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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-29 · Heft 2669 (29.7.1926) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2669 (29.7.1926)
Date
1926-07-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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m. 2669 Men, Donnerstag Wkenee Moegeyzettuys 29. fo.m 1926_Se^e 8 WiiEWWW! jjfPjnpnMjffl IMliiMWMMj MWW IMLWM^WffMWsWWZWWftWWWUMZUZWMiZMUMWiffZWUMMUiMg iux3nf!=ri niiiiiliiiiiil: Reue«-Matjesheringe Salzheringe, auch marin, u. geräuchert. , psrtug., nmweg. Oelfardinen u. sonst, gischkvnsrrven preiswert. Seefische blutfrisch. *3r lompffifrfietel „SfjjthfCE (Gesellschaft war, stets nur leise Var sich lnugepfiffeu habe, ohne daß es möntirfj gewesen sei, ihn zum Neben zu bringen. So war er einst in einem bekannten leipziger Salon zu einer Abendgesellschaft geladen. Tie vcrjammeften Gäste glaubten schon, er habe die Einladung vergesien. so spat war cs bereits geworden, als der Komponist Plötzlich in das Zimmer trat, die versammelten Gäste freundlich aber stumm durch ein paar Verbeugungen begrüßte, dann zum Flügel, der geöffnet dastand, schritt, einige Zeit ans dem Instrument Phantasierte, dann plötzlich. von irgcndeincnl Gedanken getrieben, anfsprang, die Gesellschaft freundlich anlächelte, sich kurz nmdrehte und verschwand: Er hatte nicht ein Wart von sich gegeben, uttb die Gesellschaft war einigermaßen erstaunt über diesen merkwürdigen Besuch. Vereine, Vorträge unö Versammlungen. B r i t h - h a -- Z o s i in. Heute Donnerstag um -/,8 Uhr > ob.nds Vortrag Joüf Äabad über .Die Anfänge und Entiv'cklung der siidiichen Koloni'atlon in Palästina". — Z t o n i st!-! s ch e Bezirtssektioil Brigittenau Heule Donnerstag. V28 Ubr. wichtige Ausschußsitzung. Erscheinen aller AuSschußi mikglieder ist Pflicht. Schekelwoche in der Brigittenau. Die $ heute cinbevufeuc Lchckclversammluitg ist ans Dienstag den 3. August um 8 Uhr abends im SektionShe:m, 20. Bezirk, Jägerstraße 30, vertagt worden. Redner: Löbl Taubes, M. D. Groß (Misrachi) und andere. Die Mitarbeiter der Schekelaktion werden auf diesem Wege eine Stunde vor der Versammlung einberust" Gerichtssaal. , „Me tut Rot." Ein fingierter Attcntatsplan gegen Bundeskanzler Ramek. Eine mysteriöse Angelegenheit fand gestern vor dem Be- >zirksrichter Wilflinger (Hietzing) ihre heiter-groteske Aufklärung. Bor einigen Monaten gelangte an die Staatsanwaltschaft nachstehendes Schreiben: „Höchste Eile tut not! Im Cafe Atlantis sitzt ein Mann, der die Absicht hat, einen Attentat gegen einen hohen Funktionär der österreichischen Republik zu begehen. Eilen Sic, sonst ist Ra ruck eine Leiche! Der Mann hat einen binnen Anzug, trägt gelbe Schuhe und ist ein bekailnter Kokainhändler. Sollte cs nicht gelingen, ihn im Case Atlantis zu verhaften, so besteht noch die Möglichkeit, daß er in der Eapua Bar angetroffen wird. Der Plan ist bis in die letzten Tetails ausgearbcitet." Unterzeichnet war dieser Brief mit „Hahn". Die Erhebungen der Polizei führten zur Einvernahme eines gewissen Valentin Schuster, eines Morphinisten und Kokainisten, der bereits längere Zeit am Steinhof interniert war und seinerzeit viel von'sich reden machte, weil er die Krankengeschichte der Kad iw etz dort entwendet hatte. Schuster gab zu, den Brief geschrieben zu haben, doch sei dies im Aufträge feines Freundes Biener geschehen. Biener, ein Magister der Pharmazie und ebenfalls Morphinist, befand sich zur Zeit, als Schuster dort weilte, auch am Steinhof. Er habe gefürchtet, bald entlassen zu werden, und da er sich in diesem Falle vor der Obdachlosigkeit sah, habe er Schuster gebeten, den Attentatsbrief in seinem Namen zu schreiben, damit er auch