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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-25 · Heft 2696 (25.8.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2696 (25.8.1926)
Date
1926-08-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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m. m> Mw. MMvSch Wtemr MorMiWttsm 85. August 1626 WM« Wien» Sö. August * Lat v««»ttU SGM m tttttiit» PerschlagM, um tarttit «an durch dar «SWiche Wien. Li« smmrMchr Orstzstadthitz«, die UMt in einer Zeit, -re Vee Bsschsußichksik und Ruhe gewidmet werden sollte, zwischen Urlaubsgrützen, die ittdn morgens liest» damit sie einem noch zu Mittag den von Ruß. Kahle und Oechgsstanl „belegten" ApMt Sollend« ver. derben, und schließlich das „im allgemeinen" nicht zu leichte Loden — zermürben, so -äß man gerne einmal Auslucht zur Wen, duEen Rächt nimntt, die schon die Misen. gsschmackvollen Griechen „EUPchrone" — „die schöne (gM Gedanken AuSlösende" nannten. Die klugen Hellenen, sie wußten, daß Torkeln zur Nachtzeit nicht niitzlos fa!N könne . . „ 0B nun die Wolken duttchf auf deiner Seele laste,t oder bestirnter Htmmel — je nachdem -ich philosophisch oder sentimental stimmt — der Nacht wohnt eine wunderbare, schöpferische Kraft inne. Da man nun fett kurzem dem Wiener Ring durch allzuviel wohltätiges Licht die Nackt geraubt hätte; sind die NachMebhaber gezivungen, tu Me Üußereü Bezirke zu flüchten, so um den Gürtel herum, wo die Nacht zu Hause ist und mit ihr die Gefahr nmherschleicht. Das heißt, gerade dieses alte Kindervornrteil soll hier bekävtpft iverden . ^. So ruhig wie um den Gürtel ist es selten in der Inneren Stadt und sittsamer kann man nicht . . . Die paar eleuden Frartengestalten, die herumstehen und tuscheln, benehmen sich weit anständiger und ruhiger, als die damenhaften Kokotten der belebten Stadtstraßen. In diesen Vorstadtcafes, sogenannten Beiseln mit Musik und ebenso schlechten Sängern wie in den „vornehmsten" Tanzlokalen, gcht es äußerst züchtig und dezent zu. In der einen Elke sitzen zwei - verschämte Stubenmädchen, die gerade Ausgang haben und trinken feierlich eine Schokolade, ein Platzvertreter läßt sich ein ungarisches Lied (mütterlicherseits) Vorsingen, zwei „mondäne" Mädchen warteu müde, ein Kutscher raucht eine Virginia Und ich oste zwei Eier im Glas, um ja nicht durch einen Likör zum Beispiel von dieser gut «»bürgerlichen Gesellschaft abzustechen. Hier haben die Menschen bestimmt viel weniger gefährliche Gedanken, als in den anderen Stammcafes, wo Intellekt,ralität und „Kultur" oft tödlicher treffen, als Messerstiche... Wer ruhig durch die Wiener Gürtelprovinz schlendert, wird viel seltener behelligt, als am Tag in der Stadt. Vielleicht gab es einmal irr der Metropole des Kaiserreiches mehr Messergefahren, in der Keinen Hauptstadt der winzigen Republik herrscht Ruhe und Sicherheit. Wer von Unzucht in' den Wiener Vorstädten spricht, ist ebenso ein Phantast, wie der Schöpfer der Signallantpe und der Verkchrsstriche bei der Oper. Beide vergessen, daß Wien zur Provinz gehört utrd seine Menschen ein Gemüt Haben... 