Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2679 (8.8.1926)
- Date
- 1926-08-08
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. SSW Äi«k, SomMg MEM« fPftfffitftftettttttft J. NuM INS SM S KosL Krön EmH Rappaport Verlobte August 1928 KUNSTMÖBELTABRIK Joh. GRÜNWALD’WS (., FMidkmukt U h, Weihtrari#Mie 11 VdnmiiMi Ckidilf(iiok»i«i CtdM, Klaot, Theater, a»di diim«i Entwürfen. Steh trauet, AMorfterie* Lag«r 520 Möbelfabrik J. Spira Feine Wohnungseinrichtungen Rill, III. M«MI»11—2 (Ecke KarNSchweighoter-GAsse) Bühne und Kunst. GtSffnuns des neuen Festspielhauses I« Salzburg. Salzburg, 7. August. Heute abends ivuvde unter überaus großer Beteiligung der Bevölkerung TalzbttkgS der Neubau der Stadtsäle und'des Festspielhauses feierlich eröffnet. Der Umbau hat im ganzen nur 80 Tage gtdauert. Das Verlangen nach einer bessercir Akustik wurde sehr gut gelöst. Der Eröffnung«-- akt wurde von der Salzburger Liedertafel durch den Vortrag eines Beethoven-Chors eingcleilet. Dann hielt der Bürgermeister der Stadt, P r e i s, eine Ansprache, worauf Landeshauptmann Dr. Rehr! eine Rede hielt. Nach verschiedenen musikalischen Vorführungen dankte der Präsioent der Festspielgemeinde, Po nt non, den offiziellen Faktoren für daS Werk. Die Salz« bnrger Säuaervercinigungen...sangen dann noch Haydns Chor „Vollendet ist das große Werk". Aus de» Aeatero. Theater in der I o | e f st a d t. Das Lüstsviel ,.M on i i eur He l ä n e" von Siegfried Geyer und Bank Frank bleibt sie tanze kommende Woche hindurch auf dem Spielplati. Lustsvieltheater. Heule Sonntag. '/»4 Uhr nachmiitags. bei ermäßigten Prellen, .Die Glatze und der Bubikopf, 8 Uhr abends i t Sophie 'muß e t w a s geschehen,". M v d e r n e i Theater. Dienstag den 1V d, findet die Grstaufführunc, des dreiattigen LustlpielS „D i e A r t, sich hinz u g e d e n" von Fe ix G a n d e r a statt. [imimniiiiiiniiiiinmmiiiiimiiimiiiiniinmiiiBmniinnHmiiiiiimiiiiiimHiiiiimiii»nminmiiimmiHUiiiiiimijjjniiitniniHiiHM am ■ mmnimnimi upnm MÜchrrttlÄl »««««MS iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii IflmiiiiiiiiiiiNiiiiiiiiiNiiiniiHiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiuiniiiiiuiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiliifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiü Achad Haam in seinen »tiefen. Be«ekk»»g«n zam letzte» sechste« Band der „Fgroth Achad Haam". . «erlag Jabne-Moriah, Jernsalem-Berlin. Längst schon hat Achad Haam alles gesagt. Was man beim sechzigsten und Vielleicht schon Seim fünfimdsünfzigsten Geburtstag Achad HaamS von ihm wußte, dasselbe kann beim siebzigsten gesagt werden. Die Lehre vom geistigen Zentrum in Palästina und von der sittlich-geistigen Erneuer,mg des Judentums ist fast schon eine Selbstverständlichkeit für jeden bewußten Zionisten geworden und das palästinensische Leben und die Entwicklung des Zionismus haben deutlich -gezeigt, daß Zionismus als Volksbewegung sowohl kulturelle al« auch politische Inhalte und Ziele enthält und daß diese Seiden Elemente unzertrennlich sind und nur die Verwirklichung beider zur Erfüllung der zionistischen Ideale führen kann. ES gibt im großen Kampf zwischen Politik und Kultur im Zionismus, einem Kampf, der hoffentlich schon der Geschichte angehört, keine Sieger und keine Besiegten, nur ein fortschreitendes Leben, das sich auf diese zwei Hauptsänlen stützt. Herzl und Achad Haan, sind die beiden Symbole des erwachenden Judentums, des neuen Palästina. Herzls politisches Programm hätte nie verwirklicht werden können, wenn es nicht getrageil und gestützt wäre von der großen Idee Achad HaamS, von der geistigen und sittlichen Erneuerung des Juden und des ganzen jüdischen Volkes. Andererseits