Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2703 (1.9.1926)
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sstte 4 Wen. MtstvsE Wierrer MokstenzeitUAft I. SeMnM 1986 m. rm Das Rätsel von Helllgenkreuz. Kqumann und Dolrnex. Das Dunkel, in das der mysteriöse Selbstiuo-rd des Postnuterbeamten Ewald Lau mann gehüllt ist, konnte auch gestern nicht gelichtet werden. Saumamt, der mit seinem Freund, dem Lkjährigen Tempelchyrsänger Georg D o l i n e r einen mehrtägigen Aussing nach Heiligenkrenz unternommen hatte, ist, wie bereits berichtet, mit einer Schußwunde in der Schläfe tot ans dem Bette liegend ausgesuuden worden. Doliner, der mit Laumann im selben Zimmer schlief, will durch die Schnßdetonation aus dem Schlafe geweckt worden sein, und hat sofort in v e r st ö r t e m Z u st a n b das Hotelpersonal von dem Vorfall verständigt. Auf Grund des Wortlautes eines bei Laumann gefundenen Abschiedsbriefes wurde Doliner in Hast genommen, well ryan annimmt, daß er den Laumann in gemeinsamer Selbst mordabsicht erschossen hat, daß ihnr aber dann der Mut gefehlt habe, sich selbst zu töten. Außerdem wird die llntersnchnng gegen ihn in der Richtung des Verbrechens nach § 129 t geführt Doliner leugnet entschieden mit dem Tod des Lainnann in Irgendeine nt Zusammenhang zu stehen. Einem unserer Mitarbeiter gegenüber machte ein langjähriger Freund des Doliner die folgenden Mitteilungen: Doliner ist der Sohn eines pensionierten Offiziers, der seinen ständigen Wohnsitz in Lemberg hat. Er selbst wollte Sänger werden und nahm während seines Studiums einen Posten als Chorsänger im Pszmamtentempel an. In seiner Heimat hat er die Handelsakademie absolviert und in Wien außerdem zwei Semester Iris studiert. Sein Einkommen suchte er durch Lektionen zu erhöhen. Doliner lebte in geordneten Verhältnissen und wohnte in der Weihburggasse 18 in Untermiete. Er ist seit längerer Zeit verlobt und kommt mit seiner Braut häufig zusammen. In Wien hat er ziemlich wohlhabende Verwandte. Gegen dfe Annahme, daß sich Doliner mit Sclbstmordabsjchten getragen habe, spricht wohl die Tatsache, daß er sich in allerletzter Zeit einen neuen Frack angeschafft hat und daß er wegen Ankaufes eines Pelzes in Unterhandlung stand. Das belastende Moment, welches in den Worten des erwähnten Abschiedsbriefes: „W i r wollen nicht in dem roten Wien begraben werden" liegt, scheint dadurch einigermaßen entkräftet, daß Dalmer organisierter Sozialdemokrat ist. Die Untersuchung hat auch festgestellt, daß Laumann die Abschiedsbriefe bereits in Wien geschrieben hat. Pon der Existenz des Laumann, den Doliner erst seit einigen Wochen kannte, ist seiner Braut nichts bekannt. Laumann ist Samstag nachmittags zu Doliner in die Wohnung gekommen und hat ihn zu dem Ausflug nach Heiligenkreüz eingelcrden. Laumsnn ist bereits Samstag vormittags nicht ans seinem Dienst- Platz erschienen, während Doliner noch Samstag vormittags im Tempel gesungen hat. Lailmann scheint tatsächlich abnornial veranlagt gewesen zu sein. In seinem Besitze fand man citt Bild des Doliner, auf das er (Laumann) geschrieben hatte: „Von meinem lieben Freund Georg." Laumann war sehr schwärmerisch veranlagt und hat eine besondere Vorliebe für Bücher und Kinostücke gehabt, die mit der Tragödie von Mayerling Zusammenhängen. Nach Ansicht des Freundes des Doliner ist es ausgeschlossen, daß dieser zum Revolver gegriffen haben könnte; dies würde seiner Charakteranlage ganz und gar nicht entsprechen. Gestern