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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-06 · Heft 2677 (6.8.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2677 (6.8.1926)
Date
1926-08-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2677 Men, KrcKag Wiener Morgenzeituna 6. August 1926 Beite 8 litt! Mim in Hi Infolge der Entwicklung der Anstatt und der Eröffnung des 3. Jahreskurses in der Hoch* und Tiefbau-Abteilung werden 2utn Beginn des nächsten Studienjahres iOktober 1926) einige neue Lehrkräfte gesHthii 2 Bauingenieure die je nach Wahl zwei der nachstehenden Lehrfächer zu übernehmen bereit sind: Straften* und Efsenbahnbau, Wasserbau, Brückenbau, Geodäsie, darstellende Geometrie 1 Architekt für die Pächer: Baukonstruktionen und Perspektive sowie zur Erteilung von Fachunterricht in Abendkursen für Bauhandwerker (Maurer, Holzarbeiter usw.). — Ferner wird 1 Jüngerer Architekt gesucht als Assistent für die Hebungen in Baukonstrution, Entwerfen von Hochbauten und Formenlehre, der auch Unterricht inden erwähnten Abendkursen übernehmen kann. DieBewerber müssen eine Hochschule absolviert und längere praktische Erfahrung in ihren Unterrichtsfächern erworben haben. Erwünscht ist es, daB sie bereits in Palästina gearbeitet haben und die besonderen Landesverhälinisse kennen. Eine ausreichende Kenntnis der hebräischen Unterrichtssprache ist Bedingung. Interessenten werden gebeten, möglichst bald an den Direktor des Hebräischen Technikum, Haifa, P. O. B 210, ihre Bewerbungen einzureichen mit Angaben Über Lebenslauf, Vorbildung und Berufstätigkeit. Oer Direkter* ■ Set Kongreß der Misten. Die gestrige Eröffnung des Internationalen I >u riste nlongre s s e s im ZeremoNiensaale der Hofburg gestaltete sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges. Fast alle ausländischen Vertretungen waren erschienen und in d-enr farbenprächtigen Saale hörte man alle Sprachen tondersieren; doch herrschte das Französische und Englische vor. Die meisten Kongreßteilnehmer waren mit ihren Damen erschienen. Die fremdländischen Diplomaten, die Vertreter der Regierung und des Landes Wien wurden von einem Empsangsitmitee in ihre Ehrenlogen geleitet. Bundeskanzler Dr. Ram ek machte die Honneurs. Punkt halb 11 Uhr eröffnete der Präsident der Internationalen Law Association, Lord Phillimo re, die Sitzung und beantragte, den Vorsitzenden des österreichischen Zweig- Vereines, Universitätsprofessor Dr. Gustav Walter, der gleichzeitig Präsident des Rechnungshofes in Wien ist, zum Präsidenten des Kongresses zu wählen. Der Antrag wurde angenommen und unter großem Beifall bezog Prof. Walter seinen Platz. Nach einer kurzen deutschen Einleitung hielt er eine formvollendete englische Begrüßungsrede. Er betonte, daß gerade Wien der geeignetste Ort für die Abhaltung dieses Kongresses sei, da Oesterreich reich an külturellcn Gütern ist, den Kultur wert der Juternationalität in vollem Maße erfaßt und weiß, daß die Liebe zum eigenen Volke in keiner Weise die Hochachtung vor fremder Bolksart hindert. Hierauf begrüßte Bundeskanzler Dr. Ram ek die Versammlung. Er führte aus, daß die Politik Oesterreichs auf die Herstellung des dauernden, wahren Friedens gerichtet ist. In Wien, der Verbindungsstätte zwischen Ost und West, Nord und Süd, haben die bedeutendsten Rechtslehrer gewivkt, deren Ruhm weit über die Grenzen Oesterreichs hinaus gedrungen ist. In Wien war die Arbeitsstätte des hervorragenden Pofessors Heinrich L a m m a s ch, der durch das Leid des Friedensvertrages die tödliche Wunde seiner Seele empfing. Das neue Oesterreich geht daran, sein Hauptaugenmerk der Entwicklung des sozialen Rechtes und der A r b e i t e r g e s e tz g e b u n g zuzuwenden. Ihm selbst — schloß der Redner — sei die ehrende Aufgabe zuteil geworden, in den Sitzungen, welche das Sozialversicherungsrccht betreffen, zu