Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1926-08-02 · Heft 2673 (2.8.1926) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2673 (2.8.1926)
Date
1926-08-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2979076-2981549-2981760--27204-3015113
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

Mett, MöttW Wltmt MseffMzelkuTA 2. MM 1926 N". 2673 8v Erwartung der Anleihe. Die pEstinensifchen GtnrrLsfinnnzerr. — Die kommenden stiidtischen Wahlen. — Die Gin« bürgernng. Von Lr. Fritz Löwenstein. Jerusalem, 24. Juli. Das größt« Interesse kann in dieser Woche sicherlich die Veröffentlichung der Ergebnisse des letzten Jahres der palästinensischen S t a a t S f i n a n z e n beanspruchen. Dieses Land, von dem seine Gegner nicht oft genug behaupten und erklären können, daß es keine Zukunft haben tverde, daß es eine Wüste fei. hat einen reinen U e b.e r s ch u ß von 1,200.000 P f u n d erbracht. Cs gibt viele europäische Länder, die das mit unverhulktem' Neid erfahren werden. Freilich sind mtff ja die Methoden nicht ganz unbekannt, mit denen die P a- I ä sk i n a r e g i e r u n g so erfreuliche Resultate erzielt hat. Wir wissen, daß sie n-och immer von jedem neueinwandernden Juden eine Kopf st euer erhebt, wissen, daß das von ihr gehandhabte Zollsystem zwar den palästinensischen Finanzen gut bekommt, weniger aber der palästinensischen Industrie, und wissen auf der anderen Seite, daß Mar die ei «wandernden und aufbauenden Juden die beste Einnahnisquelle der Regierung sind, ohne daß aber die Regierung gegenüber dem Jischuw auch nur die t nt Mandat übernommenen Verpflichtungen erfüllt. Wir haben den eigenartigen Zustand, daß in derselben Zeit, in der die Zkonrstische Organisation nicht weiß, woher sie auch nur die allernotwendigsten Mittel hernehmen soll, die Pnlästinaregierung aus eben dieser zionistischen Arbeit den größten Reinertrag zieht. Wir werden unsere Forderungen, gestützt auf das Ergebnis dieses Jahres, mit noch größeren: Nachdruck zu stellen haben. Die Regierung muß von ihren Ueberfchüssen .wenigstens einen Teil wieder dem Land zugute kommen lassen, und zwar unter gebührender Berücksichtigung des ljenigen Bevolkerungsteiles, dem dieser Ueberschuß zu verdanken ist. Im Zusammenhang mit diesem günstigen ' Abschluß ist der Gedanke einer palästinensischeu Staatsanleihe aktuell geworden. Die Frage ist seit langer Zeit ventiliert worden und die englische Regierung hat dem Parlament den Antrag vorgelegt, die Garantie für eine in England aufzulegende palästinensische Staatsanleihe von 4,500.000 Pfund zu übernehmen. Es verlautet, baß sich bereits eine Bankiersgruppe gebildet hat, die die Anleihe zu übernehmen bereit ist. Damit beginnt für uns die Notwendigkeit, mit allen Kräften daraufhin zu wirken, daß der Bau des jüdischen Nationalheims in gebührender Weise durch diese Staatsanleihe gefordert wird. Die Jewish Agency ist nach dem Mandat berechtigt, vor einer endgültigen Beschlußfassung über die Verwendung der Anleihe gehört zu werden. Es mutz unsere Tendenz sein, das Budget des Keren Hajefsod von allen denjenigen Ausgaben zu befreien, die in jedem Staatswesen der Regierung zur Last fallen. Die Anleihe bietet eine erwünschte Gelegenheit, iu dieser Tendenz etwas weiter zu kommen. , * Es scheint, daß die Ausschreibung der Wahlen in die städtischen Verwaltungen sehr bald erfolgen wird. Aber es ist leider keineswegs sicher, daß diese Wahlen die arabische Majorität auch nur in denjenigen Städten brechen werden, in denen eine eindeutige jüdische Majorität vorharwen ist wie in Jerusalem und Tib ex i a s, oder aber wie in Haifa und Jaffa ein sehr beträchtlicher jüdischer Jischuw vorhanden ist. Wir lebten bisher in der Hoffnung, daß die Einbürgerungsaktion bis zu den Wahlen solche Fortschritte gemacht haben würde, daß der überwiegende Teil des Jischuw wahlberechtigt sein wird. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Man kann annehmen, daß etwa 50.000 bis 60-000 Juden als frühere ottomanische Staatsbürger ohne weiteres Palästinenser geworden sind, wie dies von fast allen Arabern gilt. Vom übrigen Jischuw aber, das heißt vor allem von den seit dem Waffenstillstand Eingewanderten, hat sich, wie bekannt, bisher nur ein sehr kleiner Teil einbürgern lassen und da die Regierung auf die borgeschlagenen Erleichterungen nicht eingehen will, ist es zweifelhaft genug, ob alle Propagarcka viel helfen kann. Es ist bemerkenswert genug, daß nach dem einstimmigen Beschluß des Waad Leumi jetzt im „Daw a r" ein Artikel von D. C o h e n, dem bekannten Sekretär des Haifaer Arbeiterrates, erscheinen konnte, der die Einbürgerung nach dem bestehenden Gesetz vor allem wegen der H ö h e d e r Abgabe für vollkommen unmöglich erklärt und den Beschluß des Waad Leumi f ü r verfehlt hält. Für diesen Beschluß haben sich freilich gerade die Führer der Achd-utb-Haawodah, der Cohen angehört, entschieden eingesetzt, aber trotzden: ist sicher, daß weite Kreise des Jischuw mit Cohen übereinftinnnen, daß sie vor allem innerhalb der Arbeiterschaft die Aufbringung von einem Pfund pro Kopf, beziehungsweise pro Familie für schlechterdings unmöglich halten. Dabei ist zu berücksichtigen, daß gerade die Arbeiterschaft denjenigen Bevölkerungsteil darstellt, wo man andere Bedenken gern zurückstellen und sich sofort .naturalisieren würde, wenn es eben ginge. Man muß unter den heutigen Umständen Wohl an dem Beschluß des Maad Leumi kMalteu. aber man wird leinen Be- Jeru- 'o mühungen nur mit großer Skepsis gegenüberstehen können. - ' Damit gewinnt eine Frage an Bedeutung, die mit dem Herannahen der Wahlen zu den Stadtvertretungen aktuell geworden ist. Esfragt sich, ob esin der Tat e i ne solche S e l b st v e r st ä n d l i ch k e it i st daß nur palästinensische Bürger sich an diesen Wahlen beteiligen dürfen.. Man kann zunächst dagegen gellend machen, daß das mindestens in einer Slcwt wie Jerusalen: von einen: allgemeinen Gesichtspunkt aus recht bedenklich ist. Jerusalen: ist eine internationale Stadt, in deren Kloster:: und Wissenschaft lichen Anstalten stets eine große Anzahl fremder Staats angehöriger tätig sind, die an der Entwicklung der Stadt nicht weniger interessiert sind als die Staatsangehörigen. Vom jüdischen Standpunkte aus ist hiuzufügen, daß es bei der bestehenden Wirtschaftskrise in: Lande und den großen Härten des Gesetzes bisher nur einem kleinen Teil des Jischuw :uöglich war, sich einzubürgern und daß cs aus diesen: Grunde nur gerecht wäre, wenigstens bei diesen erster: Wahlen einauderes Kriterium als das der - Staatsbürgerschaft zu finden. Es ist noch nicht zu erkennen, ob die Regierung diesen Momenten Rechnu.ng zu tragen bereit ist. Tut sie es nicht und wird nicht noch in: letzter: Augenblick der Wille zur Einbürgerung sich durchsetzen, dann haben wir allen Grund, den von uns so lange geforderten Wahlen pessimistisch gegenüber