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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-21 · Heft 2692 (21.8.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2692 (21.8.1926)
Date
1926-08-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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fit. SM wuRirHIg BSMettte Morgenzrtt««- w sigjH!m -£mt=im=i!i|=iffl der elt Der Prozeß Schwarrbarth im Novemder oder Dezember. Der ehemalige Mitrifter Newutzky al- Zeuge vorgeluden. Rew-Kork, 20. August. Der hier als Journalist lebende gewesene Minister der Petljura-Regiermig, Herr Rewutzky, hat ein Schreiben des Verteidigers Schwarzbarths, Tor res, erhalten, in welchem ihm dieser mitteilt, daß Rewutzky öjI§ Zeuge in dem Prozeß vorgeladen werden wird. Der Prozeß wevde Ende November oder anfangs Dezember stattfinden. Torreß spricht die Voffmlng aus, daß der Prozeß gewonnen werden wivd Reorganisation der Mische« Federation sSr Frankreich. Aus Paris wird uns berichtet: Die vor einiger Zeit in Angriff genommene Reorganisation der zionistischen Federation für Frankreich ist bereits vollzogen. ES wurden vier neue zionistische Vereinigungen, und zwar der sephavdische Verband Jchuda Halevy, der Verband der russischen Zionisten Bent Zion, der Verband der rumänischen Zionisten Sichron Jacob und der Verband der französischen Zionisten ins Leben gerufen. Dem Direktorium des französischen gehören Leon B l u m, Fernand C or e o 8, Gdmond F e r y, F i l d e r m a n, Aime P a 11 i e r e, Andre Spire, Charles Baur, Jean Richard Bloch, Henri Boden- Reimer, General Geismar und Henri Hertz an. Ter ungarische Numerus clausus im kommenden Schuljahre. Aus Budapest wird uns berichtet: Wie alljährlich hat 'der Unterrichtsminister auch diesmal vor Beginn des neuen Schuljahres im Berordnungswege die Zahl der jüdischen Studenten, die aus Grund des Gesetzes vom Numerus rlausus an den fünf ungarischen Hochschulen für das erste Studienjahr ausgenommen werden können, festgesetzt. Darnach dürfen im SchlÄjahr 1926-27 in ganz Ungarn insgesamt 190 jüdische Hochschüler neu inskribiert werden. Diese Ziffer wurde auf Grund der fünsprozentigen Verhältnisguote errechnet. Davon entfallen aus die juristischen Fakultäten 56, die medizinischen 38 und an der technischen Hochschule aus die Fächer für Architektur fünf und für Chemie — in ganz Ungarn — bloß ein jüdischer Hörer. Aber auch diese Ziffer von 190 treuen jüdischen Hochschülern steht noch nicht fest, weil die einzelnen Senate die Zahl der aufzunehmenden jüdischen Hörer nicht nach den Festsetzungen der Minifteriolverordnung, sondern nach dem fünsprozentigen Verhältnis der neu arrfgenommenen nichtjüdifchen Hochschüler bestimmen. Tally Gnggenheim — jugoslawischer Konsul. Aus Belgrad meldet I. T. A.: Durch königliches Dekret ist der bisherige Leiter des jugoslawischen Vizekonsulates in Basel, Sally Guagenheim, znm Konsul ernannt und das Dizekons-ulat zum Konsulat erhoben worden. Professor Ernst Samtek gestorben. Im Alter von 58 Jahren ist der Berliner Stndienrat Professor Dr. Ernst Samte r nach kurzem Leiden gestorben. Er ist einer der verdienstvollsten Forscher auf dem Gebiet der vergleichenden Religionswissenschaft gewesen. Im Jahre 1913 gründete er die ,',Religionswissenschaftliche Vereinigung". Die