Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 8 (1926)
- Issue
- Heft 2666 (26.7.1926)
- Date
- 1926-07-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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4 jITi JfowJ fSfttt, Msckkvg Äir«k» MortMM««« 26. Füll MS Oerr« 8 Die wirtschaftliche aad votttische Lage der' \ " Juden. Bon Dr. S. M. Kvßi«. Der Autsr hat kürtzkich «ine Amtsvene nach Bulgaren unternsmmn. di« ihm Gelegenheit schoten hat. hie Verhältnisse dies«- Landes und seiner Juden -ennen-nlsrnen. Die Zahl der bulgarischen Jnbe-n ist nicht zu« veMsstg Mustellen. Denn die Ergebnisse der von der Regierung vor fünf Jahren durchgssichrten BoK»Ml>ung werden noch immer nicht verlautbart und sind übrigen-, wsntgsten- Ivadt« Juden anlangt, durch die inzwischen eingetretenen Bekschiebungen schon stark überholt. So wanderten seither einige hundert Juden nach Evez Israel aus, übersiedelten über 5000 Juden aud« türkischen Grenzstadt Adrianopel, um sich dem dort herrschenden Chauvinismus zu entziehen, nach dem nahen bulgarischen Phiilippopel. Die rv-aihrschelnllchsts Schätzung stellt di« Zahl -er bulgarischen Juden auf 60.000 fest. Die wirtschaftliche Lage der Juden ist durch jene des garrzen Landes bedingt. Zur allgemeinen Rotlage, an welcher di« KricgSschädeu und die dem besiegten Land auferlegten Lasten Schuld tragen, kommt eine schon länger andauernde, jedoch seit einem Jahr verschärfte Krise aus speziellem Grund hinzu. Den ^auptexportartilkrl des Landes bildet seit jeher der Tabak, dessen Anbau nach Krsegsfchluß sv forciert wurde, daß die Jahresproduktion jene der Vorkriegszeit weit überstieg. Di« Regierung hatte urF.er dem Zlvang, ihre Einnahmen zu vermehren, den Tabalk mit hohem Exportzoll belegt. Sie konnte sich das zunächst erlauben, weil di« Konkurrenzländer in Tabak für den europäischen Markt, Griechenland und Türkei, durch ihren Krieg au-- geschaltet lvaren. Doch versäumt« di« bulgarische Regierung, nach Beendigung jenes Krieges den Zoll alsbald hera'bzusetzen, und so wurde der bulgarische Tabak durch den verblüffend rasch aufschnellenden Export aus jenen Konkurrerrzländern fast ganz ver-. drängt: Jetzt kam di« Zolürmäßigung zu spät und die Absatziris« traj nicht nur di« TabMauern, sondern auch di« Juden, von denen sich viele, besonders in Philippopel, mit Tabachandel >be» fusstn. Diese Absatzkrise wirkte sich dann für ganz Bulgarien in F-orm einer empji'ndlichen Geldnot aus. Zwar verfügen dl« Großbanken über Geld genug, halten jedoch mit ihren Krediten voll Mißt rauen in die Zahlungsfähigkeit der .Kaufleut« zurück. Ein grelles Licht ans die besonders schlechte wirtschaftlich« Lage der Juden wiest .die bisher fast unerhörte Tatsache, daß einige von ihnen, darunter Kaufleiite, deren Firmen durch Jahrzehnte in Ehren bestanden hatten, Selbstmord begingen. ^Auch die politische Lage der Juden hat sich seit dem nug.ucllichen Krtegsansgang und zumal s«it dem kommunistischen Attentat auf die Sofioter NedstlÄi-Kathcdval« sehr verschlechtert. Schon der verlorene Rrirg hakte die chauvinistische Stimmung der Bulgaren, Zunächst gegen di« als Sieger triumphierenden 9 Nachbarstaaten Rumänien und Jugoslawien verstättt,-dann aber auch gegen alla/j „Frernde" im Lande, das heißt d!« Juden. Und dies, ck^eich doch die Inden sich prinzipiell von der Beteiligung an der. Land^ppliiik seit jeher ferngehätt-en hatten und obgleich auch bei deal Berfirch der agrar-kommunistische,r Revolution zugegebrnerweifr nur ganz wenige' Juden, so der Advokat Doktor Friedmann, beteiligt waren. ES scheint, daß di« bürgerlichen Regierungen nach dem bekannten AK.'