Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2677 (6.8.1926)
- Date
- 1926-08-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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@*iM5 Mm, Frettag Wiener Morsenzettutttz 6. August 1926 r». $t. SM Jüdische Welt. Set dreihmdertfte Gebartrtag von Sabbatai g'wi. I« diesen T^e« Mrte es sich zmn 300. Male, daß einer der gefährlichsten Abenteurer der jüdischen tzkschichle, der falsche Messias Sabbatai Z'wi, das Licht der Welt erblickte. Er wurde am 9. Ab (23. Juli) 1626 in Smyrna geboren. Es war die Zeit der romantischen Philosophie. Der Katholizismus war in seiner ersten Blüte, die Lage der Juden im 17. Jahrhundert war überall^ wo sie gelitten wurden, eine bis zur Unerträglichkeit leidvolle. Me ganze damalvze politische Atmosphäre war jeder neuen Lchre, die eine Erlösung von den Qualen der jüdischen Nation in Aussicht stellte, überaus günstig. Die Sektenbildung fand den Boden vorbereitet, die psychische Empfänglichkeit des zermürbten Judentums für die Heilslehre des Messianismus war gegeben. Und es gab eine ganze Anzahl von Menschen, die, teils ihrer Sinne nicht mächtig, teils in bewußt abenteuerlicher Absicht, sich den seelischen Zustand im Judentum nutzbar machten und sich als Erlöser aufspielten. Einer der gefährlichsten, weil erfolgreichsten, war Sabbatai Z'w i. Sein Auftreten und seine mit Hilfe seiner „Propheten" geführte Propaganda für die „Erlösung" verursachte eine der historisch und psychologisch bedeutungsvollsten Revolutionen im Judentum. Die Gefahr seiner Aktionen bestand nicht zuletzt in dem Umstand, daß sie sich auf dem Boden P a l ä st i n a s, dem Lande der jüdischen Sehnsucht abspielten. So kam es, daß Sabbatai im Jahre 1666 trotz aller Bannflüche der angesehensten Rabbinate in seiner Vaterstadt Smyrna als Messias der Juden gefeiert wurde. Die betrügerische Absicht Sabbatai Z'wis wurde offenbar und hat auch seine Anhänger ernüchtert, als er, um den strafrechtlichen Verfolgungen durch die türkische Regierung zu entgehen, das Judentllm abschwor und den mohammedanischer: Glauben annahm. Er starb am 30. September 1676, am Jom Kippu r, als Mohammedaner unter dem Namen Mehemed Essend i in Dulcigno. Die destruktiven Folgen des Sabbataismus blieben noch lange Zeit im Judentum fühlbar und es ist hier nicht der Ort, die Geschichte jener Epoche ausführlich zu behandeln. Erwähnt sei bloß, daß in der Türkei die Anhänger Sabbatai Z'wis, die mit ihm zugleich zum Mohammedanismus übergetreten waren, bis auf unsere Tage als eigene Sekte der „Tönme" fortbestehen, von den Mohammedanern niemals als echte Mohammedaner anerkannt wurden und, infolge Inzucht degeneriert, dem Aussterben nahe sind. Nktzergode der Grundbiicher der Mischen Kolonien an dar staatliche Grundlmchramt. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Entsprechend der seinerzeit in unserem Blatte veröffentlichten Regierungsverordnung haben die Kolonieverwaltungen von P e t a ch- T i k w ah, R i s ch o n l e Zion, R e ch o w o t h, C h e d a r a h u. a. ihre Grundbücher über den jüdischen Grundbesitz am 1. Juli den staatlichen Aemtern überreicht. ' Vierzig Jahre lang führten die Kolonien ihre Grundbücher unter eigener Verantwortung, aber mit einer peinlichen Genauigkeit, die gegen die verlotterte Unordnung im Grundbuchwesen unter der türkischen Herrschaft abstach. Die Uebergabe der jüdischen Grundbücher an die staatlichen Aemter erfolgte unter dem Ausdrucke der