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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-27 · Heft 2698 (27.8.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2698 (27.8.1926)
Date
1926-08-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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% IW?t. MW mm, ffftmty teilet? mvigtnjtttitttfi 40Ti JH9SW9* Sie Wische Anleihe. Sr. Jtowitt fiter Me Anleitesrundlagen. Lafiesbericht. Friedhöfe «ad Mbliocheke«. In einer kürzlich in London abgehaltenen Gelchrtenkonferenz hielt Prof. Thorp einen Vortrag, der in der englischen Presse lebhaft besprochen wird. „Zwei wichtige Probleme hat heute die Menschheit zu lösen," si'chrre der Gelehrte im wesentlichen ans, „und zwar das Problem der Friechöfe und der Bibliotheken. Die Zivilisation steht diesen beiden Problemen fast ratios gegenüber, sie weiß nicht, was sie mir den .Friedhöfen und den Bibliotheken, die sich in unheimlicher Weise ständig verntehren, anfangen soll. Gegen die Friedhöfe ist noch eine Abhilfe deitkbar; vielleicht wird das System der Leichenvcvbrennung allmählich durchdringen und allgemein werden. Was soll aber mit den Bibliotheken geschehen? Um diese Frage zu begreifen, genügt es, darauf hinzuweiscn, daß gegenwärtig in der Welt nicht weniger als 28.00V verschiedene wissenschaftliche Zeitschriften erscheinen. Wir sind bereits so weit, daß wir von einer papierenen Sintflut bedroht werden. Im Verlaufe von 100 Jahren werden sich in den Bibliotheken so viele Bücher, Zeitungen und Broschüren ängesammelt haben, daß für sie auf dieser Erde kein Platz sein wird. Die Toten und die Bücher beginnen die Lebenden zu verdrängen." Prof. Thorp belegt seine pessimistische Prognose mit einer Unzahl statistischer Daten über Druckereien und Papierverbrauch. Eine radikale Aenderung des gegenwärtigen Friedhofs- und Bibliothekswesens hat Prof. Thorp nicht vorgeschlagen, aber immerhin hat er eine Frage angeschnitten, die sicherlich einer ernsten Lösung bedarf. Die Ausführungen Prof. Thorps erinnerten die versammelte Gelehrtengesellischaft an einen Aufsatz Lord R o s r b e r r y 8 über feilte Eindrücke in der riesigen Bibliothek des British Museums. „Ich ging", schreibt, Lord Roseberry, „durch die unzähligen Säle der Bibliothek, betrachtete die taufende Fächer mit den Büchern, die, wenn sie nebeneinander ausgebreilel würden, eine Strecke von vielen, vielen Meilen bedecken würden, und je mehr ich sie betrachtete, desto mehr überkam mich ein Trauergefühl, als db ich mich auf einem Friedhof befände. Jedes Buch, das mich mit feinem verstaubten Rücken angaffte, nrachte auf mich den Eindruck eines Grabsteines. Die Titel der Bücher und die Namen der Autoren schienen mix wie Grabsteininschriften. Und da ging es mir durch den Kopf: Diese Millionen namenloser Schriftsteller, deren Bücher heute kein Mensch mchr in die Hand nimmt, spielten ooch zu Lebzeiten eine wichtige Rolle, waren von Anerkennung und Ehren umgeben, ihre Bücher wurden gelesen, andere haben über sie geschrieben und ihre Bücher diskutiert. Wer kennt heute mehr ihre Namen? Wer kämme:: sich mehr um sie? Sie sind vergessen, ihre Werke liegen im Staub, die einzigen, die mit ihnen in Berührung kommen, sind die'Mäuse und die Flederwische, mit denen sie von den Bibliotheksdienern abgestaubt werden." Hiezu gehört noch