1 th. * Frau Anltta Mller-Cöhen reist Nach Palästina. Frau Anitta Müller-Cbhen begibt sich heute für längere Zeit nach Palästina. Aus diesem ANläß hat sie sich Montag iM Heim der Sozialen Hilfsgemeinschäft in einer Feier von den Kindern der Kinderstube und den Jügondgruppen, die im jüdischen Zentrum untergebracht sind, in einer überaus herzlichen Wäise verabschisdet. In einer darauffolgenden Sitzung des Küra-toriums des Vereines Gerreichte, ihr das Vorstandsmrt-, glivd, Herr Dr. Kl ab er, die Emtragüng. ins Goldane Buch Mp "würdigte ihre Verdienste um die neue Schöpfung. Er gab der lloberzeügung Ausdruck,' daß der Aufenthalt in Erez Israel neue Anregungen für die von Frau Müller^ohen in Wi.m begonnene Kulturarbeit bvingen wivd. i'.Da^ Wetter. Gestern.hielt das Schönwetter an. Die w^lkkuE^, kündigt Bevschlechterung und zunehmende Be« .' T * Grippeepidemie in Wie«. Zu den Meldungen emzelner Blätter,, daß in Wien eine GvippeePidemre herMt, teilt^das Gesundheitsamt der Stadt Wien mit: Bis heute wurde weder von den öffentlichen Anstalten, noch von den Amtsärzten auch nur die leiftste Andeutung einer Grippefrequenz gemeldet. Auch die Zahl der transportierten Grippekranken hat bis heute Nicht zugenommen. * Ein sanfter Tod. Am Sonntag ist auf seinem SommeriKav» ‘TvaVAMui'a rflU&A M' 1. - I l. , ^_• A* -7 j um.» gVsr0l7l^N. war,atn Sohn des im Jahre 1891 verstorbenen, berühmten Gynäkologen Dr. Karl Ritter v. Braun-Fernwald. * Selbstmord eines Wehrmannes. Gestern vor halb 8 Mr hat sich <m dem Dienstzinrnier im ersten Stockwerke der Artillerlekasernü in Kaiscr-Ebörsdorf der 24jährige Kanonier Gustav Zeiler aus seinem Dienstkarabiner eine KugÄ in dir Brust gesagt. ^Er starb^bei der Uebergabe in das Rudolfsspital, lieber die Ursache der Tat ist vorläufig mchts bekannt. * Line Milliarde durch das Fenster gestohlen. Durch ein offen stehendes Fenster im Hochparterre stieg gestern ein bisher unbekannter Gauner in die Wohnung der Frau Marie Brix, 13. Bez., Kaisersteggdsse 16, Und stahl Schmuckgegenstände und 30 bar, dann der Frau Christine Hauptmann Juwelen, darurtter einen sehr alten Ring mit einem, von Diamanten nmgebette,, Rubin. Der Gesamtwert wird auf 70.000 bis 1 0 0.0 0 0 S. geschätzt. , Der Irrtum eines Bünkkassiers. Gestern Um 1i Uhr umttog. erschien ln der Depositenkasse einer Bankfiliale in der Sechshauserstraße .ein etwa Mähriger, . mittelgroßer Mann mit. dunklem Haar, englisch gestutztem ^chnurvbart, dtinklem Sakkoanzug und verkaufte dort 8000 tschech. Kronen. Beim Auszahlen wlderstthr dem Kassier ein Irrtum, indem er dem Berklulfer' Mn 2700 < S. zu Mel ausbezahlte. Der Kassier hat die pal,ze llche Anzeige gemacht und bittet den Verkäufer, ihm den Mehrbetrag zuruckzuerstatten, da er ersatzpflichtig ist. '* Ein Billeneinbtuch auf dem Kahlenberg. Am 20. d., nachmittags, entdeckte ein Wachposten auf dem Kahlenbergs, daß die unbvwohnte Villa des akademischen Malers Dr. Ernst Bücher in Josofsdorf 31 erbrochen sei. Noch am selben Abelw wurden in einem Heuschober nächst dem Tatorte die Dlebsbande mit der Beute im Werte von mehreren hundert Schilling ansgehoben. Di« verhafteten Diebe sind wiederholt abgvstrafte Iudividuen. Einen Keinen Teil der- Beute hatte die Mutter eines der. Täter, Rosa Mauer, bereits versetzt und dann den Pfandschein verbrannt, Sämtliche wurden dem Lqndes« gericht eingetiefert. Frau Mauer wurde 'der Staatsanwaltschaft augezeigt. M'WWM, ..... ntsanifedia US der jüdischen Welt MM Petljuras VstgSnger. Gas PsgvomzetttMM Ukrakne. — Gis Juvvn als Gün-ettVStke. — Gie Haidamakctt. Semjon Petljurä, der vor dem Forum der Geschichte die Ermordung von mindestens 60.000 Juden zu verantworten hat, ist nicht der erste Vertreter des PrgrvNts <rlS nationalistischen Programntes in der Ukraine. Die Ermordung und Plünderung der Auden im großen Stil ist im ukrainischen Gebiet eine alte revolutionäre Mechode. Sie hat zun, Teil ihre sozialen und wirtschaftlichen