zu stehen. Gelingt es der: Arabern, in den wichtigsten Städten, vor allen: in salem, bei den Wahlen eine Majorität zu erhalten, tverden wir für Jahre hinaus mit den: bisherigen unerträglichen Zustand zu rechnen haben, nur mit den: Unterschied, daß er jetzt auf der Basis denrokratischer Wahlen sich befestigen wird. _ Sie ersten Süden in Lettland. Historische Taten über Lettländer und Kur- Länder Juden im 16. und 17. Jahrhundert. Bon Dr. I. Fasse. Der bekannte jüdische Historiker veröffentlicht im Rigaer „Frimorgen" einen Aussatz über die Ergebnisse seiner langjährigen wissenschaftlichen Arbeit un Rigaer 'Archiv, dem. wir folgende interessante Ausführungen entnehmen. Die ä l t c st e Kunde über die Rigaer Inden. Es wird wohl nie ganz gelingen, nach einer historischen Quelle nachzuweisen, wann zum erstenmal ein Jude in die baltischen Länder eingewandert -ist. Die älteste Nachricht, die wir über die Inden in dieser Gegend finden, stamntt aus dem Geschäftsbuch eines Rigaer Kaufmannes aus den Jahren 1536 bis 1537. In 'diesem Buche notiert der Kaufmann, daß er dem „Juden Jakob" einen Ballen Leinen verkauft, daß er ihm einen Teil der Kcmfsnmme gestundet und dafür als Sicherstellung ein Stück Samt empfangen habe. Nähere Details über die Person und Abstammung des Schuldners finden wir selbstverständlich in dieser Notiz nicht. Diese Notig ist die einzig« historische Quelle, die auf eine Anwesenheit von Juden in dieser baltischen Gegend zu der Zeit schließen läßt, als dort noch der deutsche Ritterorden (die KrerHordensrit-ter) regierte. Man kann daher als ziemlich sicher annohmen, daß bis zum 16. Jahrhundert sich kaum ein Jude nach Riga oder sine andere baltische Stadt verirrte. Gewöhnlich pflegt man sich zu Wundern, daß zu jener Zeit die baltischen Länder judenrein waren, während doch die Nachbarschaft Polens, wo Inden damals schon eine größere Rolle gespielt haben, die Inden auch in diese Gegenden hätte führen sollen. Außerdem ist bekannt, daß in jener Zeit der Handel in Riga und in anderen baltischen Städten sich auf Litauen und Polen zu stützen pflegte wie ans ein Hinterland. Wie konnten also Juden damals in baltischen Ländern fehlen? Die Ursachen für das Fehlen einer jüdischen Bevölkerung liegen in den besonderen Handelsbedingungen jener Epoche. Riga gehörte zum norddeutschen Hansabund, einer Bereinigung deutscher Handelsstädte, die ihr« Bürger mit Handelsprivilegien ausgeslattet hatten und keine Fremden zum lokalen Transithandel znließen. Außerdem besaßen die Rigaer Kanflente in den polnischen und litauischen Großstädten sogenannte „Kanfhöfe", die Von den Ortsbehörden Handelsrechte erlangten. Diese Höfe pflegten die Rohprodukte einzukausen und zugleich die importierten fertigen Waren zu verkaufen. Der jüdische Kaufmann aus Polen konnte sich darum die Reise nach Riga ersparen, denn der Export und Import wurde durch die Kanfhöfe besorgt. Daß dem j üd ichen Handwerker die baltischen Städte zu jener- Zeit versperrt waren, ist für jeden klar, der die Borhervschast der Zünfte kennt. Die polnische Zeit (1561 bis 1629). Als Riga am Anfang des 16. Jahrhunderts ans den: Hansabnnd ausschied und als Lettland in: Jahre 1561 sich Polen unterworfen halte, trat eine Umwälzung in den Handels- Verhältnissen des Landes ein. Die „Kanfhöfe" und alle anderen Handelsprivilegien verloren ihren Zweck und die balti-schen Bürger, die selbst polnische Unternanen wurden, konnten nicht