Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2697 (26.8.1926)
- Date
- 1926-08-26
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2981549-2981784--27413-3015346- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
iHn-ni »tlA Nr. S6S7 Mt% Dtmmr-tas Wlerrer MorWmzekt««s 26. August IW -eite s «M. t«-INM»SaiWW«a» .*>S8r»n vis, warn in ANHKNQSgi •liehenf Well »I« g«wöht i«i hnlleh nur dem Zeugnis reiben SJ niedrige Gehälter betiehen f wen eie fl« __ . nach .sehr gut* stenographieren und masohlnechrelben und außerdem keine Ahnung von den einfachsten Dir gen Im Qesohäftsleben haben. Br sparen sieniatt ein Jahr des warten« auf die Oehalt«erböhunn durch er des warten« auf die Sehasteerhühung c den Betueh eines kurzfristigen, praktlaeftart Kurse« In der Set aehttlDige ßngHta&er. „IM» find etit ungeduldiges Volk!" „England wird sich niemals von der Ungeduld der Juden aus der Ruhe bringen lassen." DaS sind stereotype Aussprüche von Engländern, wenn Juden mit ihnen darüber disputieren, daß England als Man- ^datßmacht in Palästina ein gtzvadezu unheimlich langsames Tempo in der Erfüllung der MandatS^stimmungen an den Tag legt. Ein solcher Disput wurde vor kurzem in einem Tel-Awiwer Tttlokal abgesührt und darüber debattiert, wie man den Eirg» ländern etwas mehr Schwung in dieser Sache baibringen könnte. „Geht nicht!" meinte nun ein genauer Kenner btt Engländer und erzählte die folgende Anekdote: Zwei Engländer treffen in ihren Automobilen in einem .schmalen Gäßchen zusantmen, wo ein Ausweichen unnröglich ist. Um durchzukommen, hätte einer von ihnen sich zurüchiehen müssen, unt deur anderen den Weg fveitznmachen und dann selbst durchzukommen. Engländer sind aber bekanntlich Starrköpfe und so wollte keiner von beiden nachgcben. Es war klar, daß auch hier, wie in jedem Krieg, der den Sieg davon tragen werde, der die besseren Nerven hat. Da zog der eine die 80 SÜten starke Sonntagsnummer der „Times" aus der Tasche, zündete seine Pfeife an und begann zu lesen. So vergingen einige Stunden. Als er auch die letzte Sette gelesen hatte, blickte der „ruhige" Engländer auf, in der Meinung, daß sein Gegenüber inzwischen die Geduld verloren und ihm den Weg freigegeben haben werde. Weit gefehlt. Auch der andere war Engländer. Er saß ruhig in seinem Wagen und wartete, um schließlich im süßesten Ton zu sogen. „Pleose Sir, bitte mein Herr, hätten S'e nicht die Freundlichkeit, jetzt die „Times" mir zu leihen, bis ich sie dnrchgelesen habe . . .'?" So ftrtb mm einmal die Engländer! Wien, 86. August. * Die Ordnungsstrafe. In der Praterftraße springt ein Kolporteur auf einen A-JHngen auf, um einem Passagier ein Abendblatt zu verkaufen. Er muß auf einen Schilling zurückgeben. Der Wagen fährt weiter und der Kolporteur kann nicht .mehr absp ringen. Bei der Haltestelle eräugt ihn der Schaffner. „Jh'een Fahrschein?" ,,J' steig oh scho aus!" „Dös macht nix. An Schein müassens haben!" Der Kolporteur hat Eile, will in die Hei-iestraße, will in ein Kaffehaus. Der Schaffner läßt nicht locker, Publikum sammelt sich an, ein Wachmann erscheint. Der Kolporteur gibt, um loszukommen, dem Schaffner 24 Groschen. „Ka Kanten bsauch' i nimmer! Sö könnens Jhna g'haitten!" Der Schaffner hat aber de« Schein schon kupiert in der Hand. Nimmt die 24 Groschen, zerreißt würdevoll den Schein und wirft die Papierstückchen weg. Der WachmanH zum Schaffner: ,Jietzt zahle«'s zwa Schilling Urdnnng! Ma #eEf la Papierl net wegschmeiß'n!" Stürmischer Beifall des Publikums. * Baron Louis Rothschilds jährliche 1000-Pstuck-Spende für de» Keren Hajessod. Wir haben bereits am Montag übe« die 1ö1P-Pfund-Spende des Barons Louis Rothschild an den Keren Hajessod mit der Widmung für die landwirtschaftliche Versuchsstation berichtet. In Ergänzung unserer Mitteilung erfahren wir, daß Baron Louis Rothschild seine Spende dem gsschäftSführenÄen Präsidenten des Keren Hajessod für Desterreich, Herrn Direktor Sigmund Epler in Wien, übergeben hat, welcher den Scheck an «das Hauptbureau des Keren Hajessod in London weiterleitete. * Eröffnung einer Mütterberatungsstelle, In der Wohnhausanlage. 