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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-30 · Heft 2701 (30.8.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2701 (30.8.1926)
Date
1926-08-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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sk. 2Wl ffltrt, Äonlag Wiener Morsenreilu«« «kr -er WnttWche Sisnijtentag. Dte Lasesoedrm«g. Wie bereitmitgeteilt, wirb der österreichische Z i o- « t st e n t a g Ader Zelt vo« 80. Oktober bi- 1. November! statffndev. Da- Zionistische Landeskomitee gibt die Lager« r d n « « - wie folgt bekannt r 1. Lag. WilllpiH OfP w* o V^K OTKfWp« 1. Eröffnung. 2. Wahl der Präfidimn« Md d-r Vmeanr sowie der Permanenzkonwtissio«. 8. Referat Über die allgemeine Lage de» Zionismus. 2. Gon« tag den 31. Oktober, 9 Uhr vormittags. 4. Bericht über die Tätigkeit des Zionistische« Landeskomitee». 6. Entwicklung de» Arbeitsprogramms des Keren Hajesiod. 8. Entwicklung de» Arbeitsprogramms des Keren Kajeinelh. 7. Bericht über die Tätigkeit des Palästinaamtes. 8. Bericht der ErsparungSkommisston. 9. Referat über die Stellung zu den jüdischen und nichtjüdischen Parteien OesterrttchS. 18. Generaldebatte. Sonntag den 31. Oktober, 3 Uhr nachmittag-. 11. Referat über Kultur und Erziehung. 12. Referat über Palästinaftagen. 13. Referat über OrganifationS- und Propagandäftagen. Sonntag den 81. Oktober, 8 Uhr abend». :4. Debatte. 3. $«8. Montag den 1« November, 9 Uhr vormittag». 15. Fortsetzung und Schluß der Debatte. 16. Neuwahlen. Der Ort der Tagung und die Namen der Referenten werden noch bekanntgezebeu werden. # Der endgültig letzte Termin zur Abführung -er Partei st euer und der Mitgliederlisten sowie zur Einsendung der Tätigkeitsberichte der einzelnen Be« zirksfektionen, Sonderverbände und Ortsgruppen tst der 30. September. Spätere Einzahlungen oder Einsendungen können von der Wahlkommission nicht mehr berücksichtigt werden Am 10. O k t o L e r 1026 findet die Wahl derDelegierten statt. Das Wahlregulativ wird den einzelne» Bezirkrsektlonen. Sonderverbanden und Ortsgruppen rechtzeitig zugehen. Galrworthh über Ebbe «uv Flut der Seit« geschmaüs. John Galsworthy, der in. der kommenden Spielzeit an der Renaiffancebühne mit zwei in Wien noch nnbekan-nten Bühnen« werken, „Der Flüchtling" und „Justiz" zu Wort kommt, schreibt in der Zeitschrift „The BermonVsey Book" nachstehendes iiür: den literarischen Zeitgeschmack: „Die ersten Jahre dieses JahvhundrtS stellten die Dinge auf den Kopf, genau wie heute. Sie erschienen, schlenkerten mit den Beinen, streckten die Zunge heraus — weg waren sie. — Da war Havdy! Lass' uns sehen, was mit dem armen Mann geschah. Sie stempelten ihn altmodisch und er verschwand, aber er ton wieder. Da war Stevenson, jener roine Romantiker — wieviel Tode starb er von ihren Lippen! Da war Kipling oh der arme Kipling! — Da war Barrie — ein trauriger Fall! Da war Shaw — dieser unangenehme Journalist. Nahmen Sie den seltsamen Fall von Konrad, der während der ersten 18 Jahre seines literarischen Lebens von der Kritik gepriesen wurde wie selten ein Schriftsteller unididen trotzdem die Oefferrtlichkcit kaum kannte und dann, in drei kurzen Jahren, war er bedeckt mit Ruhm. Nehmen Sie Kiplings Fall — von der Kritik gellobt, von der Kritik verdammt, wieder anerkannt und wieder verdammt und merkwürdig berühmt die ganze Zeit über. Der Zeitgeschmack schwankt von Aktion zu Reaktion, folgt einer Abneigung gegen die Wiederholung, 'dom Ringen nach Neuhett; er läßt sich durch die Reden der