Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2668 (28.7.1926)
- Date
- 1926-07-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«r. WM, WWsch »arm «Mo» «ad La. Geständnis drr verhaftrtan. Im Saufe des gestrigen Nachmittag- und Abendwurden i... Sicherheitsbureau die beiden Hochstapler Morison und Barry stundenlangen Äerhören unterzogen, die zu einem positiven Ergebnis insofern gefichrt haben, als beide Verhafteten schließlich Geständnisse ihrer Betrügereien abgelegt haben. , Zuerst wurde Morison einem eingehenden Kreuzverhör unterzogen. Er gestand ein, daß er den großen Betrug in Berlin, bei dem ihm 80.000 Mark in die Hände fielen, verübt!habe. Er behauptete, ihn allein ohne Hilfe Barrys begangen zu : haben. Er begründete den Gaunerstreich damit, daß er als Vater 'von sechs Kindern bei der Ausstellung in Wembley sein Geld verloren habe, in bitterste Notlage geraten sei «rtb den - Plan gefaßt habe, sich auf „andere" Weise wieder Geld zu ver. 1 schaffen. So habe er sich denn auf die gleiche Weife, wie Ek «3 schon vor zwanzig Jahren gemacht habe, durch Gaunereien das Geld zu verschaffen versucht. Barry, der noch nicht wußte, daß seine Komplice Morison schon in Haft sei, suchte durch sein sicheres Auftreten wie bisher; zu imponieren. Als nun tatsächlich sein Komplice an ihm vor-! Leigeführt wurde, brach er mit seinen Behauptungen zusammen , und legte ebenfalls ein Geständnis ab. Cr gab zu,!den Betrug in Hamburg gemeinsam mit Morison am 7. Juni b. I. verübt zu haben, weiters aber auch den Bs- trug in München am 22. Juni und den letzten großzügig angelegten Betrug in Berlin am 17. Juli, bei dem, wie bekannt 80.000 Mark erbeutet wurden. Barry gestand auch ein, daß er immer ein Drittel, sein Komplie^ Morison immer die anderen zwei Drittel der jeweiligen Beute erhielt. Wie bekannt, hatte man in dem Besitze des Barry auch einen Safe sch lüssel gefunden und Barry hat eingestanden, daß der Schlüssel zu fernem Safe in London paßt. Nunmehr wurden die beiden Komplicen miteinander konfrontiert und Morison bestätigte im wesentlichen Barrys Angaben. Sie sagten, daß noch a n d e re Partien von Engländern sich auf den: Kontinent aushalten, die in gleicher Weise „arbeiten", Gestern abends ist eine Depesche von der Staatsanwaltschaft Berlin eingetroffen, in der ersucht wird, die -beiden Hochstapler in Haft zu behalten, und eine zweite Depesche vom Untersuchungsrichter in Hamburg, in der mitgeteilt wird, daß von dort aus das Auslieferungsbegehren gestellt wird. Den statistischen Mitteilungen der Stadt Wien zufolge nimmt die Zahl der Eheschließungen in Wien seit 1920 fortwährend ab Seit dem Jahre 1920. das m i t 3 1.16 4 Eheschließungen die H ö ch st z a h l von Trauungen seit 1909 verzeichnet, ist ein ununterbrochenes Sinken der Ziffer der Eheschließungen zu beobachten. Wie sehr die allgemeine, ungünstige wirtschaftliche Lage die Gründung eines Hausstandes beeinflußt, tü aus folgendem Zahlenmaterial zu ersehen DaS Jahr 1922 verzcichuet nur mehr 26568 Eheschließungen, die im Jahre 1 923 um 67 4 1 auf 1 9.6 27 zurückgtngen. Diese Zahl sinkt 1 9 2 4 auf 1 8.7 13 und t m Vorfahre a u f 1 7.4 1 0, waS gegenüber den im Jahre 1920 geschlossenen Ehen einen Rückgang von 1 3.7 5 4 