Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2699 (28.8.1926)
- Date
- 1926-08-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981786--27430-3015365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 Wien. LamStag Aber auch im Leben r^r Detektivin gibt es Augenblicks- 'bi'.der, die einer gewissen Komik nicht entbehren. Eo geschah es, daß die .Detektivin ivährend einer Verfolgung im Auto durch den gebieterischen Arm des Verkchrsgetvaltigen mit einem Tch'age mattgesetzt wurde. Ein andereSmal jagte sie.ihm. diesmal des Opfers sicher, von Straße zu Straße nach, um dann zu entdecken, daß sie das Opfer einer Mystifikation geworden war. oa der Verfolgte — vermutlich im Einverständnis mit dem Kraftwagensiührer — nach Besteigung des Alttos auf der anderen Seite wieder herauSspaziert war. 8in Signalavvarat gegen Langrednrr. Aus Amerika kann auch Gutes kommen. Nicht bloß die sicher sehr schlechten EinlvanderungSgesetze. Auch Wilsons 14 Punkte z»ir Befriedung der Völker kamen ja aus Amerika, aber sie wurden memals zur Tat und die besiegten Staaten empfinden sie bis heute noch als amerikanischen Bluff, zu schön, um wahr zu sein. Was uns aber jetzt aus demselben Washington, aus dem die 1'!. Punkte in di? Welt hinausposannt wurden, verkündet wird, übersteigt unseres Erachtens an Bedeutung für den Frieden puicc den Menschen mb den Völkern die unsterblich blamierten 14 Punkte Woodrow Wilsons be° weitem. Schon deshalb, weil es nhne einen von den Siegern einseitig zusammengesetzten Völkerbund wirksam werden kann, ja sogar, wenn nicht die ganze Welt auf den Kopf gefallen ist, den Völkerbund überhaupt entbehrlich, die Rüstungen entbehrlich mach! und den Krng für alle Zeiten ausznfchalten vermag. Worum es sich hier handelt, ist, um bei Amerika zn bleiben, .das „Ei des Kolumbus" zur Vermeidung des Kriegcs. Ein kluger Washingtoner Menschenfreund ersann einen Apparat, mit dessen Hilfe öffentliche Reden genau so „reguliert" werden können, wie etwa der Straßenverkehr. Der Apparat ist auch nach dem bewährten ..Trnffic-System" der amerikanischen Verkehrspolizei konstruiert. In dem Lokal, in welchem öffentliche Reden gehalten, wird ern solches „Traffic-Signal" installiert. Jeder Redner hat die Pflicht, während des Redens ans das Signal zu schauen. Zeigt das Signal grünes Licht, muß er seine Rede beginnen. Sobald aber das rote Licht im Signal aufblitzt, muß er seine Rede unterbrechen. Tut er es nicht, so beginnt ein e.ngcschaltetes Läutewerk einen Höllenspektakel, der von keiner menschlichen Stimme überschrien werden kann. Die Segnungen dieser Erfindung für die Menschheit sind nicht anszudenken. Wie. oft hat uns ein solches „Berkehrssignal" im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte gefehlt! Wie viele Zusammenstöße zwischen Parteien, Nationen, Staaten wären vermieden worden, hätte ein solcher unüberfchreibarer Apparat den Redner rechtzeitig das rote Signal „Stop!" geboten! Allerdings nicht Menschliches ist vollkommen Der Apparat ist einfach, pral'lisch und kann von einer einzigen Pe r jo tt-reguliert werden. Das 'ist seine Schwäche. Wer soll der Regulator se:n? Sind wir nick,: daran zugrunde gegangen, daß der Apparat gar nicht so schlecht war und nur die Regulatoren nichts getaugt