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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-28 · Heft 2699 (28.8.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2699 (28.8.1926)
Date
1926-08-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2699 Men, Samstag Wiener Morserrzettun" 23. August 1996 SesteS Nus der Mischen Welt Mer drr ISS. Sebuktstag» von ktzartes Retter. Der Gründer van Mttivch Israel. Wie I. T. A. aus Jerusalem meldet, wurde der 100. Ge Iöurtstag von Charles Netter» den Begründer der landwirt! sachftlichen Schule Mikweh Israel, in der Umgebung von Jaffa | festlich begangen. Ein feierlicher Zug bewegte sich zum Grabe Net ' terr, bei welchem Gedenkreden gehalten wurden. * Charles Netter hat die Farm uyd landwirtschaftliche Schule ' Mikweh Israel tm Aufträge der Alliance Israelite Universelle! begründet. Dieser Mann, den man wohl einen Vorgänger Theodor j Herzls nennen kann, war für die Erziehung der jüdischen Jugend l Palästinas zur Landwirtschaft begeistert und hatte schon zwei Jahre! früher, tm Jahre 1869, von der türkischen Regierung diesen Boden ' gepachtet. Seine besten Kräfte widmete er der Durchführung seines! Werkes, ein entwurzeltes und krankes Geschlecht, wieder an die : rettende Scholle zu binden und leistete Uebermenschliches. Der gei wünschte Erfolg trat zunächst nicht ein. Für den größten Teil der ersten Schülergeneration, die Netter erzog, war Mikweh Israel eine Episode. Sie kehrten zu den Berufen zurück, aus denen er sie durch Arbeit auf der Scholle fiir das Volk retten wollte. Die Renaissance von Mikweh Israel, die später eintrat, und die heutige Blütezeit dieser Anstalt, ivelche für den neuen Jischuw sehr wichtig geworden ist, hat der teuere Mann nicht erlebt. Auf einer Anhöhe Mikweh Israels, von welcher man die herrliche, tiefgrüne, von Palmen, Zypressen und Eukalyptus überschattete Oase überblickt, liegt er begraben, und seine Ruhestätte wkVd von dein neuer: Jischuw, insbesondere aber von den Schülern Mikweh Israels, in hohen Ehren gehalten. Mikweh Israel ist heute ein lebendes Bild aller Pflanzen, die in: Lande gedeihen oder bei richtiger Pflege gedeihen müssen, aller Nutztiere, die das Klima vertragen oder bei zweckmäßiger Wartung, Ernährung und Kreuzung ertragen werden. Neben den 110 ordentlichen Schülern, unter denen sich jetzt auch einige Araber -befinden, und die hier eine dreijährige Ausbildung genießen, ist eine ausgewählte Zahl von ungefähr 100 Chaluziin eingestellt, die hier ihre europäische Lehrzeit durch die nötige Kenntnis der Besonderheit palästinensischer Landwirtschaft ergäitzen. Mikweh Israel enthält jetzt auch ein Tabakmagazin, in welches die Tabakfechsungen aus verschiedenen Kolonien eingeliefert und sachgemäß gelagert und behandelt werden. Diesen Ausschwung von Mikweh Israel hat der Schöpfer -dieser Lehrfarm nicht mehr gesche», er hat das typische Pionierschicksal erlitten und starb frühzeitig an der zehrenden Krankheit bitterer.Enttäuschung. Llohtz Seorge über die Ralfour-Seklaration. London, 27. August. (I. T. A.) David Lloyd George richtete an die Leitung der Sommerhochschnle der jüdischen Föderation in B a n g o r ein Schreiben, in welchem er unter anderem sagt: „Ich bin stolz darauf, daß ich in meinem ganzen Leven ein Verteidiger Ihres