weiterhin in Stein- Hof behalten werde. Biener wurde verhaftet und gestern dem Richter vorgcführt. Er gab an, im Jahre 1891 geboren zu sein, Mittelschulnwtura abgelegt und an der Wiener Universität Pharmazie studiert zu haben. Wegen Rezeptfälschung sei er zu zehn Tagen bedingten Arrest verurteilt worden und konnte in seinem Fache fein Unterkommen mehr finden. Nach seiner Entlassung vonr Steinhof reiste er nach Tirol und schlug sich dort als Ziegelarbeiter durch. Mit dem Brief will er nicht das mindeste zu tun haben. Illach dnrchgeführtenl Beweisverfahren durch Schriftvergleichung sprach ihn der Richter von der Anklage der Irreführung der Behörden frei. Valentin Schuster, der bei einer späteren Vernehmung seine ursprünglichen Angaben abgeändert hatte und von dem Briefe überhaupt nichts wissen wollte, ist seither aus Wien verschwunden und konnte nicht stellig gemacht werden. Mutz und Matzka. Vor einem Schoffen-senat int-ter dem Vorsitz des Oberlandcsgerichtsrates Dr. Helmer hatte sich gestern der Kompagnon der Firma Mutz und Matzka, Otto M a tz k a, wegen Betruges zu verantworten. Mutz und Matzka, zwei ehemalige Offiziere, hatten in der Spenglergasse ein Bureau. Sie nahmen Darlehen ans und gaben Schmuck als Pfand. Dein Darlehensgeber wurde eine mit Schmuck gefüllte Kassette überreicht, die dann durch Taschenspielertricks durch eine Kassette mit wertlosem Inhalt ausgetauscht wurde. So wurden von 21 Persomn eineinhalb Milli a r d e n K r o n e n Herausgeschwindolt. Mutz ist im November 1925 zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt worden, nachdem er von Frankreich ansgeliefert worden war, wohin er flüchtete, um in die Fremdenlegion einzutreten. In der Verhandlung gab Matzka das Tatsächliche zu, bestritt aber die Schädigringsabsicht. Er hoffte nämlich, durch gute Geschäfte so viel zu erwerben, daß er alle Gläubiger befriedigen könnte. Der Gerichtshof erkannte den Angeklagten des Verbrechens des Betruges schuldig und verurteilte ihn m zwei Jahren s ch w e r e n Kerkers. Die Untersuchungshaft wurde ihm in die Strafzeit nicht eingerechnet, Werl er flüchtig geivorden ist und im Ausland verhaftet werden mußte. Ein Mensurprozeß in Konstanz. Bor dem Schöffengericht in Konstanz hatte,! sich 23 Schüler des Technikums wegen Zweikampfes mit tödlichen Waffen zu verantworten. Sie svaroii beschuldigt, anl 16. März d. I. im Saale eines hiesige»! Gasthauses mit icharfgoschlissenen Waffen Merlsureit ausgetragen zu habe». Sämtliche cmaeklagten Studenten wilrden zu drei Moualeu Festungshaft sowie zur Tragung der Kosten verurteilt. Es ivurde ihnen Bewährungsfrist bis IM zusebilliSt. - Sie orientalische« Juden in Palästina. Von Di. Sls-nstM-BarpI«!. Eine der tragischesten Auswirkungen der Diaspora war die Auflösung des jüdischen Volkes in eine Menge kleiner Gruppen, von denen jede einzelne unter voneinander ganz verschiedener! Bedingungen ein Sonderdasein führte. Während ein Teil der Juden unter hochzivilisierten Völkern lebte und sich deren Kultur assimilierte, lebte ein anderer in einer vechältnismäßig rückschrittlichen Zivilisation. So entstand eine Kluft Mischen der anrerlkaNischen und europäischen Judenheit auf der eiiien »lud den orientalischen Ju)eu auf der anderen Sciic. In Palästina aber vermischtet! sich beide Strome wieder und fließen gemeinem weiter. Trotzdem aber bringt jede Gruppe ihre eigene Art und Gewohnheit ins Land mit. Die ununterbrochenen politischen Umwälzungen in der Türkei und in Arabien, die Kriege in Marokko und Syrien, die Unruhen in Persien und der Bolschewismus in Turkestan und Buchara, all das wirkte zusammen, um, was nur natürlich ist, die Schritte der in diesen Ländern lebenden Jittcu nach Palästina zu leitiücn. Die Genügsamkeit, die