-enkungSrazSpt das Erstarken rvüktir>när-cha.upinistischer Strömungen, auch gegen die Inden, nicht ganz ungern sahen. Darüber darf nicht hinwcgtänschen, daß die'diplomatischen Vertreter Bulgariens im Ausland, die ihren Staat vor Europa zu repräsentiere,, haben, dem Patriotismus der bulgarischen Juden scd« Anerkennung zollen, deren Verdienste um die wirtschaftlich« -Lcbuiig des ganzen Landes ohneiwiters anerkennen -und den Bestand einer antzi,semitischen Strömung i„ Bnlgar geradezu bestreiten. Haupiträger des AntifemitiÄnu- Ist di«, meist aus S deuten und Refepreofs'^kren best'chk'nhtz Kaszistenorganlfatl Rodua Saschtita (Verw'diger des Baterlsndes), welcher etwas gemäßigter«, doch immerhin chauvinistisch ortentie Orgqnisatioil Kwbrat nahssteht. Beide Vm-bände sinin, gan- Lande verzrocigt und -geben eigen« Zeitschrift«,, heraus. Da n das zionistische Parteiblatt „Haschofar" pflichtgemäß di« -antiscr -tischen Angriffe astzuwchren .sucht, kehrt sich die Spitze imn wehr gegen di« Zionisten selbst und gegen deren, dem Land Interesse angeblich abträgliche Palästinahc.ftvBungen. Di« Zio sten fanden es deshalb für klug, ihr« .früher Üblichen und a bei den Bulgaren beliebt«,, öffentlichen Umzüge u-nd sonstig Demonstration«,, «Inznstellcn. Sogar d:-e G«rlchtsbavk,ei.t soll von diesen, Antisemitismus nicht unbeeinftußt geblieben sein. InGesonders werden die Devisenvorschriften mit größter Strenge gerade gegm dl« Inden angewandt. * Die Verschlimmerung >ver wirtschalftlichon und politischen Lag« hat auch <a'»if den Zionismus im Lande eine ungünstige Wirkung ausgeübt. Wie bekannt, gehörten 'die bulgarischen Juden seit dem. ersten Auftreten Herzls zu de,, treueisten Anhängern der zionistischen Beweg,mg und Organisation. Diese zionistische Stinnnung In, Lai,de hat sich naturgemäß seit Beginn der großzügigen Kolonisier,.ng Erez Israels mächtig gestärkt. T«aS wird einem sofort nach der ersten Fühlungnahme mit den bulgarischen Inden klar. Auch die derzeitige Kris« in Evez Israel, unter welcher dort auch die Jmmigvanten anS Bulgarien schwer zu leiden habe.» — so kamen schon Leute ans Haskovo und anderwärts ans Palästina zurück —, vermochte unsere Freunde nicht kopfscheu zu niachen. Sie verstehen die Ursachen dieser Krise und sind objektiv genug, daS Scheitern gewisser Unternehmungen ihrer Landsleute, so einer Zigarettenfabrik in TelMviw, auf ungenügende finanzielle Ausrüstung und mangelnde Erfahrung zurückzusühren. Aber die verschlechterte Wirtschaftslage der Juden Bul- MMns hat zur FolH«, baß dir dort von -er Zionistischen Organisab! Sn und ihre« Fonds auftrl«gt«n GeMasten schwerer und nicht mtt der «rltett BereitwilliMt getragen werden. Wo man früher für den Keren Hajesiob und SM« Wöstinafondr fast restlos freiwiMg gespendet hat, müssen min zur «Mschnülerten Fortsetzung der Zahlungen di« zionistischen Orgam und die. durch sie geführten jüdischen Gemeinden »ft auch mit etwas Zwang nachhchen. Diese getrübt« Stimmung nun unter der zionistischen Masse «st Wasser aus dl« Mühle jener Notaveln, welche seinerzeit als Gefolgsleute der Alliance Is r a e I i t e im Kampf um die Beherrschung der Gemeinden und um die Gestaltung des jtwkschen Schulwesenvon der demoikratisch-ziomskischen Bewegung besiegt wurden und r.ns dann