selbstbewußten literarischen Clique seiner Tage bestimmen und schwimmt aus der Flut der Weltereignisse wie der Vorkriegs- oder Nachkriegsmentalität. Er wird nur durch einen gewissen Sinn für Proportionen in der allgemeinen Anschauung geregelt, die die ganze Zeit über aus der Ebbe und Flut des Geschmackes zu sangen sucht, was ihm .virklich nahrhaft ist und amüsant. Der geistige Slppetit der literarischen Jugend wechselt beinahe jodes Jahr. Der geistige Hunger des Volkes bleibt fa*ft derselbe, wenigstens für eine Generation, und der Hunger nach bestimmten Grundstoffen dauert durch Jaihchunderte. So die Sehnsucht nach dem Drama, dir befriodigt wird durch das Erzählen einer Geschichte, das Begehren, sich selbst uwd seine Nach« ' barn porträtiert zu sehen, das befriedigt wird durch die Schöpfung von Charakteren. Eine Periode, deren Geschmack von diesen einfachen Forderungen abweicht, trägt auf die Dauer kein« Zinsen, wie sehr sie auch ringen und kochen mag — es bleiHt ein totes Wasser. Die gegenwärtige Periode, von Punkt zu Punkt springend, unzweifelhaft selbstbewußt und geneigt, das Monopol ihrer Gewitztheit zu verkünden, wird Geltung haben, aber nicht kraft ihrer eigenen Meinung von sich selbst, noch auf Grund ihrer extravaganten Experimente. Die Bierzjgerjahre dieses Jahrhunderts werden nicht schreiben — nein — nicht einmal die Dreißigevjahre — in dem Stil von Herrn Sowieso und Frau Soundso von heute. Di« Dreißiger lverden wieder Punkte setzen und andere altmodische Hilfen für das Gehirn, wie einen Zusammelchang zwischen Ge« danken und Wort. Gewaltsame Wandlungen, die von Zeit zu Zeit Mode sind, sollten am wenigsten auf praktischem Porteil begründet sein." Nerven lm Hern«. Di« (Sttttftfttttg des Grazer Professors LGvi. Eine Veröffentlichung der „Klinischen Wochenschrift" hat dieser Tage in Aerztekreisen große Sensation hervorgerufen. Es ist nämlich einem österreichischen Gelehrten gelungen, «in« Müsfig« keit i« Herzen zn entdecke«, die auf den Herzschlag von entscheidendem Einfluß ist. Der Wiener Herzspezialist Dozent Dr. Marx Herz teilt hierüber in der „Sonn- und Montagszeitung" mrt: Die Entdeckung des Forschers O. Löw i, Graz, daß im Herzen eine Flüssigkeit enthalten ist, die die Verbindung zwischen den Nerven und dem Herzen herstellt, ist die bedeutendste, die auf diesem Gebiete überhaupt gemacht worden ist. Es ist ei« gänzlich neuer Weg, der sich damit der Wiffenschaft öffnet und von dem inan vorläufig noch nicht weiß, wie weit er führen wird. Die Versuche, di« als v o l l k o m m e n k o r r s t t unexakt anerkannt werden muffen, beweisen, daß durch die Nerventätigkeit im Herzen eine Flüssigkeit, ein sogenanntes Hormon, erzeugt 80. August mc wird. Mittels dieses Hormons n.äre eS nun möglich, de« Herzschlag zu verlangsamen oder zn be. schleunigen, kurz, zu regulieren, auch wenn dor entsprechende Nerv krank wäre. Natürlich sind die Versuch': bloß cm Tieren vorgenonunen worden und man kann noch nicht wissen, ob sie, am Menschen angewendet, dieselbe Wirkung äußern. Wenn das der Fall sein sollte, so würde dir gesamte Rerventtzerapie dadurch kolossal bereichert werden. Denn es ist rvahrscheinlich, daß die Nerventätig« keit auch in den anderen Organen Hormone erzeugt. Man kennt natürlich heute schon Mittel, um den Herzschlag zn beeinflussen, doch wäre es natürlich vorteilhafter, wenn ein von Nebengiften freies, dem Körper entstammendes .Heilmittel zur Benützung gelangen könnt. * Eine SolwaritLtSmautststatton der Diebe. Aus Lodz wird uns geschrieben: Vor kurzem wucke hier