großen Volkes gegen alle seine Kritiker und Schmäher gewesen bin. Nichts hat mich in meiner öfftntlichen Wirksamkeit mehr befriedigt, als die Mitarbeit an der Deklaration, die das Recht der jüdischen Rasse auf ein Nationacheim in Palästina, welches Ihre Vorfahren mit so hohem Ruhm erfüllten, wieder herftellte. Zer neue Rabbiner der Mischen Gemeinde Biala. Aus Biala wird uns geschrieben: Am 17. d. fand die feierliche Installierung des neuerl Rabbiners Dr. Samrwl H i r f chf e ld statt, welcher als Nachfolger des nach Czernowitz berufenen Rabbiners Dr. Mark einstimmig als dessen würdiger Nachfolger bestellt wurde. Im Bahnhofe erfolgte die Begrüßung durch den Gemeinde-Vorstand und durch die Obmänner aller hiesigen jüdischen Vereine. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung bildete Spalier auf der Fahrt des Rabbiners in sein neues Heim. In Anwesenheit der Bertreter sämtlicher staatlicher Behörden fand abends die offizielle Feier im Teuchel statt. Nach der Begrüßungsrede durch den Präsidenten der Kultusge-meinde, Herrn Doktor I e u e r e i s e n, hielt Rabbiner Dr. Hirschfeld seine Antrittsansprache, welche tiefen Eindruck machte. Rabbiner Dr. Hirschfeld hat als Obmann des westgalizischen Zentralkomitees des Misrachi eine fruchtbare Tätigkeit entfaltet. Der unparteiische Präsident Litauens. Aus K o w n o wird uns geschrieben: Zn der Eröffnung der in Schawli stattfindenden Mirtschaftsausstellnng hatte sich der Präsident der Republik Litauen, Grini us, eingefunden. Er wurde auch von dem jüdischen Rechtsanwalt A b r o n o w i t s ch begrüßt. Präsident Grinius erklärte in seiner Antwort unter anderem: „Ich bin nicht nur der Präsident der Litauer, ich bin auch der Präsident der Inden." Eine neue jugoslawische Jndensiedlung im Emel Jesreel. Auf dem Jeddaboden, nicht weit von Haifa, angrenzend an den Boden der Textilgesellschnft „Menor", hat eine Gruppe von Siedlern aus Jugoslawien ihre ersten Baracken errichtet. Der Keren Kajenieth hat 1000 Dunanr zur Verfügung gestellt; die ArtsicdlnrrgSkostcn werden von jugoslawischer! Inden getragen. Minjan. Die Zionistische Bczirkssektion Leopoldstadt veiamtaftet ta lies dv <rw»n »Ml Feierliche Gottesdienste mit Chor im neurenovierten Zentral*Kino, 2. Bezirk, Taborstraße 8a. Der bekannte vorzügliche Oberkantor A. Margulies fungiert als Vor* beter / Karten sind bei der Kassa des Zentral-Kinos, 2. Bezirk, Taborstraße 8 a, im Warenhaus Brüder Schiffmann, 2. Bezirk, Tabor» straße 48, Josef Singer, 2. Bezirk, Taborstraße 25, Bücherstube Rath, 2. Bezirk, Taborstraße 20a, und bei der Zionistischen Bezifkssektiou 2. Bezirk, Zirkusgasse 38, zu haben men bet Preßfreiheit und der journalfftischen Korrektheit angegriffen. Die Mitteilung dieser Liste entsprach, wie wir meinen gewiß einem öffentlichen Interesse, Wie ja damals die Angelegenheit arrfgefaßt und behandelt Wunde. „Der Leben-Smittelmarkt" antwortete mit einer Erklärung, in welcher gegen Dr. Neamam: die gerichtsnotorisch sestgestellte Tatsache milgetei-lt wurde, baß zogen Neumann vor Gericht der Wahrheitsbeweis erbracht worden war, daß er sich -gegen die journalistische Standesehre vergangen habe; baß er ferner im Zusammenhang damit aus den journalistischen Körperschaften ausgetreten ist, unt dem Ausschluß zuvorzukommen und