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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-22 · Heft 2693 (22.8.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2693 (22.8.1926)
Date
1926-08-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. M3 Dien, Gönn tag Wiener Morgenzeituns 22. August 18K-» Aette-'A trollen Ihre Wüsche sauber haben tollen Ihre Wüsche schonen mfltten daher waschen lassen bei der FCINWASCff ANSTALT BLANCA XIII., UN2ERSTRASSE 299 TELEPHON 81-3-21 WIR holen und stellen jedes Quantum Wfisehe kostentos zu waschen lhie Wilsche ganz separat, schonend und bllitenweiß halten Ihre Wüsche gegen jedes Risiko vollversichert 156 Es Handelt sich, wie die Hauspartelen angaben, um e'jn Eifersuchtsdrama. Täubl hat zuerst seine Lebensgefährtin und dann sich selbst erschossen. DaS Kind der Seiler war während der Tragödie wahrscheinlich im Zimmer gewesen. Man hat es während der Nacht wimmern gehört. Ane neue god-HellqueAe ln Lefterrelch. In unserem kleinen, wirtschaftlich verarmten, <m Bedenschützen jedoch so reichen Staate ist in Wels der Mutter Erve ein Schatz abgerungen worden, der für unsere VolkZe.virtschnst und Kr die Hebung der Bolksachindhelt von großer Bedeutung ist. Handelt es sich doch um eine Jod-Heilquelle, welche den bereits seit 1000 Jahren bekannten »nid schon weltberühmten Heilquellen von Bad Hall vollkommen gleichwert ig ist. Diese Tatsache — zuerst vom Welser Gymnasialpvofessor Dr. Ducke festaesteut — wurde vom. Wiener llniversttätslaboratoxiunt Professor Dr. Franke vollinhaltlich bestätigt. Deren AnallKn im Vereine mit ident medizinischen G»tach:en des Hofrates Dr. Hermann Schrott er — emer. Referenten int BoMgesundheitsamte — und jenem des Quellensachvevständigen Hosrat Tr. ing. Josef Kuett ebneten den Weg zur Heilquellenernennung. Wels wäre Mar zufolge seiner günstigen wirtschaftlichen Verhältnisse und auch seiner Lage nach — natürlicher Mittelpunkt Oberosterreichs und sechsfacher Elsenbahnknoteupunkt — zu einem Kurorte wie geschaffen. Um jedoch unter den gegenwärtigen ungünstigen wirtschaftlichen Perhälmissen den Kurbetvim Bad Halls nicht zu schädigen, andererseits aber doch auch jenen Virilen Kranken, welchen der Besuch eines Kaeorrrunmöglich ist, die Möglichkeit einer zuverläsligen Heilung zu bieten, legt die Welser Iod-HeilanellenMnternchmung das Hauptaugenmerk auf den Vertrieb der Heilquellprodukte und hat zur einheitlichen Organisation des Verkaufes in Wien. 8. Bezirk, Langegasfe 72, ein ZentralveMufsbureau geschaffen. Möge die große Zahl Kranker — ob sie an Ariers osklerose. Skrofulöse oder Rachitis, Kropf, Mageu- .gefchwüren oder -Blutungen, Nachen- oder Kehlkopfkararrben, Augen- oder Nerv enk ra nkh e i Un, Gi ch r, R b e u mar:-3 nt u s oder I n f e k t i o n o n aller Art leiden — m ihrem eigenen Interesse durch eine einfache Hei ml« r das'wertvollste Gm — die G esundhei't — Widder erlwerben. - Das Weltttudeatenwerl. Die Beschlüsse der fünften interriatioMen Stndentenkonserenz ln Karlowitz. Die internationalle Konferenz des Weltstudentenwerkes, welche vom 26. Juli bis 2. August in Karlowitz tagte (die „Wiener Morgenzritung" hat über den Verlauf der Tagung bereits kurz berichtet), hat einen wichtigen Schritt auf dem Wege zur internationalen Zusammenfassung der