3. Boz., Kaisermühlendamm, wurde am 20. d. sine Mütterberatungsstelle eröffnet. Der gleichfalls dort unter gebrachte Kindergarten wird kn September in Betrieb ge» setzt werden. * Das Radio im Dienste der Kriminalistik. Vorgestern nachmittags wurde dem Fabrikanten Emil Wysz aus Maria- Lanzendorf im 4. Bez., Therefianumgasso, ein Fiatauto im Werte von 13.8 0 0 S. gestohlen. Er erstattete die Anzeige im Sicherheitsbureau und dieses ließ sofort im Wege der Ravag die Nachricht über den Autodiebstahl verlautbaren. Der Gendarmerieposten Bvuck a. d. L. verständigte gestern vormittags das Sicherheitsbureau, daß infolge der Verlautbarung durch Radio Wien das Auto dort angohalteu und der Dieb, der Automechallikerlehvling Fmnz S ch w i n g e n s ch l ö g e l verhaftet wurde. Wegen Verdachtes der Diebstahlsteilnehmung wurde der L4jähvige Chauffeur Quirinus Salz mann'aus Graz verhaftet. »estohlen. einer in Wien ansässigen Feldmauschalleutnantswitwe in der Atüblbruunenkolommde in Karlsbad eine große, bvaunlederne Handtasche mit Juwelen im Werte von 10.000 ©., darunter Perlvuschnüre, Brillant- und Perlenohrgehänge, Ringe, ' " ' wurde der auf eine Hab . . Perlen, die der Dieb iveageworfen haben will, wurden alle-gestohlenen Juivelen zustarrdegeb rächt. * Ertrinkungstod bei der Arbeit. Der 23jährige Hilfsarbeiter Johann Kriwanek ist vorgestern beim Verladen von Holz unweit des Holzplatzes der Wihoko an der Brigittenauer- .. .,. . .Brigitten«uerlande in den Doirankanal gestürzt und ertrunken; seine Leiche tonnte nicht geborgen werden. * Benzinexplofionen. Firma Opel u. Bey' srraße 6, ereignete sich ges explosion. Während der Untersuchung eines Autos expl, plötzlich die in dem Benzinbebälier dieses Autos befindlichen fünf Liter Benzin. Die Fensterscheiben des Raumes gingen in Trümmer, dos Auto begann zu brennen und würbe gleich einigen anderen beschädigt. Der Brand konnte bald gelöscht werden. Bei der Explosion erlitt der Löjähvige Monteur Karl L n b e S Bvandwutchen im Gesicht und an der Hand. — Eine zweite Benzinexplosion erfolgte gestern in der Wohnung dev Privaten Anna Walter, 15. Bez., Wickhoffgasse 17^In der Wohnung stand ein mit Benzin gefülltes Gesäß m derMhe des geheizten Gasherdes mw explodierte infolge der Einwirkung der H tzi' plötzlich. Dabei erlitt Frau Walter leichte Brandwunden aai rechten Unterschenkel; ihre 15jährige Tochter wurde vor Schreck von Nervenkrämpfen befallen. WWMWMW iMZliliWMUWWMUW liwpnsl minnpnnsmaii MlttWINIZÜiW!- ‘Tiiraiir WMIMMMMMIRMMM Sie Aursase der Renegaten. VeddilanMvlnVexgS Erzählungen über GchwarMrthS Attentat. Die vevschieVentllchen Fabriken zur Erzeugung von Zeugen und üblen Leumundsnoten gegen Schalom Schwarzbarth sind in vollem Betrieb. Sie achesien mit Hochdruck und scheuen steine Kosten. Die Zeugen- und.Jndizienerfinder sind gut fundiert, das Betriebskapital stießt ihnen von allen reaktionären Zentralstellen diesseits und jeweils des Großen Ozeans in reichlichem Maße zu. Au dem Feuer der Affäre Schwarzbarth wollen die Feinde der Demokratie und der historischen Wahrheit