Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2668 (28.7.1926)
- Date
- 1926-07-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 266t iüifen, Mitkvoch Tagesbericht. Lord Balfour 78 Jahre alt.!'. London, 27. Juli. Lord Artur Balfour ist vorgestern 78 Jahre alt gcmmden. Die gesamte Presse widmet dem greisen Staatsmann lange Glückwiinschartilel. 50.000 jüdische Schneider in New-Dork im Streik. K. NÄv-Aork, 27. Juli. Der Streik der jüdischen Schneider ist nunmehr allgemein geworden und umfaßt 5 0.0 0 0 Menschen. Tie Forderungen der Streikenden sind: Eine Arbeitswoche von 40 Stunden, Garantie für 66 Wochen Arbeit im Jahre sowie Lohnerhöhungen. Es machte gestern einen großen Eindruck, als 40.000 Streikende in geschlossenem Zuge durch die. Straßen der Stadt zogen. Sie Magdeburger Mordajjd're. Die Richter sabotieren die Untersuchung. Wie das „Berliner Tageblatt" meldet, hat in Magdeburg eine neue Besprechung zwischen dem Regierungsdirektor Tr. Weiß, deni Untersuchungsrichter Kolliug und dem L a n d e s g e r i ch t s p r ä s i d e n t e n stattgefundeu. Wie das Blatt weiter berichtet, haben die M a g d e b u r g e r Richter in einer Sitzung des Richtcrkollcgiums dem Untersuchungsrichter Kolliug volles Vertrauen ausgesprochen. Sie sollen erklärt .haben, daß sie es a b l c h n e n, mit den Berliner Kriminalbeamten zusammenzuarbcitcn. Wie verlautet, soll auch gegen Kriminaldircktor Doktor Möl l c r aus Magdeburg, der zusammen mit Kommissär Tc n Holt die Untersuchung leitete, das D i s z i P l i n a r v e ri a h r c n cingeleitet worden sein. Mirberromanlik in IeutichlanS. Berlin, 27. Juli. Auf einer Landstraße im Murgtale überfielen sechs Banditen einen Kraftwagen des Bäckermeisters Warth aus Forbach in Baden. Tic Räuber hatten die Straße durch einen Bau ni st a ui m gesperrt. Bei dem Versuche, das Hindernis aus dein Wege zu räumen wur7e Warth von den vermummten Räubern zu Beden geschlagen und dann an eine n B a u m g c b u n d e u. Tie Räuber plünderten den ganzen Wagen aus. Sir Budahester Leichensunde. Drei Fremenleichen in einer Woche. Budapest, 27. Juli. (Tel.-Komp.) Innerhalb einer Woche sins drei Fr a u e n l e i ch e n aus der Do n au gezogen worden, deren Herkunft einstweilen in Dunkel gehüllt ist. Abgesehenvon denr Lcichenfund bei Szaszhalom-Batta ivur)c gestern ein weiblicher Leichnam ans der Donau gefischt, der bloß mit einer s ch w a r z e n S e i d e n h o s e bekleidet war. Heute wurde unterhalb Budapests eine weitere Frauenleiche aus der Donau gezogen. Der Kopf dieser Leiche ist vollständig ze rschmettert. Die Tote trägt ein schwdrzes Seidenkleid, schwarze Sejdenwäsche im) schwarze Seidenstrümpfe. Jrn Zusammenhang mit diesen geheimnisvollen. Leichensunden berichten die Blätter, daß heute nachmittags eine' elegante Dame auf der Oberstadthauptmannschast erschien, mn w i ch t i g e Mitteilungen über den Leichenstmd bei Szashalom-Batta zu machen. Sie wurde volle drei Stunden verhört und soll angegeben haben, daß der Mörder der Frau, deren Leiche aus der Tonart gefischt wurde, ein bekannter G r o ß g r u n d b e s i tz c r in Transdanubien ' sei, auf dessen Schloß an der Donau kürzlich eine junge Frau spurlos verschwunden ist. Die Danre nannte sowohl den Rainen der verschwundenen jungen Frau wie den des Großgrundbesitzers, den sie als Mörder bezeichnet. Auf Grund ihrer