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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-05 · Heft 2676 (5.8.1926) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2676 (5.8.1926)
Date
1926-08-05
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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mm mm MWM XI« fiufü USK9/ .WWWWig «wmc« Miuiyiivjiiuiiiy nwW* «MSßkch der Verhandlungen des amerllanifchen km* Dresses über ine UMerbinburrg der Einfuhr von nicht sterilisierter Milch ««8 Kanada usw. würdigte das KvngreßMtglied Samuel Dickstei« das Lebenswerk von Nathan Straus, der die Milchst? rilisiernng in der ganzen Welt unter großen Dermögensopfer» eiugeflrhrt hat. Dickstein sagte unter anderem: „Wir Amerikaner sind Nathan S t r a n s zu tiefstem 'Dank verpflichdel, weil « -erjsenige war, der das Sterilisationsverfahren zur Reinigung der Kindermilch von Bcckterien eingeführt hat. Nach einer vom Rew-Dorker Gesundheitsamt veröffentlichten Statistik sind infolge der Aktion von Nathan Straus feit 1892 bis 1925 mehr als 400.000 Kinder vom Tode gerettet worden." ' »»HKS* ttt Stttitt D«S eurvpärfche Hanptbureau der amerikanischen Emigrantenschutzgesellschaft ^ias" ist vor kurzem von Warschau «ach Derlftr verlegt worden. DK Pflege von Nordaus Grab. Aus Tel-Awiw wird uns berichtet: Die zahlreichen Blumenkränze und Strauße, die anläßlich der Bestattung der Leiche Max Nordaus in Tel Awiw auf dessen Grab niedergelegt wurden, sind verwelkt, die Kranzschleifen von der Palästinasonne gebleicht. Nunmehr be schloß die Stadtverwccktung von Tel-Awiw, das Grab mit leben den Blumen und Pflanzen zu schmücken. Die grustartig gebaute Grabstätte ist jetzt von frischen, grünenden Bäumchen umrahmt die Grabesfläche gleicht einem bunten Blumenbeet mit einer Palme in der Mitte. Der städtische Gärtner wurde mit der dauernden Pflege der Grabstätte betrant. tzerichtssaal. Bühne md Kunst. Walter Hasenrlrver über die Habima. Der bekannte deutsche Dramatiker Walter H a s e n c l e v e r wohnte in Paris einer Aufführung von Pinskis „Ewigem Juden" durch die Habima bei und schreibt über die Darstellung: „Trotz der unverständlichen Sprache völlig verständlich. Klare Bewegungen und ausdrucksvolles Spiel vermittelten den Inhalt der Worte. Die antike Welt des alten Testaments stand auf hohen Kothurnen auf. Ueberlebensgroß schien alles, ewig und zeitlos in diesem Staub der Maschinenzeit. Die Scheinwerfer verloren ihren elektrischen Glanz. Der brennende Dornbusch, das Licht vom Berge Sinai flammte auf dem Antlitz entrückter Sprecher. Wenn kein Darsteller heute mehr Sophokles spielen kann, weil ihm die Voraussetzungen der Rasse, des Glaubens und der Landschaft fehlen, so vernrochten diese Menschen aus ihrem Blut heraus eine erhabene Vergangenheit zu verkörpern. Klagelieder umflorten die Handlungen. Eine unsichtbare Musik begleitete den Schritt des Propheten, den die ungläubige Menge verhöhnte. In der höchsten Steigerung wuchsen die Stimmen der Schauspieler zum Gesang an; es klang wie der Schrei eines ganzen Volkes: „Einst wird kommen der Tag..." Gespielt wurde nicht eine zufällige Episode der biblischen Geschichte, die uns nichts nrehr angeht. Gespielt wurde das Schicksal eines Volkes, das noch heute lebt; die uralte Verfluchung der jüdischen Rasse, ihr Zerstreutsein in die Welt, ihr Wunsch nach Erlösung, die Sehnsucht nach dem Messias... Jerusalem oder Troja: ein Reich geht unter. Städte versinken. Menschen werden vertrieben. Ueber den Wassern der Zukunft leuchtet -es Sehers Blick. Nahum Zemach gab den Propheten mit einer Inbrunst, wie wir sie kaum mehr auf dem Theater sehen. Sein Spiel war nicht nur eine schauspielerische, sondern eine religiöse Leistung. Frau R o v i n a als junge Mutter hatte den Atem der großen Tragödinnen. — Ergriffen trat man aus dem Theater in die Sommernacht der Boulevards. Lichter blitzten. Autos rasten. Am Himmel flammte Verkündigung." 