Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2698 (27.8.1926)
- Date
- 1926-08-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Sekts 8 " Men, Freltch Wiener Moesrnzertnns ' _ ^7- Kugust tm <Rt. 2698 UllEillifeälliei IM Nus der jüdtscken Welt Her Unfug beim Kthroghandel Von Jahr zu Jahr, wen-n das Siokkothsest naht, macht man dieselben betrieblichen Erfahrungen. Die Zeder, der Ethrog, der im Ritus des'Laubhüttenfestes eine wichtige, vornehme Rolle spielt, wird jährlich von griechischen und albanischen Züchtern und Händlern als Nttsbentungsobjekt benützt, mit dem die religiösen Inden der ganzen Welt bewuchert, förmlich gebrandschatzt werden. Ungezählte Millionen sind es, welche zum Beispiel die G r i e-ch e n an jeder Sommerwende aus dem jüdischen Volks- Vermögen herausziehen, während sie, wie zum Beispiel inSalon i k i, jüdische Existenzen ruinieren und die Juden der uralten Judengemeinde zur Bettelwanderung zwingen. Zur Tragik aber wird der Fall Ethrogim dadurch, daß sich würdelose, habgierige jüdische Individuen finden, die sich mit den griechischen Händlern assoziieren, um die Auswucherung der religiösen Inden noch zu vergrößern, indem sie die Zedernpreise kartellmäßig in die Höhe treiben. So berichtet unser T r i e st e r Korrespondent, daß eine Anzahl jüdischer Aufkäufer gemeinsam mit den albanischen Zwischenhändlern durch Ankauf eines größeren Postens den Verkaufspreis der Zedern auf das Doppelte hinaufgeschraubt habe. Allerdings liegt die Schuld nicht allein ans seiten dieser kleinen Gruppe jüdischer Händler. Viel Schuld haben auch unsere K u l t u s g e m e i n d e n, und auch der Jüdische Nationalfonds scheint nicht die Umsicht gezeigt zu hüben, die nowendig wäre, die Gemeindcvorstände und die jüdischen Konsumenten überhaupt dazu zu bewegen, daß es heute Pflicht eines jeden Inden ist, Zedern aus Palästina und nicht solche judenfeindlicher Züchter zu kaufen. Die Ethrogkultur in Erez Israel ist bereits so weit fortgeschritten, daß es nicht notwendig erscheint, den alten Abusus fortwalten zu lassen. Gewiß schließt auch die Einfuhr palästinensischer Ethrogim eine Bewucherung oder Preistreiberei nicht unbedingt aus. Da hätten die Kultusgemeinden, gemeinsam mit dem Nationalfonds einzuschreiten und auf irgend eine Weise die Gemeindemitglieder vor Ausbeutung zu bewahren. Es ist auch für dieses Jahr noch nicht zu spät. Eine Geschichte der jüdischen Presse in Amerika. Der bekannte russisch-jüdische Historiker, Alexander H a rkawi, der jetzt in Amerika lebt, bearbeitet gegenwärtig die Geschichte der jüdischen Presse in Amerika In einer Zuschrift alk die jüdische Presse weist Hark-awi darauf hin, daß er ’.m seinen Forschungen über sie Anfänge der amerikanischen periodischen Literatur deshalb auf Schwierigkeiten stoße, weil von vielen Presseerzeugnissen in jüdischer Sprache aus jener Zeit bloß die Titel der Publikationen und die Namen ihrer Gründer erhalten blieben, während kein einziges Exemplar jener Blätter aufzutreiben sei. Harkawi sucht insbesondere Exemplare folgender Zeitungen: „Die Po st", herausgegeben von Hirsch Bernstein und redigiert von Henry Gerfnny, New-Dork, 1870 oder 1878. jüdische Neies" (englisch, deutsch, hebräisch und jiddisch), redigiert von Jakob Cohen, New-Aork 1871. jüdische Zeitung" (lithographisch hergestellt), Herartsgeber K. Büchner, New-Dork, 1872 bis 1878. „Jüdische V o l k s z e i t u n g", redigiert von M. Top ol o w s k i und G. Landau, New-Dork, 1878 bis 1879. Da es immechin