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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-31 · Heft 2702 (31.8.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2702 (31.8.1926)
Date
1926-08-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 270L Wkn, Dienstag Wiener' Mtat&titjteUttttft 31. AuArst 1926 Seite- 8 Erdbeben. Auf Malta und ln Stritten. Malta, 30. August. (Reuter.) Heute um 12 Uhr 30 Minuten nachmittags ftno hier leichte Erdstöße ver pari worden Rom. 30. Angitst. „Giornale d'Jtalia" berichtet aus Tarent. daß heute tu > n a g « ooit ein ft a i i e s E r obeben von mehreren Sekunden Dauer verwü, wurde, das iedoch keine" Schade" anrichteie Mysteriöser Selbstmord in Heiligenkreuz.!?er Besuch am G abe ver Marie Beisera. Gestern früh hat, wie uns aus Wiener-Neustadt berichtet wird, in H e i l i g e n k r e u z ein Wiener einen 2 clbstmord verübt, dessen Hergang und Motive bisher in m y st e r i ö j e s Dunkel gehüllt sind. Am 28. d. war der Wjährige Postnnterbeamte Ewald Laumann, Wien, 7. Bez., Schot tenseldgasse 6, wohnhaft, zusamnren mit dem 28jährigen Tempelchorsänger Georg Dolima aus Wien, 1. Bez.. Weihburggasse 8, nach Heiligenkren; gekommen; sie logierten sich in einem Gasthofe des Ortes in einem Zimmer ein, gingen stets zusammen aus und schienen sehr gut befreundet zu sein. Noch Sonntag abends wurden beide zusammen beim Abendessen im Restaurant des Gasthofes, wo sie logierten, gesehen. Gestern früh gegen halb 6 Uhr weckte Dolima ganz verstört das Bankraub am fteRlrfi-en *»'?. Rne blutige Verbrecherjagd in Warschau. L. Warschau, 30. August. Am hellichten Tage, gegen 3 Uhr nachmittags, übersielen heute drei Männer die bekannte Wechselstube der Firma Targownik im Zentrum von Warschau, hielten das Personal und die im Geschäftsraum an- ***** tonte. «»*.*. t»..« imSchach und 6 e r a u 6-'ll.'MIEn^ len die Geschaftskasse. Dann flöhen sie, wurden ledoch ■ k r ü' von Passanten und der inzwischen alarmierten Polizei verfolgt. > -mmrann habe sich soeben Die Bankräuber schossen gegen ihre Verfolger, dabei wurde ein Schutzmann getötet und zwei Personen, die die Straße passierten, darunter der sozialdemokratische Stadtrat Piasecki, verletzt. Es gelang zunächst einen Verbrecher festzunehmen und dabei stellte sich die überraschende Tatsache heraus, daß es ein Hörer der Warschauer juristischen Fakultät namens Zaboklicki ist. Der zweite Verbrecher, der den Verfolgern verwundet in die Hände fiel, wurde vom Publikum g elyncht. Dem dritten Banditen gelang es zu entkommen und er ist bisher verschwunden geblichen. Durch die Aussagen seiner Komplicen wurde festgestellt, daß der dritte im Bunde ein gewesener Warschauer Polizeisunktionär ist. Di» beiden festgenommenen Bankräuber kommen vor das Standgericht. Der Mörder der Gröstn Lambsdorf verhaktet. Berlin, 30. August. Der Gelegenheitsarbeiter Karl Böttcher, der in Berlin wegen eines in der Umgebung verübten U eberfall es auf eine Krankenschwester in der Nacht zum Sonntag verhaftet wurde, ist von zwei jungen Mädchen wieder erkannt worden, die von ihm seinerzeit am selben Tage überfallen worden waren, wie die Gräfin Lambsdorf, die bekanntlich dem Ueberfall zum Opfer fiel. Böttcher hat darauf hin ein umfassendes Geständnis abgelegt und den Ueberfall auf die Gräfin zugegeben, aber den Mord bestritten und behauptet, daß sein Revolver bei dem Kampf mit der Gräfin, die sich energisch zur Wehr setzte, selbst l o s g e g a n g e n sei. Böttcher, der