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Wiener Morgenzeitung · 1926-08-01 · Heft 2672 (1.8.1926) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2672 (1.8.1926)
Date
1926-08-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2672 ajwn, Sonntag Wiener Morgeiizetttma I. Airam k'.«v Sie Gasmaske. Zwölf Jahre nach dein Ausbruch des Weltkrieges liegt dem englischen Unterhalts de-. Antrag eines Abgeordneten vor, es sei jeder Bewohner Englatlds ohne Rücksicht auf Geschlecht und Alter zum Besitz einer Gasmaske zu verpflichten. Die Begründung des Antrages lalltet wörtlich: „Diese Maßnahme darf nicht länger hinansgeschoben werden, jederzeit kann ein neuer Krieg ansbrechen und im Handumdrehen kann eine Stadt durch Gasflngzcuggeschlvader buchstäblich erstickt werden. Die Behörden müssen' den Schuh der Bevölkerung unverzüglich organisieren rmd die Einführung der Gasmasken obligatorisch machell. Mindestens viermal im Jahr mutz sich jeder Besitzer einer Gasmaske von der Undurchlässigkeit seiner Maske überzeugen." Politik ist -bekanntlich Voraussicht, und so ist der ehrenwerte Mgeordnete Emmon, der Autor des Antrages, zweifellos ein guter Politiker, sicherlich aber ein gewissenhafter Mensch, der nicht mit Schuld beladen sei» will, wenn einmal ein Unglück passiert. Es ist unbekannt, welcher Partei er angehört. Das ist aber auch uninteressant und höchstens von statistischem Wert. Denn schließlich sind alle Parteien, mit denen das englische und jedes andere Parlament gesegnet ist von der gleichen Menschenfreundlichkeit erfüllt. Gegen beit Krieg anzukämpfen, ist beschwerlich, kann auch in unziemlichen Verdacht patriotischer Minderwertigkeit bringen. Dagegen kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Etwa so, daß man am Bormittag für irgend einen Rüstungskredit und neue Gasbolltben, am Nachmittag für Masken stimmt. Hinter der Infanterie marschiert immer die Rvte- Kreuz-Kolonne, ein sinnfälliger Beweis, daß uns doch nicht alle Zivilisation abhanden gekommen ist. Die weise Voraussicht des Herrn Emmon iväre übrigens auch anderwärts sehr zu empfehlen. Sie kann Schlampereien rechtzeitig verhüten. Da ist irgendwo in der Tschechoslowakei von einem Militärflugzeug eine Bombe heruntergefallen und hat ein auf einem Acker beschäftigtes Mädchen in Stücke gerissen. Die Behörde hat Pflichtgemäß untersucht. Resultat: An dem Flugzeug war alles in Ordnung. Da ist also das Mädchen an dem Unglück schuld und an der nutzlosen Vergeudung von Staatsgut. Denn die Bombe war doch dazu bestimmt, in irgend eine Marschtruppe zu fallen und sie auf dem Altar des Vaterlandes zu opfern. Herr Emmon bringt die Erlösung. Da »um nun einmal, nicht wahr, die Flugzeuge und die Bomben nicht vermissen kann, so ist den Staatsbürgern aufzutragen, die Beschäftigung mit dem Acker zu unterlassen. Denn die Sorge mit das Vaterland steht am höchsten. Das Pack der zivilistischen Steuerzahler ist in Fragen der Politik zu wenig geschult. Unbegreiflicherwelse überschätzt es das Probleni seines Daseins, obzwar seit eh und je an der Aufklärung gearbeitet wird. „Süß und ehrenvoll ist's, fürs Vaterland zu sterben," wird schon in den Schulen der Ausspruch eines verschimmelten Römers, der bei allen Affären tapfer im Hinterland saß, den Gehirnen eingetrichtert. Aber dies genügt nicht. Die Jugend wird' ertüchtigt und, was ihr die Schule nicht beibringen will, die sich anmaßt, auch Genug der Leiden! (LO «N. HÄRTEST. BEl/lÄLw^ RWWN, FWsfteJJBK/ St.