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Wiener Morgenzeitung · 1926-07-28 · Heft 2668 (28.7.1926) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
8 (1926)
Issue
Heft 2668 (28.7.1926)
Date
1926-07-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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MH 4 Min. Mittwoch Beleidigung kein Wort mitgeteilt wird. Das wären also zwei Juden. Ihnen gegenüber stehen auf der arischen Seite: Der Mord in Magdeburg, wo der eingßsperrte Nationalsozialist (mit zwei gleichgestimmten Freunden, Nr. 8 bis 6) einen Buchhalter von hinten erschossen hat, weswegen ein Jude eingesperrt wurde. In die Sache verwickelt ist ein Kriminalkommissär, kein Jude (Nr. 6). der in Untersuchung kommt, weil er sein Amt betrügerischerweise mißbraucht hat. In Wien ist das Gaunerpaar Barry und Doyle . (Nr. 7, 8), keiner ein Jude, erwischt und eingesperrt worden. In -Frankfurt a. M. haben vier maskierte Männer (Nr. 9 bis 11) einen Greis überfallen und ausgeraubt. Unter ihnen bestimmt kein Jude. In Oberösterreich und in Kärnten gibt es bei dem biederen Aelplervolk verdächtige Scheunenbrände. In Hetzendorf haben drei Männer ein (Nr. 12 bis 14) fahrendes Fuhrwerk von hinten überfallen, zwei sind bereits verhaftet, sie sind keine Juden. Bei einem Kirchweihfest bat ein Hilfsarbeiter (Nr. 15), kein Jude, eine Person erstochen, eine andere schwer verletzt. Wenn man nun die Methoden der Hakenkreuzler nachahmen und Schlüsse ziehen wollte, so zeigte sich, daß der Numerus clausus tatsächlich existiert, und zwar so: Von den ans dem Blakt herausgelesenen 15 Fällen ist ein einziger jüdischer halbwegs zu brauchen, der zweite scheidet aus. Es bleiben 13 Arier, die von hinten schießen und morden oder ihr Unwesen maskiert betreiben, also tückisch Vorgehen. Und es bleiben noch die Bersicherungsbrände in Oberösterreich und Kärnten. Wie sieht da das Prozent- Verhältnis ans? Es ist nichts mit der Verbrecherstatistik und die Hakenkreuzlerei muß den Bleistift wieder weglegen. Großindustrieller Lskar ßosulkch ertrunken. Bei hem Versuch, sein Kind zu retten. Rom, 37. Juli. Ter „Popolo di Roma" berichtet aus Triest, daß der bekannte Großindustrielle -Commendqtore Oskar C o s u l i ch ertrunken ist. Er wollte seinen sechsjährigen Sohn, der aus der Segeljacht ins Wasser gefallen war, retten und e r t r a k selbst dabei. Das Kmd wu>rde gerettet. 8» de» Solomiten erschaffen. München, 27. Juli. (Wolfs.) Der Münchener Bankbeamte Frankel, der auf einer Motorradtour durch die Dolomiten durch einen Gewehrschuß schwer vorletzt worden war, ist seinen Verletzungen erlegen. Der rätselhafte Vorfall konnte noch immer nicht völlig aufgeklärt werden. * Bei der Auktion erschlagen. Hamburg, 27, Juli. (Wolfs,) Gestern kam es in einem Auktionslokal zwischen dem als Käufer anwesenden Kaufmann BlumeHtal und dem die Kunstauktion abhaltenden Goldschmiedmeistor Roth zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf Roth dem Blumental einen Faustschlag ins Gesicht versetzte. Blumental starb gleich darauf. Ter festgenom'menc Ruth behauptet, lediglich in Abwehr gehandelt zu haben. Ser Ueberfall in der Prstrie. Lakland, 27. Juli. (Reuter.) Ein Dutzend Män- 1l k r überfielen ■ gestern das Personal des Southern- Paeisic-Frachtzuges gnd überwältigten es, woraus sie Seidenhalsen int Werfe von 10.000 