Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2683 (12.8.1926)
- Date
- 1926-08-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Wiener Moesenzetturrs ~_ 12. Andrst l9§0 - geHe 8 HSHng über den Fall Haas. „Las vSIklsch-nallonairstische Treiben gegen einen jüdischen Mitbürger." Nr. 26bZ Wie», DonnerAag Seüerreichische Manöver. Wie wir an anderer Stelle mitteilen, sagt die französis s ch e Regierung die Manöver für dieses Jahr ab. Sie will! die großen Kosten einer solchen Veranstaltung sparen und dies i um so mehr, als doch der letzte Weltkrieg die völlige Ueberflüssig-! keit dieser Uebungen dargetan hat. Sein Verlauf ließ alle Sup-! Positionen und Theorien als wertlos erscheinen und keine Armee,! auch nicht die deutsche, konnte die Probe bestehen. Die großen! Entscheidungen wurden von den amerikanischen!Rekrntenarmeen gebracht, die kaum ausgebildet, auf die > Schlachtfelder geworfen wurden und die Ludendorffschen Heere Schritt für Schritt zuriickdrängten. Glücklicherweise kann im! Manöver niemals der Ernstfall eintreten, der in Zukunft noch :mehr als bisher das Hinterland betreffen wird. Frankreich also sagt die Manöver ab. Es hat kein Geld; für den Krieg und keines für die Kriegsprobe. Frankreich weiß ■ auch, daß jeder Versuch, cs zu überfallen, sofort automatisch eine gigantische Koalitionsmaschine in Gang setzen würde. Wozu also die Soldaten in der brennenden Hitze abplagen und nützlichen Berufen entziehen? Dagegen bereitet Oesterreich „militärische Uebungen in größeren Verbänden" vor. Sie sollen, wie das christlichsoziale „Weltblatt" meldet, unter der Leitung des Wiener Stadtkommandanten, General W i e s i n g e r, längs der b u r g e n l ä n d i s ch e n Grenze und im Raum von Kirchschlag am Wechsel stattfinden. Wir nehmen an, das; die österreichische Wehrmacht trotz ihres niedrigen Standes und der Hypertrophie an höheren Offizieren sehr tüchtig und gut ausgebildet ist. Was soll sie aber bei Manövern beginnen, wo doch durch den Friedensvertrag die Anwendung von Tank s, schweren Geschützen und Flugzeugen strikte v e rboten ist? Die G'schaftclhuberei kann doch nicht darüber hinwegtänschen, daß Oesterreich, dessen Integrität durch Friedensvertrag und Genfer Konvention garantiert ist, keinen Krieg führen kann. Der Wohlstand des Staates und der Privatwirtschaft ist auch wohl kauin verlockend für irgend einen „Feind". Wir leben im besten Frieden mit aller Welt und werden diese Politik auch kaum aufgebcu, solange eben der Geist der Genfer Konti c n t i o n maßgebend bleibt, der alle Extratouren untersagt. Ein Angriff Ungar i^s, der allein im Bereiche der Möglichkeit liegt, würde genau zo wie bei Frankreich einen Schuym c ch a n i s m n s auslösen, gegen den auch die Horthhsch »n Generalstäbler nicht aufkommen. Wozu also die Manöver, wozu die riesigen Auslagen? Nur wegen des schönen Bildes und wegen der Defilierungen? Eine EeWmordepidemie. Die W i lh c l m shav e n wird von einer merkwürdigen TEstmordseuche heimgesucht. In der letzten Zeit ereigneten sich ans der großen, fom Kriegshafen überspannenden DrcHbr ü ck e nicht weniger als z e h n S -e l b st m o r d e. Da es sich ine ist bei den Selbstmördern u»n junge Mädchen von zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren handelt, so hat man den Verdacht ausgesprochen, daß irgendein Verbrechen vorliegt. Um so geheimnisvoller wirkt die ganze Angelegenheit, da in den letzten Tagen an der Stelle der Selbstmorde auf der Brücke in einem Pfeiler von unbekannter Hand ein Kreuz mit dem Datum des ersten Selbstmordes eingekratzt worjden ist. Eobhams Auliralienflug gelungen. DdelbouVne, 11. August. (R ent er.) Der Flieger C o b h a m P gestern nachmittags in Sydney eingetroffen. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen, . L-audtagsabgeordneter Hörsiug, veröffentlicht in der „Voss. Ztg." eine Darstellung seines Einschreitens in der Magdeburger Justizaffäre. Er erklärt zunächst, daß er Rudolf Haas nrcht kenne und nie gesehen höbe, und fährt dann fort: Als ich von der Verhaftung Rudolf.Haas', der aus Furcht vor einer Anzeige wegen Steuerhinterziehung einen Mord oder A n st i f t« n g dazu begangen ha-ben soll, erfuhr, mar ich mir auch nicht eine Minute darüber im unklaren, daß diese Verihasinng entweder ein Wahnsinn oder e i n Verbrechen cder beides war. Nun bitte ich — in erster Linie die Herren Juristen und Kriminalisten —, mir folgen zu wollen: ein Industrieller und Großkausmann begeht Stcuerhinterzichung. Das ist doch einzig und allein nur mit Hilfe des Personals, der Buchhaltung, möglich; dadurch werden Mitwisser und möglicherweise kommende Erpresser geschaffen. Diese Steuerhinterziehung hat aber zur Folge, daß die ganze Bilanz gefälscht werden nmß. Neues Verbrechen — neue Mitwisser. Und als Krönung dieses ganzen Verbrechens beteiligt sich der Chef der Firma an der Ermordung eines dieser Mitwisser, und schafft damit wieder neue Mitwisser, jetzt für das allerschlinrmste und gemeinste Verbrechen. Ist ein solcher Fall kriminalistisch auch nur denkbar? Vielleicht! Tann aber doch nur, weun der Täter, in diesem Falle R. Haas, vollendet g e i st e s k r a nk wäre. Da mir aber von mehreren sehr angesehenen Bürgern, unter anderen auch durch den Schwager des Inhaftierten, den Bnndesschatzmeistcr des Reichsbanners, meimn Freund Paul Crohn, der seit Jahren sich mit der Firma Haas übe'rworsen hatte, mit allem Nachdruck versichert wurde, daß der inhaftierte .Haas ein intelligenter, geistig gesunder und frischer Mann' ist, forschte ich nach, ob denn die Hauptvoraussetzungen, nämlich die Steuerhinterziehung, und in welcher Höhe, zu treffe und richtig sei. An dieser Klippe aber zerbrach alles. Ich stellte fest, daß einige Finanzbeamte seit nr c h r als einem Jahre' bei Haas die Bücher revidieren. Aber kein M e n s ch, am allerwenigsten das Finanzamt, weiß etwas von einer Steuerhinterziehung der Firma Haas. Tie Entdeckung der Steuerhinterziehung, die Belohnung für all die D e n u n z i a n t e :t, Erpresser u n d ähnliches Gesindel bringen soll, steht aber — sehr;um Leidwesen dieser Vertrauensleute des Kriminalkommissärs Ten Holt — noch aus. i Danach konnte Mord oder Mordaustiftung nicht in Betracht kommen. Es bleiben nur drei Möglichkeiten übrig: 1. Eine Drunuziation der b^eits an.yrdrMrü'i.r Erpresser und dunkler „Ehrenmänner", die einen Ra ch ea k t Vorhaben — «ns den di-: KrimM.ilpolizc-i mrd der Utttersnchmwsrichtcr heve-mgesisAon sind; also einJnstizs k ■a n. d <\ 1 mit all seinen fnrrhtlMen Folgen, die jetzt noch deutlich vor «ns liegen. 