8nbiiSnm«ansfiell«ngMischerKnnft in Warschau. Die Jüdische Gesellschaft zur Verbreitung der schönen Künste in Warschau (Grzybowska 26) organisiert eine große Jubiläumsausstellung der Arbeiten jüdischer Künstler zu Ehren ihres 25jährigen Bestandes. Die Ausstellung soll Mitte September dieses Jahres eröffnet werden. Sie soll einige hundert Arbeiten jüdischer Künstler Polens sowie des Auslandes umfassen. Alis Anlaß dieser Jubiläumsausstellung wird ein Almanach erscheinen, der neben Aufsätzen über Probleme der Kunst auch Abbildungen der ausgestellten Arbeiten enthalten soll. Die Direktion der Airsstellung fordert alle jüdischen Künstler auf, ihre Arbeiten (Maximalzahl fünf Werke) mit einer kurzen Biographie und Abbildungen einzusenden. Der späteste Termin für die Einsendung der Ausstellungsobjekte ist der 1. September d. I. Das biographische Material sowie die Reproduktionen mögen u nverzüglich abgesendet werden, soweit sie noch nicht an die Redaktion des Almanachs übermittelt wurden. Aus den Matern. Theater inverJotefstadt. Ab heute beginnen die Vorstellungen um 8 Uhr. Zur Aufführung gelangl täglich das Lustspiel »Monsieur H e l h n e" von Siegfried Geyer und Paul Frank. L u st s v l e l t h e a t e r. Morgen 26. Aufführung des französischen Schwankes .Mit Sophie muß etwas geschehen". Modernes Theater. Die für heute angeletzte Premiere von „D i e A r t, f i ch hinzugebe n" »vurde verichoben. Der Schwank „Haben Sie nichts zu verzollen?" bleibt weiterhin allabendlich auf dem Splelplan. Cesare Levi gestorben. Wie I. T. A. aus Florenz meldet. ist dort Dr. Cesare Levi, Redakteur der „Nuovo Giornale" und eine führende Persönlichkeit der italienischen Theaterwelt, gestorben. Er übersetzte Möllere ins Italienische, eine Arbeit, die rn Italien als Meisterwerk gilt. Auch verfaßte er vielbeachtete Schriften über Theaterkunst. Der italienische Kultusminister Prof. Fedele sprach der Familie das Beileid der Regierung aus. Gemiers Internationales Theater, über dessen völkerversöhnenden Zweck der Anreger, der Pariser Theaterdirektor Gemier, auch in Wien einen Vortrag gehalten hat, soll in P a r i s im kommenden Frühjahr unter Leitung Meyerholds eröffnet werden. Prominente Künstler aller Großstädte werden in ihrer Sprache die besten Stücke ihres Spielplanes darstellen. Schulnachricht. Handelsakademien und Handelsschulen des Gremiums der AHener Kaufmannschaft, 2. Bezirk, Hollandstraße 4, Telephon 4'3»205. Handelsakademie und Handelsschule für Mädchen. — 3. Bezirk, Uchatiusgaffe 9, Telephon 92-1-36. Handelsakademie für Knaben uud Handelsschule für Knaben und Mädchen. — 8. Bezirk, Hamerliugplatz 5/6, Telephon 21-2-86. Handelsakademie und Handelsschule für KuaLen und Mädchen. Ferner Ab turientenkurse und einjährige -er Streit um da« Wertzuwachrabgabeuaeseh. Kein Unterschied zwischen Gold- und Papierkronen. Vom Wiener Magistrate wurde dem Chorherrenst-ift Klosterneuburg anläßlich eines Hausverkaufes in Grinzing eine Wertzuwachsabgabe von 1774 Schilling, der Verlassenschaft nach dem