nach der Balfour-Deklaration zu liefen. Sie haben, gewiß nicht ohne Zusantmenhang, mit der Rallilerung der Antizionisten in der ganzen jüdischen Welt, begonnen, nunmehr alS' „gemäß, gte Zionisten" aufzutreten. Indem diese Notabel« nach der chauvinistischen Reaktion im Lande schielen, sträuben sie sich zum Bebspiel gegen di«, wie sie sagen, übertriebene Hebräisierung des südlschen Schulwesens uud die damit verbundenen besonderen Lasten. Festzuhalten ist aöer, daß die auch in Bulgarien als humanitär-gesellschaftliche Vereinigung wohlhabender Juden angesohcnen B'nai B'rith ausgesprochen palästinafreundlich sind und daß es im Lande vielleicht nur einen eri,zi,.zcn deklarierten Antizionisten gibt, den sonst beschäftigungslosen Repräsentanten der Alliance Jswelite. Aldgesichts dieses .ßervorlretens der „genräßigten Zionisten" tt"d b.'l den groß«,, Aufgaben, welche sich die Zionistische Organisation Bulgariens gestellt hat — so die Gründung eines landsmannfchastlichen Moschaw in Kubebe (Judäa) —, wäre es sehr zu begrüßen, wenn die deklarierten Zionisten, und das ist die überwältigende Mehrheit, in Zurückstellung aller Differewstn Über Tetailfragen den wachsenden Gefahren von außen und innen eine ge-schlosstne Phalanx entgegenstellen würden. Tagesbericht. Nas rasende Motorrad. Wledev viev Unfeille. Die neueste Vefahrenquclle für den Straßenpassanten bilden seit einiger Zeit die massenhaft avftauchenden Motorradfahrer. Es gehört heute zun, „guten" Ton der jungen Leute, auf so einer Berrzinmaschin« dahin.'usauftl,. Eine Lizenz mild dazu nicht benötigt, man kauft sich einfach ein Motorrad, setzt sich drauf und fährt drauf los chne Besonne „heit, Kenntnis der Fahrownung und ohne Borsschi auf die Umwelt. Kein Tag vergeht, ohne daß der Polizoibericht einen Moiorradunsall zu inelden hätte. Es wäre an der Zeit, daß sich die Behörden mit dieser neuen Straßengefahr befassen würden. ■ Der gestrige Polizeirapport berichtet: Gestern abends wmde der 18jährige Maschinenschlosserlchrling Felix Smerr auf dem Praterftern von einem Motorradfahrer n i c d e r g ost o ß e n und n, e h r f a ch verletz t. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn inseine Wohnung. Der Buchbinder Koloman Cisar wurde am 24. d. abends Von einem Motorradfahrer n i e d e r g e st o ß e n und erlitt offene Brüche beider Knochen des rechten Unterschenkels. Die Rettungegesellschzst brachle ihn in die Unfallstation. Gestern früh ist der 25jährige Hilfsarbeiter Jchann K a n t a k auf der Schönbrunncrstraße mit seinem Motorrad mit Beiwagen mit dein Auto A 12-535 z u s a m m e n g e st o ß e n und auf die Straße gefchlettdert worden. Er blieb mit einer schweren Gchirnerschütterung bewußsos liegen und wurde von tot' Reitunasgeftllschast auf die Unfallstation gebracht. Gestern vormittags fuhr de« 29jährige Bergingenieur Oskar Wallis ch aus Leoben mit feinem Motorrad H 2-159, auf dem noch der 30jährige' Pergtechniker Jaromir B u rg ha r t aus Leoben faß. auf der Mariahilferstraße gegen die Stadt und stieß, dabei an einen Straßenbahnzug der Linie „51" an. Beide wurden voin^Rad geschleudert.