Dollar in ein neben dem Zug fahrendes Automobil warfen. Drei der .Räuber wurden beim Abspringen vom Zuge sestgeuommen. Sie Spionageaffiile in Bose». Lodz, 27. Juli. Die Untersuchung in der großen Spionageasfäre wird energisch' weitergeführt und brachte gestern, wie die „Wiadomosci Codzienpe" melden, neue sensationelle Einzelheiten zutage. Die Spionage soll nicht nur für Berlin, sondern auch für Sowjetrußland und Litauen betrieben worden sein. Die Spionageasfäre zugunsten Rußlands und Litauens wurde aber hinter dem Rücken Berlins geführt. Dieses Doppelspiel wurde so betrieben, daß die Originale der Dokumente nach Berlin gesandt wurden und die Kopien nach Moskau und Kp-wno. : In diesem ZufamMlhang kqm es innerhalb der Spionageorganisatipn zu Konflikten und Intrigen. Ein Teil der Mitglieder übersetzte sich nnd es kam zu einer Spaltung, die aber zugleich der Ausgangspunkt der Liquidation und Entdeckung der ganzen Affäre wurde. Die Behörden fingen die Spur aus und die Bombe Platzte. Es liegen Beweise vor,' daß die Spionage vielseitig war und sich keineswegs nur q u s militärische A n g erlegen h eiten beschränkt hatte. Besonderes Augenmerk wurde dem Eisenbahnwesen zngewcmdt, unter anderem der Lokomotivfabrik in Chrzanow. Auch sotten hie Spione Pläne und Photographien aller Brücken und Tunnels in Kleinpokep besessen haben. Auf militärischem Gebiete beschäftigten sich di? Spione insbesondere mit dem Flugwesen. Im Verkehr mit Berlin waren Breslau und Danzig die Mittelstationen. Danzig war anch der Knotenpunkt am Wege nach Kawno. Die Verhafteten werden gruppenweise nach Krakau gebracht. Die Untersuchung wird in Krakau konzentriert werden und wird zumindest sin Jahr dauern. Nachher soll auch der Prozeß vor den Krakauer Äeschwornen stattfinden. Die Untersuchung beendigt. U- Kffaka«, 27. Juli. Die Untersuchung iV: der Spionage- Affäre in Kleinpolen wurde bereits beendigt. Es sind in Krakau insgesamt nenn Personen, darunter zwei Frauen, verhaftet wqrden. Die Wrhqsteten' gehören sämtliche der ukrainischen Intelligenz an, Das hei ihnen beschlagnahmte Material soll von besonderer Wichtigkeit sein und Pläne von Mlitärobjekten be» treten. Es sind nur Aivilpevsane» i» Hast. _Wiener Morßenzeltrrns_ Sie ftommijfio» |0t geizige gulammoarbil». K. Genf, 27. Juli. Heute trat in Genf die Kommission des Völkerbundes für geistige Zusammenarbeit zusammen. Die Kommission wählte den hollänrischen Gelehrten Lorentz, der seit dem Rücktritt des Philosophen Hemy Berg so n die Kommission geleitet hatte, zum Präsidenten und Gilbert Murray zum Vizepräsidenten. An den Arbeiten der Kommission nimmt aus Deutschland Albert Einstein nnd aus Polen der Wiener Gesarrdte Wierusz-Kowalski teil. In der Eröffnungsrede huldigte Lorentz den? vormaligen Präsidenten Borgson, dem die Konimifsion viel Dank schrtlde für seine unermüdliche Arbeit. Er gab dann einen kurzen Ueberblick über die Arbeiten der Kommission seit der letzten Sitzung »Md gedachte der Eröffnung des Pariser Instituts für geistig« Zusammenarbeit, die am 16. Jänner erfolgt ist. Er schilderte insbesondere die Aufgabe der KommWvn in bezug auf dar Hochschulwesen. „Wir suchen", sagte er, „die Hochschulen in den verschiedenen Ländern miteinander in Verbuchung zu bringen und zur Förderung des internationalen geistigen Lebens ein« „Internationale der Hochschulen" zu