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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-02 · Heft 2673 (2.8.1926) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2673 (2.8.1926)
Date
1926-08-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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[PotensaS ttrotgy t Wien: ZornAbhoieti indet Eipedltion, ILTaborstr. 1-3, oder in einer Versehleissletie (Trafik) inonatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien i durch die Kolporteure der Pinna ÖoI d ach m ied, I. WoNreüe 11 Mit postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling r8Cheeho*Slowakek Mon. K 22. Jtigoslawien: Mon.Din.60. Fol eh:Mon. 6Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belglen: Mon. Frcs. 35 Nichaahtnngen bet P r «I » e-hAbnii'*«ii wmb»Ww Wiener Morgen;ei1ung England: Mon.4 Schilling Italien: Mona«. 20 Lire: Rn minien: Men. 170 Leu Bulgarien fMon.lOOLew*. Schweiz und das übrige Ausland Monatlich Pres, a Redaktion, Administration: Wien,Il«Taboritr*1 felephone: 44-0^8.43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-2*82 IX., Unlversltitsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann, Oesterretchisehes Postspai* kassen-Konto Nr. 150.69 - Nr. 2678 Wien, flUontog, 2. August 1926 8. gahrgang Sie Tagung des zionistischen Attionskomttees in London. Begrüßung Achad Haumr. — Weizmannr Brise mit Herbert Samuel «ach Amertta. — Ser Hase« in Haifa. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. Attentat auf Prima de Rivera. Der Diktator unverletzt. Barcelona, 1. August. Gegen das geschlossene Automobil des Generals Primo de Rivera wurde ein Dolch geschleudert. Es wurde niemand verletzt. Der Täter, ein Anarchist namens Masachas T o r r e n t, wurde sofort verhaftet. Primo de Rivera ist bereits abgereist und in Madrid eingetroffen. Paris, 1. August. lieber das Attentat auf General Primo de Rivera in Barcelona berichtet die Agency Havas noch folgendes: Als sich Primo de Rivera im geschlossenen Automobil auf dem Wege zum Bahnhof befand, um nach Madrid zu fahren, schleuderte ein in der Nähe stehender Manu einen D o l rfj gegen den Wagen des Ministerpräsidenten, ohne ihn jedoch zu treffen. Primo de Rivera verließ seinen Wagen und betrachtete den Dolch einige Zeit, um alsdann seine Fahrt zum Bahnhof fortZnsetzen, lw> er von der Menge begrüßt wurde. Der Angreifer, der von dem hinter dem Wagen des Ministerpräsidenten fahrenden Polizeiautos ü b e rs a h r e n worden war und dabei einen B e i n b r n ch erlitten hatte, wurde sofort verhaftet. Es handelt sich um den 34 Jahre alten und in der Nähe von Bareelora beheimateien Taglöhner Domingo Masacho Dorre n t, der bereits wegen W i d e r st a n d e s gegen die Staatsgewalt vorbestraft ist. Aus dem Verhör scheint hervorzugehen, daß der Attentäter A n a r ch i st ist. . Marl IiMglvM; geWhe».:;. •*■•..•2,0 n'bo n;‘!’ 1/' Augusts. TepMLaunte SchrMeller Israel Zangwill. ist heule nach längerem beiden im 02. Lebensjahre geftorhem Israel Z a n g w l l l wurde alo Svhn armer russischer Einwanderer am 2-1. Februar 1664 in London geboren, wo er auch seine Studien ablegtc. Schon im Jahre 1880 begann er, zunächst unter einem Pseudonym, seine-literarische Tätigkeit, schrieb Gedichte, einaktige Theaterstücke, Essays, Novellen und Romane. Noch als Student gab er die-Zeitschrift „Ariel" heraus^ Besonders bemerkenswert sind seine fast in -alle Kulturspracheu übersetzten Ghettogeschichten: „Kinder des Ghettos" (1892), „Der König der Schnorrer" (1891), der auch in unserem Blatte erschienen ist, „Träumer des Ghettos" (1898), „Ghcttotragödien" (1906). Neben seiner vielseitigen schriftstellerischen Tätigkeit setzte er sich besonders für den Z i ö n i s m u 8 ein, dein er sich von allem Anfang an angeschlossen hatte. 