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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-05 · Heft 2676 (5.8.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2676 (5.8.1926)
Date
1926-08-05
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2676 Dirn» DMnerMg wVKif» wluiyiiijiiiuisfi 5. August 1026 $*fcl Ar Masdedsrser S»ftWa«dal. KM«, — «s V«L»§. Berlin, 1. August. Die Magdeburger Mordaffäl» steht vor der restlosen Aufklärung. Die gestern in Köln verhaftete Braut des Mörders Schröder hat in einem zweistündigen Krevzverhör Angaben gemacht, di« di« von Len Berliner Kriminalisten von Anfang an verfochtene Auffassung bekräftigt, daß der getötete Helling einem gewöhnlichen Raabmord durch Schrö« -er zum Opfer gefallen ist. Man rechnet damit, daß di« Entlassung Haas' nunmehr unmittelbar bevorstcht. Der Untersuchungsrichter Kölling, der durch seinen Widerstand gegen die Berliner Kriminalisten di« Untersuchung sehr verzögerte, mutzte auf Anordnung seiner Vorgesetzten Behörde einen Urlaub antreten. Was GchrSver «tSplemSevt. Der in Haft befindliche Hakenkrevzler Schröder, gegen Len bisher die Untersuchung Mr wegen Betruges, wicht aber wegen Mordes geführt wird, hat im Gefängnis einem seiner Zellengenossen gegenüber geplaudert. Die ,Iofs. Ztg." veröffentlicht den Wortlaut dieser Offenherzigkeiten, wobei der Frager der Gefangene, der Antwortende der Herr Schröder ist. Frage: Was denkst du zu bekommen? Antwort: Fünf Jahre. Wegen Raubmord kann ich nicht bestraft werden. Frage: Das ist aber doch Raubmord? Antwort: Nein, das tvill ich so drehen, daß ich bloß wegen Beihilfe drankomnre. Wenn Haas der Schuldige wird, dann 'komme ich bloß wegen Beihilfe dran; aber nicht darüber reden! Frage: Was ist denn das eigentlich mit Haas? . Antwort: Der kommt nicht wieder raus, da will ich schon für sorgen. Ich drehe das Ding so» daß ich bloß wegen Beihilfe angeklagt werden kann. Den Mord habe ich völlig in den Hintergrund gedrängt. Ich habe es soweit gebracht, daß es jetzt heißt: Schwarz-Rot-Gold gegen Schwarz-Weiß- Rot. Ich rechne auf fiinf Jahre. Ich drehe das Ding so, daß ich wegen Raubmord nicht drankommen, sondern als wenn es sich um einen Fememord handelt. (Schröder meint, gestützt auf „völkische" Blätter, einen jüdischen Fememord.) Ich hatte es so weit, ich habe ja auch die ganze Rechtspresse für mich. Ich habe die Sache schön gedreht. In der Rechtspartei sind die ganzen Richter drin, die werden ihn schon stürzen. Er kommt nicht wieder raus. Aber redet nicht darüber, es handelt sich für mich um Tod und Leben. Frage: Wer bezahlt denn deinen Rechtsanwalt? Antwort: Das weiß ich nicht, aber redet nicht darüber. (Der Rechtsanwalt ist der Stahlhelmführer in Magdeburg.) Ser Wien« Internationale gurifteatongretz. Herzlicher Empfang der Gäste. Die Spitzen der internationalen juristischen Wissenschaft, die sich von heute an in Wien zu den Beratungen der International Law Association versammeln, sind gestern in einem Extrqzug, aus Paris kommend, durch Oesterreich gereist. Sie wurden an der Landesgrenze von einer Delegation der Wiener sowie von den Vertretern der Bundesländer, den Spitzen der Behörden mü> den juristischen Korporationen begrüßt. In Feldkirch wurde der erste Aufenthalt genommen. Hier empfing die Engländer und Franzosen namens des Wiener Zweigvereines dessen Vizepräsident Dr. Emil H o f m a n n s t h a l, der in seiner englischen Ansprache