präsidieren. Hierauf begrüßte Rechtsanwalt Dr. Emil H o f f m a n n stha l die Gäste in französischer Sprache. Sodann sprach namens der juridischen Faktultät der Universität Wien der Dekan Professor G l e i s p a ch. Er bezeichnet die Vereinigung der International Law Association als eine hocharistokratische Einrichtung, bei welcher aber nicht die Geburt, sondern der Adel des G e i st c s das Diplom gibt. Im Zeitalter der Demokratie genügt es nicht, das Recht zu finden und zu kodifizieren, man muß auch in der Allgemeinheit das Interesse für diese Be- . strebungen erzeugen. Darin ist uns die anglo-amerikanische Welt ein Vorbild. Wir in Oesterreich wollen nicht, daß das Recht über die tote Materie siege. Nun folgten die Erwidernngsrcden der fremden Delegierten. Besonders eindrucksvoll war die Rede des Präsidenten des deutschen Reichsgerichtes, Dr. Walter Simons, der den ' Zusammenhang der alten Kultur Oesterreichs mit der Kultur Deutschlands betonte. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Wien dank der tatkräftigen, zielbewnßten Stadtverwaltung seit dem Umsturz einen großen Aufschwung genommen habe. Der französische Delegierte Maitre Leopold Do r meinte, daß die TelegaticnsteilNlchmer auf dem Wege, den sie nach Wien genommen haben, pazifistische Nibelungen gewesen seien. In der Rachmittagssitzung wurden die in e r i t ot i | ch e n B e r a t n n g e n in den Räumen der Handelskammer ausgenommen. Die Kommission für Neutralitätsrecht tagte unter dem Vorsitz des Präsidenten des deutschen Reichsgerichtes, Dr. Malter Simons. Das Referat erstattete der südamerikanische Delegierte Prof. Colombos. Alle dem Komitee vorgelcglen Vorschläge werden zu einem Entwurf eines v ö l k e r r e ch t l i ch e n U e b e r c i u f o m m c n & aus* gearbeitet. Gestern stand die Frage, ob die K ü st e n g e w 8 s s e r drei Meilen oder mehr oder weniger betragen sollen, zur Diskussion. Da die Meinungsverschiedenheit in dieser Frage sehr groß war, wurde beschlossen, erst über andere Fragen zu einem Uebercirikommen zu gelangen. Der Vorschlag des Entwurfes, der die Freiheit der Meere ausspricht, wurde angenommen, ebenst» die Bestimmung, daß der künftige Herrschaftsradins der Länder, wie er sich aus der Konvention ergeben wird, überall dort Geltung hat, wo nicht durch den tatsächlichen Besitz eines Staates eine andere Regelung Platz greife,t muß. Tann wurde ein Antrag angenommen, wonach die Genfer internationale Eisenbahnkonventi on und die Hafen ko nvention vom Jahre 1923 auf das Seetvcsen angewendet werden soll. Ausführliche Debatten wurden über die Ausdehnung der Küstengewässer bei den Inseln abgeführt. Die Sektion für internationales Obligationsrecht tagte unter dem Vorsitz des Präsidenten des englisch-deutschen Schiedsgerichtshofes, des schwedischen Richters Pwf. Bag ge. Tic Kommission beschäftigte sich hauptsächlich .damit, Regeln zur Unterstützung des internationalen .Handels aufizustellen. Insbesondere wurden Kaufverträge, Dienstverträge und Werkverträge verhandelt. Ferner wurde das Geltungsgebiet der einzelnen Priratrechte in Verhandlung gezogen. Die Debatten werden heute fortgesetzt. Znternatlonaler Lehrerkongreß. Am 9. August beginnt hier ein internationaler Lehrerkongreß. Die Beratungen fintcn im Festsaale des alten Rathauses statt und nehmen um 10 Uhr vormittags ihren Anfang. Den Bericht erstattet der Generalsekretär Leon Bern och et. Ueber die pädagogische Entwicklung und Beivcgung des letzten Jahres berichtet Ban de Meertel (Brüssel). Nach diesen Berichten wird die materielle und rechtliche Lage der Schule und des Lehrers behandelt werden. Hofrat Franzi aus Wien wird über das Problem Schule und Religion sprechen und zur Frage Schule und Moral sind die Professoren Bayer, F el i c ie n, Cha lla y e und Cog n i o t als Referenten vorgesehen. Ueber die Rolle des Kampfes gegen den Krieg in der Erziehung wird ein englischer Lehrer dem Kongreß seine Thesen unterbreiten. Wien, 6. August. * Das Wetter. Gestern herrschte etwas kühleres, trübes, ledoch regenfreies Wetter. Die Voraussage lautet: Ziemlich heiter, Gewitterneigung, Tcmperäturzunahme. , , * Die Lebensmüden. Die 24jährige Berta Stabl wurde ,n ihrer Wohnung in der Arbeitergasse tot anfgefnnden. Die Küche war mit Leuchtgas erfüllt, die Hähne des Gaskochers standen offen. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt. — Die Itijährige Comptoiristen Theodora Gngi, 13. Bez., Picrrongasse wohnhaft, ist seit dem 3. d. vermißt. Ihre Dokumente wurden am Donauufer bei Greifenstein anfgefnndcn, weshalb man annimmt, daß sie Selbstmord begangen hat. * Haiasz gestorben. Wie die Budapester Blätter melden, ist der Direktor der Gntsverwaltung des Prinzen W i n d i s chg r ä tz, Alexander H a l a s z, der sich bekanntlich vor zwei ^agen vergiftet hat, gestern gestorben. * Der Mord an dem Raxseilbahnwächter Rhba. Aus Wienex-Neustadt wird uns berichtet: Die Mordaffäre - Rhba ist noch unaufgeklärt. Die Indizien gegen den des Mordes verdächtigen Betriebsleiter Winkler find zu wenig stichhältig. Die chemische Untersuchung der Flecken an den Kleidern Winklers hat ein negatives Resultat ergeben. Der Befund sagt, daß es sich mit Bestimmtheit nicht konstatieren lasse, daß die Flecken von Menschenblut herrühren. Bezüglich der begangenen Lohnunterschlagungen in der Höhe von zirka 16.000 Schillingen ist Wmklcr geständig. * Ein Wiener eines Raubmordes in Wiesbaden verdächtig. Wie seinerzeit berichtet, wurde am 10. Mai d. I. in Wiesbaden die 60jährige Witwe Flora Süsser in ihrer Wohnung im Bette hegend ermordet aufgefunden. Die Schränke waren dnrchwühlt, und nach der Sachlage kan: ein Raub- und Lustmord in Frage. Die seither gepflogenen Erhebungen führten zu dem Ergebnis, daß als Täter möglicherweise ein Wiener in Betracht kommt. Es ist nämlich ein Mann, der anfangs November v. I. in München mit einer 25jährigen Buchhalterin bekannt wurde und mit ihr bis zum Anfang Dezember v. I. freundschaftlich verehrte. Der Mann hatte sich „Fred von Stern an" auch „Fred Berger" genannt. * Wieder ein Kautionsschwindler. Auf die gleiche Weise, wie die kürzlich verhafteten Kautionsschwindler Otto Singer und Gustav Matthä, hat der 26jährige Privatbeamte Karl Beran, Koppstraße 4 wohnhaft,. Arbeitslose um Beträge von je 50 bis 500 Schilling betrogen. Im Hause Strohmayergasse 7 gründete er ein Unternehmen unter dem Namen Film-Hanoelsburean Karl Beran und inserierte in Zeitnügen, daß er Angc» stellte suche. Er nahm auch einige auf und ließ sich von ihnen Kautionen stellen. Dann anoncierte er wieder, daß er billigen Kredit beschaffen könne und ließ sich für Jnformationsgebühren Beträge von 4 bis 12 Schilling attsbezahlen. Mit den erbeuteten Geldern zahlte er eine Zeitlan^ die Gehälter und bestritt für sich und eine bei ihm angestellte Eomptoirtsien den Lebensunterhalt. Auch seine Braut hat Beran um 1700 Schilling betrogen. Beran wollte ein großzügiges Filmerzeugungs-' und Berleihnngsnnternehmen gründen und annoncierte, daß er Da,neu als Filmdarstellcvinnen benötige. Auch sie hätten Einlagen von je 100 Schilling leisten sollen, doch ist Beran vor Ausführung dieses neuen Betruges verhaftet worden. Die bisherige Schadenssumme beträgt 3500 Schiillng, doch dürfte sich der Betrag noch weit erhöhen. Beran ist im Jahre 1924 wegen eines ähnlichen Betruges zu 18 Monaten Kerkers verurteilt worden. * Strati! - Sauer begnadigt. Der König von Afghanistan hat dem deutschen Gelehrten Dr. S t r a t i l - S a n e r, der dieser Tage wegen Tötung eines Afghanen von einem afghanischen Gericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, durch einen Gnaden akt die Strafe erlassen. Doktor Strahl »Sauer ist bereits in Freiheit gesetzt worden. * Günstige