sic aus ihren Herkunftsländern mitbringen, machen sie zu einem Element, das für die Ansiedlnng in Palästina äußerst geeignet ist. Tie im Herzen dieser Juden wurzelnde mejsianische Idee macht sic ferner zu höchst hingebungsvollen Zionisten. Zu der beträchtlichen Zahl sephardischer Juden, die sich bereits vor der gegenwärtigen zionistischen Einwanderung in den palästinensischen Städten niedergelassen hat, sind jetzt neue Ankömmlinge aus A r a b i e n, P e r f i e n, S y r i e u, M a r o k k o, dem Kaukasus, Turkestan u nd Bucha ra sowie aus Griechenland und B u l g a r i e it hinzngekomuren. In Jerusalem, Jaffa, Tibcrias und Sased sind neue Stadtviertel für sie entstandeii und'auch die Zahl der Bauern in den älteren Kolonien ist durch sie vergrößert worden. Mit ihrer Einfachheit und Ausdauer bilden sie im Rückgrat der palästinensischen Judenheit eine recht starke Stütze. Ten ersten dieser Siedler hatte der Keren Kajemeth geholfen, die jetzigen aber werden vom Keren Hajessod ilnterstützt und versorgt, der eine allgemeine Vereinigung zwischen den orientalischen und abendländischen Juden in Politischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehung erstrebt und deshalb zwischen beiden GmsHen keinen Unterschied macht. Dieses Ziel wird es erforderlich machen, den orientalischen Juden in Zukunft noch größere Aufmerksamkeit zu zu wenden. Bisher haben die in Palästina aufgestellten Statistiken gezeigt, daß die orientalischen Juden an Unterstützungen einen höheren Prozentsatz als die Einwanderer aus anderen Ländern erhalten haben. Der Keren Hajessod bezahlt ihre Einwandsrungsgebühren, den Transport ihres Besitzes sowie die, Ausgaben für ihre sanitäre Beaufsichtigung. In den ersten Wochen ihres Aufenthaltes in Palästina erhalten sie vom Jmmigrationsdrpartement Unterstützungen oder Darlehen für die Inangriffnahme irgend einer Tätigkeit. Wenn sie trotzdem manchmal Not leiden, so liegt das an ihrer höchst mangelhaften Berufsausbildung sowie daran, .daß sie unter ihren Landsleuten in Jerusalem wohnen wollen, wo es weniger Arbeitsmöglichkeiten gibt als in Haifa oder in Tel- Awiw. Außer der bei ihrer Ankunft genossenen Hilfe nimmt die Mehrzahl dieser Siedler ober auch freie medizinische Hilfe in den Hospitälern der Hadassah in Anspruch. Ihre Kinder erhalten ferner freien Unterricht in den vom Keren -Hajessod unterhaltenen Schulen. So wird diesen Leuten moderne medizinische und pädagogische Pflege zuteil, die sie wirklich zum erstenmal in ihrem Leben genießen. Diese schöne Leistung des- Keren Hajessod aber gibt diesen Juden die Möglichkeit, physisch und geistig auf ein höheres Niveau zu gelangen, als sie bisher innehatten, ein Niveau, das sie demjenigen ihrer ausländischen Brüder nähert. Sie sind nicht mehr dazu verurteilt, von Almosen zu leben wie die früheren unproduktiven Elemente der jüdischen Bevölkerung in Palästina. Die wohlhabenden Juden in den orientalischen Ländern sollten daher dankbar sein, wenn sie hören, daß der von ihren nach Palästina gewanderten Landsleuten anfgenommene Lebenskampf durch die Hilfe des Keren Hajessod und den Einfluß der jüdischen Arbeiterorganisation (die ihrerseits wieder vom Keren Hajessod als eines seiner Institute finanziell unterstützt wird) erleichtert wird. Mit der Zeit werden so die Schulen, die Abendkurse, die Zeitungen, die Bibliotheken, die Klubs und Gesellschaften eine Vereinheitlichung der verschiedenen jüdischen Richtungen in Palästina zustande bringen. Die Einwanderer aus dem Orient, die, von dein Wunsche beseelt, ain Wiederaufbau von Erez Israel mitzuwirken, sich über, das Meer oder durch die Wüste den Weg nach Palästina gebahnt haben, sind an Zahl keineswegs geringer als die Chaluzim ans anderen Ländern. Wenn der