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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-20 · Heft 2691 (20.8.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2691 (20.8.1926)
Date
1926-08-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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W. August nmtt SEk 4 Wien, Freitag Wiener MoeWitzerLust.^ Nr. 2691 Don der Wiener UnwerWt. Das Rektorat der Wiener Universität gibt bekannt. XifS die Jnskriptionssrist für das kommende Wintersemester für Inländer und Ausländer vom 89. September bis 23. Oktober 1926 läuft. (Qr$ ist das erste Mai sei: dem Jahre 1918, daß iilr Aersländer keine separate Jnskriptionszeit -esttnmt wird.) Im vergangenen Sommersemester waren an der Wiener Universität 7590 ordentliche Hörer (darunter 1135 Frauen) und H8 außerordentliche Hörer (darunter 304 Frauen) inskribiert. Im kommenden Wintersemester norden unter anderen Prof. Geyer über arabisch Altertumskunde, Prof. Geiger Iber Sanskrit und Texte der indischen Erzählnngsliteratnr, Dozent Seif über Arabisch und Osmanisch-Türkisch lesen. Die hebräische Sprache wird nur an der katholisch-theologischen und evangelisch-theologischen Fakultät von Prof. Doller und Prof. W i l k e gelehrt werden. Für alle Fakultäten wird eine Vortragsreihe gehalten von den Professoren Schlick, Oppenheim, Wettstein, Süß und Versluys unter dem Titel „Das Weltbild der Naturwissenschaft". Prof. Turba wird ebenfalls für alle Fakultäten über die bisherigen Forschungsergebnisse in der sogenannten Krieasschuldfrage Vorträgen; Prof. P r i L r a m über „Entwicklung des britischen Weltreiches", Prof. Adler über „Beethoven" lesen; Prof. B r a ß l o f f wird imkommenden Semester nicht tätig sein; Pros. Ltrisower wird über internationales Privatrecht und über Geschichte der Rechtsphilosophie lesen. Ae «nkerbllche Kaserne. Amerikanisch« Bürger können in ihren Geburtsländern zum Militärdienst hervngczogen werden. Wie aus Washington mitgeteilt wird, ist dort vom Staatsdepartement eine Erllärung veröffentlicht worden, wonach Bürger, die in Amerika naturalisiert worden sind, falls sie nach Europa zu Besuch in ihr GeiburtÄand fahren, dort z-um Militärdienst herangezogen werden können, obwohl sie als Bürger der Bereinigten Staaten gelten. In solchen Fällen kann die amerikanffche Regierung Protest erhoben, sie kann aber keine Garantie für den Evfolg ihrer Intervention leisten. Am wenigsten kann die amerikanische Regierung helfen, wenn es sich mn Länder handelt, mit denen sie keinen Natural!« strtionsvertvag geschossen Hot, der die amerikanische Bürgerschaft ouerikermt. Das Stoatsdepartemertt hat diese Erklärung abgegeben im Zustmtmerchang mit dem Fall Louis Davin, eines französischen Emigranten, der ameManischer Bürger geworden war und zu vorübergehendem Aufenthalt nach Frankreich kam. Er wurde dort eirvgozagen. Da zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich kein NatmrcMsatrrmslvertvag besteht, konnte für Darin nichts unternommen werden. Diese ErKärrmg ist von großer Mchtigkeit für sämtliche m AmerÄa naturalisierten Bürger, die in Rußland, Polen und anderen europäischen Ländern, wo die militärische Dienstpflicht bestcht, geboren sind. Solche Bürger müssen in erster Reihe sich darüber ercknndigen, ob das Land, das sie auslsuchen wollen, einen Naturalisationsvertrag mit Amerika geschlossen hat, der ihre Rechte auch außerhalb der Bereinigten Staaten schützt. Die PolirPftherr MkiRtaDdie nstPftt chsskgen bn. Wien. Die Gesandtschaft der Republik Polen in Wien gibt bekannt, daß alle in Oesterreich wohnhaften polnischen Staatsbürger, geboren im Jahre 1606, verpflichtet sind, sich bei der Konfularabteilung der Gesandtschaft der Republik Polen in Wien, 3. Bez., Renniweg 1, in der Zeit