Ursachen, aus die Dr. Jakob S cha tzk i in der Nelv- Dorker Zeitung „The Tay", hiuweist. Dre Juden aus Polen und Litauen, die um die Mettde des sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert zufolge der verschlechterten wirkschaftlichen Verhältnisse nach der Ukraine »vandertm, wurden dort die Faktoren, Pachter und Renda re der polnischen Großgrundbesitzer, von denen sie weitgehende Privilegien echielien. Die ukrainischen Kosaken, welche um ihre Freiheit bangten und deshalb auch revoltierten, konnten leicht in den Juden die ExploitatoreN sehen, da die Inden die Exckutivorgane des polnischen Großgrutldbesitzes waren. Die Polnische Schlachta bediente sich eben der jüdischen Faktoren als Sündenböcke. Und als die ukrainischen Kosaken den Kampf gegen Polen begannen, war es für ihre demagogischen Führer, die Atanrane, ein Leichtes, die I u d e n als die unnnttelbare Gefahr hinzustellen und durch den Pogrom ihre eigenen Taschen zu fülleü. Ter erste .Hetman in der Ukraine, der dieses Rezept antvendeie, »var Astrjanitzo, der im Zehre 1638 die Bauern durch einen Aufruf zur Erhebung auffordevie, in dem er „die Juden als Ausbeuter.des rechtgläubigen Bauernvolkes" bezeichn nete. Dieses Vwgramm, das Astrjanitzo theoretisch verfocht, setzte zur selben Zeit der Kosakeuanführer P a w l j u k in die Tat um, indem, er einige kleine jüdische Gemeinden und Synagogen plünderte und ciltKi 200 Juden erschlagen ließ. Danrals sandte Polen Militär gegen Pawljuk, da der Pogrom gegen die Inden auf die polnischen Besitzer überzugreifen drohte; Pawljuk wurde gefangengenommon und in Warschau in grausamer Weise hingerichtet, indem er auf einen brennenden Stuhl gesetzt und so zu Tode gemartert wurde. Nicht so leicht aber hatte es Polen mit der Unadhängigkeitsbetvegung, die Bochdan Chmelnicky zchn Jahre später, im Jahre 1648, in der Ukraine entfachte. Chmelnicky gewann die Tataren als Verbündete nnd genoß auch die heimliche Unterstützung Rußlands. Er organisierte den Pogrom in mechodischer Form und verteilte Pogromftreistorps über das Land, deren Anführer, wie sein Sohn Mitofej Chmelnieky, Marasenko, Kaladin bis heute unseligen Andenkens in der jüdischen Geschichte sind. Polen sah ohnmächtig zu, und erst als die Tatarm von Chmelnicky absielen, kam es zu einem Friedensschluß zwischen Chmelnicky und dem polnischen Königreich; ein. Punkt der Konvention lautet: putzen können in den Städten der Ukraine, wü Kosaken stehen, weder als Besitzer, noch als Käufer, noch als Nutznießer von Eigentum auftreten."^ Damit war lden Juden das Wohnrecht im Gebiet von Tschernigow, Poltawa, Kiew und einem Teil von Podolien genommen. Aber der Friede dauerte nicht lange; Chmelnicky erhob sich wieder gegen die „Polen und Inden" (oder wie sie in seinen Aufrufe« heißen: „Ljachey l zydzi"). In diesem Abschnitt des Kampfes bildeten die Jüden, um sich gegen die Chmelnicky- Banden zu sichern, aus eigenen Mitteln eine Selbstschutzabterlung von tausend Mann, die am Kampf in verschiedenen Teilen der Ukraine teilnahmen. Die Kosaken wurden geschlagen und verloren die Privilegien, die ihnen Polen getvährt 'hatte. Chmelnicky schlug sich auf die Seite Rußlands und seine Kosaken 'begannen zusammen mit den russischen Soldaten Raubzüge nach Litauen und Weißrußland, wo es eberlsalls große Pogronre gab; aus Wilna, Witebsk und anderen Städten flüchteten die Juden. Damals fand auch der große Pogrom in Mohilcw statt, dem fast die ganze jiidische. Bevölkerung zum Opfer" fiel. Diese Chmelnioky-Pogronre, die