Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2687 (16.8.1926)
- Date
- 1926-08-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen? Mdfony I Wi en: Zum Abholen in det Expedition, 1L Taborstr. 1*3, oder in einer Verschldsstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Qol d sch mied, J„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling 1schecho-Slowakefc Mon. K 22. Jugoslawien: Mon, Din. 60. Polen; Mon. 6Zloty. Deutschland: , Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 35 Nacbtahltmaeii bet P r e I *> Br HAhan«rn vorbehaHoi Nr. 2687 Wiener M— Wie». Montag. 16. August 1628 England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 20 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. B ul gar 1 en :Mon.l00Lew2* Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Tabortir. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universltatsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichlsches Postsparkassen-Konto Nr. 150.69" 8. Jahrgang Im re-aktloneNen Tel! enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Klub radikaler Zionisten Zionistische Bezirkssettion Leopoldstadt iiiiuniiiiiiiiiii iiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiii ZoMerstag deu IS. d. M. UM halb 8 M abeuds in ^en Refereu!:' Dr. Miitn Gsldmami Werliuj ^rei Arbeiter in Giebel verhaftet. Die Katastrophe — ein Attentat? . Budapest, 15. August. Wie die Blatter melden, hat die Polizei gestern d r e i A r b eiter in Gewahrsam genommen, da sie im Verdacht stehen, die Explosionskatastrophe in Csepel hervorgernfen z« haben. Der Kirchenkampf in Mexiko. New-Iork, 16. August. Aus Mexiko wird gemeldet: Die Negier»tig hat 56 Bezirksanwälte suspen d ier t, weil sie'das Liirchengesetz uicht mit der genügenden Schärfe durchführten. Bier zehn Priester, die sich, dem Metz unterworfen haben, erhielten die Erlaubnis, in ihren Kirchen den Gottesdienst wieder aufznnchnten. Alle vierzehn sind daraufhin vpn den Bischöfen e x k o mmunizie r t worden. Jil der «Stadt Mexiko Uvar es gestern ruhig, nur ist einer Vorstadt kaut es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf e i n Manu gettzttzt wurde. Me Berhandlunge« über eine Legislative Palästina. Apposition der arMchen Exekutive. — Sokolow bezeichnet die Aussichten als hoffnungslos. K. L o n d o n, 15. August. Wie „Jewish Chroniele" meldet, werden zurzeit in Jerusalem Verhandlungen zwischen der Zionistischen Palästinaexekutive und den Arabern über die Konstituierung einer gesetzgebenden Körperschaft (legislatif assembly) geführt. Seitens der Araber nimmt an den Verhandlungen der Bürgermeister von Jerusalem R a s ch a s ch i b i teil. Das arabische Exekutivkomitee mit M u s s a K a s s i m Pascha an der Spitze ist in schärfster Opposition und leistet energischen Widerstand. y e r r S o k o l o w, der zurzeit in Palästina weilt, gab Pressevertretern gegenüber seiner Meinung dahin Ausdruck, daß die Aussichten hoffnungslos seien. Der Hafenbau in Jaffa. K. Jerusalem, 15. August. Wie gemeldet, wurden dieser Tage seitens der Pnlästinaregierung 115.000 Pfund für den Ausbau des Hafens von Jaffa bewilligt. Kolonel S a l oittoit, der ehemalige Direktor des Negicrungsdepartements für Arbeiten und Industrie,, erklärte, öffentlich, daß Jaffa und seine Umgebung der bevölkert st e Teil P a l äst i n as geworden ist, und Mß^der Häfen auch für Jerusalem v o n größter B e b' e u t u ri g sein werde': ' Diese Gründe waren, es, die die Regirnng und den Magistrat bewogen, die Mittel für den Ausbau des Hafens zu bewilligen und sofort mit d e n A r beiten zu beginnen. Louis Marshall gegen den Rechteverzicht der tsirkifche« Fnden. Rew-Iork, 16. August. (I. T. A.) Louis Marshall, der Prändntt des Amerikanisch-Jüdischen Komitees, veröffentlicht heute eine Erklärung, die sich mit den Minoritätsrechten der türki'chen Juden befaßt. Er verurteilt in scharfen W o r t e n die Absicht der R e p r ä s e n t a n t e n der s ü d i s ch e n Gemeinden in der Türtei, auf die M i u d e r h e i t s r e ch t e, die ibuen auf Grund des Lausanuer Vertrages zu"ommen. Verzicht zu leisten und sagt, ein solcher Verzicht wäre s ch m a ch v o l l u n d völlig nutzlos. Würde» die türkischen Juden einen solchen Verzicht wirklich aussprechen, io würde» sie sich der Verachtuna seitens aller Freunde wahrer Menschlichkeit und menschlicher Würde vreisgeben. Inzwischen ist der Verzicht auf die MinderheitSrrchte s e itensder Versa m ml ungder Repräsentanten der jüdischeuGemeindenin derTürkei bereitausgesprochen worden. Am 8. d. tagte in K o n st a n t i u o p e l die Nationalversammlung der t ü r k i s ch e n I u d e n, die von 70 Delegierten aus der ganzen Türkei besucht war. Nach einer Ansprache des Oberrabbiners derTürkei berichtete der Vorsitzende der Dreizehnerkommission über die Verhandlungen mit der Negierung, woraufhin die Versammlung die folgenden Entschlüsse faßte: 1. Die Juden der Türkei erklären feierlichst ih ren Verzicht auf die ihnen laut dem Lanianuer Vertrag zukommenden Mtnorilätsrechte. 