Stüde n t e n s ch a'f t getan. DK Konferenz, bei der 30 nationale Verbände durch 230. Delegierte vertreten war (her Welwerband der jüdischen Studentenschaft hatte eine fünfgliedrige Delegation entsendet), hat, von der Erwägung ausgehend, daß heute die Zusammenfassung der Studentenschaft aller Länder nach der-seist i g e n Seite hin erforderlich ist, beschlossen, das im Jahre 1920 begründete Weltftuden tenwe.rk, das, bisher seine Tätigkeit in der Hilfe au mittÄlose StMnttzn erschöpft hat und dessen Liqnidierung bereits von der Stmdenienkonfereuz in Aman beschlossen worden war, fortz «führen. Seine Hauptaufgabe soll sein, die Studenten aller Länder trotz der bestehenden nativnalen Differenzen einander näher zu bringen. Damit soll der Rahmen für das internationale S Indenten z ent rum gegeben sein, dessen Gründung die von der Vöwechundkommission für geistige Ziyammenaribeit im April d. I. einbemfene Konferenz der studentischen Spitzonorganifationen, an der sich auch Vertreter des Meltverbandes jüdischer Studentenschaft beteiligten, dem Völiferbunde vargeschlagen hat, Die organisatorische Form des WÄtstudentenWevkes, das eine Gründung des christlichen Well'studenteichundes ist, wurde von der Konferenz in der Weife geregelt, daß die Anlehnung an d e u ch r i st l i ch e n W e! t st u d e n t e n b u n d weiter bestehen bleibt, der jedoch seine Exekutive auch auf Richtchristrn erweitert. Laut Programmentwurf ist der christliche Weltstudentenbund für die Ausführung des Progranunes des Weltstudentenwerkes im Dienste aller Studenten ohne Unterschied der Rasse, Rationalitül und des Glanbensitzekenntmsses, als ein Ausdruck der akademischen Kameradschaft auf rein menfchlicher Grundlage verantwortlich. In den Erörterungen über die künftigen Ziele und Aufgaben des Woltstudentenwevkes wurde besonders ans den Ausbau der stndentiischen Selbsthilfe und — nach dem Beispiel Amerikas und Deutischlands — die Einführung des Wevkst>.Heinentums hingewiefen. Int Zusammenhänge mit diesen Erörterungen erstattete der jüdische Delegierte Friedländer ein ausführliches Referat über die Selb sth ilfe i n st i tu t io n e n der jüdischen Studentenschaft, deren Weltvevband es sich zur Aufgabe gemacht hat, die rechtlichen und kulturellen Interessen der jüdischen Studenten zu wahren und ihre Bemühungen auf dem Gebiete der Selbsthilfe zu unterstützen, besonders sich jener Studemrn anzuuehmeu, die infolge der stehenden Beschränkungen im Heimat lande gezwungen sind. anÄändischr Hochschulen a u f zu - juchen. tHie Konferenz fetzte eine eigene Sslbschikfetomntissian ein. deren Beschlüsse vom Plenum zur Ausführung angenommen wurden. darunter der BarWag aus Bau eimL internationalen Hochschulsanatoriums in Arofa, der Beschluß einer internationalen S ch u l u n g s w o ch e für studentische TMstHilfefragen zu veranstalten, sowie an die Regierung der Bereinigten Staaten mit der Bitte heranzutreten, daß F l ii ch t l i n g i ft tt b c n t c tt die Einreise al 8 Werkstudenten in die Bereini'steu Staaten enlanbt werde. Bei der Erörterung der studentischen Selbsthilfe, beziehungsweise des AnÄandSstudentenproblems, ergab sich ein bezeichnender Zwischenfall. Ter ungarische Berichterstatter mußte, von einem jüdischen Delegierten interpelliert, zu geben, daß das ungarische