möglich ist, daß sich einzelne Exeuiplare, wenn auch unvollständig, im Privat- oder Bibliotheksbcsitz befinden, geben wir dem Ersuchen des jüdischen Gelehrten, ihm solche Exemplare behufs Bearbeitung leihweise zu überlassen, gerne Raum. Die Adresse lautet: Alexander Harkawi, 2179, Washington Aveuue, New-Dork. zangwills Andenken. Aus London wird i.us. berichtet: Die Witwe Israel Zangwills erhält unausgesetzt Belleidskundgebungen jüdischer und nichtjüdischer Persönlichkeiten und Organisationen. Seit dem Tode des Dichters ist eine große Zahl von Vereinen entstanden, die den Namen Israel Zangwills tragen und außer humanitären und gesellschaftlichen Zielen, sich auch die Herausgabe der Werke Zangwills in einer Reihe von Weltsprachen zur Aufgabe setzen. Italienische Studenten in Palästina. Gelegentlich einer Mittelmeerreise hielt sich eine Gruppe von 30 Studenten italienischer Universitäten unter Führung von Prof. Murpnrgo vom 12. bis 14. d. in Palästina auf. Ein Komitee, dem der Leiter des Jüdischen Jnformationsbureaus der Zionistischen Organisation sowie der italienische Konsul und ein jüdischer Vertreter der Handelskammer in Jerusalem angehörten, empfing die Gäste in Jaffa. Sie besichtigten nach einem vorher festgesetzten Programm das Land, unter anderem Tel-Awiw, wo sie im Gymnasium von ehemaligen jüdischen Hörern italienischer Universitäten begrüßt wurden. In Jerusalem besichtigten sie unter anderem die Hebräische Universität. Von dort fuhren sie nach Haifa weite: und berührten auf der Reise verschiedene zionistische Siedlungen im Emek. Die Thphusepidemie im Emek zum Stillstand gebracht. Nach dem letzten Bericht des Gesundheitsamtes der zionistischen Palästinaexekutive ist ein bemerkenswerter Rückgang -in der Zahl der Typhusfälle im Eniek zu verzeichnen. In den ersten zehn Tagei« des August wurden nur fünf neue Fälle gemeldet, gegenüder zwölf Fälle«! in der zweiten Hälfte des Juli, 40 in der ersten Hälfte und 90 im Monat Juni. In „Machneh Israel", der landwirtschaftlichen Siedlung der Agudas Jisroel wurden einige Falle gegen Ende Juli gemeldet. Ne««e Fälle karnen sexyer in Afnleh und Kfar Jecheskiel vor;-in den meiste» Siedlungen im Emek waren indessen keine neuen Erkrankungen. Der höchste Wasserturm Palästinas. Unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung wurde vor kurzem die Vollendung - der W a s s e r v e r s o r g u n g s a n l a g e in H.e r z l i a h gefeiert, die die Arnerican Zion Commonwealth d'ort niit einem Kostenaufwand von 2500 Pfund angelegt fjat. Der 20 Meter hohe Wasserturm wird der höchste in Palästina sein. Das Wasser wird durch 17.000 Meter Röhren durch die ganze Siedlung geleitet. Bühne und Kunst. Krise im Teatron krez Zisraeli. Wie aus einer Polemik im „Haarez" hervorgeht, befindet sich das palästinensische Theater Teatron Erez I Israeli.in einer schweren Krise. Sechs Schauspieler und Schauspielerinnen dieses Theaters, und zwar Mirjam Bernstein-Kohen, Bmjamini, Gur, Dawidow, Finkel und Kutai haben sich an die Leitung des Theaters mit einem Memorandum gewandt, in dem es unter anderem heißt: „Nachdem wir einige Male die gegenwärtige Situation des Teatron Erez Hajisraeli geprüft haben, kainen wir zum Schluß, daß das Theater dank seiner bisherigen Leitung und Regie nicht das nötige Niveau hat und die Aufgaben, die es sich bei seiner Gründung stellte, nämlich ein künstlerisches Theater in der vollen Bedeutung dieses Wortes zu sein, nicht erfüllt hat und sehen die dringende Notwendigkeit radikaler Reformen. Wir beehren uns, Ihnen vorzuschlagen, uns in unseren Bemühungen, das Institut vor dem gänzlichen Niedergang zu retten, behilflich zu sein. Zu diesem Zweck ist es notwendig: 1. für die neue Saison einen erstklassigen Regisseur zu verpflichten, und zwar schlagen wir als Kandidaten vor, die Herren: Daniel (Paris), V a r d i (New-Iork), Berthold Viertel (Berlin), Karlheinz Martin (Berlin). 