2. Die Regierung wird ersucht, auf die Verwaltung der Geme'nde, ihre Wohltätlgkeits-/ Schul- und anderen Institutionen ihr Augenmerk zu richten und Mittel bereitzustellen, um die moralische und materielle Existenz der Gemeinde und ihrer Einrichtungen zu sichern und ihnen gesetzlichen Schutz zu sichern. 3. Die Regierung wtrd ersucht, Pas Gemeindest alut Gesetz werdenzulassen. Dir Dreizehnerkommilfion erklärte mit Zustimnnmg der Versamm'u»g ihren' R ü ck t r i t t, worauf eine Fünferkommission, bestehend aus den Herren Ressin M a s l i a h, Ferrid Asse o. Awram W aho n Molle C o h e n und Isidore G a l i m i d i, gewählt wurde, die der Regierung die Resolution zu überreichen Md dieweitere r Verhandlungen zu führen haben wird. In einer weiteren R?ioltttlon wurde der Regierungd i e b e bi« g u ng 8 lose Loya l i t a t der türkis ch e n I u d e n auSgedrückt und darauf bingewie'en. daß die Juden niemals daran gedacht haben, auf Rechte, die auf dem Lauf anner. Dertra g fu-en, irgend w e l ch e n A n f p r u ch zu erheben, mögen ihnen solche Rechte welchen Vorteil immer bringen. Die ganze sammln ug Unterzeichnete die VerzkchtSerklärnng. Die antWdischen Exzesie in Fez. K. London, 16. August. Bor einigen Tagen hatte „Daily Telegraph" aus Fez über Unruhen berichtet, bic von der jüdischen Bevölke nt n g angezettelt worden seien. Die Unrichtigkeit dieser Angabe lag auf der Han-d. Nunmehr liegen die genaueren Mitteilungen vor, welche besagen, daß infolge des Ausbleibens des Regens W a s s e r m a n g e l eingetreten fei. Die Marokkaner hatten keine Möglichkeit, ihre Unzufriedenheit über die unterlassene Vorsorge (durch Füllung der Zisternen) gegenüber den französischen Behörden Ausdruck zu geben. Dagegen überfielen sie das jüdische Viertel. Viele Juden sind verletzt. Die Behörden konnten nur mi t großer Mühe Exzesse unterdrücken. Sie zrntralbankangelegenheit. Im Bundeskanzleramt beginnen heute die Besprechungen des Bundeskanzlers mit den Vertretern der Sparkassen nnd Banken wegen der Refundierung der für die Zentralbank der deutschen.Sparkassen zur -Verfügung gestellten Summe von 625 Milliarden Kronen. Die Regierung will diese Angelegenheit noch vor dem 2. September, dem Beginn der Genfer B v l k e r b N n d s c s s i o n, erledigt wissen. Berhandlunge» zwischen den Hafensimlern von Wien und Preßburg. Die Korrespondenz Herzog meldet ans P r e ß b u r g: Zwischen den Hafenämtern von W i e n und P r e ß b u r g iverden seit einiger Zeit Verhandlungen gefiihrt, die den Zweck haben, der tschechoslowakischen Schiffahrtsgesellschaft in Wien nnd der Donan-Dampfschisfahrtsgesellschast in Preßbnrg je einen Freihafen zu sichern. ' Da bereits eine grundsätzliche Einigung znstandegekommen ist, werden nur noch die technischen Einzelheiten dnrchberaten. - > Die Leiche Kitcheners. London, 15. August. Mit großer Spannung erwartet man hier das Ergebnis der a m t l ich eit Unters» ch ung der Leiche, die von denr Journalisten Power nach England gebracht und als die Leiche Kitcheners bezeichnet wurde. Power hat eine Reihe von Dokumenten der ^Behörde übergeben. Die Tagesordnung des Genfer Mbidrrheite«- kongreffer. Genf, 15. August. (I. T. A.) Wie schon mitgeteilt, wird in Genf vom 25. bis 27. August der zweite Kongreß der europäischen Minderheitsnationen abgehalten werden, auf welchem die jüdischen Minderheiten in Polen, den baltischen Staaten, der Tschechoslowakei, Oesterreich usw. durch etwa 20 Delegierte vertreten sein werden. Die soeben festgesetzte Tagesordnung des Kongresses enthält unter anderem folgende Hauptpunkte: 1. Die Frage der Sicherheit der kulturellen Freiheit, 2. die Regelung der Sprachenfrage, 3. die Sicherheit der Gleichheit der ökonomischen Beziehungen, 4. das Bnvgerschastsrecht und das Wahlrecht -der Minderheiten und 5. die Lösung von Streitigkeiten zwischen Regierungen und nationalen Gruppen. Da» enroMsche Eisenkartell gescheitert. Brüssel, 16. . August. (Wolfs.) Das Blatt „Dernier- Heitre" meldet, es habe die bestimmte Mitteilung erhaltetk, daß die Verhandlungen der Metallindustviellen gescheitert seien. Zwischen den deutschen, französischen und luxemburgischen Vertretern habe volle Nebereinstimmung bestanden, doch seien die Belgier mit den Vorschlägen nicht zufrieden gewesen. Sie hätten für jeden der belgischen Metallindustriellen ein beträchtlich höheres Produktionsquantnm beansprucht, als in Paris für die gesamte belgische Produktion festgesetzt worden sei. Das Blatt sagt weiter, daß sehr geringe Wahrscheinlichkeit für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen bestehe-