N nmeruS-rlansns-Gesetz und die christlichnationale Bewegung die jüdischen Studenten aus öen Wlrtschaftsvcrbäniden ihres Landes aus sch ließt. Eine amerikanische Delegierte erklärte darauf erregt, dieses Borgehen des ungarischen Studentenverbandes sei kein christliches. Die von der Konferenz eingesetzte Komnrission für die Frage der Auslandsstudenten hat eine Reihe von Vorschlägen auf Grund von Referaten der jüdischen Delegation dem Plenum vorgelegt, die auch zum Beschluß erhoben wurden, darunter eingehende Vorschläge zur Regelung ded bisher systemlosen S t u d e n t e n w a n d e r n n g. Eine eigene Kommission der Konferenz beriet auch über Mittel und Wege zum Zwecke der Annäherung der europäischen und orientalischen Studentenschaft. In dieser Kommission referierte die jüdische Delegierte Frl. Haber über die Lage in Palästina, das Verhältnis Zwischen den dort ansässigen Juden und Arabern nnd das Schulwesen. Die Aufgaben, die sich das Weltstndentenwerk gestellt hat, sind groß, aber dankbar; sie können viel zur Völkerverbindiing 'beitragen. Me zu Shmelnltlir Men. Sk Pogrome von Proskurow und Felschtln. Von Dr. G. Gteimik (Ererncwih). Ter Autor übte zur Zeit der Pogrome die ärztliche Praxis in Proskurow aus und war zugleich Chefarzt der Anstalten des dänischen Noten Kreuzes in dieser Stadt. (Siehe den Artikel von E. Feinblüth in der „Wiener Morgcnzeitung" vom 8. d. — Red.) Ueber die JudenMächiereicn unter Petljuras Regime in der-Ukraine ist schon manches geschrieben worden. Lange aber nicht alles. Die Geschichte wird auf Grund vielseitiger Untersuchungen noch ihr Schlußwort zu ffdcchen 'haben. Als Auge nz enge zweier der schrecklichsten Pogrome — von Proskurow und F e l s ch t i n — möchte ich einige Tctm'ls hier mitteileu. Vor allem muß festgestellt lverden, daß Oberalaman Petljura von allen Taten, sein er Armee Kennknis hatte. Es konnite auch nicht aii'ders fein. Zur Zeit der erwähnten Pogrome — Februar 1919 — befand sich die „Petljura- Front" unter dem Drucke der Bolschewiken in einem kleinen Gebiete, vier bis 5 Eisenbahnstunden ausgedehnt. Proskurow als wichtiger strategischer Punkt lmnf:e oft von Petljura befucht.' Es ist klar, daß der Oberataman über alle Vorgänge und Unternehmungen senior Armee gut unterrichtet sein mußte. Die jüdische Bevölkerung von Proskurcw war die ganze Zeit des Aufenthaltes der Petljura-Armee in großer Unruhe, weil die vorausgegungenen Pogrome in B e r d i c z e w, Z i t o m i r und anderen Ortm ihr gut in Eriunerung waren. Man hatte jedoch damlit gerechnet, fc<i die Front nicht groß war und Petljura sich in der nächsten Nähe befand, daß er keinen Pögwni Anlassen werde. Als Oberatamän verfügte er ü'her genug Mit'tel, um ein Wüten der SolidateM zu der'HWer-n.-Wie mir daM'. , der Leiter.des däyischen Roten. Kreuzes in der Ukraine — beffen 'Vhefarzt ich für Proslkurcw war —, Herr P rzan o wsks,. erzählte, wurden die .Hatdamaken gegen die Juden von Petljura aufgvhetzt! Und so mußte' auch in Proskurow uud in Feltschin, wie überall, unschuldiges jüdisches Blut in Strömen fließen ... Die Pogrome gingen allem Anschein nach'immer nach einem gÄyifsen Playe vor sich. Es war stets Zeit und Ort vorausbestimmt. Am Samstag den 15. Februar 1919 rückte die Petljura-Armee auf .Befehl des Ata mau 8 S fe m o