Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2687 (16.8.1926)
- Date
- 1926-08-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Serie 2 Wien, Montag wiener Mrorgenzerrung iü. «wsgreyt iV&b 9t t« BW Am.Aufgabe des fSdWen rechnikers in PsISftiva". Eine Erwiderung van Architekt Alexander Levy (rel.".wiw). In Nummer 2617 der „Wiener Morgenzcitung" plaudert ein Architekt mit schöner Unbefangenheit über die Ausgaben des jüdi'ckeu Lechniler^ in Paiö.'tin.i. Eine kurz.' A.r.-»vort str mir, der ich seit fnn-fzchn Jahren in Europa und seit sechs Jahren in Ere; Israel mit diesen Tineen »'.ich b.'sasse. gestaltet. Im ersten Abschnitt seiner Betrachtungen erzählt der Herr Kollege dem andächtigen Leser, daß alles, waS hier nicht von den Herren Architekten B ä r w a l d, K a u f f m a n n oder von der Firma Solclboneh (die bisher nie ein eigenes Architekturburean hatte, erst ganz vor kurzem hat sie sich einen jungen, begabten Architekten engagiert), gebaut worden ist, „eine Ablagerung des gesamten architektonischen Kitsches der ganzen Welt" sei; und „daß es doch so naheliegend gewesen wäre, die reichlich vorhandenen arabischen Bauten als Studienobjekt zu tvählen". Und „den Beweis für die Richtigkeit dieser Erwägungen bieten bereits die vorzüglichen Bebauungspläne des Architekten Kmffmann, die zwangsläufige Erzeugung und erfolgreiche Verwendung des Kaltsandziegels und namentlich auch die des Betons". Man möchte wirklich in den schönen Ruf ansbrechen: „Da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich". Aber wir haben hier das Staunen und Wundern leider längst verlernt. Wir wissen längst, daß alles, was „von oben her" gemacht oder protegiert wird, höchst herrlich und ausgezeichnet ist, alles andere „erbärmlicher Kitsch". Die Herren Kaufmann und Bärwald sind offizielle Persönlichkeiten, Beamte gar, der eine bei der P. L. D. C. und American Zion Comnwnwealth, der andere beim Haifaer Technikum, also sind sie Engerln und ihre ,-Schöpfungen" Kunscht! Solclboneh ist identisch mit der alleinseligmachenden und höchst offiziellen Arbeiterorganisation, darum sind ihre Bauten musterhaft und künstlerisch vorbildlich, obwohl diese Bauunternehmungssirma gar nicht nach eigenen Entwürfen baut, sondern bisher — mit verschwindenden Ausnahmen aus der allerletzten Zeit — nur Entwürfe der verschiedensten freien Architekten ausgoführt hat. Wo, wenn die freien Architekten ohne Solelbonch bauen, dann machen sie „den ärgsten Kitsch der Welt"; lassen sie ihren Mist aber. durch die Solelboneh aus sichren, dann islls auf einmal ein hohes Kunschtwerk! Wunder über Wunder! Was mm die ,zwangsläufige Erzeugung und erfolgreiche Verwendung der Kalksandziegel" betrifft, so ahne ich zwar nicht, was der Verfasser sich unter zwangsläufiger Erzeugung vorstellt. Aber daß die. ebenfalls hochöffiziöse, seit Jahren unter Zwangsverrvaltung der A. P. C. stehende -Ziegelei bereits einige Male zwangsläufig pleite gegangen ist, das ist jedem Kinde hier wohlbekannt. Eigentlich gearbeitet hat sie überhaupt nur während der kurzen Epoche der hereinströmenden Alijah rewiit. Da konnte die diese Leute, die um jeden Preis bauen wollten und mußten, mit ihren abnorm hohen -Preisen schröpfen, weil die viel billigere Handherstellung der viel besseren Zementziegel nicht genug ergab, um den ganzen Bedarf zudecken. Der Herr Architekt, der sich so klug und weise vorkommt, lvenn er auf die „reichliche Auswertung der im Lande vorhandenen Baustoffe" (also hier Kalk und Sand) hinweist, weiß nicht, daß