wären die Forderungen Achad HaamS leere- Schemen geblieben, ohne die Körperlichkeit Herzl« scher Organisationskraft. Es darf aber nie vergessen werden, daß zu einer Zeit, wo das Volk noch gar nicht klar diesen Doppelweg zu dem einen Ziel gesehen hatte, Achad Haam auftrat mit einem festen, abgeschlossenen P r o g r a mm, das vielleicht gerade durch seinen kämpferischen Charakter dazu beitrug, daß man die. Wichtigkeit und Dringlichkeit beider Elemente einge sehen hat. Nun schweigt schon Achad Haam seit einigen Jahren. Der letzte sechste' Band seiner gesammelten Briefe wird dadurch besonders interessant, daß er den ZAtraum von 1918 bis 1981, also Jahre umfaßt, in denen Achad Haam fast gar nichts veröffentlicht hat und die unmittelbar seiner Uebersiedlung von London nach Palästina vorangingen. In diesen Briefen können daher die Gründe für sein Schweigen gesucht werden und überdies sind sie die einzige Quelle für die Ansichten Achad tzaams über die wichtigsten Ereignisse im jüdischen Leben in diesem Zeitraum.*) Was die Ursachen der Znrügezogenheit Achad Haams von, literarischen und öffentlichen Leben des jüdischen Volkes be trifft, so gibt es deren hauptsächlich zwei: zunächst sein schlechter Gesundheitszustand und eine, zweite — vielleicht die eigentliche, die tiefere Ursache —: daß Achad Haam selbst, obwohl er sich dessen nicht immer ganz bewußt ist, suhlt, daß die Zeit für seine Theorien und für seine Ideale insofern vorbei ist, als sic schon zum Allgemeingut der Zionisten und des Zionismus geworden find. In seinen Briefen aus den erwähnten drei - Nächkriegsjahren offenbart sich schon diese Synthese der politischen und kulturellen Inhalte des Zionismus, die die Entwicklung Palästinas bewirkt hat. Man fühlt es in jedem einzelnen Brief, den Achad Haam in irgend einer jüdischen Frage schreibt, daß er im jüdischen Palästina nicht mehr den scharfen Unterschied von geistigen Zentrum und öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische, Volk sieht. Beide Möglichkeiten sind und sollen zu einer Realität werden. Aus diesen Briefen kann man ersehen, welch großen Einfluß Achad Haamauf die politische und kulturelle Entwicklung der jüdischen Wiedergeburtsbewegung ansgcübt hat. Interessant ist in dieser Hinsicht ein Brief an W e i z m a n n, der folgenden Wortlaut hat: „Ä o n d o n, 12. Dezember 1918: 9b. brachte mir heute eine Abschrift der „Anträge" für die „Friedenskonferenz" und für die Regietwng, der die Angelegenheit übergeben werden soll. Ueber das letztere Dokument kann ich kein Urteil fällen, denn in der Abschrift, die mir übersandt wurde, fehlt das mittlere Blatt. Das erste Dokument hat mir aber großen Schmerz verursacht. Wenn dieser Text noch offiziell nicht übergeben wurde, bei Gott, haltet ihn augenblicklich zurück und wenn der Text schon übergeben wurde — da weiß ich wirklich nicht, was ich sagen-soll. Es scheint, daß Du wieder einmal von dem Komitee des S. beeinflußt wurdest (ich finde hier die alte Formel, die sie gefaßt haben,**) Du hast mir aber immer versprochen, ünd erst vor einigen Tagen hast Du es mir wiederholt gesggt, daß das Dokument für die Friedenskonferenz die klare Forderung der Anerkennung des historisch-nationalen Anspruches des jüdischest Volkes auf Palästilta enthalten wird. Statt dessen steht in Eurem Dokument an Stelle des Wortes „rights" (rechtliche Ansprüche) mit übertriebener Vorsicht das Wort „elainis" (Forderungen). Das Wort „National" wurde ganz gestrichen und auch das, waö noch verblieben ist, bekam die Gestalt eines,Nebensatzes, als würde die Anerkennung für sich solidst eines besonderen Paragraphen nicht wert sein! Für mich aber wenigstens ist es-ganz klar, daß diese Anerkennung, und