der pessimistische Ausspruch Rudyard Kiplings, daß von den vielen Millionen Büchern, die in den verschiedenen speichern aufgcstapelt sind, höchstens;chn ewig bleiben Werdens Die Durchführung der Anleihe für Palästina, die auf dem Wiener Zionistenkongreß grundsätzlich beschlossen wurde, ist durch die Arbeiten der vom Kongreß eingesetzten Anleihekommijston in den Vordergrund allgemeinen Interesses gerückt. Mit um so größerer Spannung wurde daher dem Referat entgegengesehcn, welches De. Artur Ruppin, der Obmann der Anleihekommisiion, auf dem Dienstag geschlossenen Delegierten tage der deutschen Zionisten zu Erfurt über „Palästinafragen und das Anleiheproblem" hielt. Dr. Ritppins Ausführungen sind für die Frage der Palästinaanleihe von grundsätzlicher Bedeutung. Wir haben sie in unserem gestrigen Bericht bereits kurz wiedergegeben, bringen jedoch die bedeutungsvollen, auf die Fundierung und die Zwecke der Anleihe bezüglichen Stellen der Rede Dr. Ruppins (nach dem Berichte d'er I. T. A.) heute detailliert. Dr. Ruppin führte unter anderem aus: „Man hat bereits eingesehen, daß in Palästina nicht wie in Europa die Juden lediglich die Funktion Hallen, als Z i r k ulationsorganeder Wirtschaft zu dienen, sondern daß sie alle Wirtschaftsfunktioncn selbst übernehmen müssen, zugleich als Produzenten und Konsumenten aufzutreten haben. In Palästina ist systematisch ein Wirtschaftsorganismus durch Juden aufzubmten. Darin sind in den letzten Jahren nach Uebertvindung unzähliger Schwierigkeiten große Fortschritte gemacht worden. Wir kennen heute den Weg unserer Arbeit und wissen jetzt schon, daß das, was dort "geschaffen wurde, nicht mchr fortgcwischt werden kann. Palästina ist heute bereits ein wichtiger Ausstrahlungspunkt für das gesamte Judentum. Ter Zionismus ist bereits heute die Wasserscheide zwischen denen, die ihr Judentum freudig bejahen, und denen, die sich abzufmd'cn 'bereit sind." Dr. Ruppin besprach sodann - die Kolonisationsmethoden in Palästina und sprach dann über das Anleiheproblem selbst. In bezug auf das Verhältnis der Anleihe zum Keren Hajessod erklärte er: „Der Keren Hajessod soll nicht ersetzt, kann aber durch eine Anleihe ergänzt werden. Palästina ist bereits anIeihereif oder wird es in verhältnismäßig kurzer Zeit sein. Es ist mit dem Zustande vor 15 oder 25 Jahren nicht mehr zu vergleichen." Ter Redner weist auf die Fortschritte im Orangenbau — er nenm die Jaffaorange den M o n o p o l a r t i k e l P a l ä st i n a s — und in den durchaus nicht erlogenen, sondern teilweise rentablen Industrien hin. Wir besäßen heute* beleihtmgsfähige Werte im Betrete von 12 bis 15 Millionen Pfund und könnten heute mit den Trägern des Kapitals bereits in einer Weise verhandeln, die nicht nur die Beleihung bestehender Objekte, sondern die Anlage für produktive Zwecke vorsehe. Freilich mache nicht nur das jüdische, sondern auch das arabische Palästina unter englischer Verwaltung Fortschritte. Es bestände heute eine Gefahr der Anlage ägyptischen Geldes in Palästina, mit dessen Hilfe man mit unserer Arbeit in Kon-' kurrenz treten könne. Auf die nächsten zehn Jahre käme es an. Westeuropa, vor allen Dingen Deutschland, und A m e r i k a müßten das Geld schaffen, die Massen werde das O sts u d e n t n m stellen. Ruppin entwickelte in seinem Referat die Idee eines Lehrguies für