2. Ein v ö l k i f ch - n a t i o » a; l i st i s ch s T r e ib en g e<g e n einen j n d i s ch e n M i t b ü r g e r rnit dem Ziele der Vernichtung einar Person, wie im Falle Dr. Hösle, oder 3. falls dü's'w Trick nicht gälaug, d i c K o rr st r »kt ro n e i n e s R i t u a l m o rd e s, den besonders die Völkischen doch so drmMnd brauchen und suchen. Weilers sagt Hörsiug, als deni Oberpräsidenten habe ihm nur ein Mittel zur Verfügung gestanden, und das war die schnelle und rücksichtslose Aufklärung des Mordfalles durch den tüchtigsten Krimimilkommissär. Nach einer Besprechung mit dem Magdeburger Polizeipräsidenten und seinem Stellvertreter im Oberpräsidium, die sich der Ansicht über die Notwendigkeit seines Einschreitens anschlossen, ersuchte er das Landeskriminalamt Berlin^ den Kriininalkommissär Busdorf für die Untersuchung des Falles zur Verfügung zu stellen. Als Busdorf ankam, wies er ihn zur Entgegennahme des Dienstanftrages an den Polizeipräsidenten und damit hätte eigentlich die Tätigkeit Hörsings, wie er selbst sagt, zu Ende sein müssen. Aber schon nach drei Tagen habe sich Kriminalkommissär Bilsdorf bei ihm gemeldet und um Enthebung von seinem Auftrag gebeten, »veil der Magdeburger Kriminaldirektor Müller und der Magdeburger Kriminalkammissär Ten Holt auf ihn neidisch seien und ihn vereint mit dem Untersuchungsrichter ausschalten wollen. Zluf Intervention 'beim Polizeipräsidenten habe er die Antwort erhalten, daß der Untersuchungsrichter Kölling sich bereit erklärt habe, mit Busdorf, den er sehr schätze, zu arbeiten. Zehn Tage später aber sei Busdorf wieder zu ihm gekommen und habe ihm bereits damals — es war am 11. Juli — erklärt: „Ich bin mir völlig klar, daß es sich um einen gemeinen Raubmord des Schröder handelt, der wohl außer der Götze keinen Komplicen und auch keine Mitwisser hat. Der Mord ist durch Erschießen cder Erschlagen in der Wohnung des Schröder durch diesen verübt worden. Die Deiche Hellings ist auf diesem Grundstück, .wahrscheinlich im Keller, vielleicht attch im Garten, vergraben." 1 Und mit gerötetem Gesicht und geschwollenen 2Dern fuhr er, in höchster Erregung von seinem Stuhl aufspringend, fort: „Herr Oberpräsident! Der Richter hat mich wie einen dummen Jungen behandelt, keine Akteneinsicht gewährt, keinen Hinweis, keinen Anhalt gegeben, wie einen Narren wollte er mi ch au f eine falsche Spur nach Schandau schicken! Es ist ein glatter Skandal, daß ich mich, uin überhaupt etwas tun zu können, an den Verteidiger des Haas wenden mußte. Rechtsanwalt Tr. Braun hat mich, das sage ich offen, nach jeder Hinsicht hin unterstützt, und nur durch dessen Hilfe bekam ich erst Anhaltspunkte. Ich bin jetzt in Ratibor, in Rottmersleben, in Köln und hier bei allen Verwandten gewesen. Das Bild ist völlig klar. Hätte man hier den Mord aufklären wollen, s o hätte man dies vor Monaten in einigen Tagen tun k ö n n e n, statt dessen sucht man den großen Unbekannten, den „Adolf", den der Mörder konstruiert, und dieser paßt noch nicht ei n nt<31 auf Haas, der, wie auch Fischer, völlig unschuldig in Haft sitzt. Das s k a n da l ö s c st e aber ist, daß die hiesige Polizei jetzt bei den Verwandten des unglücklichen Helling Vernchmungen