vom 16. September bis zmn '16. Oktober 1926 unter Vorweisung ihrer Jdentitätsdokumente zwecks Gintrogung in das MMtarevidenzvevzeichnis zu melden. Die am persönlichen Erschei-nen Verhinderten können diese Anmeldung schriftlich unter Anschluß des Reisepasses und einer legalisierten Abschrift des Geburts« und Heimatsscheines vornehmen. Lenchtgarvergiftnng rkuer tzhetzaare«. Der 30jährige stellenlose Inkassant Ambros Fleisch« tn a n n und seine 21-jähvige Gattin Leopoldine wurden in der Wohnung eines Bevwanidten des Mannes im Hause Gudrunstraße 140 in der mit Leuchtgas erfüllten Wohnunng tot ausgsfunden. Arbeitslosigkeit des Mmmnes und Wohnungslosigkeit dürfte das Paar, das schon einmal Selbstmord angMndigt hatte, in den Tod getrieben haben. * Gestern wurde der 42jährige Fabrikant Max Löwe nst e i n, Woimarerstraße 48, in seiner Wohnung bei geöffneten Wand- und Gaskochevhähnen bewußtlos ausgesunden und mußte.durch die Rettungsgesellschast nach erster Hilfeleistung ins Allgemeine Krankenhaus gebracht werden. Ob es sich um einen Unfall handelt, ist noch nicht bekannrtt. Meder ein Aiegenha«! vor dem Slnftnrz. leber die Renovierungshosien wurde' seit zwoi Jahren verhandelt. Mittwoch nachts.wurde die Feuerwehr zu einem Baugeorechen nach Wähmng berufen. Das Haus, 18. Bez., Schulgasse 62, zeigte im gangen S t i e g e n h a u s an der Wand große Risse und Sprünge. Es bestand die Gefahr, daß sich das Stiegenhaus schließlich, vom übrigen Haus loslösen werde. Die Bewohner des Hausts, die eine Katastrophe wie in der Stroheckgasse befürchteten, entschlossen sich daher, um die Feuerwehr zn rufen. Mt zahlreichen Hotzftützen wurden, vom Keller angefangen, die Stiegengänge gründlich unterfangen, und erst gegen halb 2 Uhr früh war die Pölzungsarbeit der Feuerwehr vollendet. Das Haus gchört einem gewissen Jaroslav Kral, und es ist bemerkenswert, daß schon feit zwei Jahren Unterhandlungen wegen der Tragung der Reuovierungskosten im Zuge tocmn, . Set Sequolapatk in Senerigekahr. San FkanMo, 19. August. (Reuter.) Die berühmten R o t h o l z m a m m u t b ä u m e des Sequoia-Nationalparks sind von einem Brar.de bedroht, der in der Nachbarschaft der Stad; Badccr auscebrochen ist. Ter Brand hat bereits 60.000 Acres Gehölz vernichtet und bewegt sich gegen den Redwood- Canyon-Wald. > > Der Park besteht ans den letzten Exemplaren der McmmmlWchte. Die Reservation ist rmch dem Komantschenhäuptlinq Sequoia benannt, der in 'der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts lebte und ein selbständiges A-phabet erfunden hat. Lik Leiche im brennenden Heuschober. Eine Pariser Affäre. Aus Paris wird uns gemeldet: Die Pariser Polizei hat die Personalien des Automobilisten ermittelt, der am Samstag bei Douillh unweit von Paris feine junge Freundin auf geheimnisvolle Weise er.vürgte und die Leiche in einenr H e n s chober zu verbrennen versuchte. Die äußeren Umstände der Mordtat sind außerordentlich dramatisch und danach angetan, die Phantasie des Pariser Publikums mächtig zu erregen. Die beiden Ausflügler waren in einem eleganten Auto vor.einem Restaurant der Ortschaft vorgefahren und 'der Mann sie'l der Wirtin durch seine Nervosität auf, seine schöne Begleiterin aber durch ihre Ausgelassenheit. Sie tanzte unaufhörlich mit der Wirtstochter und erzählte lachend, eine Zigeunerin habe ihr ein gewaltsames Ende vorausgesagt. Bald daraus wurde ihre Reiche von Damen entdeckt, die der ant Horizont sich widerspiegelnde Feuerschein in der Nähe der brennenden Scheune gelockt hatte. Der Mörder ist der Sohn eines früheren Bürgermeisters, des jetzigen Börsenmaklers G u y o t. Tie Ermordete ist eine sünfundzwanzigjährige Tclephonbeamtin. Guyot hat beim Morgengrauen, kurz nach der Lektüre der Morgenzeitungen, die Flucht ergriffen, einige