Hoffnung, daß die. Evidenzhaltung der Besitzverbältn'sse der Immobilien auch in Zukunft in klagloser Weise geführt werde. Bühne und Kunst. „Monsieur Helene." Theater in drr Josefstadt. ..us dem „Kleinen Lovd" ließen die Herren Siegfried' Geyer önd Paul Frank beinahe jenen Monsieur Helene (Thiemig) aus der „Gefangenem" werden, der sich nur in Damen verliebt. Aber zum Glück kuriert sie ein Pariser, der in der schrecklichen Zeit des Frackenfturzes noch genügend Romantik aufbringt, um das Mädchen seines Herzens wochenlang beim Austernessen 31t -bewundern, und so flötet Monsieur Helene noch rechtzeitig, bevor der Vorhang fällt: ,Zch bin soeben ein Weib geworden." Mut ist in allen Fällen rühmenswert. Auch der Mut zur Trivialität. Die Autoren brachten ihn diesmal in reichem Maße auf und gestanden ihn ein, indem sie prinzipiell nicht vor dem Vorhang erschienen. Es liegt übrigens drei Akte lang ein wohlassortiertes Lager diversen Amüsements zur Bedienung bereit. Das jüdische Ehepaar aus Lenghels „Antonia" ist da, der Amerikaner mit dem Millionenscheck und dem süßen, lieben Englisch-Deutsch ist auch da, natürlich als Brautwerber, wie -in . . . nun, man wähle selbst eines der hundert Stücke, in denen er unverändert auftritt, ein verliebter Kammerdiener ist da, ferner ein verkrachter Schauspieler, der von Pariser Nachtlokalen fürs ,Irachmachen" zu Reklamezwecken engagiert ist, Pariser Kokotten sind 'da, ein Detektiv ist da, es werden fleißig die „Wolgazicher" gespielt und noch fleißiger Jnflationswitze gerissen — kurz, man unterhielt sich bei der Begegnung mit dem alten, wohkvertrauten, buntscheckigen Sommerstück. Nur „Lustspiel" hätte man's nicht benennen sollen. Maria B a r d — tatsächlich ein neuer Stern — hat das unregelmäßige, harte, klobige Antlitz eines Jünglings in den Flegeljahren. Ein Lächeln, ein Augenaufschlag übergießt es mit wunderbarer Anmut. Sie ist eine Persönlichkeit. (Und scheint so weit Mann zu sein, crls Moiffi — an den die Modulationen ihrer Stimme erinnern — Weib ist. Sie könnte manche seiner Rollen übernehmen.) Auch für dke Träne ist in diesem heiteren Spiele gesorgt. Ter Vater der einschichtigen, auf ein sonderbares Privatleben eingerichteten Jungfrau, bekümmert um ihr Seelenheil, hat sie zu weinen. Im Auge des Herrn Goetz wird die .Träne echt, Herr Neugebauer gibt der alten Rolle des radebrechenden Amerikaners — ein Methusalem unter den Schlwankfiguren! — neuen Schliff und ist wirklich ganz entzückend. Sonst tun die Herren Iwald, V 0 e l k e r, P a n k l, Strobl und ganz besonders Günther sehr verdienstlich mit. Eine famose Aufführung. _' O. A. Au» de« Aealem. Modernes Tbearer. Heute 25. Aufführung des Schwankes ,§«6 en SU nichts z n verzollen?" Selbstmord Arpad Kramers. Der Wiener Scharrspieler Arvad Kramer hat Selbstmord begangen. Man weiß zur Stunde nicht, ob ihn die Schauspielernot — er batte kein Engagement — oder eine Gemütsdepression in den Too trieb. — Zunächst bei Jarno, dann im Komödienhaus in großen Rollen als hoffnungsvoller Charakterkomiker tätig, wurde er noch der unter der Spielleitung Heines am Belvedere inszenierten Freilichtaufführung des „Sommernachtstraum" ans B u r g t h e a t e r engagiert und fiel wiederholt in Episoden auf, dann auch in größeren Partien, insbesondere im „Richter von Zalamea". Als Reinhardt nach Wien kam, ließ er sich für das Josefstädter Theater verpflichten, ohne aber zur Geltung zu kommen. Nun hat der begabte, sympathische