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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-25 · Heft 2696 (25.8.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2696 (25.8.1926)
Date
1926-08-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2696 Wen, MMwoch xmtntt Msrserrzeiwns Ly. AuOlst IMS tsmm Tagesbericht. Lotte und die Moral. Zehr geehrter Herr Polizeipräsident! Gestatten Sie, daß ich mich vorstelle. Ich heiße Theodor Brnn. Der Name dürfte Ihnen sehr wenig sagen, da Sie von mir wahrscheinlich noch nichts gehört haben. Und das ist auch eigentlich vollkommen in Ordnung, denn ich habe mit Behörden sehr wenig zn tun, und angefangen vom Steueramt bis zur hochlöblichen Polizei sehe ich es nicht gern, wenn sich die Behörde mit mir befaßt. Wenn ich mich heute an Sie wende und somit mein Prinzip, tz,e Aufmerksamkeit der Behörde nur ja nicht noch herauszufordern, durchbreche, so können Sie bereits vermuten, daß es sich diesmal bei mir um eine ungeheuer wichtige Existenzfrage handeln muß. In der Tat handelt es sich um einen derart exorbitanten Borfall, der mein ganzes logisches Denken in Aufruhr brachte, daß ich zu meiner Beruhigung, nach schlaflosen Nächten, keinen anderen Ausweg weiß, als Ihnen diesen Brief zu schreiben. Hören Sie, was passiert ist: Ich habe zwei Kinder. Eine Tochter und einen Sohn. Als sich das Ereignis abspieltc, war meine Tochter drei Jahre alt Und der Bub zwei Monate. Bitte, werden Sie nicht ungeduldig, es ist sehr wichtig, daß ich das erwähne. Es war ein heißer Sonntagnachntittag und ich ging mit den Kindern in einen öffentlichen Park. Den Butzen lies; ich nackt in, Wagen strampeln. Meine Tochter spielte im Sand. Nach einiger Zeit empfand sie das Bedürfnis, das Kleidchen abzulegen — ich hatte nichts dagegen. Dann war ihr auch das Höschen unbehaglich und sie zog es sich aus. Sie spielte nackt, nur mit Sandalen bekleidet. Ich muß gestehen, daß mir das sehr gut gefiel. Die Leute, die vorbeigingen, blieben für einige Minuten stehen und fanden das Kind entzückend. Denn meine Lotte — so heißt sie nämlich — ist wirklich ein sehr hübsches, herziges Kind, was ich um so eher selbst sagen darf, da ich es ohne Eitelkeit tue. Ich weiß es nämlich genau, daß ich an ihrer Schönheit unschuldig bin. Doch die Herrlichkeit dauerte nicht lange. Plötzlich kam eine ältere Frau daher und forderte mich in unhöflichem, aber entschiedenem Tone auf, diesen Unfug abzustellen. Woraus ich ihr cutgegnete, daß ich gar nicht daran denke. Darauf meinte sie, mich mit dem Hinweis auf die Empörung des gesäurten Publikums über diese' Unmoralität einschüchtern zu können. Ich erwiderte ihr, daß ich nicht gewohnt sei, mich den Launen von Kerzelwerbern zu fügen und daß ich ein nacktes Kind weniger unmoralisch empfinde als eine angezogene dumme Frau. Hierauf ging sie empört weg; ich wünschte ihr glückliche Reise., Sehr geehrter Herr Polizeipräsident! Leider hat diese . Geschichte nur eine halbe Pointe. Denn kaum war die Frau weg, als meine Lotte den' dringenden Wunsch äußerte, angezogen zu tverden. Sie ist nämlich auch ein sehr kluges Kind. (Das hat sie von mir.) Und da sie blitzartig erfaßte, daß sich aus ihrer Nacktheit bösartige Folgen zu entspinnen schienen, die sie ihrem Vater ersparen wollte, schrie sie, ihr sei kalt, ihr sei kalt, und ich mußte ne ankleiden, da nutzten mir gar keine Versicherungen,, daß sie unter meinen! Schutze weder einen Wachmann noch eine alte Frau, also weder Gott noch Teufel fürchten müsse. Ich Sog ihr also ihr Kleidchen wieder an. -Der Wachmann kam, nahm aber keinen Anlaß, einzuschreiten. Er warf mir einen prüfenden Blick, einen meiner Lotte, Fünfte Herrensarderobe nach Matz lttfttt fl fflAgigtn Preisen iit tabeilöset Ausführung (auch auf T,HMlnug> Nndslf voldstein, Zivil- und Uniformschneidet Gegr. 1866 Me«, 2. ®tU tflbotftrofte 54 Tel. 45*6*29 Httttttt« «Ab MU'Zainte sowie «arette 135 und einen dritten meinem Jungen, der nackt im Kinderwagen lag, dann ging er wieder weg. Ich wiederhole: mein Junge lag