-Rochrrs-Fußsalz macht einen neuen Fuß! ES genügt, wenn wir eine kleine Menge von diesem Fnksalz — welche» sich »n AuSland schon seit langer Zeit vewiikirl dal — in ein m» warmem Masse, gesüllte» i:avoir gebe» nnv de» schmerzenden Fnf, lu bi» >5 Minuten >a»g in demselben weichen lagen. Mäh. eno Vieser Zeit hör n d e Anschwellung de« ssnß », seine Qu« schling und die v'iiiigende», biennenden Gefühle mir einem Schlage auf. Die Schmerzen, welche vnrch daS Drücken der Schuhe verursacht werden, hören sofort auf. Ein längeres Weichen in diesem Wasser erwitchl die Hübnerangen und die Hanl» Verhärtungen so sehr, dag dieselben sehr leicht ohne Messer oder Rasierniesser entfernt werden können. Sie können überzeugt se'n, dah das Sl.»'i»ocl,»s-Fukinlz den Fns, voll ommen ne» gehärtet. >es b treik Sie von den verschieden n Störungen des Fußes. Sie küi'iirn so viel gehe», als Sie nur wollen. Sie können an en»r Stelle stundenlang stkben und Sie werden nicht das geriiighe der Müdigkeit verspüren. Ein groszeS Paket St -RochuS-Fnsifalz tostet 8 ».80. ES ist «n leder Apolhike erhäl ltch. Fall Sie es ntchr bekomme» sollten, wenden Sre sich an da» Hauvtdepot: Bundesapotheke „MarrahUf" Telephon 64-99 Vt». Msrlskilksrrstrssss SS Telephon 64-99 Warnung! ^^-'^oc^us~^nßsa^z l,at sich glänzend eingebürgert. » Dieser Umstand hat zu wertlosen Nachahmungen »cführt, und diese Präparate weiden skrupellos in Verkehr gesetzt, d e natürlich m-'t unserem echten St.-Rocnus-Fußsalz nicht ocrwechsel' werden dürfen. Wir bitten das P. I. Publikum, beim Einkauf auf aen Namen „St.-Rochus-Fußsalz" in gelber Packung genauesten« zu achten. Rechnen und Geographie lehren zu wollen, das besorgen die politischen Parteien. Wir haben Schutzbundformationen für jeden Geschmack, znin Schutze des Fortschritts und der zu konservierenden heiligsten Güter. Unsere Buben lernen schießen, marschieren, sie wissen, was Felddienst, und Schützenschwarm ist, ilnd inan bringt ihnen .auch bei, daß auf' der anderen Seite ein Feind ist. Das Ideal des Zusammenwirkens zwischen Hans und Schule nähert sich seiner Vollendung, und für die unverbesserliche Demokratie, die den Krieg nicht haben will, gibt es noch ein Mittel: Die Politik der Gasmaske als Ausdruck des Systems von heute, der Gasmaske, als Politik. Sie Fuve» Wiens.*) Ein statistische Stlldie von Dr. Leo Goldhammer. Dre natürliche Bewegung der jüdischen Be. völkerung. Wenn wir die natürliche Bewegung der jüdischen Bevölkerung in den verschiedenen Ländern und Städten beobachten, ergibt sich die auch für die allgemeine Bevölkerung geltende Tatsache, das; die Inden dort, wo sie mehr dem besser fttuievfeu Mittelstand und den freien Berufen angehören, weniger Eheschließungen, eine niedrigere Geburtenzahl und geringere Sterbe zahlen aufzuweisen haben, das; dagegen dort, wo sich die Judenheit mehr ans kleinbürgerlichen und arbeitenden Elementen zusammensetzt, sowohl die Zahl der Eheschließungen als auch die der Geburten und Sterbefälle eine größere ist. Mit anderen Worten: dort, wo die soziale Stellung der Juden eine höhere