Minuten, bevor hie Polizei sich in seiner Wohnung einsand. ' 75.000 Kilogramm Filmstreifen explodiert. Berlin, 19. August. Die Blätter melden: In einem den AtlaSwerken in Mölkau bei Leipzig gehörenden Schuppen, wo 75.000 Kilogramm gebrauchte Filmstreifen eingelagert waren, die durch Behandlung mit Benzin wieder verwendungsfähig gemacht werden sollten, erfolgte gestern nachmittags — offenbar als Folge einer Selbstentzündung — eine Explosion, die das Dach des Gebäudes omporhob, die Mauern nach außen drückte und in einem Umkreis von etwa 100 Meter a l l e s B r e n n b a r e e n t z ü n d e t e. Die sofort alarmierte Feuerwehr mußte sich daraus beschränken, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. bin 4000 Fahre alte« chinesisches Mannskript. Aus New-Dork wird uns geschrieben: Hier ist ein etwa 100V Jahre altes Manuskript im Besitze der Mrs. Alma Berger entdeckt worden. Die Handschrift besteht aus 50 aus PalmerMättern hergestellten Bogen und ist in altchinesischer Sprache abgsfaßt. Kopien und Photographien des Fundes, dessen Wert aus 20.000 bis 60.000 Dollar geschätzt wird, sind an zahlreiche Philologen und Universitäten sowie an das jüdische theologische Seminar geschickt worden, da die Besitzerin, Frau Berger, eine Jüdin ist. Sie hat die Handschrift von ihrem Vater, Charles Schutz, einem Kaufmann in Kalifornien, bekommen, der es von einem Schuldner an Zahlungsstatt erhalten hat. Das Manuskript, dessen Echtheit nicht bezweifelt wird, konnte bisher noch nicht entziffert werden. Ser König der Straße. Er ist einmal der große König der Straße gewesen, Dves G a i.? t, der Champion des Marschierens, der alle die bekannten Wettmärsche: Paris—Belfort, Paris—Boulogne; Paris—Roubaix gewonnen hatte und der zu den populärsten Helden des Sports in Frankreich gehört. Aber das ist schon lange her. Und der alte Dves hätte sein crbemeuevliches Leben nun in einer Heilanstalt beschließen sollen, eingesperrt hinter Mauern; wohl in schönen Gärten und lustigen Räumen, aber doch eingesperrt. Er hat cs nicht ertragen. Und seit ein paar Tagen ist Dves Gallot s p u.r l o s verschwunden. Hat er sich das Leben -genommen, wie er es in letzter Zeit so traurig oft Plante? Ist er nach der Bretagne zurückgekehrt, von wo er sein Marschieren einst begonnen hat, wie andere behaupten wollen? Man weiß es nicht. Man weiß nur, das Dves in jenem Spilal, in dem man seine alten Tage Pflegen wollte, unglücklich war und es darum ivohl sür ganz verfassen hat. Ist das erstaunlich? Kaum, ivenn man hört, welch ein Roman dieses Leben gewesen ist. Dves wird mit fünfzehn Jahren Schiffsjunge auf einem deutschen Segler, der nach Ceylon fährt. Er flüchtet schon als Bube in einem kleinen Boot ans Festland und läßt den Segler Segler sein. Er taucht etwas spater in den Bereinigten Staaten aus' und toander: und arbeitet von Stadt zu Stadt, wird bald eine sagenhafte Person wie Buffallo Bill in seinen! Kostüm des jagenden fahrenden Gesellen, Brotsack und Gewchr über die Achseln gehängt und an Stelle des Bajonetts die Tricolore in der Säbelscheide. Cr wich in den Bereinigten Staaten Söldner und kämpft für das Sternenbanner. Er vevläßt die Armee und wich der Freund oer Sioux-Indianer. Cr wich zur Romansigur aus Buöengeschichten und kennt den großen, fernen Kontinent, der damals noch lange nicht so dicht 'bevölkert ivar, wie er es an gewissen Stellen heute ist. Er kennt die großen Seen mit ihren Trappern und kennt die Prärien, wie das Felsgebirge und die Büffelherden vou Wyonting, die Leute aus Salllakecity und die Polchändber von Kanada. Er ist bei allen gerne gesehen, und er wird des Wanderns nie müde; bis ihn in späten Jckhren das Heimweh packt, das -Heimweh nach Frankreich. So kehrt er zurück unsd nun wich er, der nie ruhig sstn