haben^' Ukrainische Arbeiter gegen den Petisura-Fondr. K. New-Iork, 27. August. Die hiesige ukrainische Arbeiterorganisation, hat sich gegen eine Teilnahme an der Sammlung für den Petljura-Fonds ausgesprochen, weil Petljura nicht der Repräsentant der ukrainischen Masten war. Dagegen hat die bürgerliche Organisation mit ihrer Sammeltätigkeit für den Petljura-Fonds begonnen. Gelbes Fieber In Spanien. Paris, 27. August. Nach einer Meldung des „New Dort *- v.iiift" üu-j Maorlü fino tu der Umgebung von S a x a q u , i a BO 5 r f r a n f u lt g c tt au gelbem Fieber testgestellt worden, wovon lieben tödlich verlaufen sind. schast über sein Gedächtnis, sein Unterkiefer fiel herab und er starrt« den Richter am. „Es ist bester, wenn Sie die Sache ganz klarstellen", sagte der Richter. „Welchen Esil — äh — ich meine — was für einen Esel haben Sie — sagen Sie mal — von welchem Esel -sprachen Sie eigentlich?" „Es waren verschiedene Esel," sagte der Kesselflicher und fuchtelte verzweifelt mit den Armen, „aber jetzt habe ich überhaupt keinen Esel, und ist das gerecht, frage ich Sie, Herr Richter? .Herr Clarke hat mich verhaftet und ich nahm den Esel von: Feld und er hat den alten Esel in den Pfandstall gebracht, und dort krepierte er am nächsten Tage, und jetzt habe ich keinen Esel, um ihn für meinen Esel in B.illhfarnagaoran zu geben." „Aber wie können wir tvisten, daß es Ihr Esel war?" sagte der Richter, sich zurücklchnend und den Angeklagten schlau ansehend. „Ten Esel, den ich gekauft habe, meinen Si«, .Herr Richter?" sagte der Angeklagte. „Hören Sie," sagte der Richter wütend und wandte sich an den Polizesinfpeklor. „was halten Sie von diesem'Kerl?" „Ich glaube nicht, daß er überhaupt einen Gsel besessen hat," sagte Herr Marke. „.Ha!" sagte der Richter. ,-Stimmt das, HanghY?" „Herr Richter," sagte der Angeklagte, „wenn Sie mich nach Ballyfarnagaoran gehen und nach ihm suchen lasten, bringe ich ihn morgen früh vor Ihre.Haustür." „Noch einmal erscholl lautes Gelächter im Gerichtssaal, und diesmal konnte es der Richter nicht zum Schweigen bringen. ,Hören Sie!" sagte er zum Angeklagten. Es ist ganz klar, daß Sie nie einen Esel hotten, und all diese Geschichten von Eseln, die Sie uns da erzählten, sind einfach erfunden, um das Gericht irrezuführen. Ich verurteile Sie zu vierzehntägiger schwerer Haft, erlasse Ihnen aber eine Geldstrafe." ' „Be len Tank, Herr Richter," sagte der Angeklagte, „aber mein eigener Esel . .! (Autorisierte Uebertrogung von Äosefwe Sternemmm.) Wiener MorstenzeitunA Letzte Nachrichten. Bizeminifter für Wirischastskontrolle in Polen. L. Warschau, 27. August. Wie Ihr Korrespondent von gut unterrichteter Seite erfährt, wird der Ministerrat demnächst alle vorbereitenden Schritte unternehmen, damit in sämtlichen Ministerien je ein V i ze m i n i st e r als wirtschaftlicher Fachmann amtiere. Diese Vizeminister sollen u n a bh ä ng i g von der jeweiligen Zusammensetzung der Regierung die einheitliche wirtschaftliche und finanzielle Linie in der Tätigkeit der Ministerien im Auge behalten. Badijan« Vergangenheit. K. Berlin, 27. August. Heute abends wird der Kommunist B a d i j a n seinen zweiten Vortrag halten. In Sowjetkreisen wird behauptet, daß gegen Badijan seinerzeit ein Verfahren geschwebt