bedeut et. Die Eheschließungen vor der politischen Behörde haben ständig zngenommen. ES wurden im Jahre 1920 von der poUstschen Behörde 1861 Ehen geschlossen, die im Jahre 1925 die Zahl von 2l95 erreichten. Wien, 28. Juli. * Das Wetter. Gestern herrschte kühles Wetter, abends regnete cs ziemlich heftig. Die Voraussage lautet: Wahrscheinlich noch vorwiegend trüb, regnerisch und kühl, später veränderlich. * Selbstmord einer Vierzehnjährigen aus unglücklicher Liebe. Gestern vormittags hat sich die 14jährige. Bürgerschülcrin Grete B. in der elterlichen Wohnung in der Lobenhauergasse durch Einatmcir von Leuchtgas vergiftet. Die Rettungsgesellschaft wurde wohl berufen, doch konnte der Jnsvektionsarzt nur mehr den Eintritt des Todes feststellen. Nach einem znrückgelassenen Abschiedsbrief handelt cs sich um einen Selbstmord aus n ng t ü ck l i ch e r L i e b e. * Todessturz im Amalienbad. Der 48jährige Anstreicher Johann Wanka nahm gestern vormittags Anstreicherarbeiten im Amalienbad in Favoriten vor. Dabei ist er von einem 2,5 Nieter hohen Gerüst gestürzt. Er erlitt eine klaffende Wunde am Hinterhaupt und war auf der Stelle tot. Man nimmt an, daß er infolge plötzlichen Unwohlseins das Gleichgewicht verloren hat. * Ein namhafter polnischer Dichter gestorben. Freitag den 23. d. ist in Warschau der berühmte polnische. Dichter Eduard 2 tonsli im Alter von 55 Jahren gestorben, linier rndereui ist besonders fein revolutionärer Roman „Die Partei" und die Novcllenbände „Jin Gefängnis" und „Der Sohn" bekannt. . * Ein verhafteter Hoteldieb. Am 10. Juni wurde in Piestcmy der Pianistin Hedwig Link aus dem Hotelzimmer eine Anzahl Juwelen im Werte von 23.400 tschech. Sl gestohlen. Der Berdach lenkte sich gegen einen Mann, der unter denr Rainen Dr. O e h l e r-L e f k o w i e z in Piestcmy geweilt und sich für einen Rechtsanwalt aris Wien allsgegeben hatte. Es winde festgestellt, daß der Hoteldieb wahrscheinlich der berüchtigte internationale Gauner Paul M a s s a r i k ist, der seit dem Jahre 1907 zahllose Male abgestraft ist. Er hat überhaupt ein bewegtes Vorleben hinter sich. Gestern wurde das Sicherheitsbureau verständigt, daß dar Dieb am 21, d. in Marienbaa festgenommeii wrirde und daß man bei ihin die in Piestcmy geflohenen Juwelen gefunden hat. * Starke Zunahme der Unfälle im Wiener Straßenverkehr. Das Jahr .1985 brachte, wieder eine bedeutende Bermchrunq der Unfälle im Wiener Straßenverkehr. Die rasche Zunahme der Zahl der Personen- und Lastamomcbile und hie besondere Steigerung im M u r o r r a d o e r k e h r bewirkten, daß die Unfälle, die im Jahre 1924 3259 betrugen, eine Steigerung im Jahre 1925 ans 4318 erfuhren, wobei 3090 Menschen verletzt und 65 getötet wurdeli. Gegenüber denr Jahre IM stieg die Zahl der Verletzten lnn 1059 «nid dib der Toten um 23. 603 Unfälle, bei denen sechs Personen neu Tod fanden, stunden durch WrdelaWhrwrrke verursacht. 