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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-27 · Heft 2698 (27.8.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2698 (27.8.1926)
Date
1926-08-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. SM Mn, grattoe Wiener Morgenzeitung 27. August ifc. Sds i «Uflit ver KkSulein. In Dänemark schafft atdtt fcn Liter „Fräulein" ab. , Alle Personen weiblichen Geschlechts sollen dort künftig „Frau" -Petcrsen, ,Zrau" Imsen, „Frau" Andersen und; Nielsen heißen. Das kam so: Bor ein paar Monaten erschien in - eurer größeren Frauenzeftnng ein vom Feuer heiliger Begerstei rung flammender Artikel, in dem eine bekannte dänische Frauen-! rechtlerin den Standpunkt vertrat, es sei das größte Unrecht der! Weltgeschichte, daß unverheiratete Frauen durch einen besonderen!Titel vor aller Welt als solch gebrandmarkt sind. Heute ■ find die Frauen Dänemarks in fast allen Beziehungen den Man- .ncrn gänzlich gleichgestellt. Seit der Tertiärzeit sind sie juristisch . mit ihnen gleichberechtigt, seit einem Menschenalter genießen sie dieselben politischen Rechte. Wie lange noch sollen die Frauen es; dulden, daß man fie öffentlich nach so untvesentlichon, aber doch ' indiskreten Formalitäten in zwei Kasten verheiratete und unverheiratete, teilt? Eine solche Einteilung ist unsozial und rückständig, darum fori damit! Unsozial ist sie, weil man die unchelichen Mütter durch den Fräuieintitel dem Klatsch einer ver- . logenen und doppelmoralischen Welt aussetzt, rückständig, weil es in Dänemark mit zum guten Ton gehört, nicht nur verheiratet, sondern schon längst zum fünften- oder sechstenmal geschieden zu sein (In Skandinavien sagt man: Im Himmel werden di« Ehen - ge Massen, in Kopenhagen werden sie gelöst.) Der Artikel harte einen unerhörten Ersatz. Besonders begeistert waren die älteren jungen Mädchen und fct« allerjüngsten jungen Mädchen. In den Mittelschulen erklärten ganze Klassen, daß sie sich von den Lehrern nur noch als ,$wm" Hansen und „Frau' Störensen anreden lassen wollten. Es bildeten sich Vereine mit dem einzigen Zweck, den schamlosen Fräuleintitel auszurotten. Von allen ganz jungen und von allen nicht mehr ganz jungen unverheirateten Bekannten bekam man kleine Kärtchen in Vrsitenkartenfornmt zugeschickt mit dem Ausdruck: Ich teile meinen Freunden und Bekannten mit, daß ich Gegnerin des Frauleintitels bin und daß ich mich künftig Frau N. N. nennen werde." Die Tageszeitungen waren monatelang mit Artikeln über die bodenlose Verwevstichkeit des verrufenen Titels überschwemmt, kurz, ein Fräulein war ihres Lebens nicht mehr sicher. Einer der am wildesten sich gebärdenden Vereine wandte sich schließlich an den für jede Neuerung begeisterungsfähigen sozkalÄenrolratischen I u st i z m i n i ste r mit der Bitte, er möchte verfugen, daß in allen amtlichen Schriftstücken der Titel ,>Feau" auch^ für unverheiratete Personen verwendet werde, um auf diese Meise der verhaßten Anredeform den Todesstoß zu geben. Allerdings gibt es noch immer einige, rückständige Menschen, die von einer Abschaffung her „Fräulein" nichts wissen wollen, aber diese werden bald verschwinden, wenn jetzt auf dem Geburtsschein jedes weiblichen Säuglings „Frau Karen Petersen" und „Fvau Sichre Olsen stehen wird. Bernikriftiger Amerikanismus. tt$F®rei$ien Möglichkeiten, hat in den tttzlen Jahren, namentlich mr Warerchausbetneb, eine ganze Reihe zu verzeichnen, die für europäische Begriffe ^llaßbar.sind. Einzelne, erst vor wenigen Jahren ent- |rcmih.ne Warenhauier. gewannen einen enormen Kundenstock und erzielen einen vielen .Milliarden Dollar betragenden Jahresumsatz p.