Künstler im Alter von 38 Jahren Schluß gemacht. Man fand eine lchwillige Verfügung vor, wonach er die Geheimhaltung der Bestattnngsstunde wünscht. — Gleichzeitig wird aus Berlin ein Selbstmordversuch des auch in Wien sehr geschätzten Schauspielers Louis Rehe r gemeldet. In diesem Falle ist die einzige Ursache Engagementlosigkeit. Die deutsche Orgeltagung kommt nach Wien. Auf der Tagung für deutsche Orgelkunst, an der rund 600 Fachleute aus ganz' Deutschland teilnahmen, lud der Wiener Musikhistoriker, Universitätsprofessor Dr. Wilhelm Fischer, namens der Fremdenverkehrskommission der Bundesländer Wien und Niederösterreich die Anwesenden ein, die nächste deutsche Orgeltagung in Wien abzuhalten. Die Einladung wurde von den Anwesenden, unter denen sich die hervorragendsten ausübenden Künstler, Wissenschaftler, Verleger und Orgelbauer befanden, mit Begeisterung zur Kenntnis genommen. Dre deutsche Orgeltagung 'in Wien wird voraussichtlich im Jahre 1928 abgehalten werden. ' _ Gerichtssaal. Bankier Arnheim vor Gericht. Der Zusammenbruch der Bankgeschäftsfirma Einil P 0 tzp e r beschäftigte gestern einen Schöfferlsenat unter Vorsitz des Hofrates Tr. K a st n e r, vor welchem sich der 47jährige Kaufmann Benedikt Arnheim wegen Verbrechens der Veruntreuung und des Betruges zu verantworten hatte. Die vom Staatsanwalt Dr. Schmied vertretene Anklage legt ihm zur Last, daß Arnheim als K 0 m P a g n 0 n der Firma Popper 200.000 Schilling, die dem Bankhause von den: Privatier Valerien Sedlar zur Durchführung von Essektentransakticnen übergeben worden sind, ferner einen Betrag von 16.000 Schilling, die die ukrainische Verlagsgesellschaft Semlja dem BarKause zur verzinslichen Anlage überbrachte, veruntreut und Popper durch betrügerische Versprechungen, er werde ihm eine Geschäftseinlage von sechs Milliarden Kronen einbringen, in Irrtum führte. Im Vertrauen auf diese ^große Einlage hat Emil Popper bent Arnheim volles Verfügungsrecht zugestarden und ist dadurch ruiniert worden. Nach dem Zusammenbruch des Backhauses flüchtete Arnheim und hinterließ einen Brief des Inhaltes: „Ich habe mich selbst g erichte t." Bald darauf stellte er sich aber der Polizei. Emil Popper ist infolge der Aufregungen geistig erkrankt und im Steinhof gestorben. Ter Angeklagte ist in tatsächlicher Beziehung geständig. Das Konkursverfahren gegen ihn mußte mangels Deckung der Kosten des Verfahrens eingestellt werden. Nach dem Verhör des Angeklagten wurde mittags die Verhandlung vertagt und die Rückleitung des Aktes an den Untersuchungsrichter beschlossen Der Mord der Krankenschwester. Frankfurt a. M., 5. August. In der heutigen Verhandlung des Prozesses gegen die Krankenschwester Flessa wurde zunächst der Gefängnisgeistliche B 0 r n i n g vernommen, der über die Aeußerungen der Angeklagten nach dem Todesurteil im ersten Prozeß aussagte. Danach habe die Flessa unter anderem erklärt, sie müsse jeden Versuch, in ihr Seelenleben einzudringen, schärfstens ablehnen. Erst zwei bis drei Monate später habe sie erklärt, sie hätte nur die Absicht gehabt, Dr. Seitz zu blamieren und ihn so zu verletzen, daß er 11 Tage lang zu Bette hätte liegen müssen. Während seiner Krankheit hätte er so Zeit gehabt, über das Verhältnis mit ihr nachzudenken. Die Aussage des Untersuchungsrichters im ersten Prozeß Flessa konlmt auf die Angabe der Angeklagten zu sprechen, wonach diese jede intime Beziehung zu dem Erschossenen in Abrede stellt. Die Zeugeneinvernahme wird