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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-30 · Heft 2670 (30.7.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2670 (30.7.1926)
Date
1926-07-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Gm 4 Wen, Freitag Wiener Moenenzeitung 30. Juli 1926 Nr '0 Ae Unwetterkatastrophen. Schnee fall in Steiermark. Graz, 29. Juli. Nachdem in den letzten Tagen in den steirischen Bergen bis jit loOO Meter herab Schnee gefallen war, während es in den Niederungen fortgesetzt -regnete, ist im Lvnse der heutigen Nacht in ganz Steiermark volle Ausheitonrng 'eingetreten. Die Tempcrattltr betrug heute -in den ersten Mvrgenskrnben Plus 10 Grad. >anelkntnftrophe in Bayern. Hanau, 29. Juli. Ueber das im südlichen Teile ^es Bezirkes Schweinfurth a. M. sowie in den angrenzenden Gemarkungen'' Karlstodt und Gerolshausen niedcrgcgangene tHagelunnxtter werden jetzt Einzelheiten bekannt, die erkennen lassen, mit welcher ungeheuren .Heftigkeit das Unwetter gewütet Das .Hagelwetter fetzt» ohne vorhergehenden Regen ganz plötzlich ein und verursachte einen Schaden, wie er wohl in ganz Bayern inden letzten Jahrzehnten noch nicht 'beobachtet wmde. Die Hagelkörner hatten die Größe von Taubeneiern bis zur Große von Hühnereiern, so daß anfänglich zwei bis drei Stück .Hagelkörner ein Pfund wegen. An vielen .Häusern wurden die Fensterscheiben zerschlagen und die Dachziegel zertrümmert. Auch Personen kamen zu Schaden. Vögel in gwßer Zahl lagen erschlagen am Boden. Aus den Feldern tonnte man junge -Hasen getötet finden. Ganz ungeheuer 'ist der angerichtete Schaden auf Feldern und Fluren. Die Ernte 'ist größtenteils vernichtet. Kkmähigung der Steurrvrrzugszinskn. Ter Hauptausschuß trat gestern zu einer Sitzung zusammen. Es wurde unten: anderem rie Verordnung betreffend den Zinsfuß der Verzugszinsen von Gebühren, i) i r C|f t c n Steuern, Verbrauchssteuern des Bundes und diese Steuern betressenden Strafen in Beratung gezogen. Die Verordnung wurde in folgender Fassung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen: „Der Zinsfuß der Verzugszinsen von Gebühren, direkten Steuern, Verbrauchssteuern des Bundes und di^se Steuern betressenden Strafen betragen vom 1. Juli 1926 0,85 Prozent für den Kalen d er mona t." Tie Abgeordneten Dr. Renner und Dr. Bauer sprachen sich mit Rücksicht auf den im allgemeinen geltenden Zinssatz für die Beibehaltung des geltenden Satzes von 1 Prozent pro Monat aus, da sonst eine Prämie auf verspätete Steuerzahlungen gewährt würde. Ein Bertagungsantrag des Abgeordneten Dr. Renner hxrrdc abgelehnt. 27 Gesetze in einer Sitznus. Der Bundesrat hat gestern nicht weniger als s i ebendndzwanzig in den letzten Sitzungen des Nationalrates beschlossene Gesetze und Verträge genehmigt. Darunter befinden sich der neue Zolltarif, die Novelle zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, das Anglobankgesetz usw. Tie Vertreter der Agrarier verlangten, daß die Regierung die Handelsverträge kündige und den neuen Zollpositionen anpasse. Mit der gestrigen Bundesratssitzung hat die Sommersession des Parlaments ihr Ende gefunden. Der Wiederzusammentriit des Parlaments ist für die -weite Septemberhälfte in Aussicht genommen. Sie neuen Holzansfuhrabgaben. Ab 1. Oktober tritt ein neues Holzausfuhr regime in Kraft. Danach werden die Holzausfuhrabgaben pro Jestmeter betragen: Bloche und Langholz 2 Goldkronen, alles