habe, weil er 60 Personen ungesetzlich erschossen habe. Dz e rf z i n 8 k i wollte ihn deshalb vor Gericht ftcttcn, doch gelang es ihm, das Verfahren zur Einstellung zu bringen. Seine Versuche, eine Position zu erringen, blieben ergebnislos. Man nimmt deshalb an, daß die jetzige Stellungnahme Badijans eine Racheaktion ist. Man behauptet, daß in Moskau alle ans das Verfahren gegen Badijan bezüglichen Dokumente in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. eins bulgarische Flüchtlingsanleihe. 400.000 Pfund von der Batik oj England. London, 27. August. Wie das Reutersche Bureau erfahren haben will, habe die Bank von England auf Grund eines Abkommens zwischen den» bulgarischen Fiuanzmiuistcr und dem Komitee für die Fragen der bulgarischen Vorkriegsschulden Bulgarien eine Anleihe von 4 0 0.000 Pfund S t e r l i n g f ü r die Flüchtlinge gewährt. Wien, 38. August. * „Jakar-daj." In den Prager „Sippurim" — einer Sammlung jüdischer Sagen, Bolkserzählungen, Legenden und Chroniken — war kostbares, jüdisches Märchengut enthalten. Der Verlag R. L ö w i t, Wier> mtd Leipzig, veranstaltete im Jahre 1021 eine vortreffliche Ausgabe dieser Legcndell in neuer Auswahl und Bearbeitung, die gegenwärtig vergriffen ist. Nun bereitet der Verlag eine neue, bedeutend erweiterte Auflage dieses bedeutsamen Werkes vor und hat uns gestattet, eines der schönsten Stücke dieses Buches, die lebensvolle, bunte, aus tiefster Volksseele geschöpfte Legende von dem Knaben Jakar-daj zu veröffentlichen. — Wir sind dessen sicher, daß die Publikation der Novelle „Jakar-daj", mit der wir heute beginnen, die Zustimmung unserer Leser finden wird. * Hatikwah. Herr Prof. Ernst Vogel (Znaim) schreibt uns: Unsere „Volkshymne" hörte ich zum ersten Male vor etwa 27 Jahren, als ich an die Hochschule nach Wien kam und einer jüdisch-akademischen Verbindung beitrat, dessen Mitglied, der durch und dilrch musikalische Med. Dr. Bcrthold Hahn (Sohn des Teschner Kantors), die Tikwah oft zur Begleitung unseres Chorgesanges am Klavier spielte. Die Harmonisierung war einfach unb schön. Sie dürfte vernlutlich von Dr. Hahn selbst gestammt haben. So oft ich nun tu späteren Jahren die Tikwah gehört hatte, immer wieder wies sie eine andere Harmonisierung auf. Wurde sie von einer größeren Anzahl von Menschen gesungen, gleichzeitig am Klavier oder auf der Orgel begleitet, so ergaben sich sehr unangenehme Utlstimmigkeiten, weil die von ben Singenden improvisierte zweite Stimme sich in die Harmonienfolge des Klavier- resp. Orgelpartes nicht einfügte. Es liegen mir auch einige gedruckte Bearbeitungen vor, und zwar die von Leo Kopf (Jüdischer Verlag, Berlin, 1917), deren Harmonisierung mir überladen, zumindest nicht volkstümlich erscheint. Charakteristisch ist der Umstand, daß es bezüglich der gleichzeitig angegebenen Gitarrenbegleitung heißt, daß sie niit der Klavierbegleitung nicht übereinstimme. Eine Volkshymne darf aber nicht zweierlei Lesarten haben. Verschieden von der Köpfchen Bearbeitung ist die von I. Weinberger, welche vom jüdisch-akademischen Verein Theodor Herzl in Prag 1919 herausgcgeben wurde. Sehr originell ist die Bearbeitung von Prof. Braslavsky, des Dirigenten des Wiener Hakoahorchesters/ welcher mir eine solche für gemischten