Aussage hat die Posizei mehrere Detektivgruppen in Bereitschaft gesetzt. Mau hofft, irr Bälde die Wahrheit der Aussagen der Dame überprüfen zrr können. _Wiener flttotftinadtuttfi I Sie Senmiziation des Fürsorge» Metzger. Von informierter Seite wird uns geschrieben: Es sei darauf hingewiesen, daß der Beschluß des Kultus-Vorstandes vom 2(5. April auf Widmung von 50.000 Schilling für Palästmaanjbauzwecke e i n st immig mit Ausnahme des Agndisten- Vertreters Pappenheim gefaßt wurde. Die Herren des Kultusvorstandes, die durch diesen Akt ihr jüdisches Solidaritätsgefnhl znm Ausdruck gebracht haben, sind darin dem Beispiel anderer großer Kultusgemeinden gefolgt.' Alle jüdischen Gemeinden in Polen, die jüdischen Vertretungen in Berlin, Triest, Graz, Innsbruck, das jüdische Konsistorium in B u l g ar i e n und andere haben dieselbe „Statlitenwidrigkeit", die -Herr Metzger der Wiener Kultusgemeinde vorwirft, begangen. Das Geld, welches verausgabt wurde, dient zur Linderung der jüdischen N-o t in der ga n z e n We l l, also auch in Oesterreich. Es dürfte ja auch dem Herrn Metzger, der als Firmeninha'ber mitten im Wirtschaftsleben steht, nicht entgangen sein, daß in Oesterreich große Arbeitslosigkeit herrscht, die man durch prodicktive Fürsorge bekäntpferl will. Wenn man also daran gcht, junge Leute in Prodlckt'ive Be rufe überzusühren — nur darum handelt es sich bei der Ausbildung der Chaluzim — und ihnen Arbeitsmöglichkcit im Ausland verschafft, weil dies im Inland ein D'ntg der Unmöglichkeit geworden ist, so ist dies rem vom Ntilitätsstandpunkt durchaus zu begrüßen. 15.000 Schilling von den 50.000 siitd im Inland verblieben und dieiten der Ansbil-dnng der jungen Leute in der Landwirtschaft und in den verschiedensten Handwerken. Das übrige Geld ist nach Erez Israel gewandert und wird dort für Bodenkaus und für die zur Ansiedlnng notwendigen Investitionen verwendet. Statt in Oesterreich das Lltmpenprvletari-at zu vermehren, das wieder nur der öffentlichen Wehltätigkeit zur Last fallen muß, schafft man in Erez Israel auf freiem Grund ein freies Volk. Das aber ist in den Augen des Herrn Metzger, der von der Renaissance des Milchen Volkes keine Ahnung hat oder haben will — er würde sonst nicht die Agndisten als Zionistische Organisation bezeichnen —, das Kapitalverbrechen, dessen er den jüdischen Kustnsvorstand anklagcn will. In K-onseguenz seiner Ansichten wird der jüdische Michael Kohlhaas auch die Regierung und die Gemeinde Wien vor deit Staatsgcrichtshof zitieren müssen. Die Bnildesregierung hat österreichischen Arbeitslosen Geldmittel zur Verfügung gestellt, um ihre, Auswanderung nach Rußland zu ermöglichen — die Aktion ist, wie bekannt, mißglückt— und die Gemeinde Wien hat erst jüngst als Mt der Solidarität den streikenden englischen Bergarbeitern eine Spende von 1000 Pfund gemacht, die sicherlich nur proletarischen Parteiinteressen zufließt. Keinem vernünftig und sozial denkenden Menschen wird es einfallen, daran. Anstoß zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß schon häufig jüdische Gemeinden in Fällen der Not einander Beistand geleistet haben. Nach denr Brand des Leopoldstädter Tempels war es nur durch ausgiebige Hilfe der Juden des Auslandes möglich, den Schaden wettznm-achen. Bei dem jüngsten Brand in Nikolsburg ist auch die jüdische Gemeinde Wiens ihrer selbstverständlichen