nackt im Kinderwagen, ohne daß sich darüber die alten Weiber oder der Wachmann empört hätten. Und nun läßt mir folgende Frage keine Ruhe: Was hätte der Wachmann getan, wenn er meine Lotte wirklich nackt betreten hätte? (Ich sage betreten, weil das doch der polizeiliche Fachausdruck ist.) Und wenn er dagegen eingeschritten wäre, warum nahm er nicht öffentliches Aergernis an meinem zwei Monate alten Buben? Ist ein nacktes Kind mit drei Jahren bereits ein Zeichen von Unmoral? Bei Ivelchem Alter fängt das an? Wie weit muß bas Wachstum des Kindes fortgeschritten sein? Wo ist die Grenze, bis zu der die Nacktheit noch erlaubt ist? Ist das bei Bub und Mädel gleich oder gibt es da Unterschiede? Wodurch unterscheidet sich ein nacktes Kind von zwei Monaten von einem, das um ein Jahr oder zwei älter ist? Das ist die Angelegenheit, für die ich, sehr geehrter Herr Polizeipräsident, Ihre Kompetenz anrufe. Ich will mich mit der Polizei gut verhalten. Ich will nach meinem Tode die Grabrede hören, daß ich ein braver Staatsbürger gewesen sei, der nie einen Konflikt mir der Behörde gehabt hat. Ich bitte Sie um eine Legitimation für Meinen Soh»r. Er heißt Anatol Brun und ist jetzt vier Monate alt. Ich bitte, auf diese Legitimation draufznschreibett, bis zu welchem Alter er nackt herumlaufen darf. Falls es noch angängig ist, bitte ich auch fiir meine Tochter um eine derartige Legitimation. Sollte jedoch das öffentliche Nacktsein für die beiden Kinder nicht mehr nngehen, so bitte ich um Uebersendung eines Musters für die minimalsten Größen, die ein Höschen haben muß, um noch als moralisch zu gelten. Auf dieses Höschen wird dann meine Frau, um vor allen Konflikten gefeit zu sein, die Worte sticken: Gesetzlich geschützt. Genehmigen Sie int voraus den verbindlichsten Dank von Ihren! hochachtungsvoll ergebenen Theodor Brun. Sin Streit um das Kinogesetz. Dem Von Wiener Landtag beschlossenen K i n 0 g e s e tz wurde die Genehmigung der Regierung versagt. Besteht der Wiener Landtag ein zweitesmal auf seinem Beschluß, so hat die Regierung nur mehr die Möglichkeit, sich an den V erfass u n g s g e r i ch t s h 0 f zu wenden. Die wesentlichsten Bestimmungen des Gesetzentwurfes bestehen, wie wir seinerzeit berichteten, darin, daß nümnehr eine Vorführungspflicht aller Filme vor Magi- 'tratsorganen statuiert werden soll, daß ferner am 1. O tober d. I. alle Linzenzen erlöschen und in Konzessionen umgewandelt werden müssen, über deren Erteilung der Magistrat nach freiem Ermessen zu entscheiden hat. 8« Gritmernna an zwei grafte «erste. Nur selten erfährt die Öffentlichkeit etwas von den glvhM Männern der Medizin. Ihrer Ge'burtsun>d Todestage erinnert man sich kaum, obgleich so mancher ein großer Wohltäter der Menschheit war. Zn denen, die Unsterblichkeit verdienen, weil sie ganz neue Pfade beschritten haben, gehören die beiden Aerzte Laennec und B r e h m e r. Hundert Jahre sind gerade feit dem Todestage (14. August 1826) des in Qnimper in der Bretagne 1781 geborenen Rene Theophile Hyacinthe Laennec verstrichen. Er war ein Großer im Reiche der MediM, denn er erfand das Stethoskop (das Hörrchr), das trotz aller modernen Untersttchungsmechoden noch heute ein unentbchrliches Hilfsmittel der klinischen Diagnostik geblieben ist. Sein im Jahre 1819 erschienenes epochemachendes Werk „Ueber die Auskultation", das die Diagnostik der Lungen- und Herzkrankheiten nach neuen Gesichtspunkten behandelte, war die notwendige Ergänzung zu der Leistung eines Wiener Arztes, des Dr. Jossef Leopold A n e 11b r u g g e r, dessen Judentum novum, Neue Erfinduug der Perkussion (Beklopfen des Brustkorbes zur Erkennung der Krankheiten des Brustkorbes), 1761 systematisch von seinen gehässigen Gegnern totgeschwiegen, aber durch Napoleons Leibarzt und Laennec' genialen Lehrer C 0 r v i s a r t der Vergessenheit entrissen wurde. Laennec stammte aus ärmlichen Verhältnissen, studierte in Paris, böschäftigte sich viel mit «der Klinik der Lungenschwindsucht, der der kränkliche und schwächliche Mann selber