ss e n f o —-dieser war die rechte. Hand Petljuras — in voller Ordnung kampslustig gegen die Juden, als wäre es gegen die Bolschewiken, aus. Bei diesen Pogromen wurde die Armee wie Zn einem wirklichen Gefechte von einem Arzt und einigen barmherzigen Schwestern begleitet. Letzere waren mit zur Stelle,'falls den PegromheMn etwas zu-, stoßen sollte . . . . * Es war an einem Samsieg gegen 2 Uhr nachmittags, zur Zeit, da alle Juden zu Haufe sind. Die Armee verteilte sich in zwei Gruppen: der größte Teil begab sich in das jüdische Vierte l und schlachlete alle diejenigen ab, welche sich nicht in Verstecken aufhielten; alle anderen, die sich auf die. Dachhöiden und in die Keller geflüchtet hatten, wurden nicht massakriert, obwchl die Haidamaiken viele sahen und sich mit einigen sogar in Gespräche einließen. Die Helden trauten sich nicht in die Verstecke, weil sie Widerstand befürchteten. Der andere Teil der Hatdamaken (ükrainischer Ausdruck für eine Art Komiistschis. — Red.) begab sich in die anderen Stadtteile, wo Judest und Christen gemeinsame Wohnungen hatten. Von da führten sie die Juden zum Bahnh o f weg, wo sie in derselben Nacht und am nächsten Tage ermordet wurden. Das geschah lvahrscheinlich deshalb, um keine christlichen Augenzeugen gegen sich;n haben. Wie gesagt, alles nach einem System , . . Am Tage des Pogroms amtierte in Prosknrcw ans Befchl Petljuras e i n e Assentierung Skoinnl'ifs i oii zur Einziehung aller jungen Leute ohne Unterschied der Konfession und Nation . . . Mitglied dieser Kommission tvar der jüdische Arzt Dr. Noitmann, -der, als er um die Mittagspause nach Hanfe ging, medergestreckt tvrirde. Um 5 Uhr kehrten ans Befehl desselben Ssemossenko die Truppen chne Verluste in guter Stimmung zum Bahnhof zurück. Am nächsten Tage krönte die Armee ihre Taten mit der Ermordung aller derjenigen Inden, welche, ahnungslos über die Vorgänge in Proskurow, mit den oinfahrenden Zützen ankamen. Einige Tage lang lagen die Toten ringum den Bahnhof »nd die Anlagen des dänischen Roten Kreuzes. ' In der nach den Pogromen stattgestr»denen Stadtratssitzung Hezeichnote der ukrainische Politiker VZer chola den antvesenden Ssemossenko als den Schuldigen an der Schlächterei. Daraufhin erkkärte Ssemossenko, daß er den Befehl erteilt habe, alle Kommunisten in Proskurow nieder zu machen. Abgeschlachtet Mrden jedoch meistens S ä n g l i n g e, f I e i n c K inde r, Frauen und G r e i s es Diese be^ichnete er als die Kommunisten! Nach der Stadtro^ sitzung verlangte Ssemossenko unter schweren Drohungen von dm Juden ctlva 800.000 Rubel, Wäsche und Stiefel für seine Truppen. Und die Inden, die so ^bestialisch und brutal zugerichlet wurden, mußten seine Befehle erfüllen rmd ihr Hab nnd Gut Zusammentragen. Während für den Wer alle durchgemacht hat und trotz großer diätischer Entbehrungen Iteine Gewichtsabnahme erzielen konnte, versuche Dr. Nofffbauers Entfettung«- tablettier?, die vör allem keine Aenderung der gewohnten Lebensweise verlangen und in kürzester Zeit Gewichtsverminderung bewirken. — Depots Apotheke H. BAYER, Wollzeile Nr. 13 nächsten Tag die Ankunft einer sogenannten Untersuchungslommission an gekündigt wurde, sandte Ssemossenko, um den vollen Sieg über den „Feind" zu feiern, am Dienstag den 18. Februar seine Haidamäken nach