schassen." Ser Internationale Stndentenkongreß. Karlowitz, 27. Juli. Am 25. d. wurde hier der fünfte internationale Studentenkongreß eröffnet. Bereits gestern trafen aus allen Ländern zahlreiche Stndenteiwertreter ein. Im ganzen 293. Auch der Weltverband dr jüdischen Studentenschaft ist durch sechs Delegierte vertreten. Ausfallend ist die große Zahl von' indischen, chinesischen, japanischen und nardamerikanischen Studenten. Der Kongreß wurde in feierlicher Weise von dem Rektor der Beograder Universität, Pavle Popovic, eröffnet. Sodann sprach der Inspektor im Unterrichtsministerium, Prof. M agarasevic, ferner im Namen des jugoslawischen Franen- 'Vereines, Milena Atanaskovic. Einen großen Eindruck rief die in lateinischer Sprache gehaltene Rede des Rektors der Karlovcier theologischen Fakultät, Milos Paredas, hervor. Als letzter sprach der Generalsekretär des International Student Service H 0 f m a n. Seine Rede machte besonderen Eindruck. Dann sangen alle Studenten das ,,Gaudeamus igitnr". Nach dem Kongresse fand ein Bankett statt. Um 5 Uhr nachmittags begann die rneritorische Tätigkeit des Kongresses. In der zweiten Sitzung erörterte S r e m s k i unter anderem die internationalen Beziehungen, die Lage der im Auslande lebenden russischen Studenten, die Beziehungen zwischen Orient und Okzident und das Avbeitsprogranrm für die Zukunft. Die Mitglieder des Kongresses werden heute der Stadt Belgrad einen Besuch abstatten. Knllurkomvt in Mexiko. Mexiko, 27. Juli. Gegen diejenigen Bischöfe, die in einem H i r l e n b r t e j als P r 0 t e st gegen die Kucherigese.- gebung der Regierung die Einstellung des Gottesd j e n st e s v 0 m 1. A u g u st a n g e.0 r d n e t h a b e n, hat hie Regi^ung ein 4 e. rtchtli ch tz-S. B e r f a bn eingeleitet. Tie Hirtenbriefe habest außerdem den Präsiden t e n C a l l.o 3 qjs e x k p m m u nt 3 i e r t erklärt. BolitisÄo Lemylisttation eine» Russen in Pars». Aus Paris wird gemeldet: Ein Russe zertrümmerte heute mittags mit einem Schmiedehammer die auf dem Platze der Bereinigten Staaten zur Erinnerung an die französischamerikanische Waffenbrüderschaft errichtete Statue. Bei seiner Verhaftung erklärte er, er habe gegen dgs Verhalten per Bereinigten Staaten p r 0t e st i e r e n wollen, hie durch ihre Weigerung, di« interattiiert.en Schulden zu annullieren, ganz Europa in eine Wirtschaftskrise gestürzt hätten. Die Ppüzei nimmt an, daß der Täter — geistesgestört ist. Ssr Waüffmr von ffaratewa. Nojk gestorben. 9 Der Gastwirt Leopold N o.j k, der am 38. Juni 1914, dem kritischen Tage von Sarajewo, das Auto des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand lenkte, ist in Brünn gestorben. Rojk wurde später Chauffeur des Kaisers Karl und kehrte nach dem Zerfatten der Monarchie in seine Heimatstadt Z n a i m zurück, wo er Gastwirt wurde..Die letzten Tage verbrachte er in Brünn. Wieder vier Todesopfer der Serge. Rach emer Mitteilung der Alpinen LandeSrettungSstslle ereignete sich aut dem Wies bst chhorn ein ichtyeres T q n r i st e n n n g l ü ck. Eine Partie von sechsTourtsteri war in ein n S ch n e e st u r m geraten. Vier von ihnen, und zwar d?r 3l)jähr,gt Juwelier Robert Kraft aus Wien. 6. Bez, Gumpsndarferstraße 64. Dr. Josef Mar. F t l i p S aus Wien, 6. Bez.. Garbslgafss 20, ein HandelSfchu'lehrer und Conwtotrlst bst der Firm SchoppLSöhne. Dr. Hans