Keren Hajessod die Mittel findet, uni ihnen allen zu helfen und in seiner Aufgabe trotz des wachsenden Umfanges der Einlvan-derung Fortschritte zu machen, dann werden sich die orientalischen Juden als ein wertvoller Bestandteil in unserem Nationalheim erweisen. An jüdisches Städtchen in Polen eingräschert. Aus Wilna wird uns geschrieben: Bor einigen Tagen entstand um Mitternacht im Städtchen L i p n i s ch e l bei Wilna ein Brand, der sich binnen kurzer Zeit auf alle Häuser' übertrug. Zum Glück bemerkte der Nachtwächter das Feuer. Die Ursache des Brandes konnte nicht festgestellt werden. Menschenopfer sind nicht zu beklagen, die Einwohner konnten sich retten. Dagegen verbrannte das ganze Hab uub Gut der armen Bevölkerung. 33 jüdische und 27 christliche Häuser sind niedergebrannt. Für die unglücklichen Einwohlier, die jetzt vollkommen hilflos auf der Straße lungern müssen, wurde in Wilna die erste Hilfe organisiert. Feneesveunst in einer snl-ilMchen Kolonie. Aus Haifa wird u»»s geschrieben: In der Kolonie Menachmiah, in Untergaliläa, fielen 16 Scheunen einer Feu-ersbrilnst zum Opfer. Das Feuer entstand Plötzlich aus unbekannter Ursache. 200 Einwohner bemühten sich um die Löschung des Brandes. Nur fünf Scheunen, die abseits gelegen waren, konnten gerettet werden. Fünfzehn Bauern haben all ihre Habe verloren. Ae Marannea. Aus London meidet I. A. T.: In einer gemeinsamen Sitzung der s p a n i s ch e n n n b portugiesischen j ü d i- { ch en Organisation i n L o n b o it und der Anglo Jewish Associatioi» "wurde ein Hilfskomitee für die M a r a n n c n in Portugal, die sich zur jüdischen Religion bekennen und wieder in die jüdische Gemeinschaft eintretcrl wollen, eingesetzt. Es wurde beschlossen, an die s e p h a r d i s ch e n Organisationen Europas und Amerikas Wege»! Mitarbeit heranzutreten. Es soll ein Rabbiner entsandt werden, der die Aufnahme derjenigen Mararinett, die der jüdischen Gemeinschaft angehören wollen, nach den Vorschriften zu vollziehen haben wird. In Oporto sollen eine Synagoge und andere Kulturanstalten begründet werden. Nach der Festsetzung des Budgets wurden die Wahlen vorgcnommen. Zum Präsidenten des Komitees wurde Mr. Edward Lmnbrozo M vcatta, zum Vizepräsidenten Leonard C. Montesiore, znm Schatzmeister Josef Prag, zum Sekretär Paul Goodman gewählt. Es gehören ferner den! Komitee au: Der Oberrabbiner von Frankreich, Israel L e v i, David Bneno de M e s g u i t a, Sir Francis A. Montesiore, Mr. O. E. d'A v i g d o r G o l ds m i d, Mr. Elkan N. Adler und Mr. Lucien Wolf, Ae polnischen Sänfte schttaniere« jüdische Handwerker. Warschau, 27. Juli. In der letzten Zeit verfolgen die Zünfte aus Konkurrenzgründen jüdische Handwerker, indem sie sie bei den Verwalturigsbehörden anzeigen, daß sie ohne ordnungsnräßige Lizenz ihr Gewerbe betreiben. In den meisten Fällen stellt sich aber heraus, daß zur Ailsübiing der betreffenden Gewerbe eine Lizenz nicht notwendig ist. Dank der russischen Zionisten in Palästina an Richter Fischer. Gegenwärtig weilt in Palästina Richter Harry M. Fischer a»ts Ghikago, der im Jäher 1921, während er als Vertreter des Joint in Rußland weilte, es durchaesetzt hat, daß viele Zionisten, die wegen ihrer zioniistischen Betätigung zu hohen Gefängnisstrafen verilrtetlt worden waren, nach Palästina answandern konnten. Die jetzt in Tel-Awilw wohnenden rilssiischen Zionisten gaben zu Ehren von Richter Harry M. Fächer ein Bankett. In 'den Ansprachen kam der Dank der russischen Zionisten für Harry M. Fischer zu starkem Ailsdrilck. Aufschub der militärischen Dienstpflicht für polnische Studenten am Technikum in Haifa. Die Zionistische Exekutive hat vom polnischen Generalkonsul-- in Jerusalem die Mitteilung erhalten, daß Bestimmungen