dem kleinen Städtchen Fe l scht i — 20 Kilometer von Proskurow —, um dort eine.nerie Schlächterei unter den Inden zu veranstalten. Auch dort ^wurden alle nicht Versteckten Juden — solche waren sehr wenig — .abgeschlachtet. Ter ainzige dort praktizierende indische. Arzt Doktor M a z o r, der feine Unifom als gewesene Militärärzt ünzog, nm sich auf diese Weiseln rettenwurde niede r-- gemetzelt. Auch in Fekschtin dauerte der Pogrom nach dem Prosturmver System drei Stunden. Nach verläßlichen Schätzungen wurden in Proskurow und Feltschi-n -m e h r a I s 3 0 0 0 Inden a b g e s ch l achte t Einige Wochen blieb Ssemosseniko mit seinen Hajdamalen in Proskurow und hielt die Stadt unter der Drohung -neuer Pogrome in Schrecken. Bald darauf erkrankte er schwer, jedoch nicht-eüva infolge von Gewissensbissen, sondern an einer venerischen Kranlkheit, lag i-n einem jüdischen Haus u n d l i e ß sich v o n j ü d ische n. Aerzten behaudeln! lieber die Einzelheiten ider bestialischen Taten der Hajdamaken ist in der letzten Zeit vieles geschrieben worden, so daß ich nicht mehr die Wunden aufreißen will. Ich möchte nur hinzufügeu, daß die Truppen mit sogenanntem „kaltem Gewehr", Bajonetten, Spieß e n,; w i e z u C h m e l nickis $ e i t c n, gegrbeiiet hatW,"Mi<: - Wurdest r Ivgren -Fast alle 'tödliche; wie. es scheint, Mr-en . die Häida-malen-dahjn unterwiesen worden, ihre Stiche gegen Hals-, Brust- und Bauchgegend zu führen, wo bekanntlich die le'bensgefährlich.m Verletzungen entstehen. Viele jüdische Häuser voll Schwerverüvundeter wurden in Spitäler umgewandelt und von dem Leiter des .dänischen Roten Kreuzes unter den Schutz seiner Institution gestellt. Ueber jedem solchen Hause wurde die F l a g g e d e s d ä n i f ch e n Roten Kreuzes aufgezogen. Fast alle Aerzte der Stadt leisteten aufopferungsvoll viele Wochen hindurch ärztliche Hilfe. Heworheben möchte ich die Verdienste der beiden christlichen Aerzte, Dr. Golubew, der wertvolle chirurgische Arbeit leistete, und Dr. Palozow, der persönlich die Schwerverwundeten von den Straßen und Wohnungen auflas nnd in die Spitäler nberführte. Dies ist ihm deshalb besonders hoch anzmechnen, weil es in ben erften Tagen nach dem Pogrom für Juden mit Lebensgefahr verbunden war, die Straßen zu betreten. Nur wenige von 'den Verletzten konnten wieder ihre Gesundheit erlangen. Viele von ihren Angchörigon sind . wahnsinnig geworden. Niemals werde ich den Gesichtsausdruck einer Frau in Felschlitt vergessen, welche ich mit dem christlichen Arzt Dr. F e n i o r einige Monate nach dem- Pogrom besuchte. Seit den Tagen des Pogroms richtete sie ihre Augen zum Himmel und murmelte unausgesetzt: Wo bist du, rvaruni? Wo bist du, warum?... Auch wir psychisch relativ Gesunde fragilen damals und fragen noch heute: Warum? ... Kverßny beschuMgt Rewutzky. Im Charkower „Stern" veröffentlicht der letzte jüdische Minister der Ukraine, Pinchas Kraßny, einen offenen Brief, in welchem er erklärt, daß ihn reine Verantwortlichkeit für den Pogrom in Proskurcw treffe. Nur Rewutzky allein sei schu'ld an der Passivität der Regierung zu dieser Zeit. Hoffentlich wird Rewutziy, der als Zeuge zum Schwarzbarth-Prozeß vorgeladen .ist, dem Herrn Kvaßnh db> Antwort nicht schuldig bleiben

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