übrige Rundholz, Schleifholz, Grünholz und Waldstangen 1.60 Goldkronen, wobei jedoch ein I a h r e s k o n t i n g e n t von 400.000 Festmeter dieser letzteren Holzsortiments ebenso wie Brennholz abgabefrei ist. Außerdem ist Holz, das zufolge der geographischen Lage des Waldstandortes im Jnlande nicht entsprechend industriell verwertet werden kann, von der Holzausfuhrgebühr frei. Dieselbe Bestimmung gilt für jene Nutzhölzer, welche zufolge außerordentlicher Katastrophen, als zum Beispiel Sturm, Schneedruck socr Borkenkäfer, d. h. zufolge höherer Gewalt zur kaufmännischen Verwertung gelangten. Alles übrige Rohholz (Schleifholz, Grubenholz und Waldstangen) soll gegen eine Abgabe von 1.60 Goldkronen pro Festmeter ausgeführt werden können (bisher einschließlich der Manipulationsgebühr 1 Goldkrone für Schleifholz und Grubenholz, beziehungsweise von rund 0.50 Goldkronen für Waldstangern. An Schleifholz, Grubenholz und Waldstangen soll jedoch ein Jahreskontingent von 400.000 Fostmeter, welches länderweise anfzntcilen sein wird, abgabefrei ausgeführt werden können. Sie Indischen Gemeinden in de» polnischen Randgebiete«. Warschau, 29. Juli. Der Unterrichtsminifter S i k o w s k i bet den u-iinmer'alrot Adalberg beauftragt, die Rand» g e b r e t e zu besuchen, um die F r a g e d e r Reorgauiefierung der jüdischen Gemeinden zu studieren. A d a.l b e r g wird die Städte Bialystok, Grodno. N o w o g r o d e k. B r t s k, L u c k u. v. a. besuchen. Die Regierung beabsichtigt, in den nächsten Monaten auf Grund einer Verordnung des Miuisterrales vom 28. Oktober 1925 die j ü d 1scher» Gemeinden in denRand st aalen zu organisieren. ___ * Die Postgebühren in Polen werden ab 1. September teilweise erhöht. Ein Brief im Inland wird 2 0 Groschen, ein Bries nach bem A usland 40 Groschen kosten. Dagegen werden die Gebühren für Postkarten im Inland auf 10 Groschen her abgelebt« Stürme ttttft SchtffskatastrophLlr. Breslau, 29. Juli. Auf dem R i e s e u g c b i r g s-!dmm wütete in den letzten Tagen ein furchtbarer Sturm. Die unterwegs befindlichen Touristen rn-ußten sich teilweise platt auf den Boden werfen, um nicht voit dem Wirbelwind in den Abgrund getragen jm werden. Besonders heftig war das Unwetter auf der Schneekoppe. Ein löjähriger junger Mann ans Prag wurde hier vom Sturin ersaßt und mehrere Meter weit fortgeschleudert, so daß er einen schweren S ch 3 d e l b r n ch erlitt. Aus dem Erzgebirge komme,» Nachrichten über große Wetterstürze. Der Erntcaussall ist bedeutend. Man befürchtet eine H u n g c r s n o t. San Domingo, 29. Juli. (Reuter.) Infolge eine« Sturmes sind die Dampfer „Francimy", „Peacesul" und „Macoria", die nach den Inseln ober den: Winde fuhren, schiffbrüchig geworden. Hiebei sind zahlreiche Reisende und Mitglieder der Besatzung ertrunken. Miami, 29. Juli. (Reuter.) Die Besatzung einer Jacht, die in beklagensivertem Zustande cingetroffcn ist, erklärt, daß fast a l l e Gebäude aus den Beminiiuseln vom Sturm zerstört worden sind. -Das Wetter. Gestern herrschte wieder kühles, rcgncvisches Wetter. Die Voraussage lautet: Veränderlich, kühl, westliche Winde. Letzte Nachrichten. sin Expose der polnWe» Mniftekpriifidenten im Senat. L. Warschau, 29. Juli. Der Regierungschef, Professor Bartel, wi:d in der morgigen Sitzung des Senats'das Wort zu einem Expose ergreifen, welches seine programmatischen Erklärungen im Sejm ergänzen soll. Das Expose wiv? zum großen Teil W i