hier immer alle vom Auslande importierten Materialien weit billiger am Markt 'waren, als die in Palästina erzeugten. Daß zum Beispiel 1000 Ziegel aus ausländischem Zement, in -Handarbeit hergestellt, 3 Pfund kosteten, während die fabrikserzeugten Kalksandziegel aus Materialien, die zum größten Teile direkt auf dem Fäbrrksgrundstück lagen, 4 Pfund kosteten, wobei noch das Format der letzteren 16 Prozent kleiner war. Dieselben Kalksandziegel kosteten zur gleichen Zeit ab Hamburg 2 Pfund!! Es war fast so, daß man hätte Ziegel, bekanntlich das ungünstigste Transportgut 'der Welt, billiger vom Hamburg hierher verschiffen können, als man sie hier in der von zionistischen Geldern errichteten Fabrik zu erzeugen imstande war. Und trotz dieser irrsinnig hohen Verkaufspreise konnte sich die Fabrik nicht halten und ist jetzt wieder seit vielen Monaten geschlossen, hat einen gewaltigen unverkäuflichen Stock von vielen Millionen fertiger Ziegel, hat ihre hundert Arbeiter fristlos und entschädigungslos entlasten, die jetzt als Arbeitslose auf der Straße liegen und sich somit überhaupt und in jeder Beziehung als zwangsläufig und erfolgreich" erwiesen. Mit 'den vorbildlichen arabischen Bauten, die es dein offenbar stark romantisch veranlagten Kollegen so angetan haben, ist es natürlich auch nicht weit her. Die Araber haben, historisch gesehen, eine sehr sympathische und hochstehende Wohnbaukultur, für ihre Bedürfnisse, entwickelt. Ihr ausgesprochen durchgebildetes System des „Nach-Innen-Wohnens", statt, wie wir, nach der Straße, ist idyllisch und beneidenswert, ist aber hauptsächlich in der Stellung der mohammedanischen Frau begründet. Irgend welche ausgesprochene Fassadenbaukunst, was wir so im traditionellen Sinne „Stil" nennen, haben sie eben wegen dieses Bauprinzips kaum je entwickelt, außer in Sakralbauten, und auch da noch vom „Nach-Jnnen-Bau" beeinträchtigt. Außerdem: Hätten die Araber einen eigenen ,-Stil", so müßte heute jeder einigermaßen modern empfindende Künstler sich mit Schauder von ihm wenden, eben weil jede Art von „Stiltunst" uns längst zum Greuel geworden ist. Aber Herr Bärwald, ein im übrigen sehr luftiger und angenehmer Gesellschafter, stilisiert immer feste arabisch-orientalisch drauflos, mit Spitzbögen und runden Lüftungslöcherchen über den Fenstern, wie es im orientalischen Bilderbuch steht, daß es herzevhebend ist. Aber doch muß ich der Wahrheit die Ehre geben: Das Technikum in Haisa ist architektonisch absolut verfehlt, mit seinem völlig unproportionierten, steifbeinigen Mittelbau, seiner stillosen D-ischung aller 'möglichen vorderasiatischen Motive, seinem kläglichen Asbestplattenkuppelchen und kriegerischen „Zinnen". Und der Riesenkasten von einem vierstöckigen Touristenhotel, den Herr Bärtvald uns jetzt an die Ecke zweier ganz schmaler, belebter Straßen im Zentrum Tel Awiws hingestellt hat, ohne im geringsten auf die Umgebung und den Bauplatz Rücksicht zu nehmen, wie es der Herr aus Nummer 2617 mit Recht fordert, dieser Kasten wird dadurch nicht schöner, daß er wieder mit allerhand Zierat aus Tausendundeiner Nacht behängen ist. Solche Bermauschuug von „Orient und Okzident", wie sie in Nummer 2617 kategorisch gefordert wird, ist hier wirklich erreicht. Ob geschmackvolle Leute das gerade als „Ablagerungsstätte von Kunst" oder von sonst was cutpfiudcn werden» weiß ich nicht. Mich schlcuderts, aber ich bin ja nichts als einer von den vielen, die, „Berufene und Unberufene", Palästina zu einer Ablagerungsstätte des Kitsches der