vier Professoren Zondek. Die Privatdogeiiteil der Berliner Uiliversität Dr. Verband Z o n d e k, Assistent an der Universitätssrauenklinik, und Dr. S. G. Z o u d e k, Assistent an der zweiten Medizinischen Klinik der Charite, sind zu Professoren ernannt worden. Damit hat sich die Zahl der Professoren gleichen Namens in Berlin aus vier erhöht. Es gab nämlich schon bisher zwei Prosessorell Zondek: den ärztlichen Direktor des ttt&au* Krankenhauses Professor Hermann Zondek und den Spezialarzt für Chirurgie Professor Max Zondek. Ehrung einer Hundertjährigen. In Breslau feierte vor einigen Tagen Frau Berta U n g e r in Rüstigkeit ihren hundertsten Geburtstag und war aus diesem Anlaß Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Unter der großen Schar derjenigen, die persönlich ihren Glückwunsch übevbrachten, befand sich auch Oberbürgermeister Dr. Wagner. Vereine. Bortriige und Versammlungen. Zionistische Kultnrgruvve XX. Karl-Meißl- Straße Ö/i. Heute um, V,8 Uhr abends Zusammenkunft. Morgen Badeausflug nach Klosterneuburg; */«8 vor dem Franz-Josefs-Bahnhof. —Zionistische I ugendgrupve Leopold st ad t. 2. Bei., ZirkuSgafse 33. Morgen. V#2 Uhr, Ausflug. Schottenrlng. Stadtbahichaltestelle. Montag, 8 Uhr, S i ch a h. Dienstag, 8Uhr, Z t o n i st i ca tu r s. Mittwoch, 8 Uhr, - Plenarvers am mlung. — Brtthha - Zoftm. Heute ab '/-ö Uhr abends Heimabend. Morgen, Sonntag, über Hameauindie H a g e n bachklamm unter Führung I. Babad. Treffpunkt: 8 Uhr früh. Heim, 2. Bez., 3-embrandtstraße 28. Tilboschetb! — Zetrei Misr a ch i. 2. Bez. Pra'erstraße 43. Unsere Lesehalle ist täglich von 5 biS.V.10 Uhr für jedermann geöffnet. Montaq im Vereinslokal M t t g l i e d e r v e r s a m m l u n g, bei welcher Herr B. T a ub e r über MiSrachismuS sprechen wird. Gaste willkommen! _ und Kunst. Sie Salzburger FeWlele. „Turandot" — „Jedermann". Die Manie der alten Madame Turandot, Preisrätsel auszugeben und den Unglücklichen, der sie nicht zu lösen vermag, köpfen zu lassen, reicht bis in die Unzeit zurück, in dem orientalischen Mythos ebensowohl wie in dem griechischen oder in dem nordischen. Nach etlichen dramatischen Bearbeitungen durch Gozzi, Schiller und Bollmoeller ist Turandot nun bei Reinhardt angelangt, der alles daransetzte, im Bunde mit Oskar Strnad, Alfred Polgar und Max Pallenberg die Matrone wieder aus den Glanz der Jugend herzurichten. Er versucht es mit seinen oft bewährten Dhvatermittelchen: Er baut für die Zeremonie der pomphaften Auszüge e-ine Brücke über den Znschauervaum zur Bühne, er läßt die lebendigsten, farbenprächtigsten Bühnenbilder ausleuchten, deren exotischer Glanz die Reize der vormals von Haas-Hage inszenierten Lehar- Operette „Die gel>be Jacke" noch weit überstrahlt. Hier wie dort der Beigeschmack der Revue, hier wie dort ein Theaterchina, das an kostbaren Stoffen und Kostümen, an Tärlzen und Auszügen schier unerschöpflich ist, doch über allen Aeußevlichkeiten der Seele des Orients ferne bleibt. Bei aller sinnenfälligen Großartigkeit ein stilistisches Mischmasch auf der Szene wie in der von Bernhard Paumgartner mit raffiniert einfacher Technik geschaffenen, mondänen Musik, deren chinesisches Rokoko bald Mozart pnecinisiert, bald Puccini vermozartelt. Gar zu weitgehende musikalische, dichterische und szenische Lizenzen