1 Frankreichs finanzielle Wiederaufrichtnng. Poiucare will Auslandskredite. ' Paris, 1. Anglist. Wie die ,^Quotidien" berichtet, sott Poiucare durch die Unterredung mit den belgischen Ministern F r a n c q u i und B a n d e r v e l de zu der Ansicht gekommen sein, daß die f inanziel l.e W i e d e r a u f-r i ch t u n g Frankreichs n i ch t v h n e H i l f c. b e s A usIandes durchgeführt werden könne. Er sei entschlossen, sich in E n gla n d und H o l l a n d .um die E r l a n g u n gv o n Kr ed i t e n zu bemühen. Um diese leichter zu erhalten, beabsichtige er noch vor den Parlamentsferien die Ratifizierung des zwischen C a i l l a u x und Churchill getroffenen S ch u l d c n a b k o m m e n s zu beantragen. Auch in diesem Falle werde er die Anwendung des D r i n g l i ch feit s- Verfahrens fordern. Ser Krieg in Stzrik«. Alexandrien, 1. August. Meldungen aus einer Quette, die man als zuiverläßl-ich bezeichnen kanndeuten darauf hin, daß die Bewegung in S Y r i e n sich w e i t e r a u s d e h n t und daß die Organi'ation und die Zusammenarbeit zw i s ch en den F ü h r e r n in den von der Betvegung ergriffenen fünf Bezirken sich verbessert habe. Sultan Attrasch verharrt in seiner vorsichtigen' Haltung und wartet immer die Gelegenheit ab, um die französischen Stellungen zu umzingeln und die Franzosen überraschend anzugreifen. Er sott eine ausgezeichnete Organisation haben. Es wird weiter gemeldet, daß die allgemeine Politik der Aufständischen dahin gehe, alle Handlungen zu vermeiden, die ihre Kräfte schwächen könnten, und die Feindseligkeiten i n d i e L ä n g e zu ziehe n, um das Land vom fmnzösi'chen Mandat zu befreien. T. London, 1. August. Am Mittwoch fand die Debatte Über den Aufbaufonds statt. Im Anschlüsse an das Referat des Direktors des Keren Hajessod, Dr. Bertold Feiwel, sprachen die Herren Jean Fischer, Leo Herma n n, Dr. W i l e n sk y, Morris S a m u e l, I a f f e und Alexander G o l d st e i n, die eine Reihe von Vorschlägen für den Ausbau des Samlun.zsapparates des Keren Hajessod machten. Am Abend fand keine meritorische Sitzung statt. Auf Antrag des Abg. Dr. Osias Thon wurde die Sitzung der Feier des 70. Geburtstages des jüdischen Philosophen AchadHaam gewidmet, worauf Präsident W e i z m a n n, Dr. M o h k i n und einige andere Mitglieder des Aktionskomitees die Bedeutung Achad Haams für das Judentum würdigten. Die Sitzung schloß mit der Absendung einer Begrüß» ngsd e p e s ch e an Achad Haam. Aus eine Anfrage teilte Präsident Weizmann mit, er beabsichtige im Herbst gemeinsam mit Herbert Samuel Sir Anleihe für Palü tlna. Die Untsrhai.' wbatte auf den Herbst verschoben. (Eigcndienst der „Wiener Morgcnzeitung") D. London, 1: August.-Im Unterhaus hat gestern Ministerpräsident Balümin erklärt, baß die Debatte -über, die'Palästina-- "aüleihe' bi s z u r H e rb sts e sst i an sv eästHo.-b e nlwird. Abg.' Sa nd.e rs o n fragte/ob sich die Mg'ievung bezüglich der Anleihe mit den Arabern verständigt habe. - - Ormsby-Gore antwortete, dies sei nicht geschehen, und zwar erstens'deshalb, weil cs bei den Arabern keine für Verhandlungen 'dieser Art zuständige Körperschaft gebe, dann aber dcchälih, weil es nicht not w endig sei, sich mit den Arabern zuerst zu verständigen. Die Palöstinaregiernng und die Msenbahnarbeiter. T. London, 1. August. Die Arbeiterpartei plant für die nächste Zeit eine Interpellation über die B e h a n dl u n g der E f e n b a h n a r b e i t e r in Palästina einzubringen. Die Palästinaregierung beabsichtigt nämlich, den Mitgliedern des Verbandes der Eisenbahnarbeiter für acht Feiertage den Gehalt nicht zu zahlen. Die Labvur Party fordert Aufklärung durch die Regierung und will auch Aufschluß darüber verlangen, weshalb die Palästinaregiernng darauf besteht, daß ihr die N a m e ll der'Mitglieder des Verbandes mitgeteilt werden. Kolonel Wedgwood sott demnächst eine Reise nach Palästina antreten. Die jüdische Arbeiterschaft trifft bereits die Vorbereitungen für feinen Empfang. Englisch-arabische Verhandlungen? London, 2. August. (Tel.-Komp.) Nach ci-ner Meldung der „Daily Expreß" aus I e r u fastem finden derzeit vertrauliche inoffizielle Besprechung e u zwischen dem Vertreter Englands und den Araber n statt, die sich auf Schaffung einer gesetzgebenden V e r s a m mlung und eines Senats beziehen. Die Araber verlangen, daß disse Versammlung ans 2 2 Arabern, 3 Juden und 3 Christen bestehen solle und daß ihr vor allem volles Vetorecht eingeräumt werde. Die englische Regierung besteht indessen darauf, -aß der Körpevschaft nur eine beratende S t i m m e eingeräumt werden sott. Die Hilfeleistung Kr die Juden in Polen. T. London, 1. August. Bei der Begrüßung der hier weilenden jüdischen Abgeordneten aus Polen durch die jüdischen Hilfsorganisationen machte Herr Dr. Jochelmann Mitteilungen'darüber, weshalb der War vietim fvund noch nicht eingegriffen habe, obzwar dies im April vereinbart worden sei. Wegen des Generalstreiks und des ihm folgenden Kohlenarbeiterstreiks, der noch andauere, habe der Fonds Bedenken geäußert, daß es nicht ratsam sei, Gelder in das Ausland zu senden. Doch werde die Hilfsaktion jedenfalls noch in diesem Sommer beginnen. nach Amerika zu reifen. Er hoffe, nunmehr unbedingt die Jewish Agency in der erweiterten Form zu schaffe«. Abgeordneter Grünbaum fragte, wie sich der Präsident die Erweiterung der Jewish Agency denke. Weizmann antwortete, er werde unbedingt nur auf Grund der Resolutionen des Wiener Zionisten kongresses handeln. Wenn die Marshall-Gruppe weitere Konzessionen fordern sollte, so werde er, wie er schon in seiner Dienstagrede gesagt habe, nur mit Zustimmung des Kongresses darauf eingehen. Eine weitere Interpellation betraf den Hafenbau in Haifa. Nach einer Meldung aus Jerusalem verlautet,, daß. die Regierung den Haupthafen nicht in Haifa, sondern in Port F u a d zu errichten gedenke. Präsident Weizmann gab die bestimmte Erklärung ab, daß diese Meldung den T a t s a ch en nicht entspreche und daß der Hafen nur in Haifa angelegt werden wird. Aus krez Zsmel. Neue Gerüchbe über ben RÄtvitt des Gouverneurs Storrs. ' Jerusalem, 29. Juli. (I. T. A.) Cs erhalten stich .hier hartnäcki.f Gerüchte, daß in ab ehbarer Zeit die, H q np t jf e t to, a lt n ü g d e s p ast ä st in e s'in s ch e^n ß it b, b: i ft* t kt'S wo n I e r lt f ä I e tu n ä ch -I cr f f•a^verlegt-/werW-'-'sö^'uütz-^daß1jrn Zltsqnnnenhängdamitder jetzige Gouverneur des. SüddistrtktS. Sir Ronald Storr 8, von f e i n c m P p.st e n ANrücklreten wird. Jerusalem ioll unter dem n e n e.n S y st e tu'.« N r. n o ch e i n e I o k a 1 e Verwalt ü'n.g behalten. ' Vor dem stebenren Palästinensisch-arabischen Kongreß. Jerusalem, 30. Juli. (I. T. A.) Nach einer Mitteilung der arabi'chen Zeitung „Al-Zamer" ist zwüchen der arabischen. Exekutive und den Ov v o s i.t lo u S P a r t eien ein . tlebereinkommen betreffend die E i n b e r u f u n g d e s VII. Ko n° . g re sst e 8 der p a l ä st i n e n fischen A r aber auf folgender Grundlage getroffen worden: 1. Einsetzung eines viergliedrigen Zentralkomitees mit dem Sitz in Jeru'älem, das d i e a r a b i- . s ch e Exekutive darstellen soll 2 Auf je 50M Personen, die älter als 20 Jahre sin^, kommt e>n Delegierter. 3, Die Gesamtzahl der Delegierten beträgt 70. Trotzli in «kriin. (Eigendienst der „Wiener Mor'genzeitung".) Berlin, 1. August. Der „Moutag-Morgen" meldet, daß. Trotzki sich bis vor kurzem in Berlin aüfgehalten', habe. Irgend welche p o l i t i s ch e- B e d e u t u n g habe jedoch sein Besuch nicht gehabt. Trotzki sei lediglich als Privatmann nach Deutschland gekommen,' um sich von deutschen Aerzten behandeln zu lassen und habe sich einer Mandeloperation -unterzogen. Politisch habe sich Trotzki während seines Berliner Besuches in keiner Weise betätigt. Sa« italienische Stzndikatsaesrtz. Aus N o m wird uns gemeldet: Bei dem Kongreß der geistigen Arbeiter in Nom hielt der Abg. Rassöni eine Rede über die Wirkungen des neuen f a 3 g t st i. scheu S y n d ik a t s g e i e tz e s. Er ging von. der demss Arbeiter durch den Sozialisntns anerzogerten Einstellung gegenüber dem Klassen kämpfe ans und wies auf die Gefahren hin, die sich aus diesersEinstellung in anderen Staaten ergeben haben, wo die Kämpfe zwischen Kapital.und Avb?it unverntindert bttebetr. Der Faszismus habe, durch sein Dyndikatsgesetz den Arbeiter von seinem Blick über die Grenze abgeletvkt unb ihnr zugerpfen: „Blicke nach Ront." Allein, damit habe der Faszismns keineswegs das Proletariat dem Unternehmer aus geliefert. Niemand hahe ein Recht, die nationale Produktion zu stören. Die Znsammettalcheit zwischen Kapital und Arbeit müsse verwirklicht werden. Das sei der Sinn des neuen italienischen Syndikätsgesetzes, auf dessen Wirkungen das ganze Ausland jetzt gespannt blicke.

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