Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2680 (9.8.1926)
- Date
- 1926-08-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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MW 2 Vken, Monkäg Ae Mitentttg kür fitei gfrae! Lurch die jüdischen Gemeinden. Bon Dr. E. M. Zweig. on Dem Maße, als das jüdische Leben in der Galutb nnS der verhältnismäßig kurzen Verirrung der Affimilation zum traditionellen Nationalgefühl und seiner Betätigung zurücksand, ist auch in den Beziehungen der Juden zu Erez Israel und in der Organisierung ihrer Palästinaspenden ein deutlicher Wandel zu verzeichnen. Zur Zeit der Assimilation spielte Palästina in Herz und Kopf der Westjuden eine kleine Rolle. Während man ansonst auf die Ostjudeu verächtlich herabsah, ließ mau sich hier, da es sich um eine belanglose Pietätsache handelte, gern von ihnen ins Schlepptau nehmen: mau spendete unter hundert anderen Wohltätigkeitszwecken auch für die C h a l u k k a, in deren Dienst irgend ein Winkelverein stand. Allmählich aber besannen sich die Juden auf ihre Pflicht und immer mehr bekennen sich ihre Gemeinden selbst zur Aufgabe, den Palästinaaufbau in zweckmäßiger und systematischer Weise zu fördern. Hiemit wird jener Zustand erneut, welcher fast der ganzen Galuthgeschichte da« Gepräge gab. Als zum Beispiel die Jndenheit Litauens und Polens im 16. bis 18. Jahrhundert noch ihre stolzen Landesorganisationen hatten, waren ihren leitenden Körperschaften eigene Kommissionen angegliedert, welchen die Sammlung für Erez Israel oblag. Diese tocit auch in den Tckanoth der mährischen Judenschaft einheitlich' geregelt; die deutsche Iudenschaft steuerte, wie kÜWlich hier dargelegt, zu Händen ihrer „Juden- -merster" oder eines sonst prominenten Juden, wie es die Hoffaktoren waren, und ähnlich ging es überall zu. Die zionistische Bewegung, wie sie im allgemeinen darauf ausging, die vergrabenen Schätze des Nationallebens zu heben, hat auch bald begonnen, die Gemeinden an ihre Pflicht .gegen Erez Israel zu erinnern. Zuerst war cs auch hier der Keren K a j e m e t h, welcher — sozusagen als Pionier der zionistischen Finanzinstitute — von den Gemeinden Spenden .verlangte und in verschiedenen Ländern auch recht ausgiebig . empfing. Dann trat sein jüngerer Bruder, der Keren H ajessod, auf den Plan und, um den moralischen Druck auf die Gemeinden nicht durch Zwiespältigkeit der Forderungen zu schtvächen, überließ ihm der Keren Kcrjemeth dieses Gebiet sder Propaganda. , , Seither hat tasächlich der Keren Hajessod bei Heraniziehung der Judengemeinden große Fortschritte erzielt. Und scheute begnügt man sich nicht mehr mit den Subventionen Einzelner Gemeinden, sondern sucht ihre Gesamtheit länderweife zu erfassen. So hat die Keren-Hajessod-Zentralkommission für die ^Tf ch e ch o s.-l o w a k e i vor einigen Monaten eine Gemein- .deäktion beschlossen, wonach alle Kultusgemeinden in der Republik cmszufordern sind, für jede jüdische Seele jährlich mindestens 2 tschechische Kronen — durch beiläufig zehn Jahre;— bereitzustellen. Am radikalsten aber hat sich diese Entwicklung, wie es bei dem ausgezeichneten zionistischen Geist der .dortigen Iudenschaft nicht 'anders zu erwarten ist, in Bulgarien gestaltet. Schon 1923 faßte die Zionistische Landeskonferenz eine Resolution dahin, es sei ivünschenswert, daß alle Judengemeinden des Landes den Keren-Hajessod-Beitrag als Gemeindesteuer einsühren. Die Ke ren-Hajessod-LandeskomMission, die entsprechend .dem alljüdiischen Charakter dieses Fonds aus fünf von der Zionistischen