wurde die gerichtliche Obduktion der Leiche tzorgenommen, über deren Resultat noch nichts bekannt ist. Ob dem Wunsche des Toten entsprochen werden wird, neben denr Grabe der Vetsera bestattet zu Iverden, steht noch nicht fest. Der Banttaub in Warschau. Warschau, :!1. August. Bon den drei Bankräubern, die gestern, wie bereits berichtet, am hellichten Tage, den verwegcnelt tteberfall ans das Bankgeschäft der Firma T a v g o wnik machtett und 6600 Zloty raubten, befindet sich nur der 26jährige Nechtshörer Z a b o k l! c k i i» den Handelt der Polizei. Der frühere Polizist Iarecki, den Zabokljcki als Anstifter der Tat bezeichnet«.', ist den Verfolgern eutkommen. Ter dritte Bankräuber, der im Verlauf der Schießerei bei der Jagd ans die Verbrecher durch den Schuß eines Polizisten verwundet und dann vom Publiknin gelyncht wurde, ist seinen Verletzungen gleich nach der Einlieserttng ins Polrzeikrankenhans erlegen. Der Student - Zaboklicki, bei denr' das geraubte Geld gefunden wurde, stalnmt aus einer wohlhabenden Familie. Er kontmt vor ein Standgericht und hat die Todsstrafe zir erwarten. Die Verhöre mit ihm sind int wesentlichen abgeschlossen. Zabloklieki ist ein eigenartiger Typ eines Verbrechers. Als ihn ein Polist'ibcamtcr fragte, ob er nicht seine Tat bereue, die ihn in so jungen Jahren an den Galgen bringe, antwortete Zaboklicki; „Der Unterschied zwischen ltns ist nicht so groß: Ich sterbe eben jetzt und Sie ein wenig später. Das Endresultat ist doch in jedem Fall dasselbe: tvir lverden Polens schöne Erde fruchtbar machen". Konfesskonevr Könnte in Ungarn. Katholiken und Protestanten. Wir haben kürzlich über den Hirtenbrief des Bischofs Von Steinamanger, Grafen M i k e s ch, berichtet, der die Teilnahme der katholischen Geistlichkeit gn „heidnischen Feiern" streng rügte. Diesem Hirtenbrief kam besondere politische Wichtigkeit zu, da er sich direkt gegert den proiestautischsn Reichsvepweser und gegen die antikarlistische Regierung Bcthlens wendete. Der Hirtenbrief hat denn auch in den kalioinischen Kreisen starkes Echo gefunden Und der Bischof Baltazar in De-breezjn, der schon wiederholt gegen die römisch-katholischen Herrschaftstendenzen Stellung genommen Hai, hielt <mt Sonntag aus denk Kongreß per reformierten Seelsorger in Hajdubössörmeny eine Rode, in der er unter anderem sggsc; „Wo ist die christliche Einheit und GleichsM, wenn die reformierten Soldaten zu s r e m de y Zer e m oute n gezwungen, wenn für die fremde Idee des Regnum Marignum Andersgläubige gu Ehrenbezeigungen veranlaßt, wenn friedliche reformierte Bürger gerade am Fronleichnamstage auf der Straße insultiert werden, wenn von der Kanzel herab gegen den Re i ch s ve r tv es e r u nd de u M i n i st e r P r ä s i d e n t e u agitiert wird? Wo ist die christliche Liebe, wo auch nur ein blasser Zug einer Toleranz in der jüngsten Stellungnahme des römisch-katholischen Episkopats, die gegen' die gemeinsame Segnung von Fahnen und Emblemen gerichtet ist und die auch die letzten Fäden christlicher Solidarität unter den christlichen Kirchen zerrissen 'hat? Falls wir beim Kultusminister -keine Erhorung unserer Beschwerden erreichen können, werden wir ihnen durch Kirchenversammlungen und Presbyterien Gewicht verleihen. Für eventuelle Erschütterungen werden wir nicht die Verantwortung übernehmen." * Das Wetter. Tagsüber ist es warm, der Abend bringt bereits ziemliche Abkühlung. Die Voraussage meldet ein« kurze Störung des Schönwetters. ein