- Ing. Wallisch erlitt Wunden am rechten Oberschenikel, Brirghart eine Nervenerschütterung. Die NettungSgeistllschaft leistcle ihnen erste Hilf Ser Mord an dem RaxbabnwSchttr aufsekltzrt. Bon einem BrlviebsfunktionLr evmordel. An, 2V. Jänner d. I. wurHe der Wächter der damals in Errichtung begriffenen RvUeiriba-hn, der Gendarm Styba, in dem Wartesaal des Stationsgebäudes ermordet anfgesnuden. Die bisher durchgeführte,, Erhebungen haben, trotzdem «in halbes Jahr vergangen ist, bis jetzt kein Ergebnis gezeitigt. Obwohl sich schon von Anfang an der Verdacht gegen ein« bestiunnle Persönlichkeit des Betriebes, den Betriebsleiter Winkler, richtete, hatten di« Bohördei, keinerlei genauen Anhaltspunkt, nnr gegen diesen Vorgehen zu können. Der ennordete Gendarm hatte gegen diesen Betri«ibsl«li,er vor seiner Ermordung Schritte „lkter,lommen, um ihn wogen verschiedener. Unredlichkeiten bei der Führurrg des Bahnbanes anzuzeigen. Die Ernwrdnng des Gendarmen vertuscht« diese Anschuldigungen gegen den Betriebsfüihrer. Nunmehr hat der Kontrvllor der Krankenkassen svstgestellt, daß der Betriebleiter die ganze Zeit über fingierte Namen in die Arbeiterliste eintragen ließ, um sich so di« für diefe bestimntten Löhne zu vevschaffen. Die weitere Kontrolle führte zur sofortigen Verhaftung des Betriebsleiters. Von diesen, Moment« an ergaben sich tagtäglich neue Beschuldig!nni.zen gegen den Verhaftet«,,, der nicht nur Baumaterial sich an ge eignet und dann verkauft hat, sondern auch den Arbeitern weniger Lohn auSzahlte, als dleise zu bekommen gehabt hätten. Die F r a u d e s e r m o rdeten Gendarmen meldete sich cbensiallS bei der Gendar» merle und wiederholt« ihr« Verdachtsgründe gegen den SlMSO»- leiter und auch eine Wäscherin eines naheliegend«,, GaWmftS, in dem Winkler gewchnt hatte, daß er ihr einige Stunden nach dem Morde blutgetränkte Kleider stück« zeun Waschen libergebe» habe. Die daranshin vom UnteksuHungsrichter angeordnete Hausdurchsuchung^ bei dem Betriebsleiter fördert« n e u « S belastendes Material zutag«, so daß di« Schuld Dinklers einwandfrei festgestellt ist. Er wird dem Gericht« «in^liefert. gm Badener Strandbad ertranken. Im neueröffneten Badener Strandbad hat sich gefterrt ein tödlicher Unglnckfall ereignet. Im Lanj« des Vormittags ist im großen Bassin der Wiener Malergchilfe Franz Kern ertrunken. Kern wurde bereits um 10 Uhr vormittags van einer Begleiterin vermißt; sie machte einen Badediener von ihren Besorgnissen Mitteilung. Die Direktion veranlaßte sofort eine unauffällige Suche und ließ auch die Kabine des verschwundenen Badegastes öffnen; lange Zeit blieben aber alle Bemühungen erfolglos. Um halb 6 Uhr nachmittags bat man dann die Mitglieder des Ersten Wiener Amateurschwimmklubs, die im SporGassin ihr Meeting abhielten, sich an den Nachforschungen zu beteiligen. Es dauerte nicht lange, bis der Leichnam Kerns an einer nicht sehr tief-n Stelle gefunden tvurde. Kern ist, nach dem Gutachten der gerichtlichen Kommission, einem Herzschlag erlegen. Straftenvrrhnunfatt in Baden. Aus dem Josessplatz in Baden stießen gestern um 1 Uhr mittags z w e i Z ü g e der elektrischen Straßenbahn an einer Kreuzung zusammen. Der Train, der aus B ö s l a u ankam, rammte den letzten Wagen eines Zuges in der Richtung Baden-Südbahnhos, da man vergessen hatte, eine Weiche umzustellen. Es würden drei Personen, und zivar ein Herr Robert Klein aus Wien, Kandlgasse 32, ein .Herr Hausmann, Kandlgasse 34, und ein Fräulein MiG, Hofsmann, Dapontegasse, leicht verletzt. Der Materialschaden ist beträchtlich. Kitt KMMscher R8«ber-a«btmmm. 