kann, der inuner und intmer mar» jchi§M Mßt WetchWr auf des Straßen dex HeiWt, Wo steckt er ivohl jetzt? Schläft er irgendwo in einem reife murmelnden Fluß, wo er die Ruh« fand, die er selbst endlich geiucht ha:? Oder wandert er über die Höhen der Bretagne, wo er zu seinen Füßen das Meer rauschen hört, das nie still und nie ruhig wird, das, wie sein Herz ist, und wie die nie erlöschende Sehn^ sucht seines Lebens? Er ist verschwunden. Wien, 20. August. * Sardo h Vikar in Oesterreich dekoriert. Der spanische Publizist in Wien Don Anizetto S a r do y B iI a r hat zu seinem 25jährigen Journalistettjubiläum vmn Präsidenten Harnisch das goldene Ehrenzeichen erhalten. — Wir hatten am 4. April d. I. Gelegenheit genommen, einen von antisemitischen Rüpeleien strotzenden Artikel dieses Publizisten aus dem Blatte „El Debate" in Madrid und aus der „Kölnischen Volkszeitung" abzudrucken.. Offenbar hat er sich das goldene Ehrenzeichen verdient. * Der Faiseur Otto Tauffig. Wie berichtet, ist gegen den 6l>iährigen Kaufmann Otto Taussig, 19. Bez., Rcitblcgasse 10 wohnhaft gewesen, von einem Naphlhaindnstriellen die Strafanzeige erstattet worden, daß er ihn seit Jänner d. I. durch die Vorspiegelung, bewirkeit zu können, daß Londoner Finanzleute die Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft vornehmen werden, geschädigt hat. Mn Advokatcnspcsen und -Gebühren hat Taussig 500 Pfund Sterling entlockt und die Firma überdies um' weitere 600 Pfund Sterling geschädigt. Am 12. d. ist Taussig aus Wien verschwunden. Nun hat gestern eine zfvcite Firma gegen Taussig eine ähnliche Anzeige im Sicherheitsbnrcau. erstattet. Dieser Firma — sie gehört der Metallbranche an — hat Taussig durch seinen englischen Bluff 100 Pfund herausgelockt. Durch seine Machenschaften erleidet sic überdies an Kosten für Verträge und Spesen einen Schaden von 5000 S. * Ein Wiener Rechtsanwalt in Italien verhaftet. In der italienisch-französischen Grenzstation Ventimiglia ist am Freitag vorige Woche der erst seit kurzem in Wien etablierte Rechtsanwalt Dr. Julius E p st e i n unter der Beschuldigung verhaftet worden, daß er versucht hätte, sich das Gepäck einer Mitreisenden anzueignen. Dr. Epstein protestierte gegen seine Verhaftung, wurde aber trotzdem in Haft behalten und konnte bis heute seine Freiheit' nicht wieder erlangen. Er hat es noch nicht einmal durchsetzen können, dem ordentlichen Untersuchungsrichter vorgesührt zu werden, sondern wird im Polizeigefängnis festgehalten. Nach Aeußerungen seiner Bekannten ist es völlig ausgeschlossen, daß er eine derartige Handlung unternommen hätte. Es dürfte sich vielmehr um ein Mißverständnis handeln. Das Auswärtige Amt hat bereits die nötigen Schritte zur Aufklärung des Sachverhaltes unternomnren. Nach einer aus Italien eingetroffenen Mitteilung, dürfte die Enthaftung Dr. Epsteins ehebaldigst erfolgen. n * Kasseneinbruch bei Zwieback. Mittwoch nachts sind unbekannte Täter in das Modewaren- und Konfektionshaus Joses Zwieback u. Bruder, Mariahilferstraße 111, gedrungen. Sie haben dort eine eiserne Kasse aufgesprcngt, daraus Valuten und 5000 S. erbeutet und sind dann geflüchtet. Am Tatorte blieb eine Tasche mit sechs Bohrern zuruck sowie zwei Taschenlampenbatterien. * Bootsunglück bei Hainburg. Der 56jährige Jnstizoberwachkontrollor Franz Kram l i n g e r und der 00,jährige pensionierte Oberkontrollor der Justizwache, Heinrich K r u m P l, die von Nußdorf mit einer Zille nach Angern an der March abgefahren und seitdenl vernüßt sind, sind dock) verunglückt. Die Leiche Krumpls wurde bei Preßburg aus dem Wasser gezogen, und es ist fast sicher, daß auch Kramtinger ertrunken ist. * Niemzowitsch — Sieger im Schachturnier zn Hannover. Mit 6/5 Zählern von sieben Partien wurde N i e m z o w i t s ch im