aller Nationen ihre schon arg sauer gewordene Suppe kochen. Die ukrainischen Naitiona'listen möchten bei diesem Anlaß ihren in letzter Zeit bereits sehr lax gewordenen Anhang auspulvern und zu neuen Vergeltungsmorden aufreizen, dabei aber auch die politische öffentliche Meinung der Welt für sich günstiger stimmen. Die russischen Monarchisten unterstützen diese Kampagne schon deshalb mit Wonne, weil eines der.wichtigsten Kampfmittel gegen Schwarzbarth die Behauptung ist, daß er als Emissär der Bolschewiken gehandelt habe. Tie deutschen, ungarischen, amerikanischen und sonstigen Hakenkreuzler und Nassen schütz lcr aber begrüßen den Fall Schwarzbarth als gute GelegLnhcit, gegen den Juden und über ihn hinweg gegen die Juden überhaupt eine neue Universalhetze zu inszenieren. „Schwarzbarih ist Jude!" „Ter Jude Schwarzbarch ist Bolschewik!" „Tie Juden sind Bolschewiken, die Juden sind rachgierige Mörder!" „Tie Juden müssen ausgeroltot werden!" Das ist die Jdcenietie, die sich durch die Aktionen der vereinigten antisemitischen Genossenschaften zieht. Für alle diese^Thesen werden Zeugen gesucht. Am gesuchtesten aber sind Zeugen, die beweisen sollen, daß Schwarzbarth nicht aus nationalem Leid, verfolgt von den Geistern der tausende seiner unschuldig von Petljudas Banden hingeschlachteten Volksgenossen sich zu seiner. Tat habe Hinreißen lassen, und dafür, daß Petljura gar kein Inden feind gewesen sei, über die Pogrome tiefes Herzeleid empfunden habe und die Pogrome überhaupt jüdische Mache waren. Und die. Zeugen finden sich. Sie finden sich auch diesmal in der Gesellschaft derer, bei denen Zeugen für unwahre Behauptungen stets zu finden waren: bei den Ue be rlä ufe r n. Einen solchen Zeugen hot das gegen Schtvarzbarth organisierte Zentralbureau endlich geifangen. Es ist der emeritierte Kommunist Badijan, der, wie wir bereits 'berichteten, gegenwärtig in Berlin weilt und dort antikommunistische Reden hält. Das ist ss der richtige, brauchbare üble Leumundszeuge gegen Schwarzba rth. In der letzten Nummer der in Berlin erscheinenden russischen Zeitung „Rul" macht dieser ’ unsichere Kantonist sogenannte Enthüllungen" über Schwarzbarth. BMjan behauptet, er habe in der Moskauer T s ch e k a Dokumente gesehen, die einen Zusammenhang zwischen den Moskauer Kommunisten und Schwarzarth Herstellen. Er will auch nach Paris bestimmte Briefe gelesen haben, in denen den kommunistischen Agenten Geldbeträge versprochen wurden, um ihnen die Flucht nach Moskau zu ermöglichen. Badijan erzählt weiter, in Paris bestehe eine ukrainische kommunistische Maffia, die mit den Komintern in Verbindung .sei und die sich ihrer Aufgaben durch Terrorakte zu entledigen habe. Badijan „hat gesehen", „hat gehört", Badijan weiß usw. Aber Badijan vermag auch nicht eine seiner Behauptungen zu belegen. Wie anders fundievi sind die Behauptungen der Verteidigung-Schwarzbarths. Protokolle über die Pogrome, Befehle Petljuras und seiner Barrdenführer, die ganze große Zahl jüdischer Gräber, die vielen hundert jüdischen Pogromwitwen und -Waisen, unter denen sich auch nahe Verwandte Schwarzbarths befinden! Sind das nicht gemig psychologisch erklärbare Motive für die Tat Schwarzharths, auch wenn man noch so sehr den Mord als VergeltungSmittel verwirft? SclMmezbavths Vevteidtfter km Sftttfefattfe. Der Pariser Advblat T o r r e s, der Verteidiger des Schalom Schwarzbarih, welcher den ukrainischen Pogromhetman Petljura erschossen hat, ist, wie I. T. A. berichtet, in Moskau cingetroffen. In Begleitung -des schon gestern aus Paris hier eingetroffenen französischen Journalisten