erlag. Ein Zufall führte ihn zur Erfindung des Hörrohres. Er beobachtete einmal Kinder beim Spiele, wie sie Holzstäbe an ihr Ohr hielten, um erzeugte Geräusche besser Ivahrzunchmen. Bei einer beleibten Patientin setzte er ein Papierrohr auf die Brust und hörte dem anderen Ende die Herztöne viel lauter und deutlicher. Statt der Papierrolle verwendete er später feste Instrumente, die Stethoskope. Auch Dr. Hermann B r e h m e r s (1826—1889) hundertster Geburtstag verdient allgemeiner Erinnerung. Er Ivar es, der den Grundsatz der Heilbarkeit der Lungenschwindsucht verfocht, deren Entstehung er auf konstitutionelle, M-lieu- und Erziehungsfaktoren zurückführte, welche Anschauung heute trotz großer Fortschritte auf diesem Gebiete immer mehr gewürdigt wird. Sein unsterbliches Verdienst liegt aber in der praktischen Auswirkung seiner Theorie über die Lungenschwindsucht, nämlich in der Gründung seines Sanatoriums zu Görbersdors in Schlesien, das als Vorbild für alle Gründungen dieser Art die moderne ,He i l stät! e n b ewegu ng" inaugurierte. Brehmer wurde der Begründer der Anstaltsbehandlung der Tuberkulose, indem er zeigte, daß wir dauernde Beaufsichtigung und die Anwendung von Licht, Luft und guter Ernährung die Lungenschwindsucht Au heilen vermag. Seine Methode ist noch heute, wenn auch ergänzt durch Spenglers'Erfahrungen in Davos und Dettweilers Ruhe- und Liegekuren und befreit von allen Uebertreibungen und Unterschätzungen, Gemeingut aller Aerzte. * . Napoleons SSbel gestohlen. Wie aus M a 11 a n b gemeldet wird, sind im Theaterrnu'eum der Scala von Mailand in der Nacht zum Montag von E i nb r e ch e r n kunstgeschichtlich wertvolle Antiquitäten gestohlen worden, darunter ein Säbel Napoleons, den er im Jahre 1812.der Sängerin Pasti in Paris geschenkt Hai, sowie mehrere goldene Denkmünzen.. Theaterleben in Palästina. v Von Dr. Wolfgang Weisl. ,. - Jerusalem, im August 1926. i. Zählen wir auf: die 155.000 Juden des Heiligen Landes besitzen: ... a) eine Oper; b) ein Theater: Teatron Erez Jitsraoli, bis vor kurzem unter Leitung Gnessins; c) ein zweites Theater, mehr oder weniger eine Dilettäntenbühne: Hateatron Haiwri (das hebräische Theater, das so heißt weil auch alle anderen Bühnen hebräisch sind); d) ein Arbeitertheater, das überraschend gut eingesetzt hat: Ohel; ' - . c) der Oper angegliedert, aber an Erfolg und Schule 'weit über die Oper hinausgewachsen: .Ballett der Frau Ri na Nikowa. Fünf Truppen für 155.000 Juden — fünf Truppen Von Künstlern, Bevufskünstlern, die zum großen Teil ein durchaus europäisches Niveau erreicht haben. Ist dos nicht zu viel für das arme, kleine Land, das gerade jetzt von einer schweren, niederdrückenden Krise geschüttelt wird, daß Lebensmut und Kraft fast ans dem Jifchuw zu verschwinden drohen? H. Ich denke nicht. Jnr Gegenteil: das, worunter Palästina am meisten leidet, ist nicht der Mängel an Gew — Spenden allein werden nicht 'helfen. Palästina leidet — krankt — mehr noch als an Geldmangel urtd politischen Nöten an der F r e u d l 0 s i g k e i t des täglichen Lebens. Freudlosigkeit — ihr in Europa und Amerika, ihr wißt nicht, ivas das heißt. Ich kannte Juden, Jüdinnen — die kamen; nach Jerusalem, und gepackt von der Größe und Heiligkeit der Stadt: groß und heilig und unerklärlich furchtbar ist Jerusalem. Die Stadt und die kahlen Berge und die Wüste im Osten und der unendlich klare GebirgShimmel des Landes Juda. Und sie blieben in Jevnsaleur und liebten die Stadt . . . und nach wenigen Monaten hatten sie das Lachen verlernt und verlernt, sich zu freuen. Waren erdrückt worderu Und das lastet auf den Juden Palästinas — mehr als Arrge um das tägliche Brot, mehr als Sorge um die Zukunft des Judenstaates. Die Sorge um die Freude. Um das Lachen. Die umkonchlizierten Juden: Sephavdim, die Mädchen aus Polen, die Jungen aus England oder Amerika helfen sich: sie tanzen. Foxtrott im Bristol-Garden, unter 'den Mauern des Heiligen Jerusalems — hei, wie nett und fortschrittlich, nicht wahr? Shimmy im Hasharon in