zwar eine ausdrückliche und klare Anerkennung, ohne irgend welche Rücksichten, das Ziel ist, das wir zunächst aus der Friedenskonferenz zu erreichen bestrebt sein müssen. Die praktischen Forderungen werden wir auf irgendeine Weise mit der Regierung, der die Angelegenheit übergeben werden wird, schon ordnen können, aber die historische Tatsache der Anerkennung unserer Rechte betreffs Palästinas kann uns nur mit der notwendigen Autorität, die Weltfriedenskonferenz geben. Wenn dieses Ereixstns Vorbeigehen wird, ohne daß wir „Mit Sophie muß etwas geschehen." Da dieser kategorische Imperativ eines in der Ehre seiner Tochter gekränkten Vaters im Lustspieltheater neulich bereits zum 26. Male befolgt wurde, ist es kein Wunder, daß ein Teil der Darsteller ausgewechselt wurde. Fräulein Adlersberg verkörperte die Sophie sehr wirksam und Herr Verden polterte humorvoll durch den heiteren Schwank der französischen Firma. Das bewährte Jarno-Enfcmbletrug viel zur Belustigung des Publikums bei. Als nächste Freilichtaufführung auf der Hohen Warte geht Dienstag Diu lu. d. *„(£ arme n" in Szene. Musi tätliche Le tung Dr. Robert K o l t s k o. Die Vorstellung beginnt diesmal um .738 Uhr und endet nach 10 Uhr abends. Der Kartenvorverkauf beginnt morgen Montag früh. iVoltkover, Vienna. Gutmann.) Vorführung des neuesten PalastinafilmS in Baden bei Wien. Der Keren Kaismeth veranstaltet eine einmalige Ausführung des neuen PalastinafilmS „Das alte und neue Palästina" am Samstag den 14. d. um V-10 Uhr abends im Zentraliino in Baden bei Wien. Ein Tätigkeitsbericht des Modernen Theaters. Die Di« Aktion des Moder neu Theater» ubgriender uns einen Bericht über die Tätigkeit in der neuen Aera, dem wir folgendes entnehmen r DaS Moderne Theater brachte unter der Direktion Ludwig Kö u n e r seit der Wiedereröffnung am 61. Dezember 1925 bi-ber fünfzehn Stücke, darunter neun deutsche, drei rnglilche und drei französische Autoren in *10 Aufführungen zur Darstellung. Die Höchstzahl erreichten „Sensation" (GalSworwy). »Die Buchse der Pandora . (Frank Wedekind), „Bobbris letzte Nacht" (James Barcley) und „Haben Sie nichts zu verzollen (Maurice Hbmieqüiu und Pierre Bebet). Das Theateieistemblv des Modernen Theaters hat G a st s v t e l e in B u d a p e st, Preßburg und Baden absolviert und brachte an Stücken .Sensation", .Urwald", „DaS Gespensterichiff". ..Bobbys letzte Nacht". „Die Büchse der Pandoras „Kitty und die Weltgeschichte" in diesen Städten zur Aufführung. Kleine Kunstnachrichten. Ein Gemälde Tizians, ein Männerporträt, welches. nach Sachverständigenurteil zu den größten Werken des Meisters zählt und in reiner Tizian-Biographie erwähnt ist, wurde vom -staatlichen Kunstmnsünnt in K openHagen um die Kaufsumme von 400.000 Goldmark erstanden. Der Direktor des Museums spricht hie Vermutung aus, daß das wundervolle, bisher unbekannt gebliebene Porträt von dem Wjährigen Tizian gemalt wurde. — In Bad Hombntg sind die diesjährigen;,Jn t e r n.a t i o tt o I e n Musiktagk" den holländischen Komponisten gewidmet. Es wurden drei Kammerkonzerte bereits gegeben, in welchen ausschließlich holländische Tondichter zu Worte kamen. — Die allgemeine Tyeaternot hat nun auch eine historisch ' berühmte Kunststätte, das Weimarer Nationalthearer, ergriffen. Die Generalintendanz des Theaters mußte sich mit einem Hilferuf an die Einwohner der thüriygischeii Landeshauptstadt wenden. — Das seit Jahren angestrebte Gastspiel Schaljapins in der Berliner StaatSvper kommt jetzt endlich doch zustande. Schaljapin wird tut nächsten Er Wahr in Berlin dreimal den Boris Godnnow singen. — Für unstliebhaber bedeutungsvoll - vp'rd das Händel-Fest'der neuen Händel-Gesellschcvft in Münster sein, das anfangs Dezember stattfindet. Cs steht eine bis heute üngodrnökte Jugetldkomposittott Händels auf dem Progratnm. Achad Haam-Foier. Dü zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt^ veranstaltet morgen Montag de»!). d. in ihrem Heime, 0. Geburtstages Achad hält Herr Dr. N. M. Bez., Zirkusgasse 33,' aus Anlaß des Haams einen Festabend. Die Festrede Gelber. Beginn 8 Uhr abends. Die hebräischen Ferialkurfe des Beth waad l'sivriin haben bereits begonnen und finden im Gebäude der sozialen HNsgenleinschaft Anitta Müller. 