sich seit April in der Stranßberger Gegend obdachlos, aufhielt, hat eine ganze Reihe von U e b e r f ä l l e n auf Frauen und Mädchen gemacht. Nach späteren Meldungen hat Böttcher sein Geständnis erweitert, indem er zugab, er habe der Gräfin Lambsdorf anfgeilau ert und sie sofort durch einen Schuß niedergestreckt. Dann habe er die Sterbende in das nahe Dickicht geschleppt und sich an der Leiche ver gangen. mmrann habe sich soeben erschösse.. Dü sofort herbe. gerufene Polizei und der Arzt fanden Laumonn völlig entkleid et mit einer Schußwunde in der Schläfe auf dem Bette liegen. In der rechten Hand hielt er ein Fläschchen mit Lysol, auf dem Bette lag ein T r o m m el rcv o lv e r. Ter Tod war bereits eingetreten und der Leichnam des Selbstmörders wurde in die Totenkanmrer überführt. Dolima ivurde sofort einem Verhör unterzogen und gab an, daß er den Lau mann seit ungefähr drei Wochen kannte. Er habe sich bald mit ihm eng befreundet. Laumann habe ihn vor ein paar Togen veranlaßt, mit ihm zusammen einen Ausflug nach Mayerling und HeiNgenkreuz zn machen; beide hätten die Absicht gehabt, Mittwoch früh nach Wien zurückzukehren. Ueber das Motiv des Selbstmordes seines Kameraden erklärte Dolima gar nichts zu wiffen, es sei ihm auch unbekannt gewesen, daß Lanmann eine Waffebei sich trug Da die Beziehungen Dolimas zu der Tat des Lanmann noch nichl genügenklargestellt sind, wurde er in Verwahr ungshafl genommen. Im weiteren Verlauf der Erhebungen wurde konstatiert, daß Laumann während des Aufenthaltes in der Gegend einige Male, zuletzt noch Sonntag, das Grab der durch die Kronprinzentragödie von Mayerling bekannten Baronin Marie Detsera besucht und jedesmal mit Blumen geschmückt habe. Ferner wurden zwei Briefe Laumanns gefunden; in dem einen heißt es, daß er neben der Baronin Vetsera begraben zu werden wünsche; der andere Brief lautet: „Wir wollen nicht in den roten Wien beerdigt werden." Aus diesem Satz scheint hervorzugehen, daß vielleicht Lau mann und Dolima Selbstmord geplant haben. Dies stellt jedoch Dolima entschieden in Abrede und so läßt sich bis heute eine Aufklärung über die merkwürdigen Briefstellen und die Tat des Laumann nicht gewinnen. Dolima bleibt vorläufig weiter in H a f t. Vielleicht gelingt es durch ihn, den Schlüssel zur Aufklärung des mysteriösen Selbstmordes zu finden. Nach längeren Ausführungen Hitlers wurden folgende organisatorischen Maßnahmen beschlossen: Die Partei wird die Bezeichnung „N. S. D. A. P." (Hitler-Bewegung), Landesleitung Oesterreich, führen. Sie gliedert , sich in die Gaue Wien, Niederösterreich, Oberösterreich. Tirol, Vorarlberg, Kärnten und Steiermark. Die Gaue Salzburg und Burgenland sind noch in der Bildung begriffen. Als Bevollmächtigter Hitlers in Oesterreich wurde I a n k o w i c bestimmt. Sic „SierchrbrnikglöMsor". Berlin, 30. August. Vor einer riesigen Zuhörcrmenge hie oornehmlich aus Mitgliedern der A u f w e r t u n g s v e r e i n e bestand, fand heute die Verhandlung gegen den Vorsitzenden Rolle des Vereins der Reichsbankgläubiger statt. Rolle wird zur Last gelegt, er habe in Werboversanrnrlungen seines Vereines unter anderem geäußert, der Reichsbankprä-sident Dr. Schacht sei kein Betrüger,- sondern ein Schwindler. Ten Hintergrund dieser Ehrenbeleidignug bildet die besonders von deutschnationaler Seite betriebene Anstvertungspropaganda. In der Verhandlung bestritt Rolle diesen Wortlaut der Beleidigung, gab jedoch zu, sich in den Versammlungen geäußert