GefrindheitsverMtnisse in Men. Der Bericht des städtischen Gesundheitsamtes über die Gesundheitsverhältnisse in Wien im Juni d. I. zeigt einen Rückgang der Erkrankungen, besonders der Erkrankungen der Atmungsorgane und der Grippe. Um annähernd 900 Menschen weniger als int Mai standen in armenärztlicher Behandlung und die Zahl der Kranken, die in den Wiener Kranken- und Humanitätsanstalten verpflegt wurden betrug 29.414. Einen bedeutenden Rückgang hatte im Juni auch die Sterblichkeit. Während int Mai 2165 Todesfälle zu verzeichnen waren, ging diese Zahl im Juni um 387 auf 1708 zurück. Im Juni 1925 starben in Wien 1821 Personen. Die Zahl der Todesfälle im Mai 1935 war 1920. * Baron Tuck und der Weltkrieg. Der Todestag des ersteren und der Erinnerungstag an den Ausbruch des zweiten fiÄeu zusammen. Ein mernvürdiger Zufall. Tuck, einst ein Drnckerkchrling, entdeckte aus seinem Berns heraus die Ansichtskarte und er« ivarb durch diese Entdeckung Vermögen, Ansehen, sogar die Baronie. Das Briefschreiben, .als Wohltat gedacht, wurde zur Plage. Was sollte man seinem Nächsten nur schreiben? Und schreiben mußte man doch: »m beispielsweise zn beweisen, daß man, allen guten Wünschen zum Trotz, noch lebt, ja sogar am Strande lustwandelt. D,e langen Briefe wurden beiden zur Qual, dem Absender und dem Empfänger. Da beschenkte „ns Herr Tnck mit der Ansichtskarte. Eine ganze bedruckte Seite ließ kaum noch einen winzigen Platz zur Unterschrift übrig. Ein mehr oder minder schönes Bild befreite vom Schreiben. Alles war fertig, auf sie Adresse und das Znsatzwort: „Gruß ans . . . Dre Ansichtskarte, die durch das Blld dem Absender von der Mitteilnng seiner wirklichen Ansicht befreite, bedeutete auch eine Portoersparnis. So befreite Herr Tuck die Menschheit von einer konventionellen Krankheit des Schreibenmüssens, und die Plage ward wiederum zur Wohltat. Er verdiente also redlich die Auszeichnung eines Freiherrn. Vor einigen Tagen starb dieser Wohltäter der Menschheit, als sich die Erinnerung an den Ausbruch des Weltkrieges sirhrtc. Dieser zweite Gedenktag ruft das Andenken an eine andere Entdeckung wach, ähnlich der von Tuck: An die Kriegs- oder Offensivanisichtskarte. Wir kennnen sie gut, die ans grünlichem Papier m acht Sprachen der seligen Monarchie bedruckte Karte: ,Zch bin gesund und es geht mir gut." Eine achtfprachige Belehrung mahnte, daß ans dieser Karte nichts als dre Adresse geschrieben werden dürfe. Wie vorsorglich doch die Heeresleitung war. Wenn die furchtbarsten Tage bevorstanden, gab man uns diese Karten. Wir sandten sie an unsere Nächsten. Eine famose Maßnahme,die nur den Zweck verfehlte, da man doch beim Erhalt dieser „Mitteilung" gleich wußte, daß es losgcht, und diese Karte, ganz vorgedruckt, bcbcutctc Tränen und bange Tage. Baron Tuck konnte es wahrlich nicht ahnen, daß seine wohltätige Erfindung so viel Schmerz verursachen wird. In der Form einer „Kricgsansichtskarte." T. N. * Leichtathletik im Radio. Heilte um 7 Uhr abends wird die Ravag einen Bortrag des befaunten Hakoah-Leichtathleten, Fritz B ü'r g e r, senden. Der Redner will erzielen, daß die noch immer bestehende Voreingenommenheit gewisser Kreise gegeir den Körpersport, speziell gegen die Leichtathletik, schwinde und weite Kreise der Bevölkerung für die Förderung dieses wichtigen Erziehnngsfaktors interessieren. * Der Bonner Studententag. Ans Bonn wird berichtet: Hier findet gegenwärtig der 9. Deutsche Studententag statt. Dieser wurde gleich anr ersteil Tag durch unliebsame Zwischenfälle ernstlich gefährdet. Entgegen den Vereinbarnngrn, zur Vermeidung von Zwischenfällen nicht zn flaggcil, waren in der .Halle eine schwarz-rot-goldene mtb eine schwarz-weiß-rote Flagge anfgezogell wordeil. Beide Fahnen wurden auf Verlangen der republikanischen Minderheiten wieder abgenommen, um jodelt Streitpunkt ausznschließen. Darauf entfernten