2. Bez.. Unter« Augartensträße 33, statt. Der Kltrs für Fortg«lschrlttene ist fast «konwlett und nur noch wenige TeilmchNtier können ausgenommen werden, . dagegen ist im ANsän'g-erknrs noch Platz. Anmeldungen mit Ausnahme von Samstag. täglich Von 5 bis % -Uhr gbzytzs. davon Gebrauch machen, wird unser ganzer Dem für dEe Zukunft einer starken Grundlage entbehren müffen. Teuerer Chajim, ich bitte und flche Dich an, denße Wer das oben Gesagte genau nach und ziehe in dieser Augelogercheit nichts in Betracht, was nur eine zeitliche oder lokale BedenSmeg besitzt." Wie man also sicht, hat Achad Haam eine sehr intensive und innige Beziehrlng zur Politik, er, der Bekämpfer des Nur- Chartermäßigen, erinahnt Weizmann, beit Politiker, zn einer radikaleren, mutigeren, exakteren Politik. Sehr bezeichnend ist noch ein Brief an den Redakteur des „Haarez", in dem Achad Haam, im Zusammenhang mit einem vernrtcilenSwerten Ausbruch des jüdischen Ehanvinismus in Palästina, von dem Verfall dos Geistes der Propheten spricht und einen kleinen levantinischen Staat im Osten, bar aller Propheten ideale, als gar nicht wünschenswert betrachtet. Dieses wundervolle Dokument eines wahrhaft jüdisch fühlenden Zionisten müßte zum Leitstern unserer Bewegung werden und seine Gedanken sollten den Weg in die Herzen aller Palästinenser und alter Zionisten führen. Dieser sechste Band der Briefe Achad Haams enthält noch neben einem umfangreichen Sachregister flir alle sechs Bände zwei Ergänzungen, und zwar: einige.kleinere Aussätze und Aphorismen, die Achad Haam als scharfer Denker und Beobachter zeigen und die glänzende U c b e r s e tz u n g der ersten zionistischen Schrift: P in kers „Antoem anzipat i o n". Das Werk, das eigentlich den Zionismus erweckt hatte, in hebräischer Uebersetzung dessen, der den Zionismus vertieft hat. Glieder einer Kette, die nur gemeinsanc zu denken sind und nur zusammen deren eiserne Stärke bedingen. Leopold T h a -U r. Eine Neuausgabe von KohulS Aruch Haschlalem". Im Berlage Menorah Wien, 2. Bez.. Heinestraße 16, ist das unentbehrliche und feit Jahren vergriffene Monumentalw-evk „Aruch H a f ch a l c m" („A nt dj Complet u m") von Dr. Alexander Ko Hut in einer treuen Ausgabe erschienen. Die NeuauSgabe enthält auch sämtliche Ergänzungen und Korvektureir, die der Verfasser nach Erscheinen der ersten Ausgabe in einem separaten Band erscheinen ließ. Die Ne.f.ausgabe des „Aruch Haschalem" ist ans •feinem, iholzfreiem Papier schön und klar •gedruckt und in acht Prachtbänden gebunden. ' „Menorah", jüdisches Familienblatt flir Wissenschaft, Kunst und Literiatnr. Wten-Franikfnrt a. M.. 4. Jährgatrg, Nr. 8. Das Augttstheft enthält wieder eine Reihe interessanter und bemerkenswerter Beiträge. Dr. Max Grnnwald berichtet über den „Anteil der Inden an den geographischen Entdeckungen, Wolmang io. Weist schreibt über ,Munst, Judentum und Judettstaat", einen Aufsatz jcber „Die sepihardilsch^ Gemeinde im Haag" steuert D. S. van> Z u i d e n bei. Das Heft enthält ferner eine Studie über das hebräische Theater Habima von Siegfried Schmitz und Mitteilungen über das MusMeben in Palästina von. Markus Reiner. Die