Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2697 (26.8.1926)
- Date
- 1926-08-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Wen, Dvnnerstag mentt SB. MM um M. um E Reifeburean btt Hamburg.Amerika.Linie. Berka,rf von SchifiS-, Eisenbahnnnd Schlafwagenkarten für In- und Ausland, Flugscheine. Auskünfte Über Hotels, fachmännische Veranstaltungen von Gesellschafts, und Vereinsfahrken. Geldwechsel. Bureaustunden rmnnterbrochen von 9 bis 5 Uhr nachmittags (Samstag von 9 bis 2 Uhr), Wien, 1. Bez., Karntnerftraße 38. Mae md Kunst. Schalom Welchem auf der polnischen Bühne. Aus Lemberg wird uns geschrieben: Im hiesigen Theater Bagatela wurde durch ein Krakauer Ensemble unter der Regie von S t e f a n s k i das Stück von Schalom Alejchem „Schwer zy san a Jud" in polnischer Uebertragung ausgeführt. Der Regisseur Stefanski sowie die Charakterdarstellern, Grabowska gaben die Haupirollen; den Schauspielern R e w s k i und Brzezinski gelang die Darstellung der beiden Studenten, die ihre Lebensrollen tauschen. Hamsun-Uraufführung in Heidelberg. Aus Heidelberg wird uns geschrieben: Die Heidelberger Fesrspiele klangen mit der Uraufführung von Knut H a nt« s u n s „Munken Vendt" aus. Dieses Frühwerk .Harnsuus ist eine undramatische Szenenfolge, der es Wohl nicht an Spannungen, aber an straffer, bühnenwirksamer Zusammenfassung mangelt. Die Gestalt Munken Vendts, des Urwüchsigen, des Jägers, der mit Gott hadert und den heidnischen Pan im Herzen trägt, ist eine echte Hamsun-Schöpfung, geboren aus tiefster Natur- und Weltverbundenheft. In diesem langen Stück aber, zu dessen Aufführung über fünf Stunden notwendig sind, wirken nur einzelne Szenen, so die, in der Munken Bendt der Gesellschaft gegenübertritt. den hochmütigen, reichen Adeligen, dem dummkindhaften Lappen, dem pietistischen Volk. Daß die Beziehungen zu den verschiedenen Frauen, die Munken Vendt auf seinem Lebenswegbegleiten, interessant sind, ist :n einem Werk Knut Hamsuns heute schon selbstverständlich. An dem schauspielerischen Erfolg des Stückes nahmen der Regisseur Hartung, ferner Heinrich George als Munken Vendt, Albert St ein rück als Herr Didrich und Gerda Müller als Jselin teil. Au» den Lheatern. Volksoper. Samstag findet cine Aufführung der Opern .Cavalleria rusiicana* und „B a s a z z o* statt. Die im Vorverkauf gelösten Karten für die bisher abgesagten Vorstellungen ,T a n n h ä u i e i", „Cavalleria“ und „B ai a z z o* aut der Hoben Warte haben für die Samstagvorftellung Gültkgke't. müssen jedoch an der Tageskasse der Voltsoper bis spätestens Samstag den 28. d. um 5 Ubr nachm trag« umgetauscht oder rückgelöst werben. Beginn der L'orstellung l/28 Uhr. Dienstag den 61. d.. 7 bhr. „D i e Fledermaus*. Im zweiten Art große Konzerteinlage. D e u 11 ch e s Volkstbeater. Morgen erlangt zur Erinnerung an Goethes Geburtstag „I obige n,e auf Tauris* zur 'Aufführung. Samstag Erstaufführung des Lustspieles „Figuranten* von Andrs Brr a b e a u. a t m u n d - T h e a l e r. .Donnerstag den 2. September Uraufführung des Alt-Wiener Singspieles „Das Schwalbei.