Realitätenbefitzer Siegmund Weiß für einen Hausverkauf in Penzing eine Wertzuwachsabgabe von 1263 Schilling vorgeschrieben. In den dagegen ergriffenen Beschwerden wurde die durch Gleich st ellung von Goldkronen und Papierkronen ermittelte Wertzuwachsabgaoe als unrichtig bezeichnet, da hiedurch statt des wirklichen bloß ein fiktiver, scheinbarer Wertzuwachs besteuert worden sei. Das Stift Klosterneuburg wies darauf hin, daß der Erwerb swert des Hauses 26.145 Goldkronen, der Veräußerungspreis aber 11.206 Goldkronen betrug, daß also nicht nur kein Wertzuwachs, sondern im Gegenteil, ein sehr bedeutender Schaden entstanden sei. Stiftungen seien überhaupt gänzlich von der Wertzuwachsabgabe befreit. Die Abgabebesch w er bekomm ission der Gemeinde Wien wies beide Beschwerden ab, weil das Wertzuwachsabgabengefetz einen Unterschied zwischen Goldkronen und Papierkronen nicht kenne und auch das Schilli ng r echn u n g s ge se tz einen Unterschied zwischen Vorkriegskronen und entwerteten Kronen nicht kenne. Gegen diesen Entscheid brachte das Chorhcrrenstift Klosterneuburg und die Verlassenschaft nach Siegmund Weiß die B eschwerde an den Verwaltungsgerichtshof ein. Der Verwaltungsgerichtshof (Vorsitzender Präsident Dr. S ch u st e r), hat im schriftlichen Wege die Entscheidung gefällt, wonach die Beschwerden als unbegründet abgewiesen wurden. In der Begründung bezüglich beider Beschwerden wird folgendes Hervorgehoben: Gewiß kann hier von einem Wertzuwachs nationalökonomisch nicht gesprochen werden. Einen Wertzuwachs dieser Art hat aber das Wertzuwachsabgabengesetz für^Wien nicht im Auge. Daß bei der Vergleichung des Erwerhswertes und des Veräußerungspreises zwischen der Kaufkraft der österreichischen Krone in verschiedenen Zeitpunkten nicht unterschieden werden soll, geht daraus hervor, daß das im August 1922, also bereits zur Zeit des unaufhaltsamen Kronensturzes zustandegekommene Gesetz keine Anordnung enthält, welche für die Erfassung des Wertünterschiedes der österreichischen Krone in verschiedenen Zeitpunkten irgend eine Handhabe bieten würde. So lange Jxi3 Land Wien dieses Gesetz, das in den» meisten Bundesländern bereits aufgehoben ist, beibehält, kann die Vorschreibung nicht als gesetzwidrig bezeichnet werden. Der Mord der Krankenschwester. Aus Frankfurt a. M. wird berichtet: Hier wird jetzt ein Mordprozeß verhandelt, dessen Vorgeschichte seinerzeit großes Aussehen erregt hat. Wie berichtet, hat die Krankenpflegerin Flessa den Chirurgen Dr. Seitz, dessen Operationsschwester sie war, erschossen. Die Motive der Tat waren zunächst in Dunkel gehüllt, bis Eifersucht als Grund des Mordes festgestellt werden konnte. Die Flessa glaubte ein Anrecht. auf die Gefühle des Dr. Seitz zu haben und als er sich eines Tages verlobte, kam die nicht mehr junge neurasthenische Person ganz außer Rand und Band. Beim ersten Verhör hatte sie angegeben, daß sie dem Arzt nur einen Denkzettel geben und ihn nicht töten wollte. Ueber das Verhältnis zwischen der Pflegerin und dem Erschossenen hat der Prozeß bisher noch keine Klarh e i t gebracht. Die Zeugeneinvernahme, die sich vor allem auf | Freunde des Dr. Seitz, zumeist alte Burschenschafter erstreckt hat, ergab gleichlautende Aussagen. Mit wenig Variationen wurde das Gleiche erzählt. Dr. Seitz hat allem Anschein nach ein wenig prahlerisch allen die Geschichte erzählt, daß eine Krankenschwester v o n i h nr e i n K i n d h a b e n w o l l e. Man amüsierte sich in der Gesellschaft über die