Leeoche begab sich Herr Torres zunächst nach Charkow, von wo er eine Anzahl Städte, die der Schauplatz der grausamsten Jude «- Pogrome ivaren, besuchen wird, um ein Bi!d von den Vorgängen zu erhalten und Materialien über den Umfang der Pogrome und über die Urheber der bestialischen Ausschreitungen zu sammeln. In einem Gespräch sagte Herr Leeoche, er sei von der Liga zur Verteidigung der Menschenrechte, an deren Spitze Henry Barbusse steht, nach Rußland entsandt worden, uni die Wahrheit über die Pogrome sestzustellen. Schwarzbarih ist kein Bolschewik, fuhr Herr Lecoche fort, vor einigen Jahren hat ihm die Sowjetregierung die Erlairbnis zur Einreise nach Rußland verweigert. Es handelt sich bei seiner Tat um einen Racheakt aus unwiderstchlichem Drang. Schwarz>barth hatte kein Interesse, einen Bolschewikengegner zu treffen; er erschoß den Urhe'ber und Organisator der Judenpogrome. Meder zionistenverhastongen in Rvtzland. Riga, 24. August. (I. T. A.) In Moskau wu«dßN neuerdings Angehörige der Organisation Hechal-pz verhaftet. In mehreren Städten der Provinz wurden zahlreiche' Slngehörige der zionistisch-sozialistischen Bewegung in Haft ge» r.pmmer Die Elektrifizierung PalMmu. Bernhard Baron erwirbt für 100.000 Pfund Rutheuberg-Aktte«. London, 24. August. Der jüdischen Telegraphenagenltrn: wird offiziell mitgeteitt, daß der bekannte Londoner Mllionär und Philanthrop Bernhard Baron Wtten der von Ingenieur P. Ruthenberg begründeten Palestine Electric Corporation i« Betmge von 10 0.000 Pfund käuflich eMorHev hat. Bekanntlich hat auch die Leitung de^ finan-iellen Organs ‘ der amerikanischen ntchtziorristischen PalästEnafreunde, die Palet stine Economic Corporation, vor einiger Zeit beschlossen, eine , hohe Summe in das Werk der Palestine Äkectine Corporation zu investieren. Demnach ist ^zu erwarten, daß ifier große Ruchenberg- Plan der Errichtnmg von Stauwerken in den Jordan-Wasserfällen und der Pevsovtzung Palästinas und zum Teil auch der angrentzenden Gebiete mit Kraft und Licht der-schnellen V e r w i r k l i ch u u g entgegengeht. Die Wische« Kriegsfreiwilligen vor dem Srsbe der «nbekanme» Soldaten in Paris. Die jüdischen Kriegsfreiwillügen vevanstalteten, tvie bereits mitgeteilt, am 12. Jahrestage ihres Eintrittes in die französische Armee, vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten in Paris eine Feiier, die sich nach dem Berichte der I. T. A. zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestattete. Mehr als 1000 Mische Bürger von Paris wohnten der Feier bei. Die Funktionäre des Freiwilligenverbandes, die Herren Meir N i s f e n b a u m, Bane und Rothburg, sämtliche Invalide und Kriegsdekorierte, lchten einen prachtvollen Kranz mit der Jnschvift „Die jüdischen Freiwilligen ihren teuern unbekannten Kameraden" ans das Grab, Die Anwsenden verharrten einige Minuten in regungslosem Schweigen. Hieraus wurde die Ehrenflamme angezündet, womit die Feier zu Ende war. In mustergültiger Ordnung marschierten die jüdischen Freiwilligen, unter ihnen zahlreiche Kriegskrüppel, zurück in ihr Quartier. * Die Scharlachepidemie in Warschau. Wie uns ans Warschau berichtet wird, nimmt die dortige Scharlachepide-mie, deren Ausbruch wir gestern gemeldet haben, große Dimensionen an. In den Warschauer Spitälern sind bisher etwa 700 Betten mit Scharlachkranken belegt. Dem Vernehmen nach ist beabsichtigt, wenn die Epidemie anhält, in einer Anzahl von Schulen Spitäler zu errichten. * Der allmächtige Polizeikommissiir. Aus Lemberg wird uns geschrieben.' Bor einiger Zeit saß der Privatbeamte Wenkler in Gesellschaft