zu haben, Dr. Schacht werde als Henker der deutschen Volkswirtschaft angesehen und die Reichs bank habe ihre Mitglieder betrogen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht als Zeuge betonte, er trete mit aller Entschiedenheit gegen die Auswertungsverbände auf, um den Unfug zu beseitigen, daß den armen Leuten, die durch die Inflation ihr Geld verloren haben, sveiter Geld ausderTaschegezogen werde, indem man sie in Massenversammlungen locke, wo sie eine M a r k E i n t r i t t bezahlen, ohne daß sie irgend etwas davon hätten. Er habe schon seinerzeit erklärt, daß diese Austvertungsbestre'bungen der Verbände fast an Betrug grenzen. Nach Durchführung der Verhandlung wurde Rolle zu 7 0 0 Mark Geldstrafe verurteilt. Dem Reichsbankpräsidenten wurde die Berechtigung zugefprochen, das Urteil auf .Kosten des Angeklagten. im Berliner „Lokalanzeiger", im „Berliner Tageblatt" und im „Vorwärts" zu veröffentlichen. Sie Hakenkreurler und Breltner. um 1. September wollte der Verband deutschvölkischer Vereine eine Protestkundgebung gegen Stadtrat Brei tn er veranstalten, der dem Deutschen Turnerbund für den Festzng, bezw. für den Fackelaufmarsch eine Lustbarkeitssteuer von 51.100 S. vorgeschrieben hatte. Auch dem Verband deutschvölkischer Vereine wurde eine Lnstbarkeitssteuer von 2500 S. vorgeschriebe» und ihm eine Perzugsgebühr von weiteren 500 S. auferlegt. Die gegen diese Gewalttat des städtischen Finanzdirektors geplante Kundgebung vor deni Rathaus wurde nunmehr von der Polizei untersagt. Grrmane Jankovie — Hitlers Statthalter in Oesterreich. Wir der „Völkische Beobachter" meldet, wurde Sonntag in Münch-.,, die erste Tagung des 'neugebildeten Gaues Oesterr r i et) der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei unter dem Vorsitz Adolf Hitlers abgehalten. FaSrikseiosturr in ®uiß|teft. In Klein-Budapest ist gestern vormittags, wie aus Budapest gemeldet wird, ein Gebäude der im Bau begriffenen H u n g a r i a - I a c q n a r d - F a b r i f eingestürzt und hat die Arbeiter unter sich begraben. Es wurden s i e b c n T o t e unter den Trümmern hervorgezogcn. Zehn Arbeiter wurden verletzt. Der Baumeister B a l i n t h und der Polier N e m e t h wurden verhaftet, da die Mauern nur 30 Zentimeter statt 60 Zentinieter stark waren. Das Unglück ist darauf zi.irückznführen, daß die Bretter, welche den erst gestern morgens hergcstellten B e t.o n p l a f o n d der Fabrik der Firma hielten, zu früh entfcrnt wurden. Der Plafond stürzte ein und r'.ß im Sturze auch die Seitenmauern des Gebäudes mit sich, so daß in wenigen Sekunden der ganze Nenbau nur noch ein Trümmerhaufen war. Fünfzehn Arbeiter und vier Arbeiterinnen lagen, unter den Trümmern begraben. Die Wegränmung der riesigen Schuttmassen nahm geraume Zeit in Anspruch. Erst nach eineinhalbstündiger Arbeit, an der sich auch Militär beteiligte, konnte das erste Opfer der Katastrophe, eine schwerverwnndete Frau, geborgen werden. Sodann wurden sieben Leichen und sieben Verwundete, von denen drei lebensgefährliche Verletzungen erlitten haben, ans den Trümmern gezogen. Fünf der Verschütteten waren unverletzt. Zer Maharadscha von Fdar. Die indische Regierung ist in die peinliche Lage versetzt, die Klagen der Untertanen eines regierenden indischen Prinzen gegen ihren Herricher prüfen zu niüssen. Die Untertanen des kleinen Staates Idar haben dem Gouverneur von Bombay, Sir Leslie Wilson, eine Petition überreich:, in der sie ihre Lage als unerträglich