2. Die Leitung des Theaters durch Vertreter der Gesellschaft und der Unterzeichneten zu erweitern. 3. Die Truppe neu zu organisieren und einzuteilen. 4. Die Truppe ganz auf Kosten der Gesellschaft zu erhalten und die Künstler von den administrativen Fragen zu befreien." In einer darauffolgenden Sitzung mit den sechs Ueberreichern des Memorandums legten die letzteren eine Erklärung aller übrigen Mitglieder des Theaters vor, die das oben erwähnte Memorandum b e st ä t i g t. Nur sin Schauspieler unterschrieb diese Erklärung nicht, während zwei andere sich nicht mit allen Punkten einverstanden erklärten. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen zwischen der Leitung der Gesellschaft des Teatron Erez Hajisraeli kam es zu einem Bruch zwischen den Schauspielern und dem künstlerischen Leiter Gnessin. Es entstand nun eine sehr schwierige Lage, die sich die Gesellschaft, nach einer im „Haarez" veröffentlichten Erklärung, zu lösen bemüht hatte. Sie schlug eine dreigliedrige Leitung vor, die aus Gnessin als Direktor, aus einem Vertreter der Gesellschaft und aus dem zu verpflichtenden Regisseur bestehen sollte. Die Schauspieler scheinen auf diese Vorschläge nicht eingogangen zu sein und inzwischen zerstörte die wirtschaftliche Krise im Lande die Möglichkeit der vollständigen Uebernahme der Truppe durch die Gesellschaft, die jetzt bemüht ist, m i t G u e s s i n die Theaterarbeit wieder aufzunehnien. Der K o nslikt mit den Schauspielern ist aber iinmer noch latent und konnte nicht beigelegt werden. Aus den Theatern. V o l k s o v e r. . Morgen Samstag „Cavalleria r u s t i c a n a" und „B a j a z z o\ Deuliches BolkSlbealer Morgen Erstaufführung des Lustipieles „F i g u r a n t e n" von AndrS B t r a b e a u Mittwoch beginnt Leovoldine K o n st a n t i n ihre diesjährige Wirklamkert am Deutschen Volkstbealer in Ladislaus F o d o r s Lust- >piel „D r. I n c i S z a b o". Tdearer in der Joiefstadl. Heu e zum ersten Male das Lustlvtel „G e f a l l e n e E u g e t" von Noel C o w a r d. Hans Moser in der Volksoper. Die Arüeiisgemeiuschaft hat Hans Moser, der bei der „Fledermaus"--Aufführung anläßlich der Salzburger Festspiele als Frosch einen überaus großen Erfolg errungen hat, für ein einmaliges Gastspiel geivonuen. Der Künstler spielt Dienstag de» 31. d. in Der BMsoper die gleiche Rolle. Im zweiten All findet eine besondere Kouzerteintage statt. Eine neue Wanderbühne der Wiener sozialdemokratischen Kunststelle. Mit eiueni seriösen Tpielpl-au ivird unter Einflußnahme der sozialdemokratischen Knnststelle eine Wiener Sprechbühne ins Leben geuufen, welche zunächst im F l o r i d s d o r f e c Arbeiterheim spielen wirs, später auch in Bolksheinien anderer Wiener Bezirke. Diese Neugrüudung ist in oer Zeit, iw immer neue Wiener Theater geschlossen werden oder der Operetteuindustrie verfallen, gewiß zu begrüßen. Das Theater soll am 12. November mit der Uraufführung von Verhaereus „Morgenröte" eröffnet werden. Unter anderen Kunstkräfte.wurde auch Ferdinand Onno für das Ensemble verpflichtet. Kleine Kunstnachrichten. Wie