Landeskonferenz gewählten und zwei weiteren kooptierten Juden besteht, ging auch sogleich daran, diese Resolution in /die Tat umzusetzen. So teilte die Kommission idas von ihr bestätigte Landeskontingent von 2,200.000 Lewa auf die einzelnen Gemeinden auf. Die Durchführung in den Gemeinden selbst allerdings war bisher nicht überall restlos möglich. Aus Opportunitätsgründen verzichtete man zunächst daraus, die Keren- -vajessod-Bei träge als solche von den Gemeinden eintreiben zu lassen. In der Hauptstadt Sofia, die mit ihren 20.000 unter 50.000 bulgarischen Juden auch numerisch führt, wird vielmehr von jedem Gemeindemitglicd eine globale Summe für Steuer und Keren -Hajessod 'eingehoben, -woraus die Keren- Hajessod-Quote von der Gemeinde an die Keren-Hajessod-Landesiommifsion in Ruscük abgesi'chrt wird. Etwas weniger radikal handelt man in anderen Gemeinden, wie in Plovdiv mit seinen 10.000 Juden und in Pazardj ik. Hier schreiben die Keren-Hajessod-Lckalkomitees jedem seinen Beitrag vor und versuchen das Inkasso zunächst selbst. Wer dann mit seiner Zahlung säumig bleibt, kommt ans eine Liste, welche der'Judengemeinde zum Nachtragsinkasso übergeben wird. Und die Gemeinde überuinimt einfach den Rückstand in die Steuervorschreibung des Betreffenden für nächstes Jahr. Es ist bemerkenswert und für das sittliche Niveau'der bulgarischen Juden bezeichnend, daß z. B. in Plocdio, trotzdem die Hälfte der dortigen Juden erst vor ein paar Jahren arni aus der Türkei herübergeflüchtet sind, F/oei Drittel der Beiträge sogleich und nur der Rest aus Intervention der Gemeinde bezahlt wird. Nur in einigen Gemeinden ist deren Mithilfe bei Einhebung der Keren-.Hajessod-Beiträge noch .nicht organisiert. Wer aber in den Gemeinen der ersten zwei Kategorien seinen Keren-Hajesscd-Beitrag vorenthält, dem werden gleich dem Verweigerer von Gemeindesteuern alle Ritualien g e s p e x r t. Er kann nicht heiraten, seine Söhne nicht beschneiden lassen und muß damit rechnen, daß, wenn er stirbt, bei seiner Bestattung kein Rabbiner interveniert. Das mag jemandem, der sich nur lose niit der jüdischen Gemeinschaft verbunden fühl», unduldsam, ja grausam Vorkommen, und Herr Fürsorgerat Metzger fände sich gewiß, wenn er Bulgare wäre, zu heftigen Beschwerden an die Regierung begeistert. In Bulgarien nber, wo alle Juden davon durchdrungen sind, daß die Erfüllung der Pflichten gegen Erez Israel das Um und Auf des Judentums bildet, hält man es für natürlich und selbstverständlich, daß, wer die Wichten eines Juden nicht kennt, auch ans die Rechte eines solchen verzichten nruß. Und die bulgarische Regierung hat es auf vereinzelte Beschwerden gegen dieses System' Wiener Morsenzettuns Die bevorstehende Tagung der öfter« reilhischen gtoniften. Die beschlossene Statuteilärrderung. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich teilt mit: Der vor zwei Wochen stattgefundene außerowrntliche Par:eitag bat nachfolgende Aen der u ngen in den Statuten des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich vorgenommen: § 7. Jede Ortsgruppe, Bezirkssektion und Sondervereinigimg sowie Ve oem Landesverband angeschlossenen Föderationen wählen ans je 70 Mitglieder einen Delegierten. Für verbleibende Rcststimmen von mindestens kann noch ein Deleg errer gewählt werden. Ortsgruppen (Bezirkssektioncr.), Sondervereinignngen sowie die dem Landesverbände angeschlossenen Fcvera! imien mit mindestens 30 Mitgliedern haben a.nch schon das Rech: auf einen Delegierten. Ortsgruppen nt'r wenige: als 30 Mitgliedern können zwecks Wahl zuni