|?,cr 11 w wurde durch Anwendung - folgender prakmec Ge,chastsprin,w:en erreicht. Die Leiter dieser Warenhäuser - durchaus neuzeitlich orientierte, großzügige Busineßmänner — verstan- Den es, vor allem, die denkbar billigsten Emkaussquellen aufrusvuren. ^ie kauften vol»n Erzeuger in großen Mengen ausschließlich gangbare, erprob: verläßliche Qualitätswaren, kalstilierten bei Einschränkung der Regien auf das Minimalste mit einem sehr geringen Nutzen, uni waren, so in der Lage, wirklich besonders billig zu verkaufen und dre gesamte Konkurrenz zu schlagen. Das vorzüglich geschulte Beikauferperwnal hat strenge Weisung, den: Publikum nichts etwa mte Ladenhüter aufznschwatzen, sondern nur erstklassige und süv den. vorgeilchenen Zweck geeignete Artikel -zu enwfchlen und im übrigen die Wahl dem. Geschmack und Wunsch des Käufers zu überlassen- Der Erfolg bewies, wie richtig so die Psychologie des Käufers emae'chätzt wurde. Die mit dem praktischen und billigen Einkauf zufriedenen Kunden kamen immer wieder, empfahlen das Geschäft ihren Freunden, und die Reklame von Mund zu Mund bewirkte ein neienhaftes Anwachsen des KundenLttifes. . Diese vernünftige Berkausstechmk, bei welcher Kaufmann und Konsument gleicherweise auf ihre Rechnung kommen, wich in Wien vom populären Leopoldstädtcr Warenhaus der Brüder Schiffm .a n n, 2. Bezirk, Tabor st raße 48, geübt und hat sich auch hier glänzend bewährt. Die dauernde Zufriedenheit der zahlreichen Kunden bewirkt eine immerwährende Steigerung des Umsatzes, welcher immer wieder neue Preisreduktionen ermöglicht. Inemandergreisen von Ursache und..Wirkung ist es. das das glänzende Renommee des Warenhauses Brüder Dchijsmann immer von neuem bestätigt und befestigt. Die Panik der Fetten. Eine Mördervande, die niemand gesehen hat. Eine der Komik nicht entbehrende Geschichte, die beweist, daß der Aberglaube und die Gefpensterfurcht in Italien auch heutenoch nicht ausgestorben sind, wird Volk jenseits der Mpell 'berichtet. Die friedfertige Bevölkerung des italienischen Dörfchens Moutelpano lebt fei; einigen Tagen in furchtbarer Aufregung. und es genügt das geringste Geräusch, um die braven Bauern und Hirten mit Dreschflegeln und Sensen 'bewaffnet aufs Feld hinäusstürzen zu sehen, wo sie einem unbekannten Feinde nachjagen. Sie suchen eine Räuberbande, die angeblich während der Nacht mit ntaskieriem Gesicht und bis an die Zähne bewaffnet die Wege unsicher macht mch mehrfach auch in abseits gelegene Gehöfte eingedmngen sein soll. Die kühnen Wegelagerer sollen zahllose Morde auf den: Gewissen haben. Aber man >hat sie noch nie gesehen, geschweige denn erwischen können, und da die Leichen ihrer angeblichen Opfer ebenfalls stets verschwinden, so ist Stofs genug fiir die abenteuerlichsten Gerüchte vorhanden. Die abergläubischen italienischen Bauern behaupten, daß die Räuber nur dicke Leute Überfielen. Sie sollen es auf.das Fett ihrer gutgenährtett Mitbürger abgesehen haben! Mas tun sie damit? Auch dafür haben die nachdenklichen Bauern cm« Erklärung gefunden. Aus dem Fett der Opfer werdet» Kerzen gemacht, die eine besondere Zauberkraft besitzen. Sie verlösch:-»» nämlich des Nachts unweigerlich, lvenn die Bewohner eines Hauses wach sind. Kein menschliches Lebetvosen aber könnte sie zürn Verlöschen bringen, solange die Bewohner NAuJahrisralulatlenen In MiriinaHunj» Gratulieren Sie Ihren Verwandten, Freunden, Oästen, Kunden In der der „Wiener Morgenzeitung“ vom 9. Septomber 1926 Sie sparen Geld, Zeit u. Halte! Die Neujahrsgratulationen der „Wiener Morgenzeitung“ haben sich seit Jahren beim jüdischen Publikum bestens eingeführt. Um die große Fülle der einlaufenden Gratulationen unterbringen und günstig st placieren zu können, empfiehlt es sich, den anliegenden Bestellschein sofori auszuschneiden und umgehend an die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" einzusenden. Dor Preis für das Einheitsinserat (20 mm) betragt i Schilling 7.