verlegen Tnrandots Peking in die Nähe von Hellbrunn, und in der Handlung gehen Barockoper mvd Zauberposse, Commedia dell arte und Stegreifkomödie eine seltsame Verbindung ein. Namentlich letztere saniert die Turandot beinahe zu Tode. Eine ganze Serie von Clownerien zieht über vie Bühne unter dem Geleite Palleubergs, der nicht nur Obereunuch des Serrails, sondern Knabe für alles ist. Die von dell Bearbeitern stiefmütterlich bedachte Turandot spielt Frau Helene Thimig: nicht eine Hexe von nnvevgleichlicher Geistesschärfe — wie es das Stück verlangt —, die sich feinem Mann ergeben will, sondern uv ein zimperliches Ding Lus gutem, bürgerlichem Hause. Eine Prachtgestalt Harald K re uzberg als stummer Tänzer, der mit seinen schier urizähligen, stets in verkyeulter Bewegung befindlichen Fingern, Armen und Beinen fast wie ein exotisches Schlinggewächs anmutet, sine ganz feine Lustspielfigur Gustav Waldau als gütiger chinesischer Serenissimus, gut Herr Müthel als trauriger Liebhaber, großartig die Besetzung der komischen Gestalten der Commedia dell arte mit Rornattowsky, dem amüsanten Moser, H o m o I f a und Pallenberg, dem genialen „Spielverderber". Als Maitre de plaisir reißt er tausend Posten, mit mephistophelischer Bosheit rodet er ätzende Lauge, zerreißt er das Stück in tausend kleine Fetzen, die kein künstlerisches Ganzes geben. Er blendet, fasziniert und reizt die LachmuskÄn, unbMmmert um den Sinn des Stückes und die Rollen, seiner Partner, er ist witzig bis zur Langweile, wenn er mit seinen Tivaden bas Stück endlos zerdehnt. Er ist zugleich der Raisounenr des von ihm gleichsam aus fernstem chinesischem Porzellan servierten Alt-Wiener Zauberstückes und faßt als sein eigener unbefangener Kritiker den Wert des MarchenspiÄes' in die Worte zusammen: „5>te Ausstattung ist ausgezeichnet". * Auf dem Dornplatz gab es ein Wiedersehen mit „Jedermann". Es ist nicht nur ein Spiel vom Sterben des reichen Mannes, sondern zugleich ein Spiel für die Fassade des Salzburges Domes und ein Spiel für M o i s s i s blendendes Künstlertum. Er rodet Tenorarien, er singt und schmetterr, winselt und weint und bleibt bei all seiner fast idealen Technik doch distanziert^ wiewohl doch Jedermanns Schicksal Moissi als überzeugten Kommunisten nahegehen müßte. Auch sonst gab es durchwegs hochwertige Darbietungen: Rührend ist Frieda Richard als Mutter, drollig Herr Di egelmann als dicker Vetter, überragend Herr Pallenberg als Teufel. Das Erlebnis der Ausführung war« freiNch Frau Bleibtreu als Glaube, die mit ihrer wunderbaren, ehernen Stimme die dröhnenden Glocken übertönte. Und die großartigste Regieleistung boten die untergehende Sonne und die Schatten der Nacht, die sich langsam gespenstisch anf^die leuchtende Domfassade herabsenkten, als Jedermann ins dunkle Grab stieg. Erwin Felder. Schaljapins amerikanische Herzogin. Michel Georges-Michel erzählt ein paar amüsante Geschichten von den: berühmten russischen Sänger Schaljapin. Hier ist eine: „Sie wollen wissen, wer rneine amerikanische Herzogin ist? >Das ist.eine lange Geschichte. Eines schönen Morgens tauchte sie an Bord eines Luxnsdampfers aus, mit dein ich nach Europa zurnckfuhr. Sie ließ eine Diamanteubrosche fallen, und ich beging die Unvorsichtigkeit, sie aufzuyeben. Sie fragte nach meinen Namen. Ich