hervorhob, wie sehr das Land Oesterreich mit seiner alten Rechtskultur die richtige Stätte für die Beratungen der juristischen Fragen sei. Nach einer Begrüßung durch den Landesstaithalter Dr. Redler wurde den Gästen von Frauen und Mädchen, die teilweise in Landestracht erschienen waren, Sträuße von Alpenrosen überreicht. Auf die Ansprachen erwiderte der greise Führer der Gesellschaft und Präsident der Association, Lord P h i l l i m o r e, in deutscher Sprache. Er hob die Bedeutung Oesterreichs für die internationale Rechtspflege hervor und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Kongreß in Wien tage. Der EArazug setzte die Fahrt über Innsbruck nach Salzburg fort und wurde auch hier von den Spitzeu der Landesregierungen, der Handelskammer und der Advokatenkammer begrüßt. Nach Linz war ihnen zum Empfange der Präsident des Abrechnungshofes, Prof. Dr. Walker, als Vorsitzender des Wiener Zweigvereines, entgcgengcfahren. Gestern abends traf die Reisegesellschaft auf dem Sonderdampfer „Johann Strauß" in Wien ein. Die Lösung de, Rätsels. Wie ist es möglich, fragen sich Kaufleute und Konsumenten, daß trotz der schlechten allgemeinen WirtschatfSlage und der geschäftlichen Stagnation das Warenhaus der Brüder S ch i f f m a n n einen so großartigen Aufschwung nimmt und der Kundenkreis sich täglich vergrößert? Die Lösung dieses Rätsels ist sehr einfach: Das kaufende Publikum gewöhnt sich immer mehr daran, nur größere Kaufhäuser anfzusuchen, die alle Waren in reichster Auswahl fiihren und deren gutes Renommee für verläßliche Qualitätsware und billige Preise bürgt. Die dominierende Stellurm des populären Warenhauses Brüder Schiffmann ist auf die allgemein bekannte große Leistungsfähigkeit und Konkurrenzlosigkeit dieser Firma zurnckziiführen. Einer crzählt's dem anderen, wie gut und billig man dort kauft und die Folge davon ist eine sich fortwährend steigernde Kmwenfrequenz. Es ist daher nicht weiter verwunderlich. daß die Brüder Schiffmann im Laufe der letzten Monate " ' * -- ihr .- v dreimal genötigt waren, ihre Verkaufsräume durch. Ankauf und tu ..«.iux....- ... ..... amerikanische rüßter Umsatz geführte wohnlich geringen Nutzen zu verkaufen, ein System, bei dem beide Teile — der Kaufmann und der Kunde auf ihre Rechnung kommen. Der Kaufmann wird durch den vergrößerten Konsum für den kleineren Verkaufsnutzen entschädigt und sichert sich gleichzeitig die Anhänglichkeit der zufriedenen Kunden: der Käufer hat gute Qualitätsware erstanden und durch den billigen Einkauf Geld gespart, ist daher gleichfalls Pchkieder». Wien, 5. August. * Das Vetter. Gestern war nach langer Zeit der erste regenfreie warme Sommertag. Die Voraussage lautet: Meist bedeckt, Niederschläge, wahrscheinlich Gewttterbildung, kühl- -MM» IbjUaAu, (fl wCliffU H, OMgcMA st einer Milch rs e , * Die Selbstmörder. seiner Wohnung, 20. Bez. eigentümer und Besitzer Fuch», in der mit Leuchtgo Hahnen tot aufgefimden. Es liegt Selbstmord vor. Die Ursachi Tat war Krankheit. — In ihrer Wohnung in der Roßauerka wurde die 81jährige Private Helene Ober in dem mit Leuchtgas erfüllten Schlafzimmer tot ausgefunden. Sie hat vermutlich im Zustande geistiger Störung Selbstmord verübt. — Der 67-jäyrige Rauchfangkehrergehilfe Wenzel De-jmek sprang am Dienstag von der Brigittavrücke in den Donankanal und verschwand in den Wellen. 