Chor frenndlichst zur Verfügung stellte. Braslavsky wechselt überall dort, wo die vieraktigen Taktruppen in der Melodie zweimal Vorkommen, die Harmonisierung, äli eine solche Taktgrnppe einmal in Moll, bei der Wiederholung, soweit es angeht, in Dur usw. Eine Originalbearbeitung des Komponisten Henry Rns.sato kenne ich leider nicht. Kürzlich las ich, das er iu Amerika geftcrben sei. Vielleicht ist ein Leser so freundlich, mir die Originalbearbeitung für einen Tag zu leihen oder mir anzugeben, wo sie erhältlich ist. Auch über die Behauptung, die ich vor einigen Wochen las, Hatikwah sei ein italienisches Volkslied aus beut Mittelalter, wäre eine Debatte, resp. der Beweis wünschenswert. (Die Tikwah ist dem ersten Terl der Smetanaschen „Ma vlast" entnommen, und zwar dem Teil, .der sen Moldaudurchbrnch malt.) Jedenfalls würde auch bei Bestätigung dieser Angabe die Tikwah Nationalhymne bleiben müssen, da sie ja Gemeingut eines großen Teiles der Gesamijudenheit der Welt geworden ist. Was aber wichtig ist, wäre die Festlegung einer einzigen harmonischen Lesart der Hymne. Bielletcht konnten bei Gelegenheit des nächsten Kongresses' die Interessierten diesbezüglich beraten. Die sodann harmonisch feftgelegte Tikwah müßte, ähnlich wie seinerzeit etwa die österreichische Volkshymne, in großen Mengen gedruckt und zu einenl ganz billigen Preis verkauft werden. Insbesondere müßte in den jüdischen Schulen der ganzen Welt darauf geachtet werden, daß nur die „offizielle" Tikwah gesungen wird. * Das Wetter. Die Voraussage lautet: Wechselnd wolkig, nicht mehr so warm. * Obligatorischer Schwimniunterricht in den Wiener Schulen. Von diesem Schuljahr ab wird im Jörgerbad und im Amalienbad planmäßig an die Kinder aller Wiener Schulen der Schwimmunterricht obligatorisch erteilt werden. Den Kindern werden die beiden Schwimmhallen vont 1. Oktober bis 1. Juli jede Woche von Dienstag bis Samstag von 8 Uhr früh bis 2 Uhr nachmittags zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit wird auch der Schwimmunterricht erteilt. Die Kinder werden dabei n nentgeltlich ihre Badewäsche erhalten. - > * * Eröffnung der Lokalbahn Payerbach—Hirschwang am 1. September. Dienstag hat die polizeitechnische Prüfung der neu errichteten, mit elektrischer Kvaft betriebenett Lokalbahn Paverbach— Hirschwang stattgefunden. Der öffentliche Güter- und Personenverkehr wird am l. September d. I. auf der genannten Lokalbahit aufgenomnten. Der einheitliche Fahrpreis für eine einmalige Fahrt von Payerbach nach Hirschwang oder umgekehrt beträgt 1 S 28. Angusi 1926 Nr. 2699' flUCMr DAO Zoo, Berlin, Hardenbergstr. UnC.mt.-DMn Nr.27. Direktion; N. v.Benedito Treffpunkt der Preitidenwelf Berlins! 5-Uhr-Tee * Souper prlx fix * Exqolette Küche Kapelle; Scala-Sotig-Bafld, Milano, ferner der wiener Humorist Charlie Woebet 1t 17. * Eine stürmische Stückmeisterversammlung. Die Stückmeister der Modenfirma K r n p n i k hatten für gestern abends eine Versammlung in ein Restaurant in der Schottenfeldgasse einbevufen, um gegen die Angriffe zn protestieren, die in der letzten Zeit in einenl Blatte gegen die Firma gemacht wurden. Es hatten sinh aber auch Stückmeister und Heimarbeiter eingefunden, die nicht für Krupnik arbeiten und wollten die Versannnlmtg