ist, fällt der Koeffizient der natürlichen Bewegung ständig, dorh wo ihre soziale Stellung eine niedrigere ist, ist wohl auch ein Sinken des Koeffizienten feststellbar, keineswegs aber so stark wie im ersten Falle. Die Erklärung dafür ist, daß eine wohlhabendere und gebildetere Bevölkerung zurückhaltender und vorsichtiger bei der Frage der Eheschließung ist und entweder überhaupt nicht oder nur in höheren Jahren in die Ehe tritt. In Wien wurden in den Jahren 1914 bis 1925 die meisten Ehen bei den Nichtjuden im Alter von 20 bis 30 Jahren, bei den Jude n im Alter von 30 bis 40 Jahren geschlossen. Je älter die Eheschließenden sind, desto geringer ist airs natürlichen Gründen, was alich in der Statistik zutage tritt, die eheliche Fruchtbarkeit. Die häufige Ehelosigkeit und das höhere H e i r a tsalt e r bei den Inden in der Großstadt ist eine der hauptsächlichsten Ursachen ihrer geringen Kinderzahl; dazu kommt der speziell in den Großstädten lind bei Personen in besseren materiellen itiiö sozialen Verhältnissen allgemein beobachtete prävelltive Geschlechtsverkehr, die durch das hastige Leben, durch den schwierigeren Kampf uins Dasein in den Großstädten auftretende häufige Nervosität, die ebenfalls bei der Fortpflanzungsmöglichkeit zum Ansdrtlck kommt. Eheschließungen. Genaue Daten über die Eheschließungen besitzen wir erst seit dem Jahre 1880. Die nachfolgenden Tabellen geben Aufschluß. Zunächst die absoluten Zahlen: Jahr Inden Nicki Huden 1914 1340 20.954 1915 1514 13 134 1916 1308 12.2(5 1917 1224 12.207 1918 1573 14.816 1919 1740 21309 1920 316 i 28.012 1921 2408 26.586 1922 2492 24.076 1923 1947 17.880 1924 1625 17.088 1925 l^oS 16.152 *) Siehe „Wiener Morgenzeitung" vom 25. Juli 1920. Bon Dr. Meir Präger. Ter Rabbi im VolLshumor. Der Witz der jüdischen Masse unterscheidet sich westutlich Sou dem, was int allgemeinen als „jüdischer Witz" bekannt und beliebt ist. Sein Hauptmerkmal ist, daß er sozusagen soziologisches Fundament hat, denn die jüdische Masse bildet (oder bildete bis zu der stärksten Destruktion durch den Weltkrieg) int Osten Europas eine in sozialer, wirtschaftlicher und geistiger Beziehung ziemlich homogene Schicht, was im Westen, wo der landläufige jüdische Witz umgeht, nicht der Fall ist. Es ist daher ein grundlegendes Uutevscheitungsnierkmal der beiden Kategorien- -.dos jüdischen Witzes, daß der Witz der jüdischen Masse soz-i,ologisch k o n st r n k t i v, der im Westen geläufige jüdiche Witz destruktiv ist (and auch ivirkt). Am deutlichsten zeigt sich dies in der Behandlung einiger Typen des jüdischen Witzes in den beiden Sphären seiner Entstchnng. Da ist zunächst der Rabbiner, eine im landläufigen jüdifchen Witz selten (und dann zumeist in recht schmieriger Weise) verwendete Type, die'.im Witz der jüdischen Masse eine überragende Stellung eirmiinmt. Das kommt daher, weil in der jüdischen Masse Osteuropas der Rabbi nicht wie int Westen Priester, beziehungsweise Rcligionsbeamler, sondern geistiger Führer und Lehrer der jüdischen Gemeinde ist; seine Autorität erstreckt sich auf alle Kreise des jüdischen Lebens. Daher bringt ihn auch der Volkswitz mit allen Erscheinungen des Lebens zusammen. Die Einstellung des Gemeiudorabbiiiers zu religiösen u n d profanen Dingen spiegelt sich darin