29 durch Fiaker und Einspänner, 805 mit acht Todesfällen durch Lastautomebile, 2421 U tt g l ü ck s f ä l l?, hei denen 43 Menschen den Tod f a n b c u, wurd c n durch V e rj on e na u r o :n ob i l e verschuldet, 399 in i t sechs Todesfällen durch Motorräder und 585 Unfälle durch Radfahrer hatten zwei Todesfälle zur Folge. Die Tatsache, daß über die Wülfte aller viejer Unfälle auf HeiWerfchulden der Passanten Mß««r iPtafftCftfteUitftft 28. Duti 19S6 Getto 8 zurückzusühren ist. läßt eine Herabietzunq der Unfallsziffern nur erwarten. wenn auch dir RegelUlstf m Verehreder Fußgänger ihr besonderes Augenmerk findek. * Das Austria-Univerfal-Abonnement der Bundesbahnen. Das von der Generaldirektiott der Oesterkeichischen Bundes! bahnen für die Hauptreisezeit, d. i. bis 31. Oktober, neu einac , führte Äuftria-Universal-Abonnement hat beim Publikum starken; Anklang gefunden. Durch die Lösung einer solchen Karte erwirbt der Fahrgast das Recht, während 16 beliebiger auf einander folgender Tage auf allen Strecken der österreichischen Bundesbahnen jeden beliebigen Zug in der ersten Wagenklasse beliebig oft benützen zu können. In Anbetracht der außerordentlichen Ausnühungsmöglichkeit erner solchen Karte ist der Preis, der alles in allem (inklusive Ausfertigung) mit 200 Schilling festgesetzt ist, als überaus billig zu bezeichnen, Die Abonnements sind sowohl bei der Vorverkaufskasse der Generaldirektion der Ocsterreichischen Bundesbahnen, Wien, 1. Bez., Schwarzenbergplatz 8, und bet den Bahnhofkassen in den österreichischen Landeshauptstädten sowie in den Reisebureans des In- und Auslandes erhältlich. * Der Führe« der Paßschwindferbande in Warschau verlostet. Aus Warschau meldet I. T. A.: Das Oberhaupt der Paßschwindlerbande in Polen, Jascha Hof, wurde von der Polizei sestgenommen. In seiner Wohnung fand man sehr viel betastendes Material, aus welchem hervorgeht, das; Jascha Hof zahlreiche jüdische E m i g r a n t e n i n s Unglück brachte, indem er ihnen gefälschte amerikanische Pässe als echte aufschwindelte und tlmen dafür große Summen Geldes abnahm. Natürlich wurden die Emigranten, die sich im Besitze echter Pässe glaubten, da sich Jascha Hof ihnen gegenüber als höherer amerikanischer Beamter ausgab, bei ihrer Ankunft in Amerika festgenommen und dann zurückgeschickt. Zahlreiche Opfer von Jascha Hof und seiner Bande befinden sich gegenwärtig vollkommen mittellos in Berlin. Andere Mitglieder der Bande sind bereits seit einiger Zeit in Haft. Wie ist es mlaNcht fragen Kauflcute und Konsumenten, daß trotz der schlechten allgemeinen Wirtschaftslage und der geschäftlichen Stagnation das Warenhaus der Brüder Scbisfmann einen so großartigen Aufschwung nimmt und der Kundenkreis sich täglich vergrößert? Dle Lösung dieses Rätsels ist sehr einfach: Das kaufende Publikum gewöhnt sich immer mehr daran, nur größere Kaufhäuser aufzusuchen, die alle Waren in reichster Auswahl führen und deren gutes Renommee für verläßliche Qualitätsware und billige Preise bürgt. Die dominierende Stellung des populären Warenhauses Brüder Schiffmann ist auf die allgemein bekannte große Leistungsfähigkeit und Konknrrenzlosigkeit dieser Firma zuruckzufi'chren. Einer erzählt's dem anderen, wie gut und billig nratt dort kauft und die Folge davon ist eine sich fortwährend steigernde Kundeyfrequenz. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, daß die Brüder Schiffmann im Laufe der letzten Monate dreimal genötigt waren, ihre'Verkaufsräume durch Ankauf und Anglicderung ncbeugelcgener Geschäftslokale zu vergrößern, um den gesteigerten Kundenverkchr klaglos abwickeln zu können. Das von dem Seniorchef der Firma, Herrn Max Schiffmann, einaefuhrte amerikanische Geschäftsprinzip: „Größter Umsatz — kleinster Nutzen" hat sich glänzend bewährt. Der große Umsatz ermöglicht cs, die Waren, welche in großen Mengen aus erster Quelle besonders preiswert gekauft werden, mit einem ungewöhnlich geringen Nutzen zu verkaufen, ein System, bei dem beide Teile — der Kaufmann und der Kunde — auf ihre Rechnung kommen. Der Kaufmann wird durch den. vergrößerten Konsum für den kleinerelt. Berkaufsnutzen entschädigt und sichert sich gleichzeitig die Anhänglichkeit der zufriedenen Kunde: der Käufer hat gute Qualitätsware erstanden und durch den billigen Einkauf Geld gespart, ist daher gleichfalls zufrieden. Sie Mölschen Znvnltten. mm m Bühne und Kunst. gnvich Lar« geßarde«. Das berühmte Mitglied - der Wilnaer Truppe, die Schauspielerin Judith La res, ist — wie man uns aus Arad telegrgsbhiert — nach längerem Leiden gestorben. * Alle, die sich um die Wilnaer Truppe geschart haben, wird der Tod der Judith Lares tief berühren. Die Erinnerung <m einen unvergeßlichen Abend wird wach, als die Wilnaer während ihres Wiener Gastspieles An—fkis hinterlassenes Drama „Tag und Nacht" aufführten. Als der Vorhang aufging, sah man, aus einem Stock gestützt, eine Greisin über die Bühne schreiten. Grambeladen und in Würde. Leichenzug auf Leichenzug passiert die Jndengafle, ihr frommer Sohn, der Zaddik, ist vom Fasten geschwächt, die Schwiegertochter ist seit Jahren gelähmt, und sie selbst, die Greisin, ist das Gesäß eines schrecklichen Geheimnisses. Vor 40 Jahren, Lei einem Pogrom, wurde ihr Gatte geschlachtet und ihren große:; Sohn, den Krynieer Zaddik, hat ein Kosak gezeugt. Unvergleichlich war Judith Lares in dieser stummen Szene. Eine verehrungswürdige Patriarchin, die Säule ihres Geschlechtes, vonr Schicksal schwer getroffen, aber den Kopf im Nacken, schritt-sie über die Bühne, eine Königin. Damals prägte man das Wort: die Bleibtreu der Wilnaer. Und wer sie nur in dieser einzigen kleinen Szene sah, erkannte die überragende, einzigartige Tragödin. Kein Abend der Wilnaer mit Judith Lares, an dem sich nicht dieser Eindruck bestätigt und verstärkt hätte. Bei der Ausführung des „Dybnk" durch die Habima wurde man, so vortrefflich die Darstellung der Amnw Leas durch zwei Schauspielerinnen der Hahima- Trnppe war, doch nur an die größere, wesenhaftere Leistung der Lares erinnert. Zu ihren Meisterleistungen gehörte auch die vpllsaftige (^st'stalt einer jüdischen Bäuerin in Perez Hirschbems idyllischem Volksstück „Grüne Felder". Wie ans der Bühne, war Judith Lares auch im Leben eine vornehme, edle Erscheinung und alle, welche das Glück hfltten, die große Frau kennenzulernen, werden nrit den Wilnaern um diesen unersetzlich-'n Verlust des jüdischen Theaters trauern. Aus den Matern. Jobonn-Strauß-T bester. Gila Kolbe tritt ab 1. August als Mimi in der Operette „A d t e u M i m i!" auf. Tveater t n v e r I o i e f st a d t. Morgen, 7,8 Ubr abends, findet die 25. Llufführung des Schivatikes „D e r I g e l" von Hans R e i m a n n und Toni Impekoven, trst, Wiener Lokalton bearbeitet von HanS S a ß m a N n, statt. R a t m u n d - T h e a t e r. Morgen