Drama unter dem Titel ,^ove Makes A van or Dhe Fap's Fortune", das eine Umarbeitung von Fleischers „Custom yf the Countrh" darstellt. In diesem Stück ist die Gestalt des Juden Zabulon völlig Weggelasien und seine Rolle wird von einem Diener übernommen. Cardozo erklärt nun dieise an sich merkwürdige Erscheinung dadurch, daß im 18. Jahrhundert, als viele spanische und portugiesische Juden in England wohnten, diese Juden, die man nun aus eigener Anschauung kannte, in das alte Schema des „Juden" nicht mehr, paßten. Ebensowenig wie diese und andere Judengestalten ist auch Barabas in Marlowes „Juden von Malta" dem wirklichen Leben entnommen. Er, der reiche Kaufmann, wird durch das ihm zugesügte Unrecht zum blutrünstigen Intriganten und Verbrecher. Schon sein Name allein ist Zeugnis dafür, daß es sich hier keineswegs um einen wirklichen Juden handeln kann, denn der Name Barabas, der n«r im Neuen, nicht aber im Alten Testment erwähnt ist, wird von Juden nie getragen. Die bedeutendste Judengestalt -es elisabethinrschen Dramas ist Shylvcke in Shakespeares „Kaufmann von Venedig" 15,96. Ein Kapitel in Cardozos Werk ist der Untersuchung übet den Namen SWocke gewidmet. Eardozo stellt fest, daß dieser Name nicht germanischen Ursprunges, sondern ebenso wie die Namen, Jessica, Tahal und Kusch dein Alten Testament Genesis Ist und 11 entnommen ist. Der Name lautet hier und ist durch phonetisch-grammatikalische Umbildung zu Shhlocks geworden. * Sehr lehrreich ist Cavdozos Abhandlung über die Geschichte des Fleischschuldvertrages im Nechtsleben und die Verwendung dieses uralten Motives in der Literatur. Die Nechtsanschauung, nach welcher der Schuldner mit dem Fleisch seines Körpers für die pünktliche Zurückerstattung feiner Schuld bürgt, war im westlichen Europa in heidnischer Zeit vorhanden, während sie im Orient nicht nachgewlesen werden kann. Was hingegen die Verwendung dieses. Motivs m der Literatur ari betrifft, so ist es nicht erwiesen, ob es zuerst im Orient oder Okzident auftrat. In den europäischen Erzählungen, die dieses Motiv oft zusammen mit dem Motiv der Brautwerbung enthalten, ist der blutrünstige Gläubiger ursprünglich ein Diener, der sich an seinem Herrn, der in Geldnot geraten ist, rächen will. Dies ist zum Beispiel der Fall in Johannes de Alta Silvas ,DolopaHos oder der König und die sieben Weisen" um 1200. In der Meischschüldgeschichte, die in den „Gvsta Romanorum" 1343 erzählt wivd, nimmt der Gläubiger, dem moralisierenden Charakter des Werkes entsprechend, die Gestalt des Bösen „dyaholus" an. Im „Pecorene" des Giovanni Fiorentino (Ende des 14. Jahrhunderts) ist der hartherzige Gläubiger ein Jude. Es handelt sich hier wohl um eine Art „Modernisierung" des alten Moti-Yes. Die bekannte Erzählung des Kardinals Seti in seiner „Lebensbeschreibung des Papstes Sixtus des Fünften", die von einem Juden berichtet, der ein Pfund seines Fleisches gegen einen christlichen Geschäftsfreund verwettet habe und von diesem gezwungen werden sollte, die Wette einzuhalten, bis der Papst sich ins Mittel legte und die Ausführung dieses Vorhabens verhinderte, ist zu spät entstanden, als daß sie ans Shakespeares Stück von Einfluß gewesen sein könnte? Shakespeares „Kaufmann von Venedig" hängt mit dieser Erzählung nicht inr gerirlgsten zusanunen, sondern geht auf ein älteres Stück, „The Jew", zurück, das uns nicht erhalten ist, aber von Zeitgenossen erwähnt wird. Shakespeare dürfte sich auch hier tuiedex, tote in den meisten