schließlich, dcch er als gewesener Angestellter des Bo-Verlages, in welchem der „Lebensmittelmavkt" erscheint, sich gegen den Versag einer Reihe von Unkorrcktheiten schuldig gemacht hat. Nunmehr veröffentlicht Dr. Neu-mann m sernam Matt die Arrtwort, in der -er Mpp und klar sagt, daß er die ihm gemachten Vorwürfe hin nehme und nicht zu Gericht gehen wecke. Es erscheint zumindest merkwürdig, daß der Schützer der journali-, stischen Korrektheit die einzig mögliche Art der Austragung, -nämlich die Klage, schent. Oder unterläßt er dies aus Vorsicht? Bühne und Kunst. Nie neue Aera der Bolkssver. Jeginn der neuen Spielzeit erst im Spätherbst. Wie wir erfahren, sind die Verhandlungen des Intendanten Robert Volkner mit dem IubiläumStheaterverein sowie mit der Arbeitsgemeinschaft der Volksoper so weit gediehen, daß mit der lieber nähme der Volksoper durch Volkner und mit der Wiederaufnahme des geregelten Krmslbetnebes gerechnet worden kann, allerdings erst frühestens im Oktober dieses Jahres. Volkner verfügt jetzt bereits über das nötige Betriebskapital und hat das Einverständnis der Arbeitsgemeinschaft zu einenl Personalabbau von 27 Mitgliedern der ArbeitSwincinschaft erlangt. Das Solopersonal wird nicht reduziert. Aus den Malern. O y e r n t ir e a l e t, Die neue Spielzeit beginnt am 1. Sev* tember mit „L o t, e n g r t n\ Am 2. September Ballettabend r „D t e I äh r e s z e r 1 e n d e r L l e k>, e". »Bai costumd", „D rePrinzeili n vonTragan t". Am 3. Sevtember wird als erste Vorstellung der Theatergemetnde (Serie 6. rote Mitglredskarten) bei beschränltem Kartenverkauf ..6 o s i f a n t u 11 e* mrfgesübrt. Samstag ten 4. September .D i e K ö n t g i n v o n Sab a". Sonntag den 5. September .,D t e Meistersinger b o n N iinibet g". Bolk 8 over. Heute, ‘/»8 Uhr abends. „C a v a 11 e r i a r u s t i c a n a" und „B a j a z z o". Deuttdies BolkSryeater. Morgen „F i g nranten". Montag „Heuchler". Mittwoch „D r. In ei S z a b o' mit Leopoldine Konstantin in der Titelrolle R a t m n n o - T h e a t e r. Morgen letzte Aufführung des Schwankes ..L t e b e u n d T r o m V e t e n b l a s e n". Sodann bis einschließlich Mittwoch geschlossen. Am 2. September Uraufführung des Alt-Wiener Singspieles „D a S S ch w a l b e n n e st". Maria Back, die in „Monsieur Helene" sehr gefiel, wurde für das Theater in der Josefstadt und für die Berliner Reinhardt-Bühnen verpflichtet. Eine Neuerung im Berliner Theaterbetrieb. Die Gruppe Reinhardt-Barnowsky-Robert hat in ihren Theatern ein Gemeinschaftsabonnerne >nt eingeführt und elf weitere Berliner Theater sind diesem Beispiel gefolgt. Die zu die sem Zwecke gegründete ----"" 80.000 Mitglieder. Die 8 Mark). Diese Etnrichtun. sichtilahnre auf die Ortsverhaltnisse auch für Men empfehlen. Die Opfer von Valentinas Tod. An dem Leichenbegängnis des verstorbenen Filmschanspielers Rudolf Valentino nahmen über 20.000 Personen teil. Berittene Polizei mußte auSrücken, um unter der drängenden Menge Ordnung zu halten. Durch die Hufschläge der Pferde wurden 60 Personen verletzt. — In London hat sich die 27jährige Filmschauspielerin Peagys Scott ans Gram über den Tod Balentuws, in den sie sich im vergangenen Jahr in Biarritz verliebte, vergiftet. Kleine Kunstnachrichten. Beethovens „Ruinen von Athen", zur