Tel-Awiw, ... «hei, wie nett und erzieherisch! Aber — für die Führer des Volkes, für unsere geistige Auslese, die in Palästina zusammenstvömt, genügt das nicht, um ihr das Leben erträglich KU nmchen, ohne Freude, ohne -innere Heiterkeit — mit einem Worte: ohne Kunst III. Verwechselt das nicht mit „Zerstreuung". Nicht -darum geht es uns, wenn wir Theater gründen, die Oper aufsuchen, das Ballett besuchen. Es geht um weit, weit mehr: geistigen Anschluß an Europa behalten, fühlen, daß wir noch nicht verbauert find, das wir — die Künstler — noch schaffen können, daß -wir — die Bürgerlichen, die Arbeiter — noch Kunst -aufnehmen können, daß wir noch leben — und nicht nur vegetieren, nicht in der Sorge des Alltages und um den Alltag ersticken. Das -ist uns das Theater, die Oper, der Tang, die Farben der Szene... IV. Und was von dieser Forderung: geistiger Anschluß au Europa! Nicht verbauern! Nicht zum Kolonialeuropäer, zum Levantiner, zum Tropenmenschen herabsinken! — Was von dieser Forderung erfüllen die Theater Palästinas? Sagen wir es gleich: ganz, ganz wenig. Wir haben viel begonnen, aber wenig erreicht—, wir haben viele Theater, aber alle sind noch immer Suchende, Tastendes die den Weg zum Publikum des Landes noch nicht gefunden haben und den Weg nach Europa auch noch nicht. Und deshalb ist ihre Arbeit hier im Lande so schwer, so ungeheuer schwer; picht,, wie 'anderswo ist in Palästina das Theater (Theater als Ganzes genommen: Drama und Musik und Tanz) „eingeführt", hier muß es sich -erst einführen — nicht wie -in der zivilisierten Welt muß hier das Theater sich sein Publikum gegenüber einer anderen Bühne, gegenüber Film oder Radio „verteidigen", hier muß es erst das Publikum schaffen: haben doch zwei Drittel der Palästinenser in -ihrem ganzen Leiben noch kein Theater gesehen oder gehört. .Nicht wie in Europa muß das Theater Traditionen wahren oder durchbrechen — hier gibt es noch keine Tradition, alles muß geschaffen — erfunden — erraten werden: die hebräische Sprache -muß zuerst der Schauspieler und der Sänger lernen und dann muß -er sie dem Publikum beibringen, das sie nicht versteht, nicht restlos versteht. Die Stücke, die ausgeführt werden: sie müssen dem Geschmack des Russen angepaßt sein und -dem des High Commissioners und dem des semitischen Ju-den, der Gazoz verkauft, und dem des Arbeiters, der spürt, daß eine neue Welt anbricht und eine neue, unbürgerliche Kunst verlangt . .‘ . Versteht Ihr, Freunde, was -das palästinensische Dheaterleben bedeutet? Aus einem Hausen von Menschen, die nur -durch gemeinsames Leid und gemeinsame Hoffnung und gemeinsames Wollen zum Volk geworden sind und in Palästina aus allen achtundvierz-vg Ländern, in denen der Jüdische Nationalfonds Sammelstellen hat, zusammengeströmt sind — ein wirkliches Volk schaffen: mit wirklicher, gemeinsamer Sprache, die nicht nur Berständigungsmittel im Geschäftsleben, sondern Ausdrucksmittel in dem Leben des Geistes sein soll — mit wirklicher gemeinsamer Kultur, mit gemeinsamer Musik, mit Freude an der Schönheit, am Körper, an der Bewegung, der Farbe; dem Licht.' Das ist uns Palästinensern das „Theaterleben" — das zu bezahlen wir vielleicht nicht reich genug sind, das zu entbehren aber wir viel, viel zu arm'sind. Denn es ist unser einziger Reichtum. V. Aber die Armut des Landes drückt -- erdrückt fast -die Kunst. Die Maler verkaufen Keine Bilder—das Land hat kein Geld dafür. Die Dichter schreiben -Bücher — aber der Verleger bezahlt ihnen nicht dafür und das Publikum kauft ihre Bücher nicht — kein Geld! Und die Sänger, die Schauspieler hungern — hungern buchstäblich. (Monatseinkommen eines Sängers der Oper war in -den letzten Monaten — ich will die Ziffer lieber nicht schreiben, man würde ja doch nicht glauben, daß -davon eine Künftlerfamilie leben soll. . .) Und doch -schafft man und arbeitet und hat Pläne und macht künstlerische Revolutionen . . . und hat nicht einmal ein Haus, ein Theatergebäude, in dem man spielen kann.

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