Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2700 (29.8.1926)
- Date
- 1926-08-29
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 2700 Mn, Konnlckg WienetftftoffttfMeHttttft 29. August MS * Tmmingen. Im Tempel in der Seitenstettengafse findet heute um HM 3 Uhr nachmittags die Trauung des Fräuleins Liesl N e u b a n c r mit dem Redakteur Ernst Otto Fischer statt. — Sonntag den 5. September 1926, 1 Uhr nachmittags, findet im Sta'dttempel die Trauung des Fräuleins Edith Mautner, Tochter des Amtsleiters der israelitischen Kultiisgemeinde. Herrn Oskar Mautner, nn>d seiner Gattin Karoline geb. Neuron, mit Herrn Artur L a u t e r b a ch. Sohn des Herrn Asser und seiner Gattin Rosa -gett». Stern, statt. Das junge Paar reist in den nächsten Tagen nach Tel-Mviw, wo Herr Lauterbach in Delfiners 'Seidenfabrik tätig ist. * Direktor Nissen Schramm, ein bekannter Zionist aus Mexiko. der seit längerer Zeit in Europa weilt, ist dieser Tage von einer Geschäftsreise von den Kanarischen Inseln in Wien eilige troffen. (Die „Wiener Morgenzeitung" hat seinerzeit eine größere Schilderung Schramms Wer das jüdische Leben in Mexiko verösfeiulicht.) * Errichtung eines Strandbades in Vöslau. Aus Vöslau tviro uns berichtet: In der letzten Gemeinderatssitznng wurde beschlossen. das obere Badebassin unizi.baueii. große Stran-danlagen, Luft- und Sonnenbäder sowie ein Planschbecken für Kinder zu erbauen. Die Gemeinde Vöslau hat aus diesen Gründen ein Preisausschreiben für den Umbau des cbereu Badebassins veranstaltet und wurden fünf Preise int Gesamtwerte von 1600 S. festgesetzt. Zschias-Schnellknren (Italien. System) auch gegen Hexenschuss und Armneuralgien. Geoen Rheumatismus und fleht, Schlamm- und Moorbäder, Packungen Diathermie, Heissluft, Höhensonne, Kohlensäurebäder, Kaltwasserkuren, täglich 8 bis 6 Uhr im „Thermla* 1*» Institut, >. Bezirk, Franz Josefskai 1. Teepnon Nr. 7fc-1-37. * Herabsetzung der Versteigerungsgebühren im Dorotheum. In weiterer Durchlührung des planmäßigen Abbaues sämtlicher Gebühren hat das Kuratorium des Doro.heums in seiner letzten Sitzung auf Antrag der Generaldirektion eine wesentliche Herabv-. -"^bühr und der Nebengebühren im Verölt vom .1. September'1926 bebetrug im Jahre 1922 26 Prozent, wurde im Jahre 1923" aus 20 Prozent, rm Jahre 1924 aus 15 Prozent und wird nun aus 10 Prozent herabgesetzt. Sie deckt nunmehr knapp die auf den Versteigerungsvorgang entfallenden Steuern urtd Abgaben. Hiezu ist noch zu erwähnen', daß sie für moderne Edelmetallgegenstände ■ ohne Edelsteine und Perlen einschließlich Altwiener Bestecke mit 5 Prozent festgesetzt wurde und bei.unmodernen Edelmetallgegenständen ohne Edelsteine und Perlen überhaupt keine Versteigerungsgebühr zur Einhebu.ua gelangt. — M 1. September l. I. werden in der Zweiganstalt Margareten dcs Dorotheums Belehnungen von Schmuck- und Gebrauchsgegenständen ununterbrochen von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends durchgeführt. in der Zweiganstalt Meidling dagegen nur bis halb 3 Uhr nachmittags. * Falsche Schillingmünzen. Aus Cbeichirt wird berichtet: Kürzlich wurde in der Persoiienkasse der hiesigen Station von einem Bahnbeamten.eine falsche Einschillingmünze eingenommen. Auch in Fischaü wurde ebenfalls von einem Bahnbeamten nach Abgang des Zuges ■ die Einnahme eines falschen Einschillingstückes konstatiert. Die falschen Münzen sind an der bleiähn'lichen Farbe zu erkennen. us der jüdischen Welt naiiiaiiitgiiiifcjiiit mmi iiii=iiiiäiiii=i!ii=nH=«iiHnii^c Üiülliiiili'Srr '“!HI=llllHllil^!lll=Hil iiiisin^iifTiüü Haag M ENN MARS und SATURN AUCH BEWOHNT, So ist uns doch noch nicht bewiesen, Daß man dort Huber-Likör