mehr wie früher ihre strengen Vorschriften gegenüber den polnischen „Fremden", die ja jetzt zur herrschenden Nation gehörten, ein» halten. Darum karren auch die baltischen Gegenden m der polnichen Periode dem Judentum näher. Der Kampf der Lettländer gegen die „jüdische Gefah r". Es ist sehr interessant, den Widerstand der Lettländer gegen eine jüdische Einivandernng zu verfolgen. Als die baltischen lädte polnische Truppen airsnahmen, um sich im Kriege mit den Russen zu stärken, tvandten sich die Lettländer an den polnischen König Siegmund den Ersten mit der Bitte, bei der Versorgung der Armee mit Proviant das „boshafte jüdische Volk" ansznschließen und den Juden keine Lieferungsauftvüge zu erteilen. Als dann die Berhandlungen wegen der Unterwerfung Lettlands unter die polnische Souveränität begonnen hatten, bekamen dre Rigaer Delegierten vom Rigaer Stadtrat eine Instruktion, unter anderen Privilegien auch Sie Forderung durchznsetzen, „der polnische König möge sich verpflichten, die Juden, im Unterschied zu seinen anderen Ländern, wohin sic schon eingedrnngen. sind, in den baltischen Bezirk nicht hineinziilassen und sie dort nicht zu dulden, denn sie könnten die baltische Bürgerschaft mit ihren unchristlichen Wucher- und Handelsgeschäften boschmutzen und schädigen". Tatsächlich erreichten die Lettländer, daß in den Vertrag eine spezielle Bestimmung ausgenommen wurde, wonach es Juden verboten ist, „zu handeln und Stenern eÜMtrelben" als Beamte oder Stenerpächtcr. Da dieser Vertrag (Privilegium sigismundnm angusti, 28. November .1501) den Charakter einer Verfassung trug, die die Rechtsordnung in: Lande für alle zukünftigen Zeiten bestimmen sollte, glaubten die Lettländer alles, was sie gewünscht hatten, erreicht zu haben. Das Leben aber war stärker als die papierene Bestimmung, die praktisch nicht ganz genau durchgeführt wurde. Die Juden begannen langsam einznwandern und sich im Land anznsiedeln. Die Lettländer beklagen sich über die Inden. Schon nach einigen Jahrzehnten hören wir bittere Klagen der städtischen Bürger vor 'dem lettländischen Landtag. Die Juden — sagen sie — führen am Lande Handel und treiben verdächtige Geschäfte, die zu einer Teuerung und zu anderen Unbequemlichkeiten führen. An den Sojm in Warschau schickt der Rigaer Stadtrat im Jahre 1593 eine Delegation, di« di« Aufgabe hat, vom polnischen König ein Mandat zur A u s w e i s u n g der,J u d e n zu erlangen. Es gelingt beit Delegierten wirklich, das Mandat zu erhalten, in dem de» Juden ausdrücklich verboten wird, in Lettland zu wohnen, und zwar wieder einmal auf „ewige Zeiten". Im nächsten Jahr erhalten die Rigaer Delegierten dieselbe Instruktion wie im Vorjahr an de» Landtag zu Ben dem und im Jahre 1596 ersucht man wieder den König Sigismund den Dritten r.m ein „Mandat zur Ausweisung der Juden und S ch o t t l ä n d e r". Ein solches Mandat wird tasächlich herausgcgeben. Darin wird gesagt, „daß die Einwohner von Lettland sich über die Fremden und insbesondere über die Juden und Schottländer beklagen, die sich in Lettland Herumtreiben und verschiedene Geschäfte führen, den Einheimischen ihren Lebensunterhalt wegnehmend. Dorum muß man streng darauf achten, daß diese Vaganten keinerlei Handelsgeschäfte-am Lande machen und daß sie sich überhaupt in Lettland nicht onsiedeln". In: Zusammenhang mit diesem Mandat begann man auf den provinziellen Landtagen über Strafen für die „betrügerischen Juden" nachzudenken und beschloß die Konsiszicrung ihrer /Schwindelware" und die Uebergabe des Strafrechtes an die Landstädte Beuden, Wohmar, Trikatten. Nach einiger Zeit (diese Schilderung ist nur nach Rigaer Quellen abgesatzt, da ans Kurland für diese Zeit noch keine Nachrichten vorliegen), bemüht sich ein Rigaer Vertreter beim Warschauer Sejm, noch schärfere Verordnungen gegen b-ic Inden zu erlangen und bald ist er so glücklich, noch Riga die Nachricht enden zu können, -aß ein großes „U n i v e r s a 1 m a u b a t* gegen die Juden bewilligt wurde. Der baltische Adel und die Inden. Trotz der Bemi'chnngen der Städte in Lettland ist es nicht gelungen, die Inden ganz an der Ansiodlung im Lande zu verhindern, weil der lettländische Mel und die baltischen Großgrundbesitzer den fremden Juden Schutz angedeihen ließen. Ein Beweis hiefür ist in einem Getsetzentwurf vorhanden, den die Stadt Riga im Jahre 1599 gegen die Ritterschaft vorbereitet hatte, der jedoch nicht wirksam wurde, weil die polnische Regierung ihre Zustimmung versagt hatte. In diesen: Entwurf beschwert sich die Stadt Riga über den Adel, der trotz der traditionellen Sitte sich mit dem Handel beschäftigt, obwohl man früher eine Beschäftigung mit dem Handel als standcswidrig für einen Adeligen betrachtet hatte. Der Mel schuf nun jetzt auf dem Laude eine ganze Reihe von Monopolen, heißt es in diesen: Entwurf weiter, und perwehrte cs seinen Untertanen, den Ueberschuß der landwirtschaftlicheu Produkte in die Stadt zu führen, zwang sie vielmehr, den ganzen Ueberschuß dem Adel zu verkaufen. Gleichzeitig war aber auch der Adel gegenüber den Inden, S ch o t t l ä n d e r n und a n d e r e n E l e m e n t e n allzu gastfreundlich, obwohl diese Elenrente auf Grund eines königlichen Befehles in das Land gar nicht hereingtzlassen werden dursten. Die Juden nehmen den Einheimischen ihren Lebensunterhalt weg. Der Adel wird daher ausgefordert, solche HaMelsgeschäfte zu unterlassen und sich jeder Uebertxettmg bestehender Verbote zu enthalten. Diese Klagen der städtischen Bürger über die Juden, die sich nftt einer konsequenten Zähigkeit wiederholte», ferner die königlichen Befehle» die eine immer schärfere Form annahmen, hatten endlich zur Folge, daß am Anfang des 17. Jahrhunderts die Beschwerden aufgehört hatten und daß ans dieser Zeit auch jede Nachricht über jüdische Einwohner in Lettland fohlt. Die ersten Juden in Riga. Im Jahre 1595 hören wir aber zum ersten Male von jübischen Kaufleuten in Riga. Es sind dies drei Holzhändler: Afrasch R a ch m i a l o w i t s ch, Aharon A b r a m owicz und Samuel Bi elkewitsch. Diese drei Kanflente beschäftigten sich mit dem Transport von Holz aus den litauischen Wäldern nach Riga. Aus einigen gelegentlichen Details und Anfzeichnnngen ist ersichtlich, daß sie reiche Bürger waren. Besonders Rachmialowiisch schien besondere Beziehungen zum polnischen Hof zu besitzen, die sogar der Rigaer Stadtrat fürchtete. Er weilte in Riga einige Jahre hindurch und trieb seine Holzgeschäfte. Das Holz brachte er aus den Wäldern des Wilnaer Woiwoden Ostrowski,- was ans seine hohe Protektion hinweist. Diese drei Kaufleute sind die e r st e n P i o n i e r c des Jude :: tu m s in Riga. Seit dieser Zeit pflegten jahraus, -jahrein, besonders im Sonnner, jüdische Kauflente aus Wilna, Ploek und Witebsk nach Riga zu kommen. Sie führten ihre Waren nach

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.