Parteitag znsammengelegt werden. Das Landeskomitee setzt ans Grund der ihm spätestens einen Monat vor dem Parteitag vorgelegten and seiner Prüfung nmerliegcnden Mtaliederverzeichmsse. der einzelnen Orgamjattonen die Zahl der von ihnen zu wählenden Delegierten fest. Die Wahlprotokolle sind mindestens acht Tage vor deni Parteitag km LandeSkomitec vorzulcgen, welches sie mit einem Bericht an das Parteiger'cht weiterleite:. Das Parteigericht ist berechtigt, die Wahlen zu verifizieren oder auch zwecks Wiederholung und Vervollständigung an die Eittzelorganisationen znrückznwe-'sen. Diese sind verpflichtet, die Wahlen nach den Weisungen des Partei,gerichtes binnen einer Woche zu vervollständigen oder neu dürchzuführrn. Das Parteigerich: entscheidet endgültig, allenfalls nach Anhörung der Parteien. § 9. 1. Am Parteitag nehmen mit Sstz und beschließender Stimme teil: a) Tie gemäß § 7 gewählten Delogierten; bs die Mitglieder des Londeskonntees; c) die dem Beibande angehörcnden Mitglieder des Akt-lonskomitecs; d> die Mitglieder der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation; o) der Präsident des Parteigerichtes und der Parteianwalt: f) die geschäfisführendsn Präsidenten des Keren Hajessod und des Keren Krjeme'h. 2. Am Parteitag nehmen mit Sitz ohne Stimme teil: Tie Mandatare eer KuttusZemcinde und des Gemeinderates. Tic W a h l e n zu deni vom 30. Oktober bis 1. November h. I. stattfinden'den ordentlichen Partei:age werden somit auf Grund dieser statutarischen Bestimmungen durchgesührt werden. Angesichts dieses Umstandes crachtei das Zionistische Landeskomitce cs für notwendig, die zionistischen Bezirkssekttonen, Ortsgruppen und Sondcrvercinignngcn darauf aufmerksam zu machen, daß für die Wahlen nur jene Mitglieder als wäAberechtigl in Betracht kommen, die ihre P a r t e i st e u e r g el e i.st e t und im Weg: der Sektionen an das Z i o n i st i s ch e L a n d e s k o m i t e e a b g e s ü h r t haben. Ferner erinnern wir an die Bestimmung der Statuten (8 7), wonach die Organisationen verpflichtet sind, die Mitgliederlisten spätestens einen Monat vor dem Part eit a g dem Landeskomiiee zwecks Ue'berprüfnng des Mllgliederstandes und der abgesührten Parle'stencrbeträge, einzusenden. Wir hoffen, daß die Bezirkssektionen, Ortsgruppen und Sonderverbände ihrer Pflicht dem Landeskomiiee gegenüber Nachkommen und die noch ausständigen Parieisteuerbeträge zeitgerecht abführen, um allen ihren Mitgliedern das Wahlrecht zu sichern. Wir machen auch ans den Beschluß des dreizehnten Zionistenkongreß aufmerksam, wonach das passive Wahlrecht von dsr E rsü llu.ng der Ke re n -H a jessc o-P f! i ch t abhängig ist. äbgelchnt, cinzugreisen, da es sich um eine interne Angelegenheit der Juden handelt. Der erfreuliche Effekt dieses Systems ist es jedenfalls, 'daß man in Bulgarien unter 50.000 Inden nicht wenigerals 4000 Keren-Hajessod-Kontribuenten zählt. Bemerkt'fei übrigens, daß der Keren Hajessod nicht der einzige Palästinazweck ist, für den die Aemeindemitglieder zahlen müssen. Gemäß der Resolution des ZionistcntageS vom Jahre 1921 werden seither 4 Prozent der Steuereingänge — bis nun rnnd 900.000 Lewa — an den vom Zionistischen Landeskomiiee verwalteten Eni i g ra t i on sfo nds abgesührt, welcher zur Unterstützung von nach Palästina immigrierenden bulgarischen Juden dient. Die Zionisten Bulgariens geben sich aber nicht damit zufrieden, daß die Leistlingen für Palästina sich in der Gemeindesteuer gleichsam verbergen. Sie dringen darauf, daß jedes Gemeindenntglied für Palästina einen