Pflicht, die ihr das jüdische Zusammengehörigkeitsgesühl anfer-. legt, nachge.koni'Men. . > Die Herren des' Knltiisvorstandes, Männer in achtbaren und verantwortungsvollen' Stellungen, werden vor jedem Forum sür ihre Handlungen die volle'Verantwortung tragen. Sie und insbesondere die starke zionistische Fraktion werden sich durch die Querelen eines Eigenbrötlers von ihrem einmal ein geschlagenen Weg, der geradlinig zur Erneuerung des jüdischen Volkes in Erez Israel führt, nicht abbringen lassen. Der Fürsoiegerat Metzger. -Herr Max Metzger ist Fürsorgerat der sozialdemokratischen Partei. Durch seinen Angeberstreich legitimiert er sich als Feind der Arbeiter. Der dem Keren Hajessod gewidmete Betrag kommt fast ausschließlich den Landarbeitern, Steinbrucharbeitern, beim Straßen- und Städtebau beschäftigten Chaluzim zugute. Im Direktorium des Palästinaoufbanfonds sitzt der Führer der palästinensischen Arbeiterschaft, Kap- 28. Juli 192Ä 6(1« S KLUB RADIKALER ZIONISTEN Heute Mittwoch den 28. Juli um tfa9 Vhr abends int Cafe Atlashof (Klublokal), 1. Bezirk, Aspernpltttz Klubversammlung Tagesordnung: Qrganisationsfragen Referent: Dr. J. Waldmann Freie Aussprache Die Klubversnmm'ungen finden ictlen Alittwoch s‘att. Erscheinen der Mitglieder Pflicir. Von Kiubmi'glledern eingeführte Zionisten, welche Int österreichischen Lan esverband organisier! sind, als Gilste willkommen. Der SekretOr: Der Obmannstellvertreter: P. Wühl Dr. J. Waldm'unn lanski. Der Berliner Sozialdemokrat K v h n, der Pariser Sozialdemokrat B l u m — um mit zwei markante Beispiele anzuführen — wirken hervorragend für die Stärkung des Keren Hajessod. Das Wiener Palästinaamt, welches vom Keren Hajessod erhallen wird, hat ans Mitteln dieses Fonds im letzten Jahre viele Hunderte jüdischer produktiver Elemente für die Kolonisationsarbeit ansgebildet und nach Palästina gebracht. Ein erklecklicher Teil dieser Chaluzim war in Wien und Oesterreich länger ansässig als Herr Metzger. Diese Proletarier hätte die Fürsorgetätigkeit der Republik beschäftigt, wenn ihnen nicht der Weg znr jüdischen Arbeit im jüdischen Lande geebnet worden wäre. Unter der löblichen Mitwirkung der Wiener Kuluisgemeinde. Der dem Palästina--Arbeiterfonds gewidmete Betrag kommt ausschließlich dem jüdischen Proletariat zugute, das aus den Ländern Europas-nach Palästina wanderte, während es ohne''diese Arbeitsntöglichkeit die Großstädte Europas, zum guten Teile auch Wien, belastet hätte. Das gleiche gilt bezüglich der Widntung für die Ausbildung von Bauern und Handwerkern in Desterreich, welche nach beendetenr Lehrgang nach Palästina auswandern. Für produktive Kolonisationsa-rbeit ist schließlich auch der agirdistische Fonds bestimmt. Ein sauberer Sozialist, der Herr Metzger! Und als „Arbeiterfreund" wurde er just gestern bei einer Verhandlung vor dem Gewerbegericht am Schlesingerplatz erkannt. Ein vonl Fürsorgerat Metzger entlassener Angestellter behielt mit seiner Anklage gegen Metzger recht. Es kamen erbauliche Dinge zur Sprache, welche das durch die Palästinawidmung -der israelitischen Kultusgemeinde empörte Rechtsgesühl Metzgers in merkwürdigem Lichttz zeigten. Er mußte sich im Ausgleichswege dazu verstehen, dem entlassenen Angestellten eine runde Summe zu zahlen Eiatiftik und Berjudung. Das Wiener Tagblatt -der Hakenkreuzler besaßt sich mit den am Sonntag