4 Ähr früh wurde iu A, der 88jährige Haus oßhandltma, Ludwig Uten Küche bei offenen Gas Ursache der “ erne * Vermißt. Seit dem 27. v. M. ist aus seiner Wohnung, 8. Bez., Rampe rstorffergasse 16*81, der 23jährige Leopold Kaiser Vermißt. Er ist mittelgroß, hat braune Augen,dunkelblondes Haar und trug blauen Anzug, weißes Hemd, grünen Hut, schwarze Schnürschuhe und braunen Sweater. * Berhastnng des Kautionsfchwindlers Singer. Wie berichtet, hat der mehrfach abgestrafte 32jäbrige Otto Singer eine Schwindelfabrik Mr chemische Erzeugnisse unter dem Namen „Ehemiag" gegründet und aas Unternehmen dazu benützt, um Arbeitern und Beamten Kautionen obzunehmen. Er hat auch Lieferanten betrogen, und der Schaden wird auf 30.0 00 bis 40.000 S. geschätzt. Das Geld hat er verjubelt. Singer konnte gestern früh in einem Hotel auf der Landstraße ausgeforscht werden. Ein Mitschuldiger Singers, der 37jährige Gustav Matthä, der auch vorbestraft ist, wurde gleichfalls verhaftet. * Verhaftung einer Kridatarin. Die vom Landgericht in Ebemnitz wegen betrügerischer Krida verfolgte 29jährige Flora Ella Seifert wurde hier im Hause Webgasse 10, wo sie polizeilich nicht gemeldet wohnte, verhaftet. Sie hat in einem hiesigen Hotel vor etlichen Wochen den Versuch gemacht, sich mit Morphium zu vergiften. * Feuer im Warenhaus Brüder Schiffmann. Gestern, gegen 1 Uhr mittags, brach im Warenhaus Brüder Schiffmann, 2. Bez., Taborstraße 48, «in Brand aus, der leicht großen Schaden hätte anrichten können. Dank der Geistesgegenwart des Seniorenchefs. Herrn Max Schiffmann, und der Angestellten, wurde jedoch das Feuer in wenigen Minuten gelöscht. Das Feuer entstand durch Kurzschluß in der Deckeltbeleuchtung. Eine starke Stichflamme entzündete die ani Plafond aufgereihten Dekorationspapierblumen, im Nu bildete sich ein riesiger Flammenherd, brennende Papierstücke fielen auf die am Lavenpult ausgebvoiteten Waren und schon schien ein Großfeuer unvermeidlich. Herr Max Schiffmann ließ jedoch sofort den MiniMax-Handfeuerloschapparat in Aktion treten, der den Brand im Keime erstickte. Als die sofort verständigte Feuerwehr in einigen Minuten erschien, war der Brand schon gelöscht.. .*.Ein Schatz ans dem dreißigjährigen Kriege aufgefunden. Vor einigen Tagen stießen Arbeiter bei Erdaushebungen auf dem Bauplatz der Gemeinde Wien, 3. Bez., Dietrichgasse 34, auf einen dort vergrabenen Tontopf, der, wie sich zeigte, etwa 26 0 silberneMünzen enthielt. Sie stammen nach dem Gutachten des Konservators des Bundesdenkmalamtes, Dr. Polaschek, aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges und dürften in den Wirren der damaligen Zeit vergraben worden sein. * Ein Landstreicher, der Mutter wird. Aus KlagenMrt wird gemeldet: In WieperNdorf im Lavanttal« kam auf Gut Perneggerhof ein ungefähr 20 Jahre alter männlich geAeweter Landstreicher, der um Herberge bat, die ihm aewährt wirrde. TagSdaranf meldete er, er höre im Stalle das Wimmern eines Kindes. Man hielt mm den Landstreicher, der abgehsn wollte, zurück, verständigte Hebamme itnb Gendarmerie, die ein neugeborenes Knöblein fand,, dessen Mutter der Landstreicher selbst ist. Es stellte sich nämlich heraus, daß er in Wirklichkeit die aus Obdach in Steiermark gebürtige Marie Amon ist, die schon seit einem Jahre männliche Kleider trug. Die männliche Mutter fand auf dem genannten Gute Dienst. ' * Dank. Wir werden um Aufnahme der nachstehenden Zeilen ersucht: „Rabbiner Dr. David Feuchtwang und Frau danken auch im Namen ihrer Kinder Henni und Dr. Heinrich