r t s cha f 1 s pir o b l c m e berühren. Ler Fall Gatda. Prag, 29. Juli. Die faszistifchc Abendausgabe der „Na- «rcdni Lisch" veröffentlicht Auszüge aus der Broschüre „D e r Fall G a j d a", die gestern in der Druckerei des Blattes erschienen ist. Die Broschüre entstammt der Feder eines Doktor Karlik, des gewesenen Adjutanten Gajdas in Sibirien und seines Mitschülers in Paris im Jahre 1921. Der Darstellung Karlrks zufolge seien die Beweggründe der Affäre Gajjda in seiner Gegnerschaft gegen Dr. Ben es ch zu suchen. Gajda wird tatächlich unerlaubter Beziehungen zu den Sowjets beschuldigt. Zeugen gegen ihn seien fein gewesener Diener, ein russischer Kosak, namens Solofjew, den er aus Sibirien mitgebracht kn»t sowie der russische Oberst K r a k o w e c k i j, gewesener Kriegsminister der Wladiwostok-Regierung und ein Freund Gajdas. Auf Grund eines Ansuchens einiger französischer Politiker, darunter des gewesenen Kriegsministers Magi n o t, die von Gajda anläßlich seines Pariser Aufenthaltes im Jahre 1921 einen gründlichen Beiricht über die Verhältnisse in Rußland verlanglen, habe sich Gajda an Krakoweckij gesendet, ohne gewußt zu haben, daß sich dieser inzwischen zu den Bol- 'chewiken geschlagen habe. Wien, 30. Juli. * Das Ghetto der Zwerge. Aus einen: Passagierdarnpfer, der jüngst aus New-Uork in Hainburg emlicf, befand sich auch eine eine Zvnrgentruppe, die in deutschen Varietes auftreten soll. Völlig isoliert von den Vergnüguugs- und Geschäftsreisenden hielt sich.diese Schar der körperlich Verkrümmten und — wurde isoliert gehalten. Ein Journalist, der es mit seiner Aufgabe sehr ernst nimint, die Zusammenhänge des Lebens und der Gesellschaft zu ergründen und zu dem größeren Glück der Menschen beizutragen, fragte eine Dame der Liliputanertruppe, ob i'te mit ihrem Lose zufrieden sei. Die Antwort, die er erhielt, birgt das ganze Le:d der Kreatur. Mit tränenerstickter Stinnne sagte die Zwergin: „Wie könnte ich zufrieden sein? Hat uns nicht die Natur, noch grausamer als die Menschen, in ein Ghetto gestoßen, aus dem wir nie entrinnen können. Man braucht uns keine gelben Flecken in den Mantel zu nähen; wir sind zeitlebens isoliert, lebensgefährlich zur Trauer und Einsamkeit verurteilt. Haben Sie einmal die Komiker einer Zweraentruppe gesehen? Tragen sie nicht eine verzweifelte Maske? Ihre Komik istJo leidüoerladen wie das Lächeln der Humoristen, der einzigen Menschen, die um die Tragik, und die Erbärmlichkeit des menschlichen Schicksals wissen. Für uns,, die wir weder lieben dürfen noch geliebt werden können, sind nicht einmal die Bücher, mit denen sich die anderen von der Natur Gezeichneten zu trösten vermögen, geschrieben worden. Es Paßt nicht auf uns und für uns. Das einzige Buch, das für uns in Betracht käme, das des bittersten Spötters und des größten Menschenverächters Swift: Gullivers Reisen, dreht die Welt um. Und noch dazu sind seine Zwerge wenigstens harmonisch gebaute Menschen. Sie sind nach ihren Begriffen vollendet, schön, gesund, Ebenbilder Gottes, sie dürfen lieben und geliebt tverden, ihre Frauen gebären Kinder. Aber wir? Aber wir . . .!" Hier versagte der kleinen Stieftochter der Erde die Stimme. * Ausprägung von Goldmünzen auf Rechnung von Privaten. Das Finanzministerium verlautbart eine Verordnung, in der die Bedingungen für die Ausprägung von Bundesgoldmünzen auf Rechnung von Privaten festgesetzt werden. Die Ausprägung erfolgt grundsätzlich