internationalen Schachturnier von Hannover Erster. Zweiter wurde Rubinstein mit 6 Punkten. Die weitere Placierung war: Holzhauseu, Sämisch und Mieses. * Wegen Zweikampfes verurteilt. Das große Schöffengericht in Mannheim verurteilte oie 20, beziehungsweise 22 Jahre alten Studenten der Ingenieurschule Karl Bahlmann aus Nürnberg und Gustav H a n e k aus Neustadt a. d. Haardt wegen Zweikampfes zu je drei Jahren Festungshaft. * Wiederaufnahme des normalen Verkehres der Straßenbahnlinie 65. Bon heute ab wird die Straßenbahuliuie 05, die wegen Geleiseumlegungen vorübergehend von der' Triesterstraße abgebenkt wurde, wieder vün der Troststraße über die Triesterstraße und Wiedner Hauptstraße zur Kärntnerschleife und zurück geführt. * Die Kindesleiche im Donaukanal. Mittwoch nachmittags vernahm der Fischer Adolf S ch n e e r am Ufer des Donaukanals, unweit der Eisenbahnbrücke in Nuhdorf, wo er gerade angelte, plötzlich im Wasser ein Geräusch, wie wenn ein schwerer Gegenstand ins Wasser gefallen wäre, und sah gleich darauf, daß drei Schritte von der Angel entfernt ein nacktes, neugeborenes Ki n d im Wasser trieb, mit dem Rücken an der Oberfläche, Arme und Füße eingezogen. Der Körper schien leblos zu sein und wies auf dem Rücken dunkelrote Flecken, anscheinend Totenflecke, auf. Wenige Sekunden später war der Körper im Wasser verschwunden. lDer Beobacht richtet sich gegen eine Gruppe von drei Personen, einen etwa 24- bis 86jährigen Burschen, der einen Rucksack trug, eine etwa gleichaltrige und eine etwa 36jährige zweite Frauenspevson, die sich den ganzen Tag in der Gegend Herumtrieben. Speziell die beiden Frauen wurden um die kritische Stunde bei der Eisenbahnbrücke gesehen. * Der „persische Attache aus Urlaub". Hier wurde ein junger Perser verhaftet, der wegen mehrfacher Hotelbetrügercien gesucht wird. Cr bezeichnet sich als Ali Mephtader, 1900 zn Teheran geboren, „Attache im persischen Finanzministerium". Er lebte in mehreren Städten Deutschlands auf Punch und verschwand dann. Das gleiche tat er in Warschau, von wo er 'die Fahrt nach Wien im Flugzeug unternahm. Das Fluggeld wurde ihm als „Attache" kreditiert. Er wurde dem Landesgerichte eingeliefert. * Ein betrügerischer Postassistent. Der dem Postarnte 46 in der Vorderen Zollaintsstraße 1 ^ugeieilte 25jährige Postassistent Felix Floohr hat sich mehrfach Postsendungen angeeignet und eine Reihe von Firmen dirrch Kreditschwinbel betrogen, indem er Waren, die er auf Abzahlung taufte, sofort versetzte. Er wurde dem Landesgerichte eingeliefert. * Erhöhung des Spielkartenstempels. Mit Bundesgesetz vom 38. Juk 1926, werden ab 1. Septeniber 1926 die bisherigen Spielkartenstenchelsätze von 20 G., 40 G. und 80 G., auf 50 G., 1 S. und 3 S. erhöht. Zufolge Durchführungsverordnung von 11. August 1936 haben die Svielkartenverfchleiher die bet ihnen am 1. September 1926 vorhandenen, nach den bisherigen Borchriften gestempelten Spielkarten bis längstens 25. September 1926 beim Stempelamte in Wien (3. Bez., Vordere Zollamtstraße 5) oder bei einem Steueraurte unter Vortage der Kartenpiele und gleichzeitigem Ertag des für die Nachstenchelung zn entrichtenden Gebührenbetrages mit stempelfreier Eingabe anzumeldeu. Die am 1. September 1926 vorhandenen Vorräte an Spielkarterr, die sich in amtlich verschlossenen U mchlägen befinden, haben ferner anzumelden: 1. Die Inhaber von Gasthösen, Gasthäusern, Kaffeehäusern und sonstigen Beherbergungs- und Bekostigungsunternehmungeu; 2. Vereine, Klubs und sonstig Personenvereinigungen, wenn in den von ihnen benützten Räumen der Gebrauch von Spielkarten regelmäßig stattfindet; 8. Privatpersonen, die am 1. September 1926 mehr als fünf Kartenspiele der obbezsichnete« Art besitzeni

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