Feuchtwanger für die ihnen anläßlich deren Vermählung so reichlich und herzlich erwiesenen Aufmerksamkeiten." * Achad-Haam-Feler. Die zionistische Dezirkssektion Brigittenau veranstaltet heute in ihrem.Heim, 20. Bez., Jägerftraße Nr. 31, auS Anlaß des 70. Geburtstages von Achav Haam einen Festabend. Die Festrede hält Herr Dr. N. M. Gelber. Beginn halb 9 Uhr. * Der italienische Gesandte in Men, Giacinto Auriti, hat sich zu einem kurzen Urlaub nach Italien begeben. Während seiner Abwesenheit führt der erste Sekretär der italienischen Gesandtschaft, Gioachino S c a d u t o, die Geschäfte der Gesandtschaft. * In Bad Pistyan fand am 1. d. ein slowakisches Volksfest unter den: Titel „Ein ethnographischer Tag^ statt. Auf dem am Waagstrand angelegten Festplatz zogen um halb 2 Uhr die Festteilnehmer aus zehn verschiedenen slowakischen Gemeinden unter den Klängen von Bauermnnsiken ein und wurden von dem zahlreich versammelten internationalem Publikum lebhaft begrüßt. Wegen des plötzlich eintretenden heftigen Regens mußte das Fest in das Knrtheater und in den Kursalon verlegt werden. Besonderes Interesse erregten die Tanz- und GescmgsvorMhruwgen und speziell der interessante slowakische Schwertertanz. * Was eilt das Doll, warum drängt alles iu das HcmS 9. Bezirk. Porzellangassc 62? Me langersehnten Urlau!bS4age,Äe Badezeit sind gekommen und die Leute suchen das bestvenomMrerte Spezkalhaus für Wirkwaren „Zum Löwen" auf, um dort feen Bedarf in Badekostümen, Schwimmhosen, SweaterS, Wests«, Badeharrben und allerlei Wirr- und Wollwaren zu decken. Da man beim »Löwen" nur erstklassige Qualitätsware zu stfelhockt billigen Preisen erhält, bleibt jeder, der dort einmal kmO, ffötaMg Kunde. Pereinsmitglieder erhalten Sonderrabatt. E Reisebureau der Hamburg-Amerika-Linie. DeÄkwf vov Schiffs-. Eisenbahn- und Schlafwagenkarten Mr In- und Ausland, Flugscheine. Auskünfte über Hotels, fachmännische Veranstaltungen von Gesellschafts, und Veretnssahrten, Geldwechstl. . Bureaustunden ununterbrochen von 9 bis 5 Ähr nacMuittagS -Samstag von 9 bis 2 Uhr), Wien, 1. Bez., KSrntnerstraßeR. Vereine. BortrSge «ad Versammlung«. Zionistische Organisation Heute, präzise 8 Uhr abends, findet im Sitzungssaal der ftraelltffchen Knllrröaemeinbe (Baden bei Wien) eine zionistische Zusammenkunft statt. Alle gegenwärtig in Baden weilenden ztonifttschen Männer und Frauen werden ersucht, zuversichtlich zu erscheinen. us der jüdischen iij=inisTiiJ=iin «n«chad.Saam.roadrsürh-brSlscheSchrlMeller. Der Verband hebräischer Schriftsteller Agudath Hasiofrim in Tel-Awiw beschloß anläßlich des 70. Geburtstages Achad Haams, einen seinen Namen führenden Fonds zu schaffen, aus deflen Zinsen hebräischen Schriftstellern in Erez Israel Darlehen gewahrt werden sollen, um die Herausgabe chrer Schriften zu ermöglichen. An der Spitze des Komitees steht U s s i s ch k i n, von dem auch die Anregung zur Schaffung des Fonds ausging. Ser neue Zeuge gegen Petljura. Der Pogrom in Proskurow auf direkten Befehl Pettjnras veranstaltet. Warschau, 4. August. Wie wir bereits berichtet haben, hat Herr Heinrich P r z a n o w s k i aus Czenstochau in einem Schreiben an Dr. M i c k e w i c z sich bereit erklärt, die Schuld Petljuras an den Pogromen dokumentarisch zu beweisen. Doktor Przanowski war als Mitglied der Mission des Dänischen Roten Kreuzes in Proskurow in der Kanzlei Petljuras anwesend, während Ataman Semesenko die Meldung