nur geghn Einlieferung von Gold in Jörn: von Barren, Münzen oder sonstigen: Goldmaterial. Das Hauptmünzamt ermittelt das Gewicht und den Feingehalt des eingelieferteu.Goldes und erfolgt der Partei die der Einlieferung entsprechenden Bundesgoldmünzen. Für gewisse Goldmünzen besteht beim Hauptmünzamt ein Tarif (Al nwrco-Tarif), nach dem ß Werbet Abonnenten für die f; „Wiener Morgenzeitang" 1 2 S., d. t. 4 S. für jeden eingelieferten Barren oder jede Münzen gramm "Feingold. In gewissen Fällen wird auch^die Schcidcgebühr von 19 S. für ein Kilogramm ranh und die Schmclzgebühr von 60 Groschen für ein Kilogramm nanh eingeyoben. * Das Reinigung-- und Sperrgold der HnnSbeforger unverändert. Die Berufsvereinigungen der Hausbesorger und Portiere O-esterreichs habe»: ariden Wiener Magistrat mehrere Eingaben gerichtet, in denen eine Erhöhung des derzeitigen Reinigungs- und Sverrgcides gefordert wuroc. Der Ma«:strat hat hierüber eingehend Erhebungen gepflogen und Berechnungen angestellt, die ergeben haben, daß eine Erhöhung des Reimgungs- und Sperr- Reldes int Hinblick auf die fast unverändert gebliebenen Arbeitsjyne und Materialbeschaffungskosten nicht für gerechtfertigt erklärt werden kann. Es bleibt daher auch für die Zeit nach dem 1. August das Reinigungs- und Sperrgeld der Hausbesorger unverändert in Geltung. * Unaufgeklärt« Vergiftung. Ter. 57jährige Schuhmachergehilfe Anton Herold wurde Mittwoch nachmulmw in seine: Wohnung, 1. Bez., Iudeugasse 4, bewußtlos anfgef»»' 'l. Zu sich gebracht, klagte er über heftige Magenschmerzen. Dre Reuungsgejellschaft brachte ihn ins Spital der Barmherzigen Brüder, neich darauf tft er unter Erscheinungen einer Vergiftung getorben. .Herold hat an Magengeschwüren gelitten Es ist wahrcheinlich, daß er wegen seines Leidens Gift genommen hat. * vermißt. Seit Mittwoch wivd aus seiner Wohnung, Simmeringer Hauptstraße 81, der 58i übrige Magister der Pharmazie Rudolf Kleiber, zu Groß-Olbersdorf in Schlesien geboren, vermißt. Seine Familie befürchtet, daß chm em Unfall zngestoßen ist. ' * Selbstmord eines 22jahriaen Vertreters. Im Hause Neaerlegasse 3 wurde gestern der 22jä>hrige Vertreter Kar: Hatz er, früher Linder, in der Küche seiner Woihnungsgeberin mit durchschossener Brust leblos aufgesunden. Alle Anzeichen wiesen auf einen S e l b st m o r d. Allerdings konnte die Schußwaffe mcht gofundeu werden. Ein Brief 'des Selbstmövders an seine Mern brachte Aufklärung. Darin erklärt er, sich das Leben zu neihmen und entschuldigt sich wegen seiner Veruntreuung. Da bei der Auffindung der Leiche zahlreiche Parteien und Unternneter zugegen waren,' besteht die Wahrscheinlichkeit, daß jemand die Wüste au sich genommen hat. * Ein Wehrmann begeht einen Totschlag. Der 3ÄLHriye Platzwächter Josef Bast wurde Mttwoch nachts im Kendlerpark auf der Schmelz von mehreren Burschen überfallen und mit Messern angegriffen. Er zog zu seiner Verteidigirng den Revolver und gab ailif seine Angreifer mehrere Schüsse ab. Als Passanten und Wclchebeamte kamen, ergriffen die Strolche die Flucht. Bast blieb schwer verletzt liegen. Gestern erlag er im Spital seinen - Verletzungen. Unter den: Verdacht der Täterschaft wurden der Hilfsarbeiter Matthias S a f a r und der, Wchrmann Johann Binder verhaftet. Letzterer gab zu, den tödUchen Stich geführt zu haben. * Verhaftung eines Berliner Kaufmannes. Der SM^e Kaufmann Walter B ä n m l e r, zu Spandau geboren, der nMer' in Berlin