bekommt. i Dle'Erdejkel d^her gepriesen, r Ueberall erhältlich! * Aufder Stadtbahn vom: elektrischen Strom verletzt. Der 9)äyr>O Schüler Wolfgang Ramm er wurde Freitag nachts von seinen. Eltern.zpr FiljaPation der Rettnngsge'sellschaft' gebracht. Er ze igte eine 10 Zentimeter lange Bersengn n g der Haut am linken Unterschenkel und Brandblasen an drei Fingern der rechten Hand. Der Junge ist kltrz vorher im letzten Waggon eines Sladtbahnzuges gefahren und hat in der Gegend des Karlsplatzes zum Zeitvertreib mit U'x Hand die Umrahmung.des Fensters berührt; dabei ist er, wie er erzählte, durch Zufall mit dem linken .Fuß an einen Metallbcstandteil am Boden des Waggons: angekommen und wurde von einem elektrischen Strom getroffen. Die Untersuchung der Brandverletzungen ergab, daß sie ganz lc i ch t e r Na tut waren. Bon der Städtibahndirektion wird erklärt, daß ein derartiger Unfall so gut wie ausgeschlossen sei. * Bon einem Auto getötet. Freitag um viertel 3 Uhr nachmittagK'wurde der 65jährige Bäckevgehilse Heinrich Lang ans dem Hernalsor Gürtel von einent Autotaxi niedergestoßen und schwer verletzt. Er starb ans der Unfallstation. Nach Aussagen der Zeugen trifft dien Chauffeur keine Schuld. * Rätselhaftes Verschwinden eines Chauffeurs. Unter seltsamen Umständen ist seit dem 26. d. der LSjährige Chauffeur Franz Andres. 17. Boz.,-Pezzlgasse 30-wohhast. vermißt. Andres, der als solider Mann geschildert wird, übernahm am 26. d. um 6 Uhr nachmittags von seinem Vater Karl Andres auf dein Tl-utostandplatz in der Laugegasse das Perl-Auto A 7 167 zur weiteren Führung und ist seither nicht heimgekehrt. Dir Angehörigen befürchtet! einen Unfall. Andree ist kräftig, untersetzt, hat schwarzes, zurückgvkämmtes Haar, dunkle Augen und ist glatt rasiert. * Ein Rabbiner aus der Amerikareise beraubt. Im Schnellzug Pari s—Ch erbourg ist, wie aus Paris gemeldet wird, ein deutscher Rabbiner namens Michel'N e u m a n n, der nach Amerika reisen wollte, von einem UWÄannten chloroformiert nio seiner Bars ch af t beraubt worden. . .. * Hebräische Ferialkürse. Die Leitung der hebräischen Ferialkurs? des Beth waad l'iwrim nimmt für September neue Anmeldungen entgegen, und zwar für einen neu zu errichtenden Anfängerkurs für Erwachsene und für die bereits bestechenden zwei Fortgejchrittenenikurs;. Die Anmeldungen finden in der Kanzlei der Sozialen H i l fs g em e i n s ch a ft An i t t a Müller täglich (mi: Ausnahme von Samstag) von 5 bis 7 Uhr statt.! fejytBgn tf*IU| SS Id 'uige Mann (Dame) bezieht heute 2»3 Millionen I «K» iEnBn^iOBiKK Ochalt? Nur solche, die schon mehrere Ja re in i cii.-m Benlebe tätig sind oder üb . gan« besondere i-'enntnhse verfügen. I :» der Lehranstalt Löw, VIII., Josefstädterstrasse 35, erwerben ->ie sich {. ii kürzester Zeit wirklich gründliche, praktische Kenntnisse und genauen I Einblick in alle Formen des modernen Geschäftsbetriebes, s Verlangen Sie einen Prospekt! und in: a Eirii io'ini u;i t I p b.'iin IM'.’.l dil Pit i Ein erstklassiges Fabrikat. 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I. von seiner letzten Jndienreise zurückgekehrt mvb nun liegt bereits ein stattliches Buch („Indra" Edizione Alpes, Milano) über diese Reife vor. Für uns ist dieses Reisewerk wegen der darin enthaltenen Aufzeichnungen über die Inden in Indien, denen wir die nachfolgenden Stellen entnehnten, von besonderem Interesse. „Nach der Zerstörung des zweiten Jernfalemer Tempels im 38. Jahrhundert, nach Erschaffung der Welt machten sich 5000 Inden von den Ufern des Jordan ans den Weg und kamen nach dreijähriger Wanderung in dieser Ebene Indiens an, wo sie nach ihrer Niedcclassnng vor allem den Grundstein für