zögerte. Hätte ich geahnt, daß alles von ihr arrangiert war . . . Bis zur Ankunft des Schiffes ließ sie mich nicht mehr in Ruhe. Bei der Zollrevision versuchte ich, ihr zu entfliehen. Vergebens. Die erste Karte, die man mir brachte, war die ihre! Ich ließ ihr sagen, ich sei im Bad. Sie bestach das Zimmermädchen und brachte mir den Bademantel. Ich lud sie zunl Essen ein. Zwei Stunden lang entwickelte sie mir ihre Theorien über Musik. Ich widersprach, so gut ich konnte. ,Zch sehe, wir sind in allen Punkten einig," erklärte sie mir schließlich. „Ich bleibe bei Ihnen." Abends erschien sie in meiner Garderobe. Welcher Garderobier in der Welt widersteht einem Hundertvollarschein! Das schlimmste ist: sie ist reich. Sie schickt mir dauernd Geschenke, die rnich viel Geld kosten. Ich muß sie jedesmal durch einen Boy zurückschrcken . . . Das ist noch nicht alles. Jni Speisesaa-l steht ihr Tisch stets neben dem meinen. Sie hat eine unglaubliche Erfahrung im Hotelleben. Es wäre völlig zwecklos, das Hotel zu wechseln, sie käme sofort nach. Das geht nun schon zehn Jahre lang, kreuz und quer durch die Welt. In meiner Verzweiflung habe ich daran gedacht, den Kapitän eines Nil- 21. August 1988 GM i Nur 1 Schilling kosten die herrlich ausgestatteten Binde der U llvre du demein Bisher sind erschienen: Claude Anat: Arlane / Plerra Louys: La komme et te paafia ftenö Benjamin: Les justices de paix / Mjrriam Harry: La petite kille de Jerusalem / Henri Ddvernois: Morte la bete Beorgos Duhamel: Confession de mtnult / Gustav Ftaubort: trois contes / Myriam Harry: La dlvine chanson / Read Benjamin: Grandgoujon / Louis Barthou: Les amours d’un Roöte / Colette: Ch£ri / Margüerlte Audoux: Marie-Clalre end Boylesve: Je vous desire un soir... / Henry Bordeaux: Le pays Natal / Eugen Montfort: La belle eniant Paul Bourget: Traglques remotis / Pierre Vllletard: M. Bille dans la tour mente / Henry Duvernois: Glsdle / Gdfäfd d’Houville: L’lnconstante Besuchen Sie die französische Abteilung der Buchhandlung R. LÖwit Wien, 1. Bezirk, Rotenturmstraße 22 dampfers zu bestechen, sein Schiff nntevgehen zu lassen. Mer auch das würde nichts helfen. Sie würde mich am Ende noch retten-. . Schaljapin yolte tief Atem. „Ich habe eine Jvee," sagte er. „Kommet: Sic." Er nahm mich mit in sein Hotelzimmer und versteckte mich. Kurz darauf klopfte es. Es war vie Herzogin. „Liebst du mich?" fragte Schaljapin. „Ja." „Dann zieh dich aus." So geschah es. Plötzlich riß mich der Sänger aus meinem Versteck, warf mir die Kleider der Dame zu und stieß mich zur Tür hinmrs. Wir rannten die Treppe hinunter und fuhren mit dem nähten Zuge ab. Mends saßen wir in einer ftemden Stadt beim Essen. Plötzlich öffnet sich die Tür, und die Herzogin erschim. „Liebling," sagte sie. „ich verstehe dich. Du wolltest mich kompromittieren. Ich werde dich heiraten." Ans den Theatern. Deutsches VolkStbeater Bernard S h a w fc Komödie „Heuchler" bleibt btSinklusiveDonnerSt -a g auf dem Svielplan. Freitag wird zurErinnerung an Goethes Geburtstag „Iphigenie ans Tauris" aufgeführt. Ferdinand Oitno wurde von der Direktion zur Darstellung des Orest eingeladen. Die Iphigenie spielt Erika Wagner, den Phlades Werner Schott. Für Samstag ist die E r st a u f f ü h r u n g des Lustspieles „Figuranten" von Andre B i r