die „Autogra-phen-Rnndschau" melde«, fanden sich anläUich einer Prüfung von Tolstois Originalmcmuskripten durch eine Moskauer Kommission bisher f o (- geiide noch ungedruckte und unbekanuteWerke Leo Tolstois: „Die infizierte Familie" (Lustspiel), ein „Jugendtagebuch". die Erzählungen „Die Christnacht" und „Märchen von Warjenka". Varianten zu den Romanen „Anna Karenina" und «Krieg und Frieden", ferner eine große Zahl sehr wertvoller T olst o i - B r i efe. — Gerhart Hauptmanns Glashütienmärcken „Und Pippa tanzt" hat eine neue Bearbeitung durch den Dichter erfahren. Der dritte und der dunkle vierte Akt wurden zu einem einzigen vereinigt Die Bühnendichtung geht in dieser neuen Fassung an den Berliner K a m m e r 1 p i e l e n irt Szene. —Die neue Musik zu Goethes „F a u st" von Albrecht Ne h r ing (geschrieben für die Bearbeitung M ed e c o >v s, welche beide Teile der Dichtung zusammensaßt), hätte bei der Aachener Uraufführung großen Erfolg. Direktor Beer hat bekanntlich >ieir Musik für die neue „Faust"-Inszenierung des Deutschen Volkstheaters erworben. U.,Taborstrasse 8 Telephon 42-3*41 Von heute bis 30. August DanMiuranrimiii i Snuk, der Elsmentch Ent Lebensbild aus den unendlichen Eisfeldern des hohen Nordens — und KOLUMBUS II. Eine tollkühne Seefahrergeschichte Regie und Titelrolle: BUStBR REATON Mn»tkällsthe Begleitung: Du» neue Ufa-Ko«*artOrcHe*t«r mit Ja*xband (Dirigent: Kapellmeister Karl Krall) Beginn dev Vorstellungen 6, v,8. 9 Uhr Namensänderung. Roda Rodas „FeldHerrnHugel", unter diesem Namen wciMekaimt und zu Serienerfolgen ge-, diehen. hat anläßlich der Aufführung sin Pilsener tschechischen Stadttheater eine Namensänderung erfahren und heißt dort „Die k. I. Armee." Schalom Alejchems Werke in russischer Sprache. In diesen Tagen erscheinen im Moskauer Verlag Sif zwei Bände ausgewählter Schriften von Schalom Alejchem in russischer Sprache, übersetzt von dem talentvollen russisch-jüdischen Schriftsteller B a b c I. Gin Grabdenkmal für Sam Adler. Die Einweihung des Grabdenkmals für den im vergangenen Jahre in Wien verstorbenen Theaterdirektor Sam Adler aus Amerika, das dank der kollegialen Fürsorge des Theaterdirektors M. F i s ch s o n und seiner Frau Vera Zaslawskaja aus Detroit ausgestellt werben konnte, findet am Sonntag den 29. b. uni halb 11 Uhr vormittags am neuen israelitischen Friedhof (drittes Tor) statt. Die Einweihungszeremonie wird Herr Kantor Josef Grob vornehmen. Ohel, das hebräische Theaterstudio in Palästina, hat nach den letzten'Vorstellungen in Jerusalem seine Wanderung über das ganze Land auf. sechs Wochen unterbrochen, um sich innerer Arbeit zu widmen. Nach Neujahr wird Haohel Petach- Tikwah, Chedera, Sichron-Jaakob, Haifa, den Emek und Galilaa besuchen. Ferner werden nach zwei Monaten neue Prüfungen fiir Schauspielkandidaten ausgeschrieben werden. Gerichtssaal. Sie Schlaswagengekellschast hastet für das ReijegeM. J«n Jahre 1920 reiste die seither verstorbene Frau Rachele Landau mit ihrem Sehne, einem Kaufmann, von Bukarest nach Wien. Sie hatte bei der Filiale der Internationalen E i s e n b a h n - S ch l a f w a g e n g e s e j l s ch a >f t zwei Schlafplätze bestellt. Durch ein Versehen der Filiale war der Schlafplatz der Frau aber an einen Herrn vergaben worden, der sich weigerte, .hn zu verlassen. Ter Sohn räumte daher der Mutter seinen Platz.eiu und brachte sich in einem anderen Waggon -unter. Das Gepäck, das auf dem Gange des Schlaswaggons die Passage behinderte. wurde von dem