Fischer. Gerichts» asseffor ans Bautzen in Sachsen, nnd bet Bergklihrer Georg Mayerbofer ans Kaprun verunglückten tödlich. Mit der Partie waren auch ein Fräulein Eltrlede Lucken mzS Dresden nnd ein Tonri't Konrad Claus von der Sektion Wolken- 'teilt. Elans konnte sich, obwohl vollkommen erschöpft. noch gegen K a t n d l g r a d retten und dort um Hilfe rufen. Die Hilferufe wurden gehört und die beiden Touristen wurden gerettet. Wie der .Tiroler Anzeiger" meldet, ist Sonntag vormittags der evangelische Geistliche Franz B r a n d t aus Eschhorn in Bähen auf der Mädelegabel in den Allgäuer Alpen töoltchabge stürzt, — Ayf der H 0 h e n W a r t e im Soifteingebtet ist ein Tourt st abgestürzt, dessen Identität noch nicht feftgestallt werden konnte. Eine gestern nachmittags entsendete Bergungsabteilung dürfte die Leiche vorau-ficht» ltch heute zu Tal bringen. 28. Inn im _Nr. 6tn SirbtehoMrlg» erschießt sich. Selbstmord Max Reiß,- wegen unglücklicher Liebe. Wie aus Klage n furt telegraphiert wiNd, hat sich gestern nachts in M a i e r n i g g am Wörthersee der Sohn des Wiener Großindustriellen und Bankiers (Baron) Reitzes, der 17jährige Max. cvschossen. Das Motiv der Tat soll .unglückliche Liebe sein. Max Reitzes war der älteste Sohn des Baron Hans und Maria Reitzes. Evst vor wenigen Wochen hatte Max Reitzes Wien verlassen, um sich zur Erholung an den Wörthersee zn begeben. Im Winter des vergangenen Jahres hatte er aus dem Eislaufplatz eine Klagenfurter Dams kenneugelernt, die zum Besuch ihrer Verwandten in Men tveilte. Zwischen den beiden entspann sich eine innige Freundschaft und der Junge verstand es durchtzllsctzen, daß er den Sommer in der Nähe der Dame verbringen konnte. Er fuhr nach Maiernigg, woher nun plötzlich die Nachricht von der Wendung der Ereignisse eintrifft. Sofort nach Einlangen der telephonischen Verständigung fuhren die Eltern im Automobil nach Maiernigg. Nach ihrer Abreise trafen Abschiedsbriefe an die 'Eltern in Wien ein. Der junge Reitzes hat noch studiert (er genoß privaten Mittelschnlunterricht); er ist ein überaus lebensfroher, durchaus heiterer Mensch gewesen. 8l«e Bluttat im Slnnerrausch. 19 Stiche gegen ein Mädchen. In einem kleinen Hotel in der Leopoldstadt hat sich gestern früh eine schreckliche Bluttat zugetragen. Der 25jährige, im Rathauskeller bedienstete Eßzeugputzer Leopold M a r t m a n n hat ein Mädchen, das er im Laufe der Nacht kcnnengelernt nnd mit dem er die ^ac^)t in dem Hotel zugebracht " hatte, in momentanem Sinnesrausch durch 19 S t i ch e mit einem acht Zentimeter langen Messer lebensgefährlich verletzt. Ueber den Hergang der Tat erfahren wir folgendes: Markmann hat das Mädchen, cs ist die 19jährige Hausgehilfin Rosa Loi, aus Linz gebürtig, spät nachts in einem Kaffeehaus in der' Hcinestraße kennengelernt. Beide zechten bis zur Sperrstunde und beschlossen dann, gemeinsam eilt Hotel aufzusuchen. Gegen 9 Uhr früh hörte das Hotelpersonal gellende Hilferufe aus dem Zimmer, welches das Paar inne hatte. Das Stubenmädchen drang ein und sah die Loi b l u t ü b e r st r ö m t entkleidet im Bette liegen, während Markyiann beim Fenster.stand. Neben ihm lag das blutbefleckte Taschenmesser. Nettungsgesellschaft und Polizei wurden sofort alarmiert, Markmann wurde verhaftet und erklärte, die Tat. die er tief bereue, in einer Art von Sinnesrausch