der Dichter" der Diebe. Chanm Slomka, von seinen Kollegen ermordet. Sein Leichenbegängnis gestÄtete sich zu einer Riesenmanisestation der Drebe für ihren Kollegen. Tausende von Dieben und Vagabunden bereiteten den Sarg, zum Teil in Autos und Wagen, deren allein tnwrt 60 zählte. Große Ueberraschungen in der Meisterschaft. Alle Favorit« geschlazen. — Hakoah mttertiegt in Brrdapeft. Die zweite Meisterschafsrunde brachte sensationelle Ueberraschungen. Fast alle Favorits wurden geschlagen und der Meister, Amateure, rangiert momentan sogar an l e tz t e r S t e l l e. Das Publikum brachte in Anbetracht des guten Wetters den Kämpfen großes Interesse entgegen. Der Kräftcausgleich der Mannschaften verspricht einen wechselvollen Verlauf der Meisterschaft, die jetzt schon Vereine der unteren Gruppe an der Spitze sieht. Die Meisterschaft der ersten Klasse. Spiele Siege ttuentich Riederl Tore Punkte Simmering Wacker . Brglttenauer 3 RudolfShügrl Slovan . . Rapid . . . Admira . . Floridsdorf A Vienna . Hakoah . W. A. C. Sportklub Amateure C. un Rudolfshügel-W. A. C. 2 :1 (1:0). Amateuvplatz. 10.000 Zuschauer. Schiedsrichter Braun. Rudolfshügel: Rottenbachsr; Klofac, Dvorak; Goiobic, Kellinger, Kniebeis; Kamesch, Maresofsky, Gottwald, Kapplan und Zirls. ' W. A. C.: Feigl; Becher, HeickenwäLer; Braun, Bilek, Schneider; Weiß, Zauy, Dürvschmidt, Rausch, Huber. Dieses Spiel nahm einen überraschenden Ausgang. Die anfangs leichtsinnig spielende Stürmerreihe der Pratermannschaft wurde von den eifrig kämpfenden Favoritnern überrannt. Die „namenlosen" Rudolfshügler bewiesen, daß u-nter den unbekannten Wiener Spielern noch genug Talente Vorkommen. In dom Mittelläufer K e l l c n g e r haben die Leute einen ausgezeichneten Mann. Im Angriff zeichnete sich Gottwald aus, der in der 10. Minute den ersten Treffer erzielt. Nach der Pause gibt es verschiedene Umstellungen und eine erdrückende. Ueberlegenheit des W. A. C. Ein Vorstoß Rndolfshügels bringt jedoch .den ztveiten Treffer durch Gottwald. Erst vier Minuten vor Schluß kann Schneider ein Goal für die Pratermannschaft erzielen. Mmmering—Amateure 2:1 (0:1). Amateurplatz. 10.000 Zuschauer. Schiedsrichter Plhak. Simmering: Cart; Hauswirt, M-ustl; Kliwitsch, Kurz, Dumfer; Danis, Horbach, Sesta, Zilkbauer, Viertel. Amateure: Saft; Regnart, Tandler; Geher, Briza, Schneider, Mlinarik, Cutti, Sindelar, Wieser, Vanicek. Die Ober-St. Vetter mußten gestern bereits die zweite Niederlage hinnohmen. Die Mannschaft ist ein Schatten des Teams der vorigen Saison. Wenn auch der Sieg Simmerings durch eine kurz andauernde Offensive erzielt wurde, weist kein Mannschaftsteil der Amateure eine Form auf, welche die Eff zn Erfolgen prädestinieren würde. Trotz der Ueberlegenheit im Felde arbeiteten alle Spieler der Ober-St. Beiter äußerst matt. Die beiden Flügelstttrmer waren ausgesprochene Nieten und im Jnnentvio konnte überhaupt nur Cutti halbwegs entsprechen. Bei Simmering war im Angriff Danis, der eine glänzende Ballführung hat, di« treibende Kraft. Die Läuferreihe wurde von Kurz gut -lvsammengchallten und in der Verteidigung erwies sich Musil als ständige Stütze. Simmering lieferte auch kein hochstehendes Spiel. Eine kurze Periode Draufgängertums genügte jedoch für den.Sieg. Schon in der 6. Minute muß Cart einen schönen Schutz des sich energisch durcharbeitendep Cutti passieren lassen. Einen gefährlichen Freistoß Wiesers pariert Cart. Nach der Pause -rängen die Kimmeringer stürmisch. Einmal schießt Horvath geistesgegenwärtig auf das leere Tor, Schneider kamt mt leW« Augenblick mit dem Kopf retten. In der 16. Minute barm Sopa aus einem Korner Viertels den Ausgleich erzielen. Zwei Minuten später arbeitet sich Danis glänzend vor Sesta schießt im Gedränge den siegbringenden Treffer. Die Amateu« drangen hefttg, Sesta wird wegen Nachtretens mrsyeiMoffe«, doch gelingt es den Simmeringern, die sich nunmehr fast ständig i*t der Verteidigung befinden, das Resultat z« hotten. Die letzte AuSgleichschanee vergab Mttnavill. Slovan—MaPGd '4& (Dr0) Dlowanplatz. 