seiner Stücke, ziemlich genau an sein Vorbild angeschlossen haben. Shhlocke ist also keine realistische Gestalt, sottdern auch so aufgefaßt Worden, wie es dem romantischen Drama, -dessen HöH er ist, entspricht. Wenn wir also auf die zuerst aufgeworfene Frage zurückkommen und nach dieser kurzen Betrachtung der tiefgründigen Untersuchungen Eardozos uns ein Urteil darüber zu bilden versuchen, welche Stellung iu den Drunten des Zeitalters der Königin Elisabeth dem Jude» gegenüber eingenommen wurde, so müssen wir zusammenfasiend feststellen, daß der lebendige Jude der damaligen Bevölkerung Englands fremd war, daß wir es also bei den Jndengestälteu im Drama keineswegs mit Menschen zu tun haben, die matt durch täglichen Umgang und geschäftlichen Verkehr wirklich kannte, sondern daß.es sich bei der Bezeichnung „Jude" lediglich um gewisse feststehende, überlieferte Formeln des Vorurteils haudelt, Sine neue Aktion der Jüdischen Aalionnlsondr kn Sesterreich. ErSffttUttg eine* N^bEsektion. •iS io wir erfahren, hat das österreichische Bureau des Keren Kajemeth eine neue Abteilung eröffnet, die Rabat'- s e k t i o jt. Sie beMckt, allen Freunden des Jüdischen Nationalsonds eine Geg e n le ist n ng zu gewähren tutb gleichzeitig dem Keren Kastmeih eine neue bedeutende EiunaK w squelle zu erschließen. Es wurde berechnet, daß sich ein Umsatz von fünf Millionen Schilling ergehen nmß, wenn jeder Büchseirinhabcr jährlich nur mit 500 Schilling bei den Firmen einkauft, rvelche der Rabattsektion angeichlosseu sind, Diese Einrichtung verschafft den Freunden des Keren Kajenreth materielle Vorteile, ohne sic zu belasten, und verschaffen ihnen gleichzeitig die Genugniung, in ganz hervvrragendenl Maße deyr Aufbau Palästinas dienen. Wir machen imsere Leser auf dieses bedeutsame und großzügige Unternehnien garrz besonders aufmerksam, Ueber die technische Durchführung wird unter den regelmäßigen Dümidigungeu tes Iüdkichen Nationalfouds in unserem Blatte Näheres zu lesen sein. _ BernkiMger Amerikanismus. N»l riia, das Land der unbegrenzten AtSglichkeiten, bat in de« letzten Jahren namentlich im Warenoausbetrieb, eine ganze Reihe von ttmsatzsteigernngen zu verzeichnen, die für europäische Begriffe geradezu unfaßbar sind. Einzelne erst vor wenigen Jahren entstanoene Warenbänser gewannen e-nen enormen Kundenstock und erzielen e neu viele Milliarden Dollar betragenden Jahresumsatz. Dieter ungeheure Erfolg wurde durch Anwendung folgender praktischer Geschäftsp'inzipien erreicht. Die Leiter dieser Wmerchätt^r — durchaus uenzeugec m grohen --- - . t verläßliche Onalitätswaren. kalkulierten, bet Eunchrankung der Regien auf das Mininralste. mit einem sehr geringen Nutzen, und Waren io in der Lage, wirklich besonders billig zu verkaufen und die gesamte Konkurrenz zu schtagen. Das vorzüglich geschulte Verkäuferpersonal hat strenge Weisung, dem Publikum nicht etwa alte Ladenhüter aufzuschwatzen, sondern nur erstklassige und für den vorgesehenen Ziveck geeignete Artikel zu empfehlen und im übrigen die Wahl dem Geschmack und Wunsch des Käufers zu .