Eri^frtung des Budapester Theaters (1818) komponiert und wegen des Textes bisher nur in Ungarn aufführbar, wurde jetzt ein neuer Text unterlegt, den Johannes Uzz id il geschrieben bat. — Tie spanische Regierung hat einen Erlaß zum Schutze der historischen Kunstichätze herans-gegeben. Der Staat kann Gebäude e it t e i g n e n, welche den Ausblick auf Kunstdenkmäler behindern. Verkäufe von Antiquitäten und Kunftschätzen bestimmter Kategorien werden für nichtig erklärt und die A n s f u h r bestimntter Werke ist untersagt. — Einer der bekanntesten Berliner Bildhauer, Romanes Andresen, hat sich c r s ch o s s c n, weil er infolge einer Operation an der Hand arbeitsunfähig geworden war. Franz Schrekers neuestes Werk, ein Ballett „Spanisches StaatSoPer erworberr. Der einer Oper „Christophorus' 't", wurde von der B e r l i n e r Tondichter arbeitet gegenwärtig an Gerichtssaal. Gehaltsauszahlung nach »Tunlichkeit und Möglichkeit". Ratenzahlungen unzulässig. Die Berkänferill Marie K. klagte ihren letzten Che-f, Sebastian K. auf Küttidigungsentschädigung rmd rückständigen Gehalt von 300 Schilli ng; sie fei berechtigt gewesen, ohne Kündigung sofort aus dem Dienste zn treten, weil ihr Chef fortwährend mit der Gehaltszahlung im Rückstände gewesen fei und sogar die ratenweise Gehaltszahlung nicht eingehalten habe. Der Geklagte wendete wirtschaftliche. Notlage infolge der I n d n st r i e k r i s e ein und brachte noch vor, die Klägerin habe sich mit der Gehaltszahlrtng „nach Tunlichkeit und Möglichkeit" elmverstanden erklärt; sie sei daher zum kündigungslasen Austritt nicht berechtigt gewesen. Das Gelverbegericht gab der Klage Folge, weil Verzug in der Gehaltszahlung die Artgestellterl znm sofortigen Austritt berechtige. Das Zivillandesgericht als Berttfungsgericht hat die Berufung des Geklagten ab gewiesen und m der Begründung hervorgehoben, es sei ohne Bederltung, daß sich die Klägerin in Würdigung der bedrängten Lage des Beklagten mit einer ratenweisen Abstattung des Gehaltes einverstanden erklärt hatte. Sowohl ein stillschweigendes wie auch ein ausdrückliches GmverständniS mit der Artszahlttng des Gehaltes zu anderen Terminen, als die inl Angestelltengesetze, festgestellten wäre ungültig, da sie gegen zwingendes Recht verstößt. Wenn der Beklagte die Anschauung vertritt, daß in den Zetten der I n d^!t st r i e k r i s e die Angestellte sich ein Znwarten auf ihre Bezüge gefallen lasser: müsse, so kann sich das Gericht dieser Auffaffung m der allgemeinen Form n i ch t a n s ch l i e ß e n. Auch ein Schützer der Preßkeltzett. Der Herausgeber der „Oesterreichüschen LebensnnttelzeitMtg" Dr. Mfrsd Neumann, hatte das angeschsne Fachblatt „Der Lebe nsmi t t elma rkt" wegen der Veröffentlichung der tSH äoibt«getliftc des Ersten Wiener KonsttMvereineS tm Na- Dsü Arbeitgeber erstochen. Eine blutige Dorftmgödile tigte gestern die Geschworenen des Landesgerrchtes 2, vor denen sich der 68jährige Müllerknecht Paul P ö ch l aus Wampersdorf, Begirk Ober-Pullendors im Burgenland, wegen Totschllmes äu verantworten hatte. Den Vorsitz in der Verhandlung führte Obevlandesgerichtsrat Dr. Mall i rrf. Nach Schilderung der AM>cme war der Knecht Pvchl ndchrere Jahre hindurch bei dem Müller Kampitsch Ledienlstet. Da er znm Tnnrke neigte, machte ihm der Müller