landwirtschaftliche Chaluzim, die später in Palästina befähigt sein sollten, beispielgebend zu wirken, und behandelte sodann die Möglichkeiten verschiedener Berufszweige in Palästina. Als langjähriger Leiter des Kolonisationswerkes könne er sagen, daß die Küste Palästinas von Akko bis üsaza ein Fruchtgarten werden könne, cm neues Kalifornien. Ein entscheidendes Jahrzehnt verzwei f e l t e r Anstrengung stehe uns bevor, dann werde jdcr e n dg ü l k i g e E r f o lg errungen werden können. „Schntzwehr." Ein neues Kampforgan der jüdischen Kriegsinvalide: Oesterreichs. Den in Oesterreich wohnenden jüdischen Kriegsopfern ist eine' neue periodische Zeitschrift „Schntzwehr" gewidmet. Dieses. offizielle Organ des Verbandes der jüdischen Kriegsbeschädigten, Invaliden, Witwen und Waisen, dessen erste Folge soeben erschienen ist, soll ein wirksames Kampfmittel für die Rechte der jüdischen Kriegsopfer werden und ein treuer Helfer sein, in Oesterreich eine produktive jüdische Kriegsinvalidenfürsorge ins Leben zu rufen. In, dem einleitenden programmatischen Aufsatz wird darauf hingewiesen, daß „ein Großteil des Elends der jüdischen Kriegsopfer mit der geradezu judenfeindlichen Haltung der sozialdemokratischen Wiener Gemeindeverwaltung in allen Fragen des Staatsbürger- und Heimatrechtes zusammenhängt." Auch der Wiener israelitischen Kultusgemeinde werden schwere Vorwürfe gemacht, tveil sie für die jüdische Kriegsinvalidensürsorge mit einer einzigen Ausnahme (Beitrag von 500 Schilling für eine Lotterie) „bis zum heutigen Tage nicht einen Groschen geopfert habe". Ferner wird dem in Wien bestehenden Komitee für jüdische Kriegs-Waisen, das aus 'den Mitteln des „Joint" seine Gelder bezieht, vorgeworfen, daß in diesem Komitee die Kriegsinvaliden durch kein einziges Mitglied vertreten seien. Diese erste Ausgabe enthält ferner einen instruktiven Bericht über den Danziger Weltkongreß der jüdischen Kriegsopfer. Wir wünschen der „Schntzwehr", die den Charakter eines Kcvmpfovgans für das jüdische Recht trägt, vollen Erfolg. Sadagora. Von Dr. E. M. Zweig. Der Dienst des Nationalfonds hatte mich jüngst nach Ezernowitz geführt. Einmal dort, ließ es mir keine Ruhe, nach Sadagora zu fragen. Stand mir doch noch aus frühester Jugend, ich war damals ein sechsjähriger Knirps, das Bild deutlich vor Augen, wie der greise Robbe von Sadagora mit Iveißwallendem Bart würdevoll durch'deu Kurpark von Roznau wandelte und hinter ihm drein in Demnt ersterbend eine Schar von Chassidim. Zwei Czernowitzer Freunde erhörten meine Bitte, setzten mich auf eine Brilschka mit einem unverfälscht nationalem Balagule am Kutschbock und so führen wir selbstdritt zur hügeligen Stadt hinaus, der Pvuthbrücke zu. Die war noch vom Krieg her, da die Oesterreicher sie den anrückenden Russenmassen vor der Nase weggesprengt hatten, nur not-dürftig geflickt. Will also Rumänien wirklich ihrem Findelkind, der Bukowina, eine Stiefmutter bleiben? Und jenseits des Pruth erst das knöcheltiefe Kothand, das sich als Landstraße trostlos hinzog! Die Bauern, die mittendurch stapften, scheinen es ebenso gewöhnt wie unsere Rößleiu. Es gehl durch Wiesen und Feld, an Bauernhütten vorbei, aus deren hellgrün und rosa getünchten Mauern sich bunt gemalte Blumenmuster und Girlanden geschmackvoll hinschlängeln. Nach dreiviertelstündiger Fahrt ist der Saun: von Sadagvra erreicht und bald taucht zur Rechten auch schon das Schloß des Wunderrabbiaus. Am Rand der Landstraße flöht es da, ausgeraubt und ausgebrannt, wie es die Kosaken und ihre Landsleute hinter sich gelassen haben. Aber noch in Ruinen zeigt der weißschimmernde Bau seine einstige Pracht. Inmitten der Vorderfront führt eine breite Stiege zu einem mächtigen Portal empor, überragt von einer Riesenmarmor- Platte, in welche zwei aussteigende Löwen gemeißelt sind und ein Schild inmitten, mit hebräischer Inschrift und der Zahl des Baujahres 5652 (1892). Die beiden Ecken des Palastes sind durch zinnengekrönte Rundtürme geschmückt. Notdürftig haben sich ein paar arme Judenfamilien in den brauchbarsten Räumen eingenistet. Mit Scheu weist man mach dem Hofzinnner, wo der Robbe in Audienz empfing. Hinter dem Palast, jenseits des Hofes, wo sich einst tausende verzückter Chassidim drängten, ragt düster eine Zweite Ruine in Ziegelrohbau: die große Synagoge mit Anbauten für Stiegenhaus und Korridore. Lautes Meckern dringt aus dem Anbau. In zwei Etagen übereinander sind dort Ziegen eingestellt, betreut von einem Judenmädchen, das mit seinen Eltern in einem sckMUtzigen Raum nebenan wohnt, lieber Schutthaufen kriechen wir durch die klaffenden, steinumkleideten Bogenfenster in die Synagoge. Es ist ein imposanter Saal, etwa 15 Meter im Geviert, recht geschmackvoll ausgemalt und an der einen Wand mit Fenstern aus der Weiberschul. Inzwischen hat man den „Verwalter" herbeigeholt, einen Juden, der im Nachbarhause Möbelttschlerei treibt. Aus unseren Vorhalt, warum man diese Bauten, denen einst so viele heiße Liebe zugewandt war und die immerhin ein Stück jüdischer Tradition bilden, so wenig pietätvoll verfallen lasse, zuckte er die Achseln und lud uns nach seiner Tischlerei, um uns schließlich zu fragen, ob er in Erez Israel loben könnte. Man traut sich also hier anscheinend nicht aufzubauen, nicht die Ruinen und nicht die Existenz? Wir verabschieden den Herrn Verwalter. Das Wägelchen trägt uns weiter in den Ort hinein, der einst vor dem Krieg ein blühendes jüdisches Städtchen war. Es sind seither nicht allzu viele Häuser stehen geblieben und noch weniger sind es, die nach dom Kriege hinzukamen. Trotz aller Begünstigungen, welche die Gemeinde unter ihrem tüchtigen Bürgermeister, Dr. B a r d a ch, bot. Aber die Reste der von Granaten und mutwilliger Brandlegung vernichteten Häuser sind allenthalben sichtbar. Die Kellertüren uni! -Gewölbe lugen hier und dort aus dem üppig wuchernden Gras und Gestrüpp. Vorbei an dem parkumsäumten Schloß des Baron Mustazza, das die Russen ebenso, wenig schonten, als hätte es einem Juden und keinem Bojaren gehört, und nun sind wir am Zaun des alten Judenfviedhofes, den: Endziele unserer Fovschungsfahrt angelangt. Ich kenne das Beth Olam in der Seegasse zu Wien und jenen alten Prager Friedhof, aber der Eindruck dieses weiten, hügeligen und von mächtigen Steinen übevsäten, in wilder Frische durchgrnnten Gräberfeldes schien mir unvergleichlich mächtiger. Inmitten dieser urwüchsigen Natur jeder Grabstein ein Kunstwerk, zu dem gläubige Liobe und orientalisch glühende Phantasie den Meißel geführt; die erhabener! Formen hebräischer Buchstaben zu bedeutsamen Inschriften gereiht und an sich eine würdige Zier, sind üppig umrankt von in den Stein gezauberten