überlassen. Der Erfolg beivies, wie richtig so die Psychologie des Käufers eingefchätzt wurde. Die mit dem praktischen und billigen Einkauf zufriedenen Kündet«' kanten immer wieder, empfohlen das 'Gejchaft tmett Freunden, und die Nokiame von Mund zu Mund beivirlte ein riesenhaftes Anwachsen des Kundenkreises. . . Diese vernünftige Verkaufstechnik, bei welcher Kaufmann und Konsument gleicherweise auf ihre Rechnung komnten. wird in Wien vom vopnlärenLeopoldstädter Warenhaus der Briider G ch i ffm a nn, % Bxziix, Taborstraße 16, geübt und hat sich auch hier glanzend bewährt, Die danmtde Zuftiedenheit der zahlreichert Shntben bewirkt eine immerwährende Stelgerttng des Umsatzes, welcher immer wieder neue PreiSrednktionen ermöglicht. Die erhöhte LeistmtgSfahigkeit zteht neue Kunden an und dieses Jneinandergreifen von llrmche und Wirkung ist es, das das glänzende Renommee des Warenhauses Bruder Schiffmann immer von neuem bestätigt und befestigt. " Wien, 1 September. * Ansichtskarte aus Karlsbad. In der Sprudelsicrdt geht es ziemlich bewogt gu. Der Knrbesnch ist zMenmäßig befritrdigetck; im Bechältnis zttm Vorijchr um kaum 1100 Kurbesucher weniger, doch klagt die Geschäftswelt über die jeriugere Kcmf- Mgkeit der Gäste. Beim Dnrchblättern der Kurliste kann man feiststellen, daß eine illustre Gesellschaft in Karlsbad sich zusammengefnwden hat: Klopstock, Gottsched, Meitdelssohn-BarthoDi, Herne, Schiller . . . Dies sind nur einige Namen von beit 80 Prozent der reichsdeutschen Kurbasucher. Theater und Konzerte sorgen für Abwechslung. Nach A s l a n trat Leopoldine Konstantin in ihrem bekannten Repertoire auf, gegenwärtig spiellt durch einige Abende Max Pallenberg. Für die nächsten Tage ist ein Vortrag von (Gras) Ada'vbert Stern borg angekündet, über das Thema: „Religiöses Paneuropa oder religiöser Völkerbund"? Es soll dies ein Diskusstonsabend werden, eingeleitet vom Karlsbader Rabbiner Prof. Ziegler. Adalbert Sternberg beschäftigt sich jetzt viel mit Mischen Dingen. Am Antisemitismus erkennt er jene barbarischen Instinkte der Menschen, die bekärnpft werden müssen. Er erträumt eine religiöse Einigung der Völker, als Ergänzung jener wirtschaftlichen Einigung, die angestrebt wird unter dem Namen „Paneuropa". Aehnlich wie Coudenhove geht Stevnberg in seinen Erwägtmgen von A^pnka ans, desien Toleranz in religiösen Dingen er als den gewaltigsten Fortschritt preist. Die Kurgäste lesen die Plakate, promenieren und sprechen von allerhand zweifelhaften Dwgen, wie von Kurerfolg und vom Wetter. Seit einigen Tagen ist das Wetter schön, Me wahre Erlösung nach verregneten Wochen, in denen man sich mit dem Wetterrätselraten und dem Studium der Wetterberichte Helsen wollte. Das Endergebnis, zu dem man endlich gekonmten Ist, lautete belanfig: und nimmst dir den Schirm nicht mit, wiÄ> es bestinrmt regnen ... t. n. * Schtveres Unwetter im südlichen Burgenland. Aus Neusiedl hei Güssing wird berichtet: Dieser Tage tvurde die Gemeinde von einem schweren Unwetter heintgesucht. Zwei Wolkeufach wuren Erbmassen zu Tal geschwemmt und das ganze Futter auf den Wiesen venschl-ammt. Mehrfach kamen auch Erdrutschungen vor. * Wo es ou gutem Trinkwasser mangelt, schätzt man den rein nqtmlschen Krondorser Sanerbrnnn als das von den Aerzten bestens empfohlene Tafel- und Heilwasser ersten Ranges. * „Mutter und Kind" ist die Devise einer Schanstellmtg, . verbntlden mit Vorträgen fi'chretcher Aerzte und Pädagogen, die znnl Schnlbeginjk vonr Oesterreichischen Bunde für Mutterschutz sn der Zeit vom 14. bis 30. d. Int Aertheren Burgtor bei freiem Eintritt veranstaltet wird. * Hund* können aus der Stadtbahn noch nicht befördert werden. Entgegen den Nieldungen einiger Blätter, daß von nommen wurde, jedoch von heute ab noch nicht wirksam ist. Der Tag, von denr an die Hunde ans per Stadtbahn befördert werden können, wird noch bekanntgegeben werden.