begangen zu haben. Das Mädchen wollte ihm in der Früh nicht mehr gefügig sein und da habe er blindlings auf sie l 0 s g e st 0 ch e n. In: Arrest betete Markmann den ganzen Tag für das Leben seines Opfers und erklärte, daß er die Lpi, falls sie gesund werde, heiraten wolle., Die Verletzungen der Loi sind, wie eine im Spital nachmittags dzsrchgefnhrte Untersuchung ergab, bis auf einen Stich m den Ikntorleib leichter Natur. Die Loi hat im Spital bei der Einvernahme entgegen den Aussagen-des Täters angegeben, haß dieser ihr, als sie noch schlief, mit seinem Taschenmesser einen Stich versetzt habe. Sie setzte sich zur Wehr, doch Markmann vechinderte sie durch Vorhalten eines Polsters am Schreien und versetzte ihr noch einige Messerstiche. Die Loi stellte sich nun durch einige Mimten leblos, da sie glaubte, daß er vpn ihr ablyssen werde. Tatsächlich unternahn: er nichts, doch als sie sich wieder regte, stach ep neuechings durch Tuchent und Polster aus sie los. Inzwischen hatte das Stubenmädchen, das die Hilferufe gehört hatte, die Hausbewchrwr alarmiert. Auch die Loi ist der Ansicht, dwß der Mann die Tat in einem An-- falle von L u st r a s e r e i begangen habe. Sie hatte noch nachts von ihren: Begleiter den L i e b e s l o h n a n s b e z a h l t erhalten und wollte morgens das .Hotel verlassen. Die Loi, die zuletzt in der Czarningasse gewohnt hat, nächtigte in der letzten Zeit in verschiedenen Wiener Hotels. Sie hat auch zu dem Bekannten kreisde s^E h e p a a r e § W i m p a s s i n g e r gehört und wurde auch als Zeugin in der Untersuchung gegen den Selchergchilsen Wimpassinger einvernommen. Markmann wir) nach Abschluß der Erhebungen donr Landesgericht eingeliefert. Bösel» Srnlralnrchivgebönde. Am 11. März 1931 wurde das Bundesgesotz betreffend die Veräußerung eines Teiles des Baugrundes an:'Ballhausplatz in Wien angenommen. In der Begründung des Gesetzes teilte die Regierung mit, daß der Präsident der Unionbank, Siegmund Basel, ein Offert gestellt habe, auf dem Baugrunde am Ballhausplatze, der im Eigentum des Bundes stehe, innerhalb von 15 Monaten ein Zontralarchivgebäude mit den erforderlichen Kanzleiräumen auf seine Kosten zn errichten und außerdem eine Barzahlung von insgesamt 3,3 Milliarden Kronen ün den Bnndesschqtz zu leisten. Dieser Neubau würde das gesamte.Kviegsarchiv und die historischen Bestände der Staatsarchive aufnoymvn. Eine gestern im Nationalrat eingebrachte Anfrage macht darauf ausnlerksan:, daß seit der Kundmachung dieses Gesetzes n:ehr als zwei Jahre verstrichen sind. Von d e m v e rsprochönen Bau ist aber bis heute noch keine Rede. Auf dem genannten Bangrnnde war nach dom Umstürze unter bedötttönden Kosten ein Park angelegt worden. Um das von Basel versprochene Zentralarchivgebäude.zu errichten, wurden diese Anlagen beseitigt und es wurden Vorbereitungen für den Bau getroffen. Vor einigen Monaten wurden aber die früher zerstörten Anlagen unter neuerlichen bedeutenden Kosten wieder instandgesetzt. Es ergibt sich nun vor allem die Frage, wie es mit der Durchführung des sogenannten Bosel- Gesetzes steht, ferner, wie hoch die Kosten für die Zerstörung der Anlagen und Herrichtung zn einem Bangrunde sowie die neuerliche Anlegung des ParkeS kommen und schließlich wer diesq Kostes tOgt, dsx Mnd oder Nosel?

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