verrückte Person, später jedoch habe Dr. Seitz erzählt, diese Frau stelle ihm nach, bedrohe ihn, er sei vor ihr nicht mehr sicher. Auf die Frage, ob er denn mit der Frau etwas gehabt habe, habe er immer wegwerfend geantwortet unter dem Hinweis aus die äußere Unansehnlichkeit de r Person. Bezeichnend ist, daß die Flessa Einzelheiten über das Leben des Dr. Seitz zn erzählen weiß, die über das hinausgehen, was die Freunde sagen. Merkwürdig ist, daß er, der über die Flessa so oft und' ausführlich sprach, sich nur sei t e n und sehr diskret über seine bevorstehende Verlobung ausließ. Er sprach über Haus- und Möbelkauf, leugnete die Verlobung nicht ab, aber keiner seiner Freunde erfuhr den Namen seiner Auserwählten. Die Flessa kannte das Milchen, dessen Mutter sie gepflegt hatte. Der Nervenzustand der Angeklagten hat sich infolge der stundenlangen Beweisaufnahme und der Zeugenaussagen in besorgniserregender Weise verschlechtert. Ganz ungeklärt bleibt auch fernerhin noch die Frage der i n t i m e n Be- -iechungen der Flessa zu dem ermordeten Arzt. S.'MWfl 18» Solfsttirt. Bimkrate «ad Aankkondttlonen. Die Frage der Ermäßigung der Diskontrate der Österreichischen Nationalbank ist dringender denn je geworden. Wie erinnerlich, stand der Entschluß der Oesterreichischen Natioualbani zn einer Ermäßigung der Diskontrate von 7,5 auf 7 Prozent bereits fest, als sie durch die Affäre der Zentralbank der deutschen Sparkassen überrascht wurde. Die Ermäßigung des Zinsfußes ist damals nach den ausdrücklichen Erklärungen des Präsidenten Reisch unterlassen worden, weil man zunächst abtvarten wollte, wie sich diese Affäre a-usdrücken werde, ob nicht stärkere Ansprüche an die Nationalbank herantreten werden, und vor allem, ob die ausländischen Kapitalisten, die ihr Geld nach Österreich verborgt haben, ihre Kapitalien nicht zurückziehen werden. Die Einleger der Zentralbank sind damals durch das Eingreifen der Regierung, die der Zentralbank 620 Milliouen Schilling zur Verfügung stellte, gerettet worden, aber die österreichische Wirtschaft war das unmittelbare Opfer einer Privatbank, die sich viel zu stark vorgewagt hatte und aus politischen Gründen gerettet werden mußte. Nun ist seither ein Monat vergangen. Inland und Ausland haben sich über den Zentralbankkrach in aller Ruhe hinweggesetzt, um so weniger besteht jetzt ein Grund, die vertagte, aber nach den Erklärungen des Präsidenten Reisch doch nicht endgültig erledigte Zirisfußermäßigtitig zu verwirklichen. Wie wir erfahren, rechnen die Banken damit, daß in dev dieswöchentlichen Sitzung des Generalvatcs der Oesterreichischen Nationalbank die Ermäßigung beschlossen werden wird. Die Konsequenz dieser Ermäßigung wäre natürlich eine .Herabsetzung der BaMonditionen sowie des Einlagezinsfußes, doch machen sich gewichtige Bedenken wegen Herabsetzung des Einlagezinsfußes, der gegenwärtig bei täglich abhebbarem Geld 5 Prozent beträgt, geltend, da die Banken befürchten, daß infolgedessen die Einlagen abgezogen werden könnten. Andererseits ist ihr Anspruch auf eine gleichzeitige Ermäßigung des Einlagezinsfüßes nicht ganz aözuweisen, tw, wenn die Konditionen im Debet ermäßigt werden, sie beim Kredit nicht in gleicher Höhe belastet werden können wie bei der Geltung eines höheren Notenbankzinsfußes. Die Banken werden daher heute zu einer Beratung zusammentreten, um sich über ihre Entschlüsse klar zu werden. Es muß aber schon jetzt die Forderung erhoben werden, daß die Frage des Kreditzinsfußes