Schlafwagenschaffuer der Gesellschaft in Verwahrung genommen. Bei der Zollrevision an der jugoslawischen Gxenze ging ein H u t k o f f e r, in dem auch ein Schmuckstück verwahrt war, verlordn. Die Schlafwagengesellschaft verweigerte sowohl die Rüdstellung der Gebühr für den doppelt vergebenen Schlafwagenplatz, als auch jeglichen Schadenevsatz für den verlorenen Koffer und begründete diese Weigerung damit, daß das Schlafwagenticket einen ausdrücklichen Vermerk enthalte, wonach die Gesellschaft keine Haftung für das Reisegepäck übernimmt. Ferner sei es den Schlafwagenkondnkteuren untersagt, Passagiergepäck in Verwahrung zu nehmen. Das Handelsgericht als erste Instanz nahm g e«. t e i l t es B e rs ch u l d e n an. Die Klage wurde aus diesem Grunde ab gewiesen. Nun hat die Berufungsinstanzentschiedeu, baß der Anspruch dem Grunde nach zur Gänze zu Recht besteht und daß das Erstgericht nur noch zu erheben haben wird, Ob auch die Höhe desselben (in -der Klage werden 1000 Schilling begehrt) gerechtfertigt erscheint. In der Urteilsbegründung wird ausgesührt, daß die sichere Unterbringung der von den Reisenden mitgeführten Gepäckstücke ein Bestandteil, der durch die Schlafwagengcbühr bezahlten Leistung sei. Die Gesellschaft hat daher zu haften, wenn durch ihr oder ihrer Organe Bevschuldeu diebische Zugriffe möglich werden. Schon durch den Verkauf eines Schlafwagenplatzes an zwei verschiedene Personen hat die Gesellschaft schuldbar gehandelt. In dem Verhalten des Sohnes, der das Gepäck dem Schaffner in Verwahrung gab, kann ein Verschulden nicht erblickt werden, da er keine anderen Ausbewahrungsräume zur Verfügung hatte. Der Vermerk auf ocit Fahrkarten betreffend den Ausschluß der Haftung sei nur dann' anwendbar, wenn kein Verschulden -er Gesellschaft vorliegt. Dieser > Beweis wurde jedoch von der Beklagten nicht erbracht. . Kein Unterhaltsanspruch der untreuen, wenn auch üngeschiedenen Gattin. Der Privarangestellte Karl E., der seine' Gattin in flagranti beim Ehebruch ertappte, hatte sie unv den Ehestörer aus der Wohnung gejagt. Die Gattin wies er dauernd aus dom Hanfe. Sie erhob keinen Widerspruch dagegen, jedoch nach einiger Zeit brachte sie aber gegen ihren Mann eine Klage auf A -l i m e n t a t i o n s l e i st u n g ein, auf die sie als ungeschiedene Frau Anspruch habe. Sowohl das Bezirksgericht als auch das Berufungsgevicht erkannten, daß der Unterhausanfpruch der Gattin zu Recht bestehe, weil der Gatte keine Ehescheidungsklage gegen sie eingobracht, die Frau den Mann nicht verlassen, sondern -dieser sie aus dem Hanse entfernt habe. Der Oberste Gerichtshof gab der Revision des Geklagten Folge, hob die untergerichtlichen Urteile auf unv verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die erste Instanz. In der Begründung wurde ausgeführt, daß nach den Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches die nicht geschiedene Frau wohl ein Recht aus Minientation habe; allein die wörtliche Auslegung entspreche nicht dem Sinn des Gosetzes. Wenn eine Ehegattin, die eigemnächtig den gemeinensamen Haushalt verläßt, den Alimentationscmspruch verliert, so müsse dies auch auf den Fall ausgedehnt werden, daß sie dem Ehemann begründeten Anlaß gibt, sie dauernd aus dem Hanse zu weifen. Die Erhebung d--r Ghescheidmigsklage ist für den Verlust des A-llmentationsaMiruches irrelevant. Bei der nochmaligen Verhandlung hat das Evstgericht gemäß dieser Entscheidung des Obersten Gerichtshofes die AlimentationMage der Gattin abgewie seni