findet d'e letzte Aufführung von „D i e A b e n t e n e r d e 8 H e r r n M e i e rm a x" statt Fiettag den 80. d. geht der Schwank „Liebe und T r o m v e t e n b t a f e n" zum ersten Male in Sune. A v o l t o l b e a t e r. Das Eröffnungsorogramm (31. d.) besteht aus zedu für Wien vollständig neuen internalionalen Attraklionen. Etntrittsprei e von 1 S. aufwärts. Das Raimund-Theater als Opcrcttenbiihne. Direktor Hubert Marischka, lvelcher mit Direktor Dr. Rudolf^ Beer gemem>mu in der nächsten Saliison das Rcrimund-Theater führt, eröffnet die neue Spielzeit mit dem Altwiener Singspiel „Das S ch w a l b e» tt t st" von Ernst Marischka und Bruno Granichsiacvtcir, Musik von Bruno Granichstaedten. Für die Hauptrollen wurden Luise K a r t o u s ch, Franz G l a w a^t sch und Ernst Tautenhayn verpflichtet. Inszenierung Emil Guttnrarm. K. Berlin, $7. Juli. Ihr Korrespondent hatte eine Unter- -reoung mit dem hier weilerdell Vorsitzenden des jüdischen Jnvalidenkongresses in Danzig, des Herrn Ci Pr ins k i aus New-Nork. Er teilte mit, daß die Exekutive des Kongresses beschlossen habe, einen a u ß e r o r d e n 1 l i ch e n o n g r e ß d e r I n v a l i d e.n aller Nationen für das Jahr 1928 einznberufen. Cipvinski befindet sich auf dem Wege nach Genf, um dort bei dem Jnvalidenkoniltee des Völkerbundes die Einrichtung einer besonderen jüdischen Abteilung anznregen. Ciprinski besuchte in 33evliu' das jüdische Archv für die Pogromangelegenheiten in Rußland und übergab dort seine goldenen Medaillen, Orden und Dokunrerrte, die er während seiner militärischen Dienstzeit vor dem Feind erhalterr hatte. Er war der einzige Jude,' der in der zaristischen Arnrec als Offizier godient hat. Jüdische Ehrenlcqionärc in Frankreich, Aus Paris wird mw genreide': Anläßlich des Narionaffeicr-ages am 14. Juli ist eine umfangreiche Listvon Personen erschienen, denen der Präsident die E h r e n I c fl i o » verliehen hat. Unter beu Ansgezeichneten befinden sich die folgenden jüdischen Persöulichke'ten: Der Psychiater Dokror R u b i n o w i c z, der Chirurg Dr. M o s 1 e, die Aerzte Doktor N i j} i m and D>. Dank, Fabrikant G orow i tz, Ncchtsanwai: Moses, Fabrikant Weiß sowie der jüdische Philanthrop Elia Kaduri iBagbao), letzterer wegen der Unierstühnng der Schulen der Itlliairc; Jsraclite im Orient. Dr. Gaster schlägt eins Einladung der rumänischen Akademie aus. Der setzt in Bukarest weilende Londoner Rabbiner und Gelehrte Dr. G a st er, der, wi? berichtet, unlängst vom König in längerer Airdkenz empfangen worden ist, hat eine an ihn ergangene Einladung der rumänischen Akademie, an einer ihrer Sitzungen teilzune-hrnen, ab ge lehnt znm Protest dagegen, daß bis jetzt noch kein Jirde zum Mitglied der Akademie ernannt worden ist, obwohl die hevvorragendsteli rumänischen Philologen Jildell sind. Legalisierung des Hechaluz in Polen. Gemäß Beschlusses des paltlischen Jmrettmiüisteriums vom 26. Jizili ist die Hechal n z o r g a n i s a t i o u in Poler; ,ulnnlehr legallsiert worden, Die Organifabron erhält dadurch gemäß ihres Statuts das Recht, überall in Polen Filralvevbande zil begründen, Fachschulen, landwirtschaftliche und Erziehnngskurse eiuznrichten, landwirtschaftliche Farncen zu gründen. Leih- und