stören, was ihnen auch nach Lärmszenen, die in Tätlichkeiten auszuarten drohten, gelang. Die Arbeiter der Firma Krupnik mußten schließlich den Saal verlassen. Die zurückgebliebenen Stückmeister faßten mnt eine Rewlntion, in der gegen die Lohnmethoden der genannten Firma Stellung genomnteN wivd. * Dr. Julius Epstein enthaftet. Der Wiener Rechtsanwalt Dr. Julius Epstein ist, wie berichtet, am 13. d. in Bentimialia auf Veranlassung einer Dame, die bei der Zollrevision irrtümlich glaubte, er wolle ihren Koffer stehlen, verhaftet worden und hat dreizehnTage im Gefängnis zugebracht. Da sich feine U n f ch n l d herausstellte, wurde er enthaftet und trat die .Heimreise an. * Die „Einfamilienhäuser" des Herrn Sladek. Dieser Tage ist die Wirtschaftspolizei auf Grund von Anzeigen auf das Treiben eines Bauunternehmers aufmerksam geworden, der unter der Vorgabe, Architekt uuo Baumeister zu sein, seit etwa Jahresfrist vermögende Leute auf raffinierte Weife um ihre letzten Ersparnisse gebracht hat. Es handelt sich um den 39jährigen Bauunternehmer Franz Sladek, Lechnerstraße 6, gegen den in den letzten Tagen bei der Wirtschaftspolizei von vier Personen Anzeigen wegen Verdachtes des Betruges erstattet worden waren. Es hreß daß Sladek sich auf Grund von Inseraten in Tageszeitungen erbötig gemacht habe, auf ganz besonders billige Art, nach eigenem Systein, dm sogenannten ,,Sladek"-System, Einfamilienlhaustypen bauen zu können. Die billigste und kleinste Type koste etwa 9000 bis 10.000 Schilling, die nächst größere etwa 26.000 Schilling. Seit Jahresfrist hatte Sladek von seinen Opfern Bestellungen entgegengeuommcn, sich Anzahluugen in beträchtlicher Höhe leisten lassen, ohne eigentlich auch nur die geringste Arbeit, mit Ausnahme von S belanglosen Erdgrabungen, durchführen zn lassen. Der bisher ante Schaden beläuift sich auf zirka 26.00 0 Schilling. Sladek wird nach Abschluß der Erhebungen dem Landesgerichte eingeliefert. * Ein Llohddampfer verbrannt. Der Dampfer ,/Pevsian" des Lloyd Triestino ist an der Küste von Malabar, hundert Meilen von Bontbay, in B r a n o geraten. Trotz äußerster Erhöhung der Fchrtgeschwindigkeit gelang es nicht mchr, mit dem orennenden Schiff Bombay zu erreichen. Kurz nachdem die Besatzung von einem zu Hilfe eilenden englischen Kreuzer gerettet worden war, sank das brennende Schiff. * Selbstmord. Gestern hat sich die 30jährige Sekretärin Grete Hoch f e l d in ihrer Wohnung in der Jörgerftraße durch Einatmen von Leuchtgas vergiftet, unglückliche Liebe ist das Motiv der Tat gewesen. * Mit einem Eisengewicht, erschlagen. Ans Prag wird geineldet: Der zkoch des Universitätsprofessors^ S v a m b e r a in a, Spalenka, tötete.mit einem Eisengewicht den Schneidersen Niznansky. Der Mörder, der sich wie wahnsinnig gehärdete, wurde zunächst in eine Irrenanstalt geschafft; .nachdem er sich beruhigt hatte, wurde er in die Sicherheltsabteilung überführt. Er gestand, daß Niznansky, den er vor längerer Zeit schon kennen gelernt hatte, Geld von ihm zu erpressen suchte^ mit der Drohung, er werde die zwischen ihnen bestandenen homosexuellen Beziehungen verraten. Tatsächlich habe er jedoch keinerlei solche Beziehungen unterhalten. - Es-sei zn einem Han o ge menge gekommen, in dessen Verlaus Spalenka ein