morgen fortgesetzt. Auch geschiedene Ehegatten sind zur Wahrung der ehelichen Treue verpflichtet. Der von seiner Gattin geschiedene Alexander W. beantragte die Trennung seiner nach evangelischem Ritus geschlossenen Ehe wegen eines von seiner Gattin nach der Scheidung begangenen Ehebruches. Seine Frau ist nämlich mit einem anderen Manne eine Lebensgemeinschaft eingegangen. Das Landesgrricht sprach auch die Trennung der Ehe aus, weil nach den Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches auch geschiedene Ehegatten zur Wahrung der ehelichen Treue verpflichtet sind. In der dagegen eingebrachten Berufung des Ehebandsverteidigers wurde auf die geänderten Anschauungen in der Nachkriegszeit hingewiesen. Die Lebensgenreinschaft sei in vielen Fallen schon rechtlich anerkannt. Demgegenüber legt der Klagevertreter eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes vom 11. Mai 1926 vor, in der cmsgesprochcn wird, daß die Gesetzgebung sich den geänderten sittlichen Anschauungen der Jetztzeit nicht angepaßt habe und daß daher die Eingehung einer Lebensgemeinschaft als Ehetrennungsgrund nach wie vor zu betrachten sei. Die oberstgerichtliche Entscheidung konzediert aber, daß man nach erfolgter Scheidung allerdings nicht in allen Belangen ei,reu so strengen Maßstab anlegeu dürfe. Auf Grund dieser Entscheidung wurde die Berufung des Ebebandsverteidigers ab gewiesen und die Trennung der Eye wegen Ehebruches der Frau ausgesprochen. Volkswirt. DK SilberNMel der vierproirntigen D«r> Bodenbacher Prioritäten. Klage eines Prwritärs gogen die Dnr-Bo-envoHer Eiferchahns gesellschaft. Die vkerprogeritigen Prioritäten der Dnx-BoVenbacher Eisenhahngesellschaft sind in verhältnismäßig kurzer Zeit von 140.000 bis auf 200.000 gestiegen und konnten sich auch gestern ungefähr bei diesem Kurse behaupten. Die Steigerung ist darauf zurückzuführen, daß die vierprozentigen Dux-Bodenbacher Prioritäten, die auf Silber lauten, in den Wirbel der Aufwertungsspekulation hineingezogen wurden, die alle Prioritäten favorisiert, bei denen das Zahlungsversprechen auf „GM", ,/Silber effektiv" oder „Silber in klingender Mürrze" vorliegt. Die österreichischen Prioritäten, die ein Gold- oder Silber- Versprechen enthalten, tragen bekanntlich feit Jahren gar nichts, da der Staat sich beharrlich weigert, Zinsen und Kapital anders als mit Papierkronen zu bezahlen. Ganz anders die Dux-Boden - bacher Eifenbahngesellschaft, die eine private Gesellschaft ist und ebenso wie die Kaschau-Oherberger oder die Buscht ehrader schon seit Jahren Zinsen und Kapital ihrer Obligationen in tschechischen Kronen honoriert. Da die tschechische Krone ungefähr 16 Prozent des Goldwertes notiert, bedeutet der Zinsendienst in tschechischen Kronen eine 16prozentige Valorisierung, die bis zu einen: gewissen Grade das Ideal der österreichischen Austvertungsspekulation darstell:. Mit den Prozessen, die Prioritäre bisher gegen den öfter, reichischen Staat gcstihrt haben, um eine Valorisierung der Schuldenzahlung durchzusetzen, haben die Kläger bisher kein Glück gehabt. Noch viel weniger kennt der tschechostolvakische Staat eine Silberwährung. Mit um so größerem Interesse darf man der von einem Prioritar der Dux-Bodenbacher Eisenbahngesellschast angestrengten Klage auf Bezahlung in Silber entgegensehen. Eine solche Klage ist diese Woche beim Wiener .Handelsgericht angestrengt worden, nachdem ein Inhaber von vierprozentigen Dux-Bodenbacher Obligationen beim