ganzen Welt gemacht haben. Nunc venio ad fortissimum virum Kanffmanri. Seit Jahren singen schon in allen palästinensischen Reisebeschreibnngen und Berichterstattungen die Besucher und Beurteiler —' und selbstverständlich sind von zwei Besuchern immer drei Beurteiler — des heiligen Landes das Lob dieses Städtebauers. Nun, ich schließe mich an. In aller Bescheidenheit erlaube ich mir zu benrerken, tvenn cs gestattet ist, daß so ein „Kitschrer" auch mal eine Bemerkung macht, daß der Herr Kauffmann sehr begäbt uttb fleißig ist, besonders im Zeichnerischen. Sein Atelier ist ein »reines Kunstkabiuett und sein Verbrauch an Farbstiften gewaltig. Auf diese Weise war er jahrelang Angestellter der P. L. D. C. und ist jetzt zur Zion Commonwealth, die >nit der P. L. D. C. und Meschek vereinigt ist, übergegangen. Es gibt keine Stadt in Palästina, die 'nicht von Herrn .Kauffmann gemacht, entworfen wird, sei es Her.zl.iah, A sulch, Haisa-Aklo oder sonst was. Ich möchte all die Städte mal sehen, wenn sic erst fertig sein werden. Vorläufig sind sie ja leider kaum angcsangen und es ist nirgends etwas zu sehen. Und wenn die allgeincine große Pleite so weiter geht und die allgemeine Mißwirtschaft, Irreführung, Lobhudelei und Kritiklosigkeit nicht bald anfhört, dann wird wohl auch nie etwas daraus werdet:. Wenn aber was wird, so werden tvir in zwanzig Jahren ein Palästina inadc by Rudyard Kauffmann haben, Monopolware prima. Es ist ein Vergnügen, Privatarchitekt zu sein in Palästina. Davon nur eine kleine Geschichte. Die P. L. D. C., bei der Herr Kauffmann augcstcllt war und bei -der er ein großes sogenanntes „städtebauliches Bureau" mit vielen Angestellten, Herren, Damen und Hunden, nicht ohne wesentliche Spesen leitete, hatte bekanntlich nach dem Kriege vonr armenischen Patriarchat einige sehr kostspielige Terrains im Zentrum Jerusalems erworben, so für 100.000 bis 120.000 Pfund pro Tarrain. Nun sollte das städtebauliche Bureau, das teure, Entwürfe für die Erschließung, Straßenführung und Parzellierung der etwas topographisch schwierigen Terrains machen, damit man die Parzelle umlsehen und die Zahlungen an das Patriarchat leisten könnte. Das städtebauliche Bureau kriegte aber, nach Meinung des Direktors der P. L. D. C. Dr. Dhon, nichts Brauchbares heraus, so idaß mau für das erste Terrain- Commereial Centre, einen öffentlichen Wettbewerb auszuschreiben gezwungen war, natürlich zum großen Aevger des Herrn Kauffmann, der nach seiner Meinung wie nach Meinung des Herrn aus Nr. 2617 der einzige brauchbare Architekt in Palästina ist (denn Herr Bärwäld war damals noch nicht vorhanden). Von den beim Wettbewerb eingegangenen Projekten — es handelte sich um einen Bau von 250.000 Pfund — wurde nur eines prämiiert und auch zur Ausführung bestimmt. Ich hatte das verdammte Pech, daß es das meinige war. Das hat mir viel Mißstimmung von seiten des Herrn Kauffmann und seiner Freunde zugezogen. Aber wenn man hält so ein ärgerlicher Pechvogel ist . . . Zu jener Zeit waren 'die Nöte der P. L. D. C. wegen des zweiten Jerusalemer Terrains, des teuersten von allen, weil am günstigsten gelegen, mit Namen Antimos ins Aschgraue gewachsen. Herr Kauffmann projektierte hin, projektierte her, Monater vergingen, kein Amerikaner oder sonstiger rGeldmann wollte auch nur ein einziges Grundstück auf Grund der romantischen Aufteilung des Terrains in lauter unübersichtliche Winkelgäßchen, wie es in Kauffmanns Entwürfen vorgesehen war, erwerben, und der Verfallstag rückte in immer bedrohlichere