a b e a u angesetzt, worin die neuengagier'e Salondame Margarete D u v t n a g e debütiert. Jüdisches Künstlerkabarett, 2. Bez., Pratevstraße 60. Samstag und Sonntag „Nachys fyn Kinder" von S. Horowitz. Julius Adler, der bekannte jüdisch-amerikanische Schauspieler, inszenierte im Warschauer Kaminski Theater den „Hink emann" von Ernst Toller. Adler spielte auch mit sehr großem Erfolg die Hatchtrolle des Stückes, das, wie noch erinnerlich, dem Wiener Publikum in jüdischer Sprache anläßlich des Gastspieles des New-Iovker jüdischen Kunstthcaters von Morris Schwarz dargeboteu wurde. Rossinis Monument in Bologna . . . Der Stadtrat von Bologna hatte für Rosiini, welcher in Bologna studiert und für diese Stadt auch eine Oper geschrieben hatte, eine Statue votiert und sandte eine Deputation an ihn ab, um ihm die Nachricht von der zugedachten Ehrung zu überbringen. Im Laufe des Gespräches fragte der berühmte Komponist nach den Kosten der Statue. „Ungefähr 120.000 Franken'," antwortete man ihm. — „Nun," sprach Rossini, „so geben Sie mir das Geld, ich lasse das Piedestal machen und stelle mjch jährlich zweimal darauf. Sie haben dann das Original statt der Kopie"._ ♦ Sie Steuerbehörde darf nicht willkürlich Stenern Der Junggeselle und die sieben Hausgehilfinnen. Dem Privaten Fritz H. wurde von der Steuerbehörde der Vorhalt genracht, daß das von ihm einbekannte steuerpfiichkige Einkommen von 20.000 Schilling mit Mcksicht ans die Answandsmerkmale — Halten von stoben Hausgehilfinnen und eines Automobils — viel zu niedrig erscheine. Von der Antwort des Stenevpftichtigen war die StenerbehöM nicht befriedigt rmd die Beranlagiing wllrde auf Grimd der genannten „Answandsmerkmale" abweichend von dem Bekenntnis des Steuerpflichtigen vorgenomn:en. In der dagegen vor denr Bevwaltungsgerichtshof einge« brachten Beschwerde wllvde geltend gemacht, die Einschätzung sei ungesetzlich, weil ein genalles Bekenntnis des Steuerpflichtigen vorlag, dessen Einkonmlellziffer zllr Bestreitung des Arrfwandes vollständig hinreiche. Es gehe nicht cm, daß sich die Steuerbehörde mit der attgsrneinell Phrase, daß der Vorhalt nicht entkräftet sei, über die Angaben deS Zenstten hinwegsetze. Der Verwaltungsgerichtshof hat der Boschtoerde Folge gegeben'und die angefochtene Entscheidung wegen manyeilhaften Verfahrens ausgehoben. In der Begründung wllvde hevvorgchoben, daß die Auswandeillischäyllng von Amts ivegen als äilßevstes Mittel, wen« die Behörde außerstande ist, durch entsprechende Erhebungen und Peweisallfnahinen das Einkommen festzustellen, zur Anwendung zu kommen hat. Die Behörde war verpflichtet, Erhebungen Mer die Richtigkeit des von dem Zerlsiteil angebenen Lobensanswaudes durchzufühken. Eine rührende Szene im Gerichtsfaal. Der Uhrmacherge» Hilfe Alexarider B. hatte, weil er keine Arbeit fiudell konnte, alle Vorbereitungen getroffen, um nach Amertka auszuwander». Die Polizei vertve-igerte ihn: jedoch die Ausstellung des zur Ausreise unbedingt erforderlichen Sittenzeugnisjes mit der Begvülldung, oaß gegen ihn beim Strafbezirksgevicht 1 ein Verfahren wegen Uebertretung des Betruges cmyängiy fei rmd er. srst im Falle eines Freispruches von der Arrklage ein Sittenreuants bekomimev künn». DoMÄA^ war SB. «ne 4 1

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