wider, aber auch die von der ostjüdischen Aufklärung, der Haskalah, geprägten kämpferischen Tendenzen gegen die aus Dummheit und Aberglauiben gestützte Macht des Wunde rlabbi. Einige Beispiele mögen dies dartun. Sie sind einer demnächst eischeineuden Sammlung „I ü b i s ch e S ch wank e" eutuommen, in der (auf Grund einer ausgezeichneten, jüdisch erschienenen Sammlung Dr. Immanuel Olsva nger) Doktor Siegfried Schmitz den Versuch gemacht hat, die Gntndforuten des jüdifchetl Votkswitzes und VoWhuntors wioderzugeben. Zunächst einiges Charakteristische über die richterlich-entscheidende Tätigkeit des Rabbi, wie sie der Volkswitz widerspiegelt. Ein Jude kommt zum Rabbi: „Rabbi, ich habe einen Hahn und eine Henne. Will ich den Hahn schlachten, macht die Henne Lärm und schreit, daß es nicht auszuhalten ist; will ich die Henne schlachtett, schreit der Hahn. Was soll ich tun?" — Komm' in cin paar Tagen, dann werde ich dir Bescheid gelben!" erwidert der Rabbi. Er studiert alle tu Bestacht kommmden religiösen Traktate, um eine Entscheidung zu fällen. Nach drei Tagen kommt der Jude wieder: -„Nun, Rabbi, gibt es einen Rat für mich?" — „Natürlich." — „Was soll ich tun?" — „Nach dem Gesetz hast du die Henne zu schlachten!" — „Aber, Rabbi, da wird doch ter Hahn schreien!" — „Soll er schreien!" Ans die profane Gerichtsbarkeit des Rabbiners, der bei frommen Inden inappellable Instanz ist, zielt die folgende Anekdote: Zwei Juden hatten eine geschäftliche Differenz wegen einiger Fässer Olircn, und da sie sich nicht einigen konnten, beschlossen sie, die Entscheitung des Rabbiners anzurufen. Sie kommen zum Rabbiner und tragen ihm den Fall vor. „So kann ich kein Urteil sällen", ist die Antwort. „Ihr müßt nrir wenigstens ein Faß Oliven herbringen, damit ich eure Angaben prüfen kann!" Ein Mann mit einem Karren wird ausgenommen und bringt nach einer Stunde ein Faß Oliven znm Hause des Rabbi. Das Faß wird iu die Wohnung geschleppt, ausgestellt, der Teckel geöffnet. Wie es endlich so weit ist, zieht der Rabbi ,vinc Brille an, schürzt die Aermel auf, greift ins Faß und holt eine Handvoll Oliven hervor. Er besichtigt die Oliven lange und ausmerksaut, die Streitparteieu wartctt gespannt auf den Schiedsspruch, endlich, endlich sagt der Rabbi: „Von allem Bösen möcht' ich soviel wissen, wieviel ich von Oliven verstehe." Die Satire, die diese Anekdote durchzieht, bekommt stärkere Tendenz in der nachstehend wiedergegebeneu: Beim Rabbiner einer größerett Stadt tritt ein frentder Jude ein: „Rabbi, ich habe einett Rechtsstreit mit Gott." — „Mit Gott?" fragt der Rabbiner erstaunt. „Was heißt, mit Gott?" — „Die Sache ist so, Rabbi: Gott hat mir zuerst 10.000 Rubel genommen und dann hat er mir die Frau gettommen. Das soll Gerechtigkeit sein? Das verstehe ich nicht! Wenn schon, so hätte Gott mir zuerst die Frau nahmen sollen, da hätte ich noch die 10.000 Rubel gehabt und mir eine andere' Frau mit 10.000 Rubel Mitgift nehmen kömteti. Dann erst Hütte mir Gott die 10.000 Rubel nehmen können, da hätte er eine Frau und 10.000 Rubel gehabt und ich eine Frau und 10.000 Rubel." — Der Rabbiner antwortet: „Das ist wahr, du hast recht, aber diese Frage konntest du doch beut Rabbiner deiner Heimatstadt vorlegen, warum bist du gerade zu mir gekautmen?" Darauf