10.000 Zuschauer. Schiedsrichter Zwicker. Slovan: Hlvstk; Czernitzky, Grüner; Machet,Baar,Barbah Knzel, Sobotka, Zdarsky, Mepan, Durejch. Rapid: Feigl: Solil, Schramjeis; Richter, Madlmeyer- Nitsch; Kirbes, Unbil, Hcmel, Wessely!, Wessely. Auch Rapid mußte gestern dran glauben. Aller Kampfgeist nützte nicht, die ruhige Kombinatton der Slovanleute trug den Sieg davon, zumal die Tschechen nicht weniger' Ausdauer zeigten als die Hüttoldovfer. Unangerchm stell die derbe Gangart einiger Rapidleute aus, die die Ni^)erlage nicht ruhig hi«- nehmen konnten. Speziell >das VerteiÄigevpaar Solil und Schramseis leisteten sich unquaKfizrerbave Fouls, bei denen der Ausschluß schon am Platze gewesell wäre. Nach 86 Minuten Spielzeit führt Slovan bereits.4:1. Der Sturm der Sieger wurde von Zdarskh glänzend geführt und in dem früheren Piennaurann Knzel haben die Tschechen ei«en sehr guten Kombinationsspieler gewonnen. In der 18. Minute erzielt Stepan den ersten Treffer. Die Angriffe Rapids hält «der in glänzender Verfassung befindliche Hlosek, während sich Feigl als sehr unsicher erweist. Noch vor der Pause kann Stepan zum zweiten Male einsenden. Irr der ztveiten Hälfte verringert zunächst Kirbes den Bovspvung, doch Zdarsky sendet in der 7. Minute aus einem Freistoß ein. Drei Minuten später landet Bnresch den vierten Treffer für Slovan. Kraftanstrengimgen Uridils und Hanels können das Resultat verbeffern, aber die Niederlage nicht verhindern. Wacker—DporEwb 5:1 (2:1 > Oornbach. Schiedsrichter Müller. 6000 Zuschauer. Wacker: Brazda; Capek, Jvllinak; Drinek, Resch, Jestrab; Machhörndl, Rappan, Kuchan, Jicha, Schrödter. Sportklub: Cdi; Beer, Teufel; Lang, Lowak, Pammer; Bauer, Schreiber, Höß, Zach, Pillwvin. Die Dornbacher, reichlich vom Schußpech verfolgt, sahen sich bereits mit 1:3 im Nachteil, worauf sie vollständig znsammenbrachen. Sie waren keineswegs schlechter, doch war ihre Spielweise zerfahren, während sich die Meidlinger im Verlaufe des Kampfes immer mehr fanden. Der Angriff der Sieger hatte in dem alten Knthan einen ausgezeichneten Dirigenten, der seinen Nebenleuten Schnßchancen vorbereitete. Resch war diesmal schwächer. Ausgezeichnet gefiel Brazda im Tore der Sieger. Beim Sportklub war die Deckung unzrüänglich, auch die sonst sichere Verteidigung ließ im Laufe des Spieles beträchtlich nach. Im Angriff tvar Pillwein die treibende Kraft. Auch Höß gefiel zeitweise. Schon in der zweiten Minute ist Schrödter erfolgreich, der auch bald darauf den zweiten Treffer für Wacker erzielt. Vom Abstoß wog gelangt der Sportklub vor das gegnerische Tor und Höß kann einsenden. Nach der Pause gibt es wegen eines Fouls von Teufel einen Elfmeter gegen Sportklrlb, den Brinek verlvandelt. Die Dornbacher geben den Kampf auf, Machhörndl und Rappan erhöhen den Sieg ihrer Matmschaft. B. A. 2:0 (1:0). B. A. C.-Platz. 8000 Zuschauer. Schiedsrichter Göbel. B. A> C.: Köhler; Heivingsfeld, Grohmmrn; Ruhittl, Hof« baue; L., Jarosch; BereW^ Hvstasch. WeMnger, Hvjhan« A, Paüo,

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