schildern. Der Maharadscha von Idar, Sir Daulat Singhji, heißt es in der Petition, hält mit seinen Konkubinen und Zechgcnosscn in den Tempeln unbeschreibliche Orgien ab. Es liegen eidliche Aussagen von Priestern vor, daß der Maharadscha sich neulich mehrere Tag lang in einem der Haupttempel aufhielt, allen möglichen Exzessen fröhnte, viele Götterbilder zerstören und sich schließlich von den nackten Damen seiner Gesellschaft als Gott huldigen ließ. Um das Geld für ie.ne Ausschweifungen zu erhalten, läß: der Prinz den Beamten frc'e Hand, die der Bevölkerung das Vierfache der gesetzlichen Steuern abpressen, sie mißhandeln und die Frauen und Töchter der Untertanen nicht in Ruhe lassen. T-er anglo-indischen Regierung von Bombay sind 151 kleine unabhängige Staaten im westlichen Indien zugcwicsen, darunter Idar mit 226.000 Einwohnern. Der gegenwärtige Maharadscha regiert s-eit 1911 und ist 1878 geboren. Wien, 31. August. * „Hatikwah." Von Herrn Dr. Paul Steiner erhalten wir nachstehende Zuschrift, die ergänzende Mitteilungen zrt den in unserem Blatte am 30. August veröffentlichten Darlegungen des Herrn Prof. Ernst Vogel üoer die Melodie der „Tikwah" macht: „Gestatten Sie, daß ich zn den Ausführungen des Herrn Prof. Ernst Vogel (Znaiml in Ihrer Ausgabe vom 28. August über die „Hatikwah" das Wort ergreife. Ich glaube in Ihrem verehrten Blatte vor mehreren Wochen gelesen zu haben, daß die Melodie unserer „Volkshymne" von einern italienischen Volksliede des 15. Jahrhunderts herstammt. Ich möchte nur konstatieren, daß ich mich vor zwei Jahren in Venedig anfhielt und die dortige im Ghetto vecchio befindliche Synagoge des sevhardischen Ritus während des Sabbateinganges besuchte und da sang dort der Chor'etwa vor dem Schema. Israel eine Hymne, deren Melodie ganz genau die Melodie der „Hatikwah" war. Ferner wird in manchen Riten vor dem Kol-Nidre nach einer Melodie gebetet, die sehr ähnlich -der Melodie der „Hatikwah" ist. Daß die Melodie unserer „Volkshymne" a:,s Smeianas „Moldau" stammt, erscheint mir unwahrscheinlich, ich glaube viel eher, daß Smetana dieses Motiv jener traditionellen, vor Kol-Nidre gesungenen Melodie, die auch die Stammutter der .Ha tikwah--Melodie sein dürfte, entnommen hat." * Was jüdischen Patienten beim Zahntechniker passieren kann. Ein Leser unseres Blattes, dessen Name und Adresse uns bekannt ist, teilt uns mit, daß er über Anraten von Hausgenossen seine Frau zwecks Behandlung eines schadhaften Zahnes zu dem Zahntechniker Wenda, 17. Bez., Hernalser Hauptstraße 83, geschickt habe. Die Frau leistete ordnungsmäßig die geforderte Anzahlung und kam zur weiteren Behandlung wieder. Anläßlich der Schlußbehandlung machte der Zahntechniker die Einfügung der Plombe vom Erlag des Resthonorars in der Höhe von fünf Schilling abhängig und schickte die Frau weg, weil sie den Betrag nicht bei sich hatte. Unser Gowahrsnrann suchte den Zahntechniker Wenda' daraufhin aus und verlangte Aufklärung, warum er ihn, der doch in der nächsten Nähe wohne nud bei den Hausleuten wohlbekannt sei, ein derart beleidigendes Mißtrauen entgegen'bringe. Herr Wenda eröfsnete ihm nun freimütig, daß er zu Angehörigen der j u d is ch e n Rasse kein Zutrauen hob e. Mit Recht wendete der Einsender ein, daß sich unter solchen Umständen Herr Wenda über die Rasse der Patienten informieren müßte, bevor er sie in Behandlung nehme und an ihnen Geld verdiene. Wir nehmen an, daß der Zahntechniker Wenda fortab auf jüdische Patienten verzichtet