bei uns von Herrn Dr. Leo Goldha.nmer mitgeteilten statistischen Ziffern über die Juden Wiens und versucht sie mt Sinne des Pogroms auszuschroten. Es glaubt. von einer fortschreitenden Beröstlichung Wiens sprechen zu können, und vermißt mit großem Bedauern eine Statistik der jüdischen Kriminalistik, die die Forderung des Numerus clausus als berechtigt erscheinen ließe. Wir sind zwar der Meinung, daß eine nach nationalen oder konfessionellen Gesichtspunkten zusammengestellte Statistik ein Unsinn wäre, weil doch in jedem Volk Mörder, Gauner und Betrüger Vorkommen. Im gegebenen Falle aber käme das Hakenkrenzblatt nicht ganz auf seine Rechnung. Wenn wir zum Beispiel die gestrige „Folge" dieses Organs, in der sich das Gejammer über die Berjudung Wiens findet, durchgehen und das Resultat zu einem Vergleich zwischen „arischer" und jüdischer Kriminalistik benützen würden, so ergäbe sich ein zumindest für Pogrompolitik unbrauchbares Bild. Da finden wir, wenn wir dieses Hakenkreuzlerblatt als eine Quelle ansehen wollen: Auf Seite 3 den Antrag der Budapester Staatsanwaltschaft, gegen den Generaldirektor Bacher, einem Juden (Nr. 1), die Untersuchung wegen frauduloser Gebarung und Betruges (bewiesen ist damit gar nichts), ferner auf Seite 6 eine Ehrenerklärung, die der „Jude" Dr. Ludwig Maier (Nr. 2) dem Werkmeister Schulz gegeben hat, wobei über den Inhalt der Jüdische MM in Palästina. Eindrücke und Stimmungen. Bon Dr. M. Robinson (T-el-Awiw). Solche Lieb-Haber voll Mlstk und Gesang, wie die palästinensischen Juden es sin), dürften anderswo schwer zu firfteit se>' Vom „Chaltiz" bis znm „Stramel"-Juden — jeder bleibt stehen, sobald er irgendwo Gesang vernimmt, und singt mit. Bor kurzer Zeit hadert mts die weltberühmten Kantoren Kw a r 1 i n und S i r o ta besucht. Ta waren alle Räumlichkeiten in Jerusalem, von der großen Synagoge bis. zum Ziontheater, plötzlich zu klein geworden. Rote Mützen und seidene Kaftans drängten sich unter Lebensgefahr an den Eingängen, obwohl die Eintrittskarten dreimal so teuer waren als in Amerika. Man sagt im übrigen, daß die Pfunde im Lande geblieben sind. Tenn die berühmten Kantoren haben irgendlvv auf. dem Karmelberge, wo einst die Propheten'ausgetreten sind, Bodenparzellen erworben. * In den letzten Jahren hat sich Palästina durch seine Oper einen Namen gcntacht. 70 begabte Sänger und Schauspieler schlossen sich vor zweieinhalb Jahren ju einer Operngenossenschaft zusammen. Eine besondere Gesellschaft stellte ihnen die zum Spiel erforderlichett Instrumente znr Verfügung und mit dem Feuereifer von Künstlerchaluzim gingen sie an die Arbeit. Bereits 13 k l ass i s che Op e r n wttrden in hebräischer Sprache anfgesührt und alljährlich werden neue Opern vorbereitet. Im nächsten Jahre sollen auf -unserer Bühne sechs neue Werke aufg-eführt werden. Die Tage, an denen die Te'l-Awiwer hebräische Oper in Jern'alem spielt, geben deit Ilraßert der heiligen Stadt ein fciertägiges Aussehen. Schon vorher haben sich die. Kenner und ständigen Besucher der Oper mit Karten versehen. > Wenn dann der lustigblaue Jerusalemer Abend herniedersinkt und der Platz vor dent Ziontheat-er mit elektrischem Licht übergossen ist, bildet sich vor der Kasse eine lange Schlange rmgeduldiger Mzsikliebhaber, die sür den Kunstgenuß oft ihrert letzten Schilling hergebett. Vor dem Platze drängen sich