eine Synagoge legten." Sie befanden sich in Ko tat), wo mir — schreibt 2lppelins — der ehrwürdige Oberrabbiner diese Mitteilung machte. Die Synagoge hat zwölf kleine Kuppeln, die aber nicht mehr im pihönizifchen, sondern bereits im Hindustil erbaut wurden. Wie die Küchlein um die Bruthenne hocken um die Synagoge herum aneinandergoklebt die schlvarzgeistricheneit Hänschen der Judeitstadt. Auch diese Häilschen können kaum jüngeren Ursprungs sein als die Synagoge selbst. Wie sonderbar, daß man hier im Reiche Brahmas und Siwas, im klassischen Lande der religiösen Revolutionen, in diesem Lande des zerstörenden Fanatismus nicht selten in.irgend einem flüsteren Talkessel auf-christliche Kapellen stößt, .die vielleicht von St. Thomas gegründet wurden, oder plötzlich, wie in Kotay, eine Synagoge findet, die weiß Gott wann in welchem prähistorvschen Jahr errichtet wurde! Seit Jahrhunderten wohnen hier Menschen zu Tausenden, die von den Stürmen der das Land erschütternden Ereignisse niemals berührt wurden. Trshalb war ich auch gar nicht überrascht, als in der fruchtbaren Maduraebene inmitten von Pagoden und Palmen plötzlich einige alte Häuser mit von den übrigen ganz abstechenden Menschen auftauchten. Ich nähere mich ihnen: andere Kleidung, andere Haltung, leben unter anderen Sitten, auch ihre Gesichtsfarbe weicht von derjenigen ihrer Umgebung ab, ich möchte fast sagen, daß auch der Geruch ihrer Haut ein anderer ist als bei den Hindus. Das Ghetto von Kotay ist dasselbe geblieben, das es vor Jahrtausenden geweseit ist. Diese Abgeschlossenheit, diese Scheidewand wurde jedoch nicht von den Hindus, sondern von den Inden selbst geschaffen. Ich ivage die Behauptung, daß selbst in Palästina die Anden nicht „ist -pe^Ma^e,Juden gehlieben sind wiiii)üntep den '^imen^..Yon'.Kav^^re./Aü Galiläa^ähmen' die Juden die .Kleidung eines Teiles HW Völker, in deren, Mitte, sie leben, nach. Sie übernahmen den-Mäntel der Mohammedaner, den, weißen Rock der Jaffaer Drusen, die roten Pantoffel der am Jordan lebenden Beduinen. Hier taten sie es nicht. Wie es war, so ist es geblieben. Die Alten kleiden sich in der biblischen Tracht Aarons und'die Tracht der Jungen ist dieselbe, wie sie Isaak o?* tragen hatte. Die Frauen sind in ihrer erste,t Jugend bleivdend schön, neigen aber, wenn sie Mutter geworden sind, zur Verfettung. Ihre Kleidung ist dieiselbe, wie sie Rebekka getragen haben mochte. Ich fand viele Blonde unter ihnen und häufig sind Rothaarige mit schwarzen Augen. Die Augen sind tief und .beredt und bleiben auch schön, wenn die Gesichtszüge ihre Frische verloren haben. Auch ihr Leben ist ganz patriarchalisch. Ihre Haustiere sind, wie in Palästina: Schafe und'Ziegen. Das Fett des unreinen Tieres wird, nicht verwendet, wie überhaupt nicht, mit Tiersett, sondern mit Palmöl und. Kokosfett ^gekocht wird.-Ihre Lieblingsspeisen sind Eier in Zwiebelwasser, in. Gpütze gekochtes Fleisch, Milchreis mit Rosinen und Zimt bestrent. Die Geschäftsläden «tragen hebräische Ueberschriften. In den Häusern brenneit allabendlich altertümliche mit Oel gefüllte Lampen. Das Innere der Synagoge ist voll Feierlichkeit. Die Tempel Brahmas sind, wenn sie auch unterirdisch gebaut find, immerhin-luftig und hell, denn sie sind durch 20 bis 25 Fettster mit der Außenwelt verbunden. Hier aber ist alles wie verschlosien, überall herrscht mystisches Halbdunkel. Vom Gewölbe hängen eigenartige Messinglampen mit Ornamenten aus farbigem Glas, lauter feine Arbeiten von großem Antiquitätswert. „Der Tempel Solomons, war mit solchen Lampen geschmückt," sagte stolz der Rabbi. Der Boden ist ans gelbem Porzellan, in das Porzellan sind blaue Blumen eingebrannt; es sind