Belletristik ist durch das dramatische Gedicht „Bathseba" von Andre Gide, die Fortsetzung des Romans ,/Der Traumsiedler" von Jlles Kaczer und durch eine Skizze „Der Tischa^beaw des Sabbatianers" von E. G. F r ieb vertreten. Unter den Kunlstbeilagen sind die Reproduktionen nach Bildern des vor einem halben Jahre in Paris verstorbenen, aus.' Polen stammenden Malers Eugen Z ak besonders bemerkenswert. „Deutsche Märchen aus dem Donaulande", in Bebbiudung mit Viktor v. Geramb, I.. R. Bunker, P. Romuald Pramberger, Siegfried Troll und Ädols Schullerus. hevausgegcben von Paul Zauner. Eugen Diederichs Verlag in Jena.' 1926. Das Erfreuliche an dieser neuen Sammlluug donauländischer Märchen (im Rahmen der „Märchen der Weltliteratur" 'heransgege'ben) ist die erquickliche Frische mit welcher die Märchen in der MmMrrt der Provinz, aus welcher sie stammen, erzählt sind. Auch solche, die., man schon .in an>derer Fassttug kannte, lesen sich hier ursprünglich, als hätte matt sie nie gchört. Aber die Mehrzahl der - Stücke ist tatsächlich •tlnbekanut. Das Werk enthält nobst dem lesenswertett Vorwort in gesonderten Äbschnitten Märchen aus Steicrmarlk, aus Kärnten, aus Ober- und Niedvrösterreich, mä dem „Heanzciilande", sowie ans Siebenbürgen und istdurch eine.' Attgahl gauz^ vortrefflicher Abbilduttgen bereichert, tvelche VoWtypett at.s diesett eitrzelnen Landstrichen darstellen. Die Märchen sind im Dialekt der betreffenden Provinz erzählt, nur ist er der' allgemeinen Verstättdlichkeit halber stark gemindert. Das Unternehmen des^ Berlages, die Märchen der -gesamten Weltliteratur zu sammeln, Ft überaus verdienstlich. Die Sammlung ist auf ungefähr 40 Bänden 'berechnet, von denen bereits 30 vorliegen. Meyers Lexikon in 12 Bänden. Siebente, völlig neubenrbeitete Auflage. Gand 4 (Engobe bis Germanität) in Halbleder gebunden 30 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in ,. . Der 4. Band der »cu-ett Ausgabe umschließt Stichwörter •wie „Europa" und „Frankreich'', über die arundstürzend der Weltkrieg -dahinaebraust ist; wie „Estland", „Fnmland", soztlsagen neu erstandene Staaten, Dinge, tvie „Fltigzetig" uitb „Funkwesen" in ihrer netten Ausgestaltung; Stichwörter, die tmnt nur ztt nennen braucht, um anztideulen, wie „aktuell" -der nette Baitd ist. Man findet zum Beispiel die „Etiropäischen Konferettzen", die das Geschick unseres Erdteiles feit Kriegsende stark beeinflußt haben, int Zusammenhattge bis Marz 1926 düraefteNt, ebenso dto „Friedettsverträge von 1918—22", in citteiu Artikel vereint. Auch Begriffe wie .Haschismus", „ExpressiontSntuS", erfahren in Wort und, je nachdem, in Bild die ihrer Bedeutung entsprechende BehandlNttg. Bier Tafeln und ein großer Artikel sind dem „FlttMug" gewidntet, k,mm „FUNktoeseit" eine reich illustrierte zwöMeittge Beilage. ----- matt die Musiker „Furtwänglcr", „Leo deu *) Einen historisch bemerkenswerten Brief aus dieser Sammlung veröffentlichen wir an anderer Stelle. **) CS war dies daS Koutitee der Juden Englaub- Wchnwnn in diesen Dingev beejnfluW. , -. —--, - ■i.-St.-- . das dem Selbstverständlich, daß Fall', die Scl)riststeller „H. Federer", „Forbes-Wrosse Engländer „Galstvorthy", -den Mann der Psychoanalyse „Sigmutrd Freud", den Maler „Gaugin", beit Inder „Gandhi" und die Nantett vieler anderen führenden Kopfe der Gegettwart nicht vergebens sucht. Der Sportler findet das „Faltboot", der Berkchrsulteressent den „Fahrtrichtungsanzeiger", der Physiker in dem Artikel-. „Fernsehen" die „Karoluszelle". Der Jllnstrierttttg muß •wieder ein gutes Zettgnis mtsgestellt werdest. Kurort Semmering. Ein -LandschaftLibüchl-eiit. •zttsatttnrengestellt von Felix H. 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