gegen Tr. Braun und mich vornimmt." Daraufhin hat Hörsing, wie er weiter schreibt, dem Untersuchungsrichter Landesgerichtsrat Kölling zu einer Unterredung gebeten, in der dieser zugab, daß Büsdorf mit seiner Ansicht über den Nestd der Kollegen recht habe. K ö l I i n g habe weiter gesagt: „Ich kenne doch Herrn Bnsdorf. Er ist unser Bester. Sein Name hat im ganzen Gericht einen guten Klang. Jetzt, wo ich weiß, weshalb Sie ihn gerufen haben, will ich g e r n mit i h m; n sa m m e na r be i te n." Weiler habe dann in dieser Unterredung der Untersuchungsrichter die Frage der Mordaffäre angeschnitten und auf die Frage Hörsings, ob er auch nur einen kleinen B eweis für b i c Schuld v o n R n d o I f H a a s, außer den Angaben des Mörders Schröder habe, geantwortet: „Schröder ist bestimmt nicht der Mörder. Vielleicht lebt Helling n o ch." Einiges über den Sinn jüdischer Wohltätigkeit. — „Nedabäh" und Almosen. — Die Lehren Maimunis. — „Simchah schel mizwah." — Zedakah und Volksglaube. In vielen alten jüdischen Gemeinden existiert eine Art wandernder Krankenkasse, die darauf beruhte, daß ein jedes Mitglied der Gemeinde, einerlei, ob arm oder reich, wenn in der Familie ein Krankheitsfall sich ereignete, zwei Büchsen ins Haus geschickt wurden, deren eine einen Betrag enthielt, der nur dem Kassenwart bekannt war; jeder Hausvater, auch der reichste, war verpflichtet, die volle Büchse zu öffnen und ihr zu entnehmen wioviel er wollte; die Reichen legten dann wieder in die andere hinein, soviel ihnen beliebte. Lehrreich ist es, daß die jüdische Bezeichnung für die einzelne milde Gabe „nedabah" (vulgo Nedowe) lautet, während sie in allen europäischen Sprachen Almosen (oder ähnlich) heißt. Das hebräische Wort stammt von einer Wurzel, welche befehlen, gebieten bedeutet, das Wort „Nadib", mit dem bis auf den heutigen Tag der Freigebige, der Wohltäter, bezeichnet wird, bedeutet uvsprünglich den Heerführer, genauer: den Freien, der zum Heeresdienst aus freien Stücken sich verpflichtet, also den Vornehmen, den EdÄmann, den Starken, der den Ueberschuß seiner persönlichen Kraft hevgibt, um das Land und das Volk zu stützen; davon abgeleitet bedeutet „Nedabah" die freiwillige Gabe, die aus eigenen! Antrieb gespendet wird; in diesem Sinne kommt das Wort als Benennung der Spenden für den Ball llnd der Einrichtung der Stiftshütte vor. Das griechische Stammwort de- Wortes Almosen dagegen bedeutet Mitleid, die ganze davon abgeleitete Wortsippe behalt die ausgesprochene Nebenbedeutung des Verächtlichen, Minderwertigen, welchejegliches Elend und jegliche Dürftigkeit im Bewußtsein de- Griechen erregte. Diese verschiedenen, feinen, für den flüchtigen Mick kaum wahrnehmbaren Nuancen haben Nedabah und Mmofen bis auf den heutigen Tag beibehalten. Ein italienischer Prediger aus dem 15. Jahrhundert, Simchah Kohen Porto-Napa, der feXber ein reicher Mann war, sagte: das -Geld gleiche dem Mut im Körper, zu wenig davon verursache Atrophie, zu viel aber könne Lebensgefahr mit sich bringen, letzterem Uebel müsse durch Aderlaß äbgeholfen werden; der Aderlaß, dem der Reiche sich unterziehen solle, sei die Wohltätigkeit, sie stelle in Oy^uismus das Gleichgewicht wieder her. * Gleich wie für den Geber enthält die jüdische Lohre