Meisterwerke der edelsten koreanische n Porzellankunst. Wer weiß, wie sie hicher geraten sind?! In der Mitte der Synagoge steht die Bimdeslade, mit Go-kd- und Silberstickereien, künstleriischen Handarbeiten, bedeckt. Auf beiden Flügeln der Bundeslade sind die zehn Gebote angebracht, in der Ätitte befindet sich ein auf gewundenen Bronzesäulen ruhender Baldachin, der die Gestalt einer heiligen Hütte hat. Auf dem Tisch lag das Buch Leviticus. Der Oberrabbiner zeigte mir auf meine Bitte seinen Ornat. Er zog seinen Brokatmantel und die Tiara (genteiitt ist wohl der Tallis!) an und diese Tracht verlieh dem greifen Seelsorger erhöhte Würde. Es kam die Gebetstunde. Die Synagoge füllt sich allmählich, leider verstehe, ich das uralte hebräische Gebet nichr, ich sche bloß, daß sie mit Innigkeit ins Gebet vertieft sind. Der Vorbeter rezitiert mit trauriger Stimme, die Geineinde respondiert weinend. Möglich, daß auch die Söhne Israels so sangen, bevor sie aus dem Lande Pharaos zogen, und auch nachher bis zum heutigen Tag. Das ganze Drama der Rasse liegt in diesen traurigen Gesängen — schließt Appelius seinen Bericht. Lar DerhSItnis der Juden zum türiische» Staat. Die Verzichtleistung der Juden der Türkei auf ihre Minderheitsrech:e, woriiber wir wiederholt berichteten, hat begreiflicherweise überall, wo Juden leben, großes Aufsehen erregt, und zu verschiedentlichen Auseinandersetzungen Anlaß gegeben. Selbst der amerikanische jüdische Politiker, Louis Marshall, der gewiß nicht jüdisch-nationaler Ueberschwenglichleit gezichen werden kann, hat, wie wir gleichfalls meldeten, den Schritt der Repräsentanz der türkischen Jckden als unwürdig abgelchn:. In der amerikanischjüdischen Presse wird dieser Schritt für so ungeheuerlich augeschen, daß der politische Mitarbeiter des „Morning Journal", Rew ic tz k i, der jüdischen Telegraphenagentur, welche die türkische Nachricht versendethat, vorwtrft. den Tatbestand unrichtigwiedergegebeu zu hc.bcn. Die türkischen Juden hätten demnach nicht auf ihre nationaleu Minderheitsrechte, sondern auf die „Garantie dieser Rechte rurch die Völkerbundmäch:c" verzichtet. Die Jta sei — meint Rewietzki — nicht berechtigt gewesen, eine Deutung der Berzichtleistung, sondern den Text der Erklärung im Wortlaute zu versenden. Auch das Organ der trennungsorihodoxen Agudah,'„Der Israelit", verrät große Berlegenheit gegenüber dem äußerst wichtigen Ereignis, da cs irgendwie zur Frage der nationalen Mindcrheitsrechte Stellung nahmen muß. Es windet sich mit folgender Erklärung aus dem Dilemma: „Wir stehen seit Neuordnung der Dirrge auf item 2:andpunkt, daß in den sogenannten Nätionalitätenstaaten, in , denen das Minderheitsrecht die einzige Sicherheit für die ernzelnen Nationalitäten bie:et, dieses Recht auch für'dr^,Juden voll, in Anspruch zu nehmen ist. Wo ein Land mit Parteienparlament ein solches System nicht kennt, wäre es für jede-Nationalität, doppelt für die Juden, sehr von Uebel, .Wer ihre allgemeinen Bürgerrechte hinaus eigene naüonale Aspirationen geltend zu machen. In der neuen Türkei wild unseres Wissens nach nationalen Katastern ins Parlament gewählt. Aber die Juden der Türkei fühlen sich durch eine. Tradition von langen Jahrhunderten mit dem türkischen Volke politisch und bürgerlich so sehr auf Wohl und Weh verbunben, daß sie jedes Eigeninteresie im politischen Leben weit , von sich weisen. Man wird daher bei einem - endgültigen Urteil über die. Maßnahme der, türkischen Juden sie erst hören müssen und die Eigenart ihrer politischen Stellung innerhalb des Staatsganzen gerechterweise mit in Betracht ziehen müssen." Der „Israelit" stellt hier eine These auf, die zurückgewiesen werden muß, weil sie auf ganz würdeloser Opportunitätspolitik bericht. Es isp„unmöglich, daß die nationalen Rechte der.