17 Morde, 200 Beraubnngen. Aus Riga wird uns gemeldet: Unlängst wurde in Mi tu» ein Mann namens K a u p rn verhaftet, den, mehrere, Zn der letzten Zeit verübten, verwegene Rou'büberfätte zur Last geleyr wurden, die er auch sämtlich eingestand. Im Laufe der Untersuchung schwoll dann das Schuldkonto dieses Räubers in ungeheurer Weise an, und cs stellte sich heraus, daß man in seiner Person eines Bande „führe rs von ganz großem Format habhaft ge-, worden war, der fast acll Ueberfälle die in den letzten vier Jahren sich ereignet haben, auf dem Kerbholz hat. Landstraßen und Einzelgchösle waren in erster Linie das Tätigke-usgebiet seiner wohlorganisierten, mit Revolvern und Mtlitärgew ehren w oh ld e »o a ff n e t e n Bamde, die jetzt gleich ihm hinter Schloß und Rieael sitz:. Der B taos ch e f dieses Räuberhauptmannes war sein ö b^j ä h r i g e r V a t e r, der sich seiner Verhaftung durch Selbstmord en:zogen hat. Einmal ermordete Kanpen einen Weichensteller der Strecke Meiten-Riga und befestigte auf den Schienen einen Sprengkörper, um den Berliner Schnellz^lg zur Entgleisung zu bri'N-oeu und zu berauben, was ihm jedoch nicht Mckt«, da der Explosivstoff versagte. Ein anderes Mal gelang ihm mit drei Spießgesellen ein nngcrnci'n kühner Handstreich gegen einen Kleinbahn z»g bei T a u d s e w a s (Südkurland), wo dl« maskierten Banditen in der Nacht den Zug zum S:eh'en brachten, best einzigen sich zur Wehr setzenden Reisenden n i e d e r s ch o s s e n und die zehlreichcr, Passagiere nm drei M i l li onen Rubel be-, raubten. Die Räuber verschwanden in den sehr ausgedehnten Wäldern und konnten trotz der sofortigen Mobilisierung von vielen hundert Verfolgern nicht aufgestÄbert werden. Zwei Jahre später ermordete Kaupen mit einem Komplicen in einem Gehöft alle fünf Bewohner, rosste alles Wertvolle zwammen und steckte das Haus in Brand. Dies einig« Beispiele aus der von Tag zu Tag immer m«hr anschwellenden Akte Kaupen, die bis zum heutigen Tage bereits 17 Mordtaten. 6 schwere Körperverletzungen und gegen 2 0 0 B c r a u b u n g e n verzeichnet, wobei an allen.Morden Kaupan persönlich beteiligt gewesen ist. W i« n, 26. Juli. * Opfc« der Badezeit. Bein, Hebelwcrk an der Alten Donau ist gestern gegen Mitag der 17jährige Praktikant Rudolf Drechsler beim Baden untergegangen. Die Feuerwehr konnte ihn woyl nach kurzer Arbeit aus dem Wasser ziehen, allem der Tod war schon eingetreten. — Der 23sährige Schlosser Bruno Becker badete gestern vormittags in, Jnundationsgebiet. Ein anderer Badegast warf einen Gummiball ins Wasser und Becker, der des Schwnnmens unkundig war, sprang ihn, nach, geriet aber an eine tiefe Stelle Und sank nutet. Als man ihn heranszog,- war er schon tot. * Vom Leopoldsber« abgestürzt. Der 40jährige Maschinenschlosser Franz Petrak ist gestern auf dem Leopotds'berg über einen Mhang.gestürzt .und hat «inen Bruch des 'linken Schulterblattes, ein« Verrenkung des Schlüsselbeines, eine Gehirnerschnttcrnng, mehrfach« Wunden im Kopf und Blutung ans Nais« und Ohr erlitten. Die Rettungsgefellschaft bracht« ihn ans die Unfallstation. * Eine Perle. Die 20jährige nnterstandslose Hansgeliilfin Marie Vogel wurde Samstag dem Äandesgericht einaeliefert, weil sie anfangs dieses Monats ihrer damaligen Dlenstgebertn Rosa Weiß aus erbrochenen, Kasten Wäsche im Werte von 300 Schilling gestohlen hatte. Ein Teil der Beut« wurde znstandegebracht. * Verhaftung eines griechischen Bankiers in Wien. Der Kaufmann Spiridion S k i a d e ö, der von den griechischen Behörden wegen Veruntrenuung von etkva 84 Millionen Drache men verfolgt wird, wurde gestern nachts im Südbahnhof der-» hastet. 3