Sparkassen zu eröffnen sotoie Hehrärsche und Palästinaknrse abzichalten. Radio in Palästina. Dicrch die Organis-atlozi >ber palästi'- ziensischetl Artbeiter wurde ein Unterilehnien geschaffen, ldas Radioapparate liefert, mit denen man bereits die Radiosendungen pyn Lyirdon, Berlin, Wian, Moskau mrd arwere hört, Das Organ der Arbeiterschaft „Dawar" bringt als einzige Zeitung des Landes tägliche Nadionachrichten. Thorarollen für Palästina. Wie der „Haaretz" meldet, haben die jüdischen Tabakarbeiter in Grydno vor kurzem 80 Thorarollen als Geschenk für die jüdischen Kolonien in Palästina abtzssstndr Klassische Musikabende in Bad Pistyan. Ein zu Beginn der Saison gegründetes Pergnügnngskomitee veranstaltete^ im Thernna Palaee klassische Musikabende, otc sich großer Beliebtheit erfrenen. ^Die darbietenden Künstler stammen aus den Reihen der Gäste selbst. Unter großer Teilnahme eines vornehnien Publikums spielten am 19. d. Herr und Frau Prof. K. Kleinecke von der Wiener Staatsoper und Frau K. Berner von der Musikakademie in Kopenhagen das Trio „Noveletten" des dänischen 5winponisten Niels Gade und überraschten später , durch ihre künstlerischen Einzelvorträge. Kammersänger Titlmann- Lisensky von der Staatsoper in Köln sang einige Löwe- Ballade,c und den Prolog a:,s „Bajazzo". Dem genußreichen Abend wohnte ein internationales Publikum fu,! HMrbte Wirkte. — ÄngenteWares ErtchfleW. - Bor dem Bezirksrichter Dr. Z a ch (Floridsdorf) hatten sich gestern die Geschäftsführer der Selch- und Wurstwarenfäbrik Caro, Theodor Koller, Johann H e r t e r i ch, Johann F e l U n c r und Johann Ullrich sowie der Selchergehilfe Franz W a gno r, sämtliche verteidigt von Gemeinderat Dr. P l a s ch k e s wegen Pergehens gegen das L e b e n s nr i t t e l g e s e tz zu verantworten, weil sie gesundheitsschädliche Farbstoffe zur Färbung von Wursthärlten vertvendet hatten. Die Angeklagten erklärten, daß sie die beschlagnahmten Würste von unbekannten Hausierern gekauft hatten. Der Richter verurteilte Koster zu einem Monat 2l x.r e st und 800 Schilling Goldstrafe, Herterich zu zwei Monaten A v x e st und 400 Schilling Geldstrafe, Fellner und Ullrich zu je z w e i W o ch e n A r r e st und je 60 Schilling Geldstrafe nnb Wagner zu 20 Schilling Geldstrafe. In einer Filiale der Bovis, Wnrstwarenfqbrik und Schälchtereibetriebs-A.-G. wurde ein geselchter bereits ungenießbar gewordener Schweinsschädel beschlagnahmt und deshalb gegen die vier Geschäftsführer die Anklage erhoben. Bon den Beschnldigte>l war zur gestrigerc Berhandlimg nur der Filialleiter Ackermann erschienen, so daß die Verhandlung gegen die Mitbeschnldigten ausgeschieden werden mußte. Ackermann erklärte, daß er als Buch-' Halter und Kassoleiter von der Wnrstfabrikation nichts vn'stehe. Eine frühere» Berkälfferin als Zeugin erklärte, daß bei dev Bovis die Herren, je höhere Stellungen sie bekleideten, desto weniger vom Betrieb verstehen. Bezirksrichter Dr. G r ü n b e r g verurteilt; den Angeklagten wegen fahrlässiger Uebertretung des Lebensnüttelgosetzes zu zehn Schilling Geldstrafe. In der Begründung führte der Richter ans, der Angeklagte hätte, wenn er von den Dingen nichts verstand, eine derartige Funktion mcht übernehmen dürftn.