- 'jüdischeip- MinderheitEstch'dana^richten sollen,, innerhalb welihe-ri.Grenzpfähle sie lrhen oderin' welches Skäatsg'eLvet'.-si'e'- ' rcgullerungMyimission verschlagen werdend e ••••.-■ Q Biklik-iü Paris. Aus Paris'WiÄ uns berichtet: Unter Vorsitz von Dr. Eisenst-adt fand heute ein feierliches Bankett für, .Bläkik statt, an dem u. a. Direktor Schneur ter|- nahm. Auf die Festrede antwortete BiM in einer längeren Rehe, in der er der Hoffnung Ausdruck gab. daß die Juden Osteuropas wie in anderen Ländern, Einfluß auf das, jüdische Leben i;rt Ftankreich ausüben mögen. Me Re,de,^,wurde von den zahlreichen Anwefenden mit frenetischem Beifall ausgenommen. Ein Jude — Vermittler Polens für geistige.Zusammenarbeit mit Amerika. Aus.W af-h i n gto n wiro uns berichtet: Julius Schroit ist hier'als Vertreter der polnischen Regierung erngetroffen, um Beziehungen zu amerikanischen Literaten und Künstlern anzuknüpfen. Schroit, der Jude ist, hat in verschiedenen Städten Vorträge gehalten, in denen er über das Verhältnis der polnischen.Regierung zu den Minderheiten sprach. Zu Vertretern der jüdischen Presse äußerte er sich, daß die Begehungen zwischen der Regierung und iden Juden jetzt oie: besten ^seieU.i- - : .- Ein Londoner Rabbiner nbersiedelt nach Pälästtna. Bor einigen Tagen tvurde hier ein Abschiedsfest für deit Rabbiner Moses Awigdor C h a j k i n, der nach Palästina zu ständen Pogromen von 1881 bis 1882 verließ er seine Heimat und wurde in Paris Rabbiner für die jüdischen Flüchtlinge . aus , Rußland und.Polen. Dann kehrte er nach Rußland zurück und war Rabbiner in Rostow am Don. Im Jahre 1890 kam er nach London und bekleidete hier 36 Jahre das Amt eines Rabbiners. Chajkin ist heute 74 Jahre-alt. Spaltung der orthodoxe« Gemeinde Pisthan. Aus P i st y a n wird uns berichtet: Die Äoudah begnügt sich nicht mehr damit, jeden Versuch einer friedlichen Einigung unter den Juden der Slowakei mit allen Mitteln zu Hintertreiben, sie hat jetzt auch die Ambition, ihre eigenen orthodoxen Kultnsgemeinden zu spalten. Einen solchen Erfolg erzielte sie jetzt in Pistyan, dem Raobinatssitz des Präsidenten der orthodoxen Landeskanzlei, Koloman Weber. Oberrabbiner Weber gelang es, bei «der Behörde ein Wahlstatut der Knltusgemeinde durchzusetzen, das die Herrschaft der Agudisten für alle Zeiten sichert. Die Mehrheit der Gemeindeinitglieder ift — soweit sie von Weber unabhängig ist — gegen dieses Statut und da sie keine Aussicht auf Erfolg hat, so lange Oberrabbiner Weber die Situation beherrscht, beschloß sie in einer kürzlich abgehaltenen Massenversammlung, aus der Kultusgemeinde auszutreten und unrer dem Namen Machsike Hadaß eine eigene Gemeinde auf traditionell gesetzestreuer Grundlage zu gründen. In der Bersammlnng haben hundert Gemeindemitglteder die entsprechenden Erklärungen unterfertigt. Zum Vorsitzenden der Permanenzkommission wurde Herr Philipp Weinberger gewählt. Die Sinai-Jnschristen auf dem Deutschen Orientalistentag. Der Deutsche Alttesta-mentlertag findet am 28. September in H a mburq statt. Anischließend findet vom 29. September bis 2. Oktober der vierte Deutsche Orientalistent-ag statt. Prof. Hubert Grimme, der Orientalist der Universität Münster, dessen Vevöfsentlichung Wer die angebliche Moses-Inschrift nn vorigen Jahre, wie uniseren Lesern erinnerlich sein dürste, großes Aufsehen erregt hat, hat beantragt, es möge die Frage nach Schrift und Sprache der Sinai-DenkmAer zumGegeustand einer ausgiebigen Aussprache innerhalb einer kombimerten semitistisch-ägyptologischen Sektion gemacht werden.