- u e i," von Ernst Mari 1 chka und Bruno G r a n i ch st ä d t e n. Theater rn derZoiefstadl. Heute zum 25. Male „M o n s r e u r Helene* von Siegftied Geyer und Paul F r a n k. Morgen Erstaufführung des Lustlvieles „Gefallene Engel* von C o w a r v. Bürgertheater. Edmund E y s l e r s neuestes Werk „Da sLand der Lrebe" gelangt Freitag, */98 Uhr, zur Uraufführung. Jede 3 0 0. B e s u ch e r r n der Operette erhält a s Prämie emen wertvollen kosmetischen Artiket. L u st I p r e t t h e a t e r. Als nächste Novität wird die in Holland mit Erfolg sjeipiette Komödie „E v a L o n h e u r* von Hermann H e y e r m a u s. oeutsch von Else Olten, vorbereitet. Die Hauptrolle wirb von Johanna Sann dargestellt. Tie Erstaufführung finoet Dienstag den 61. d. statt. A v o t l o t h e a t e r. Die eiste Nachmittagsvorstellung findet Sonntag um 6 Uhr nachmittags zu kleinen Preisen mit vollständigem Eiüffnungspiogramm statt. Tagung des internationalen Autorenkongresses in Polen. Wie aus Warschau gemeldet wird, findet dort Ende September ein internationaler Autorenkongreh, ivelcher vom Verbände der Association literiare et artistque internationale Paris alljährlich organisiert wird, statt. Auf Veranlassung der Ministerien für auswärtige Angelegenheiten und Kultur wurde ein spezielles Organisationskomitee gegründet, an dessen Spitze der bekannte Schriftsteller Zenon Przesmycki steht. Habimah beginnt ihr Berliner Gastspiel am 1. Oktober im Theater am Nollendorfplatz. Thaw als Schriftsteller. Aus New-Aork wird uns berichtet: Harry K. Thaw, Millionär und Mörder des Architekten White — des ehemaligen Liebhabers seiner Frau, der bekannten Tänzerin Evelyn Nesbit — dessen Mordprozeß und Unterbringung «n einem Irrenhaus, aus dem er erst vor kurzem entlassen worden ist, in Amerika seinerzeit ungeheures Aufsehen erregte, ist unter die Schriftsteller gegangen. Sein Buch beißt „The Traitor", wird von Dorrance u. Company in Philadelphia verlegt -und schildert sein Leben. „Ich hatte nie den Ehrgeiz, Schriftsteller zu sein; dies Buch aber mußte ich schreiben." Birgils 200vster Geburtstag. In Italien werden bereits jetzt Vorbereitungen für das Virgil-Fest getroffen, das im Jahre 1930 anläßlich der 2000-Jahr-Feier der Geburt des großen. Dichters abgehälten werden soll. Virgils Geburtsstadt Mantua, und Neapel, wo sich sein Grab befindet, werden weihevolle Feiern veranstalten. In Mantua wird für den 15. Oktober 1930 die Enthüllung eines Nationaldenkmals vorgesehen, in Neapel wird die Wiederherstellung k-cs Birgilschen Grabes in der Grotte des Posilippo angekündigt. In Rom soll ein „Virgil-Park" entstehen, in dessen Mitte sich der Obelisk erheben wird, der vorläufig rwch unter denr PalaM Giustiniano vergraben liegt. Eine Abordnung von Archäologen hätte bereits, wie versichert wird, den Ort, wo sich das Postament des Obelisken befindet, genau bestimmt. Schließlich soll d'Annunzio ein „Monumentalschauspiel" zur Verherrlichung Roms und Italiens für diese Gelegenheit .fertigstellen. Bereit», Sotlrtfle nnO Dersa««Imigea. Zionistische BezirkSsektton Brigittenau Heule nm 8 Nbr abend? Ansicht,ßsitzung. Die Zionistische Bezirkssektion Brigittenau veranstaltet in ivrem Hrtm -0. Bez.. Ggerstraße 60. mniiß.ich o-r hohen Ferertage emeu Gottesdienst. Die restlichen Sitze sind allabendlich von 7 MS 0 Uhr «»fiÄttNA Hebräisch« Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, für Kinder und Erwachsene werden von der ztontstt, chen Bez i r k 8 s e t t i o n d e S 9. Bezirkes am 1. September eröffnet. Einschreibungen täglich (Freitag und Samstag geschloffen) von 6 bis 7 