über den Proskurower Pogrom erstattete. Ataman Semesenko begann den Rapport mit den Worten: „In Uebereinstimmung mit dem Befehl des Ob erat a man s (d. i. Petljura) begann der Pogromen: 18. Februar 1918 um halb 1 Uhr." Schon nach dieser Erklärung war es Petljura sehr peinlich, daß in Anwesenheit einer fremden Person, und zwar eben PrzanowSkis, solche Geheimnisse verlautbart wurden; er unterbrach die Meldung und entließ rasch Przanowski. Ferner erzählt Przanowski, daß die Banden Petljuras die verwundeten Polen nie irr ein Spital brachten, sondern sofort erchlugen. Als Betveis dieser Grausamkeiten gegen polnische Verwundete wurden Przanowski blutdurchtränkte Uniformen gezeigt. In seinem Brief an Dr. Mickewiez gibt Przanowski der Meinung Ausdruck, daß die Tat Schwarzbarths die Anerkennung der ganzen zivilisierten Welt finden müsse, denn kulturelle Staaten pflegen ja immer eine Belohnung ür die Ergreifung, bezw. die Ermordung von Banditen auszuetzen. Schließlich bemerkt Pr-anomsk'.. Mjj ein vekaunter Forscher der ukrainischen Pogrome '» >..'inem Bericht auch ihn anführt. H.'rr Tscherikower w uidie sich an ihn mittelbar mit de' Anrage, ob er bereit sei, im Prozeß Schwarzbarths als Zeuge anfjUtreten. Seinem Schreiben legte Przanowski zwei Zeugnisabschriften bei, eines in frartzösischer und das andere in russischer Sprache, die chm die Mission des Dänischen Roten Kreuzes ansgestellt hat. In diesen Zeugniflen wird die opfervolle Tätigkeit Przanvwskis hervorgehobeu, der sich g--ro-ße Verdi e n st e n m d i e Hr l f s a k t'i o n für die durch die Pogrome ins Elend geratene Bevölleruug in der Äkrarne erworben hat. Rrrchel Feinib-erigs Swm«rlimrg von Pogvomutötctittt* Die bekannte jüdische Schriftstellerin Rvchol die seit einigen Jahren in Erez Israel lebt, ist in Warschau angekommen, um in Angelegenheit der von ihr fertiggeftellten Sammlung von auchentischem Material über die ickrarnffchen Judenpogrome Verhandlungen und Studien zu pflegen. Me „Churban Dubowa" (Zerstörung von Dubowa) umfaßt Material aus den Jahren 1919 und 1920, welches die Berfasserin iu Uman, Odessa und in dem völlig, zerstörten Städtchen Dubowa gesammelt und verarbeitet hat. Meses Aktenmaterial ist besonders für die Beurteilung der Rolle der ukrainisch-nationakist i s ch e n Intelligenz während jener Schreckenstage und ihren persönlichen Anteil an den Plünderungen äußerst wertvoll. Frau F e i n b e r g hat das in ihrer Sammlung enthaltene Verzeichnis der Ermordeten und Verkrüppelten aus den Pogromen sowie die Photographien schon vor drei Jahren dem Berliner jüdischen historischen Archiv überlassen. Ein Exemplar des „Charban Dubowa" wurde jetzt nach Paris geschickt. Rachemorve in Lwdys^in. X. London, 4. August. Die „Zeit" rneldet, daß in Ladt)szi.n in Podolien drei Juden von Ukrainern ermordet worden sind. Me Morde sollen angeblich Racheakte Mr das Attentat Schwarzbarths sein. Kondolenz der Wischen @eb»II«&s an die Witwe zangwills. Aus Warschau wird uns berichtet: Das Präsidium des jüdischen Sejmklubs sandte an die Witwe Israel Zangwills das folgende Beileidstelegramm: „Tief bewegt durch das Ableben des großen Juden und Schriftstellers drückt Ihnen der jüdische Klub im Sejm und Senat sein aufrichtiges Bekleid ans." .--Mtverursache» hiiufig furchtbare Schmerzen. Das vieimillionenfach dewkihrte Kurirol.duhneraugen.Pfiaster befreit Eie davon. 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