und sind dessen sicher, daß die Juden sein Zahnatelier meiden werden. * Parteienverkehr im Keren Kajemeth. Mit Rücksicht auf das erweiterte Tätigkeitsgebiet des Keren Kajemeth (fünf Leerungen, Eröffnung der Rabattsektion) ist es der Leitung nicht möglich, den Parteienverkehr während des ganzen Tages abzuhalten. Die Sprechstunden des Leiters werden daher bis ans weiteres nur an Nachmittagen von 4 bis 6 Uhr, Freitag (in den Herbst- und Winterinouaten) von 3 bis 4 Uhr, stattfinden. Die Gesinnungsgenossen werden höflichst evsucht, sich darnach zu richten. * Das Wetter. Gestern war es mild, frühmorgens und in den Abendstnildeir kühler. Die Voraussage lautet: In den Nordalpen heiter und wärmer, in den Südalpen zunehmende Bewölkung. * Tödlicher Straßenbahnnnfall in Graz. Aus Graz wird berichtet: Senatspräsident Dr. Alfred Amschl, ehemaliger Leiter der Oberstaatsairwaltschaft, wurde Sonntag von einem Straßenbahnwagen erfaßt und zu Boden geschleudert. Amschl erlitt eine Gchirnerschütterung und innere Verletzungen und ist bald nach den: Unfall g e st o r b e n. * Von einem Auto getötet. Gestern nachmittags gegen viertel 5 Uhr Ivurde auf der Erzhergog-Karl-Straße der zehnjährige Schüler Georg. Granditsch. Maurichgasse 43 wohnhaft, von dem Beiwagen des Lastenautos A V 983, an das er sich nach Zeugenaussagen aus der Fahrt mit seinem Zweirade angeklammert hatte, überfahren. Er hatte schwere innere Verletzungen erlitten und der Tod ist noch vor Eintreffen der Rettungsgesellschaft eingetreten. * Selbstmorde. Die 23jährige Telephonistin Emilie Beer hat sich in ihrer Wohnung mit Leuchtgas vergiftet. Als Ursache der Tat wird Abbau angenommen. — Der 53jährige Schneider Ferdinand Porges hat sich in seiner Wohnung, Blumancrgasse 24, wegen finanzieller Sorgen mit Leuchtgas vergiftet. — Ter 57jährige Kleinrentner Jakob Meyer, 'Sonnbergplatz 7, nahm wegen Krankheit Beronal. Cr starb im, Spital. * Betrug mit „Zuchtperlen." Der 37jährigc italienische Ju- Inelier Alessanvro T a m a r o wurde hier verhaktet. Er hat bei mehreren Pfandleihanstalten Perlenschnüre verpfändet, ohne zu sagen, daß es sich um gezüchtete und nicht um Naturperlen, die ungleich wertvoller sind, handelt. Die Pfandscheine verkaufte er in der Regel weiter, so daß nicht nur die Anstalten, sondern auch die Käufer der Scheine geschädigt wurden. Tamaro sowie sein Helfershelfer, der gewesene Assistent der Lagerhäuser. Oskar Ill i ch er, werden dem Landesgericht eingeliefert. * Wohnungseinbrüch'. Sonntag ist ein Einbruch mit einem Schaden von etwa 30.000 S. entdeckt worden, der in der Zeit vom 20. bis 29. d. in der Wohnung des Heinrich R o s n e r. Ausstellungsstraße 1, verübt worden ist. Gestohlen wurde Bargeld und Schmuck. — Der in der Argentinierstraße 65 wohnhafte Dr. Heinrich Grössinger entdeckte am Sonntag nach dreiwöchiger Abwesenheit einen Einbruch in seiner Wohnung, bei dem Wertsachen» Juwelen. Wäsche und Kleider im Werte von 3500 S. gestählen worden sind. — Auch bei Frau Auguste Schweikert, Novaragasse 47, wurde ein Einbruch verübt, bei dem Silberbesteck und Juwelen int Werte von etwa 800 bis 1000 S. gestchlen wurden. Vereine, Bortröge und Bersammlungeu. B u ko winaer Zentralverband. Wien. Die H a u v t o e x f a m m l u n a wird Donnerstag den 2. September, Pun't 6 Uhr abends, im Wiener B ü r g e r c a f e. 2 Bez., Praterstraße 11, abgehalten. Alle B u r o w i n a e r sind dringendst eingelagen!

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