Nähe. Ta geschah — aus tiefer Not ruf' ich zu dir, o Herr — das Entsetzliche, daß sich Herr Direktor Dr. Dhon wiederum um Hilfe nach außen wandte, indem er mich — telephonisch — um sofortige Einreichung von Vorschlägen für die Erschließung dieses Aütinwsterrains dringend ersuchte. Innerhalb zehn Tagen legte ich meine Projekte, die jetzt, drei Jahre später, längst auSgeführt find und der Stadt Jerusalem die schöne, schnurgerade und allgemein beliebte Elieser-Ben-Iehouda-Straße geschenkt haben, vor. Herr Dr. Thon berief eine Sachverständigenkonferenz von Herren aus Haifa, Jaffa und Jerusalem, die sich, ebenso wie er selbst, einstimmig für die Durchführung meines Planes an Stelle des Kauffmann scher: aussprachen. Der Plan wurde sofort von der Regierung genehmigt. Der Absatz der Parzellen ging sofort flott los und das Vaterland, beziehungsweise die P. L. D. C. war wieder einmal aus schwerer Not gerettet. Aber für den Herrn ans Nr. 2617 und für die ganze jüdische Oeffentlichkeit, soweit sie für diese Dinge Interesse hat und sich aus den üblichen Quellen darüber informiert, ist Herr Kauffmann nach wie vor der einzige „Städtebauer" Palästinas und sowohl die Spesen dieses vorzüglichen „städtebaulichen Bureaus", die daß jüdische Volk mit vielen anderen Lasten trägt, als auch seine Lorbeeren wachsen frischer und grüner als je. Ich mißgönne sie ihm ja nicht. Aber es ist, wie gesagt, ein Vergnügen, Privatarchitekt M sein in Palästina. Dins jüdische Haus 1 as jüdische Blatt , Las Wahlreglement zum zioniftenwugrek. Die Abänderungen, durch das AktionSkomkt«. Im Sinne der Ermächtigung, welche der Wiener Ziomftenkongceß erteilte, beschloß das Aktionskomitee, di« notwendige A e n d e r u n g des W ah l r e g l e in e n t 8 der Exekutive zu übertragen, welche gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Kvngreßgerichtcs und dem Kongrcßanwalt, das neue Wahlreglement ststzusetzen und ibtS spätestens Ende Oktober dieses Jahre« zu publizieren hat. Die Richtlinien, welche bei die-str Revision des Wahlrcgleinents zu berücksichtigen sind, wurden auf der Londoner Tagung des Aktionskomitees genau festgelegt und beziehen sich im wesentlichsten auf folgendes: 1. In jedem LantosschMverband ist eine Haupt wahlkomm ission zu bilden, und zwar nach -den Grundsätzen, die für die Zusammensetzung der „Landesschekelkommissionen" gelten. Es ist auch die Vereinigung der Funktionen der Hauptwahlkom- Mission und der Landcsschckelkommission in einer Körperschaft znlässig. Dort, wo Landesgrnppen eines zionistischen Sontorverbandes nicht bestehen, bildet der Landesverband eine Hauptwahl - kommission. 2. Die Exekutive ist berechtigt für jede Haupttvahlkommission zu Uciherwachungszwecken einen H au P t w a h Iic o nt m i ss ä r zu ernennen und ihm ton Vorsitz zu übertragen, wenn sich die Hauptwahlkommission aus einen Vorsitzenden nicht einigen kann. Die Wcchivorstänto und Wählleitungen bestehen aus einem von der Hauptwahlkonmnssion bestellten Vorsitzenden und zwei, den stärksten Wahlparteien entnommenen Beisitzern. Die übrigen Wählpa-rteien stellen Vertrauensmänner mit -beratender Stimme ein. 3. Stichtag i st der 10. Inn i. Sollte der Kongreß vor dem 16. August oder nach dem 16. September angesetzt sein, so ist der Stichtag so zu verschieben, daß zwischen ihn: und dem Tage der Kongrcßeröfsnung lein Zeitraum von zwei Monaten liegt. Spätestens 15 Tage vor Kongrcßcrösfnung müssen die Wahlresultate beim Bureau der Exekutive eingcgangen sein. Wichtig ist auch die Bestimmung, daß das