— Für das Ausland« entsprechender Gegenwert ln der Landeswährung. Muster J. M. Frost und Frau 2. Bezirk, Große Mohrengasse Nr. 47 gratulieren allen Verwandten, Freunden und Bekannten zum Neuen Jahrei .. ■ Hier ausschneldenf -------------------- Bestellschein An die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" Wien, 2. Bezirk, Taborsiraße 7—3 Ich bestelle für die Rosch-Haschanah-Nummer der «Wiener Morgenzeitung" .Neujahrsgratulation(en) zum Preise von und sende den Betrag gleichzeitig mit diesem Bestellschein ein. Text (deutlich ausfüllen): Name .-...-.-.-. Adresse.-. , den.—. 1926 des Hauses schlafen. Deshalb sind die armen Bauern um ihr Fett ängstlich besorgt und kriechen am Abend in jeden Winkel ihres Hauses, unter die Betten und Schränke, um nachzusehen, ob sich ein Kerzenmacher dort verborgen habe. Wien, 27. August. * Anachronistische Energie. Sie drängen sich jetzt alle zur Durchauerung des Aermelkanals. Nachdem es einer zufällig gelungen ist. Amerikaner, Engländer, Franzosen und Deutsche, Schwimmer und Schwimmerinnen mühen sich ab. ein kleines Meer in möglichst raschem Tempo zu durchqueren, um des Rekords, um der Eitelkeit willen. Es ist schwer, zu sagen: Um der Gesundheit, um der „körperlichen Ertüchtigung" willen, »venn die meisten dieser Dauevschwimmkandidateu nach einige»' Stunden, völlig erschöpft und unverrichteter Dinge, ihr Beginnen wieder aufgeben müssen. Daß bei diesen Schwimnrversnchen für die Gesundheit nicht viel übrig bleibt, ist selbstverständlich. Daß dagegen nach einigen erfolglosen Versuchen das Nervensystem dieser waghalsigen Rekordler ziemlich arrgegriffen sein dürfte, ist anzunehmen. Die Komödie dieses Sportes, das keiner ist, bekommt aber eine tragische Note, wenn man bedenkt, wie wenige das Ganze mit dem Wesen unserer Zeit Gemeinsames hat. Mit dem wirklichen Wesen. Denn äußerlich dürfte vielleicht auch diese Rekordsucht in den allgemeinen Rekordtcnnnel der entgeisterten Zeit hineinpassen. (Denn nebenbei: Man kann mit Recht apodiktisch behaupten, daß Rekord und Geist unvereinbare Ge» genisätze sind. Wahrend Rekord ein Quantitätsmarktartikel ist, offenbart sich Geist nur einmalig in verborgener Stille, in der Qualität.) Wie soll man aber diese kindlichen Ikarus-Versuche mit dem Wesentlichen an unserer Epoche, ihren» aremraubeuden technischen Erfindungen, die Zeit und Raum überwinden, vereinbaren? Mit -der immer steigenden Geschwindigkeit des Verkehrs, mit der Entwicklung der Lnftschiffcchrt, des Radios, der drahtlosen Photographie und ähnlichen Errungenschaften menschliche»: Intellekts, die Den Aevmelkanalrnmmel mit seinen etwas naiven physischen Anstrengungen als kindisch erscheinen lassen. Oder sollte diese Vergeudung der Energien, die, gesammelt und in „zeitgemäßere" Bahnet» gewirkt, wirklich Wertvolles schaffen könnten, eine Rückkehr zur Urzeit einlciten? Es ist aber stark zu bezweifeln, ob gerade eine solche MMche wünschenswert »Btt, die an Stelle des menschlichen Verstandes die Kraft des sage« schlachten Muskels zur Herrschaft brächte. MuSkelanstreiMNg ohne Sinn muß heutzutage als gänzlich