sich die Delegierten mit Ausnahme der Minderheiten und des Rheinischen Kreises aus dem Saal. Bezeichnend ist auch, daß die Vertreter der österreichischen Minderheiten (das sind bic sogenannten „Freiheitlichen") den Saal llicht betreten durften, während aie völkischen Delegierten aus Oesterreich zu den bisherigen Versammlungen zugelassen wurden. Am zweiten Tag stellte der H a n P t a u s s ch n ß der Deutschen Studentenschaft, uilter den wiederansgezogenen Farben Schwarz-Rot-Gold und Schwarz-Weiß-Not sitzend, den Antrag, das Verhalten des Führers der Bonner Studenten, Mager, zn mißbilligen und seine Absetzung zn fordern. Dieser Antrag wurde an gell o r,l nt c n. Der Erfolg war, daß die gastgebcnde Studentenschaft Bonns sofort den Saal verließ. Dann hielt Professor S che e l, der Vorsitzende des Deutschen Hochschnlverbandes, einen Vortrag über das deutsche Hochschulwesen, der am Schluß eine scharfe Stellungnahme gegen L es sing enthielt, ohne freilich den Namen dieses „würdelosen Literaten" zu nennen. E Kinder aufs Land. Für August noch einige Zahlplätze für israelitische Knaben in der Fernkolome Vöslan frei. Anmeldllngen bei Herrn Ignaz Nenfeld, 7. Bez., Mariahilferstratze 80. Telephon 39-4-93. * Unersetzlich ist der Verlust Ihrer Zähne durch Schlechtwerden. Sie vermeiden denselben beim Gebrauch von W. Tw erd Hs Dentiflo re, 1. Bez., Kohlmarkt 11. Aunte Wett. Die Reform dcS ttrHföeu Die von der Sowjet* rcgiernng eingeleitstsn Maßnahmen, die auf die Einführung des lateillischen Alphabet« nnte-r den türkischen Bölkechämmen abzielen, schreiten erfolgreich fort. Die VaLner Zeitung „E n i I o l", die sich für daS neue Alphabet einsetzt und selbst in lateinischer Schrift gedruckt wird, hat ihre Auslage binnen kurzer Zeit verdoppelt. Irr Armenien ist in sämtlichen türkischen Volksschulen das lateinilsche Alphabet eingefnhvt worden. In Azerbejdzarr sind vorläufig Nltr die Klntcrklassen der BolkSschrrlen zum neuen Alphabet übergeganAen. Die arntenischen Lokalbehördcn bedienen sich bereits ebenfalls des neuen Alphabets. Auch in-Georgien macht, die Verbreitung des lateinischen Alphabets bedeutende Fortschritte. Marconis Schreibmaschine der Ankunft. Ter berühmte Srsiuder M a r c o n i gibt Nachricht über eine Schreibmaschine der Zlrlunft. Ihre Tasten werden nicht mehr durch die geübten Hände eurer Stenotypistin in Tätigkeit treten, sondern durch die E i nwirlung von Wellen, eine Neuerung, die gestaüct, einen in London diktierten Text gleichzeitig in Berlin, Paris, Madrid oder Moskarl auf der Schreibmaschine ausipruehmen. Die praktischen Versuche, die der italienische Gelehrte dichr Tage in London angestellt hat, hatten besten Erfolg. M'Hrnrd Marconi ick seinem Laboratorium diktierte, „tippten" zwei Schreib aschinen, die eine in eitlem Gehöft sin Weichbild Londons, die andere aus der Rnndsl.nkstation von Oxford das Diktat mit der Akkuratesse einer geübten Maschineltschreiberin. Die Menschenaffen sind viermal so stark w« die Menschen. Professor John >B a u m a n n wies an der Hand von Experimenten, die er im Zoologischen Garten von Baltimore ausffchrte. nach, daß die Menschenafsin viermal so stark wie ihre menschlich c u Vettern sind. Ein SchinlpanseMve-ibchrn, das einen Strick zog, der an einem Dynantonteter befestigt ivar, bewies eine Kraft von 630 Kilogramm, ein anderer Affe, der nur eine.Hand gebrauchst, brachte es auf 403 Kilogramm. Menschen, die denselben Versuch anstellten, erzielten nur 425 Kilogramtn, foxnm sie beide Hände #1 Hilfe nahmen, und 105 Kilogramm mit einer Hand. Professor Banmann will aus Grund seiner Studien hera«sges«lld?ll haben, daß, Pfund für Pfund, der Mensch stärker ist als die Jnsektetl mtb pflanzenfressenden 'Säugetiere, dagegen schwächer als die fleischfressenden SÜMvitzre, i>ie Maulwürfr und die Affe«.

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