Wagert rtnd Autos. Da kommen die jüdischen Aristokraten mit Feldstechern, Geistliche in Pelerinen mit schwarzen Zylindcrhüten auf dein Kopfe, die englische Hautevolee und endlich, in weißen Blusett, Chaluzim und Arbeiter, sauber gewaschen, aber oft noch gar nicht ausgeruht. Ein ständiger Besucher der jüdischen Oper ist auch der High Commisstoner Lord Plumer, der von seiner Loge aus stets stark applaudiert. Der biblische Klang des hebräischen Textes, die jüdische Art des Singens und Spielens und die Dekorationen geben den klassischen Opertt -eine besondere jüdische Färbung, wie die Stimmung und Phantasie des Publiütms überhaupt geneigt ist, alles, was auf unserer" Bühne vorgeht, ins Jüdische zu wenden, wie z. B. in der Gestalt des Toreador in „Carmen" einen heldischen Schomer aus Galiläa zu sehen . . . Werke mit jüdischem Inhalt, wie „Juda Maccabäus", „Samson und Talisa", „S5ic Jüdin" und ähnliche, verlieren im Milieu von Jerusalem ihr fremdes klassisches Kleid und kehren zu ihrer jüdischen Quelle zurück. Dazu kommt, daß in den letzten Jahren ein starFer, nationaler Geist wie ein elektrischer Strom unsere Musiker und Komponisten in allen Ländern durchdmngen hat, und sie beginnen, jüdische Originabwevke zu schiffen. Eine schöpferische Unruhe beherrscht in der Zeit der nationalen Renaissance ihre Seele. Sie sehnen sich heimwärts. Ihr Ohr, zu neuem klanglichen Leben erwacht, wendet sich txnji fremdartig ausgepichten, altfränkischen Klaffizismus ab, und eigene, neue Töne erklingen auf der .Harfe der Töchter Zions. So ist eine Reihe rein jüdischer Werke in hebräischer Sprache geschaffen worden: der. „.Hechaluz" von Weinberg, „Abrahams Sohn" von G n e s -s i n, „König Ahas" von A l m o n und vieles andere. So wird unsere Oper nebst dem klassischen allmählich ihr eigenes, originales Repertoire gewinnen. Die hebräische Oper ist aber nicht nur eine Quelle äschetischen Vergnügens, sondern entwickelt sich auch zu einer großartigen Institution der Vblkserziehung. Unsere jungen Chaluzim versammeln sich nach des Tages Arbeit als Mitwirikende in den Chören, erhöhen so ihr Leben durch die Kunst und bereiten sich zunr Auftreten in der Volksbühne vor. Und wenn einst der Tag kommt, da die hebräische Oper ihre rein jüdischen Motive in die weiten Galuchländer trägt, wird eine getvaltige Auffrischung durch die vertrockneten Herzen und müden Seelen gchen und die Sprache der Musik wird sie uns wieder zufühven. * Der Oper wird die große Mistkakademie, die in Jerusalem eröffnet lverden soll, folgen. Weltberühmte Musiker, wie Leopold Godowsky unidJascha Heifetz, haben vor kurzem Palästina 'besucht und konnten berichten, daß das amerikanische Komitee für Errichtung einer jüdischen Musikalkademie in Palästina erfolgreich arbeitet. Ans dem Skopusberge, neben der hebräischen Universität, soll ein Tempel si-r jüdische Musik errichtet werden. Dort werden die größten jüdischen Musiker und Sänger, ein Godowsky, Ellmann, Gabrilowitsch, Heifetz u. a. nt., Schülern der ganzen Welt 'Unterricht erteilen. Dort wird man auch eine Schule für Kantoren schaffen, in der unsere synagogalen Sänger lernen sollen, ihr Herz in Geulahstimmung zrr ergießen. Perheiß-ungsvolle Anfärtge oder gar erst Hoffnungen auf eine schöne Zukunft, in der das jüdische Volk vor den Völkern der Welt wieder die Melodien der Bibel ertönen lasiert wird.