Uhr abends nnd Sonntag von 11 bis 12 Uhr vormittags. im Sektion-lokal, 9. Bez.. Liechtensteinstraße 11/13. Serichtsfml. Sie Rechtsanwaltrkammern gegen die Herabsetzung Ser ffebenWrigen Borberettnugapraris. Im Mai 1926 hatte der Verein der Rechtsanwaltsan- Wärter an die politischen Parteien des Nationalrates ein Memorandum wegen Herabsetzung der siebenjährigen V o r b e r e i t u n g s p r a x i s z u r Advokatur auf fünf Jahre gerichtet. In diesem Memorandum wurde die Befürchtung der Rechtsanwälte, daß durch eme Herabsetzung der Vorbercituugspraxis die Ucberfüllung des Rechtsauwaltsberufes noch.erheblicher würde, als unbegründet bezeichnet, weil sich die Zahl der Rechtsanwaltswärter meist beträchtlich vermindert und nur in wenigen Fällen unwesentlich erhöht habe. In Wien beispielweise hat es im Jahre 1914 581 Anwärter gegeben, während es im Jahre 1925 mir 441 gab. Als iim Jahre 1866 an Stelle der bis dahin dreijährigen Vorbereitungszeit die siebenjährige gesetzt wurde, geschah dies in der Absicht, den Uebcrgang von der bis dahin in Geltung gestandenen staatlichen Erneunung der Advokaten zur freien Advokatur nicht allzu schroff zu gestalten. Alle bisherigen Versuche der. AdvokaturskonH'.pienten,, dieses Provisorium zu beseitigen nnd die Bovbereitungspraxis wieder herabzusetzen, scheiterten an dem Widerstand der Advokaten. In dem Memorandum.wird ferner ausgeführt, daß es übertrieben sei, von einer Ueberflutnng des Auwaltstandes zu sprechen. Die Sperre der Aufnahme in d:e staatlichen Jttstizberufc und in private Stellungen sei nur vorübergehend. Zu diesem Memorandum der Rechtsanwaltsauwärter haben die ö st e r r e i ch i s ch e u R e ch t sa n wa l t s ka mm e r n Stellung genommen. Die Wiener Kammer hat in einer an das Justizamt gerichteten Eingabe darauf hingewnsen, daß nicht die Zahl der Anwärter, sondern die der Bevölkerung und das Anwachsen der Anwälte in: Verhältnis zur Bevölkern ugszahl maßgebend sei. Dies ergebe sich klar aus der amtlichen Statistik. So gab es beispielsweise in Oberösterreich im Jahre 1914 be: 853.000 Einwohnern 76 Anwälte, im Jahre 1925 bei einer Einwohnerzahl von 876.000 137 Anwälte; in Salzburg im Jahre 1914 bei einer Einwohnerzahl von 215.000 30 Anwälte, im Jahre 1925 bei 223.000 Einwohnern 49 Anwälte. Gegen ein weiteres Antvachsen der Zahl der Anwälte durch Verkürzung der Vorberc» tuugspraxis müsse daher die Kammer e n t s ch i e d e n Stellung nehmen. Diesem Standpunkte haben sich sämtliche Anwaltskammern angeschlossen. »olkswirt. Kr Auswertmig ln Leutschlaad. Eine DmchsührmiWmordmmg Wer bk Aufwertung von Wmdbrksm und Schuldverschrekbnngen. Das ReichSgeseWitt, Teil 1, Nr. 51, Vvm 6. d., das voü der Reichsdruckerei in Berlin unmittelbar oder im Buchhandel bezogen werden kann, enthalt eine Verordnung des Reichsmin isters der Justiz vom 28. Juli d. I. über die weitere Durchführung der Aufwertung von Pfandbriefen und verwandten Schuldverschreibungen? Der Artikel 5 der Verordnung, die bereits am 1. d. in Kraft getreten ist, setzt Ausschlußfristen für die Anmeldung von Austvertungsansprüchen aus Pfandbriefen und verwandten Schuldverschreibungen fest. Die Fristsetzung, die im Gesamtinteresse der Gläubiger geboteir erschien, ist für zwei Fälle vorgesehen, nämlich dann, ivenn die.Auswertung trotz Einlösung der Pfandbriefe auf Grund eines Vorbehalts der Rechte begchrt wird, sowie dann, wenn im Falle des Umtausches dieBerücksichtlgungmit dem Goldmarkwert der alten Pfandbriefe verlangt wird. Ter erwähnte Artikel 5 der Verordnung vom 28. Juli d. I. hat folgenden Wortlaut: 8 1. 