als solchen deklarierten Beitrag leistet. Das Konsistorium der Jndrngemeinden Bulgariens hat erst jüngst wieder diese Auffassung sich durch Beschluß zu eigen gemacht und es steht zu erwarten, daß Bulgarien das erste Land ist, in welchem der „Machazilh Haschekel", das ist ' die direkte und pflichtgemäße Leistung jedes einzelnen Inden für Erez Israel, in moderner Gestalt wieder auseifteht. Aus Sen BeMMen des zionistischen Milomtomüeei. Dtp Schekel. Das '’u';-iTii.cl c Aktionskomitee hat in seiner letzten Tagung in London die -folgenden Beschlüsse gefaßt: Das Aktionskomitee bedauert, feststellen zu müssen, daß in vielen Ländern die zionistischen Verbände und ihre Führer in den vergangenen Monaten des Jahres 5686 die Schekelsammlung in einem außerordentlichen Maße vernachlässigt haken. Das Lebensinteresse und das Ansehen der Zionistischen Organisation erfordert es, daß nicht nur in, den Kongreßjähren, sondern auch in den kongreßlosen Jahren die Zahl der Mitglieder der Gesamtorganisation sich ständig vergrößert und dadurch eine Schwächling der Organisation nach innen und nach außen vermieden wird. Das Aktionskomitee erklärt cs daher als unabweisbare Wicht jedes Zionisten sowie der zionistischen Verbände und ihrer Führer, sich mit äußerster Anstrengung dafür einKufetzen, haß alle Inden, 9. August 1928 Ar. S6S6 die das Baseler Programm anerkennen, durch die SchMaktion erfaßt werden und daß durch ständige Gewinnung neuer Schekelzayler die Gesamtzahl der Zionisten eines jeden Landes sich fortgesetzt steigert. Jeder zionistische-Verband ist verpflichtet,' einen S che?e:lweferenten oder eine S ch c k e l i o m m i s s i o n zu bestellen, die ihm für die intensive nutz erfolgreicheDnräMhmng der Schekelpropaganda verantwortlich fft. Das Aktionskomitee ertvartet, daß sänktliche zwtrWhen Verbände mit aller Loyalität und Gewistenhaftigkeit cm der Dnrchfi'chrung des Kongreßbeschlusses betreffend den awn-- h e i t t i ch -e n Schekel Mitarbeiten und die Landes-Schckkelkontttiissioneii bei der Erreichung ihrer Aufgaben nach besten Kräften unterstützen. Um eine erfolgreiche Fortsetzung einen befriedigenden Mschluß der Schekelsanimlnng für das Jahr 5686 zn erreichen, beschließt idas Aktionskomitee, daß alle zionistischen Verbände aufgefordert werden, die Schekelsammlung für das kaufende Schekeljahr mit letzter Energie sortzusetzen und bis 15. Oktober 19 26 abzuschließen. Tic zionistischen Verbände und Landes-Schokelkommifsioneu haben dafür zu sorgen, daß .die 'Schekeleinnahmen anr Ende eines jeden Monats und die Abschluß re chmmgen bis zum November 1926 an die Exekutive eingesandt werden. Das Mtionskomitec beschließt, daß 8a 8 Schekeljahr 5 6 8 7 a m 1 6. Okt o bc r 19 2 6 zu beginnen hat und bis 31. Mai 1927 abzuschließen ist. Die Schekektätigkeit ist als kontinuierliche zionistische Arbeit -während des ganzen Jahres auf systematische Weife durchzuführen. Die Woche, indie der 2. Noomber fällt, wird zur Schekel Woche erklärt, in der der Schekel in Nia-ssen- Mionen und in sonstiger Weise mit ganz besonderer Anstrengung propagiert werden muß. In dieser Wcche sollen alle a n d c r w e i t i g e n S a m m l u n g c n für zionistische Zwecke unterbleiben und sich alle Verbände und einzelnen Zionisten ausschließlich in den Dienst der Schekelaktion stellen. Sämtliche Schekelgelder und Schlußabrechnungen müssen sich spätestens am 10. Juni 1927 im Besitze der Exekutive bc'-sinden. Der an die Landes-Schekelverbände im Sinne des Kongreßbeschlusses zu bewilligende Abzug von den Schekelgeldern soll