anachronifchs Energievergeudung bezeichnet werden. Bei der Drängerei am Aermelkanal fehlt der positive Sinn eines Sportes: Die körpeMche Ertüchtigung. * Sommerweiter. Gestern war es schau recht hMrdstagmäßig. Die Voraussage lautet: Vorwiegend heiter mrd warm, in den Nordwesialpeu leichte Störung des Schüntvetters nicht ausgeschlossen. ' * Tödliche Brandwunden. Die 3lhährrge Comptolristin Käthe L ö w i t, Schegargasse 18, hatte am 22. d. fruß die Bett- Melle in der Wohnung, die sie gemeinsam mit ihren Geschwistern nmchatte, zu reinig?»:. Sie brannte die Fugen der Bettgestelle mit Spiritus aus. Durch unvorsichtiges Hantieren mit der Spiritusflasche begann der ausgeschüttete Spiritus zu brennen, wodtlrch ihre Kle:der Feuer fingen. Sie erlitt schwer« Grandwunden und ist ihnen ans der Klinik Riehl erlegen. * Schwere Unfälle in den Kraftwerken Simmering und Ettgerthstraße. Gestern früh ist im Kraftwerk Simmering ein mit Sodawasser gefüllter Kupferkessel explodiert, wobei der Hilfsarbeiter Franz B a ch m a i e r am Halse schwer verletzt wurde. — Um 9 Uhr früh ist in der Motorenreparaturwerfftätte im Kraftwerk Engerthstraße vermutlich eine Tasse mit Jsolierlack in Brand geraten. Hiebei fingen die Kleider des Facharbeiters Franz Hege-le und des Spenglers Jossf Peleck Feuer und die beiden Arbeiter erlitten Brandwunden aller drer Grade. Sie wurden ins Mgemeine Krankenhaus gebracht. * Bon einem elektrischen Bügeleisen gelötet. Aus-Florenz wird gemeldet: Nn Stubenmädchen, das mit einem elektrischen Eisen bügelte, wurde durch einen elektrischen Schlag getötet. * Wieder ein Soldatenselbstmord. Mittwoch nachts hat sich der 26jährige Wehrmann des Infanterieregiments Nr. 3, Otmar Adelmann, in seiner Ubikation in der Kaserne auf der Landstraßer Hauptstraße 146, aus bisher unbekanntem Motiv erhängt. , * Ein Kind von einem Motorrad getötet. Dienstag gegen halb 6 Uhr abends wurde der sechsjährige Hilfsarbeiterssohn Hermann Born stein, Taborsiraße 67, in oer SHerzevgasse beim Passieren der Fahrbahn von dem Motorrad A 22 953, das ein gewisser ^osef B a u e r, Zivkusgasse 52, lenkte, niedergestoßen. Das Kind erlitt einen Bruch des Schädelgrnndes und wurde durch die Retlungsgesellschaft in das Leopoldstädter Kinderspital gebracht, wo es aber im Laufe der Nacht, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, g e st o r b e n ist. * Selbstmord eines Budapester Aniversitatsprofeffors. Aus Budapest wird berichtet: Universitätsprosessor Dr. Edmund K r o m p e ch e r, dessen Forschungen über die Krebskrankheiten bekaimt waren, hat heute früh wegen eines unheilbaren Rückenmarkleidens, an welchem er fett eineinhalb Jahren litt, Selbstmord verübt, indem er sich vom ersten Stockwerk seiner Wohnung in den Garten stürzte. Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er nachmittags starb. * Schwerer Autounfall auf der Pottendorferstratze. Mittwoch nachts hat sich a»ff oer Pottendorfevstraße nächst der Ortschaft Lichtcnwörth ein schwerer Autounfall ereignet. Ein Auto, das der Chauffeur Gnstav Teschner lenkte und in dom der Gneraldirektor der Heid A.