nach de« Aufzeichnungen von Sabbatai Hakohen fast 1001)00 jüdische Opfer kosteten, dauerten auch noch ein Jahr nach dem im Jahre 1657 erfolgten Tode ihres Urhebers fort. Kaum hatte das Judentum in der Ukraine von der Chmelmcky-Katasttophc einigermaßen aufatmen können, da kam eine neue Katastrophe. Die' nationale ukrainische Bauernbewegung, die als die H a i v a m a k e n r e v o l u t i o n bekannt ist, 'hatte ähnliche wirtschaftliche und soziale Ursachen (Bodenhunger) wie die Kosakenrebellionen und wurde mit dett gleichen Methoden geführt, so daß die Juden als die ersten zum Handkuß kanren. Ms diesen Zeiten sind die Untaten der Atamane Merlan und Griwo, creiche die „Freiheit, die Juden zu plündern und die Polen zu erschlagen" proklamierten, des angeblichen Enkels Chmelnickys, Maska Waschtschhlo, und des benichtigten Maxim Zelesttiak MtNNi. ZelMßak ließ Unter anderem durch Mi seiner Helfershelfer, Schwa st kV Mid N i e z y w y, die blittigen Judenmetzeleien in KamÄV »nd Fästow anrichten. Damals floh die gnnze jüdische BeVMruntz nach der Festung U m a «. Der Kommandant der Stadtmrllz, GoNta, ein Ukrainer, ließ am 18. Juni 1768 die polnische Besatzung der F^stttNg Uman gefangennchmen und mchr als 3M0 Juden nicderntetzcln; die jüdische Seldsürehr, die sich rasch gebildet hatte, war gegen die starke und gut d^vaffnete Miliz ohnniächtig. Insgesamt kosteten die .tzeidamakenkämpfe etwa 40.000 Juden das Lüben. Rußland, das der ihatdamakrschen Bewegung anfänglich aus religiöfeu und imperialistischen Gründen wohtwollcu.d gegenübergestanden war, erkannte allmählich die soziale Gefahr, die sie darstcllte und ließ sie (Polen allein ivar bereits zu schwach) durch General Kretschnikoff niederwerfen. Zelesniak wurde nach Sibirien geschickt, Gonto starb im Untersuchungsgefängnis. Die späteren Kosakenausstände in der Ukraine, unter denen der größte im Jahre 1865 war, forderten keine jüdischen Opfer mehr. Erst als wieder die SelvftättdigkeitMmpfe in der Ukraine anflcderten, befleckte dieses Land seine Freilheit mit jüdischem Blut, das in Strömen'floß. In den ukrainischen Pogromen von 1918, 1919 und 1920 Warden weit mehr Juden getötet als in den eben geschilderten jahre- und jährzehlüclangen Kämpfen in der Ukraine. Verfall der Wisch» Kanstdeakmlller in Rumknien. Gelegentlich der Ortkonferenz weilte in Berlin der Rechts« anwalt und Kunsthistoriker Dr. Max DiaNlant aus Czwnüwitz. In^ einem Gespräch mit dem I. T. A.-Bertreter äi.ßerte er sich aus die Frage, wie cs um die jüdischen KunschettkniAer bestellt ist, wie folgt: Die Antwort ist einfach: Sie Versalien. Die alten 'jüdischen Friedhöfe in Jassy, Sn czawa und Li pc an i, Mh Czernowitz und Sada g o r a zeigen, daß in dieser Gügetid^ eine ganze. Schule gewirkt, die Schöpsungen von erlesener. Schönheit zurückgelassen hat. Diese Friedhöfe verfallen, die Steine verwittern zwischen Unkraut, das das Wasser auf die zarten Skulp- -turen leitet. Die Werke alter Holzschnitzer und Metallgießer R den Synagogen Werder: «beseitigt t.nd durch modernen Kitsch ei*; setzt. Fast niemand kümmert sich darunr. Es ist meinen BemÄhNngen erst in letzter Zeit gelungen, daß bei der jüdischen Gemeinde, in Czernowitz eine Kommission zur Konservierung des asten Ezernolvitzer Friedhoses eingesetzt wurde. Wie viel diese -auch wird, leisten können, die Arbeiten werden doch nur lokalen Charakter, halben. Aber die Leute in unseren Gegenden sind durch die unp -ruhige politische Lage zu sehr irritiert, wls daß. sie sich mit knnstgLschichtlichen