einer Dame im Schottischen Cafe in Lemberg. Gegenüber übte seinen Detektivblick ein Polizeikommissär, dessen Name von den Behörden geheimgehalten wird. Der Beamte wollte l'ich M« Fixierung seiner Begleiterin nicht gefallen lassen und es ifiom zu einem Rekontre zwischen Weukler und dem Kommissär. Ein Pfiff des Kommissärs und schon erschienen einige Wachleute, die Wenäler verhafteten. Nach 14 Tagen wurde die Mutter Menglers verständigt, ihr Sohn sei wegen Wahnisinuanfalles in Verwahrung genommen worden und werde jetzt der ^häuslichen Pflege" übergeben. Aber in welchen: Zustand! Mit genau 32 (von insgesamt 84) zerbrochenen Rippen. Nackt war Wenkler in die Zelle gesetzt und so zugerichtet worden. Nach einigen Tagen ist der arme Beamte seinen Verletzungm erlegen. Die Sache hätte totgeschwiegerr werden sollen, ein Journalist erfuhr aber davon und stellte selbst Erhebungen an. Schließlich schickte Warschau derc Polizeiinspektor L u d w i k o v s k i, der die Untersuchung einleitete rmd die Leiche exhumieren ließ. Ein Polizeikommissär wurde usveudiert (der Name bleibt Geheimnis), der Verwalter des politischen Gefängnisses, Koreeki, und zwei Wachsoldaten wurden verhaftet. * Vater und Sohn ermordet. In der Nähe des Städtchens Neeaciumi erschlug, wie I. T. A. berichtet, der Bauer Petre Dobisch im Verlaus eines Geschäftsstrsits den jüdischen Getreidehändler Eli Abramovicl und dessen Sohn Josef mit einem Holzscheit. Solche und ähnliche Fälle, wo Bauern ihre jüdischen Geschäftspartner ermorden, sind aus die euzistisäie Propaganda zurückzuführen. * Explosion einer Schrapnelluhr. Am Gutshof in D r oh o w i e z bei Mikolajew am Dniestr ereignete sich ein tödlicher Unfall durch die Explosion einer alten Schrapnelluhr. Zwei Gutsknechte fanden am Feld eine Schrapnelluhr und nahmen sie in die Scheune mit. Durch nnvorsimtiges Hantieren explodierte die Uhr und tötete einen der Knechte auf der Stelle, wogegen der andere sofort nach seiner EinliefeMNg in das Spital sin Stryj starb. * Ein ,,Antiteeist". Ein gewisser Bedrow macht gegenwärtig eine Rundreise im Kaukasus, um in Borträgen voll »und Leidenschaft das Volk gegen den — Tee aufzuwiegeln; ee ist nämlich nach seiner Überzeugung, die er auch andern beizubvingen sticht, das schädlichste, vielleicht sogar das giftigste aller Getränke. Auch auf die politische Ueberzeuguitg scheint der Tee einigen Einfluß anszu.üben: Bedrow bchauptet, daß er eure der Hanvturfachen der Degeneration des russischen Bürgertums (!!) sei. Dazu kontml, daß die narkotischen Wirkunaett des Tees nicht nur für das Nervensystem gefährlich sind, sondern auch die Harmome in der Ehe stören. Da nun Bedrow ankündigt, daß er demnächst seine antiteeistische Propagaitda mit vevscharsten Mitteln fortsetzen werde — vielleicht wird er schießen oder die Teeplantagen in Brand stecken — haben sich die „Teezüchter" zu einer Gegenoffensive znsammengetan. um au Hand ärztlicher Gutachten zu 'wbeifert, daß der Tee ein geradezu ideales Getränk rlNd Bedrwv ein unveva-ntwortlicher Hetzer sei. * Blaue Ammern. .In den HitdsonkanAen Brooklyns scheinett die früher zn den größten Seltenheiten gehörenvau blauen Hummern sich vermehrt zu haben. Dem Now»Vorwv Aquariunl sind dieser Tage vier über 30 Zentimeter groß« tummern mit tiefblauer Farbe eingeiicfert worden. Zwei dieser xemplare werden im Anstausch an fremde Aquarien abgegeben iverder». Bisher war überhaupt nur der Wissenschaft «in Exemplar dieser seltenen Tiergattung bekannt, das -vor einigen Jahrzehnten im New-Aovker Aquarium war und sich mrr wenige Wochen am Leben gehalten hat.