ansässig war, wurde gestern hier verhaftet. Er wird dom Landesgericht Berlin wegen Betruges steckbrieflich verfolgt. * von einem Auto erfaßt. Gestern wurde der 60x3hrige Dienstmann Chaim Augenblick in der Augwstrnerstvaße, Ecke Dorotheergasse, von einen: Auto n i e d e r a e st o ß e «, als er,emen Handwagen nach sich ziehend, auf der Straße dahirrschrrtt. Er erlrtt Rippenbrüche .und mußte von der RettungsgeselPhast auf die erste Unfallstation gebracht werden. * Einlieferung des Mörders Oliva. Der 17jährige Bäckerlehrling Josef Oliva, ber, tote berichtet, in der Nacht zum 17. d. die Hausgehilfin Marie Friedl aus Eifersucht in ihrer Kammer, 12. Bez., Wilhelmstraße 35, nrit der Hacke erschlagen hat, flücht:g und am 19. d. in >der Gegend bei Gmünd festgenommen wurde, wurde Mittwoch abends von der Gendarmerie aus We:tra mrt der Franz-Ios^s-Bahn nach Wien gebracht und unmittelbar dem Landesgericht cingeliefert. * Ein HSMchkeitserlatz' in Jugoflawien. Aus Belgrad wird ge:neldet: Ministerpräsident Uzunovic hat an alle M:- nister ein Schreiben gerichtet, in welchem er ihnen empfiehlt, ornc sehr strenge Kontrolle über das Verhalten der staaüichen Organe »n Beziehung auf Korrektheit und über ihr Benehmen gegenüber dem Publikum auszuüben. * Interessante Funde in Polen. Bei Evdavbeiten, die in rer Gegend von Przemysl in der Ortschaft Przekopane durchaeführt wurden, fanden Arbeiter eine große Zahl menschlicher Schädel und Skelett«. Zwei Schädel von den rorgefundenen und ein charakteristischer Langschädel wurden tn ras Museum nach Przemysl überführt. Nach der Ansicht der Fachleute bezeugen die Funde die Anwesenheit von Skandmaviern in dieser Gegend schon vor vielen Jahrhunderten. Die Ausgrabungen dürften aus dem ersten Jahrhundert v. Ehrstammen. Es wurde auch eine gwße Zahl von Mammutknochen gefunden. Einige Gegenstände aus Neolit stammen aus der Bronce- und aus der Eisenepochc. * Todesstrafe für Erdbeerpflücken. In einem Wald bei Petrikan sammelte der 17jährige Simcha Jerosolinsk: Lrdbeeren. Als der Förster d:es bemerkte, führte er den Burschen in das Försterhäuschen und verlangte von ihm die Bezahlung nner Strafe. Der Knabe verweigerte die Bezahlung. Ta ergriff der Förster einen Spaten :t-n tötete damit den Knaben. Passanten übergaben den v:rbr.:ck)«rischen Förster der Po- Jüdische Welt. Petljmas Schuld. Ein Bortrag von Dr. Tfcherikower in Berlin. Aus Berlin meldet die I. T. A.: Dieser Tage fand :m Kulturklnb Schalom Alejchem unter dem Vorsitz von Dr. N. Gergel eine Zusammenkunft jüdischer und kultureller Funktionäre aus dem Osten statt, vor denen Herr Dr. E. Tfcherikower, der Begründer und Sekretär des gegenwärtig in Berlin befindlichen Archivs der Pogrome, einen Bortrag über die Rolle Petljuras in den ukrainischen Pogromen hielt. Unter den Anwesenden waren verschiedene Persönlichkeiten, die zur Zeit der Pogrome eine führende Rolle im jüdischen öffentlichen Leben in der Ukraine spielten und zum größten Teile Zeugen der grauenvollen Begebenheiten waren. Der Bortrag und die Darlegungen der Diskussionsredner trugen den Ste:npel eines schweren persönlicher: Bekenntnisses. Herr Dr. Tfcherikower verstand es, aus Grund des ungeheuren, in: Pogronrarchiv aufgestapelten a u t h e n t i s ch e n M.at er: als ein packendes und erschütterndes Bild von den'Geschehnissen in den Jahren 1919 bis 1921 erstehen zu lassen. Hinter

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