Wahlrecht der Sche>ke lz-ah ler in den einzelnen Ortschaften von der o r d n u n g s nl ä ß i g e u Abführung der Schekelgelder a-n die Laard ess chekelko mm iss i o n abhän- 3 i g i st. 4. Das Aktionskomitee wählte eine Kommission bestehend aus ton Herren Dr. A. Barth, Rechtsanwalt Grone mann, Dr. I. Hellman n, Dr. L- L a u t e r -b a ch, Berl Locker und Dr. M. Rosenblüth, die die Frage der Möglichkeit «nid Durchführbarkeit von W e l t w a h l I i st c n zu Prüfen und eventuell eine entsprechende Regelung zu beschließen haben. Ihre Beschlüsse hat die Kommission ton nächsten Sitzungen des Aktionskomitees zur Bestätigung vorzulegen, falls diese Sitzung nicht später als zwei Monate vor den nächsten Kongreßwahlen stattfindet. Findet die nächste Sitzung des Aktionskomitees später st a t t, so haben die. Beschlüsse der Kommission für den nächsten Kongreß binde nd-e Kraft. Der Keren Hnjessoid. Das Aktionskomitee hat zur Arbeit für ton Keren Hajessod die folgenden Resolutionen beschlossen: 1. Das Aktionskomitee sondert seine Mitglieder sowie alle Mitglieder der Zionistischen Organisation in -der ganzen Welt auf, daß sie sich ohne Ausnahme mit der größten Eirergie und mit Anstrengung aller Kräfte in den Denst des . Keren Hajessod stellen. Die Zionisten müssen durch ihre Tätigkeit sowie durch ihre Selbstbest-euerung als Muster dienen. 2. Das Aktionskomitee fordert die Exekutive auf, die Durchführung des .Kongreßbeschlusses zu sichern, tomzufolge kein Zionist, der feine Pflicht gegenüber dem Ätetert Hajessod nicht erfüllt hat, ein Ehrenamt innerhalb tor Zionistischen Organisation und ihrer Institutionen bekleiden darf. 3. Das Aktionskomitee spricht ton Delegierten und -Mitarbeitern tos Keren Haijessod feine wärmste Anerkennung aus, die durch ihre unermüdliche, opferwillige Arbeit den Aufbaufonds für Pälä'ftina schaffen. 3m StaatrbürserfchaftsstWe der Zuden , in Rumänien. Von Dr. Manfred Reifer. Iu Genf wird im Laufe der uächsten Tage aus der Völkerbund» iagung selbst und auf einem speziellen Kongreß das Minoritätenproblem in seiner vollen Größe diskutiert werden. In den Kreisen der Mnderhoitsnat-ivnen wurde für diese Tagungen viel Stimnmng gemacht. Der Juristenkongreß (International Law Association), der in Men tagte, hat zur Frage selbst teils offiziell, teils inoffiziell Stellung genommen, die Rechte der na7t onalen Minder- Helten, weiche in den F r i e d e n s v e r t r ä g e n verKansuliert sind, ganz besonders unterstrichen und auch Vorschläge zur Verbesserung des Statuts des BMerbuiwes, soweit es die Minderheiten tangiert, gemacht. Die Presse hat dieses Problem ausgegriffen und in zahlreichen Jntervielvs allen Richtungen Raum gewährt. Ob die Tagungen in Genf den nationalen Minderheiten das Heil bringen werden, ob die gange Frage eine entschsidento Wendung nähmen ivrvd, läßt sich kaum Voraussagen. Jmmechin dürste das Pwble-m eine genaue Erörterung erfahren, zumal auch einzelne Staaten an der Frage interessier-t sind. Rumänien hat seine Rumänen in -Serbien xmb Mazedonien, Serbien hat seine Gerbe« m Rumänien, Bulgarien hat seine Mllgaren in der Dobrudscha (Runuinien), Oesterreich hat seine Bollksyenossen in Südtirol, Deutschland m Polen uffv. Es bedarf keiner besonderen Hervorhebung, daß die Juden derjenigen Staaten, in denen sie in kompakten Brassen leben, an diesen Tagungen ein sehr starkes Interesse haben. Bescmde:s akut ist die Frage des Bürgerrechtes der Juden in Rumänien. Hier gilt es vor allem eine Datjachie festzuMlen: Im Notzember 1923