nicht etwa zum Anlaß genomincn werde, um die Ermäßigung der Bankrate zu hintertreiben. Der Ausweis der Oesterreichischen Nutionulfemf. Der gestern veröffentlichte Aus.reis der Oesterreichischen National bank nach dem Stande vom 31. Julimürde eine Ermäßigung der Batikrate als durchaus gerechtfertigt erscheinen lassen. Es ist zwar — zum erstenmal nach sehr langer Zeit — in der letzten Jüliwoche eine Erhöhung des Wechselportefeuilles um rund 14 Millionen Schilling auf 90 Millionen Schilling enrgetreten, He' auf stärkere Einreichungen am Ultimo zurückzusühren ist. Mer diese Einreichungen umfassen zum großen Teil Wechsel mit höchstens I4tägiger Laufzeit, so daß diese 'tärkere Inanspruchnahme der Nationalbank schon zum 14. August aus dem Ausweis verschwinden wird. Ohnehin ist es eine Anomalie, daß das Wechselporteseuille der Oesterreichischen Nationalbank kaum 10: Prozent des Noten>bankum'laufes ausnracht. Dieser beträgt 885 Millionen Schilling. Unter Hinzurechnung dar sofort fälligen Verbindlichkeiten von 48 Millionen Schilling macht das Mechselportefeuille sogar weniger als 10 Prozent aus. Die scheinbare Steigerung des affektiven Notenumlaufes von 89 auf 885 Millionen Schilling reduziert sich im ganzen auf die 14 Millionen Schilling, die aus den stackeren Wechseleinreichungen hervorgingen, da in der Berichtswoche 66 Millionen Schilling vom Girokonto abgehoben worden sind. Der Barschatz der Oesterreichischen Nationakbank ist in der letzten Jüliwoche wieder'um 9,5 ouf 546,6 Millionen Schilling gestiegen. Rechnet man noch die Kosldevisen im Ausmaß von 113 Millionen dazu, ö ergibt sich, daß die österreichische Volkswirtschaft überwiegend nit Auslandsgeld finanziert wick>. Eine Erhaltung der Bankrate auf dem gegenwärtigen Niveau bedeutet daher nichts anderes als eine Prämie für .den Zinswucher des ausländischen Kapitals. Es droht aber bei weiterer Hinausschiebung der Zinsfußermäßigung der Oesterreichischen Nationalbank, daß sie die Herrschaft über den Geldmarkt verliert, da der Privatdiskont 'ich nur noch knapp bei 6 Prozent hält, also bereits um Ich Prozent niedriger ist als die oGzielle Bankrate. Ungarische Nationakbant. Ein Vergleich mit dem Ausweis der Ungarischen ILationalbank nach dem Stande vom 31. Juli läßt die Frage einer Herabsetzung der Bankrate in Oesterreich geradezu als brennend erscheinen. Ungarn hat schon seit langem eine Bankrate von 7 Prozent. Der Notenumlauf in Ungarn betragt 424 Millionen Pengö, das Wechselporteseuille der Ungarischen Nationalbank 161 Millionen Pengö, also mehrals ein Drittel des gesamten Notenumlaufes. Was für Ungarn recht ist, muß aber auch für Oesterreich billig fein. _ Sine polnische Handels-SeeschiffahrlrneieLschnst. Unter Beteiligung englischen und italienischen Kapitals. Warschau, 4. August. (Tel.-Komp.) Polnische Großbanken und Jndustriegesellschaften bereiten, wie wir erfahren, die Gründung einer polnischen Handels-Seeschifsahrtsgesellschaft vor. Die Gesellschaft soll mit einem Aktienkapital von 10 Millionen Zloty gegründet werden. Italienische und englische Jnteressent?» wollen sich mit 40 Prozent des Aktienkapitals beteiligen, falls der Staat sich verpflichtet, der Seeschiffahrtsgesellschaft zehn Jahre lang eine jährliche Subvention von 1 Million Zsoty zu gewähren. Geplant ist die Errichtung von Schiffahrtslinien aus Danzig und dem polnischen Hafen Edingen nach England, Skandinavien und dm baltischen Staaten.

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