1. Der Anspruch auf Auswertung eines Pfandbriefes aus Grund Vorbehalts der Rechte (§ 49, Abs. 1 des Aufwertungsgesetzes) ist zur Vermeidung des Verlustes bis zum 30. September d. I. bei der Hypothekenbank auzumelden und, falls die Hypoihekenlbanik den Anspruch nicht auerkenut, bis zum 31. Oktober d. I. gerichtlich geltend zu machen. Geht das Anerkenntnis dem Gläubiger nicht bis zum 15. Oktober zu, so kann die Hhpolhe'kenbauk nicht einwcnden, daß sie dem Gläubiger zur gerichtlichen Geltendmachung, des Anspruches keinen Anlaß gegeben habe. 2. Hat der Gläubiger seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt außer Europa, so tritt an die Stelle des Terniins vom 30. September d. I. der 15. Novemder d. I., an die Stelle des Termins vom 15. Oktober p. I. der 30. November d. I. und an die Stelle des Termins vom 31. Oktober d. I. der 31. Dezember d. I. 3. Sind Anmeldungen vor dem Jnkrafttrvien dieser Verordnung bereits bewirkt, so bedarf es einer Wiederholung der Anmeldung nicht. Die Notwendigkeit tzine gerichtlichen Geltendmachung des Anspruches gemäß Abs. 1, 2 wird hiedurch nicht berührt. §2. In: Falle des Umtausches (Artikel 80 der Durchführungsverordnung) ist der Anspruch auf Berücksichtigung des Goldmarkbetrages der alten Pfandbriest, falls er von der Hypothekenbank nicht anerkanut wird, zur Vermeidung des Verlustes bis zum 31. Oktober d. I. gerichtlich geltend zu machen. Gcht das Anerkenntnis dem Gläubiger nicht bis zum 30. September d. I. zu, so kann die Hypothekenbank nicht einwenden, daß sie dem Gläuiger zur gerichtlichen Geltendmachung des Anspruches Anlaß acgcben habe. § 3. Tie Vorschriften der Paragraphe 1 und 2 finden auf die in den Paragraphen 41 und 42 des Hypothekenbankgesetzes bezeichneten Schuldverschreibungen entsprechende Anwendung. Raubanfall auf einen Taubstummen. Tie Hilfsarbeiter Franz nnd Leopold Gedl, 22- und 23 Jahre alt, sowie der 18jährige Schnhmacherlehrling Franz 2. ch e u I ch hatten sich gestern vor den Geschworenen des Landesgerichtes 2 wegen Verbrechens d e s R a n b e s zu verantworten, Leopold Gedl auch wegen Hausfriedensbruches, Schenlch wegen Diebstahls nnd .Betruges. Die Brüder Gedl nnd Schenlch zechten in Gesellschaft der Köchin Therese Platzer und deren Schwester am 14. Juni nachts m einem Gasthause, wobei sie den taubstummen Anton Pampl kennen lernten. Ans bem Heimwege fing Schenlch mit dem etwas berauschten Taubstummen Street an, und Leopold Gedl warf Pampl zu Boden. Während Leopold ihm beide Hände hielt, nahm ihm Franz Gedl Uhr samt Kette und Bargeld weg; Scheulch preßte dem Wehrlosen ein Taschentuch auf den Mund. Scheulch hat seinem Meister überdies zwei Paar Schuhe gestohlen. Denk Leopold Gedl wird zur Last gelegt, am 9. Juni gewaltsam in die Wohnung der mit ihm verfeindeten Näherin Marie Chmeliczrk ^ngedrungen, ein offenes Messer gegen sie gezückt nnd gerufen zu haben: „Heute werden Sie ausbeinlt!" Sicherheilswache verhinderte weitere Gewalttaten. Des Raubes sind die drei Angeklagten im wesentlichen geständig, Leopold Gedl bestrüitet, die Frau mit denr Messer bedroht zu haben. Als