Blütenzweigen und Arabesken und gekrönt von allerlei sonderbar lobendem Bildwerk. Wo ein Arje Lob begraben liegt, schaut dir ein wütender Löwe sprungbereit entgegen. Wo ein Jüngling bestattet ist, deutet dies ein gebrochener Baum und wo ein Mädchen schlummert, eine geknickte Blume an. Vor der weißgetünchten Totenkammer, dem- Mausoleum des Geschlechtes Friedmann, ragen zwei besonders herrliche Steine. Von Chawelc, der Mutter, und von F e i g e l e, der Muhme, eines der Robben: zwei Tauben scheinen dir vom Stein entgogen zu flattern. Nun treten wir in die Totenkammer. Sie ist innen so schlicht wie außen. Auf dem mit Sand bestreuten Boden, der die Gräber von sechs Männern aus dem Hause Friedmann birgt, stehen offene Truhen aus Weichholz, gefüllt mit „Quitteln", den Bittschriften der Gläubigen an die Veostovbenen als Fürsprecher vor Gottes Thron. Die Namen der Verstorbenen sind schwarz aus der Stirnseite der Truhen gepinselt. Als zweiter in der Reihe wird der Gründer der Dynastie Iis rael, der „Ryzener Robbe", genannt, der aus Rußland, vor dom Bilbel politischer Konspiration flüchtend, hevüberkam und dessen Legende auch dort noch lebt. Hat doch vor Jahresfrist unser Führer Sokolow in tiefer Ergriffenheit hier verweilt. Neben dem Ryzener liegt fein Sohn -und Nachfolger Abraham Jakob, dem der dritte Sohn Israel (Srulenju) in der Herrschaft zu Sadagora und dann, wie hier in der Reihe, auch in den Tod nachgefolgt ist. Mit den: letzten Matz mußte ein anderer Sohn des Ryzener, namens Berenju, verlieb nehmen, der sich geweigert hatte, Rabbi zu werden. Seine äußerst spannende Lebensgefchichte ist wiederholt zum Gegenstand der Darstellung gemacht worden. Der ältere überlebende Sohn Abraham Jakobs, namens Isaak, der eine Sekundogenitur in Bojan begründet hatte, liegt auf dem Wiener Zentralfriodhof begraben. Der Glanz des Hauses ist seither verflogen. Um Svulcnjus Nachlaß schwebt seit 1908 beim Czernowitzer Landesgericht ein Prozeß, in welchen 14 Erben verwickelt sind. Ein Großteil der Grundstücke wurde inzwischen verkauft. Ein Teil der Familie Friedmann wohnt in Czernowitz, wo die Frauen, die durch ihre Intelligenz hervorragen, mit dem Werktätigen jüdischen Leben allmählich Fühlung gewinnen, die übrigen Friedmanns loben in Wien und anderwärts. Srulenjus Sohn ist, von seinen Getreuen teif betrauert, 1924 im fernen New-Iork gestorben. Da wir durch die Hintertür aus der Totenkammer Wieder ins Freie treten, kündet ein Grabstein, daß hier Moscheh Fried mann, „ein Großer in der Thora", ruht, der 5542 (1802) aus der heiligen Stadt Zfat in Erez Israel nach Sadagora zu Besuch kam. Dieser -Friedmann gehört, weil in eine frühere Zeit fallend, nicht zur Dynastie; doch ist er ein interessanter Beleg für die alte Verbindung auch dieses Teiles der Judenschaft mit Palästina. Ein greises Jüdlein aus Sadagora, das uns den Führer gemacht, ließ es sich nicht nehmen, für jeden dieser großen Fürsprecher ein „El mole rachamim" zu beten und uns allesamt kunstvoll in seine Segenswünsche einzuflechten. Stillvevsonnen schieden wir vom Judenfriodhof Sa-oagoras. Merkwürdig, nirgends wie hier, bei den Toten unter den hebräischen Zeichen und Symbolen, fühlt man so stark die Quellen jenes mächtigen jüdischen Lebens rauschen, das uns Erez Israel wieder erbaut.

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