vorbereitet werden, nach denen Studenten des Haifaer Technikums die Erlaubnis erhalten, ihren polnischen Militärdienst bis nach Beendigung ihrer S t u d i e n a -u s z u s ch i e b e n. Wertvolle Spende an die hebräische Universitätsbibliothek., in Jerusalem. Die jüdische National- und Uiriversitätsbibliothek erhielt dieser Tage eine wertvolle Spende, welche die israelitische Kultusgemeinde München anläßlich der Eröffnung der hebräischen Universität Jerusalem im Vorjahre gewidmet hat. Es handelt sich um eine Sammlung von Fl i ege rau fnahmen von Palästina, die während des Krieges ausgenommen wurden und die den hiesigen Forschern ein wichtiges Studienmaterial liefern. Die Photographien wurden durch die Kultusgemeinde München auf Karton aufgeklebt und in einer Kartothek geordnet, so daß sie den hiesigen Forschern leicht zugänglich sim>. Sir Herbert Samuel in Englisch und Französisch für das Grammophon. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Sir Herbert Samuel hat jetzt auch eine französische Rede für den 5keren Kajemeth ins Grammophon gesprochen. Die Platte mit seiner Rede enthält auf der Rückseite-die Rede, die Wladimir Jabotinsky in Französisch für den Keren Kajemeth ins Grammophon gesprochen hat. Die Platte mit der englischen Rede Sir Herbert Samuels trägt auf der Rückseite die Rede von, Morris Rothenberg, dem Vorsitzenden des Keren Hajessod in Amerika, .gleichfalls in Englisch. Professor Zeitlin in Moskau. In Moskau traf soeben der hervorragende amerikanisch-jüdische Gelehrte, Professor Salomön Zeitlin vom Dropsie College zu Philadelphia, ein. Dem I. T. A.-Vertreter gegenüber erklärte Pros. Zeitlin, der Zweck jsknes Aufenthaltes in Rußland sei, Einblick.zu nehmen in das einzig existierende Exemplar der altslawischen Ucbersetzung des Josephus Flavins, die von Gelehrten der C h a s a r e n nach dem Original hergestellt worden sein soll. 'Aus diesem Exemplar soll man angeblich Anhaltspunkte über die leibliche Eristenz Jesu von Nazareth gewinnen. Prof. Zeitlin hegt Zweifel in diese Mitteilungen und will sich nun durch.den Augenschein überzeugen. Vermehrung der jüdischen Synagogen in Sowjetrutzland. Das Journal der Atheistengesellschast in Moskau veröffentlicht interessante Ziffern über die Position der verschiedenen Konfessionen in Sowjetrutzland. Danach ist in den letzten Jahren die Zahl der jüdischen Gemeinden und Synagogen gewachsen. In der Zeit vom 1. Jänner bis Indo Oktober 1925 erhöhte sich die Zahl dev Synagogen in 29 Gouvernements um 10 Prozent. Die Zahl der Synagogen und Bothe-Midraschim figuriert in der Statistik der Konfessionen an vierter Stelle. Seit der Revolutioit wurden in Nnßland im ganzen zehn Synagogen geschlossen, beziehnngsweis': cn Kulturanstalten nmgewandelt. Der Verfasser des Artikels kommt zum Schluß, daß die jüdische Religion in Rußland keinerlei Verfolgungen ausgesetzt ist. Juden gewinnen die Haupttreffer der sowjetrussischen Staatsanleihe.- Die beiden Hallpttreffer von 100.000 und 50.000 Rubel der ersten russischen Staatsanleihe, die vor kurzen» in Leniilgrad zur Verlosung kam, gewannen zwei Moskauer Juden: die 100.000 Rubel der Farben- und Ehemikalienhändler C h a lfi n rtnd die 60.000 Rubel der jüdische Arzt Dr. Ieru sali m s k i. Chalfin ist ein vermögender Mann, während Doktor Jernsalimski bisher ein ariner Arzt war. Er stammt ans Sntralki in Polen und ist schon über 60 Jahre alt. Fünfzigjähriges Doktorjubiläum von Geheimrat Doktor Julius Ster». Am 1. August 1926 begeht Geheimer Sanitätsrat Dr. Julius Stern, der frühere langjährige Vorsitzende des Vorstandes der Berliner jüdischen Gemeinde, die Feier seines fünfzigjährigen medizinische« Daktorjubttamns.

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