Gewicht ergriff und in Notwehr den Niznansky mit einem Schlage auf den Kopf niederstreckte. Was weiter geschah, wisse er nicht, da er von Krämpfen befallen wurde. * Diebstähle' aus der Garderobe der Südbahn. Am 18. d. wurde um die Mittagszeit der Versuch nnternommen, die Türe zur Personenkasse Nr. 10 der Südbahn zn erbrechen. Die Täter wurden jodoch verscheucht und flüchteten. Schließlich wurde als Täter -der 29jährige Eisenbähirbediensteie Johann Berger, 6. Bez., Stolberggasse 15, festgostellt. Er gab schließlich zu, sich gemeinsam mit der 24jahrigen Ros-a M a d e r, die mit ihm im gemeinsamem Haushalt lebt, im Mai und Juni d. I. sich wiedecholt Pakete, die in der Garderobe des Südbahnhofes hinterlegt waren, angeeignet zu haben. Die Mader ist nämlich in der Garderobe des Bahnhofes beschäftigt. Berger riß während seines Dienstes die alten Zettel der Pakete ab, klebte eine neue Nummer darauf und übergab den .Hinterlegungsschein dieser neuen Nummer der Mader, die nun die Pakete behob. Auf diese Weife wurden Pakete im Werte von 4000 Schilling, für die die Direktion der Bnndesbahnen ersatzpflichtig ist, widerrechtlich behoben. Berger und die Mader wurden gestern demr Landesgericht eingMefert. * Mischehen und Schwiegermütter. In Nelw-Novk besteht schon seit langem eine Organisation,, die sich die edle Aufgabe gestellt hat, Ehen, die in die Brüche zu gehen drohen, wieder zn leimen. Die Organisation erhält ein Zentralbureau, dessen Direktice, Francis L. Rath, jetzt einen Bericht über ihre Interventionen bei brüchigen Ehen veröffentlicht. Der Bericht umfaßt mehr als 600 Fälle, die im Verlaufe von vier Wochen behandelt wurden. Mrs. Rath stellt fest, daß von den Ursachen, die den Unfrieden in den Ehen herbeiführen, an>f Mischehen zurück^nführen sind. Mischehen erweisen sich in der Regel als mcharmomsrh, vom Mißtrauen der Eheleute gegeneinander durchsetzt. An zweiter Stelle figurieren die Schwiegermütter und Verwandten der M)eleute als Grund für die Friedensstörungen selbst in sonst harmonisierenden Ehen. Besonders die weiblichen Verwandten glauben das Recht zn haben, die jüngeren Eheleute zn schulmeistern und gegeneinander zu Hetzen. Fast unhaltbar aber sind Mischehen, verschärft durch beiderseitige Schliviegevmütter. Vereine. Boririige und Versammlungen. Zionistische Jugendgrnpve Leopoldst a d t. Morgen um Uhr Ansflug. Treffpunkt: Stadtbahui,altestelle Schottenring. Gäste herzlichst willkommen I Montag um.8 Uhr abends S t ch a h. Dienstag um 8 Uhr abends Zionisticalurs. Mittivoch um 8 Uhr abends Plenarversammlnng mit Neserüt. — Z t o n i st i s ch » Kulturgruppe XX. Karl-'Reißl-Straße Nr. 5/1. Heute Samstag um '/,8 Uhr Niitgltederversammlung. Morgen um Vs2 Uhr Ausflug unter Führung des Herrn Gronich. ~ Brith-ba-Zofim. Heute um '/»** Uhr abends Referat Dr. Paul D i am a u tr „Meine Reise zu JabotinSky". 10 Uhr Nachtwanderung der Affarah Alef * < Hebräische Kurse für Stnfänger und Fortgeschrittene, für Kinder und Euvachsone weiden von der z i o n t st t > ch e n B e-. ztrkssektion des 9. Bezirkes am. 1. September eröffnet. Einschreibungen täglich (Freitag und Samstag geschloffen) von 0 bis 7 Uhr abends und Sonntag von 11 bis 12 Uhr vormittags, im SeltionSlokal, 9. Bez., Ltechtensteinstraße 11/18.