höchstens 10 Prozent der an die Exekutive bar cingezahllen Schcke'lgcldcr betragen. Er darf aber auf keinen Fall die Höhe der tatsächlichen, mit der Schekelverwaltung verbundenen Auslagen übersteigen. Die Zeit und die Art der Auszahlung und Verrechnung dieses Betrages wivd von der Exekutive bestimmt. Dieser Beschluß bezieht sich auf die beiden Jahre 5686 und 5687. Der Schekelpr^is für Polen für das Je.hr 5687 Wird ausnahmsweise mit einem halben englischen Schilling festgesetzt' Brief am PalWim. Von Dr. Fritz Löwenstein, Jeru-salem. Die Entwicklung des jüdischen Haifa hat mit größeres Schwierigkeiten zu kämpfen'- als man es im allgemeinen.nach^ den großen Perspektiven, die der Stadt allgemein gestellt wer-' den, ertvarteu sollte. Tcl-Awiw war ja ursprünglich nur als' ein jüdisches Stadtviertel von Jaffa gedacht, und erst die! günstigen Entwicklungsbedingungen ließen aus der Borstadts eine eigene Stadt entstehen. Haifa hat in einer Beziehung vielleicht günstigere Möglichkeiten als Tel-Awiw; denn es hat sein, Hinterland, hat Bahnverbindung nach aller Richtung und ist^ zum Platz des zukünftigen Hafens ausersehen. Dagegen 'hat die jüdische Siedlungspolitik in .Haifa keine glückliche Hand -bewieseni Nachdem vor dem Kriege die Juden überhaupt nicht an die Bildung eines eigenen Stadtviertels gegangen waren, sondern mit der arabischen Bevölkerung geineinsam in der alten Stadt .Haifa wohnten und der schon 1914 in der Hauptsache beendete Bau des Technikums weit von jeber, jüdischen Siedlung entfernt lag, haben sich nach dem Kriege jüdische Viertel zu gleicher Zeit an den verschiedensten Stellen der Stadt gebildet und hemmen so die Entstehung eines zusammenhängenden 'jüdischen Jischuw in der Stadt. Man kann fünf verschiedene Siedlungspunkte unterscheiden: Ha dar H a t a r m e l, das wichtigste von ihnen, das um das Technikum herum entstanden ist, auf halber Höhe des Karmel; Bath Ga lim, jenseits -der deutschen Kolonie am Meere gelegen, wo sich das EinWanderungslagier der Zionistischen Organisation befindet; die K a r m e l s i e d l n n g. die, erst in der Entwicklung begriffen, vielleicht einmal m r Hadar Hakarmel zusammentvachsen wird; Newe Schaanan, auf einem anderen Karmelgipfel gelegen und schlecht von den anderen Punkten aus zu erreichen, endlich das „I n d u st r i evierte l", das sich vom Bahnhof aus an den ins Eine! und nach iHaifa führenden Linien enblaug streckt und dem Gelände des ^künftigen Hafens nahe ist. Man sieht, daß die jüdischen Viertel in einem großen Bogen das alte arabische Haifa u>ngeben, ohne daß aber der Bogen wirklich voll ausgezogen ist. So wird die jüdische Siedlungspolitik in -Haisa andere Wege einschlagen müssen als in TelMwiw; sie wird am allen Haifa interessiert bleiben und >das Zusammeinvachsen der jüdischen Viertel mit der arabischen Stadt zu erreichen streben, , wobei die Inden eine ihrer Zahl und ihrer w'irtschJtlich.'ii Bedeutung entsprechende Stellung erhalten müssen. Bei Friedensschluß schätzte mau die Bewohuerzahl -Haifas auf höchstens 20.000, von denen 6000 Juden waren. Eine -jetzt veröfstntlichte Statistik beziffert die Zahl de r I n d e u . auf 14.000, während die Gesamtzahl der Bevölkerung etwa 30.000 erreicht hat. Die Juden sind^. also schon fast d i e Major ität der Stadt und sind jedenfalls schon heute der -stärkste B e v ö l k e r u n g s t e i l, während Mvhamuieidaner und Christen sich etwa die Wage halten. Aber vor allem ist die wirtschaftliche Bedeutung der Juden weit größer, als es ihrer zahlenmäßigen Bchentung entsprechen