennen. Ter reisende Kaufmann will den Frieden in dieser zerklüfteten Welt, und dies iit eine der wichtigsten Bestrebungen dieses Kongresses, aus dem sich Kauffcgje aus ganz Europa zu segenbringender Arbeit zusammensinden. Die Rede fand lebhaften Beifall. Ten Rest des Abends füllte eine Festakademie ans. Die Eröffnungssitzung des Kongresses finde: heute vormittags im Festsaal des -Hauses der Industrie unser Teilnahme der Regierung, der diplomatischen 'Vertretungen und der mirtschzstlichen Körperschaften statt. „Ruhen wir hier aus," sprach Helen bittend. Statt einer Antwort nahm Ben Helens Koffer, eilte, mit hastigen Schritten den Wald und die dahinterliegende Wiese durchschreitend, dem Fluß zu. Am User blieb er stehen, zog die Schuhe aus und krempelte die Hose auf. Wortlos stiegen beide in das kalte Wasser, das von Regen und Wind rauschte. Immer stärker packte sie die Kälte, die an ihren Leibern emporstieg; die Beine, die das Wasser durchschritten, waren schon gefühllos und merkten nicht, daß die Kleider naß an den Schenkeln klebten. Halberfroren und durchnäßt kamen sie auf die Wiese am andern Ufer. Ben warf seine Hose ab und begann mit Rucksack und Koffer zu laufen. Er rief Helen zu: „Lauf' schneller, damit du in Schweiß kommst; dann wirst du dich nicht verkühlen!" Er lief ungefähr eine Meile, kehrte um und lief schweißbedeckt Helen entgegen. Sie konnte sich nicht erwärmen und lies zitternd vor Kälte; ihre Zähne schlugen aneinander. «Ich fiebere am ganzen Körper!" „Nur nicht stehen bleiben!" „Ich kann mich nicht.mehr auf den Beinen halten." „Nicht weit von hier liegt das Vieh,' komm', dort werden wir übernachten!" Mühsam schleppte sich Helen vorwärts. In einem Stadel mit offenen Wänden, dessen Dach auf Holzpseilern ruhte, lagen etwa ein Dutzend Kühe und Kälber, eines an den Hals des andern gelehnt. Dicker, warmer Dunst von Vieh und frischgebackenem Brot schlug den Ankömmlingen entgegen. Ben trat zu den Tieren, als gehörte er zu ihnen. Er pfiff ihnen zu, streichelte ein Kalb, versetzte einer Kuh einen zärtlichen Klaps und wenn sie vor Schreck muhte, nahm er sie um den Hals und beruhigte sie. Dann half er Helen, die in der Dunkelheit feuerrot wurde, beim Auskleiden, rieb mit seinen warmen Händen ihren nassen Leib, setzte sie sanft mitten unter das Vieh und legte sich neben ihr nieder. Eine Kuh stieß ein sehnsüchtiges „Müh" hervor. Ben lachte belustigt aus und Helen stimmte ein; die Freude sprudelte aus den beiden Herzen wie eine Quelle. Durch die offenen Wände sahen sie die zwei Kreuze verlöschen, ihre Flammen ertranken im Regen, der immer stärker wurde. Die Kühe hoben ihre ausdruckslosen Köpfe und blickten ängstlich auf die weißglüheuden Blitze, die sich am Himmel zackig wie ein Hirschgeweih abzeichneten Große Unikrschliraunsen in der Rnßdnrser Breuerei. Eine halbe Milliarde dsfraudiert. Mcnmg nachmittags zeigte die Nußdorfcr Brauerei A.--G. an, daß bei der am gleichen Tage vorgenoinmeneu Revision der Kassenbücher sich ein M a tt k o von etwa 5 0.0 0 0 Schilling ergebe» habe. Ter bei der Braucrei-A.-G. in Stellung befindliche 57jährige Hauptkassier Erich Krahlen, 19. Bez., Zahnradbahnstraße 1l wohnhaft, wurde für dm 30. August nachmittags zur Aufklärung dieses Mankos eingcladen. Krahlen erschien jedoch nicht und kehrte seither auch in seine Wohnung nicht zurück. Es besteht daher der dringende Verdacht, daß der angeführte Betrag unterschlagen wurde. Krahlen ist entweder geflüchtet oder hat Selbstmord begangen. Seine Frau betreibt ein Parsüiuerieaeschäft in Währing, Karl-Beck-Gasse 4!. Der Verschwundene ist mittelgroß, fettleibig (er wiegt 105 Kilogramm). Seine Ausforschung ist eingeleitet. Sa» Rätsel von Heittgenkreuz. Dienstag nachmittags fand m Heiligeukrenz die Obduktion der Leiche des Postuulcrbeamteu Lau mann statt. Es tvurde festgestellt, daß der Ted Laumanus durch eineil Schuß aus einem Tremmelrevolver in die rechte Schläfe eingetreten ist und absolut tödlich war. Weiter wurden am linken Oberschenkel ein großer Lysolfleck und im Magen ein Bandw u r m vorgefnnden. Gleichzeitig wurde protokollarisch festgelegt, daß