der Jtlde: „Die Sache ist so, Rabbi: Unser Rabbiner hat Furcht vor Gott, darum hätte er für Gott günstig entschieden. Sie aber haben schon vor Gott auch keine Furcht mehr, so werden Sie für mich qüustia entscheiden." Für die tendenziöse Satire der Aufklärung gegen den Glauben an den chassidischen Wunderrabbi, die sich int Bolkswitz spiegelt, folgendes Beispiel: Eine Gesellschaft von Chassidim, Aushänger verschiedener Wunderrabbis, erzählen einander Wundergeschichten ihrer Rabbiner, von übernatürlichen Heilungen, Geisterbeschwöru»gen n. dgi. In der Gesellschaft befindet sich auch ein Gegner des Chassidismus, ein Misnagid (so werden die Gegner des Chassidismus genannt) und hört lange schweigend zu, bis er endlich das Wort nimmt: „Wenn ihr wollt, so kann ich euch ein Wunder des Rabbi von Tschernobyl erzählen, das ich mit.eigenen Augen gesehen habe." Hocherfreut stimmen die Chassidim zu: „Selbstverständlich, erzählen Sie nur! Wenn schon cin Misnagid von einem Wunder spricht, kann muß es wirklich cin großes Wunder gewesen sein." Ter Misnagid beginnt: „Ich war einmal beim Rabbi von Tschernobyl zu Besuch. Wie wir so sitzen und Plaudern, kommt ein Jude herein, ohne Füße, buchstäblich ohne Füße, auf zlvei hölzernen Krücken. Er bittet den Rabbi, er möge erwulken, daß er zwei gesunde Füße habe. Ter Rabbi hat großes Mitleid mit kem armen Krüppel, er versinkt iu inbrünstiges Gebet und sagt daun: Gut, du wirst zwei gesunde Füße bekommen. Tn', was ich dir befehle! Wirs die rechte Krücke weg! Ter Krüppel wirst die rechte Krücke weg. Wirf die linke Krücke weg! Ter .Krüppel tut es." In höchster Spannung unterbrachen die Chassidim den Erzähler: „Nun, nun, was ist geschehen?" — „Der Jude ist hingefallen . . ." Znm Schluß eine der Legion von 'Anekdoten, in denen die jüdische Masse den Witz und Scharfsinn der Rabbiner (der ja bei Menschen, die fr e i'g ew ä h lt e Führer und Lehrer sind, neben ihren übrigen geistigen Gaben fast immer vorhanden ist) rühmt. Derlei witzige Aussprücke und Entscheidungen der Rabbiner, besonders eins traditionell-religiösem Gebiete, bilden beliebten Unterhaltungsstoff der jüdischen Ria sie im Osten. Einem jnngett Ehepaar wurde ein Sohn geboren. Die jungen Eltern waren nicht gerade vornehmster Abkunft: der Vater des Mannes war ein Säufer, der Vater der Mutter ein Dieb gewesen. Beide aber waren schon gestorben, als der Enkel zur Welt kam. Ta es beiden Juten Sitte ist, das; die Kinder den Namen der Großeltern,erhalten, wenn di ose schon gestorben sind, entstand zwischen den Eltern des Neugeborenen ein Streit. Der Mann wollte den Schn nach seinem Vater nennen, die Frau bestand darauf, 'ihm den Namen ihres Vaies zu geben. Da keines nachgeben wollte, beschlossen sie, ten Rabbiner entscheiden zu lassen. Sie tragen ihre Sache vor. Ter Rabbiner fragt den Mann: „Wie hat dein Vater geheißen?" — „Abraham." — „Und dein Vater?" tvendet sich der Rabbiner an die Frau. — „Abraham", ist die Antwort. „Ta ist ja alles gut", entscheidet der Rabbiner, „nennt das Kin) Abraham! Nach welchem Abraham, das werdet ihr schon später sehen: wird aus dein Bnbett ein Sauser, so heißt er nach des Vaters Vater, wird er ein Dieb, so heißt er nach dom Vater der Mutter."

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