Vorwürfe, er möge doch endlich das Saufen lassen oder doch einschränken. Der albte Knecht erwiderte mit Schimpsworten; darob erbost, drängte ihn der Müller zur Tür der Küche hmaus. Kaum hatte er die ans der Küche in den Hof führenden Stufen überschritten, als ihm der Knecht, der dort auf der Lauer stand, milt einem offenen Messer einen Kampitsch zu Boden stürzte, imal in die Brust und in waren tödlich. Der Müller starb ai: den Folgen der Verletzungen. Nach zweieinhalb stündiger Beratung veriteinien die Geschworenen die Frage ans Totschlag (3 Ja geger: 9 Nein) und bejahten die Frage auf Beraeyens gegen die Sicherheit des Lebens mit 10 Stimmen. Der GertchtÄhof verurteilte Pöchl zu sechs Monaten strengen Arrests mit Einrechnnng der Untersuchungshaft in die Strafzeit. Pöchl mchm-r die Strafe an. _ Volkswirt. Se'terreichWr Rationaibant. Zunahme des Goldschatzes. — Ein neuer TiefflMd des Wechsieü eskompts. Der gestern veröffentlichte Ausweis der Oesterverchischen Nationalbank nach dem Stande vom 23. August zeigt eine Zunahme des Barschatzes um rund 5 aus 632 Millionen SchMng; an dieser Zunahme partizipiert der Goldschatz, >der rmnmchr auf 41,484 Millionen Schilling angelwachsen ist, mit rund 1,26 Millione:: Schilling, der Rest entfällt auf die in den Barschatz einrechenbaren Devisen und Valuten. Von der Davlehensschüld des Bundes sind wieder 800.000 Schilling rückgezahlt worden, so daß sie nunmehr 179,6 Millionen Schilling beträgt. Der N o t e n n n: l a u f ha-t sich un: 29,1 aus 781,6 Millionen Schilling vermindert, die Vettbindlichkeiten aus dem Giroverkchr sind um 39,3 auf 127,1 Millionen Schilling gestiegen. Der W e -ch f e l -e s k o m P t -ist in der Berichtswoche um weitere 3,36 auf 66,372 Millionen Schilling Aurnckgegangen und verzeichnet einen neuen Rekovdtieisstand, da er kaum noch 8,7 Prozent des Notenuinlauses a«sn:acht. Ungavische N<ltion«lO«rnk. Ter jüngste Ausweis der Oesterreichischen Nationalbank bestätigt neuerdings in krasser Weise, daß die Notenbank auf die Finanzierung der österreichischen Wirtschaist mit Schillingkredilen fast schon zur Gänze verzichtet hat. Eine ganz andere Haltung nimmt die Ungarische Nationalbank gegenüber der heimischen Wirtschaft ein. Ihrem Ausweis für die dritte Augustwoche sah man mit um so größerem Interesse entgegen, als die ungarische Notenbank vor drei Tagen ganz spontan die Oeffentlichkeit durch eine Herabsetzung der Diskontrate ans 6 Prozent überrascht hatte. Nach dem?lusweis der Ungarischen Nationalbank vom 22. d. beträgt der W e ch s e l e s k o m p t 148,8 Millionen Pengö, der Notertumlatlf 382,8 Millionei: Pengö, der Wechseles-kompt macht also bereits zirka 39 Prozent des Notenumlauses aus. Auch in Ungarn ist in der letzten Zeit der Wechseleskompt znriickgegartgen in der Berichtswoche um 3,4 Millionen Pengö —. aber gerade »veil eine überwiegende Finanzierrrng -der Wirtschaft nrt Auslandskrediten ungesund ist, hat sich die Ungarische Nationalbank entfchloffen, die Diskontrate'plötzlich zu ermäßigen; sie machte kein Hehl daraus, daß es ihr daran gelegen sei, die ausländischen Geldofferte .zurückzudrängen und mit -ihnen durch Verbill'grtug ihrer eigenen Kreditgewährllng in aussichtsreichen Wettbswerb zu treten

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