Laumann bis auf eine Unterhose nichts auf dem Leibe halte, daß er mit dem bloßen Leib auf dem Polster lag und die Füße über den Bettrand hinab fast bis auf deu Boden hingen. Dte Leiche Laumanns wurde gestern auf dem Heiligenkreuzer Friedhof bestattet. Seinem Wunsche jedoch, neben der Baronin V e t s e r a bestattet zu werden, kann n i ch t entsprochen werden, da die Plätze rings um das Grab der Betsera bereits belegt sind. D o l i n e r, der sich weiter in .Hast befindet, leugnet nach wie vor, Laumann erschossen zu haben oder daß ein Dostpelselbstmord geplant war. Franz Svvenhelmer über Srez Israel. Das österreichische Keren-Hajossod-Burean tollt mit: Der bekannte Soziologe und Nationalökonom Prof. Dr. Franz O v v e n h e i m e r, der vor ewigen Wochen von einer S t« d t e m reise durch P a'l d ft t n a zmttckgelehrt ist wird Samstag den 25. d. um 8 Uhr abends tm Mittleren Konzertv g u s s aal über seine Eindrücke i n P a l ä st i n a sowie dtekolouisatorifche Enttvt cklung des Landes sprechen. Karten sind im Kereii'Haiessvd.Burean, Wien, 1. Bez., I Kiirntnerstraße 28 (Tel. 77-4-85 und 77-4-8'U »u haben. Wien, 2. September. * Bor den hohen 3tiifteg»n geben Straßenplaikate den jüdischen Mitbürgern bekannt, lvo und unter westen „Mitwirkung" sie ihre religiöse Andacht verrichten können. Seit langen Jahren sind diese Affichen Gegenstand des Anstoßes für alle, welche Empfinden für Würde, Takt und Geschmack haben. Diese Gottesdienstpropaganda mit Anpreisung angenehmer, nobler Säle und künstlerisch hervorragender Kantoren müsten jeden vekigKS Empsindeirden verletzen. Statt einer Ankündigung in streng amtlicher Form, die ihren Zweck vollkomnren erfüllte, wird ein Text gewählt, wie er für ein AKndkortzert tauglicher wäre. Mitunter ist der Inhalt solcher Einladungen zum rechtzeitigen Ankauf von Sitzplätzen für öeu Feiertagsgottesdienst noch weit anstößiger, iüdem er sich von der Anpreisung einer Großstadtsenfatioa nicht allzu weit entfernt. Man könnte müde werden, alljährlich diesen Mißbrauch zu tadeln, imirte sich nicht doch ein« leichte Besserung zedgen, die ans endliche, vollkommene Beseitigung des Hebels hoffen läßt. So bleiben uns wenn nicht noch im letzten Augenblick peinliche Ueberrafchtkngen kommen — diesmal wenigstens die Sandwich - .nänner erspart, die man noch im Vorjahre in langen Zeiten, mit schreienden Rosch-Haschanah-Plakaten behängt, durch di« Gassen wandeln sah. Die Parole: „Nur hereinspaziert, meine .Herrschaften, am Jom-Kippur wird's besiegelt", die dieiser Feiertagsgoltesdienstpropaganda zugrunde liegt, ist doch eine Kulturschände! * Herr Oberkantor Gerson MargulieS ersucht uns um die Feststellung, daß er mit dem auf Plakaten angekündigten Vorbeter bei den gottesdienstlichen Veranstaltungen int Zentralkino nicht identisch ist und daß er die Funktionen irr seinem Amtssitze, -dem Währinger Gemeindetempel, versehen wird. — Es sei lnezn bemerkt, daß auf den Plakaten Herr A. Margulies als Borbcter genannt ist. * Das Wetter. Die angekündigte Störung des Schönwctters ist gestern nicht eingetreten. Die Voraussage meldet keine wesentliche Aendernng des herrschenden Wettercharakters. * Radio im Zng. Seit gestern verkehren folgende -Radio- Waggons auf den Strecken Wien - Passim und Wien-Graz. S t r e ck e W i e n—P a ssaur Ab Wien (Westbahnhof) mit dem O-Zug by um 9 Uhr & Min. vormittags; Ankunft in Nassau um 1t Uhr 10 Min. nachmittags, Ab Paffau mit dem V-Zug &4 um 11 Uhr 10 Min. nachmittags: Ankulljt in Wien (Westhahnbos) um 21 Uhr 30 Min. abends. StreckeWte u—G r a z r Ab Wien (Südbaluilwf) mit dem l)-Zng 181 um 8 Uhr 1ö Min. früh: An- >unst in Graz um 12 Uhr 29 M>n. mittags. Ab Graz mit dem V-Zug 182 um 17 Uhr 20 M n. nachmittags; Ankunft in Wien (Südbabnhof) um 2t Uhr 65 Min. abends. Diese Wagen verkehren mit Rücksicht auf die Bormittagssendungen der Ravag während der W i e ne r M e > s e täglich. * Lohnbewegung bei de« Kinoangestellten. Durch den gestrigen Ablauf des Kollektivvertrages der Kinoangestellten ist ein Konflikt zwischen dieser Ängestelltenkategorie und den Unternehmern ausgebrochen. Die