Wiener Bankverein seine Titres präsentiert und die Bezahlrrng in effektivem Silber vergeblich gefordert hatte. Abschwächong der Frankeudevisen. Auf die stürmische Hausse der Frankendevisen vom Mittwoch ist gestern die natürliche Reaktion eingetreten. Zahlreiche zur Zeit der Erholung des Franken eingegangene Haussepositionen wurden liquidiert, gleichzeitig suchte die französische Industrie die Besseruug des Fracken auszunützen, um sich mit fremden Zahlungsmitteln zu versorgen. Einen ungünstigen Eindruck machte die von Poincare der Karnmer vorgelegte Konvention zwischen dem Staat und der Bank von Frackveich, wonach diese crrnächtigt werden soll, Devisen gegen Franken auf offenem Markte zu kaufen. Mas der Staat treffen kann, vermag natürlich die Privatwirtschaft noch viel besser zu leisten. Tie gestrige Abschwächung des französischen Fracken ging zum größten Teil von Paris aus. Der französische Fracken, de., vorbörslich gegen Zürich noch 15.10 notierte, schwächte sich zum Schluß auf 14.50 ab, Mailand auf 17.10 nach 17.35, Brüssel auf 14.50 nach 14.85. Im Nachmittagsverkehr hob sich die Devise Paris vorübergehend aus 14.75, ging aber dann wieder auf 14.50 zurück. Die Meldungen über eine Anleihe Morgans an Frankreich im Betrage von 100 bis 250 Millionen zum Zwecke der Währungslstabilisierung blieben auf die Tendenz ohne Einfluß. Auch die Reportsätze haben wieder angezogen: Paris 3,5 Franken, Mailand 3 Lire, Brüssel 4 Franken pro Pfund und Monat.« ■ ’ Da« internationale Menkartell. Einladung an die tschechoslowakische und polnische Eisenindustrie. Die seit längerer Zeit geführten Verhandlungen zwischen Vertretern der deutschen, französischen, belgischen und luxemburgischen Eisenindustrien haben, wie wir bereits gemeldet haben, zu einer Kartelleinigung geführt, die am 12. d. unterzeichnet werden soll. Die tschechoslowakische und die polnische Eisenindustrie werden sich an dem Kartell nicht beteiligen, doch soll dieser Umstand noch Gegenstand von Besprechungen im neuen Kartell sein. Nach einer Prager Meldung dürsten die Eisenindustrien dieser Länder Einladung e n zu diesen Verhandlungen erhalten, um sich zu äußern, unter welchen Umständen sie dem Kartell beitreten würden. DentfchfranzSsische« Handelsllbereinkommen. Paris, 5. August. Zwischen dem deutschen Botschafter und dem französischen Außenminister und Handelsminister sind heute zwei Verträge unterzeichnet worden. Der eine dieser Verträge ist ein auf die Dauer von sechs Monaten abgeschlossenes v 0 rläufrges Handelsabk 0 mmen, der andere eine Teilvereinbarung über den Warenaustausch zwischen Deutschland und dem Saargebiet. Durch den ersten Vertrag wird der Warenverkehr zwischen Deutschland und Frankreich für eine bestimmte Anzahl von Warengattungen geregelt. Der englische Bergarbeiterftreik und die Kolonialanleihen. Wie wir vor kurzem gemeldet haben, hat das Unterhaus die Beschlußfassung über die ihm von der Regierung unterbreiteten Vorlagen über verschiedene Anleihetransaktionen zugunsten der Kolonien aus den Herbst vertag. Dadurch ist auch die Realisierung der im Prinzip beschlossenen und von allen Kolonialanleihen aussichtsreichsten Palästinaanleihe int Betrage von 4,5 Millionen Pfund aus den Herbst verschoben. Politische Bedeutung kommt dieser Verschiebung nicht zu, diese hängt lediglich mit den Schwierigkeiten der englischen Volkswirtschaft zusammen, die durch den mehrmonatigen BergarbeiterjtrrH l-ervaMit^eq worden sind. Die Verluste,