-G. in Stockerau, Gustav Radinger, der Qberingenieur Fleig aus Stockerau, der Kaufmann Heinrich L ö b und der Student Ernst S chön s e l d saßen, war mir voller Wucht gegen eine Telegraphenstange gestoßen «nd arg beschädigt worden. Generaldirektor Radinger wies schwere Verletzungen auf und wurde sofort in das Krankenhaus nach Wiener-Neustadt transportiert. Die übrigen Insassen bliebenunverletzt. Der Lenker Teschner gab an, daß er im Dunkel der Nacht gegen ein über die Straße gespanntes, an Telegraphenmasten befestigtes Drahtseil gestoßen und der Unfall sohin durch einen verbrecherischen Anschlag hervovgevufen worden sei. Die Untersuchung ergab jedoch, daß die Angaben des Chauffeurs itt ch t den Tatsachen entsprechen. Jeder Zweifel darüber, daß das Auto in der Dunkelheit, von der Fahrbahn abweichend, an die Telegraphenstange angesahren ist, erscheint ausgeschlossen. * Einer, der sein Grabkreuz auf dem Rücken tragt. Aus Oedenbnrg wird berichtet: Vor zwei Jahren wuvde der 60>jähvige hiesige pensionierte Eisenbahnangestellte Stephan Sz. in eine Nervenherlanstalt gebracht, weil er dem religiösen Wahnsinn verfallen war. Neulich tauchte er nun wieder in den Straßen der Stadt ans. Um den Körper hatte er ein großes, buntfarbiges Tuch gewickelt und auf dem Rücken trug er ein hölzerrres Grabkreuz, auf dem in ungarischer Sprache zu lesen war: „Hier ruht Stephan Sz., Gott sei chm gnädig." Der Mann, der sein Grabkreuz auf dem Rücken trug, erweckte allgemeines Aufsehen, zumal er öfters niedevkniete, ein Kreuz schlug und laut zu beten begann. Ern Wachmann brachte ihn zur Polizei. Der Bedauernswerte trug Brillen, die mit farbigen Krorychen bemalt waren. Auf Befragen erklärte er: „Mit den Augen sündigt der Mensch am meisten, zumal die Weiber fast alle unbekleidet auf der Straße gchen und so die Männer in Versuchung geführt iverden. Die Kreuze ans der Brille sollen verhindern, daß ich mit den Atlgen sündige." Man brachte ihn ins Spital. * Babylon wird zum zweiten Male zerstört. Der amerikamsche Gelehrte Ellis ruft die Presse um Hilfe für das cmsgograbene Babylon. Die zuständige Regierung bewache diese kostbaren Ruinen, die unter gewaltigen Mühen durch die Archäologen freigolegt worden wären, nicht. Die Araber sollen hier nach Herzenslust wüten und zerstören, was ihnen in die Hände kommt. Außerdenl klagt der Gelehrte die Behörde»» an, daß sie eirrzelne ungewöhnlich wertvolle Ausgrabungswerke, welche englische und amerikanische Gelehrte ans Tayeslrchr befördert hätten, einfach spurlos verschwinden lassen. Ellis null oen Nachweis erbringen, daß sich diese Gege»»stände bereits im Privatbssitz gewisser Persönlrch ct.ci; befinden, die alles rasch und »mauffäll.'g für geringe Gelker in.sikanft hätten. Ec rrr.u)daß Babylon 1928 völlig zerstört wäre, wenn nicht sehr schrtell tatkräftige Hilfe herbeigeichasj: * Shaw und Nansen. Als Frithiof Nansen fcmerAeit norwegischer Gesandter in Eu-gland war, kam er bei Gelegenheit auch mit Bernard Shaw zusammen. Im Laufe >der Untechaltung der beiden Männer stellte sich heraus, daß beide damals sehr unter nervöser: Kopfschinerzen zu leiden hatten. „Haben Sie nach einem Mittel dagegen gesucht?' fragte Shaw. ,Kein," antwortete Nansen. „Das ist doch konrisch," »nenrte Shaw. „Nun haben Sie Ihr Ses Leben lang den Nordpol gesucht, der allen Menschen gleichg ist, aber um ein Mfttel gegen Kopffchmerzen, nach dem die ganze Welt serrfzt, haben Sie sich nicht gekümmert.^ * Wo es an gutem Trinkwasser mangelt, schätzt nmn den rein natürliche»» Krondoffer Sarrerbrunn als das vor: den Aerzten bestens empfohlene Tafelrmd ^»silwasser ersten Ranges. Hebräische Kurse für Anfänger rmd Fortgeschrittene, De KIr:der und Er»vachsene >ve:den von dor z t o n t ft t» ch e n B e- Nrksiektion des 9. Bezirkes am 1. September eröffnet. Einschreibungen täglich (Freitag und SamStag geschloffen) vcn 6 bis 7 Uhr abends und Sonurag von 11 bis 12 Uhr vormittags, im Se.ktionSlokat, 9. Bez., Ltechtensteiustraße NM. 8841

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