Dolmetsch für den überfallenen Taubstummen amtliert Frau Helene Chuda. Sie ist gerichtlich beeidet, ihre Kenntnisse der TaWstummensprache hat sie sich dadurch angeeignet, daß ihre beiden Eltern taulbstumm waren, es ist also die Zeichensprache — wie Frau Chuda selbst sagt — gleichsam ihre Muttersprache. Nach dem Verhör der drei Angeklagten wurde ihr Opfer Anton Pampl als Zeuge einvernommen. Seine Einvernahme gestaltete sich sehr schwierig, weil Pampl weder lesen noch schreiben kann und überhaupt von geringer Intelligenz zu sein scheint. Er schilderte mit lebhaften Gebärden, wie übel ihm von den Angeklagten nütgespielt worden war. Im Laufe des Belveisverfahrsns trat der Staatsanwalt bei Leopold Gedl von der Anklage ans das Verbrechen ^des Hausfriedensbmches und bei Scheulch von der Anklage auf Uobertretung des Diebstahles zurück. Auf Grurrd des Verdiktes der Geschworenen, die die Hauptsrage auf das Verbrechen des Raubes sowie die meisten Nebenfragen bejahten, verurieilte der Gerichtshof Franz und Leopold Gedl zu je 18 Monaten und Franz Scheulch zu e»nem Jahre schweren Kerkers. Bei sämtlichen Angeklagten wurde Wer Bftte der Geschworenen das außerovdentliche Miwemmgsrecht angeweüdet. Hie «euen Baulose. Am 6. Septeniber wird der Prospekt über die neuen Baulose.ausgegeben werden. Die Bauloseemission 1926 umfaßt sechs^ Millionen Schilling Nominale, zerlegt in 600.000 Stück zu Nominale 10 Schilling. Ter Emissionspreis wird 15 Schilling betragen. Von der Emission übernimmt das Bankenkonsortium 300.000 Stück fix zun: Eniissionspreis von 15 Schilling Pro Stück,-die andere HäLfte wird'dem' Publikum angeboten werden. Der große Erfolg der Baulost 1925 läßt es als sicher erscheinen, daß. die neue Emission restlos beim Publikum placiert werden wird, eine besondere Propaganda wird mit Rücksicht auf das große Interesse, das schon jetzt der neuen Emission enitgegengebracht wird, nicht entfaliet werden. Die Ziehungen werden am 1. Februar und 1. August jedes Jahres stattfinden. Der .Haupttreffer beträgt bei der Februarzichung zwei Milliarden, bei der Augustzichung anderthalb Milliardn Krollen, der kleinste Treffer 17 Schilling. Herabsetzung der JIrkontrate der Ungarischen Nationalbank. Bon 6*A* auf 6 Prozent. Aus Budape st, 26. d., wird uns »telegraphiert: Der Generalrat -der Ungarischen Nationalbauk hat in seiner gestern abgehattenen Sitzung beschlossen, die Diskontrate von 6Vs auf 6 Prozent zu ernräßigen. Dieser Beschluß wirkte infolge seiner Plötzlichkeit sensationell, obwohl die herrschende Ge'ldflüssigkeit in BuLmPest ihn als vollauf berechtigt erscheinen läßt. Die Herabsetzung des Zinsfußes wurde mit Rücksicht ans die Finanzierung der Ernte sowie im Hinblick darallf verfügt, daß die anhaltenden Geldvsstrte des Auslandes zu viel niedrigeren Sätzen, als solche auf dem Privatdiskontmarlt in Geltung waren, erfolgten. Das euroPSische Eisenkartell. Die Haltung Belgisns. Aus Paris wirb telegraphiert: „Echo de Paris" erfährt aus Brüssel, daß der gestrige M i n i st e r r a t in der Frage des europäischen Eistnkartells beschlossen habe, auf die belgischen Industriellen offiziös im Sinne einer Einigung über die Aufteilung desgbelgischen Produttionskontingents einzuwivkeu. Im übrigen rechnet man damit, daß eine neue internationale Zusammenkunfi noch vor Mitie September stattfinden werbe.