Kinobesitzer wollen wegen des schlechten Geschäftsganges eineit Abban der Löhne und eine Einschränkung der Urlaube dnrchfi'chren, was auf den schärfsten Widerstand der Arbeitnehmer stößt. Diese verlangen vorläufig ein Provisorium bis Ende Oktober und wollen in oer Zwischenzeit über dte neuen Arbeitsbodingnngen unterhandeln. Ueber diese Forderung wird Ende der Woche entschieden wevden. * Der Tod in den Bergen. Sonntag vormittags iist der techttische Beamte Georg Sepp aus Passau beim Besteigen der Westwand des Torsteines (Dachsteingebiet) äbgestnW und mit vollständig zertrümmertem Schädel tot liegen geblieben. Die Leiche wurde geborgen. * Raitbmoxd im Posthaus. Wie die „Neue Berliner Zeitung" meldet, fand man in der vergangenen Nacht im Abfertigungsraum der Postagentnr in Lender bei Neustadt die P o stiu e i st e r i n und ihre Alutter mit durchschnittener Kehle auf. Die Ermittlungen ergaben, daß etwa 100 Mark Postgeloer fehlten. Die Verbrecher flüchteten und brachen noch in derselben Nacht in die Postagentur in Psychod bei Neustadt ein, wo sie einen Bargeldbetrag von 800 Mark erbeuteten. * Ende des Setzerstreiks in Warschau. Am Montag wurde in Warschau der Setzerstrtzik beendet. * Der erste Paneuropa-Kongretz findet, wie schon berichtet, vom 3. bis 0. Oktober 1980 in Wien statt. In Berücksichtigung des überaus starken Interesses ans allen Teilen Europas erst.cht das Zentralsekretariat alle Personen, welche <tm Kongreß tetlnehmen wollen, ihre Anmeldung umgehend an die Paneirropaische Union, Zentrale, Wien. Hofburg, zu richten, damit die KongreMegitimationen rechtzeitig 'zugesendet werden können. Die^ Kongreßlegitimation berechtigt zur visafreien Ein- und Ausreise und) und von Oesterreich, zur Inanspruchnahme einer 25prozentigen Fahrpreisermäßigun-g auf allen österreichischen B-nndes-bahnetl trud znm BeAllg einer Eitttritiskarte zu allen offiziellen K-ongreßveranstaltungen. E Enorm billige Teppiche bei Orendi. Aufsehen erregt die enornto Billigkeit in der Teppichschwemme des weltbekannten TePPichhauses Orendi, Wien, 1. Bez., Rotenturmstr-atze 20. * Einer, der mit einem Kopfdurchschutz herumläust. Aus Innsbruck, l, d., wird gemeldet: Gestern nachmittags schoß sich oberhalb des Rechenhofes bei Innsbruck ein Werkmeister ans Steiermark mit einem Revolver in die rechte Schläfe. Die Kugel drang oberhalb der linken Schläfe wieder aus dem Kopf. Mit dieser Wunde ging der Mann stundenlang nach Mühlau, wo er sich selbst bei einem Brunnen die Wunde aus-wusch. Dann wurde er m die Klinik überführt. Er lebte attch heute früh noch und hatte das Bewußtsein nicht verloren. * Kindesmord. Gestern früh um 1 Uhr haben Kanalräumer nächst der Fabrik Ditmar u. Brünner, 11. Bez., Heidequevstraße, dre Leiche eines neugeborenen Knaben gefunden. Das tote Kind zeigte am Halse deutliche Würgespuren und dürfte einige Tage im Kanal gelegen fein. * Falsch eingestiegen. Dieser Tage stieg ein franzÄstscher Kaufmann aus dem Londoner Flughafen ans dem Flugzeug, sah sich erstaunt um. kam bestürzt auf den Pilotetc zu und rief: „Mein Gott, mein Gott, wo sind wir denn?" Mmt erklärte ihm, daß er in London gelandet sei. „Aber ich wollte doch nach Paris!" jamuwrte der UnglüMche. Es stellte sich heraus, daß er in Brüssel in das fauche Flugzeug gestiegen war, öbwohl er eine Karte für die Fluglinie Brüssel-—Paris in der Hand 'hatte. Erst als er aus dem Landungsplatz in London stand, kam ihm das Stadtbild verändert vor; aus der Vogelschau hatte er keinen besonderen Untevschied bemerkt. Es scheint dies der erste Fall in der Praxis der LuftverkchrÄinien zu sein, daß man einen Passagier wohlbehalten, aber an einem falschen Bestimmungsorte, ablisserte. Die Fluggesellschaft hat von nun au angesichts des großen Passagiorau-drangs bvschlosseu, eine scharfe Kontrolle der Fahrkarteil diirchzustthreu, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt, und sie nicht noch einmal iu die Lage kontntt, dem in deir falschett Luftexpreß eingestiegenen RoSsondon kostenlos ein Extra flugzeng ziir Verfügung zu stellen. v «

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.