Problemen abgeben könnten. .Die..Fürsorge für den leibenden Menschen geht voran, und man kann gerechterweise Pop den Gemeindeverwaltungen in der Sache der Konservierung^ von Denikmälern nicht viel fordern. Amerikareise Sir Alfred Monds. Sir Alfred Mcond trat eine für zwei Monate berechnete Reise nach den Vereinigten Staaten und Kanada an. Der Kronprinz von Schweden kommt nach Palästina. In Jerusalem verlautet, daß der Kronprinz von Schweden demnächst als Führer einer Gruppe schwedischer Touristen Palästina. besuchen und einige Zeit auch in Jerusalem weilen wird. Frauen überfallen einen Kultuspräsidenten. In der rumänischen Grenzstadt H a l m i gibt es eine alte orthodoxe Judengemeinde. An der Spitze der Gemeinde steht seit vielen Jahren der jetzt 72jährige Wolf Steiner, der, wie es scheint, nicht nur über die strenge Einhaltung der Tradition, sondern auch darüber wacht, daß die Nutznießer der Frömmigkeit der Gemeindemitglieder mit ihrer Monopolstellung keinen Wucher treiben. So führt er schon seit geraumer Zeit einen energischen Kampf gegen die Koscherfleischhaner, die ihre Konzession zrlr Ausbeutung der Bevölkerung mißbranchen. Da mehrfache Verwarnungen nichts fruchteten, entzog ihnen Kultusprästdent Steiner die von der Gemeiinde erteilte. Lizenz. Wie uns aus Großwardein berichtet wivd, überfielen letzten Samstag die Frauen und Töchter der gemaßregelten Fleischhauer den Kultuspräsidenten, als er nach Scrbbatausgang die Synagoge verließ, mit Stöcken und Walghölzern und schlugen mrs ihn los, bis er blutüberströmt zusaumlenbrach. Polizei rettete den Führer der Gemeinde aus den Händen der wütenden Frauen. Die amerllanischen Rabbiner für die fünftägige Arbeitswoche. Der Verband der jüdischell Rabbiner in dtelv-Vork hat gemeinsam mit der Seelsorgervereinigung und anderen jüdischen religiösen Gesellschaften einen Appell an die jüdischen Fabrikanten gerichtet, in de.n die EiNflrhrung der fünftägigen Arboilswoche empfohlen wird. * Vergebung einer Geldwechselstelle. Die Oesterreichischen Bnndeslbahnert bea>bsichtigen im Bahnhof St. Marx erne Güldwechselstelle jm. vergeben. Bewerber werden eingeladen, ihre Altbote t«l der Einlgufstelle der Generaldivektion der Oesterreichischell Bundesbahnen, 1. Bez., SchwarzeMer'gplatz 3, bis längstens 30. d., 10 Uhr vormittags, verschlossen mit der Anschrvst „Anbot für die Güldwechsolstelle im Bahnhof St. Marx" eimurerhen. Die näheren Bedmgllngen, denen die Anbote zu entsprechen halben, sind in 'der genannten Einlanfstelle znm Preis von 10 Groschen echälttich. D ins jfidische Haus | as jüdische Blatt * Einbruch unter den Augen der Polizei. Aus Warschau wird gemeldet: Ein int Hotel Europe befiMiches Iuüvelongeschäft wurde gestern mittags von Ladendioben mit Nachschlüsseln geöffnet und Jlllwelen ans dem Auslagefenster sowie >oie Aüslagekaston im Werte von 10 0.000 Zloty gestohlen. Der Diebstahl erregt umso größeres AuPsehen, als das Hotel und seine Umgebung ständig von uniformierten urrd nichtnniformierten Polizisten bewacht wird, da im Hotel mehrere Di'plomaten wohnen, und wett sich «dem HotÄ gegenüber auch das Platzkommando 'befindet. * Die Artistenprüfung. Me Internationale Artistenorganisation teilt mit, daß am 28. d. um 3 Uhr nachmittags die Artistenprüfultg im Johann-Strauß-Dheater trotz der Somnrerferien stattfilvdet. Karten an den Kaffen des Joharul-Strauß- Theaters und im Bureau der Jnternationabut Artrstenorganisation, Wien, 2. Bez., Pratevstrqste 42.

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