auch für den Empfänger eine Anzahl Vorschriften. Immerdar, sagt Maimuni, muß der Mensch sich anstrengen und sogar Not und Entbehrungen auf sich nehmen, um nur nicht Menschenhilfe zu benötigen oder gar der Gosellschaft zur Last zu fallen. Auch ein Gelehrter und Angesehener, wenn er verarmt ist, greife zu einem geringeren, sogar zu einem mißachteten Handwerk, u>m nicht die Wohltätigkeit in Anspruch nehmen zu müffen. Von gefallenen Tieren soll er die Haut abziehen auf offenem Markte, unl nur von seiner Hände Avbeit zu leben, und darf nicht sagen: .ich bin ein großer Weiser, ich bin ein Kohen, ihr müßt mich ernähren. Bon den größten unserer Weisen waren rnanche Holzhacker, Balkenträger, Wnsserschöpfer für den Gartenbau, Eisenschmiode und Kohlenbrenner, forderten aber von der Gemeinde nichts, und nahmen nichts an, wenn inan ihnen anbot. Ist aber einer krank oder alt oder mit einem Leiden behaftet und hält sich stolz und nimmt keine Hilfe in Anspruch, so gleicht er einem, der unschuldiges Blut vergießt, und wird für sein Leben zur Verantwortung gezogen werden. Für seine unnützen Qualen erntet er nichts als Sünde und Schuld. Wer aber Not leidet (doch ohne Leben und Gesundheit zu gefährden), gegen sie ankämpft und Entbchrungen trägt und Entsagung übt, nur um der Gesellschaft nicht zur Last zu falle»!, der geht nicht aus dieser Welt, ehe er es erlebt, andere von seinem Uvberslrtß zu ernähren, ihm gilt das Wort der Schrift: gesegnet, wer seine Hoffnung auf Gott setzt. So gewinnen wir das Bild des Spenders, der fröhlich und zugleich demütig von feinem Ueberfluß dem Dürftigen gibt. (Spinoza ist wohl selten so jüdisch wie da, wo er das bene agere et laetari, das Wohltun in Freude, preist.) Er wünscht auch keine Danksagung, zumal er weiß, daß, wie La Rochefoucauld sagt, eine solche meist nur die Bereit- »villigkeit andeutet, weitere Wohltaten in Empfang zu nvhncen; während der Ernpfänger ohne Unterwürfigkeit und Erniedrigung, erhobenen Haivptes die Ga'be in Empfang nimmt, in dein Bewußtsein, daß zwischen ihm und dem anderen sich ein Akt der Gerechtigkeit und des Wohlwollens abgespielt hat, der in eine überpersönliche Ordnung der Dinge gehört, im wesentlichen ein Akt sozialer Vorbeugung, der nach Kräften dahin strebt, den Schwächer« nicht in die Tiefen hinabgleiten zu lasien. In einen! gewissen Sinne fühlt sich der Spender bem Ernpfänger verpflichtet, weil dieser ihm Gelegenheit zu einer guten Tat gegeben und ihnr die Freude daran (simchah schel miziivah) verursacht und seine ewige Seligkeit gomchrt hat. * Die ganze Atinosphäre ist grundverschieden von der in ihrer Art großen und weitumspannenden Armenpflege der mittelalterlichen Kirche, ist aber auch der modernen europäischen Auffassung durchaus unähnlich. Es konnte nicht fohlen, daß eine so »vichtige Institution sich in Sitte und Brauch ausprägte. Es war üblich, daß jeder Leichenzug von den Sammlern der Wohltätr^eitSvereme begleitet wurde, die, ihre Büchsen schwingend, in hebräischer Sprache den Vers ansriefen: „Zedakah rettet vom Tode." Im Angesichte des Todes wurde der Tod verneint, er wurde durch die lebensspendende Tat des Mensch«, die fovtwährend Gutes gebärt, überwunden. Beim TotengÄeite besonders ausgezeichneter Männer und Fvmes tief man: