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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-01 · Heft 2672 (1.8.1926) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2672 (1.8.1926)
Date
1926-08-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Wien, Sonntag Wiener MorftenzeNimg 1. MMrsk nizo Trr. zu?i Die letzt« Wache des Dsl-Ka-Sommerränmimgsvcrkaufes -bietet eine ganz besondere Einkanfsgelegenhejt. Beachten Sie Inserat auf Seite 7. Der Mischen «aMbibsiothel flla», 2. Be-,.. Glockengasse Nr. 90, ist es gelungen, - zahlreich« neue wertvoll« Werl« m y«o,inlcher, jüdischer und deutscher Sprach« zu erwerben Brblioibokrsiimdtnr Sonntag von 7«tl bjS Uhr vormittags, ferner Dienstag nnd Donnerstag von 6 bis 8 Uhr abends. Hebräisch« Nerinlknrfe. Die vom Beth waad k'iwrim angekündigten Hebrüt'chknrie n'ir Arrtüngsr und Aorlgeichrtttene beginnen Mittwoch den 4. v. Die bereits angemeldeten Terlnehmer werden zu einer Besprechung, die am Dientziaq um 7 Uiir abends in der Kanzler der Sozialen H i l f s g e m e t n s ch g f t N n r t t a M ü l l e r, 2. Bez., sintere Augartennraße 85, fiqit* findet, eingeladen. — Weitere Anmeldungen rn dex Jüdt chen L«le- und Redeholle. 9. Pez., Tstr.enstrahe 9, und im Gebäude der Sozialen Hilfsgemeinschaft. 3. Bez, Ulster« Augartenstraße 95. täglich, mit AuSnabme von Samstag und Sonnlas, von 5 biß 7 Ubr. In den genannten Lokalitäten weiden auch die Kurse gbgehqlten uuvbeu. Fnland. Abrüstung wie ln Sefterreich. An hiesiger amtlicher Stelle ist noch ke -in Per! cht über die Beschlüsse der Botschastersanferenz eingetrasfen, in denen an Oesterreich neno Entwasfungsforderungen gestellt werden. Man erwartet anthe nt rische Mitteilungen erst von. dem auf der Rückkehr ans Paris begriffenen Gesandten Dr. Wildner. Im Wesen verlangt die Botschasterkanserenz die Ablieferung oder Unbrauchbarmachung der zur Erzeugung von Kriegsmaterial dienlichen Maschinen und die Unterdrückung militärischer G e h e i m v e r b ä n -d o. Daß es der Entente möglich geworden ist, Oesterreich an die wörtliche Einhaltung von Abrüstun-gsbe-- ftimmungen des Friedens-Vertrages zu mahnen, wäre einigermaßen verwunderlich, da dach kaum ein europäischer Staat -so restlos militärisch und wirtschaftlich abgerüstet wurde wie Oesterreich. Wenn irgendwo ein Rost von Maschinen existiert, der zur Wasfenerzeugung hier Ber^vendung finden könnte, so mag er vielleicht seineqelt in der Erwartung znrückbehalten worden sein, daß irgendeine kriegerische Kanflagration in Europa denkbar wäre und dann die österreichische Industrie im Einverständnis mit der Entente Waffen und Munition liefern könnte, Diese Spekulation der Rüstungsindustrie war auf unrichtigen Voraus setzungen bastort. Man hat schließlich den größten Teil der Muni tionensmqschinen umgebaut oder ins Ausland verkauft. So ist zUM Beispiel der Maschinenpark der Enzesfelder Werke nach Polen gebracht worden; was nach an Maschinen vorhanden ist, wird für die im Friedensvertrag anbcfohlene staatliche Ge schützfabrik reserviert. Daß das Ausland aus diese Dinge aufmerk sam wuiÄe, war vielleicht eine Folge des Kankurrenzkampfes einiger Fabrikanten, die einer den, anderen das staatliche Kleingewehrmunitionsmonopol wegschnappen wollten. Es ist noch erinnerlich, welch große Bemühungen der Fabrikant Alder machte, NM diese Munitionsfabrik in Atzgersdors mit den ans den Wöllersdovfer Werken stammenden Maschinen ejnzn richten. Es war damals ein offenes Geheimnis, daß die Yerschie denen Interessenten amf das Muniüonserzeugungsmonopol sich auch der Mithilfe Yyn Ententeoffizieren bei ihrer-Bewerbung versicherten. Die österreichische Regierung dürfte nun den Auftrag erhalten, sowohl die st a a t l i ch e G e s ch ü tz s a h r i l wie die Munitionsfabrik in Gqng zu setzen, was darauf schließen läßt, daß man sich schon für einen der Bewerber entschieden hat. Welche Körperschaften die Botschttfterkonserenz mit den Geheimovgcmisationen im Auge hat, deren Unterdrückung sie verlangt, geht aus einer angeblich aus Paris stammenden Drahtmeldung des groß-deutschen Parteiorgans hervor. Dieses nennt -den Republikanischen Schutzbund der Sozialdemokraten und den Vaterländischen Schutzbund der Hakenkreuzler als Organisationen, die die Bot-schafterkonferenz beseitigt haben will. Beide sind der Regierung schon recht unangenehm geworden. Gegen den Republikanischen Schutzbund hat das Blatt der christliche sozialen Regierungspartei seinerzeit eine monatelange Kampagne geführt, in deren Verlaus sie alle möglichen Mobilmachungsvorschristen, Ordre de Bataille uswveröffentlichte, deren Aufhentizftät zwar von diesem bestritten, aber wohl der Botschafterkonferenz die Unterlage zu ihrem Einschreiten gegeben hat. Aus den Vaterländischen Schutzbund brauchte die Entente nicht erst durch Denunziation von Gegnern aufmerksam gemacht zu werden, da jede Nummer der Hakenkreuzbkätter im Vereinsanzeiger und an anderen Stellen Mitteilungen über UebungSmärschc, Felddienstübnngen, Ausrückungen van Sturmabteilungen« Besetzung hon Brückenköpfen und ähnliches enthielten. Daß diese Soldatenspielerei militärisch durchaus wertlos ist, davon ist auch die Botschasterkonftrenz sicherlich überzeugt. Wenn sie jetzt durch ein Machtwort diesem Urrfug ein Ende bereiten will, so erfüllt sie vielleicht damit einen stillen Wunsch der österreichischen Regierung, die jetzt die Geister, die sie einst gerufen hat, auf andere Weise nicht mehr loswerden kann. Mische Welt. Kghsr Kaplan darf in Amerika bleiben. Das Ende einer 15jährigen Frrfahr' New-Bork, 29. Juli. (I. T. A.) Nach einem 15 Jahre dauerndem Kampfe hat das jüdische Mädchen Esther Kaplan die Crlaunis erhalten, in Amerka zu verbleiben. Esther Kaplan kau, im Jahre 1911 mit ihren Eltern aus der 1s k ra i n e in New-Pork an. Mähren) den Eltern und den anderen Geschwistern erlaubt wurde, im Lande zu verbleiben, tmllde Esther Kaplan z u r ü ckg e s ch i ck t, weil bei ihr angeblich Zeichen von G e i st o s k r a u k h e i t entdeckt wurden. Die Aussage der Eltern« daß das Kind, das Zeuge eines furchtbaren Judenpogroms um-, veräugstigt aber nicht geisteskrank sei, wurde nicht beachtet. Einigemal wurde Esther Kaplan zurückgeschickt nnd immer wieder gelang es ihr, enllveder ans Elis Island öUt vorn SchWverheck zu entschlüpfen. Endlich, nach 1ö Jahren, entschied das E l n W a n d e r u n g s g e p i ch t, daß Esther Kaplan' in den Bereinigten Staaten verbleiben darf. Hundertjähriges Jubiläum einer Talmud-Thora-Schule. Die Bialystoker städtische Talmud-Thora-Schule hat am 15. W d. I. ihr!h u n «e r t j ä h r i g e s Jubiläum gefeiert. Zu diesen, Jubiläum wurden fast all« religiösen Institutionen in den größeren polnischen Städten -eingeladen. In diowr Schule lernen noch heute über 900 Schüler. Orytzntkiche Professur siir Dr. -Karl Reumoyer. Denr anßcrordentlichsn Professor für internationales Privat-, Straf-, Prozeßnnd Berwaliun-gsrecht, Pergl-eichl'.n-a der modernen Rechttzlehre, an der Universität München, Dr. Karl Re um eher einem Bruder des Präsidenten dcs Verbandes bayerischer israelitischer Gemein den, des Obcr'and-esftorichtsratss Dr Alfred Nenmeycr. München. Wurde der Titel und Rang eines ordentlichen Proe ss o r s verliehen. Kanadische Eisenbahnlinien nach jüdischen Kolonisten benannt. Die Direktion der Canadian Pacific Railway hat beschlossen, die drei neuen Eisenbahnlinien in Saskatschewan mit dcn Namen U n -g e r, Hafer und S o n n -e n f o l -d zu 'benennen. Es sind dies drei jüdische Bau-er-n. die di« ersten Kolonisten -in diesen, Gebiet waren. me IflEDERdrTERREICmSCHE HOLKEREI Wlifli XX. N«<HHM4i|»ldis 8 (st ckw Zentralstelle von 136 Genossenschaften, deren Gebarung unter der ständigen Kontrolle der landwirtschaftlichen Kammer steht 2027 100 eigene Filialen / Täglicher Absatz: 110.000 Liier Feinste Teebutter, Yoghurt, Schlagobers, Bararielte« für das Budget vro 19«?. Bundeskanzler Dr. Ra me? hat sich Freitag zu einem kurzen Aufentha'lt nach Salzburg begeben, von wo er in einigen Tagen wieder nach Wien znrückkchtt. Der Bundeskanzler gedenkt heuer keinen längeren offiziellen Urlaub aMtreten. da der ffognft der Ausarbeitung des BundeSvoranschlages für das Jahr 1927 gewidmet ist, der schon im September dem Natwnalrat vorgelegt werden soll. Ber spanische Gesandte 1« Men. Madrid, 31. Juli. (Havas.) Wie amtlich gemeldet wird, ist FraneiSeo de Aisis Ferrat y Bonastro zum ,Gejandtes Spaniens in Wen ernannt Wochen. „Liebe und Zrompetenblasen." Raimund-Theater. Dieser Schwank von Sturm und D a ch w r tz spielt in einem fidelen Gefängnis und zur Heit des preußischen Soldaten königs Friedrich Wilhelm ll. Es wird viel getrunken und fleißig geliebt, es giht ulkige Berwochslun-gen und lustige Schwanksttuationen. Zweifellos ein Amusementstück für den Hochsommer, also willkommen. Theo Shall erweist stch als Komiker von Rang und erzeugt ebenso wie Herr Eh mann, der einen Musketier sehr ergötzlich spielt, Lachsalven im Hause. Die Pikanterie stellt Magda Garden bei und bedient sich hiezu eines Negligees, das ver mutlich in der Zops^it noch nicht die große Mode war. Unter den Übrigen Mitwivken'den sind di-e Herren Zeise l und Sallabq besonders hervorzuhsben. Das Publikn-n, zollte stürmischen Beifall. _ Ile TMmser Festspiele und die Faden. Wir echalten von Herrn Architekt Walter William Fisher -nachstehende Zuschrift ans Salzburg: Salzburg, 30. Juli 1936, „Das Säl.Mrger FestspieGqns ist nahe seiner Fertig« stellunjg. Bon 'dcr Gestaltung des vorjährigen Baues ist fast nichts ÜbriggMieben. H ol z m e i st e r hat ausgezeichnete Neulösungen gefunden. Besrenrdlich wirkt nur die Ansnialnng h-es Foyers dnrch den Salzburger Maler F a i staue r. Hier propagiert ein Bilderzyklns, ans dem katholischen Jdeenkreise entnommen, die chrlstder liche Kirche -ckls die oberste Vertreterin der Kunst. Ein Wand gemälde benennt sich der „Glaube". Bischöfe und katholische Heilige schweben triumphierend in den Wölken und preisen den übtzr ihnen sitzenden Gott. Ein anderes Gemälde heißt „Himmlische MM" nrrd enthält Engel, die im Himmel Geige und Orgel spielen; darunter sitzt in einsr Reihe, porträtiert, die Geistlichkeit SÄlzlburgs, mit dem Fürsterchischof und dem Ben-edikt'merabt cm der Spitze „sw. Auch Christus als Ow'hens fehlt nicht, der die wilden Tiere der Ungläubigen mit seinem Gesänge zähmt (ein beliebtes Synstolbild frühchristlicher Kunst). Die einzige halbnackte Figur! Alle Gestalten des christlichen Himmels tragen, entsprechend den Weis,.ngen der katholischen Hirtenbriefe, nur hochgeschlossene Kleider mit langen Aermeln. Neben einigen Spieliszwen sucht man auch die katholische Kirche als historische Trägerin der Kunst in den verflossenen Jahrhunderten: Kirchenväter, Mönche und Nonnen, welche malen, nnvstzieren, dichten und komponieren. Indem in allen diesen Bildern programmatisch gesagt wird, daß der Kathosizisrnns v-zn der Antike bis znr Gegenwart der w-esentliche'Dräger wahrer Kunst e, und zur jenseitigen ewigen Seligkeit allein führe, wirkt das Foyer des Salzburger Festspielhauses nicht mehr wie ein -Tempel objektiver Kunst, sondern wie ein Missionshaus. Das Programm diaser Darstellnn-gei, ist klar. Alle diese Bilder 'besagen «in und dasselbe: Die der Engelsnmfik zuhorche,^>e, gAgenwärtege Salzburger Geistlichkeit, -- die im Himmel schwebenden, mit Christus jubilierenden Bischöfe und Heiligen, r~ sie alle dienen dem Pvogrammsatze der Jesuiten: „Alles zur höheren EHve Gottes!" Im Geiste de, römischen Kirche ist dieses Haus erbaut, denn der christliche Kult in Kunst und Religion führt allein zur himmlischen, ewigen Glorie. Rom hat eine Generasoffensive der Dicnslbarnmchnn'g der Kunst eröffnet und Salzburg, die große Fremdenstadt, die Stadt der Knust, ist speziell dazu anserkoren, hiebei Besonderes zu leisten. Erst kürzlich hat anläßlich der 1. österreichischen Knnsterzichungstagung der Salzburger Landeshauptmann verkündet, daß Salzburg nunmehr wieder, wie einst in der Renaissanoazoit, der Ausgangspunkt einer ungeheuren B'- weign-ng christlich-dogmatischer Kunst im Dienste der Bolkserziehnng sein werde. Interessant, daß stch der Jude Max Reinhardt durch solch; pölitische Ziele Ron,s kulissisren läßt." > # Zn dieser Einsendung haben wir Einiges zu bemerken. Dom Katholizismtls hat die Kunst eine graße Zahl genia-lstor Schöpstmgen zu verdanken, die von der gesaintsn Kulturlvelt bewundert tvorden. Es ist gewiß das Recht Salzburgs, des alten kacholischen Zentrums, sein Festspiclhaus so auszuschm>ücken, daß die Gemälde die lkacholische Kunst versinnbildlichen und den Katholizismus propagieren. Wenn sich die Salzburger Festsplelihansgemeinde und die Leitung der Salzburger Festspiele für dieses Werk katholischer Knnstpropgganda jüdischer Mittel — materieller nnd künstlerischer —- bedienen, ist eS ihre Sache, ebensa hie Sache derjenigen! Inden, die sich zur Berfüignng stellen. Anders liegt die Frage des Besuches der Sglzb n r g e r F e st s P i e l e, Wocherr sich wieder vornehmlich die Juden in -iosem „katholischen Missionshaus", wie der Einsender das Salzburger Festspielhaus nennt, -ihr hochsommerliches Rendezvous geben ltnd sich vor deni Domplatz drängeln, auf welchen: des Inden Hassmannsthal katholisches Volksspiel in Szene geht? Wird wiederum Snclbismns und das Bedürfnis ^dabv! sein zu müssen", den primitivsten Sinn für Würde ersticken? Ans dm Theatern. Theater t« derJoiefftadt. Heut« Sonntag, morgen und ühermorgen letzte Vorstellungen des Schwankes „Der * l\ . "■ Mittwoch. V*B Ubr. Grstanfsührung heS Lnstivtsles «Monsieur H e l ö n e" von Siegfried Geyer und Paul Frank. Lustsvieltheater. Heute, 7a4 nachmittags, gelangt „DieGlatzeundderBubtko p f" bei ermäßigten Preisen znr Aufführung. __ Die „Tannhäufer"-VorstellMtg aus her Hohen Warte findet heute nicht statk, sondern wird erst bei Eintritt einer günstigeren Wetrerperiode nachgeholt. Die im Vorverkauf gelösteu Karten werdm morgen von 0 bis 1 Uhr und -von halb 3 bis 5 Uhr in der Voiksoper rückgelöst. Nicht eingelöste Vorverkarlfskarten behalten für die nächste Aussührnng ihre Gültigkeit. Rolmrdbühne. Felix Fischers Szeneureihe „C g f e Electric" wurde gestern bei vortreMcher Darstellung bereits zum %5. Male ausgesührt. Das volle Haus zollte starken Beisall, welcher ^dem Stück und unter den Darstellern insbesondere Karl Mksch sowir den Damen Berg und Beckmeister galt. Modernes Theater. Für die kommende Spielzeit wurden folgende Werke erworben: „Der, der die Ohrfeigen kriegt" und „Sindmtenllebi;" (Tage ves Ärhens), beides van Andrejew. „Das Tierchen" van Lew Urwanrzoff, „Der Tanz um Mitternacht" von Charles Mere, .Hinter Mauern" von Naihanson, „Das Fräulein ohne Namen" von Hans Bachwitz, „Schneider Wibbel" von Müller-Schlässor, „Der rote Mann" von Dregely, „Hochzeit des Figaro" (in der Bearbeitung von Josef Kainz). ,-Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" van Grabhs (Gastregie Erich Engel), „Man heiratet erst Im 3. Akt" von Evdei, „Tödliche Jugend" von Bela Balaß, „Sodom" von Paul Wertheimer, „Schloß Wetterstein" von Wedskind. „Die Zensur" und „König Nikolo" von Wedekind, „Phantasmagorie der Liebe" van Ewreinoff, Südsee" von Speyer, „Fräulein Svlvins Scheidlurg" von Ludwig Herzer, ,I>ie Tigerin" pap Joses Naoherny. Artistenprüfnng. Allmonatlich veranstaltet die Internationale Artistenorganlsation im Johann Strauß-Theater ein-e öffenttichr Prüfung für die Jim-ger und Jün-gsrinmn leichtgeschürzten Muse, die sich dem Bwtlll verschreibet^ wollen. Der Zuznia zu diesem Geräts, bei dem man wahrlich nicht auf Rosen gebettet ist. rnmm-t s-chr stark zu u-nd deLhälib waltet die Jury, in der sich diesmal Rita Geor-g und Karl Farkas befanden, sehr zewissenha>ft ihres Amtes- Hauptsächlich Tänzerinnen sind es. die ihr meist trügerisches Glück versuchen. Trotz der unmöglichsten Gliederverrenknngen muß sich eine -indische Bauchtönzerin einer Nachlprüstlng unterziehen. Nicht bester erging eS einer Phantasietänzerin, dag-sgen Mtanden das Geschwisterpaar Auer (.Deutschmeister und Köchin") mit AusMichnnng. Der ffeineit Sän-gcrin Mia Sidok wurde bedeutet, sie möge noch recht viel Karotten und rohe Eier essen und also präpariert wiedevkommen. Das Kau-tschukmädchen Ios-efine D 0 r e wurde wegen ihrer ungewöhnlichen Glastizität angenommen. Der Rezitator Rolf Weden schrie chne Unterlaß „Ich bin ein Kin-d der Sünde". Es war wirklich ein« Sünde nnd die endgültige Vertreibung ans dem Artistenparaoies war ihre traurige Folge. Zwischendurch, wahrcheinlich um das.Pnblm.m zu entschädigen, zeigten wirkliche Artisten ihre Kunst. Hella Nerner-Firkana entzückte durch ihre parodistifchen Tänze und das ungarische Sängerpaar Aranka Fod-o r-Bela Len-ard wußten die Zuhörer mitznreißen. Den TrklNlsth aber gab die unverwüstliche Konrik Dharlotte Wald-o ws. Ihre Gäben entschädigten für manche bittere Pille. - R. S. Im Kurtheater in Bad Ischl findet Mitte August die Nrausführung des Wiener Stückes „Das Schwalbennest" von Fritz Go ttw alä statt.Hansie Niese wird darin die -weibliche Hauptrolle kreieren. Ein namhafter russischer Maler gestorben. In Moskau ist vor kurzem der berühmte russische Maler W. M. Wosnezow gestorben. Wosnezow war der erste russische Maler, der stch mit Bollskunst beschäfnot hat. Seine Illustrationen nehmen in der russischsn -graphischen Khinst eine bedeutenve Stelle ein. Später widinete er sich ganz der Oelmalerei. Unter anderem hat Wosnezow Gogols unsterblichen Roman „Tara Bulba" illnstrierr. Unter seinen Oelgemälden find die berühmtesten seine historischen Bilder. Er hatte ein besonderes Verständnis für die Romantik der Vergangenheit. Nach der Technik jeiuer Hauptwerke, iuSbelondere der großnl Freskenmalereien des.Moskauer historischen MusrumS. ist er unter die dekorativen Maler Mzureihsn.

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